JEEPY (25)

DAS MOTTO DER SCHATZSUCHE
WAS BISHER WAR:
Der Verkäufer versucht dem Fahrer von Jeepy einzureden, dass sie Geocaching anwenden, die moderne Form der Schnitzeljagd. Der Fahrer ist vehement dagegen und setzt sich durch.
Jetzt geht es darum, eine Schatztruhe zu finden.

Der Fahrer und der Verkäufer waren noch allein. Sie wollten beraten, was in die Schatzkiste hineinkommt.
„Wollt ihr das denn nicht gemeinsam mit Jeepy, Fiatine und den Kindern besprechen, was in die Schatzkiste soll?“, fragte die Frau des Fahrers.

„Nein, das soll eine Überraschung für die Kinder werden und wenn Jeepy oder Fiatine davon wissen, dann verraten sie es ihnen vielleicht“, antwortete der Verkäufer.

„Ach übrigens, heißt es nicht Schatztruhe anstelle von Schatzkiste?“, fragte der Verkäufer weiter.
Der Fahrer schüttelte seinen Kopf: „Wenn wir von Schatztruhe sprechen, dann sehe ich ein recht großes Möbelstück vor mir, das ich beim Tragen fallen lassen kann. Dir direkt auf den Fuß, lieber Verkäufer. Und ich sehe dein schmerzverzerrtes Gesicht.“

„Das hast du mit so einem Wohlbehagen formuliert, dass ich mir gerade vorstelle, dass ich eine viel kleinere Kiste fallen lasse, auf deinen Fuß, lieber Fahrer. Und die Kiste ist vollgestopft mit schweren Goldmünzen“, sagte der Verkäufer daraufhin mit ironischem Unterton.

Er war immer noch empört, dass ihm der Fahrer die Schatztruhe, die es gar nicht gab, auf die Füße fallen lassen wollte.
„Jetzt kriegt euch mal wieder ein. Wir sind doch hier nicht im Kinderkarten“, sagte die Frau des Fahrers.

„Oh, ich glaube, da irrst du gewaltig. Wir sind in einer Kita, in der die Erwachsenen schwer arbeiten müssen. Schatzkarten malen und basteln, dann verbrennen, und danach wieder von vorn“, antwortete der Fahrer.

„Wie lautet eigentlich das Motto der Schnitzeljagd?“, hakte die Frau des Fahrers unbeirrt nach.
„Wie wäre es mit folgendem Motto für die Schnitzeljagd: ‚Für Frieden und Schnitzeljagd in der Schorfheide‘?“
„Kannst du auch mal ernst sein?“, sagte jetzt die Frau des Fahrers energisch.

„Ja, wirklich!“, unterstützte der Verkäufer sie.
„Du bist doch aus Ostfriesland, oder?“, fragt der Fahrer nun den Verkäufer.

„Was hältst du davon: ‚Und bin ich auch Ostfriese, ich liebe die Schnitzeljagd in der Schorfheide, auf der Wiese‘?“

„Da kann ich nicht lachen“, sagte der Verkäufer.
„Jeepy und Fiatine laden euch alle zu einer abenteuerlichen Schnitzeljagd in die Schorfheide ein.“

„Was meint ihr?“, fragte jetzt die Frau des Fahrers.
„Nicht schlecht“, sagte der Verkäufer und der Fahrer schloss sich dem Vorschlag seiner Frau an.

Der Verkäufer und der Fahrer waren nun wieder versöhnt und fanden Gefallen daran, die Schnitzeljagd weiter vorzubereiten.
Sie berieten, was für sie als Schatzkiste infrage käme.

FORTSETZUNG JEEPY (26)
Der Fahrer hat eine tolle Idee, was sie als Kiste nehmen können.

MENSCHEN IN DER PFLEGE (12)

SCHWESTER SANDRA SPRICHT
Sandra Naber ist die Inhaberin des Pflegedienstes „Schwester Andrea Berkner“

Zu wenig Pflegefachkräfte, steigende Nachfrage von Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen nach Hilfe und Unterstützung, Stress und Arbeitsüberlastung auf Seiten der Pflegedienste.

Der Pflegedienst „Schwester Andrea Berkner“ aus Templin will nicht auf Verbesserungen von außen warten: „Wir müssen jeden Tag die Herausforderungen bewältigen und das nicht irgendwie, sondern so, dass alle zufrieden sind – die Patienten, die Angehörigen und die Mitarbeiterinnen“, sagt Sandra Naber.

Ich habe mit ihr im schon im mehrfach gesprochen. Sie hat mir gesagt, dass sie aus den genannten Gründen der Überforderung manchmal ins Schwanken kommt, ob der Schritt richtig war, nämlich den Pflegedienst zu kaufen.

Aber zum Glück sind das nur theoretische Erwägungen. Denn Sandra Naber ist eine Krankenschwester aus Leidenschaft. Und diese Hingabe spüren auch die, die mit ihr täglich umgehen – das Team, die Pflegebedürftigen und die Angehörigen.

Sie wird „Schwester Sandra“ genannt und das ist nicht nur so dahingesagt. Besser kann man nicht ausdrücken, wie sehr sie an ihrem Beruf hängt.

Gerade darum nagt es an ihr, wenn die Anforderungen an die Pflegedokumentation oder andere bürokratischen Angelegenheiten sie davon abhalten, zu ihren Patienten zu fahren.

Individuell pflegen heißt – sich persönlich kümmern

Schwester Sandra lässt bei allen Unwägbarkeiten von einem Thema nicht ab: der individuellen Pflege.

„Wir leben und arbeiten im Raum Templin in Brandenburg, also in einem eher ländlichen Raum. Schon von daher geht es persönlicher zu, kennt man sich besser, als das in einer Metropole wie zum Beispiel Berlin der Fall ist.

Diesen persönlichen Umgang miteinander wollen die Menschen erst recht nicht vermissen, wenn sie auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind.“

Die individuelle Beziehung zu den Patienten und ihren Angehörigen, das Hinhören, die sensible Anteilnahme für die konkrete Befindlichkeit eines Betroffenen – all das findet man wieder im täglichen Umgang des Teams um Schwester Sandra.

„Das halten wir so und das strahlt auch auf die gesamte Arbeit aus“, sagt sie. Dabei gehen die Mitarbeiterinnen mit einer Generation um, die zum Teil über 80 Jahre alt sind und zum Beispiel in einer Zeit gelebt haben, in der die Vorstellungen von persönlicher Hygiene noch ganz andere waren.

„Das verlangt einfühlsam zu argumentieren, auf die Würde, die Persönlichkeit des einzelnen jeden Tag aufs Neue Rücksicht zu nehmen“, so die Inhaberin des Pflegedienstes.

Der steigende Anteil der Menschen, die nicht nur körperlich eingeschränkt sind, sondern derer, die an Demenz erkrankt sind, verlangt noch mehr Aufmerksamkeit in der täglichen Pflege.

„Wir müssen sensibel kommunizieren, den Patienten nicht verunsichern, indem ständig neues Personal kommt und sie vor allem in Sicherheit wiegen, weil wir ihre Tagesstruktur kennen und uns darauf mit unseren Aktivitäten und Maßnahmen einstellen“, erläutert sie weiter.

Das schließt ein, ein enges und vertrauensvolles Verhältnis zu den Angehörigen aufrechtzuerhalten.

Sandra Naber schwört auf ihr Team
Schwester Sandra weiß, was sie will. Sie führt in einer Art, die keinen im Team zurücklässt, keinen bevorzugt und jedem die „Luft zum Atmen“ lässt.

„Ich halte nicht viel von einer ‚Chef – Mentalität‘. Mir liegt vielmehr daran, dass wir vernetzt denken und agieren und jeder Mitarbeiterin an ihrem Platz die Verantwortung für das übernimmt, was man das gemeinsame Ganze nennt“, sagt sie in diesem Zusammenhang.

Aber gerade das lieben diejenigen, die täglich mit ihr zu tun haben. Sie können sich aufeinander verlassen und offen reden, wenn es gilt, aufkommende Probleme schnell zu erkennen und zu lösen.

„Meine Mädels sind die besten“, das hat Sandra Naber im letzten Interview gesagt. Und man merkt ihr an, dass sie das so meint.

Sie möchte ungern im Mittelpunkt des Interesses stehen, sondern sagt klar, dass jeder einzelne so wichtig ist, dass sie auf niemanden verzichten kann und vor allem nicht möchte.

Über die Jahre ist das Team zusammengewachsen, hilft sich untereinander, und die Mitarbeiterinnen auch mal gemeinsam. „Das muss einfach sein, weil wir es mögen, einfach gut miteinander umgehen“, so die Inhaberin.

Anerkennung ist kein Geschenk – man muss sie sich erarbeiten, jeden Tag neu

Warum es so gut klappt im Team des Pflegedienstes „Schwester Andrea Berkner“, warum Schwester Sandra anerkannt ist – bei Mitarbeitern und Patienten gleichermaßen, das hat viel damit zu tun, dass sie selbst von der Pike auf den Beruf erlernt hat.

Die Ausbildung zur examinierten Krankenschwester, die Tätigkeit im Krankenhaus, in ambulanten Pflegediensten, die Qualifizierung zur Pflegedienstleitung und schließlich der Erwerb und der Aufbau des eigenen Pflegedienstes – all das sind markante Wegmarkierungen hin zu einem Team, in dem man gern arbeitet und der sich die Achtung der Patienten und seiner Angehörigen über die Jahre erworben hat.

Das alles kann man gut in den beiden Interviews nachlesen, die auf dem Blog veröffentlicht sind:

https://uwemuellererzaehlt.de/2019/05/23/interview-14/

https://uwemuellererzaehlt.de/2017/06/14/sandra-naber-im-interview-1/

Kontakt:
Häuslicher Pflegedienst "Schwester Andrea Berkner"
Inhaberin: Schwester Sandra Naber
Otto - Lilienthal- Strasse 9
17268 Templin
Telefonnummer: (03987) 54830
Telefaxnummer: (03987) 54830
E-Mail: pflegedienst.templin@gmx.de

 

 

INTERVIEW (14)

INTERVIEW MIT SCHWESTER SANDRA AM 14.05.2019
Sandra Naber ist die Inhaberin des Pflegedienstes „Schwester Andrea Berkner“ in Templin
Frau Naber, was bedeutet Ihnen die Heimat, in der Sie aufgewachsen und jetzt auch beruflich tätig sind?

Es bedeutet mir sehr viel, dass ich in Templin geboren und aufgewachsen bin. Ich habe meine Ausbildung zur Krankenschwester in einer medizinischen Fachschule in Templin absolviert, und ich habe im Krankenhaus in Templin begonnen zu arbeiten.

Meine DNA ist sozusagen auf Templin programmiert. Ich bin hier Zuhause, fühle mich hier wohl, kenne die Menschen und das hilft natürlich auch in der Arbeit.

Inwiefern?

Naja, viele Menschen kennen mich halt von früher. Es ist gar nicht so selten, dass zum Beispiel ehemalige Klassenkameraden anrufen und mich fragen, ob ich etwas für deren Mütter oder Väter in Sachen Pflege und Betreuung tun kann.

Gibt es da auch die andere Seite?

Naja, es erhöht natürlich den Druck im Wissen darum, alles richtig machen zu wollen.

Was überwiegt dabei?

Auf alle Fälle die Tatsache, dass ich die Menschen hier mag, dass ich zu ihnen gehöre und sie zu mir. Das ist das Besondere. Eben das, was mich einfach glücklich macht, wenn sich die Leute bei meinem Team und mir gut aufgehoben fühlen.

Sind Sie stolz darauf, eine Ostdeutsche zu sein?

Ich bin stolz darauf, dass ich hier geboren bin, hier meine Familie habe und: Dass ich gerade in meiner Heimat Pflege- und Hilfsbedürftigen zur Seite stehen kann.

Das war nie leicht, am Anfang nicht und jetzt auch nicht.
Aber wenn Sie das alles so zusammenfassen, dann kann ich mit Fug und Recht sagen, dass ich meine Heimat liebe, die Menschen hier mag, stolz auf all das bin und darauf, dass ich eine Ostdeutsche bin.

Sie haben 1991 bis 1994 eine Ausbildung zur Krankenschwester absolviert, haben 1996 begonnen, in einem ambulanten Pflegedienst zu arbeiten.
2001 haben Sie eine Ausbildung zur PDL absolviert und waren im Pflegedienst „Schwester Andrea Berkner“ als PDL tätig.
Was waren für Sie im Jahr 2007 die größten Herausforderungen, als Sie sich entschlossen, den Pflegedienst zu erwerben?
Welche Ängste trieben Sie um, und was hat Sie bewogen, den Schritt zu wagen?

Die größten Ängste rührten daher, dass ich manchmal glaubte, den Anforderungen nicht gewachsen zu sein.

Ich hatte schon einen kleinen Schritt gemacht, weil ich bereits als Pflegedienstleitung in dem Unternehmen tätig war. Aber Inhaberin eines Pflegedienstes zu sein, das war für mich noch eine andere, eine größere Hausnummer.

Ich musste ja in allen Fragen fit sein, nicht nur in meiner eigentlichen fachlichen Arbeit, sondern auch in steuerlichen, kaufmännischen Fragen und in der Führung meines Teams.

Daraus erwächst ja auch eine Verantwortung, denn die Mitarbeiter vertrauen dir und wollen, dass du den Pflegedienst erfolgreich führst. Das ist ja eine existenzielle Frage für alle.

Würden Sie den Schritt heute noch einmal genauso gehen, wenn Sie erneut vor dieser Wahl stünden?

Ja und Nein.

Warum Nein?

Weil ich im Leben nicht geahnt hätte, mit wieviel Bürokratieaufwand das alles hier verbunden ist. Und der Aufwand ist nicht geringer geworden, sondern stetig gewachsen.

Was stört Sie in dem Zusammenhang am meisten?

Wissen Sie, bei den jährlichen Qualitätsprüfungen ist es wichtiger, ob ein Haken auf dem Papier richtig gesetzt ist. Das sagt ja noch nichts über die eigentliche Qualität in der täglichen Pflege aus.

Ich mache den Prüfern keinen Vorwurf. Sie müssen sich an ihre vorgegebenen Kriterien halten.

Aber ich würde mir wünschen, dass die praktischen inhaltlichen Pflege- und Betreuungsaspekte stärker in das Prüfergebnis eingehen. Ich glaube, das täte dem Qualitätsanspruch gut, den wir alle ohne Zweifel haben.

Was macht Ihr Team aus, was schätzen die Kunden an Ihnen und Ihren Mitarbeiterinnen in der täglichen Betreuung und Pflege?

Ich habe mal in einem früheren Interview gesagt, dass ich nichts auf ‚meine Mädels‘ kommen  lasse. Und das sehe ich heute auch noch so.

Es ist mir unglaublich wichtig, dass wir uns in unserem Team alle zusammen sehr wohlfühlen, denn nur so können wir die Aufgaben schaffen.

Sagen Sie eigentlich alle „du“ zueinander?

Ja. Das lockert die Atmosphäre auf und man kann ungezwungener auch über schwierige Themen reden.

Aber ist es manchmal für Sie nicht auch schwierig, eine Mitarbeiterin zu „duzen“ und ihr trotzdem die Meinung zu sagen?

Natürlich gibt es da schon gewisse Hemmungen.
Aber mir geht es eigentlich um etwas Anderes.

Nämlich?

Dass ich offen und ehrlich mit jedem reden kann.
Dabei überlege ich mir schon, was ich wem zu welchem Zeitpunkt in welcher Art sage.

Sie merken schon, das „du“ weicht hier keine Anforderungen auf, sondern es geht darum, dass wir den gegenseitigen Respekt und die Wertschätzung füreinander haben. Das muss beim „Sie“ oder aber beim „Du“ der Fall sein.

Ansonsten bringt uns das „Du“ eine gelöstere Atmosphäre und wir genießen es auch, vertraut miteinander umzugehen.

Haben Sie auch privaten Kontakt zu Ihren Mitarbeiterinnen?

Wissen Sie, dass bleibt in einer Kleinstadt gar nicht aus. Wir feiern gern, sitzen zusammen und sprechen über unsere Träume, Wünsche und Sorgen.

Dadurch entwickelt sich ein ganz anderes Verständnis füreinander.
Ich verstehe zum Beispiel viel besser, warum vielleicht jemand gerade nicht am Wochenende arbeiten kann oder wo ich einer Mitarbeiterin in einer schwierigen Situation helfen kann.
All das hat uns noch mehr zusammengeschweißt.

Am 12. Mai wird jährlich der internationale Tag der Pflege begangen. Das geht zurück auf die britische Krankenschwester Florence Nightingale, die für eine selbstständige Fachrichtung kämpfte – eine eigenständige Pflege und Betreuung.
Was brennt Ihnen aktuell unter den Nägeln, wenn wir über Ihre Anforderungen an eine moderne und zeitgemäße Pflege sprechen?

Den Abbau von Bürokratie in den Abläufen und in der Dokumentation habe ich ja schon genannt.

Was mir und meinem Team ebenfalls auf den Nägeln brennt ist die Tatsache, dass es nicht leichter geworden ist, motivierte junge Pflegekräfte zu finden.

Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Zum einen sollte das Ausbildungsprofil in der Pflege weiter geschärft werden. Mitunter haben wir zu ‚schwammige Begriffe‘, was die Berufsbezeichnungen anbetrifft. Hier sollte schon von Anfang klar sein, dass es um eine Tätigkeit in der Pflege geht, die ein bestimmtes Anforderungsprofil hat.
Die weitere Untergliederung zum Beispiel von Hilfskräften in den unterschiedlichen Bereichen ist eher verwirrend.

Wofür plädieren Sie?

Für eine Ausbildung zum Pflegehelfer, der einzelne Bereiche, zum Beispiel die Hauswirtschaft umfasst.

Oder: Eine fundierte Ausbildung zur Pflegefachkraft, mit der Maßgabe, sich zukünftig weiter zu spezialisieren.
Übrigens: Wir sind stolz darauf, dass wir nicht nur reden, sondern selbst ein Ausbildungsbetrieb sind.

 Bilden Sie zurzeit jemanden aus?

Ja, wir haben einen jungen Mann bei uns, der eine Ausbildung zum staatliche anerkannten Pflegehelfer absolviert. Außerdem arbeitet hier gerade eine Praktikantin.

 Was wünschen Sie sich am meisten, wenn wir über künftige Pflegekräfte sprechen?

Ein klares Bekenntnis zu dem, was sie später machen  wollen. Leidenschaft für das, was man tut.

Das danken einem die Menschen, für die wir ja da sein wollen, am meisten. Die Medien sollten das Thema noch komplexer beleuchten.

Wie meinen Sie das?

Nicht nur die negativen Seiten aufzeigen. Auch nicht über den „grünen Klee“ loben.

Sondern einfach den Beruf der Pflegekraft in seiner Härte, Schönheit zeigen und in seinem Potenzial, dass Menschen darin ihre Berufung finden können.

Worauf sind Sie besonders stolz?

Dass ich die Herausforderungen bewältigt habe, unser Unternehmen erfolgreich führen konnte, und dass wir heute ein im Ort bekannter und anerkannter Pflegedienst sind.

Frau Naber, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Kontakt:
Häuslicher Pflegedienst "Schwester Andrea Berkner"
Inhaberin: Schwester Sandra Naber
Otto - Lilienthal- Strasse 9
17268 Templin
Telefonnummer: (03987) 54830
Telefaxnummer: (03987) 54830
E-Mail: pflegedienst.templin@gmx.de

 

 

CONVERSATIONS WITH A PRIMA BALLERINA (13)

INTERVIEW WITH IANA SALENKO AND MARIAN WALTER ON MAY 07, 2019

Iana, last time we saw each other was two months ago. How are you today?
I’m fine. Of course I’m a little scared of the impending birth but I am excited because a new life is coming to our family.

So is the birth a big challenge for you?
Yes of course. Not only the birth itself, but also the thoughts that go along with it. I worry about how it will be and how I will get back to my job. I carry many fears and doubts with me.

What kind of fears and doubts, for example?
I wonder how my career will continue and if I will be able to do it all. Nevertheless, the joy of having a child outweighs all my fears.

Iana, I remember seeing you and Marian for the first time. That was just before the birth of your first child. Now you are standing before the birth of your second child and you’re beaming even more today.

Well, back then I was younger and less experienced and I was not very self-confident. Since then I have learned a lot and gained experience which has given me more confidence.

Marian, do you agree?
Yes, definitely. I think that Iana has much more self-confidence today. And what’s important is that she worked very hard for it.

Do you think that your wife has gained mental strength?
Yes she has.

How is that expressed?
Well, she’s more open to people and they can feel what a fantastic person she is, and how modest she has stayed with everything.

I can attest to that too.
Iana, of course, the readers are interested in where you get the power to perform at your best while balancing that with your family life.

Personally, I think that you can only achieve your own peak performance if you are ready to do it in your head.

So you believe in the power of your thoughts?
Yes absolutely. Otherwise, you can not muster the necessary self-discipline and willpower to get where you want to go.

Marian, Iana, how do you handle the moment right before going on stage? How do you prepare yourself to give everything to the audience?
Marian:
Everyone handles the challenges and excitement before a performance differently. When you’re not excited, you’re not aware of the energy you need to use in order to meet those challenges.
Iana:
For me, it’s important that I visualize how I want to dance for the audience. Then during the performance I am able to step out of myself and to sense what the audience wants.

These are almost supernatural powers, right?
No, it’s just the focus and willpower necessary to give my best performance. This is something you always have to keep working on and improving. Marian and I help each other to achieve this and then find the balance.

Iana, can you give an example of how you find your inner-self?
I listen to classical music, close my eyes and imagine that I am lying by the sea. Classical music speaks to me and relaxes me a lot. It takes away my tension and makes me feel alive. Once I am relaxed, I start to think about what I can do to live a healthy life and take care of myself mentally.

What have you gained from your personal mental training?
I understand how to control my thoughts. As an artist, sometimes you are up and sometimes you are down. But it’s so important to use the power of your thoughts and that’s what I do.

Marian:
You have to use the good thoughts. In the past I slipped too much into the negative thoughts. My wife has an incredibly positive mental power. Nevertheless, it is difficult for her to accept herself as she is.
Iana:
I always find something that makes me want to become even more perfect. But I am already satisfied as I am right now.

Marian, what is the meaning of your inner world to you when talking about mental strength?
Marian:
You can go anywhere in your mind and that’s fantastic. If you have your goal already in your mind and you can see the end result, you can then figure out what you need to achieve it.
Iana:
I deal a lot with mental strength. Mental strength requires a lot of mindfulness. When you go on stage, you have to be completely with yourself.

How do you deal with conflicts between each other?
Iana:
We talk more than we used to. That helps a lot.
Marian:
Yes that’s true. In the past, Iana only retired to her shell. Today we can talk things through much better. This is a very good development that we both made. However, I still have to find out for myself what the causes of conflict are in certain situations. But I think that everyone has these experiences in their marriage.
Iana:
You have to talk, so that you understand each other. I like to ask questions. I would much rather find out the answers than torment myself with doubts.

Did the time of pregnancy help you get more insights here?
Yes, time has given me the opportunity to reflect on what makes me different.

What are the most important insights for you?
I can see much more clearly, what I need to do in my family life and work life.

Iana, Marian, thank you very much for the interview and the insights you have given me.
I keep my fingers crossed for you and look forward to seeing you after the birth of your son.

GESPRÄCHE MIT EINER PRIMA BALLERINA (13)

INTERVIEW MIT IANA SALENKO UND MARIAN WALTER AM 07. MAI 2019

Link to the english version: https://uwemuellererzaehlt.de/2019/05/23/conversations-with-a-prima-ballerina-13/

Iana, wir haben uns das letzte Mal vor zwei Monaten gesehen, wie geht es dir heute?

Mir geht es gut, aber ich habe natürlich ein wenig Angst vor der bevorstehenden Geburt. Ich bin aufgeregt, weil in Kürze ein neues Leben in unsere Familie tritt.

Also ist das schon eine große Herausforderung für dich, das alles gut zu bewältigen?

Ja, natürlich. Nicht nur die Geburt selbst, sondern auch die Gedanken, wie es danach wird, wie ich zurück in meinen Beruf komme. Ich trage sehr viele Ängste, Zweifel in mir.

Welche?

Zum Beispiel, ob ich das alles schaffe, und wie sich meine Karriere weiter gestalten wird. Trotzdem überwiegt bei mir die Freude auf das Kind, darauf, dass wir bald ein neues Familienmitglied haben.

Iana, ich weiß noch, wie ich dich und Marian das erste Mal besucht habe. Das war kurz vor der Geburt deines ersten Kindes. Jetzt stehst du vor der Geburt deines zweiten Kindes. Du strahlst heute mehr.

Naja, damals war ich einfach jünger, unerfahrener und ich war nicht sehr selbstbewusst. Inzwischen habe ich gelernt, so manche Erfahrung gesammelt. Ich bin also souveräner, selbstbewusster geworden.

Marian, siehst du das genauso?

Ja, auf jeden Fall. Ich finde, dass Iana heute tatsächlich ein stärkeres Selbstvertrauen zu sich selbst hat. Und wichtig ist, dass sie sich das alles sehr hart erarbeitet hat.

Glaubst du, dass deine Frau an mentaler Stärker hinzugewonnen hat.

Ja, das hat sie.

Wie drückt sich das aus?

Nun, sie geht offener auf Menschen zu. Die Leute spüren gerade im direkten Kontakt mit ihr, was für ein phantastischer Mensch sie ist, und wie bescheiden sie bei allem geblieben ist.

Das kann ich nur bestätigen. Iana, die Leser interessiert natürlich, woher du die Kraft nimmst, um Spitzenleistungen abzurufen und dabei noch in der Balance mit der Familie bleibst.

Das ist ein weites Feld. Ich persönlich denke, dass du nur dann deine eigenen Höchstleistungen erreichst, wenn du vorher im Kopf dazu bereit bist.

Also glaubst du auch an die Macht deiner Gedanken?

Ja, absolut. Sonst kannst du gar nicht die nötige Selbstdisziplin und Willensstärke aufbringen, um genau dahin zu kommen, wo du hinmöchtest.

Marian, Iana, wie geht Ihr eigentlich kurz vor Euren Auftritten damit um, dass Ihr im nächsten Moment alles für das Publikum geben wollt?

Marian:

Jeder geht mit den Herausforderungen anders um. So wie zum Beispiel mit der Aufregung vor dem Auftritt. Wenn du nicht aufgeregt bist, dann sensibilisierst du nicht, welche Energien du mobilisieren musst, um eben diese Herausforderungen zu bestehen.

Iana:

Für mich ist wichtig, dass ich vor meinem Auge visualisiere, wie ich für das Publikum tanzen will. Und während der Vorstellung bin ich in der Lage, sozusagen aus mir selbst herauszutreten und zu erspüren, was das Publikum will.

Das sind ja fast übersinnliche Kräfte, oder?

Nein, das ist der fokussierte Wille, Spitzenleistungen für mein Publikum abzurufen. Und daran muss man natürlich immer wieder feilen. Wir helfen uns gegenseitig, das zu erreichen und auch hinterher wieder die Balance zu finden.

Kannst du mal ein Beispiel geben, wie du, Iana, zu dir findest?

Ich höre klassische Musik, schließe die Augen, stelle mir vor, dass ich am Meer liege. Die Musik entspannt mich sehr. Die klassische Musik spricht zu mir. Die Musik nimmt mir die Anspannung. Ich habe dann das Gefühl, dass ich noch lebe. Dann kommen mir die Gedanken, was ich tun kann, um gesund zu leben, etwas für mich mental zu tun.

Was verstehst du unter deinem persönlichen mentalen Training?

Ich verstehe darunter, meine Gedanken zu kontrollieren. Manchmal ist man als Künstler unten und manchmal oben. Die Gedanken sind entscheidend. Ich nutze die Macht meiner Gedanken.

Marian:

Du musst die guten Gedanken nutzen. Früher bin ich zu sehr in die negativen Gedanken abgeglitten. Meine Frau hat eine unglaublich positive mentale Kraft. Trotzdem fällt es ihr ab und an schwer, sich so zu akzeptieren, wie sie ist.

Iana:

Ich will eben stets noch perfekter werden. Ich finde immer etwas, warum ich noch perfekter werden will.

bin aber auch schon zufrieden, so wie ich jetzt bin.

Marian, welche Bedeutung hat für dich der Begriff deiner inneren Welt, wenn wir über mentale Stärke reden?

Marian:

Du kannst im Kopf überall ‚hinreiten‘ und das ist phantastisch. Nur, wenn du in Gedanken dein Ziel schon einmal vor Augen hast, es toll findest, dort anzukommen, wirst du danach auch die nötigen Kräfte mobilisieren.

Iana:

Ich beschäftige mich viel mit mentaler Stärke. Mentale Kraft erfordert viel Achtsamkeit. Wenn du auf die Bühne gehst, musst du ganz bei dir sein.  

Wie tragt Ihr eigentlich Eure Konflikte aus?

Iana:

Wir reden mehr, als wir es früher getan haben. Das hilft ungemein.

Marian:

Ja, das stimmt. Früher hat sich Iana nur in ihr Schneckenhaus zurückgezogen. Heute können wir besser miteinander über einzelne Punkte sprechen. Das ist eine sehr gute Entwicklung, die wir beide genommen haben.

Ich muss aber immer noch selbst herausfinden, worin die Ursachen in bestimmten Konfliktpotenzialen liegen. Doch ich denke, das kennt jeder aus seinem Ehealltag.

Iana:

Man muss reden, damit man verstanden wird, sich gegenseitig versteht. Ich stelle gern Fragen. Wichtig für mich sind die Antworten. Ich will nicht an den Zweifeln zerbrechen, mich selbst zerstören, sondern Wege finden, die mich weiterbringen.

 Hat dir die Zeit der Schwangerschaft geholfen, hier zu mehr Einsichten zu gelangen?

Ja, die Zeit hat mir die Möglichkeit gegeben, mich auf das zu besinnen, was mich ausmacht.

 Was sind für dich die wichtigsten Erkenntnisse?

Ich sehe jetzt noch besser, was zu tun ist, in der Familie, im Beruf.

Iana, Marian, ich bedanke mich herzlich für das Gespräch und die Einblicke, die Ihr mir gegeben habt. Ich drücke die Daumen für Euch und freue mich mit Euch, dass die Geburt Eures Sohnes bevorsteht.

 

 

MENSCHEN IN DER PFLEGE (10)

FREIE ALTEN- UND KRANKENPFLEGE e.V.  (FAK e.V.)
TRADITION UND PFLEGE UNTER EINEM DACH

Ich kenne kaum eine Einrichtung, die mit so viel Herzblut und Spaß an der Arbeit agiert. Ein Umstand, der die Ansprüche nicht zu Worthülsen verkommen lässt.

Lebensqualität individuell zu gestalten, das hat die FAK e.V. hundertfach in den vergangenen Jahrzehnten bewiesen. Fachliche Kompetenz, Mitmenschlichkeit haben hier ihre Wurzeln und sind der nachhaltigste Grund für die wachsende Nachfrage nach Pflege und Betreuung in der FAK e.V.

Der Ursprungsgedanke, auf den die Gründung der Freien Alten- und Krankenpflege e.V. zurückgeht war,  die Selbstbestimmungsrechte der Betroffenen zu stärken und deren Bevormundung in und durch die Institutionen aufzubrechen.

Der FAK e.V. begann 1988 damit, alte und kranke Menschen in ihrem gewohnten häuslichen Umfeld zu pflegen und zu betreuen.

Ich berichte nicht das erste Mal darüber, was die FAK e.V. in den vergangenen Jahrzehnten geschaffen hat.

Und trotzdem: Es ist immer wieder für mich erstaunlich, was eine gut durchdachte Konzeption und der nötige Umsetzungswille an Resultaten für die Pflege- und Hilfsbedürftigen in und um Essen gebracht hat.

Da ist zum Beispiel das ‚Lebens- und Erlebenshaus „Im Neuland“‘ in Essen – Altendorf, das das ehemalige Stadthaus für Betreutes Wohnen ersetzt hat und in dem nun in neuen Räumen zwei Wohngemeinschaften betreut und versorgt werden.

Oder die Pflege-Wohngemeinschaft im Beginenhof in Essen-Rüttenscheid, in denen Frauen, die nicht mehr allein ihren Alltag bewältigen können liebevolle Unterstützung erhalten und so ein selbstbestimmtes Leben überhaupt weiterführen können.

In Altenessen erleben wir eine Wohngemeinschaft für Menschen, die an Demenz leiden und die entsprechend begleitet, angeleitet und betreut werden.

Die Freie Alten-und Krankenpflege betreibt ein Gesundheits- und Sozialzentrum in der Vogelheimer Straße, in der unter anderen die ambulante Pflege angesiedelt ist.

Es gibt keinen Stillstand: Weitere Vorhaben sind in der Planung bzw. bereits in der Realisierungsphase.

Für zwei Wohngemeinschaftshäuser in der Germaniastraße und in der Stapenhorststraße sind die Verträge unterzeichnet und der Baubeginn steht unmittelbar bevor.

Die Objekte sollen in 2020 fertiggestellt werden. 48 Menschen werden dort ihr neues Zuhause finden. In beiden Häusern wird es ein Tagespflege- Angebot geben. Im gleichen Jahr ist die Fertigstellung einer neuen Demenz WG in Essen vorgesehen, in der Münchener Straße.

„Das ist ein Sanierungsobjekt, das wir mit unserem bewährten Partner „GEWOBAU“ realisieren wollen“, sagt Michael Jakubiak.

„Das ist allerdings erst der Beginn der Herausforderung, die wir in diesem Zusammenhang bewältigen müssen. Alle Objekte müssen eingerichtet werden und es gilt, fachkundiges Pflegepersonal zu finden“, ergänzt er. Michael Jakubiak freut sich auf ein Konzert des Essener Sinfonieorchesters, das es „Im Neuland“ geben wird.

Bereits im vierten Jahrzehnt, in denen die FAK e.V. den Pulsschlag in Sachen individueller Pflege, Betreuung und Versorgung mit vorgibt

Die Freie Alten- und Krankenpflege kann auf eine über dreißigjährige Tradition zurückblicken.

Sie geht zurück auf eine soziale Bewegung in den 70- bis 80-iger Jahren, die Lebensumstände für ältere Menschen zu verbessern, insbesondere für diejenigen unter ihnen, die auf Hilfe und Betreuung angewiesen waren.

„Wir wollten, dass selbst pflege- und hilfsbedürftige Menschen ein selbstbestimmtes Leben führen, sich ihre Lebensqualität in den eigenen vier Wänden erhalten können“, erinnert sich Michael Jakubiak an diese Zeit zurück, in der er als Vorstandsmitglied des Senioren Schutzbund „Grauen Panther“ maßgeblich diese Projekte mit voranbrachte.

Michael Jakubiak hatte selbst in seiner Zeit als Altenpfleger und Pflegedienstleitung in einem Pflegeheim erfahren, warum Änderungen dringend geboten waren. Zu wenige Pflegekräfte, mangelnde fachliche Qualifikation gingen einher mit permanenter Überforderung.

„Vor allem die individuelle Pflege und Betreuung blieb auf der Strecke. Aber genau das wollten die Menschen, in den Pflegeheimen nicht weiter hinnehmen, und genau das wollten wir auch nicht.“
Also ging Michael Jakubiak gemeinsam mit Gleichgesinnten daran, diese Zustände zu verändern.

Sie gründeten im Jahr 1988 den gemeinnützigen Verein „Freie Alten – und Krankenpflege“ e.V.

Der Anfang war schwer und es mussten eine Menge an Hürden überwunden werden. An Vorbehalten der kommunalen und politischen Entscheidungsträger und an der anfänglichen Verweigerungshaltung der Krankenkassen mangelte es nicht.

„Wir haben nicht aufgegeben. Im Gegenteil. Jeder Stein, der uns im Weg lag, war auch ein „Stein des Anstoßes.“ Wir sahen diesen nicht als ein bloßes Hindernis an, sondern vor allem als eine Möglichkeit, unsere Ideen und Vorhaben gegen alle Widerstände durchzusetzen und dabei kreative Energien zu entwickeln“, so Michael Jakubiak heute.

Kontakt:
Freie Alten- und Krankenpflege
FAK e.V. Essen
Krablerstr. 136
45326 Essen
Fon: 0201. 83 52 80
Fax: 0201. 83 52 855
E-Mail: info@fak.de
Internet: www.fak.de
Geschäftsführer:
Michael Jakubiak
Jörg Blaschke

MENSCHEN IN DER PFLEGE (11)

EVA HILLEBRECHT MACHT DEM TAG DER INTERNATIONALEN PFLEGE ALLE EHRE

Am 12. Mai wird in jedem Jahr der Tag der internationalen Pflege begangen, zu Ehren von Florence Nightingale.
Sie wurde an diesem Tag im Jahr 1820 in Florenz geboren und starb am 13. August 1910 in London.

Florence Nightingale war eine britische Krankenschwester und hat viel dafür getan, eine moderne Krankenpflege zu begründen. Sie kämpfte dafür, dass die Pflege ein selbstständiger Zweig sein sollte, der von Grund auf erlernt sein wollte.

Und so warb sie dafür, dass erfahrene Pflegekräfte die Berufseinsteiger ausbilden sollten. Als ich mich aus Anlass des Internationalen Tages der Pflege mit der Persönlichkeit von Florence Nightingale beschäftigt habe, da kam mir unwillkürlich Eva Hillebrecht in den Sinn.

Warum?
Nun, weil es Ähnlichkeiten im Denken und Handeln beider Persönlichkeiten gibt. Natürlich reden wir über unterschiedliche Menschen, unterschiedliche Zeiten und Rahmenbedingungen.
Florence Nightingale wirkte Anfang des 19. Jahrhunderts. Eva Hillebrecht ist heute eine erfolgreiche Unternehmerin und Inhaberin des Pflegedienstes Danz Consult in Kassel.

Eva Hillebrecht konnte bereits auf zweieinhalb Jahrzehnte Wissen und Erfahrungen als Krankenschwester zurückblicken, als sie in die ambulante Pflege ging

Eva Hillebrecht hat nahezu 25 Jahre im medizinischen Dienst gearbeitet und ist erst dann in die Pflege gewechselt – aus Überzeugung übrigens. Einfach, weil es für sie bis heute wichtig ist , Pflege- und Hilfsbedürftige individuell und mit Herz zu betreuen.

Zuvor hat sie ihre Erfahrungen auf verschiedenen Stationen im Krankenhaus gemacht – auf der Unfallchirurgie, der Allgemeinchirurgie, HNO, Urologie, Augen, Orthopädie.

Sie hat sich also im Verlaufe der Jahre ein fundiertes Wissen und Können im medizinischen Bereich als Krankenschwester aneignen können.

Sie erfuhr aber auch, wie schwer es war, mitunter das ärztliche Personal davon zu überzeugen, dass es um mehr geht, als den Patienten lediglich medizinisch zu versorgen.

Vielmehr wollte sie ein ganzheitliches Herangehen, eine Sicht, die den Menschen sieht, in seiner Bedürftigkeit, aber auch mit seinen psychischen, sozialen und geistigen Besonderheiten.

„Ich habe immer wieder während meiner Tätigkeit als Krankenschwester dafür gekämpft, dass die Patienten fachlich auf hohem Niveau betreut werden.

Und dazu gehört eben auch zu wissen, was sie bewegt, wie wir ihnen selbst in kleinen Dingen helfen können“, sagt sie rückblickend dazu.

Heute ist sie mehr denn je davon überzeugt, dass es richtig war, einen eigenen ambulanten Pflegedienst aufzubauen.

Fachliches Wissen verknüpft mit persönlichen Engagement und Interesse am einzelnen Menschen stärkt die Lebensqualität der Pflege- und Hilfsbedürftigen und ihrer Angehörigen

„Wir sind eine eingeschworene Gemeinschaft von Pflegekräften, die alle von dem Wunsch beseelt sind, den uns anvertrauten Klienten zu helfen. Deshalb streben wir jeden Tag danach, das bestmögliche herauszuholen, die Pflege- und Hilfsbedürftigen in ihrer Häuslichkeit zufriedenzustellen“, sagt Eva Hillebrecht.

Sie ist zutiefst davon überzeugt, dass es nicht nur um die fachliche Seite der Pflege und Betreuung geht. Nein, sie möchte, dass die Menschen, die gepflegt werden, ein Stückchen ihrer Lebensqualität erhalten oder zurückgewinnen können.

Eva Hillebrecht wünscht sich, dass die Politik die ambulante Pflege noch wirksamer fördert.

„Die Menschen wollen doch in ihrer Mehrheit am liebsten in den eigenen vier Wänden gepflegt und betreut werden. Das geht nur, wenn wir über genügend Pflegekräfte und die entsprechenden finanziellen Mittel verfügen. Ich denke, dass hier noch mehr getan werden muss“, so Eva Hillebrecht.

Sie ist ein fröhlicher Mensch. Jemand, der mit Humor die Herausforderungen angeht. Sie kann klare Ansagen machen. Doch das, was die Menschen an ihr lieben, das ist ihr Herz, ihre unverkrampfte Art, die Dinge anzugehen, Probleme zu lösen.

Wenn sie sich eine Pause gönnt, dann widmet sie sich ihrer Hündin Nila, einem Golden Retriever. Der Autor ist davon überzeugt: Wer so einen Hund an seiner Seite hat, der kann einfach nur ein herzlicher Mensch sein.

Eva Hillebrecht hat viel zu sagen und viel zu geben. Und das tut sie auch noch, Tag für Tag. Es ist gut, dass solche Menschen in der Pflege Verantwortung tragen.  Sie steht aus meiner Sicht ihrer Vorgängerin im Herzen und im Denken in nichts nach.

Florence Nightingale kämpfte vor langer Zeit als Pionierin für eine eigenständige Pflege. Eva Hillebrecht hat durch ihren persönlichen Beitrag mitgeholfen, dieses Erbe umzusetzen, es weiterzuführen. Die Pflege- und Hilfsbedürftigen in und um Kassel ziehen ihren seit vielen Jahren ihren Nutzen daraus und danken es ihr und ihrem Team.

Kontakt:
Danz Consult Pflegedienste
Altenbaumer Straße 29
34134 Kassel
Telefon: 0561- 46 260
Telefax: 0561- 473215
E-Mail: danzconsult@aol.com
Homepage: www.danz-consult.de

MEIN FREUND, DER ALLTAG (57)

WIR MÜSSEN IN DIE REHA-KLINIK

„Denk‘ dran, wir müssen heute in die Reha-Klinik. Ich muss mich zur Gymnastik anmelden und das geht nur donnerstags.“

Das sagte Klara mir donnerstagfrüh, bevor sie kurz nach fünf Uhr dem Bahnsteig zustrebte. Warum sollte ich daran denken, wenn Klara mir sagte, dass sie donnerstags in die Reha-Klinik müsse, um sich anzumelden?

Sie hatte mit der Information am Montag begonnen, und nun hatten wir Donnerstag. Ich hörte es also jetzt zum vierten Mal. Selbst wenn ich dement wäre, würde ich das wohl behalten. Ich nickte nur zustimmend.

„Holst du mich denn 15.00 Uhr hier ab?“, fragte Klara noch. Das war eine geschlossene Frage. Ich konnte also mit ‚ja‘ antworten.

Aber es wäre spannender wenn ich die anderen Antwortmöglichkeiten ebenfalls ausschöpfen würde: ‚nein‘, ‚ich weiß noch nicht‘, vielleicht, ‚ich überleg‘ es mir noch am Vormittag und ruf dich zurück‘.

Aber mit Klara konnte man das nicht machen. Sie war entschieden dagegen, auf den Arm genommen zu werden. Sie kam auch nicht auf die Idee mir zu einfach zu sagen, dass ich 15.00 Uhr pünktlich am Bahnhof sein sollte.

Das wäre eine klare Ansage für mich. Und der Ticker würde bei mir ab 14.40 Uhr laufen – Computer aus, Schreibtischhose aus, Jeans an, Portemonnaie, Handy, Autoschlüssel, Schuhe anziehen, Tür zuzuziehen, einsteigen, losfahren und sich fragen, ob man die Tür auch wirklich zugezogen und abgeschlossen hat. Aber all das ersparte ich mir.

Gegen 14.30 Uhr kam noch einmal ein Anruf von Klara:
„Ich bin 15.12 Uhr da. Holst du mich dann ab?“

Was sollte ich machen?
„Ich ziehe gerade die Jeans an“, sagte ich.
„Ist das nicht ein bisschen früh?“, fragte Klara jetzt besorgt.
Ich könnte ja noch eine Salsa im Wohnzimmer tanzen. Der Computer war ja schon aus. Doch ich kannte keine Salsa.

Also stieg ich ins Auto. Wenn ich Zeit hätte, würde ich mir zum Vertreib noch einmal das Video ansehen, auf dem zu sehen ist, wie Krümel mit mir telefoniert und wie sie auf meine Fragen mit einem Augenaufschlag reagiert.

„Hast du lange warten müssen?“, fragt Klara mich beim Einsteigen.
„Ja, ich habe aber zum Zeitvertreib noch ein paar Turnübungen auf dem Dach gemacht, zum Aufwärmen sozusagen für deinen Gymnastikkurs.“

Klara schwieg. Wir fuhren in die Reha-Klinik und hielten auf dem Parkplatz davor. Klara war schon vorgegangen, weil sie bis 16.00 Uhr bei der Anmeldung gewesen sein musste. Ich ging gemächlich den Weg zur Eingangshalle hoch. Es roch nach frisch gemähtem Gras.

JEEPY (24)

DER VERKÄUFER NERVT DEN FAHRER MIT EINER NEUEN IDEE
WAS BISHER WAR:
Der Fahrer hat versucht, die Ränder der Schatzkarte auf alt zu trimmen, hat die sie angezündet und dabei die Karte vernichtet.

Der Fahrer ist am Vortag früh ins Bett gegangen. Am nächsten Morgen stand er auf und machte sich sofort daran, die Schatzkarte neu zu basteln.

Er ging in die Küche und suchte nach dem Backpapier, dass er sich gestern schon zurechtgelegt hatte.

„Verdammt, wo ist das Papier hin. Das lag doch gestern noch hier“, fluchte er.
„Was suchst du denn schon wieder?“, fragte seine Frau.

„Und dann noch am Samstag. Reicht es nicht, dass wir in der Woche um vier Uhr aufstehen!“

„Ne, reicht nicht“, brummte der Fahrer.
„Wo ist das Backpapier, das ich hier gestern hingelegt habe?“
„Das habe ich in die Papiertonne geworfen, weil es schon so zerknüllt war.“

„Das kann doch nicht wahr sein. Ich habe das Papier extra zerknüllt, damit die Karte echt aussieht“, rief der Fahrer nun nach oben.
„Ach, deine Vorbereitungen auf die Schnitzeljagd sind ein Horror“, rief seine Frau entnervt runter.

„Schon gut, ich bin schnell fertig“, sagte der Fahrer, ging zur Papiertonne, fingerte das Backpapier wieder raus und legte es in der Küche auf den Tisch.

„Willst du das Frühstück machen?“ Seine Frau stand direkt hinter ihm.
„Nein, du kannst das doch so gut“, sagte der Fahrer.
„Aber kannst du mir vorher nicht helfen, die Schatzkarte wiederherzustellen, und zwar bevor Krümel wach wird?“

Die Frau vom Fahrer willigte ein und sie hatten die Karte schnell wieder neu gezeichnet.

„Wir müssen die jetzt noch die Tintenflecken wieder aufs Papier zaubern, die Krümel mit ihren Fingern draufgeschmiert hatte.“
„Wehe, dann kippst du doch noch das ganze Tintenfass aus und wir müssen noch einmal von vorn anfangen.“

„Gut, dann hole ich vom Schreibtisch schnell einen Blaustift und male die umliegenden Seen so ein.“
Endlich war alles geschafft und sie konnten frühstücken.
„Nachher kommt noch der Verkäufer von JEEPY vorbei.“

„Warum?“
„Weil wir besprechen wollen, wie es weitergeht, und wie der Stand der Vorbereitung ist.“ Der Fahrer ging ins Wohnzimmer und begann in der Wochenendausgabe der Berliner Zeitung zu lesen.

Der einzige Luxus, den er sich gönnte, bevor er sich wieder an seinen Schreibtisch hievte. Es klingelte und der Verkäufer stand vor der Tür.
„Na, wie sieht die Karte aus?“, fragte er schon am Eingang.
„Ja, gut“, sagte der Fahrer stockend.
„Hm“, antwortete der Verkäufer, nachdem er einen Blick auf die Karte geworfen hatte.

„Was haltet ihr davon, wenn wir die moderne Form der Schnitzeljagd anwenden?“
„Was für eine moderne Form? Ich bin froh, dass ich die Karte fertighabe“, sagte der Fahrer.

„Aber die sieht doch aus, als hätte jemand das Papier weggeworfen, in dem vorher seine Brote eingewickelt waren.“ Als der Verkäufer den Blick des Fahrers sah, da sprach er schnell weiter:

„Bei Geocaching brauchen wir gar keine Karte. Wir verstecken im Wald einfach die Schatztruhe und im Internet veröffentlichen wir den Standort.“
„Willst du eine Massenwanderung?“, fragte der Fahrer ihn nun.
„Wir können das so machen, dass es nur diejenigen mitbekommen, die es auch mitbekommen sollen. Man kann auch kryptografisch etwas machen, also Verschlüsselungsmethoden anwenden, dann wird es noch mysteriöser.“

„Muss ich vorher noch den Mond umkreisen, bevor ich auf die Schatztruhe stoße, in der Schorfheide? Oder ist das zu unspektakulär?“

„Jetzt beruhig‘ dich mal wieder. Wir haben ja die Smartphones und über eine App können wir schnell den Standort finden“, sagte der Verkäufer.

„Na eher findet Krümel noch den Standort über dein iPhone, als du es kannst“, sagte seine Frau. Jetzt fiel sie ihm auch noch in den Rücken.

„Also, ich will jetzt diese Schatzkarte hier verwenden. Du kannst ja in der Zwischenzeit dein Geocaching trainieren. Aber mit den Kindern machen wir das auf die althergebrachte Weise. Die haben doch gestern gerade mit viel Freude das Backpapier bemalt“, sagte der Fahrer.

„Gut, dann lass uns mal besprechen, was in die Schatztruhe soll“, sagte der Verkäufer versöhnlich.

JEEPY (23)

DER FAHRER VERBRENNT SICH DIE FINGER
WAS BISHER WAR:
Der Fahrer hat die Schatzkarte mit Tee übergossen, damit sie nach dem Trocknen schön alt aussieht.

Die Kinder sind nach Hause gegangen. Nur die Schatzkarte liegt noch unter dem Carport von Jeepy auf dem Tisch. Sie soll trocknen.
Der Fahrer schaut nach ihr und prüft, wie weit das Ganze fortgeschritten ist.

„Donnerwetter, das ging aber schnell“, ruft der Fahrer.
„Sprichst du mit mir?“, ruft seine Frau aus der Küche. Sie bereitet gerade das Abendbrot vor.

„Nein, ich denke nur laut“, antwortet der Fahrer.
„Eigentlich könnte ich die Ränder noch heute Abend mit dem Streichholz anzünden. Dann sieht die Karte richtig alt aus“, murmelt er vor sich hin und geht in die Küche.

„Was willst du mit den Streichhölzern?“, fragt seine Frau ihn.
„Ach, ich will nur die Ränder von der Karte ein bisschen abbrennen“, antwortet der Fahrer.

„Pass bloß auf, dass du nicht noch mehr anzündest“, sagt seine Frau und wirft ihm einen misstrauischen Blick zu.
„Das ist doch nicht schwer, immerhin mach‘ ich das höchstpersönlich, damit nichts schiefgeht.“

„Das ist ja meine Sorge“, entgegnet seine Frau und dreht sich seufzend zum Herd um.
„So, jetzt geht’s los!“, ruft der Fahrer und zündet ein Streichholz an. Mit der anderen Hand nimmt er die Karte vom Tisch und hält das brennende Holz an den Rand der Karte.

Ausgerechnet in dem Moment wedelt ein Windstoß die Karte hoch. Sie fängt sofort Feuer. Der Fahrer versucht sie durch schnelles Hin- und Herschwenken wieder zu löschen. Aber das Feuer greift noch zusätzlich auf seine Hand über.

Der Fahrer jault vor Schmerzen auf und lässt die Karte auf den Boden fallen, tritt die Flammen mit den Füßen aus.
Als das Feuer gelöscht ist, hält der Fahrer erst einmal seine rechte Hand unter den Wasserstrahl des Gartenschlauches. Es tut gut, als das kühle Nass über seine angesengten Finger gleitet.

„Ist was passiert?“, fragt jetzt seine Frau, die aus der Küche herbeigeeilt war.
„Nö, alles unter Kontrolle.“

„Unter Kontrolle? Schau dir mal an, wie du aussiehst. Auf deinem Hemd ist ja schwarzer Ruß.
Und was ist mit der Karte passiert? Sie ist doch vollends zerstört.“
„Wenn man dich einmal was alleine machen lässt, dann brennst du uns noch das Haus ab und deine Schatzkarte ist futsch“, setzt sie nach.

„Hm“, brummt der Fahrer.
„Es war der Wind. Wieso fängt jetzt mit einem Mal der Sturm an?“, fragt er seine Frau.

„Weil der Sturm dich kennt. Der wollte Schlimmeres verhindern. Sei froh, dass die Katze hier nicht gerade vorbeigehuscht ist. Sonst würde die jetzt auch mit einem brennenden Schwanz über den Rasen jagen.“

„Ich bin verletzt, nicht die blöde Katze vom Nachbarn.“
„Also ich weiß nicht, besonders schlau hast du dich aber nicht angestellt“, schimpfte seine Frau weiter.

„Wie immer eben“, sagte nun der Fahrer mit einem leichten ironischen Unterton.
„Das ist es ja. Wie immer.“

„Komm rein, das Essen ist fertig“, sagte sie noch.
„Und wasch dir die Hände, bevor du an den Tisch kommst, Krümel ist heute hier und für sie bist du ein schlechtes Vorbild.“

„Der hätte das gefallen“, sagt der Fahrer und versucht die Atmosphäre aufzulockern.

„Ich steh‘ morgen früher auf und bastle schnell eine neue Karte“, sagt der Fahrer noch.

„Naja, davor habe ich ja so viel Angst“, antwortet seine Frau.

MENSCHEN IN DER PFLEGE (9)

DANIEL DE PAOLA – ÜBER DEN MENSCHEN UND SEIN BUCH „WEGE WEG VOM STRESS“

Wege weg vom Stress, wer würde diese ‚Karte‘ und einen entsprechenden ‚Kompass‘ dazu nicht haben wollen?
Gibt es so etwas überhaupt? Eindeutig ja.

Daniel De Paola zeigt uns in seinem Buch einige dieser Wege auf und tut das noch auf eine Weise, dass es mir als Leser nie langweilig geworden ist.

Was fasziniert mich am Autor, warum vertraue ich auf das, was er schreibt und in seinen Workshops und Vorträgen sagt?
Zunächst, weil Daniel De Paola ein Familienmensch ist. Das kommt immer wieder durch, wenn du mit ihm am Telefon sprichst oder du dich schriftlich mit ihm austauschst.

Da spürst du förmlich, wie er seine Frau bewundert, sie liebt, und das er alles für seine Kinder tun würde. Das klingt nicht außergewöhnlich. Es ist trotzdem essentiell, wenn wir uns entscheiden müssen, von wem wir Ratschläge annehmen wollen.

Wer würde schon als pflegender Angehöriger jemanden um Hilfe, Unterstützung oder einen Rat bitten, wenn er weiß, dass derjenige in dieser Hinsicht in einer ‚Komfortzone‘ lebt.

Es geht schlicht gar nicht, dass jemand Ratschläge erteilt, von seinen Erfahrungen spricht, wenn er dieses ‚Hamsterrad‘ von privaten und beruflichen Verpflichtungen, Verflechtungen und manchmal scheinbar gegeneinander stehenden Interessen nicht kennt.

Wenn du also weißt, dass Daniel De Paola Unternehmer im Pflegebereich ist, er seine Familie nach Kräften im Alltag unterstützt, ja dann fällt es dir leichter, sich von ihm Wege aus einer bis dahin aussichtslos erscheinenden Stresssituation zeigen zu lassen.

Es gibt einen weiteren Grund, warum man dieses Buch als pflegender Angehöriger lesen sollte:
Es reicht nicht, nur die pauschalen Wege aus dem Stress zu kennen.

Auf die Spezifik, das Besondere kommt es hierbei an.
Du musst wissen, was es für einen pflegenden Angehörigen bedeutet, Tag für Tag zum Beispiel seine demente Mutter zu betreuen.

Daniel De Paola hat dabei nicht nur praktische Erfahrungen gesammelt, er hat sich gleichzeitig ein gerüttelt Maß an spezifischer sozialer und fachlicher Kompetenz angeeignet.

Für pflegende Angehörige ist es also ein Glücksfall, wenn sie auf Daniel De Paola treffen oder vielleicht auch nur sein Buch in die Hände bekommen.

Daniel De Paola – vom leitenden Angestellten im Handel zum gefragten Unternehmer, Buchautor und Coach
Daniel De Paola ist beruflich im Einzelhandel groß geworden. Er erinnert sich genau an die Worte seines Großvaters, der ihm riet, etwas Solides zu erlernen, etwas, was für ihn ein Leben lang beruflich hält.

Er hat diesen Rat befolgt und ist zunächst in den Einzelhandel gegangen, entwickelte sich zum leitenden Angestellten einer Abteilung in einem Kaufhaus und war auch Leiter eines Supermarktes.

Doch Daniel De Paola reichte das nicht. Er wollte noch etwas Anderes, was einfach mehr seiner inneren Bestimmung entsprach.
Sein christlicher Glaube, seine ethische Erziehung, Menschen zu helfen, sein ehrenamtliches Engagement als Seelsorger in der Kirche brachten ihn schließlich in den Pflege- und Betreuungsbereich.

Er ist dort nun das achte Jahr tätig, kümmert sich um die Vermittlung von Pflegepersonal und berät pflegende Angehörige. Inzwischen hat er auch noch mit Erfolg eine Ausbildung zum Psychologischen Berater absolviert.

In seiner praktischen Tätigkeit als Berater, Personalvermittler und Coach fiel ihm auf, dass sich manche Fragen wiederholten, die Probleme sich häuften, mit denen pflegende Angehörige zurechtkommen mussten.

Dazu gehörte die Angst, dem physischen und psychischen Stress zu erliegen, keine Zeit mehr für die eigene Familie zu haben, in Konflikt mit dem zu betreuenden Vater oder der zu betreuenden Mutter zu geraten, nicht zu wissen, wie man damit umgehen soll.

Daniel De Paola nahm sich dieser Probleme an, analysierte sie, und er strukturierte sie, formulierte Lösungsvorschläge, die auf die individuellen Situationen der einzelnen Angehörigen zugeschnitten waren.

In diesem Prozess keimte in ihm der Gedanke auf, sein Wissen und seine praktischen Erfahrungen weiterzugeben, kurzum, ein Buch zu veröffentlichen. Parallel hielt er Vorträge und führte Workshops durch. Das ist ihm besonders wichtig, nämlich nahe an den betroffenen Menschen dranzubleiben, sich mit ihnen auszutauschen.

„Vorträge und Workshops kann man meiner Homepage
www.wege-wegvomstress.de entnehmen. Oder man kann mich über meine E-Mail- Adresse kontaktieren – info@wege-wegvomstress.de“, sagt Daniel De Paola.

Und er führt in diesem Zusammenhang weiter aus:
„Ich habe keine Patentrezepte und ich glaube auch nicht, dass dies einer meiner Leser erwartet. Ich will anregen, ermuntern, anhand von geeigneten Praxisbeispielen zeigen, was möglich ist, wenn man sich gedanklich und mental öffnet.“

Das ist der Beginn eines Prozesses, den Daniel De Paola mit dem Buch anstoßen will, den er fortsetzen möchte und selbst dabei immer wieder zu neuen Erkenntnissen gelangt. Daniel De Paola ist der Spaß anzumerken, den er hat, wenn er helfen kann, wenn er sieht, dass eine seiner Ideen im täglichen Pflege- und Betreuungsprozess gefruchtet hat.

Das Buch soll anstoßen, lädt ein mitzumachen, beim Austausch von Erfahrungen. Manch ein pflegender Angehöriger ist bereits durch das Lesen der Lektüre motiviert, weil er sieht, dass er nicht allein ist und es viele Möglichkeiten gibt, sich helfen und unterstützen zu lassen.

Kontakt:
Daniel De Paola
Telefon: 0211 – 43 63 63 06
Fax: 0211 – 43 63 63 07
E-Mail: info@wege-wegvomstress.de

GESPRÄCHE MIT EINER PRIMA BALLERINA (12)

ENDLICH! WILLIAM IST DA!

Iana Salenko und Marian Walter teilen mit, dass sie Eltern geworden sind.

Der kleine William kam am Montag, 13.05.2019 kurz vor Mitternacht auf die Welt.

„Die Geburt war nicht einfach, und ich habe einige Stunden um meine Frau gebangt. Jetzt ist alles überstanden und wir sind überglücklich“, sagte mir Marian Walter im Gespräch.

In der vergangenen Woche war ich noch zum Interview mit beiden verabredet.

Ich hatte Iana gefragt, wie sie sich fühlt, so kurz vor der Geburt. Die Ereignisse haben diese Frage überholt.

Das ganze Interview mit der Prima Ballerina erscheint in der nächsten Woche.

Prima Ballerina Iana Salenko mit Sohn William

 

MEIN FREUND, DER ALLTAG (56)

FREITAG, DER ZWEITE BETREUUNGSTAG FÜR KRÜMEL

Ich bin mit Laura in ständigem Kontakt über Whats App. Auf jeden Fall muss Laura nicht schon wieder einen Tag zu Hause bleiben. Und meine Arbeit? Ja, die bleibt liegen.

Doch was ist mir wichtiger? Natürlich Krümels Wohlergehen.
Ich werde mal auf Zehenspitzen nach ihr schauen.
Sie schläft. Ich prüfe, ob sie noch atmet.

Ich merke, wie die Verantwortung auf mir lastet, alles richtig zu machen. Aber nun bin ich zuversichtlich, dass sie sich auf dem Weg der Besserung befindet.

Später:
Krümel ist aufgewacht und Klara ist von der Arbeit direkt hierhergekommen.  Das Telefon klingelt. Anna ist dran. Ich gebe Krümel den Hörer, damit sie sich mit ihrer Uroma ein wenig unterhält. Und das macht Krümel auch.

Sie geht im Zimmer umher und bewegt zur Bekräftigung des Gesagten den linken Arm hoch und runter. Keiner versteht, was sie sagt. Es ist nur ein Wechsel von ‚oh‘, ‚öh‘, da, da, manchmal ein bisschen in den höheren Tönen, doch es klingt gut.

„Es geht mir wieder gut, alle sind da, Opa sitzt auf dem Fußboden, baut Türme, die ich gleich wieder einreiße und Oma steckt mir kleine Stücken Brot in den Mund, die ich wieder rausziehe und sie schließlich Opa in den Mund schiebe. Der schluckt sie runter, widerwillig zwar, aber immerhin.

Das Wohnzimmer sieht aus wie ein Schlachtfeld. Aufräumen ist sinnlos. Ich habe ein paar Mal die kleineren Bauklötzer in einen Eimer gepackt, und danach hatte Krümel nichts Besseres zu tun, als sie schnell auszukippen und überall zu zerstreuen.

Jetzt spielt Klara mit ihr und sie ist ganz munter. Ich merke nun, wie schwierig es ist, ein kleines Kind den ganzen Tag zu beaufsichtigen und zu betreuen. Selbst wenn du nur sitzt, ist es anstrengend. Erzieherin ist ein schwerer Beruf, mit viel Verantwortung.

Laura kommt von der Arbeit. Krümel springt auf und stürmt zu ihr. Als sie auf dem Arm von Laura ist, winkt sie uns zu, zum Abschied.
Wir können jetzt gehen, denn ihre Mama ist wieder zurück.

Krümel ist glücklich.
Wir sind es auch.

MEIN FREUND, DER ALLTAG (55)

MEIN FREUND, DER ALLTAG (55)
KRÜMEL HAT FIEBER UND KANN NICHT IN DIE KITA

Donnerstag. Ich sitze auf der Couch von Laura. Krümel schläft.

Davor:
Ich bin schon seit heute Morgen, 06.30 Uhr hier. Krümel hat noch Fieber und gerade einen Saft eingenommen, der die Temperatur senken soll.

Krümel klammert sich nur an Laura. Sie will von mir gar nichts wissen. Wie soll das nur werden, wenn ihre Mama in einer halben Stunde zur Tür hinausgeht und wir hier alleine sind?
Ich glaube, das wird eine Katastrophe.

07.00 Uhr.
Laura geht zur Tür raus und Krümel und ich sind im Wohnzimmer.
Als sie bemerkt, dass ihre Mama gegangen ist, weint sie bitterlich und zeigt mit ihrem kleinen Finger auf die Wohnungstür.

Ich versuche sie abzulenken, aber es gelingt mir nicht.
Sie schmeißt sich auf dem Flur hin und wimmert. Ich setze mich daneben und versuche sie abzulenken, indem ich auf einzelne Knöpfe eines Liederbuches drücke und nacheinander die Melodien von Kinderbüchern ertönen.

Zwischendurch hebt Krümel den Kopf und schaut, was ich gerade mache. Ich hole den kleinen Puppenwagen von ihr und rede mit den beiden Puppen. Krümel rappelt sich hoch, kommt auf mich zu und nimmt mir die Puppe aus der Hand.

Sie findet es nicht in Ordnung, dass ich mit der Puppe rede. Immerhin ist sie die Puppenmama. Jetzt flößt sie der Puppe Milch aus der Spielzeugflasche ein.

Aber bald hat sie genug davon, lässt die Puppe fallen und kommt auf mich zu, um mich zu umarmen. Jetzt bin ich wohl in ihrem Kreis wieder aufgenommen. Krümels Windel muss gewechselt werden.

Ich habe das gestern alles noch einmal trainiert, im Beisein ihrer Mutter. Ich kriege das alles schnell hin und kann sogar noch Fieber messen. Gott sei Dank, die Temperatur ist gesunken.
Krümel legt sich wieder im Flur auf den Boden. Plötzlich steht sie auf, läuft ins Schlafzimmer und legt sich auf das Bett.

Was soll ich tun? Sie liegenlassen? Vorher wollte sie noch, dass ich ihr die kleinen Schuhe anziehe. Ich entschließe mich, sie schlafen zu lassen und decke sie vorsichtig mit dem Bett zu. Ich lege mich daneben und lasse die Füße aus dem Bett baumeln.

Jetzt bin ich nach fast einer Stunde wieder aufgewacht. Krümel schläft immer noch. Es ist irgendwie beruhigend, sie anzusehen. Ich lasse sie weiterschlafen. Wenn sie aufwacht, bekommt sie was zu essen und dann sehen wir weiter.

 

JEEPY (22)

SCHWARZER TEE FÜR DIE SCHATZKARTE
WAS BISHER WAR:
Der kleine Andreas hat den Startpunkt auf der Karte eingezeichnet. Jetzt soll die Schatzkarte auf ‚alt‘ getrimmt werden. Der Fahrer hat dazu schwarzen Tee mit mehreren Teebeuteln aufgebrüht.

„Oh ja“, riefen die Kinder da.
„Sollen wir den Tee trinken?“

„Nein, bloß nicht. Den lassen wir noch ein wenig kalt werden und anschließend kippen wir ihn über den weißen Zeichenkarton.“
„Warum?“, fragte Jeepy.

„Damit die Karte echt und alt aussieht“, sagte Fiatine.
„Klar, dass die das wieder weiß“, dachte Jeepy.
Krümel war auf das Teeglas aufmerksam geworden und kam ihm gefährlich nahe.

Diesmal passte aber der Fahrer auf und nahm das Teeglas schnell vom Boden hoch. Der Tee war kalt geworden.

„So, wir können ihn jetzt auf die Karte kippen und vorsichtig mit den Fingern verreiben. Wer will das tun?“

Wieder reckten sich die Hände von den Kindern nach oben.
„Du und du, ihr beide macht das“, sagte der Fahrer und zeigte auf einen Jungen und ein Mädchen.

Die machten sich sogleich an die Arbeit.
Die Karte war nun durchnässt und sah aus, als hätte jemand aus Versehen das Teeglas umgestoßen und alles wäre auf das Zeichenblatt gelaufen.

„Für heute machen wir Schluss. Und morgen, wenn die Karte trocken ist, dann können wir die restlichen Zwischenstationen einzeichnen.

„Jeepy und Fiatine, ihr denkt euch bitte aus, was an den Stationen alles gemacht werden soll“, sagte der Fahrer.

JEEPY (11) – DIE SCHATZTRUHE PACKEN

JEEPY (21)

DIE ERSTEN STRICHE AUF DER SCHATZKARTE
WAS BISHER WAR:
Krümel hat die ersten Flecken auf der Karte mit ihren blauen Tintenfingern hinterlassen. Der Fahrer sagte kurzerhand, dass es Seen in der Umgebung seien. Er fragt nun, wer mit dem roten Filzstift den Startpunkt einzeichnen will.

„Ich will, ich auch, ich will auch“, die Hände der Kinder streckten sich nach oben. Dem Fahrer fiel ein kleiner Junge auf, der in der hinteren Reihe stand und schüchtern blickte.

Er hatte sich nicht gemeldet.
„Wie heißt du?“, fragte der Fahrer ihn.
„Ich heiße Andreas“, sagte der kleine Junge.
„Gut Andreas, willst du den Startpunkt einzeichnen?“

„Ja“, sagte Andreas leise und sein Mund und seine Augen strahlten.
„Setz‘ hier an. Hier beginnen wir unsere Wanderung“, sagte der Fahrer.
„Wo ist das denn?“, hakte jetzt Fiatine nach, die etwas weiter hinten stand und versuchte, einen Blick auf die Karte zu bekommen.

„Das ist direkt am Waldrand, hinter der B 109 und ca. 2 km entfernt vom Parkour Park und dem Eingang zum Wildpark. Von da aus starten wir und gehen durch den Wald, hier entlang.“

Der Fahrer fuhr mit dem Finger auf dem weißen Blatt entlang, umkurvte die Tintenflecken und sagte dann: „Hier, bis hierher. Dort ist dann die Schatztruhe vergraben.“

„Andreas, zeichne gleich mit dem roten Filzstift den Weg ein, bis zum Zielpunkt.

„Jetzt passt mal auf“, sagte der Fahrer nun.
„Ich habe heißes Wasser aufgesetzt und drei Teebeutel hineingetan. Seht ihr, wie dunkel der Tee geworden ist?“

JEEPY(10)- SCHWARZER TEE FÜR DIE SCHATZKARTE

ANNA IST DEMENT (33)

STIPPVISITE BEI ANNA
Klara besucht Anna. Die weiß davon im Vorfeld nichts, weil es sie zu sehr aufregen würde.

Klara sitzt im Zug von Stralsund nach Berlin. Es ist Sonntag und sie kehrt zurück von einem Besuch bei Anna. Sie war drei Tage bei ihr, um sie aufzumuntern, die Küche zu streichen und die Wohnung aufzuräumen.

Klara taucht immer wieder ein Stück in ihre Vergangenheit ein, wenn sie in Stralsund. Sie ist hier aufgewachsen, hat den Beruf einer Bürokauffrau erlernt, war viele Jahre dort sehr glücklich.
Das alles ist lange her. Es hat sich viel geändert. Und Anna, ihre Mutter, hat sich geändert.

Früher, da freute sich Anna, wenn Klara sie besuchte. Anna kochte dann, bezog die Betten neu, brachte die Wohnung auf Hochglanz.
Jetzt war es anders.

Klara hatte ihrer Mutter gar nicht gesagt, dass sie kommen wollte. Anna konnte diese Aufregung nicht mehr vertragen, auch wenn das ja etwas Positives war.

Also klingelte Klara an der Tür, der Summer ertönte und sie ging die Treppen hinauf.
„Das gibt’s doch nicht“, rief Anna erstaunt aus, als Klara vor ihrer Tür stand.
„Wo kommst du denn jetzt her?“, fragte Anna.
„Direkt aus Berlin“, sagte Klara kurz angebunden, obwohl es gar nicht stimmte.

Peter hatte Klara morgens nach Bernau gefahren, wo sie den Zug um 4.41 Uhr nach Stralsund nahm.

Aber für Anna war das zu kompliziert. Für sie war das alles Berlin. Dort arbeitete Klara, Laura auch und Peter, ja der war auch aus Berlin, für Anna jedenfalls.

„Was wollen wir jetzt machen?“, fragte Anna.
„Am besten, du lässt mich erst einmal zur Tür rein“, sagte Klara, nachdem sie sich auf dem Hausflur die Schuhe ausgezogen hatte.

ANNA IST DEMENT (32)

WARUM KURZGESCHICHTEN?

Wenn Herausforderungen und Konflikte in der Pflege nur abstrakt beschrieben werden, erreichen sie die Menschen nicht. Leser wollen sich mit konkreten handelnden Figuren identifizieren können. 

 Ich habe mir schon oft den Kopf darüber zerbrochen, warum ich mir überhaupt die Mühe mache und mich mit einem Bein in die Gefilde des belletristischen Schreibens begebe. Eine schwierige Frage und eine einfache Antwort darauf gibt es wohl nicht.

Es sind vor allem Erkenntnisse und Erfahrungen, die ich im Verlaufe meiner freiberuflichen journalistischen Arbeit gesammelt habe, die mich überhaupt zu diesen Gedanken veranlassen.

Was meine ich?

Es ist ein Unterschied, ob du irgendeinen Vorgang in der Pflege lediglich beschreibst, oder aber, ob du versuchst, es so zu schreiben, wie es die konkreten Menschen erleben und manchmal auch darunter leiden.

Ein Beispiel: „Die Kommunikation mit Demenzkranken erfordert ein hohes fachliches Können, sensibles Herantasten im Gespräch, Verständnis und Herzenswärme.“

Was ist daran falsch, was ich gerade geschrieben habe? Vermutlich gar nichts.

Aber ich denke, der Leser überfliegt es, nimmt es zur Kenntnis und vergisst es wieder.

Wie aber ist es mit diesen Sätzen?

„Anna war am Morgen aufgestanden und fühlte sich nicht gut. Was war anders? Sie sollte zum Friseur. Aber wann? Sie wusste es nicht mehr.

Klara hatte es einen Abend zuvor mehrfach gesagt und Anna hatte noch mehr nachgefragt.

Anna griff zum Telefon und rief Klara an.

„Ich will nicht zum Friseur. Ihre Stimme klang aggressiv. Klara überlegte, was sie und wie sie antworten sollte.“

Du tauchst anders in die Situation ein. Du erfasst genauer, um was es hier geht, wie schwierig die einfachsten Dinge des Lebens in der Betreuung eines Demenzkranken konkret im Alltag aussehen.

Die Botschaft des Geschriebenen wird deutlicher, wenn die Hauptfigur ein Mensch aus Fleisch und Blut ist. Und nicht nur zum Gegenstand abstrakter Betrachtung wird.

Wie aber so etwas konkret umsetzen?

Indem ich reale Menschen charakterisiere oder aber eine Figur fiktional erschaffe?

Wie auch immer die konkrete handwerkliche Technik des Schreibens aussieht, ich will es schaffen, dass das Geschehen und die betroffene Figur konkrete Gestalt vor dem inneren Auge meines Lesers annimmt.

Das ist mein Anspruch, ein Experiment eben, das nicht immer gelingt. Aber der Versuch ist es allemal wert.

 

MEIN FREUND, DER ALLTAG (54)

SCHREIBEN
Schreiben ist wie ein Experiment - es gelingt längst nicht alles

Der Alltag hat mich wieder. Und damit das Schreiben auch. Es liegen Anfragen für Interviews vor und ich habe genügend Ideen, was ich noch auf dem Papier umsetzen will.

Ich habe in den letzten Wochen immer wieder gelesen, wie wenig ergiebig die Schreiberei ist.

Stimmt das? Ja. Reich wirst du auf keinen Fall, oder sagen wir mal so, es sind nur wenige, die das schaffen. Es gibt aber noch die andere Seite des Reichtums – die, die du nicht in Geldscheinen ausdrücken kannst.

Und wenn du einmal dort angelangt bist, dann machst du trotzdem weiter, obwohl du weißt, dass keiner bei dir anruft und dich ausgiebig lobt, für das, was du mal wieder auf das Papier gekritzelt hast.

Ich finde, dass es wichtig ist, sich stets weiterzuentwickeln, neu hinzuzulernen. Kluge Leute sagen, dass man das Schreiben nur durch das Schreiben lernt.

Da ist viel dran. Ich merke, dass es mir nicht mehr leicht aus der Hand fließt, wenn ich mal ein paar Tage nicht zur Tastatur oder wenigstens zum Füller gegriffen habe.

Ich werde weiterschreiben, möglichst regelmäßig. Manches wird mir gelingen, anderes wiederum nicht.

Doch das spannendste an der Sache bleibt der Weg – mühevoll, hart, und letztlich sehr befriedigend.

Experimente beim Schreiben müssen sein. Wird alles gelingen? Nein, ganz sicher nicht.

Was dann? Einfach weiterschreiben.

JEEPY (20)

KRÜMEL STÖSST DAS TINTENFASS UM
WAS BISHER WAR:
Die Kinder, Fiatine und Jeepys Fahrer haben damit begonnen, die Schatzkarte zu basteln.
Jeepy ist ein bißchen eifersüchtig auf die fröhliche und vorlaute Fiatine.

„Jetzt hört doch auf, euch zu streiten. Es soll doch auch Spaß machen. Schaut mal hier, auf Krümel.

Die sitzt schon auf dem Tisch“, sagte der Fahrer.
Und plötzlich rief er nur noch: „Nein, Krümel, nein.“
Aber es war schon zu spät.

Der Fahrer hatte das schwere Tintenfass aus Marmor mit nach unten gebracht, damit das weiße Blatt auf dem Tisch nicht wegrutschte.

Krümel hatte es schnell raus, den Deckel vom Tintenfass zu öffnen und war mit einem Finger hineingetaucht. Nachdem der Fahrer „nein Krümel, nein“, gerufen hatte, tunkte sie noch schnell einen weiteren Finger ein, denn sie ahnte, dass sie das nicht mehr lange durfte.

Krümel wischte anschließend die blauen Finger an ihrer Strumpfhose ab und später strich sie mit denselben Fingern über das weiße Blatt. Die ersten Flecken waren also auf der Schatzkarte.
„Was soll das sein?“, fragte jetzt ein kleiner Junge.

„Das sind kleinere Seen in der Umgebung. Das passt schon“, sagte der Fahrer schnell und hob Krümel von der Tischplatte, die das mit einem Geschrei quittierte.

„Wo treibt sich nur deine Mama rum“, fragte der Fahrer nun an Krümel gewandt. Doch die hatte auf dem Boden schon wieder einen kleinen Käfer entdeckt, den sie versuchte aufzuheben.
„Gut, Kinder, wer will den Startpunkt einzeichnen?“

JEEPY(9) DIE ERSTEN STRICHE AUF DER SCHATZKARTE

JEEPY (19)

DIE SCHATZKARTE BASTELN
WAS BISHER WAR:
Fiatine und Jeepy schaffen es, dass sich der Fahrer von Jeepy bereit erklärt, bei der Vorbereitung der Schnitzeljagd zu helfen.

„Guten Morgen, alle zusammen. Ich freue mich, dass ihr alle so zahlreich erschienen seid“, rief der Fahrer von Jeepy.

„Hallo?“,  dachte Jeepy, „gestern Abend hatte der sich doch noch mit den Händen und Füßen dagegen gewehrt, dass er mithelfen soll. Und nun, da tut er so, als sei er der große Macher.“

Aber es war egal. Jetzt waren alle da: Fiatine, die Kinder, Krümel.
„Wo ist eigentlich dein Verkäufer?“, fragte Jeepys Fahrer Fiatine.

„Der ist schon in die Schorfheide gefahren und steckt die Strecke ab, schaut, ob alles in Ordnung ist, oder ob wir Gefahrenstellen umgehen müssen“, antwortete Fiatine.

„Sehr gut!“, rief da der Fahrer.
„So Kinder, aufgepasst. Wir stellen jetzt hier einen Tisch unten den Carport, also dort, wo normalerweise Jeepy steht. Aber der hat es uns erlaubt. Stimmts Jeppy?“

„Ja, gut“, brummte Jeepy, was sollte er machen.
Irgendwo musste ja die Schatzkarte entstehen.
„Fiatine, hast du die Buntstifte mit und den großen Zeichenblock?“, fragte nun der Fahrer.

„Jaha“, flötete Fiatine fröhlich.
„Die drängelt sich bei meinem Fahrer ganz schön in den Vordergrund“, dachte Jeepy.

„Du willst immer der Bestimmer sein“, sagte nun Jeepy an Fiatine gewandt.

„Wieso? Ich will doch bloß helfen!“, entgegnete Fiatine und war eingeschnappt.

JEEPY (8) – KRÜMEL STÖSST DAS TINTENFASS UM

 

JEEPY (18)

JEEPYS FAHRER WEISS MAL WIEDER VON NICHTS
WAS BISHER WAR:
Fiatine hat den Verkäufer im Autohaus herumgekriegt. Er ist jetzt mit Elan dabei, die Schnitzeljagd für die Kinder in der Schorfheide vorzubereiten.

Der Verkäufer hatte das Autohhaus verlassen.
Fiatine steuerte in Richtung Ausgang und öffnete die Türen von der großen Eingangshalle, über die die Autos hinein- und hinausgefahren wurden.

Sie konnte das tun, nachdem sie ein update erhalten hatte und so auch autonom, also ohne ihren Verkäufer, fahren konnte.

„Wo willst du hin?“, fragte Drängler mit den dicken Muskeln und dem offenen Verdeck. Fiatine hatte ihn so getauft. Er hieß offiziell anders. Aber das war Fiatine egal. Sie mochte den Angeber nicht, der sich bei jeder Gelegenheit in den Vordergrund schob.

„Das geht dich gar nichts an!“, antwortete Fiatine schnippisch.
„Du willst doch bloß wieder zu deinem schmalbrüstigen Freund, dem Jeepy, der von vorn aussieht wie ein breiter Kämpfer und von hinten wie ein dünnes Hemd, dem sie vergessen haben, die Taschen anzunähen.“

„Das werde ich Jeepy erzählen, und dann wird er dir über deine überheblichen Vorderfüße fahren, bevor du dich überhaupt bewegen kannst“, rief Fiatine und sauste davon.

„Das werden wir ja noch sehen“, brüllte Drängler hinter ihr her. Aber die hörte schon nichts mehr, denn sie war auf dem Weg zu Jeepy.
Jeepy hatte sich im Carport bereits eingerollt und wollte gerade die Augen zumachen, als er Fiatine um die Ecke biegen sah.

„Was willst du denn hier?“, fragte Jeepy.
„Wir müssen reden.“
„Worüber denn?“

„Jeepy, ist irgendetwas da unten los?“, tönte nun aus dem Arbeitszimmer die Stimme des Fahrers.
„Nö, hier ist nur eine Katze, die mir schon wieder an den vorderen Reifen gepinkelt hat. Sie will wohl den anderen Katzen sagen, dass sie hier die Mäuse fängt.“

„Ach so, na dann scheuch sie weg“, rief der Fahrer und wandte sich wieder seinem Computer zu.
„Wir müssen leise sprechen“, flüsterte jetzt Jeepy.

„Hast du deinen Fahrer schon gefragt?“
„Wonach?“, fragte Jeepy und hob seine Scheinwerfer hoch.
„Na, ob dein Fahrer mitmacht bei der Schnitzeljagd!“
„Der? Der findet nicht einen Pilz, wenn Pilze sammeln im Herbst angesagt ist. Und wenn es nur eine Wurzel gibt, die aus dem Waldboden sichtbar herauslugt, glaube mir, mein Fahrer sieht sie erst, wenn er drüber gestolpert ist.“

„Das ist egal!“, sagte Fiatine jetzt bestimmt.
„Er kann uns zum Beispiel eine Schatzkarte basteln, Kreide besorgen, mit der wir die Pfeile an die Bäume malen und schließlich noch den Weg mit dem Verkäufer ablaufen.“

„Was ist denn hier los?“, fragte plötzlich mit drohendem Unterton der Fahrer. Er stand hinter Jeepy, weil ihn das Geflüster aufgeschreckt hatte und er die Treppe heruntergeschlurft war.

„Hier ist nichts los“, sagte Jeepy schnell.
„Ich spreche nur mit der Katze“, schob Jeepy noch nach.

„Und wer ist das?“ Der Fahrer zeigte auf Fiatine, die mit zwei ihrer zierlichen Räder auf dem Carport stand.

„Ach, ich bin die Freundin von Jeepy.“
„Freundin? Wieso weiß ich davon nichts.“
„Du weißt vieles nicht“, klinkte sich nun Jeepy in das Gespräch ein.

„Jetzt werd‘ mal nicht frech. Sonst wächst du hier die nächsten Tage an und ich steige in den kleinen Fiat hier ein.“

„Oh Gott, hätte ich doch bloß die Reifen stärker aufgepumpt“, dachte Fiatine und schaute ängstlich auf Jeepys dicken Fahrer.

„Lieber Fahrer, wir wollen dich um Rat und Hilfe bitten, weil wir ohne dich nie und nimmer unser Problem lösen können“, sagte jetzt Fiatine mit einschmeichelnder Stimme und schaute den Fahrer mit ihren himmelblauen Scheinwerfern an.

„Die quatscht den noch besoffen“, dachte Jeepy.
„Um was für ein Problem geht es denn?“, fragte der Fahrer und war sichtlich geschmeichelt, dass er um Rat gefragt wurde.

„Wir wollen eine Schnitzeljagd vorbereiten und da brauchen wir deine riesigen Erfahrungen im Laufen.“

„Ha, ha, im Verlaufen vielleicht. Wenn Fiatine wüsste, wie oft mein Fahrer mich schon gesucht hat oder vorher Bobby, in Berlins Strassen, weil er nicht mehr wusste, wo genau er war. Dann hätte die sich auf die Zunge gebissen und wäre lieber selber die Strecke abgelaufen“, dachte Jeepy.

„Oh ja, ich habe tatsächlich zahlreiche Erfahrungen sammeln können, wie man eine Strecke vorbereitet, sie markiert und wo man einen Schatz vergraben kann“, sagte nun der Fahrer mit stolz geschwellter Brust.

„Der buddelt sich doch selbst mit ein, wenn ich nicht aufpasse“, dachte Jeepy.

„Jeepy, du wirst mir helfen.“
„Helfen?“, dachte Jeepy.
„Bleibt doch eh alles an mir hängen.“

Und laut zu seinem Fahrer: „Ja, geht in Ordnung, ich helfe mit.“
„Juhu, das wird schön. Ich komme gleich morgen wieder und wir malen die Schatzkarte“, rief Fiatine und sauste davon.

„Die hat Energie, aber wieso kann die überhaupt ohne Fahrer durch die Gegend düsen?“, fragte der Fahrer nun Jeepy.

„Keine Ahnung“, antwortete er laut.
„Auch das noch. Das riecht nach Ärger, wenn der Verkäufer erfährt, dass Fiatine ohne sein Wissen hier war“, dachte Jeepy und seufzte nur.