Schreibend in einen angenehmeren Zustand gelangen

Schreibend in einen angenehmeren Zustand gelangen

Heute ist so ein Tag, wo du dich fragst, warum du überhaupt aufgestanden bist. Es ist diesig, windig, kalt. Irgendwie fühlst du dich so, wie es das Wetter vorgibt. Jetzt ist es schwierig, schwieriger als sonst, gute Laune zu bekommen. Aber muss ich die überhaupt haben?

Nicht unbedingt. Es reicht ja, dass ich akzeptiere, dass es solche Tage gibt. Nur Narren haben immer gute Laune.

Was kann ich tun, wenn es nicht so klappt mit dem freudigen Umherhüpfen?

Ich denke mir dann was aus, mach mir faktisch was vor und denke so darüber nach, warum gute Laune besser ist als schlechte. Und das, während ich mich mies fühle. Bekloppt?

Ja, ein wenig. Aber du kommst gar nicht umhin, dir etwas vorzumachen. Wenn du nur die Realität so nimmst wie sie ist, dann kannst du schon manchmal verzweifeln. Also nehme ich mir vor, die guten Dinge aus der Realität herauszunehmen. Und wenn ich in dem Moment keine finde, dann schreibe ich mich dahin. Das kostet Mut. Denn mit jedem Satz, den du formulierst, kommen dir die Zweifel, ob das denn so eintreten wird. Und dann hinterfragst du auch, warum du das tust, warum du dich aufgerafft hast, mit Papier und Stift herumzufuchteln.

Gerade habe ich über einen Autor gelesen, dass dieser schreibend über das Schälen eines Apfels philosophiert. Kann man das machen? Kann man.

Man kann es auch bleiben lassen.

Egal, was du dir zum Thema nimmst: Indem du schreibst, hinterfragst du das, worüber du nachdenkst, was dir in den Kopf kommt. Du musst es begründen, dein Gehirn anstrengen.

Macht das Schreiben also Spaß? Vergiss es. Aber du wirst zufriedener, wenn du mal über eine Sache, die dich bewegt, schreibend nachgedacht hast.

Das meiste von dem, was ich auf Papier kritzle, das veröffentliche ich gar nicht erst. Es hilft mir trotzdem. Du bleibst kreativ, beobachtest im Alltag genauer, schaust Leuten zu, bei dem, was sie tun oder sagen.

Früher habe ich mehr gesagt. Heute bin ich lieber still. Da kann ich mich besser konzentrieren. Ich schreibe in solchen Situationen meist mit dem Kugelschreiber. Nicht auf dem Computer. Warum? Weiß ich auch nicht genau. Es ist irgendwie intensiver. Ich merke mir das Geschriebene mehr.

Und dass, obwohl ich ansonsten mit zehn Fingern über die Tastatur fliege.

Auf jeden Fall verleitet das aber zur Oberflächlichkeit.

Was will ich eigentlich mit alledem sagen? Weiß ich nicht, nicht mehr genau. Ich habe einfach angefangen zu schreiben. Ich wollte mich nur in eine Situation schreiben, in der es mir besser geht. Gelungen? Ja.