MEIN FREUND, DER ALLTAG (17)

EIN NEUES BUCH MIT ALTEN KINDERLIEDERN

Guten Morgen Krümel,
während du dich wahrscheinlich noch im Bett herumdrehst und hoffentlich schöne Träume hast, habe ich heute mit etwas ganz Besonderem begonnen. Nämlich, ein neues Liederbuch für Kinder anzuschauen. Oma brachte gestern so ein Buch mit. So etwas habe ich noch nicht gesehen. Auf dem Deckel ist ein Bär abgebildet. Er läuft, lacht und singt. Woran ich das erkenne?

Nun, daneben sind kleine Noten abgebildet. Das ist aber nur die eine Hälfte des Buchdeckels. Auf der anderen Seite gibt es einen Notenschlüssel. Und wenn du dort auf die einzelnen Bilder drückst, dann ertönt ein Lied. Im Buch selbst sind dann einzelne Liedtexte abgebildet.

Zum Beispiel: Kommt ein Vogel geflogen. Jetzt muss ich nur noch herausbekommen, welcher Text zu welcher Melodie passt. Damit bin ich heute Morgen beschäftigt. Obwohl ich eigentlich längst hätte einen Text über einen Pflegedienst schreiben müssen.

Oma sagt: „Jetzt kannst du mal deine Lieder vergessen.“
„Welche?“, habe ich gefragt.
„Na, ‚…auf der Reeperbahn… zum Beispiel“, sagte sie.
Aber mit den neuen Liedern ist es so, wie mit den neuen Spielzeugen. Wir bekamen früher zwar nicht so viele neue Sachen zum Spielen. Indianer schon. Und wir freuten uns, wenn wir diese Indianer hatten, und wir sie in den Kampf schicken konnten. Doch nach einer gewissen Zeit, da holten wir die alten Wäscheklammern hervor und der Indianer lag in der Ecke.


Was ich damit sagen will?

Also, wir werden bestimmt mit dem Buch so einiges anstellen, schöne Kinderlieder singen oder besser, ich brumme und du rufst dann ,na, na‘, oder so ähnlich. So richtig kann ich es ja noch nicht verstehen, was du ausdrücken willst.

Pure Lebenslust ist es allemal. Aber schließlich wirst du wieder das alte Staubtuch hervorholen und es über das Buch decken und danach eine deiner vielen Puppen damit einrollen oder das Feuerwehrauto einwickeln.

Auf jeden Fall wird dich das Tuch erneut in seinen Bann ziehen. Das Liederbuch ist auch noch da, liegt aber zwischen der kleinen Küche, deinem Roller und den Puppen. Und das ist der Zeitpunkt, wo ich dann zu „Auf der Reeperbahn…“ kann. Ich wünsch‘ dir einen schönen Tag. Einen wirklich schönen Tag, an dem du lachst und durch die Wohnung rennst, um etwas Neues zu entdecken oder die Videos von Mama aus dem Regal schmeißt.