DER WEIHNACHTSBAUM STEHT – DACHTEN WIR (5)

ENDLICH GESCHAFFT

„So, hol den Baum wieder hoch“, sagte Klara.
Ich räumte die Bohrmaschine beiseite, fasste den Stamm an und hob ihn wieder auf.

„Du musst gucken, ob der Dorn jetzt in das Loch kommt, das ich gerade gebohrt habe“, schniefte ich.

„Ich seh‘ hier nichts“, sagte Klara, die am Boden hockte und versuchte, den Baumstamm von unten auf den Dorn zu bekommen.

Plötzlich rutschte der Stamm ein wenig, so als würde er nun auf dem Dorn sitzen.

„Jetzt mach‘ ich ihn schnell fest“, sagte ich zu Klara.
„Ja, und Wasser kippe ich auch noch rein.“

Der Baum stand wieder, machte einen stabilen Eindruck.

Nun half ich Klara noch, die Lichter wieder gerade zu rücken, die Kugeln, die heil geblieben waren, erneut anzuhängen.

Geschafft.

Ich ging ein Stück zurück und betrachtete unser Werk. Ich war zufrieden. Ich fand, er sah jetzt besser aus, als am Vortag. Klar, ich hatte ja diesmal die Kugeln mitangehängt.

„Saugst du noch mal durch?“, fragte Klara mich.
„Mach‘ ich“, sagte ich, obwohl ich dazu überhaupt keine Lust hatte. Vor allem die Nadeln, die direkt unter dem Baum lagen, die waren schwer zu erreichen.

Ich setzte mich deshalb auf den Boden, während ich in einer Hand den Stiel des Staubsaugers hielt. Ausgerechnet darauf setzte ich mich mit meinem ganzen Gewicht.
Ich schrie auf und Klara eilte ins Wohnzimmer zurück.

„Ist schon wieder etwas passiert?“, fragte sie.
„Nein, ich sitze nur mit meinem Gewicht auf dem Metallrohr des Staubsaugers.“

„Und?“, fragte Klara.
„Darunter ist mein Unterarm eingeklemmt.
Klara stöhnte nur, zog die Augen hoch und verließ das Zimmer.

Ich saugte zu Ende, stellte den Staubsauger weg, wozu ich wieder Klaras schwere Handtasche wegräumen musste.
Die stand irgendwie immer im Weg.

Jetzt ging ich ins Wohnzimmer, setzte mich still auf die Couch und schaute den Weihnachtsbaum an.

„Und?“, fragte Klara.

„Der Weihnachtsbaum steht, denke ich“, erwiderte ich.
Hoffentlich dachte ich da richtig.

Na dann fröhliche Weihnachten.