Neuer Pflegebericht – Pflegende sollten ihn kennen

Die Bundesregierung hat zum Ende des vergangenen Jahres den neuen Pflegebericht vorgelegt. Er gibt kompakt das wieder, was in den letzten fünf Jahren in der Pflege passiert ist.
Warum erzähle, warum schreibe ich darüber? Zunächst: Wer sich einen eigenen detaillierten Überblick verschaffen will, der sollte natürlich selbst nachlesen, eigene Wertungen vornehmen. Ich stütze mich ja ebenfalls auf die im Quellenverweis angegebenen Inhalte (vgl. Fußnoten).
Ein weiterer Gedanke: Wir sind sehr schnell dabei zu sehen, was alles nicht gelingt in der Pflege, wo die Margen und Defizite sind.
Und eines ist klar: Es gibt genug davon – es fehlt Personal, die Arbeitsbelastung ist zu hoch, und zwar körperlich und psychisch,
der Stressfaktor wächst in der täglichen Pflege mitunter so an, dass häufiger Fehler passieren, etwas übersehen wird, kurzum die Qualität sinkt.

Herausforderungen annehmen heißt auch, Positives, Erreichtes zu kennen und zu schätzen
Es ist sicher, dass nicht alles auf einmal behoben, verbessert werden kann. Das führt dazu, dass wir mitunter geneigt sind, nur noch das Negative zu sehen. Ich will das auch nicht wegdiskutieren, was objektiv vorhanden ist. Pflegepraktiker und Experten sagen mir manchmal: „Wenn du jeden Tag in dieser Tretmühle wärst, du würdest schnell wieder hinter deinen Schreibtisch fliehen.“
Da ist viel Wahres dran. Doch diese Wahrheit hat ebenfalls eine zweite Seite.  Und wenn wir die nicht genauso wertschätzen, beachten, ja dann kennen wir auch nicht die Anstrengungen, die unternommen wurden,  um den jetzigen Herausforderungen gewachsen zu sein und vor allem die zukünftigen Aufgaben rechtzeitig zu erkennen und entsprechend anzugehen.
Es ist unheimlich viel passiert, schaut man sich die Entwicklung seit 1995 an. Einen noch intensiveren Eindruck bekommst du, wenn du dir die letzten fünf Jahre anschaust. Deshalb lese ich auch den Pflegebericht und empfehle es jedem ebenso.

Komplexes und Kompliziertes verlangt nach einfachen Sätzen
Was mich immer wieder beim Lesen stört: Die Schlangensätze, die Wortungetüme, als gäbe es nicht die Pflicht, für den Leser klar, einfach und übersichtlich zu schreiben.
Ich verstehe es nicht, wenn jemand sagt: „Das ist ein wissenschaftlicher Stil.“ Das ist er eben nicht. Wissenschaftlich schreiben und denken heißt auch und gerade, die komplizierten Zusammenhänge einfach darzustellen – das übrigens macht Mühe, treibt dich dazu, Formulierungen immer wieder zu wälzen. Der Bericht vermittelt viel Wissenswertes. Ich denke, man sollte ihn kennen, wenn man sich mit dem Thema Pflege beschäftigt. Eigentlich läuft der Berichtszeitraum ja über vier Jahre.
Der sechste Bericht deckt fünf Jahre ab.  Dadurch konnten schon Ergebnisse aus der Einführung der neueren Gesetzgebungen mit betrachtet werden – so zum Beispiel das Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz (PNG) und das Erste Pflegestärkungsgesetz (PSGI).

Am Anfang des Berichts stechen zwei Fakten ins Auge:
1.
2011 gab es 2,3 Millionen Leistungsempfänger und 2015 2,7 Millionen – ein Anstieg um 17 %.
2.
Im gleichen Zeitraum wachsen die Leistungsausgaben um 27 % – von 20,9 auf ca. 26,6 Mrd. Euro.
Allein diese Zahlen verdeutlichen, mit welchen Herausforderungen die Pflege umzugehen hat und dabei gleichzeitig Schritt für Schritt die Qualität in der individuellen Betreuung verbessern konnte. (2)

Quellenangaben:
(1)
Vgl.: Sechster Bericht der Bundesregierung über die Entwicklung der Pflegeversicherung und den Stand der pflegerischen Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland; PDF –
http://www.bundesgesundheitsministerium.de/ministerium/meldungen/2016/sechster-pflegebericht.html; Download PDF-  Donnerstag, 12. Januar 2017, 10.33 Uhr)
(2)
Vgl. ebenda – PDF-Dokument, S. 3

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