EVA HILLEBRECHT – EINE KLUGE PFLEGEDIENSTINHABERIN MIT HERZ

Eva Hillebrecht ist ein humorvoller Mensch. Sie lacht gern. Sie interessiert sich für gesellschaftliche Entwicklungen in unserem Land, und dabei nicht ausschließlich für die großen Fragen in dieser Zeit.

Nein, sie will auch wissen, wie es den Menschen geht, mit denen sie tagtäglich zu tun hat. Wissenschaftlich ausgedrückt würde man hier von einer ausgeprägten Fach- und Sozialkompetenz sprechen. Umgangssprachlich heißt das, sie ist ein Mensch ‚wie du und ich‘, sie liebt ihre Stadt Kassel über alles und sie ist eine ausgesprochene Hundeliebhaberin.

Vielleicht fragt sich der Leser an dieser Stelle, warum erwähnt das der Autor? Gehört das hierher, wenn es darum geht, einen Pflegedienst zu beschreiben?

Die Antwort lautet: Ja. Auf jeden Fall. Warum? Weil man nur so tatsächlich erfährt, wie das eigentliche, das wahre Gesicht des Pflegedienstes und seiner Inhaberin aussieht, ob man sich ihnen wirklich anvertrauen kann, selbst dann, wenn es um sensible Bereiche des menschlichen Zusammenlebens geht.

Kurzum, es ist wichtig die Menschen zu kennen, die dort arbeiten. Wer also genauer wissen will, war für ein Mensch Eva Hillebrecht ist, der sollte das folgende Interview mit ihr lesen:

http://uwemuellererzaehlt.de/2017/10/11/danz-consult-ambulanter-pflegedienst-stellt-sich-vor/

Individuell pflegen heißt sich kümmern

„Gut zu pflegen und zu betreuen heißt zuallererst, sich auf den Menschen einzulassen, ihm zuzuhören, die Angehörigen mit ins Gespräch einzubeziehen.

Nur so können wir die jeweiligen individuellen Wünsche und Bedürfnisse ausloten“, sagt Eva Hillebrecht. Sie macht in diesem Zusammenhang deutlich, dass kein Pflegedienst jedem Menschen alles erfüllen kann, sondern:  „Wir hören genau zu, machen eigene Vorschläge, wecken Bedürfnisse. Anschließend müssen wir einen Strich darunter ziehen, um zu sagen, was das an Aufwand bedeutet.“

Eva Hillebrecht spricht hier eine klare Sprache, denn sie weiß, dass die Kranken- und Pflegekassen bei weitem nicht alles an Kosten übernehmen, was sich die Pflege- und Hilfsbedürftigen und deren Angehörige vorstellen.

„Wir beraten hier sehr intensiv, gehen auf die Menschen, die uns vertrauen sehr sensibel ein und versuchen dann, das Beste herauszuholen, ganz im Sinne der zu Pflegenden und deren Angehörige“, erklärt sie.

Das Team ist das Rückgrat des Pflegedienstes Danz Consult

Eva Hillebrecht weiß, dass sie sich auf ihr Team verlassen kann.
„Ohne die Unterstützung meiner Mitarbeiter könnten wir das alles hier nicht umsetzen, und zwar in einer ansprechenden Qualität in der Pflege- und Betreuungsarbeit.

Natürlich, es gibt auch mal Meinungsverschiedenheiten oder Probleme, die einfach geklärt werden müssen. Da reden wir auch nicht drum herum. Aber wir tun das mit dem nötigen Respekt und der gegenseitigen Wertschätzung. Kurzum, die Atmosphäre im Team ist offen und konstruktiv“, sagt sie.

Kommunikation, miteinander reden, füreinander in schwierigen Situation da sein, darauf kommt es Eva Hillebrecht an und das macht ihrer Meinung auch die Stärke ihres Teams aus.

Eva Hillebrecht sucht einen Nachfolger für ihren Pflegedienst

Eva Hillebrecht sucht einen Nachfolger, der ihr Lebenswerkweiterführt. Sie ist die Inhaberin des Pflegedienstes Danz Consult.

Sie hat ihrganzes Berufsleben der Pflege und Betreuung von pflege- und hilfsbedürftigenMenschen gewidmet. Zunächst als Krankenschwester, später als selbstständigeUnternehmerin im Pflegebereich.

Eva Hillebrecht möchte, dass ihr künftiger Nachfolger an das anknüpft, was sie über Jahrzehnte aufgebaut hat.

 „Bis es soweit ist, werde ich meine Pflege- und Hilfsbedürftigen und mein Team unterstützen, so wie sie es von mir und meinem Team gewohnt sind“, sagt Eva Hillebrecht zum Abschluss.



VIOLA LEHMANN – BERUFUNG UND HERZ FÜR DIE SENIORENBETREUUNG

Viola Lehmann hat es geschafft. Sie hat eine Einrichtung in nahezu 20 Jahren aufgebaut und geführt, die Menschen ein Zuhause bietet, die sonst in einem Pflegeheim leben müssten. Die Betreuung erfolgt über 24 Stunden, wochentags und an den Sonn-und Feiertagen.

„Der Umgang mit den Menschen, die gute Unterstützung durch mein Team – das sind die wichtigsten Gründe dafür, warum mir dieser Beruf immer noch Spaß macht“, sagt Viola Lehmann. Sie hat sich ihren Traum erfüllt- selbstständig als Unternehmerin zu arbeiten, in einer Branche, die immer wichtiger wird.
Und sie ist erfüllt von dem Gedanken, eine häusliche Atmosphäre für die Bewohner zu erhalten und sie gleichzeitig in den Dingen zu unterstützen, ohne die sie nicht mehr allein wohnen und leben könnten, sondern in einem Heim untergebracht werden müssten.

Sich kümmern – als gehörten sie zur eigenen Familie
Viola Lehmann hat im Interview treffend formuliert, was sie unter individueller Betreuung versteht – sich so für ihn einzusetzen, als ginge es um das eigene Familienmitglied. „Individuell pflegen und betreuen heißt für mich zu wissen, was der einzelne Bewohner für Wünsche hat, ihn im Alltag zu unterstützen, aber auch ihn zu motivieren, mitzumachen, damit er sich eingebunden fühlt, fit bleibt“, so Viola Lehmann.

Es lebt sich gut in der Seniorenwohngemeinschaft
Die Bewohner sind zufrieden mit ihrer Situation. Sechs bis acht von ihnen leben in einer Wohngemeinschaft. Jeder hat ein eigenes Zimmer, das auch mit einigen privaten Möbeln, Bildern oder anderen Erinnerungsstücken ausgestattet ist, je nach den Bedürfnissen und Wünschen der Bewohner. Die Küche und das Wohnzimmer werden von den Bewohnern gemeinsam genutzt. „Was mir in dem Zusammenhang wichtig ist: Wir sind nicht irgendwo abgeschottet, am Rande der Stadt zuhause, sondern leben inmitten eines Wohngebietes“, sagt Viola Lehmann. Das stärkt das Gefühl, nicht allein zu sein, sondern in einer großen Gemeinschaft zu leben.

Nichts geht ohne mein Team
Heute ist Viola Lehmann mit ihrer Einrichtung für Betreutes Wohnen in Potsdam und Umgebung anerkannt und genießt einen guten Ruf.
„Ohne mein Team könnte ich das ja nicht stemmen“, sagt Viola Lehmann. Sie schätzt an ihren Mitarbeitern, dass diese sich engagieren, nicht gleich vor Problemen kapitulieren, sondern sich gegenseitig bei deren Lösung helfen.“
Und weiter sagt sie: „Eine gute Atmosphäre ist wichtig unter uns im Team, denn das strahlt auf die gesamte Wohngemeinschaft aus.“
Eine angemessene Entlohnung, Dienstpläne – die private Interessen der Mitarbeiter berücksichtigen -, all das gehört dazu.

Der weite Weg der Viola Lehmann
Viola Lehmann war chemisch-technische Assistentin in Potsdam-Rehbrücke. Nach der Wende wollte sie neu durchstarten, den Umbruch für eine berufliche Umorientierung nutzen. Sie fing an, in einem Seniorenheim in Lietzensee zu arbeiten, und zwar zunächst als Pflegehelferin. Viola Lehmann wollte es richtig machen und nahm an einer Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin teil, in Hermannswerder in der Hoffbauerstiftung – parallel zur ihrer Tätigkeit als Pflegehelferin. Sie erwarb eine Menge an theoretischem Wissen in der für sie zunächst völlig neuen Pflegethematik. Sie machte aber auch eigene Erfahrungen während ihrer Arbeit als Pflegehelferin in den Jahren 1991 bis 1999. Die hauptsächlichen Tätigkeiten richteten sich zum Beispiel auf das Waschen, Essen oder das Säubern der Zimmer der Heimbewohner. An eine individuelle Betreuung war da noch nicht zu denken. Also machte sich Viola Lehmann ihre eigenen Gedanken, wie so etwas aussehen konnte. Sie sah in dieser Zeit einen Film, den sie als ein Schlüsselerlebnis dafür beschrieb, wie man demenzkranke Menschen in täglichen Lebenssituationen unterstützt. Nämlich: auf den Bewohner eingehen, ihn aktivieren und mobilisieren und unterstützen, wo es allein gar nicht mehr geht.
In dieser Zeit entstand bei ihr der Gedanke, eine eigene Pflegeeinrichtung zu gründen, in der sie ihre Vorstellungen von einer ganzheitlichen Pflege und Betreuung verwirklichen konnte. Bis die Konzeption erarbeitet war und die Bank einer Finanzierung für ihr Projekt zugestimmt hatte, verging noch einige Zeit.
Schließlich musste eine Wohnung gefunden werden, in der Menschen leben konnten, die ohne Hilfe nicht mehr in den eigenen vier Wänden zurechtkamen. Als die gefunden war, kostete es noch einmal viel Zeit und Kraft, sie herzurichten, gemäß der geltenden Pflegestandards und so, dass sich Bewohner darin wohlfühlten. Im November 2001 war es soweit.
„Ich fing mit einer Mitarbeiterin an, die von 08.00 bis 16.00 Uhr arbeitete, montags bis freitags und ich füllte die restliche Zeit aus, ich übernahm also die Betreuung – in Nachtschichten, an Sonn- und Feiertagen, rund um die Uhr“, sagt Viola Lehmann.
„Die erste Bewohnerin in der betreuten Einrichtung war übrigens eine ältere Dame, die aus dem Haus kam, in dem ich auch wohnte.
Die Dame konnte nicht mehr allein leben. Und so kam ich an meinen ersten Auftrag. Ich erarbeitete mir so Stück für Stück einen guten Ruf, und der sprach sich natürlich rum“, erinnert sie sich.
„Ich würde es noch einmal so machen. Natürlich, hätte ich die Erfahrungen von heute, dann würde ich einiges anders angehen. Aber generell spüre ich eine Zufriedenheit, ja ich bin glücklich, weil ich mich verwirklicht habe. Und heute kann ich mein Wissen an die nächste Generation weitergeben“, beschließt Viola Lehmann das Gespräch.

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SENIORENBETREUUNG LEHMANN STELLT SICH VOR

Kontakt:
Seniorenbetreuung Lehmann, Viola Lehmann
Inhaberin: Viola Lehmann
Berliner Straße 32
14467 Potsdam
Telefon: 0331 – 2702019
Mobil: 0175 – 1530138
Telefax: 0331 – 2005883
Internet: www.seniorenbetreuung-lehmann.de
E-Mail: info@seniorenbetreuung-lehmann.de

INTERVIEW MIT SCHWESTER INES

SchwesterInes, Ines Gentzsch, hat im Pflegedienst AscuvitaGmbH die Geschäftsführung inne, gemeinsam mit Stefanie Claasen.

Einführung durch den Autor

Das folgende Interview ist zufällig entstanden, fast zufällig. Ich hatte erfahren, dass Schwester Ines seit einiger Zeit Mitinhaberin eines neu gegründeten Pflegedienstes in Basdorf ist.
Das fand ich einerseits sehr schade, weil ich sie als Schwester kannte, aus der Arztpraxis. Und ich schätzte sie dort sehr. Sie war unter Patienten beliebt. Andererseits freute ich mich wiederum, dass eine Schwester mit solch einer profunden Fachkenntnis und einer sehr sozialen Ader künftig für Pflege-und Hilfsbedürftige da sein wollte.

Es wird viel darüber geschrieben, dass wir dringend Fachkräfte im Pflegebereich benötigen. Gute möglichst noch dazu. Die gute Nachricht: Schwester Ines gehört genau zu diesen Menschen.

Warum schreibe ich das? Weil ich etwas von medizinischen Dingen verstehe?

Nein. Das ist nicht der Fall. Vielleicht aber verstehe ich ein wenig von Menschen und deren Stärken. Darum soll es im Interview gehen, um Schwester Ines und wie sie sich als Unternehmerin in der Pflegepraxis etabliert hat.

Schwester Ines, wie kamen Sie auf die Idee, sich selbstständig zu machen?
Das ist gar nicht so leicht zu beantworten.

Warum nicht?
Naja, immerhin habe ich fast 20 Jahre in einer Arztpraxis in Basdorf gearbeitet. Die Praxis genießt einen ausgezeichneten Ruf und ich habe mich dort sehr wohl gefühlt. Wir waren ein prima Team und ich hatte einen tollen Chef.

Was war also das Motiv für ihren Wechsel?
Ich wollte mich weiterentwickeln, eigenständige Ideen verwirklichen, mehr Verantwortung übernehmen. Und genau in dieser Situation traf ich auf Stefanie Claasen, die ich als Kollegin ja bereits kannte. Ich bekam hautnah mit, wie sie sich als Schwester um ihre Patienten gekümmert hat – immer eine freundliche und offene Art. Das imponierte mir. Sie arbeitete in der Zeit in einem ortsansässigen Pflegedienst und ich erkannte schnell, dass wir beruflich ähnlich tickten, was die Qualität der Versorgung und die Wahrnehmung der Bedürfnisse der Menschen betraf.
Irgendwann hat sie mir dann erzählt, dass sie gern einen eigenen Pflegedienst gründen würde.

Wie haben Sie darauf reagiert?
Ich war begeistert, von ihren Ideen und ihrer Tatkraft, die sie ausstrahlte. Aber: Dieser Schritt eröffnete nicht nur Chancen. Es gab auch Risiken und damit verbundene Ängste.

Welche Risiken hatten Sie im Kopf?
Ich musste einen mir sehr vertrauten Arbeitsplatz verlassen, zumal ein sehr gut eingespieltes und bei den Patienten geschätztes Praxisteam. Für uns würde es gleich darum gehen, das entsprechende Personal zu finden. Und schon auch Zweifel, ob wir es schafften, den bürokratischen und finanziellen Aufwand zu bewältigen.

Wie hat denn das Team der Arztpraxis Ihre Entscheidung aufgenommen?
Das war schon ein sehr schwerer Schritt für mich, zu meinem Chef zu gehen – sehr schwer. Immerhin hatte ich viele Jahre mit ihm zusammengearbeitet und schätzte ihn sehr.
Zudem: Vorher sickerte bereits durch, dass ich die Praxis verlassen würde. Und wie es immer so ist in solchen sensiblen Momenten, hat das meine Situation nicht gerade leichter gemacht.
Aber der Doktor hat das fair und souverän aufgenommen. Dafür bin ich ihm sehr dankbar. Wir arbeiten weiterhin zusammen, in neuer Konstellation und mit zum Teil neuen und erweiterten fachlichen Ansätzen. Ich kann mich nach wie vor jederzeit an ihn wenden, wenn ich Fragen habe.

Wie ging es mit der Gründung weiter?
Wir haben uns im Februar 2015 zusammengesetzt, wenig später auch mit unseren Partnern. Eine ganz wichtige Voraussetzung war weiterhin, dass Frau Claasen bereits viele geistige Vorarbeiten geleistet hatte. Zum Beispiel, welche allgemeinen Voraussetzungen vonnöten waren oder welche Bedingungen für die Zulassung des Pflegedienstes erfüllt sein mussten.
Außerdem: Wir haben viel gesprochen, heiß diskutiert, wie wir am besten vorgehen, wenn wir den Pflegedienst gründen. Wir wollten unsere Männer im Boot haben und die Aufgaben möglichst breit verteilen. Wir entschlossen uns deshalb, zu viert zu starten.

Wie viele Fachkräfte mussten eigentlich sofort nach der Gründung in der Firma arbeiten?
In Brandenburg muss man drei Fachkräfte haben, um starten zu können. Stefanie Claasen und ich waren ja mit unseren Abschlüssen als examinierte Fachkräfte anerkannt. Und wir hatten noch ein Ass im Ärmel.

Welches Ass?
Nun, wir sind mit Schwester Heidi gestartet. Sie war sozusagen die Dritte im Bunde. Wann haben Sie tatsächlich begonnen?
Im April 2015 waren für uns die wesentlichen Entscheidungen gefallen. Im Oktober haben wir zu dritt angefangen.

Können Sie kurz Ihren beruflichen Weg bis zur Gründung des Pflegedienstes schildern?
Das ist ein ganz klassischer Weg, wie er eben im Osten üblich war. Ich habe zehn Jahre die allgemeinbildende Schule besucht, von 1974 bis 1984. Polytechnische Oberschule war der exakte Begriff.

Wie ging es weiter?
Ich habe im Anschluss eine Ausbildung im Klinikum Buch begonnen und sie als examinierte Krankenschwester abgeschlossen. Das war ein richtiges Fachschulstudium. Später bin ich nach Berlin gezogen, weil ich eine Familie gegründet habe. Ich habe dann in der Poliklinik der Bauarbeiter in Berlin-Marzahn gearbeitet, bis zur Wende.

Was passierte nach der Wende?
Ich bin mit einer Ärztin mitgegangen, die sich gerade selbstständig machte und war für sie als Arzthelferin tätig. Das war in Berlin- Biesdorf, 1991. Später zog ich zurück in meinen Heimatort Wandlitz. Von 1996 bis 2015 war ich in der Arztpraxis beschäftigt.

Haben Sie Ihren Schritt eigentlich schon mal bereut?
Nein. Natürlich, es gab Ängste, es lief ja nicht immer alles glatt. Und: Wir hatten so manchen Widerstand unterschätzt, der sich nach der Gründung auftat.

Woran wollen Sie künftig weiterarbeiten, gerade wenn Sie an die Anfangsschwierigkeiten in der Gründungsphase zurückdenken?
Zum einen nehme ich mir vor, noch besser mit den ortsansässigen Ärzten zusammenzuarbeiten, den gemeinsamen Fokus auf das patientenorientierte Denken und Handeln zu legen. Einfacher gesagt: Gemeinsam an einem Strang ziehen, möglichst jeder am gleichen Ende und mit der dafür nötigen positiven Einstellung auf allen Seiten agieren. Wie gesagt, ich habe da sehr gute Erfahrungen, wenn ich an die Zusammenarbeit mit meiner ehemaligen Arztpraxis denke. Gleichzeitig möchte ich mit weiteren Ärzten noch intensiver ins Gespräch kommen, zum Beispiel beim Thema Wundversorgung.

Und, haben Sie Ahnung davon?
Ich glaub‘ schon. Ich bin ja eine ausgebildete Wundmanagerin. Wenn ich einen Klienten auf der Grundlage meiner gemachten Erfahrungen versorge, verkürzt sich der Heilungsprozess wesentlich.
Ich kann das übrigens fundiert belegen. Da muss ich aber noch viel Energie und Überzeugungsarbeit in der Argumentation mit so manchem Arzt hineinlegen. Kommunikation, positive Energie, nicht nachlassen, die Argumente gegenseitig anhören und einander respektieren, auf gleicher Augenhöhe – ich glaube, das sind die richtigen Schlüssel für die Türen, die heute noch verschlossen sind.

Wie lief die Zusammenarbeit mit den Krankenkassen?
Knapp formuliert: Die Maßregelung durch die Krankenkassen war gerade zu Beginn für uns eine große Hürde.

Können Sie da mal ein Beispiel nennen?
Eine Verordnung muss zum Beispiel innerhalb von drei Tagen bei der Krankenkasse vorliegen. Sonst bekomme ich keine Kostenübernahme. Das bringt viele Schwierigkeiten mit sich. Bestelle ich beim Arzt und die Schwester legt den Antrag nicht rechtzeitig zur Unterschrift vor, dann können schon mal anderthalb Tage ins Land gehen. Der Klient muss aber ebenfalls noch unterschreiben. Schließlich ‚sause‘ ich ins Büro zurück, um den Antrag sozusagen einzutüten und per Post zur Krankenkasse zu schicken. Das ist zeitlich sehr knapp gehalten. Was ich meine ist, bürokratische Procedere sollten hier noch einmal durchdacht werden. Das hilft dem Klienten, dem Pflegedienst aber auch.

Wie war denn die Unterstützung durch die Krankenkasse hinsichtlich Ihrer Einarbeitung?
Wir hätten uns da mehr Unterstützung gewünscht. Außerdem: Es gibt wenig Literatur, wo man kompakt nachlesen kann, worauf es ankommt, gerade in der Gründungsphase. Manchmal sind es ja nur die Kleinigkeiten, die aber große Wirkung haben können.

Welche?
Zum Beispiel, dass ich einen Klienten darauf hinweisen soll, dass er dem Sturzrisiko ausgesetzt ist, wenn er Pantoffeln in seiner Wohnung trägt. Ich muss ihn darüber belehren und mir das auch unterschreiben lassen. Das muss man aber alles erst einmal wissen. Dieses Wissen trägt man im Verlauf der Zeit mühsam zusammen.

Das klingt nach viel Stress und wenig Anerkennung, oder?
Naja, nicht nur. Es gibt natürlich viele schöne Dinge, die wir gerade zu Beginn erlebt haben.

Nämlich?
Wir spüren täglich, wie dankbar die Menschen sind. Sie vertrauen uns, lassen uns in ihr Leben. Das motiviert uns.
Und: Wir haben den Existenzgründerpreis 2017 bekommen – für Barnim und die Uckermark. Ausschlaggebend war wohl das enorme Wachstum im Personalbereich, womit wir ja selbst nicht gerechnet haben. Was mir in diesem Zusammenhang wichtig ist: Diese Anerkennung hat unser gesamtes Team verdient, sich hart erarbeitet.

Wer verleiht den Preis?
Dieser Gründerpreis wird vom Existenzgründernetzwerk Barnim-Uckermark verliehen und von mehreren Institutionen finanziert – den Kreisverwaltungen Barnim und Uckermark, den Sparkassen Barnim und Uckermark sowie der Stadtsparkasse Schwedt/Oder.

Was sind die Stärken Ihres Teams?
Wir kommunizieren untereinander gut.
Des Weiteren: Wir ergänzen uns mit unseren Stärken hervorragend und gleichen dabei unsere Schwächen aus. Es ist uns wichtig, dass eine gute Atmosphäre im Büro herrscht. Wir organisieren zum Beispiel jeden Morgen ein gemeinsames Frühstück. Da kann man schon mal eine ganze Reihe von Fragen besprechen, im lockeren Rahmen eben. Wir fangen Stimmungen auf und gleichen sie aus, wenn es nötig ist. Jeder Tag ist nicht gleich. Uns ist wichtig, dass sich jeder zu jeder Zeit an uns wenden kann, sei es mit fachlichen Fragen oder persönlichen Problemen. Wir helfen uns untereinander – also im Prinzip: miteinander und füreinander. Mir fällt da gerade ein schönes Beispiel ein.

Welches?
Als ein Notruf bei einem Klienten ausgelöst wurde, da standen nach fünf Minuten sechs AscuVita Autos vor der Tür und wollten helfen.

Fahren Sie selbst noch mit zum Klienten?
Ja, wir fahren ab und an mit zum Klienten, um vor Ort zu sehen, welche Themen die Mitarbeiter bewegen. Wir erfahren so gleichzeitig unmittelbar, welche Fragen, Wünsche und Bedürfnisse die Klienten und auch ihre Angehörige haben. In diesem Zusammenhang: Im Unternehmen setzen wir auf niedrige Hierarchien. Der praxisorientierte Austausch gewinnt dadurch enorm an Qualität.

Was verstehen Sie unter individueller Pflege?
Wir schauen, wo die Probleme sind. Dabei gehen wir auch auf die Angehörigen zu. Wir wollen hautnah wissen, welche spezifischen Bedürfnisse der einzelne Klient hat – physisch, psychisch, sozial. Wir bieten Lösungen an, die ganzheitlich die Bedürfnisse abdecken sollen. 
Wir erkennen auf diesem Weg gleichzeitig die Defizite in der Bereitstellung von Leistungen oder Pflegeprodukten. Wir haben zum Beispiel eine Mitarbeiterin, die sich ausschließlich um Inkontinenzprodukte, Zusatznahrung, Pflegeprodukte oder Hilfsmittel kümmert. Das spüren die Klienten und deren Angehörige und nehmen diese Unterstützung dankbar an. Außerdem: Wenn wir über individuelles Herangehen in der Pflege sprechen, dann steht das Thema der sozialen Einsamkeit bei uns ganz oben auf der Liste.

Was heißt das konkret?
Wir unternehmen mit unseren Klienten viel. Wir organisieren gemeinsame Ausflüge, gehen Eis essen, trinken gemeinsam Kaffee oder besuchen Veranstaltungen. Wir haben einen Reha-Sportverein gegründet, machen Rückenschulkurse oder organisieren autogenes Training. Zu Weihnachten sind unsere Männer als Weihnachtsmänner verkleidet zu Patienten gefahren, die allein zu Hause waren und haben selbstgebackene Kekse und kleine Geschenke überreicht.

Sie denken also vernetzt?
Ja, so kann man das sagen. Was nützt es, wenn wir über individuelle Pflege reden und es dann nicht in die Praxis umsetzen. Wir haben viel vor, wollen noch in diesem Jahr zahlreiche Projekte verwirklichen.

Was sind das noch für Projekte?
Gerade bilden wir einen Mitarbeiter zum Übungsleiter aus, der mit den Klienten vor Ort, also in deren Häuslichkeit, Mobilisierungsübungen durchführt. Wir tun viel, damit unsere zu Pflegenden und Betreuenden möglichst lange in der vertrauten häuslichen Umgebung bleiben können. Wir begleiten die Leute zum Arzt, warten dort, helfen, wenn es darum geht, die richtigen Medikamente bei der Apotheke abzuholen. Des Weiteren: Im August des vergangenen Jahres haben wir einen Mitarbeiter eingestellt, der Hausmeistertätigkeiten bei unseren Pflege-und Hilfsbedürftigen ausführt. Da geht es um das Heckenschneiden, Rasenmähen, die Lampe anbringen, Einkauf erledigen und vieles mehr.

Das ist ja wirklich eine Menge. Wie schaffen Sie das eigentlich?
Wissen Sie, wir können noch so viele Ideen haben. Wenn wir nicht so ein herausragendes Team hätten, das hier voll mitzieht, dann würde das alles nicht gehen.

Welchen Stellenwert nimmt bei Ihnen die Weiterbildung ein?
Einen hohen Stellenwert. Wir machen mit dem gesamten Team ein Tagesseminar in Erster Hilfe, der Nothilfe, und immer mit praktischen Übungen. Wir widmen uns ganz konkreten Problemstellungen.

Welche sind das?
Zum Beispiel, was erwartet die Mitarbeiterin, wenn ein Klient einen Zuckerschock hat, wenn er am Kopf verletzt ist oder jemand einen Schlaganfall hatte.
Das Thema der Demenz spielt ebenfalls eine große Rolle. Wir sprechen zum Beispiel darüber, wie wir die Angehörigen von Klienten besser unterstützen können, was sie im Umgang mit einem demenzkranken Menschen beachten sollten. Die Fachschwestern bekommen weitere gezielte Weiterbildungen – Wund- und Schmerztherapie beispielsweise.

Was spricht für Ihre Firma?
Das sind natürlich viele Faktoren, die hier eine Rolle spielen. Was für uns spricht, das ist die Tatsache, dass wir eine sehr geringe Mitarbeiterfluktuation haben. Und dabei trennen wir uns manchmal noch von einem Mitarbeiter, wenn es menschlich oder fachlich nicht passt. Wir legen viel Wert auf die Bezugspflege, sodass die Mitarbeiter möglichst zu ihren festen Klienten fahren. Nur so wissen sie im Detail, welche Wünsche und Bedürfnisse der einzelne Pflege- und Hilfsbedürftige hat. Ich glaube, unsere Stärke insgesamt ist der Umstand, dass wir die Firma zu viert in der Geschäftsleitung führen.

Wer gehört dazu?
Stefanie Claasen, Steffen Einicke, Stephan Claasen und ich. Yvonne Heinrich ist die Pflegedienstleitung. Wir sind permanent im Austausch miteinander, prüfen, was läuft, wie es läuft, entwickeln neue Ideen. Wir sind motiviert, ja glücklich in dem, was wir tun, und mit wem wir unsere Ideen umsetzen. Wir wollen dem Namen AscuVita und unserem damit verbundenen eigenen Anspruch weiter gerecht werden und stetig weiter ausbauen.

Was verstehen Sie darunter?
Ascu haben wir aus dem Symbol der Medizin – den „Äskulapstab“- herausgelöst und mit „Vita“, dem Begriff für das Leben zusammengeführt.

Was ist für Sie Glück?
Glück heißt für mich unter anderem Menschen zu helfen, ihnen ein Stück der Lebensqualität zu geben, die sie in ihrer konkreten Situation benötigen. Und das macht vor allem glücklich.

Schwester Ines, vielen Dank für das Gespräch.

DIGITAL BRINGT MANCHMAL ERINNERUNGEN IN DIR HOCH

Manchmal denke ich zurück an meine Kindheit. Wie glücklich wir waren, in Schwerin. Da bin ich die ersten Jahre aufgewachsen, bevor wir nach Dresden zogen. Das war ein Kulturschock, in jeder Hinsicht.

Mir fehlte vor allem meine Oma. Oma Martha war das Herz und die Seele in unserer Kindheit. Sie heizte morgens den Ofen an, brachte Streuselschnecken vom Bäcker mit und ließ uns vor allem um den Tisch toben, bis irgendetwas umfiel. Das war schön, besonders weil mein Vater in Berlin an seiner Doktorarbeit schrieb. Das war uns völlig egal. Hauptsache, er störte uns nicht zuhause.

Als wir in Dresden waren und die ersten Nächte nicht richtig in den Schlaf kamen, weil wir – also meine Schwester, mein Bruder und ich – so traurig waren, dass Oma Martha nicht da war, da war es für uns eine schwere Zeit. Nicht das ‚Sächsische‘ machte uns zu schaffen. Nein. Na gut, das war schon grausam genug, wie die Kinder sprachen, welche Ausdrücke sie verwendeten.
‚Baahne, du Rindvieh‘, ja so herzlich wurden wir auf der Rodelbahn aufgenommen. Für uns Norddeutsche war das wohl schon immer eine Herausforderung. Aber das verkrafteten wir  irgendwie. Doch, dass Oma Martha nicht da war, ja das war schwer.

Daran musste ich gestern denken. Wir sprachen abends über Skype mit Krümel. Ich sang wieder eines meiner Lieder vor, nicht kindgerecht, sondern „Auf der Reeperbahn“. Meine Textekenntnisse sind ja schnell am Ende und so summe und brumme ich Krümel was vor. Sie lacht beim Zuhören, verliert ihren Schnuller, weil sie den Mund öffnet. Sie juchzt und schunkelt, und sie beugt sich nach vorn. Sie prüft wohl, ob sie in den Computer hineingehen kann und bei uns dann ankommt. Leider geht das nicht. Noch nicht. Wer weiß.

Aber jetzt stell dir mal vor, ich hätte schon mit Oma Martha von Dresden aus ’skypen‘ können. Genial. Wir reden über Digital und über seine Gefahren. Ja, stimmt schon. Aber Krümel in der Woche zu erleben, obwohl sie nicht bei uns ist, das ist einfach phantastisch. Du bist irgendwie glücklich.

Heute Morgen, als ich den Computer anmachte, das Bild von Krümel sah, wie sie mich anlacht, mit ihren gerade mal zwei Mausezähnchen, das macht dich munter. Oma Martha, wir erzählen viel über dich. Ich tue das. Und dann landen wir bei Klaras Oma und Opa, die ich auch sehr mochte. Meist erzählen wir am Samstagvormittag beim Frühstück darüber. Dann merkst du, dass du Glück nicht immer so aufblasen musst. Du kannst dich auch im Kleinen freuen.

DER SCHOCK

 

Krankenhaus in Donezk. 

„Du kannst nicht mehr tanzen, dein Rücken ist kaputt. Wenn du nicht aufhörst, dann wirst du bald nicht mehr laufen können“, sagte der Arzt im Krankenzimmer zu Iana.

Sie kämpfte mit den Tränen und ihr Mund war trocken. Sie war geschockt, ihr Körper schien gelähmt vor Angst. Sollte es zu Ende sein, bevor es so richtig begonnen hatte? Und was war mit ihren Träumen von einer großen, vielleicht sogar internationalen Karriere als Ballerina?

Die Schmerzen im Rücken waren mit der Zeit immer stärker geworden. Das harte Training, die psychischen Belastungen, Magersucht – all das waren wohl die Ursachen dafür, dass es ihr so schlecht ging. Iana war verzweifelt, sie sah keinen Ausweg mehr. Keine Behandlung, keine noch so ausgefeilte Therapie schlug an, sogar die Prozedur mit den Magneten zeigte keine Wirkung. Was blieb, das waren die Schmerzen von den Bandscheiben. Die Hoffnung auf eine Genesung schwand dahin.

Iana dachte in dem Moment daran, was sie schon alles erreicht hatte. Sie tanzte bereits als festes Mitglied in der Tanz – Company. Vadim Pisarev war nicht nur der Leiter dieses Ensembles. Er war zudem ihr Förderer und ermöglichte ihr, von den Großen zu lernen, den besten Balletttänzern, die er aus der ganzen Welt nach Donezk auf die Bühne holte. Iana konnte ihnen zuschauen, wenn sie tanzten, sie beobachten und daraus viel für sich lernen. Sie nutzte jede freie Minute, um zu trainieren, schlich sich abends noch in den Übungsraum im Internat und probierte Tanzschritte, Bewegungen, immer und immer wieder.

Die Sucht danach, perfekt zu sein
Iana schaute sich die Videos ihrer großen Vorbilder an und entdeckte darauf, dass die Tänzerinnen alle dünn, ja mager aussahen. Sie wollte auch so sein.
„Ich war fanatisch, habe einfach nichts mehr gegessen. Ich habe niemand mehr gesehen, nur mich selbst“, erinnert sie sich heute an diese Zeit zurück. Hinzukam, dass Iana von einer Modelkarriere träumte.

Sie wollte darum vor allem eins sein: dünn, perfekt – wie eben die Tänzerinnen, die sie im Video sah. Das schlug in eine regelgerechte Sucht um. Das Heimweh, die Sehnsucht nach ihrer Familie, ihren Eltern, der Drang danach, keine Fehler bei sich zuzulassen, taten ein Übriges.

Das alles beeinträchtigte ihren Gesundheitszustand, führte zu ihrer Magersucht, aus der sie sich offensichtlich nicht allein befreien konnte. Sie bekam Nasenbluten, konnte nicht schlafen, war weiß im Gesicht, dachte immer ans Essen. Als sie im Krankenhaus wegen ihres Bandscheibenvorfalls behandelt werden musste, sah sie selbst dort noch eine zusätzliche Chance, weiter zu hungern, ja sogar – überhaupt nichts mehr zu essen.

Irina Pisareva – Freundin und Helferin in einer schweren Zeit
In dieser dramatischen Situation sagte Irina Pisareva – Leiterin der Ballettschule in Donezk und Ehefrau von Vadim Pisarev – zu Iana: „Gut, ich nehme dich mit zu mir nach Hause. Du wirst bei mir gesund.“ Irina Pisareva war gerade schwanger und konnte sich deshalb die Zeit für Iana nehmen.

Iana war insgesamt zwei Wochen bei ihr zu Hause. Und tatsächlich: Die Fürsorge von Irina Pisareva brachte für Iana die Wende. Faktisch peppelte sie Iana wieder hoch. Anfangs hatte Iana noch Beschwerden, wenn sie etwas zu sich genommen hatte, so entwöhnt war ihr Körper bereits.
„Ich fühlte mich vollgestopft“, sagte Iana. Aber Irina Pisareva ließ nicht locker und sorgte dafür, dass sie wieder regelmäßig aß. In dieser Zeit ging Irina Pisareva mit Iana zu einer Wahrsagerin, deren dunkle Stimme Iana Angst einflößte. Die Wahrsagerin zog ihre Augen filmreif nach oben und sagte: „Richte deine Worte an Gott und bitte ihn um Verzeihung.“ Dazu reichte sie Iana effektvoll ein Wunderwasser, sogenanntes Weihwasser. Iana schmeckte nichts, außer normales Wasser aus der Leitung.

Iana half etwas anderes, nämlich die Liebe und Fürsorge von Irina Pisareva. Und das tägliche Training. Iana übte, obwohl sie Schmerzen verspürte. Sie machte Yoga, baute Muskeln auf, um die Bandscheiben zu stabilisieren und zu entlasten. Endlich ging es ihr besser und sie konnte wieder in ihre Wohnung in Donezk zurückkehren, in der sie inzwischen mit einer Freundin aus dem Ballett wohnte.

Als Ianas Bruder Jaroslaw sie das erste Mal wieder nach diesen zwei Wochen sah, da waren seine ersten Worte zu ihr: „Na, Dickerchen!“ Es stimmte. Iana war kräftiger geworden, und es hatte ihr gut getan. Ianas Eltern hatten von alledem nichts mitbekommen – nichts von Ianas Magersucht und nichts von ihrem Rückenleiden.


„Für mich war das eine schlimme Zeit, weil ich dachte, ich könnte nie wieder tanzen, meine Karriere sei vorbei. „Ich war sehr depressiv“, erinnert sie sich heute zurück. Iana erfuhr aber auch, was echte Freundschaft und selbstlose Hilfe bewirken konnten. Sie hat Irina Pisareva deshalb für immer in ihr Herz geschlossen.

THE SHOCK

Hospital in Donetsk.
„You cannot dance anymore, your back is broken. If you do not stop, you will soon be unable to walk“, the doctor in the hospital room told Iana. She was struggling to hold back the tears and her mouth was dry. She was in shock. Her body was paralysed with fear. How could it be over before it had even really started? And what about her dreams of a great, maybe even international career as a ballerina?

The pain in her back had become stronger over time. The hard training, the mental stress, her struggle with anorexia – these were probably the reasons she felt so bad. Iana was desperate, she saw no way out. No treatment, no sophisticated therapy, even the procedure with the magnets showed no effect.

What remained was the pain from the intervertebral discs. The hope for a recovery faded away. Iana thought about what she had already achieved. She already danced as a permanent member of the dance company. Vadim Pisarev was not only the leader of this ensemble, he was also her patron and enabled her to learn from the greatest ballet dancers, who he brought from around the world to the Donetsk stage. Iana could learn a lot from watching them dance. She used every free minute to exercise, sneaking into the exercise room at boarding school in the evenings, rehearsing dance moves, over and over again. She had the desire to be perfect.

Iana watched the videos of her great role models and discovered that the dancers all looked thin, even skinny. She wanted to be like them. „I was fanatical. I just did not eat anything. I did not see anyone anymore, just myself“, she recalls today, adding that she had also dreamed of a modeling career. What she wanted to be more than anything was thin and perfect like the dancers she saw in videos. That turned into a strong addiction.

The homesickness, the longing for her family, her parents, the urge to make no mistakes made everything even worse. All this affected her health, leading to her anorexia, from which she obviously could not free herself. She got nosebleeds, could not sleep, was white in the face, and always thought about food. When she had to be treated at the hospital for her herniated disc, she saw the situation as an additional opportunity to starve herself. She ate nothing at all.

Irina Pisareva was a friend and helper during this difficult time.
Irina was the director of the Ballet School in Donetsk and wife of Vadim Pisarev. One day she told Iana, „Well, I’ll take you home with me. You will get well with me.“ Irina was pregnant and was able to stay at home and take care of Iana. Iana stayed with her for a total of two weeks. At the beginning, she had a lot of difficulty eating. „I feel stuffed“, Iana would say, but Irina never gave up on her and was able to get Iana to eat regularly again.

During this time, Irina went with Iana to a fortune-teller. Iana was afraid of the fortune-teller because she had a very dark and scary voice. „Address your words to God and ask forgiveness“, she told Iana, then she gave Iana what she called ‚miracle water‘ or ‚holy water‘. Iana did not taste anything special, only normal water.

Iana also continued some daily training through this period even though she felt pain. She did yoga in order to build muscles to stabilize the intervertebral discs. Finally Iana felt better and she was able to return to her apartment in Donetsk, where she lived with a girlfriend from the ballet.

When Iana’s brother Yaroslav saw her for the first time after these two weeks, his first words to her were, „Well, a little thick!“ It was true. Iana had become stronger, and she had done well. Through all of this, Iana’s parents had not heard about anything – nothing about Iana’s anorexia and none of her back pain.

„It was a bad time for me because I thought I would never dance again. I thought my career was over. I was very depressed,“ Iana recalls today. But she also learned what real friendship and selfless help could do. She is forever grateful for Irina Pisareva and has a very special place in her heart for her.