Üben, üben, und: wieder üben

Ich war gestern zum Gespräch mit der Prima Ballerina, Iana Salenko. Es war interessant und es war sehr lustig, wie immer.

Eigentlich ist das der wahre Wert dieses Projektes. Nämlich: Indem ich die Fragen stelle, Antworten bekomme, wird mir persönlich mal wieder vor Augen geführt, wieviel Energie ein Mensch in ein Vorhaben stecken muss, um an sein Ziel zu gelangen.

Iana gab mir zum Beispiel gestern eine Festschrift aus dem Jahr 2010 mit, die ihr zu Ehren verfasst wurde. Ihr wurde damals der Zukunftspreis verliehen, der damalige Essener Oberbürgermeister hat dazu ein sehr schönes Begleitwort geschrieben.

Das liest sich alles gut, die Bilder sind sehr schön.

Kurzum, in dem Heft sind die Preise festgehalten, die Auszeichnungen, die sie schon in sehr jungen Jahren erhalten hat, national und international.

Wenn du nun hörst, dass sie mit 12 schon den ersten Akademielehrgang absolviert hat, und sie als vierzehnjähriges Mädchen mit ihrem Bruder, aber doch faktisch allein nach Donezk in die dortige Ballettschule gegangen ist, dann ahnst du, wieviel Anstrengung es kostet, bist du ganz oben bist.

Iana hat vor der Schule zwei Stunden trainiert, geübt. Dann von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr Unterricht. Anschließend ging es weiter mit dem Üben, von 16.00 bis 19.00 Uhr, manchmal bis spät in die Nacht hinein.

Und den nächsten Tag alles wieder von vorn. Üben, wieder üben. Und: nochmal üben.

Das tiefste Geheimnis jeden Erfolgs. Angesichts ’schneller Medien‘ will heute so manch eine oder manch einer Erfolg, möglichst schnell eben. Das ist an sich in Ordnung. Du kannst aber an noch so vielen ‚Schrauben drehen‘,  an einer Binsenwahrheit kommt keiner vorbei: Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt.

Deshalb schreibe ich über den Alltag, zwischen den Erfolgen und Preisen.

Und der soll auch noch schön sein. Ist er auch, muss er sein, denn sonst hältst du das alles nicht durch.