MEIN FREUND, DER ALLTAG (5)

MEIN HEUTIGES TAGEWERK WAR FREUDE PUR

Zu schreiben gibt es immer viel. Mal macht es Spaß und manchmal überhaupt nicht. Aber das, was ich für Morgen geschrieben habe, das hat mir sehr viel Spass gemacht.

Ich veröffentliche am morgigen Tag den ersten Beitrag über meine Gespräche mit Iana Salenko, der Prima Ballerina.

Ich habe ihr nicht zu Beginn die Frage gestellt, wie man eine Prima Ballerina und eine international bekannte Künstlerin wird.

Wer das Bild auf meinem Blog anschaut, der weiß, dass ich der Falsche bin, der diese Frage stellen kann.

Iana, das ist der Schwan. Ich bin die Ente. Und ich habe noch nie erlebt, dass aus einer Ente ein Schwan wird.

Ich kann nur fragen, wie es sich als „Schwan“ lebt, und wie man überhaupt zu Spitzenleistungen kommt.

Alles fängt an, wie bei jedem Menschen. Du verlebst deine Kindheit, du weißt, wo du gern bist, und wer deine Freunde sind.

Im ersten Beitrag geht es also darum, wo Iana am liebsten als Kind war. Nämlich: Bei ihrer Oma in Fastiv, nahe bei Kiew.

Sie erzählt mit viel Humor, wie das Leben auf dem Bauernhof war, warum ihre Oma ein hartes Leben hatte. Und: dass Ludmila es nie  an Herzenswärme ihr gegenüber  vermissen ließ.

Ist das wichtig, wenn man erfahren will, wie es ein Mensch geschafft hat?

Ich glaub‘ schon. Ich selbst denke heute noch gern an meine Oma oder ich erzähle über die Oma von Klara, mit der ich mich gut verstand. Wir haben oft gelacht. Und das ist es, was dich ein Leben lang prägt.

Also Morgen über Ianas Oma: „#Yonochka, wo treibst du dich wieder rum?“

Klara hat sich beschwert: Sie meinte, ich hätte heute Nacht immer geredet, zum Beispiel: „Yanochka, der Borschtsch ist fertig“.

„Ich geb‘ eben alles“, habe ich geantwortet.

„Das muss ich auch, und zwar von morgens bis abends“, sagte Klara daraufhin.

„Ist doch schön, wenn wir uns einig sind, oder?“, hab‘ ich noch gesagt.

Das  ist  aber irgendwie verhallt.

MEIN FREUND, DER ALLTAG (53)

REICHTUM IM ALLTAG
Das Banale, die Dinge, die fast unbemerkt im Alltag passieren - sie machen unseren Reichtum aus.

Ich wach‘ heute Morgen auf und sage zu Klara: „Ich muss mich gestern erkältet haben, als ich auf dem Weg nach Tegel war.“
„Krümel hat dich angesteckt, ich bin auch erkältet“, sagt Klara daraufhin.
So wird es wohl sein. Wir haben Krümel und Laura am Sonntag besucht.
Es war herrlich für uns, und ich glaube auch für Krümel.
„Hast du bemerkt, wie aufmerksam Krümel hinschaut, wenn du das Handy zur Hand nimmst?“, fragte Klara mich.
Es ist erstaunlich: Die Kleinen erlernen  das alles spielend, wie jede Generation in dem Alter eben.
Und, sie werden nicht diese Probleme haben, wie wir sie kennen, wenn wir mit der Technik umgehen.
Ich habe mir gerade einen elektronischen Zugang zur Berliner Zeitung verschafft.
Es nervt mich, wenn morgens gegen 04.30 Uhr die Zeitung noch nicht da ist, oder der Zusteller mal wieder unseren Eingang nicht gefunden hat.
Aber: Allein die Zeit, die ich darauf verwenden musste, um das alles auf dem iPad hinzukriegen, die hätte ich gern für etwas anderes genutzt.
Die Kleinen saugen diese technischen Fertigkeiten sprichwörtlich „mit der Muttermilch auf“.
Besteht darin eine Gefahr? Schon, wenn man es nicht begrenzt. Das ist wie mit allen Dingen im Leben.
Für Krümel ist alles interessant, sie erobert sich ihre Welt, jeden Tag ein kleines Stückchen mehr.
Sie fühlt sich im größten Trubel wohl. Klara stand bei Laura auf der Leiter und hat die Gardine neu geordnet.
Krümel versuchte sich auf die erste Stufe der Leiter zu setzen und schaute auf mich, weil ich eine Kasperpuppe in der Hand hielt und mit ihr sprach.
Ihre Mama war neben ihr und schaute Klara beim Hantieren auf der Leiter zu.
Für Krümel ist die Welt in dem Moment in Ordnung. Alle sind um sie herum und sie kann alles beobachten.
Lustig wird es, wenn ich Krümel rufe und sie sich zu mir in Bewegung setzt.
Plötzlich spricht Klara sie an. Und sofort ändert Krümel ihre Meinung.
Sie schrammt kurz an meinem Bein vorbei und navigiert mit neuem Kurs auf Klara zu.
Was soll ich machen? Ich singe, ich spiele mit Puppen.
Aber wenn Laura oder Klara sie rufen, dann rutscht sie von meinen Knien herunter und steuert zielstrebig ihr neues Ziel an.
Das alles ist banal. Es ist nichts Besonderes.
Für manch einen vielleicht gar nicht erwähnenswert.
Aber für uns ist es einfach schön.