MEIN FREUND, DER ALLTAG (13)

WEIHNACHTEN IST AUCH SCHON WIEDER GESCHICHTE

Die Fortsetzung darüber, wie ich Krümel von der Kita hole, sollte längst fertig sein. Nun ist Weihnachten schon wieder vorbei.

Und der Stress, den ich beim ersten Abholen von Krümel aus der Kita hatte, der ist fast schon wieder vergessen. Ich habe die richtige Kita von Krümel gefunden. Zuerst habe ich Krümel die Sachen angezogen, die dem Nachbarkind gehörten. Gott sei Dank, ich bemerkte es rechtzeitig.

Was tun?
Die fremden Sachen wieder ausziehen und die richtigen danach an. Zwischendrin hat Krümel ein Stück Kuchen gegessen. Krümel krümelte dabei mächtig.

Ich suchte einen Papierkorb, fand aber keinen. Also habe ich die Kuchenreste in meine Hosentasche gestopft und sie dort vergessen. Das fiel mir auf die Füße, im wörtlichen Sinne. Nämlich, als ich abends die Hose umgekehrt auf den Bügel hängte. Später musste ich noch den richtigen Kinderwagen finden.

Habe ich auch. Aber erst einmal habe ich mir den falschen Wagen gegriffen und bin damit losgefahren. Zu meiner Ehrenrettung: Ich hatte den neuen Kinderwagen noch nicht so oft gesehen.

Klara kam mir entgegen und danach sind wir noch einmal zur Kita zurück. Der Erzieherin am Eingang habe ich gesagt, dass wir nun den richtigen Kinderwagen gegen den falschen austauschen müssten. Ich glaube, die wissen jetzt, wer Krümels Opa ist.

Wie ging es weiter vor Weihnachten?
Wir waren in einer Ferienwohnung in Sassnitz. Herrlich, mit Blick auf den Hafen und die Ostsee. Krümel lief in der Wohnung fröhlich umher und ich habe ihr den Hafen gezeigt: „Hier, Krümel, du siehst auf etwas, was dich immer glücklich machen wird, nämlich der Blick auf das Wasser.“

Krümel hat ihre Wange kurz an meine gelehnt. Dann wollte sie wieder schnell runter vom Arm und um den Tisch sausen, bis sie die Fernbedienung vom Fernsehapparat entdeckte. Heiligabend sind wir zurückgefahren.

Ich habe in Mukran noch kurz gehalten, bin an den Strand gelaufen, habe über das Wasser geschaut und dann ging es zurück nach Brandenburg. Die Autobahnen waren leer. Krümel schlief zuerst, dann Laura, dann Klara. Ich traute mich nicht einmal meine übliche „Pinkelpause“ zu machen.
Naja, musste eben ohne gehen.

Bescherung.
Viel zu viel Geschenke für Krümel. Am nächsten Tag fuhr sie auf dem kleinen Rad aus Holz, stieg ab, holte im Vorbeilaufen ein paar Videos aus dem Schrank, die nach unten fielen und drückte dann auf den Knopf der neuen Holzeisenbahn.

Die tutete und schnaubte wie ein Zug, der im verschneiten Sibirien unterwegs war. Nebenher lief der Märchenfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Klara war in der Küche. Es duftete herrlich. Laura war bei ihr.

Ich saß im Sessel und versuchte im Chaos den Überblick zu wahren. „Du kannst Mama ruhig helfen, Papa“, rief Laura. „Würd‘ ich gern. Aber ich muss Krümel im Blick behalten.“

Krümel sauste auf mich zu, wollte auf den Arm genommen werden und rutschte gleich wieder runter. Jetzt ist Weihnachten vorbei. Krümel und Laura sind wieder zuhause. Klara ist arbeiten. Ich habe meine Ruhe. Ich sitz‘ am Schreibtisch, kann was schaffen. Doch ich krieg‘ Entzugserscheinungen. Chaos ist besser.