100 gute Worte für deine Kollegin, deinen Kollegen

Stress im Team, wenig ausgeprägte Bereitschaft, miteinander zu sprechen, lieber übereinander herziehen als es gemeinsam zu versuchen?

Das gibt es bei dir nicht? Wunderbar! Dann bist du ein glücklicher Mensch, zumindest, was deine Arbeitsumgebung anbetrifft.
Aber Hand aufs Herz, wer hat das nicht schon mal erlebt: Du kommst morgens zur Tür rein und triffst auf eine Kollegin oder einen Kollegen, den du jetzt gar nicht treffen wolltest.
Nennen wir die Kollegin Cornelia. Du magst Cornelia nicht. Besser: Besonders in letzter Zeit geht sie dir gehörig auf die Nerven. Warum?
„Die vergisst doch laufend, die Dokumentation rechtzeitig fertigzustellen!“, sagst du. Du nennst sie schon nicht mehr beim Namen, sondern „die“ reicht dir vollends.
„Außerdem hält sie sich nicht an die getroffenen Absprachen bei der Veränderung des Tourenplanes. Herr M. soll die Grundpflege seit gestern eine Stunde früher erhalten.“
Du magst da Recht haben mit deiner Kritik. Doch ist Cornelia frühzeitig genug eingewiesen worden. Ist die Feinabstimmung zum Tourenplan tatsächlich mit allen erfolgt?
Oder sollte nicht noch jemand Cornelia informieren?
Also, du könntest ja noch mehr anführen. Aber du willst ja keinen schlecht machen. Wirklich nicht?
Dann mach‘ die Probe aufs Exempel. Nimm‘ dir einen Zettel, möglichst weißes Papier. Darauf hältst du in 100 Worten fest, was du gut an Cornelia findest. Für so einen Quatsch hast du keine Zeit?
Dir fällt gar nicht ein, was „die“ für Stärken haben soll?
Oh doch! Wo Schatten ist, da muss doch irgendwie auch Licht sein, oder?
Du willst dich jetzt nicht damit beschäftigen? Ja, gut.
Aber warum sollte eine andere Kollegin oder ein anderer Kollege sich für dich die Zeit nehmen und herausfinden, wo deine besonderen Stärken liegen?
© Uwe Müller

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