Sabine Rohloff im Interview

Sabine Rohloff hilft Menschen, heilt sie, ist für deren Wohlbefinden da

Frau Rohloff, wie würden Sie sich selbst nennen, wenn wir darüber reden, was Sie für Menschen tun?
Ich bin ein Samariter. Das trifft es wohl im Kern, wenn ich darüber spreche, wie ich heile, wie ich Menschen von ihren Leiden befreie.

Wie muss ich mir das vorstellen, wenn Sie über das Heilen sprechen?
Ich kann keine Wunder vollbringen. Das sage ich auch ganz klar.

Sondern?
Ich heile umfassend, bin offen für das, was mir die Menschen sagen und darauf richte ich dann meine Energie aus.
Es geht also um das Wohlbefinden des Menschen, der sich an mich wendet, um seine Gesundheit.

Können Sie mal ein Beispiel nennen?
Nun, ich hatte bereits Patienten hier, die von Ärzten zu mir geschickt wurden, die an Hautkrankheiten litten, unter anderem an Neurodermitis.
Ich habe es geschafft, sie davon zu befreien.
Aber ich verspreche vorher nie, dass ich es schaffe.
In einem anderen Fall bat mich ein Pflegedienst darum, mich um einen Menschen zu kümmern, dem es nicht gut ging.

Und konnten Sie helfen?
Ich habe ihn mir angesehen und mir wurde schnell klar, dass er nicht mehr lange zu leben hatte.

Was haben Sie stattdessen getan?
Ich habe ihm die Schmerzen genommen. Er ist in Frieden eingeschlafen – im Kreise seiner Familie.

Dann haben Sie ihm ja doch geholfen, ihm unter den gegebenen Bedingungen ein Stück der Lebensqualität zurückgegeben, oder?
Ja, da haben Sie recht. Das ist wohl auch der Grund, warum Frau Funke vom Palliativnetzwerk bei mir angefragt hat, ob ich mich um diesen Fall kümmern könnte.

Wie sind Sie überhaupt dazu gekommen, Menschen in dieser Form zu helfen?
Das geht bis in meine Kindheit zurück.
Mich hat schon immer die Kräuterhexe fasziniert.
Und so habe ich bereits als Kind viele Kräuter gesammelt.  Und wenn ich bei jemandem die Hand aufgelegt habe, dann tat das demjenigen gut. Ich war schon immer „hellsichtig“.

Was verstehen Sie darunter?
Ich sehe Bilder. Ich sehe auch Gefahren.

Worauf führen Sie diese Fähigkeiten zurück?
Im Grunde genommen rufe ich Energie ab.

Können Sie das noch etwas genauer erklären?
Zunächst konzentriere ich mich auf mich selbst. Nach ein paar Sekunden geht die Energie in meinen Körper, fließt durch meine Hände.  Ich lege danach meine Hände auf den Körper des Menschen.
Mir fällt da ein aktuelles Beispiel ein.

Das ist gut. Welches?
Ich komme gleich darauf zu sprechen. Aber vorher wollte ich Ihnen sagen: Sie reden mir zu viel rein, dann vergesse ich, was ich sagen wollte.

Oh, das tut mir leid und ist auch nicht sehr professionell von mir. Ich komme ja aus der Position des Fragenden und gehe einfach in die des Wertenden. Aber wissen Sie woher das kommt?
Nein.

Weil ich Sie und das Thema so spannend finde. Da vergesse ich mitunter, dass ich der Journalist bin, der fragt und notiert.
Das kann ich verstehen.

Zurück zu Ihrem Beispiel?
Ja. Ich wurde mal zu einem Mann in Kaulsdorf gerufen, der im Koma lag. Ich habe bei ihm die Hand aufgelegt.

Und?
Er ist aus dem Koma aufgewacht. Nicht gleich. Aber nach zwei Tagen. Der Mann bleibt ein Pflegefall.
Er ist zurzeit in einer Reha-Maßnahme.
Er musste sich wieder vieles neu erarbeiten, sehr viel neu erlernen.
Doch das Interessante daran war, dass er sich sogar noch an die PIN-Nummern seiner Karten erinnern konnte.

Das ist schon faszinierend. Frau Rohloff, Sie werden mir unheimlich, im positiven Sinne natürlich.
Ja, ich bedanke mich übrigens jeden Tag an einem Baum dafür, dass ich diese Fähigkeiten besitze.
Man kann ja diese Dinge in einer anderen Weise nutzen und jemandem etwas Schlechtes wünschen.

Und, tun Sie das?
Nein, definitiv nicht. Natürlich sind wir alle nur Menschen mit unseren Schwächen, unterliegen der Versuchung, einem Impuls nachzugeben.
Doch ich bin für das Wohl der Menschen da, und zwar ausschließlich.

Glauben Sie, dass es wichtig ist, dass ein Mensch mit solchen Fähigkeiten, über die Sie verfügen, einen guten Charakter haben muss?
Ja, absolut.
Übrigens: Ich bedanke mich jeden Tag dafür, dass ich diese spezielle Gabe besitze und damit Menschen helfen kann.
Jeder Mensch hat eine bestimmte Lebensaufgabe. Und das ist eben meine Bestimmung.

Nehmen Sie eigentlich Geld dafür?
Nein, ich will helfen, und nicht reich werden. Ich gebe zu, ich habe manchmal schon überlegt, ob ich es nicht nur aus Berufung tue, sondern daraus einen Beruf mache.
Meinen Sie nicht auch, dass die Leute dafür dankbar wären?
Das kann schon sein. Aber ich bin da noch im gedanklichen Prozess der Auseinandersetzung mit mir selbst, wohin das Ganze mal führen soll.

Tauschen Sie sich unter Gleichgesinnten aus, reden über das, was Sie tun?
Ja. Wir haben zum Beispiel einen Zirkel, indem wir über die Ideen von Bruno Gröning diskutieren, einem Vordenker und Heiler in dieser Sache.
Übrigens:
Ich hatte schon Menschen, die auf mich zukamen, meine Energie spürten und meinten, ich sei ein Engel.

Das hört sich gut an. Doch gibt es tatsächlich Ärzte, die Ihnen vertrauen?
Ja, absolut. Zum Beispiel hat mir Dr. Specht aus Neuenhagen einen Patienten geschickt, der stark unter Gicht litt.
Er konnte kaum noch laufen, war extrem gehbehindert. Nach den Sitzungen bei mir kann er nun wieder richtig gut laufen.

Woher kommen diese Fähigkeiten?
Mein Ururgroßvater war Heiler. Ich habe aber auch eine ganz klassische medizinische Ausbildung absolviert.
Von 1971 bis 1973 habe ich in Lichtenberg im Kinderkrankenhaus „Lindenhof“ gelernt und bin examinierte Kinderkrankenschwester geworden.

Wie läuft so eine Heilung zeitlich ab?
In der Regel finden drei Sitzungen im Abstand von einer Woche statt.

Wie lange?
Ca. 1 Stunde.

Was sagen Sie den Menschen am Anfang?
Ich sage immer, dass ich nicht weiß, ob ich helfen kann.
Derjenige, der zu mir kommt, entscheidet allein darüber, ob er noch einmal wiederkommen möchte und ob ich ihn dann weiterbehandeln soll.

Wie verhalten sich die Menschen in der Behandlung?
Die meisten lassen sich fallen. Viele sagen mir, sie fühlten sich, als würden sie schweben. Oder aber sie fühlen Blei auf ihrem Körper.
Die ersten zwanzig Minuten entgifte ich faktisch. Anschließend lege ich meine Hand auf die Stellen, die belastet sind.

Frau Rohloff, nehmen Ihnen die Menschen immer ab, dass es hilft?
Vielleicht ein weiteres Beispiel: Zu mir kam eine ältere Dame, die nur noch am Stock gehen konnte. Sie hatte ein Hüftleiden.
Sie bekam vom Arzt Spritzen in die Hüfte. Doch die halfen nicht, linderten nicht ihre Schmerzen.
Schließlich kam sie zu mir. Nach ein paar Tagen bekam ich einen Anruf von ihr, in dem sie ihrer Enttäuschung Luft machte.
Ich habe ihr gesagt, dass ich keine Wunder vollbringen kann und sie Geduld braucht. Schließlich rief sie mich wieder an, nachdem einige Zeit vergangen war.

Und?
Sie konnte wieder gut laufen, schmerzfrei, und: ohne Stock.

Muss man eigentlich an das glauben, was Sie tun?
Nein, Sie müssen daran nicht glauben. Es hilft auch so und ich helfe unabhängig davon, ob derjenige daran glaubt oder eben nicht.
Er muss es nur zulassen.

Frau Rohloff, ich danke Ihnen für dieses Gespräch.

Kontakt:
Sabine Rohloff
Neuenhagener Chaussee 41
15 345 Altlandsberg
Tel. 033438 – 51 60
Mobil: 0172-3092551
Fax: 033438 – 5 16 44

© Dr. Uwe Müller

Interview mit Dirk Gaszikowski

Dirk Gaszikowski hat die Pflegedienstleitung im Unternehmen ITS – Home inne.

Herr Gaszikowski, wie war Ihr beruflicher Werdegang, bevor Sie im Unternehmen ITS-Home angefangen haben?
Ich bin 1970 in Berlin-Buch geboren worden.
Dort bin ich auch in die Schule gegangen – in die 26. Oberschule.

Wann haben Sie die beendet?
1987.

Was haben Sie danach gemacht?
Zunächst habe ich einen klassischen Handwerkerberuf erlernt – den des Heizungsmonteurs. Aber eigentlich wollte ich schon immer etwas machen, was mit Pflege zu tun hatte.

Woher rührt dieser Wunsch?
Nun, meine Mutter war 35 Jahre lang Krankenschwester im Krankenhaus in Buch. Die medizinische Einrichtung bestand damals ja schon aus mehreren Häusern. Auf jeden Fall habe ich auf dem Klinikgelände gewohnt.  Meine Kindheit habe ich zum Teil unter anderem im Schwesternzimmer verbracht, oder ich habe neben dem Pförtner gesessen und gespielt. Daher kam meine enge Verbindung zu allem, was mit der Pflege zu tun hatte. Aber damals war es noch so, dass der Beruf des Pflegers ohnehin nur in stationären Einrichtungen vorkam und zudem vorwiegend von Frauen ausgeübt wurde.

Und wie ging es weiter?
Ich habe immer wieder probiert, die Seiten zu wechseln, in den medizinischen Bereich zu gelangen. Dann gab es die Möglichkeit, im internen Krankentransport der Klinik anzufangen.

Das heißt, Sie waren auf dem Krankenhausgelände tätig und haben zwischen den einzelnen Häusern die Patienten transportiert?
Ja, so kann man das sagen. Später, im Jahr 2000, habe ich dann noch eine Ausbildung zum Rettungssanitäter gemacht.

Warum?
Das war nötig, um auf dem freien Markt ebenfalls im Krankentransport arbeiten zu können.

Wie lange haben Sie in diesem Bereich gearbeitet?
Von 2000 bis 2004.

Und danach?
2004 habe ich eine Ausbildung zum Altenpfleger begonnen und diese 2007 abgeschlossen. Das war insofern eine gute Zeit, als nach dem Jahr 2003 die Ausbildung bundeseinheitlich geregelt wurde.
Bereits bei der Ausbildung merkte ich aber, dass ich stärker in den stationären Bereich wollte.

Haben Sie das erreicht?
Zunächst war ich in kleineren ambulanten Hauskrankenpflegen tätig. Ich habe mich in die Themen der Wundbehandlung eingearbeitet und bekam auch Einsicht in die onkologische Ausrichtung der Pflege.  Ich hatte eigene Touren und gewann viel Erfahrungen durch die praktische Arbeit. Ich bin in der Zeit sehr viel gefahren – Hunderte von Kilometern.  Das war natürlich auch sehr anstrengend. Also habe ich überlegt, wie ich wieder stärker in den stationären Bereich der Pflege gelange.

Und, ist Ihnen das gelungen?
Ja. Ich lernte eine große Gesellschaft kennen, in der es um außerklinische Intensiv- und Beatmungspflege ging.
Davon fühlte ich mich angesprochen. Dabei ging es am Anfang gar nicht mal um die Beatmungspflege.

Sondern?
Ich betreute eine junge Frau. Das war natürlich für mich sehr anstrengend, hat aber auch viel Spaß gemacht.
Ich habe sogar selbst gekocht, wenn es die Zeit zuließ. In dieser Zeit habe ich mich sehr intensiv mit der Beatmungspflege beschäftigt.
Ich habe die Anleitungen für die Geräte studiert, mich um die technischen Details gekümmert, wollte alles sehr genau wissen, was zu einer guten Versorgung dazugehört.

Warum sind Sie nicht bei diesem Unternehmen geblieben?
Zum einen fielen sehr viele Überstunden an. Und zum anderen war die Bezahlung nicht so gut, gemessen an dem, was in der Zeit zu leisten war.

Wo sind Sie also hingegangen?
Ich habe mich in Strausberg in einem Beatmungscenter beworben. Das wurde gerade aufgebaut.

Wie lange waren Sie dort?
Zwei Jahre. Ich habe dort sehr viel lernen können. Schließlich wurde mir auch die Fachbereichsleitung übertragen.
Doch die Arbeit hat mich faktisch „ausgelaugt“; ich war verbrannt.

Warum?
Wir fuhren ein Drei-Schichtsystem. Das war hart – physisch und psychisch. Nur mal zur Illustrierung: Nach zwei Jahren war ich der einzige, der noch da war von jenen Mitarbeitern, mit denen ich dort angefangen hatte.

Wie ging es weiter?
Ich habe schließlich noch einmal die Arbeitsstelle gewechselt, war dann in einem Unternehmen, in dem es einen 12-Stunden-Dienst gab. Dadurch hatte ich natürlich auch mehr freie Zeit, gefühlt 15 bis 16 Tage im Monat. Ich konnte mir dort weiteres Know-how aneignen.

Wie haben Sie eigentlich Herrn Böhlendorf kennengelernt?
Ich war neben meiner Tätigkeit im Unternehmen zusätzlich als Pfleger tätig. Herr Böhlendorf war in der Zeit mein Patient. Er war mit mir sehr zufrieden, und das hieß etwas bei seinem Anspruch an Pflege- und Betreuungsqualität. Wir verstanden uns außerdem menschlich sehr gut und so machte er mir schließlich ein Angebot, das ich nicht ablehnen konnte.

Nämlich?
Ich sollte für ihn ganz arbeiten – also nicht nur für ihn, sondern als Angestellter in seinem Unternehmen ITS-Home.
Das Gehalt entsprach zusammengenommen dem, was ich im vorhergehenden Unternehmen und für meine nebenberufliche Tätigkeit erhalten hatte.

Wann haben Sie bei ITS-Home angefangen?
Am 16. Juni 2013. Und drei Jahre später, auf den Tag genau wieder am 16. Juni 2016, übernahm ich die Pflegedienstleitung bei ITS-Home.

Wie haben Sie die drei Jahre erlebt – von 2013 bis dahin, dass Sie Pflegedienstleitung wurden?
Es war eine sehr lehrreiche Zeit. Ich konnte alle Grenzen ausloten, mich ausprobieren und ich erfuhr, welche Anforderungen an die Mitarbeiter gestellt wurden, wenn es um die Maximierung der Versorgungs- und Betreuungsleistungen ging.
In der Zeit habe ich auch die Weiterbildung zur leitenden Führungskraft im Gesundheits- und Sozialwesen (PDL) absolviert.

Wie halten Sie es mit der Teamleitung, wie führen Sie?
Für mich ist es wichtig, dass die Teams und einzelnen Mitarbeiter vor Ort eigenverantwortlich agieren,
eigene Freiräume nutzen können in der individuellen Betreuung der Patienten. Natürlich gibt es eine Reihe von strukturellen und organisatorischen Vorgaben – Teambesprechungen, Auswertungen, Arbeitsplanungen, Maßnahmen im Qualitätsmanagement.
Ohne sie kann eine Firma gerade in solch einem sensiblen Bereich, wie dem der außerklinischen Intensiv- und Beatmungspflege ja gar nicht ihre Aufgaben erfüllen.
Ich möchte nur die Eigeninitiative der Mitarbeiter fördern, sie mehr unterstützen und letztlich auch dadurch motivieren.

Sehen das Ihre Mitarbeiter ebenso?
Schauen Sie sich doch nur einmal an, wie lange unsere Mitarbeiter bei uns sind. 90% derer, die bei Gründung der Firma hier arbeiteten, sind noch da, faktisch also der Grundstamm.
Und wenn Sie dann die Bewegungen auf dem Pflegemarkt sehen, die Fluktuationsraten bei den Mitarbeitern, dann spricht das für sich.

Absolut.
Herr Gaszikowski, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Zur Homepage: http://www.its-home.net

Kontakt:
Dirk Gaszikowski
ITS-Home
Hauptstraße 48
15366 Neuenhagen
Telefon: 03342-6992994
Fax: 03342-699299-9
dirk.gaszikowski@ITS-Home.net

© Dr. Uwe Müller

Sina Boje im Interview

Sina Boje ist examinierte Altenpflegerin und gehört seit dem 01. April 2017 ebenfalls zum Team der „Kaiserpflege“

Sina, seit wann arbeiten Sie bei der Kaiserpflege?
Seit dem 01. April 2017.

Das ist ja gerade mal einen Monat her.
Stimmt.
Wie kamen Sie denn zur Kaiserpflege?
Ich wollte mich verändern. Durch Gespräche mit Kolleginnen,  die ich bereits kannte, habe ich von der Arbeit der „Kaiserpflege“ erfahren und das hat mich neugierig gemacht.

Darf ich fragen, wie alt Sie sind?
Ich bin 26 Jahre alt.

Wie verlief Ihr beruflicher Werdegang?
Ich habe 2009 die Realschule abgeschlossen. Darin enthalten war ein sogenanntes Pflegejahr. Deshalb war das ein erweiterter Realschulabschluss.

Dann sind Sie ja früh mit der Pflege in Berührung gekommen, oder?
Ja, das stimmt. Es ging in diesem Jahr darum, einen ersten Einblick in Themen der Pflege zu erhalten und verschiedene Praktika zu absolvieren.

Wie ging es weiter?
Ich habe anschließend eine Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin absolviert und 2012 den Abschluss erhalten.

Wo haben Sie mit der Arbeit als examinierte Altenpflegerin begonnen?
Ich war in den Jahren 2012 bis 2015 in verschiedenen Altenpflegeheimen tätig. Danach habe ich begonnen, in einer Tagespflege zu arbeiten und war in Teilzeit zusätzlich in einem ambulanten Pflegedienst tätig.

Wann war das?
Von 2015 bis 2017.

Was hat Ihnen in der Arbeit im Altenpflegeheim Spaß gemacht und was weniger?
Gut war, dass wir den Bewohnern sehr nahe gekommen sind, ein recht enges Vertrauensverhältnis zu ihnen aufbauen konnten.
In der stationären Pflege wächst man zusammen, wie wohl kaum woanders.

Und was war weniger gut?
Die festgelegten Zeiten im Heim ließen oft keinen Spielraum mehr, dass sich die Bewohner frei entfalten konnten. Uns fehlte oft die Zeit, uns intensiv mit einem Heimbewohner zu beschäftigen.

Woran lag das hauptsächlich?
Am Personalmangel. Die Aufgaben zu erfüllen, allen Anforderungen gerecht werden, in einem im enger werdenden Zeitrahmen, das war sehr schwierig.

Wenn ich das richtig sehe, sind Sie dann 2017 bei der „Kaiserpflege“ mit dem Thema der Palliativversorgung in Berührung gekommen?
Ja, das ist richtig. Aktuell aber bin ich noch stark in die allgemeine ambulante Pflege eingebunden. Ich habe selbst einen kleinen Tourenplan und befasse mich dort unter anderem mit der Behandlungspflege.

Wie arbeiten Sie sich in das Thema der Palliativversorgung ein?
Ich habe an einem online- Kurs teilgenommen, musste viel in der Fachliteratur nachschauen und lernen.

Was ist das für eine online – Ausbildung?
Das kann man mit einer Dual-Ausbildung vergleichen. Das Ausbildungsziel ist die Qualifizierung zur Palliativ Care Fachkraft.
Außerdem habe ich mich viel mit Fallbeispielen beschäftigt.
Zum Abschluss musste ich noch einen Pflegeplan für Patienten erarbeiten und einreichen. Jetzt warte ich auf das Zertifikat.

Was fällt Ihnen noch schwer in der Einarbeitung?
Es gibt noch viel zu lernen – zum Beispiel in der Behandlungspflege.
Und: Ich sammle jeden Tag neue Erfahrungen.

Können Sie mal ein kleines Beispiel dafür nennen, was Sie täglich neu lernen?
Ja, gern.  Wenn ich  einen Patienten anschaue und frage, ob er Schmerzen hat und er antwortet mit „nein“, dann sagt mir bereits heute meine Erfahrung, dass ich genau hinschauen muss und erst dadurch weiß, dass ihn vielleicht doch etwas bedrückt. Ich sehe dann schon, dass er mitunter unter Schmerzen leidet, obwohl er mir das Gegenteil gesagt hat. Ich meine also den Blick für das Ganze, dafür, dass ich alles tun kann, damit es dem Patienten wirklich gut geht.

Und was macht Ihnen besonders Spaß?
Ich fühle mich in dem Team hier pudelwohl. Das Miteinander ist großartig, denn das ist ja nichts Selbstverständliches.
Wenn ich Hilfe brauche, dann bekomme ich sie. Und wenn es mir mal nicht gut geht – die Kolleginnen sehen das, kümmern und sorgen sich. Das finde ich klasse.

Sina, sind Sie ein glücklicher Mensch?
Ja, das bin ich. Ich weiß jetzt, wo ich hingehöre, wo der Weg hingeht.
Ich kann mich hier entfalten und das macht mich glücklich.

Sina, vielen Dank für das Gespräch.

Kontakt:
Sina Boje
Goethestr. 66a
22880 Wedel
Telefon: 04103 1877090
Telefax: 04103 1877085
E-Mail: boje@kaiserpflege.de
www.kaiserpflege.de

© Dr. Uwe Müller

Samariter, bamherzige Krankenpfleger – gibt es sie tatsächlich und vor allem: bewirken sie etwas?

Ich kann mir keinen spannenderen Beruf vorstellen, als Menschen zu treffen, mit ihnen zu reden oder zu telefonieren
und von ihnen zu erfahren, was sie antreibt oder was sie gerade bremst im Leben. Am Donnerstag in dieser Woche war ich bei einer Frau, die sich selbst als Samariter bezeichnet.  Sie hilft Menschen, macht das kostenlos und nur, wenn sie um Hilfe gebeten wird.
Du denkst jetzt vielleicht: „Alles klar,  das kennen wir,  diese selbsternannten Heiler sind doch nur Scharlatane.“ Ich gebe es zu: Ich habe das ebenfalls oft genug gedacht. Aber ich musste mich hier eines Besseren belehren lassen. Sabine Rohloff arbeitet mit Ärzten zusammen, die ihr vertrauen und auch mit Pflegediensten.
Sie hat nachweislich einem Mann geholfen, der unter Gicht litt oder einem Patienten, der Neurodermitis hatte. Ich finde das Thema spannend und werde nächste Woche ein Interview auf dem Blog veröffentlichen.  Vorab schon einmal ein kleiner Auszug:

„Frau Rohloff, wie würden Sie sich selbst nennen, wenn wir darüber reden, was Sie für Menschen tun?
Ich bin ein Samariter. Das trifft es wohl im Kern, wenn ich darüber spreche, wie ich heile, wie ich Menschen von ihren Leiden befreie.

Wie muss ich mir das vorstellen, wenn Sie über das Heilen sprechen?
Ich kann keine Wunder vollbringen. Das sage ich auch ganz klar.

Sondern?
Ich heile umfassend, bin offen für das, was mir die Menschen sagen und darauf richte ich dann meine Energie aus.
Es geht also um das Wohlbefinden des Menschen, der sich an mich wendet, um seine Gesundheit.

Können Sie mal ein Beispiel nennen?
Nun, ich hatte bereits Patienten hier, die von Ärzten zu mir geschickt wurden, die an Hautkrankheiten litten, unter anderem an Neurodermitis. Ich habe es geschafft, sie davon zu befreien.
Aber ich verspreche vorher nie, dass ich es schaffe…

Wie sind Sie überhaupt dazu gekommen, Menschen in dieser Form zu helfen?
Das geht bis in meine Kindheit zurück.
Mich hat schon immer die Kräuterhexe fasziniert.
Und so habe ich bereits als Kind viele Kräuter gesammelt.
Und wenn ich bei jemandem die Hand aufgelegt habe, dann tat das demjenigen gut…“

© Dr. Uwe Müller

 

 

 

Interview mit Dirk Böhlendorf

Dirk Böhlendorf ist der Geschäftsführer und Inhaber des Fachpflegedienstes ITS Home. 

Herr Böhlendorf, können Sie ein paar Abschnitte Ihrer beruflichen Entwicklung schildern, bevor Sie Ihren eigenen Pflegedienst gegründet haben?
Ich habe 1988 mein Abitur in Birkenwerder gemacht. Danach habe ich Betriebswirtschaft studiert.

Wie lange?
Von 1988 bis 1992. Das war übrigens ein Fernstudium an der Fachschule für Betriebswirtschaft Rodewig, in der Außenstelle Berlin.

Wo haben Sie in dieser Zeit gearbeitet?
In einer kommunalen Wohnungsverwaltung im EDV-Bereich.
Später war ich dann für 6 Jahre Softwareentwwickler in einer Unternehmensberatung.

Warum haben Sie dort aufgehört?
Die Projekte wurden immer größer und ich musste viel unterwegs sein. Das wollte ich nicht mehr.

Herr Böhlendorf, Sie sitzen vor mir in einem Rollstuhl, sind in Ihrer Bewegung mit den Händen eingeschränkt. Darf ich Sie fragen, wie es dazu gekommen ist?
Ich leide seit meiner Kindheit an einer Muskelerkrankung und war deshalb schon früh an den Rollstuhl gefesselt. Das war übrigens die entscheidende Inspiration dafür, einen eigenen Pflegedienst zu gründen.

Können Sie das näher erläutern?
Nun, ich war gezwungen, mir über meine eigene Vorsorge in den kommenden Jahren Gedanken zu machen.
Außerdem: Es kamen Leute auf mich zu, die fragten, ob ich nicht auch für sie die Vorsorge organisieren könnte.
Ich dachte darüber nach und kam zu dem Schluss, dass der Aufwand, also die Quantität, in so einem Fall natürlich zunehmen,
jedoch die Ansprüche an die Qualität gleichbleiben würden.
Und deswegen hatten mich die Menschen ja eigentlich auch angesprochen – nämlich auf höchstem Niveau versorgt zu werden.

Herr Böhlendorf, kann man das als Initialgedanken dafür verstehen, dass Sie Ihren eigenen Pflegedienst gründeten?
Ja, definitiv. Die Besonderheit gegenüber anderen Pflegediensten bestand darin, dass ich selbst versorgt und betreut werden musste.
Ich hatte sozusagen die Innenansicht davon, wie Pflege und Betreuung ankommt.

Wann haben Sie den Pflegedienst ITS-Home gegründet?
Das war vor 5 Jahren, 2012.

Wenn Sie zurückdenken, was ist Ihnen besonders schwer gefallen, als Sie ITS-Home gründeten?
Eigentlich alles.
Wie gesagt, ich hatte ja die andere Perspektive.
Ich wollte ein Maximum an Lebensqualität.
Die Angebote dazu haben nicht meinen Vorstellungen entsprochen.
Es war nicht das Standardgeschäftsmodell, was mir vorschwebte.

Sondern?
Wir wollten möglichst viele Leistungen für unsere Kunden erbringen. Das sind aber eben auch hohe Kosten, die dadurch entstehen. Diesen Mehraufwand bezahlen natürlich die Leistungsträger nicht. Und: Die Anforderungen an die Mitarbeiter sind deutlich höher.

Welche meinen Sie?
Die Anforderungen an die Integrität, die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und natürlich die fachlichen Anforderungen, die sind sehr hoch.

Können Sie das an einem Beispiel erläutern?
Ich will das noch deutlicher sagen: Wir stellen fachlich hohe Anforderungen. Zugleich muss der Mitarbeiter aber auch Verantwortung übernehmen wollen.
Im Krankenhaus haben Sie bei schwierigen Situationen immer jemanden, den Sie fragen können.
Bei uns hingegen treten Situationen ein, in denen schnell gehandelt werden muss und der Mitarbeiter ist zudem auf sich allein gestellt.
Dann brauchen wir Menschen mit Sachverstand, Herz und einem ausgeprägten Willen zum Handeln – immer zum Wohle des Patienten.
Oder: Nehmen Sie die Tatsache, dass der Patient mal in den Urlaub fahren will, vielleicht für 2-3 Tage.
Dafür ist ein enormer Aufwand nötig – logistisch, personell. Die Mitarbeiter, die den Patienten ansonsten im Alltag versorgen – die müssen ja auch mit. Das ist für sie nicht nur ein physischer Aufwand, psychisch ist das ebenfalls nicht einfach.
In der Familie des Mitarbeiters ist vielleicht ein kleines Kind. Sie können in dieser Zeit zum Beispiel abends nicht nach Hause,
sich um ihre eigene Familie kümmern, sich mit dem Kind beschäftigen. Grundsätzlich muss man für alles gerüstet sein.
Das schüttelt man nicht „aus dem Ärmel“.

Ist das denn nötig, eine solche Reise zu unternehmen?
Sehen Sie, das ist es, was wir meinen, wenn wir von maximaler Lebensqualität sprechen. Da gehört das eben mit dazu.
Ein weiteres Beispiel dafür, wie wir uns um hohe Lebensqualität für unsere Patienten bemühen:
Im Ludwigspark betreuen wir in einer Wohngemeinschaft sechs Bewohner.
Wir kaufen dort persönlich ein, kochen täglich frisch.
Wir wollten nicht auf das Essen auf Rädern zurückgreifen – wir wollten es geschmacklich noch individueller, frischer, einfach hochwertiger. Das bedeutete aber zusätzlich mehr Betreuungskräfte zu beschäftigen.

Was haben Sie in dem Fall konkret unternommen?
Wir haben zusätzlich eine Wirtschaftskraft eingestellt – für 6 Stunden am Tag.  Das sind aber Kosten, die wir oft nicht gegenfinanziert bekommen, zumindest nicht zu 100 Prozent.
Also bezahlen wir das sozusagen aus der „eigenen Tasche“.

Wie würden Sie die Zusammenarbeit im Team beschreiben?
Wir ergänzen uns gut. In der Wohngemeinschaft finden wir zum Beispiel unterschiedliche Mentalitäten und Charaktere unter den Bewohnern vor.  Und für jeden dieser Bewohner haben wir den richtigen Ansprechpartner von unserer Seite aus. Wir nehmen uns viel Zeit, um über die Bedürfnisse, Fragen, auftretenden Problem der Bewohner zu sprechen, tauschen uns untereinander intensiv darüber aus.

Was passiert eigentlich mit den Bewohnern, deren Gesundheitszustand sich verbessert hat?
Grundsätzlich ist das ein Ausdruck dafür, dass wir im Team aller an der Betreuung und Versorgung Beteiligten eine gute Arbeit für den Patienten geleistet haben. Es gibt dennoch dabei eine Kehrseite.

Was meinen Sie damit?
In dem Moment, indem sich der Gesundheitszustand des Patienten verbessert hat, enden bestimmte Leistungen.
Sie werden dann nicht mehr von der Pflegekasse bezahlt.
Das sind die Grenzen für unsere Philosophie, nämlich für die Maximierung der Lebensqualität zu sorgen.
In der Wohngemeinschaft haben wir ein ungeheuer hohes Maß an Versorgung und Betreuung. Im Schnitt kümmert sich ein Mitarbeiter um drei Patienten. In der häuslichen Betreuung ist das Verhältnis sogar 1:1.
Verbessert sich nun der Zustand, dann geht die 24-Stunden Versorgung auf die dann vom Standard infrage kommenden Leistungen der Pflegeversicherung über.
Hier arbeiten wir an einer Modellvariante, die so etwas auffängt und entsprechend weiterführt. Das steckt jedoch noch in den Anfängen der Konzeption und wir müssen ja auch die entsprechenden Leistungsträger dafür gewinnen und überzeugen.

Wo sehen Sie außerdem Entwicklungspotenzial für die Zukunft?
Wir wollen die Wege zu unseren Patienten optimieren. Das heißt, wir konzentrieren uns auf Berlin, da wo unsere Kunden sind – in der Mehrzahl in Berlin – Buch.
Des Weiteren: Ich glaube, wir können künftig mehr im Bereich der Assistenzpflege tun – also für noch mehr Entlastung bei den Angehörigen sorgen. Das bedeutet, mehr Pflegefachkräfte und Pflegehelfer einzusetzen, stets abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden.

Herr Böhlendorf, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Zur Homepage: http://www.its-home.net

© Dr. Uwe Müller

Kontakt:
ITS Home
Dirk Böhlendorf
Geschäftsführer & Inhaber
ITS-Home
Hauptstraße 48
15366 Neuenhagen
Telefon: 03342-699299-0
Fax: 03342-699299-9
Dirk.Boehlendorf@ITS-Home.net

Interview mit Viola Lehmann

Viola Lehmann ist die Inhaberin der Seniorenbetreuung in Potsdam.

Frau Lehmann, wie verlief Ihr beruflicher Werdegang vor der Gründung der Seniorenwohngemeinschaft?
Ich war chemisch- technische Assistentin im Ernährungsinstitut in Potsdam – Rehbrücke. Nach der Wende musste ich mich – wie viele in Ostdeutschland- umorientieren. Ich bin in ein Seniorenheim nach Lietzensee als Pflegehelferin gegangen. Das war 1991. Dort habe ich bis 1999 gearbeitet.  In dieser Zeit habe ich auch eine Altenpflegeausbildung absolviert – in Hermanns – Werder in der Hofbauerstiftung. Das gehört zu Potsdam.
Als ich examinierte Altenpflegerin war, fiel mir auf, dass die Ausbildung wenig mit dem zu tun hatte, was in der Praxis ablief.

Wie meinen Sie das?
Damals war es noch so, dass es vor allem darum ging, die Leute zu waschen, zu pflegen, ihnen Essen zu geben. Von individueller Betreuung konnte da keine Rede sein. In der Zeit lief im Verlaufe einer Weiterbildung ein Film. Es ging um eine Seniorenwohngemeinschaft. Ich vergesse das nicht: Da saßen zwei ältere Damen am Tisch. Sie waren beide dement. Die Dame bot der anderen an, ihr Kaffee einzugießen. Sie vergaß aber,  den Deckel der Kaffeekanne aufzuschrauben. Und so konnte sie auch keinen Kaffee eingießen. Also stellte sie die Kanne auf den Tisch zurück.
Normalerweise hätte jetzt die Betreuerin eingegriffen und den Deckel der Kaffeekanne aufgeschraubt. Hier war es anders.
Die ältere Dame überlegte und plötzlich griff sie erneut zur Kanne und schraubte den Deckel auf. Sie hatte also die Zeit gehabt, zu überlegen. Eine einfache Geschichte. Aber wirkungsvoll aus Sicht der Aktivierung und der Möglichkeit, den Bewohnern die Zeit zu lassen, die sie brauchen. Das hat mich sehr beeindruckt.

War das die Initialzündung dafür, als selbstständige Unternehmerin in die Pflege zu gehen?
Ich denke schon. Im Heim war es ja unmöglich, so etwas umzusetzen. Ich habe danach ziemlich schnell mein eigenes Konzept geschrieben, wie ich eine Seniorenwohngemeinschaft gründen kann.
Den meisten Banken war mein Konzept aber nicht interessant genug.  Hätte ich eine Million gewollt, ich glaube, ich hätte sie eher bekommen als die Finanzierungsbewilligung für ein kleines Projekt der Seniorenwohngemeinschaft. Ich war sogar in der Zeit zu einer Fernsehsendung eingeladen, in der der Politiker Elmar Pieroth mitdiskutierte. Es ging um Unternehmertum. Die Berliner Volksbank war ebenfalls in der Sendung mit anwesend. Der Vertreter der Bank sprach davon, wie sie selbstständige Unternehmer bei ihren Vorhaben unterstützen.  Die gleiche Bank also, die mich abgelehnt hatte, sprach hier von großzügiger Unterstützung. Das habe ich dem Vertreter auch nach der Sendung direkt gesagt.

Und hat es geholfen?
Ja. Ich bekam die Gelegenheit, mein Konzept noch einmal einzureichen und erhielt eine Zusage.

Wie ging es weiter?
Dann habe ich sofort losgelegt. Ich habe eine entsprechende Wohnung gesucht, in der vier Bewohner untergebracht werden konnten. Das war im November 2001. Es ging ja um eine24 – Stunden – Betreuung.  Ich habe mit einer Mitarbeiterin angefangen. Und zwar montags bis freitags hat meine Mitarbeiterin von 08.00 – 16.00 gearbeitet und die restliche Zeit ich. Später kam die nächste Wohngemeinschaft. Zurzeit haben wir zwei Demenzgruppen mit insgesamt 14 Bewohnern und 14 Mitarbeiter.

Was ist Ihnen am Anfang leicht gefallen und wo hatten Sie Schwierigkeiten?
Es war anfangs schwer, Kunden zu finden. In meinem Haus wohnte eine Dame, die alleine nicht mehr klar kam.  Ihre Betreuerin hatte sich entschieden, mich mit der Versorgung und Pflege zu beauftragen. Das positive Feedback aus dieser Betreuung hat sich herumgesprochen. Leicht gefallen ist mir die Pflege, die Freude daran, mit alten Menschen umzugehen. Und die Tatsache, dass ich keinen Zeitdruck mehr hatte, wirkte sich positiv auf die Qualität der Arbeit aus.

Was macht Ihrer Meinung nach ein starkes Team aus?
Die Mitarbeiter müssen sich nicht lieben und sie sollen  untereinander auch nicht heiraten. Sie müssen aber miteinander klarkommen und die Probleme möglichst gemeinsam und nicht gegeneinander klären.  Das ist ein wichtiger Punkt, der ein starkes Team ausmacht.

Wo sehen Sie Gründe für den mitunter schlechten Ruf von Pflegediensten in der Öffentlichkeit?
Es  wird meines Erachtens noch zu wenig Positives berichtet und eher das Negative hervorgehoben – medial.

Was hat sich für Sie seit der Gründung Ihrer Seniorenwohngemeinschaft geändert?
Ich war vor 15 Jahren noch blauäugiger. Im Moment drückt die bürokratischen Auflagen, die sehr aufwändige Dokumentation.

Was macht für Sie individuelle Betreuung aus?
Sich um die Menschen kümmern heißt, sich individuell für sie zu interessieren, für sie persönlich zu sorgen.
Es darf keine Uhr dahinter sein, wenn wir unsere Bewohner betreuen. Zu mir kommen heute Interessenten, denen wir empfohlen wurden.  Das passiert nur bei einer sehr persönlichen Betreuung und Pflege – da sind Bewohner und die Angehörigen sehr zufrieden.

Was sagen Sie zur Generalistik in der Pflegeausbildung?
Ich glaube, das ist der falsche Weg. Wir sollten die Ausbildung getrennt lassen.

Warum?
Weil wir sonst gar keine Mitarbeiter mehr für die Altenpflege finden.

Was ist für Sie persönlich Glück?
Wenn es meinen Mitarbeitern gut geht.

Frau Lehmann, vielen Dank für das Gespräch.

Kontakt:
Seniorenbetreuung Lehmann, Viola Lehmann
Inhaberin: Viola Lehmann
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14467 Potsdam
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Mobil:    0175 – 1530138
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