Interview mit Jana Ehrt

Jana Ehrt ist im Pflegedienst Bendel als Pflegedienstleitung in Fürstenwalde tätig.   

Frau Ehrt, warum möchten Sie das Interview gar nicht so gern führen?

Ich denke, dass ich nicht der Mensch bin, der sich so gern profiliert.

Seit wann sind Sie beim Pflegedienst Bendel in Fürstenwalde in der Funktion der Pflegedienstleitung tätig?

Seit 2015. Vorher war ich bereits acht Jahre lang die stellvertretende Pflegedienstleiterin. Ich wusst also, was auf mich zukam.

Und, haben Sie es bereut?

Nein, mir macht die Arbeit immer noch Spaß.

Wie verlief Ihr beruflicher Werdegang, bevor Sie zum Pflegedienst Bendel kamen?

Ich habe 1996 mein Abitur in Fürstenwalde gemacht, im Oberstufenzentrum Palmnicken.

Anschließend war in Bad Saarow und habe dort von 1996 – 1999 meine Ausbildung zur examinierten Krankenschwester absolviert.

Danach war ich in Grünheide auf einer Intensivstation tätig. Allerdings nicht lange, denn ich musste mich ja auch um meinen kleinen Sohn kümmern.

Also bin ich in die ambulante Pflege gegangen.

 Direkt zu Herrn Bendel?

Ja, direkt hierher. Eine Kollegin hat mir den Pflegedienst empfohlen.

Womit haben Sie im Pflegedienst angefangen?

Ich bin ganz normal die Touren gefahren. Das war für mich abwechslungsreich; natürlich auch anstrengend.

Würden Sie den Entschluss noch einmal so fassen, wenn Sie darüber nachdenken?

Ja. Es macht mir wirklich Spaß. Ich gehe gern mit Menschen um, mit unseren Kunden, denn es kommt ja auch viel an Dankbarkeit zurück.

Übrigens: Ich bin auch noch als stellvertretende PDL mit hinausgefahren, also nicht mehr so oft, aber immerhin 50 %.

Woher kommt der Spaß?

Die Kunden freuen sich einfach auf uns, wenn jemand vorbeikommt, ihnen zuhört, mit ihnen spricht. Sie sind ja dankbar für die Hilfe, die Versorgung und Betreuung.

Können Sie das mal anhand eines  Beispiels illustrieren?

Also kürzlich war in einem Haushalt der Vater gestürzt. Er konnte also nicht mehr die Mutter versorgen. Die Frage war in dem Moment, was man tun kann und wie wir helfen können.

Wir haben uns des Problems angenommen und organisiert, dass unter anderem die Behandlungspflege sichergestellt ist.

Frau Ehrt, es gibt oftmals Beschwerden im medizinischen Bereich – in Krankenhäusern oder in Arztpraxen, dass die Patienten nicht verstehen, was der Arzt meint, dass einfach von oben herabgesprochen wird. Was glauben Sie, woran liegt das?

Ich denke, wir dürfen nie vergessen, dass wir Dienstleister sind. Wir sind für die Patienten, unsere Kunden da, und nicht umgekehrt.

Womit beschäftigen Sie sich tagsüber hauptsächlich?

Für mich als Pflegedienstleiterin kommt es darauf an, die Touren zu planen, mit den Mitarbeitern über die Einsätze zu sprechen, die Koordinierung aller wichtigen Aufgaben im Auge zu haben – die Dienst- und Urlaubspläne, die gesamte Logistik, die hinter einer guten Pflegeorganisation einfach stehen muss.

Loben Sie?

Ja, auf jeden Fall. Das ist mir wichtig, den Mitarbeitern zu sagen, wenn sie etwas gut gemacht haben.

Wie gehen Sie mit Mitarbeitern in Stresssituationen um?

Ich versuche zu verstehen, was genau die Mitarbeiterin bedrückt. Und: Ich frage zum Beispiel: „Kann ich dich an anderen Stellen entlasten?“

 Frau Ehrt, was macht das Besondere des Pflegedienstes in Fürstenwalde aus?

Ich denke, wir sind ein gutes Team. Manch eine Mitarbeiterin ist bereits 20 Jahre hier beschäftigt. Wir haben insgesamt eine geringe Fluktuation. Die Arbeitszeiten sind so geregelt, dass keiner mehr als 5 Tage in der Woche arbeitet. Jedes zweite Wochenende ist frei.

Natürlich gibt es die berühmten Ausnahmen, die die Regel bestätigen. Aber grundsätzlich ist uns das schon wichtig. Auf den Punkt gebracht ist es das Klima, was unsere Mitarbeiter im Umgang miteinander schätzen. Das schließt ja nicht aus, dass wir auch Konflikte haben.

Doch wenn die Wertschätzung da ist, kann man miteinander reden und die Probleme danach angehen, sie lösen.

Wie kommen Sie mit Ihrem Chef, Herrn Bendel klar, der ja auch noch neben Ihnen im Zimmer sitzt?

Also die Tatsache, dass wir jetzt mittlerweile bereits 16 Jahre miteinander zusammenarbeiten, sehr eng seit meiner Tätigkeit als Pflegedienstleiterin, die spricht ja für sich.

Ich lerne viel von Herrn Bendel, zum Beispiel was die betriebswirtschaftlichen Faktoren anbetrifft. Da ist ein guter Austausch da – auf fachlicher und menschlicher Ebene.

Frau Ehrt, was fällt alles in Ihren Verantwortungsbereich?

Die ambulante Pflege, die Tagespflege in der Karl-Marx-Straße und die Wohngemeinschaft für hauptsächlich dementiell Erkrankte.

Wie viel Plätze stehen in der Tagespflege zur Verfügung?

17-18. Dafür sind vier examinierte Kräfte, 2 Pflegekräfte und 5 Fahrer zuständig.

Und dann gibt es ja noch die Wohngemeinschaften in der Karl-Marx-Straße?

Ja, wir haben zwei davon. In der einen leben 9 und in der anderen Wohngemeinschaft 8 Menschen. Jeder hat ein Zimmer. Für die Betreuung stehen 18 Pflegekräfte zur Verfügung, wobei nicht alle Vollzeit arbeiten. Für die Bewohner steht eine Rund-um-die Uhr Betreuung zur Verfügung. Was uns wichtig ist: Wir sind als Pflegedienst dort Gast. Das ist der große Unterschied zu einem Pflegeheim.

Inwiefern?

Nun, die Bewohner bei uns haben schon das Gefühl und auch die Möglichkeit, gemeinsam mit ihren Angehörigen darüber zu entscheiden, welche Pflegeleistung sie wollen.

Die Bewohner beauftragen uns mit Versorgung und Betreuung und wir sind die Dienstleister.

Was würden Sie besser machen, wenn Sie die Möglichkeit dazu hätten?

Ich würde mehr Personal einstellen, damit nicht so viele Doppeldienste anfallen und die Kollegen ausgeruhter sind. Insgesamt haben wir das aber schon gut im Griff. Und: Eine gewisse Schere zwischen dem, was wir uns wünschen, und dem, was in der Praxis machbar ist, wird es immer geben.

Eine persönliche Frage: Was macht Ihr Lebenspartner beruflich?

Der ist Studiendirektor am Berlin – Kolleg, dem Institut zur Erlangung der Hochschulreife.

 Wie viel Kinder haben Sie?

Zwei. Mein Sohn ist 18 Jahre alt und macht gerade sein Abitur, meine Tochter ist 13 Jahre alt.

Frau Ehrt, vielen Dank für das Gespräch.

Kontakt:
Pflegedienst Bendel – Häusliche Kranken-und Seniorenpflege
Zweigniederlassung Fürstenwalde
Karl-Liebknecht-Straße 21
15517 Fürstenwalde
Telefon: 03361-345999
Telefax: 03361-33450
Ansprechpartnerin: Jana Ehrt

Karl-Marx-Str. 16
15517 Fürstenwalde
Telefon: 03361-345999
Telefax: 03361-33450
Ansprechpartnerin: Jana Ehrt

© Dr. Uwe Müller