GESPRÄCHE MIT EINER PRIMA BALLERINA (8)

AUFSTEHEN, KINDER
Alltag in der Ballettschule.

Maja Iwanowna schnaufte den Flur entlang. Sie war die Nanny und für alles verantwortlich, was den Tagesablauf der Internatskinder betraf. Faktisch war sie die Ersatzmutter für die meisten der heranwachsenden Ballettschülerinnen und Ballettschüler in Donezk.
„Guten Morgen Kinder, es ist soweit, aufstehen.“
Die Stimme der Nanny ließ keinen Zweifel daran: Die Nacht war vorbei.
Iana zog sich die Decke über den Kopf, drehte sich auf die andere Seite und kniff die Augen zusammen, damit sie nicht dem grellen Licht ausgesetzt war.

„Iana, du brauchst dich gar nicht noch einmal einzukuscheln. Es geht gleich zum Frühstück.“ Iana antwortete nicht darauf, was die Nanny sagte, sondern setzte sich im Bett hin und hielt die Augen immer noch geschlossen.

Sie ließ sich langsam vom Bett rutschen, wandte sich ihrem Schrank zu und holte ein frisches Handtuch heraus. Dann schlurfte sie langsam in Richtung Waschbecken und blieb stehen. Obwohl sie nur wenige Mädchen waren, drängten sich dort morgens alle und so musste Iana warten. Schließlich drehte sie den Wasserhahn auf, betupfte das Gesicht, die Arme und den Oberkörper.

„Pass auf, dass du nicht zu viel Wasser abbekommst“, sagte Maja Iwanowna. Iana hatte gar nicht bemerkt, dass die Nanny noch im Zimmer war.
Sprechen wollte sie zu dieser frühen Zeit noch nicht, also ließ sie spöttische Bemerkung der Nanny unbeantwortet.

„Kinder, jetzt beeilt euch doch ein bisschen. Wer fertig ist, geht bitte zum Frühstück.“

Im Speisesaal saßen schon ein paar Jungs und hatten bereits mit dem Frühstück begonnen. Es gab Tee, Brot, Kascha, Marmelade. Wer wollte, konnte ein Spiegelei bekommen. Iana brach ein wenig vom Brot ab und strich Marmelade drauf. Sie kaute langsam, war aber trotzdem meistens als erste mit dem Essen fertig. Manchmal brachte sie den Jungs ihren Teller rüber. Die freuten sich über eine zusätzliche Ration zu ihrem Frühstück.

„So, in zehn Minuten beginnt die Schule. Also beeilt euch“, rief Maja Iwanowna. Auf dem Stundenplan stand für die erste Stunde Englisch.
„What‘s your dream, Iana?“, fragte die Lehrerin.
Iana träumte gern. Doch dafür war es an dem Tag einfach noch zu früh.

GET UP, CHILDREN

Maya Ivanovna struggled down the hall. She was the nanny and responsible for everything that affected the daily routine of the school children.
In fact, she was the surrogate mother to most of the growing ballet students in Donetsk.
„Good morning, children, it’s time to get up.“
The voice of the nanny left no doubt about it: the night was over. Iana pulled the blanket over her head, turned to the other side, and squeezed her eyes so she would not be exposed to the bright light.

„Iana, you don’t need to snuggle up again. It’s almost time for breakfast.“
Iana did not answer to what the nanny said, but sat up in bed and kept her eyes closed. She slides herself off the bed, turned to her closet, and pulled out a fresh towel.
Then she shuffled slowly towards the sink and stopped. Although they were only a few girls, everyone was crowded in the morning and so Iana had to wait.
Finally, she turned on the tap, dabbed her face, arms, and torso.

„Take care that you do not get too much water, “ said Maja Ivanovna.
Iana had not noticed that the nanny was still in the room. She didn’t want to speak at this early time, so she let the nanny’s mocking comment unanswered.

„Kids, hurry up a bit. If you’re done, please go to breakfast.“

In the dining room sat a few guys and had already started the breakfast.There was tea, bread, kasha, jam.
Anyone who wanted could get a fried egg.
Iana broke off a little bit of bread and ate with jam on it. She chewed slowly, but most of the time she was the first to finish eating.
Sometimes she brought the plates over to the boys. They were happy about an additional ration to their breakfast.

„So, in ten minutes the school starts. So hurry up, “ Maya Ivanovna called out. English was on the timetable for the first hour.
„What’s your dream, Iana?“ the teacher asked. Iana liked to dream. But it was just too early that day.