ICH MACH‘ SO WEITER-WIE ICH AUFGEHÖRT HABE

ALLTÄGLICHES (24)

Einfach so weitermachen heißt aber nicht, dass nichts Neues entsteht, im Gegenteil.

Das neue Jahr ist sechs Tage alt.
Normalerweise ist das noch die Zeit, in der man alles unternimmt, um die eigenen Ziele im noch jungen Jahr mit Schwung in die Tat umzusetzen.

Ich mach‘ da keine Ausnahme.
Und trotzdem ist es diesmal anders.
Ich habe mir erst gar nichts vorgenommen.
Nichts Neues jedenfalls. Ich will da weitermachen, wo ich im vergangenen Jahr aufgehört habe.

Ich will abnehmen, weiter an Gewicht verlieren.
Das war in 2019 mit Rückschlägen verbunden, und es ging nicht so schnell voran, wie ich es vorhatte.

Doch ich habe nicht aufgehört, sondern bin trotz der Rückschläge den Weg einfach weitergegangen.
Das will ich auch dieses Jahr tun.

Weitergehen, nicht stehenbleiben, nicht umdrehen.
Das ist besser, als euphorisch nach Neujahr zu beginnen und dann aufzuhören, weil man doch nicht so vorankommt, wie man es wollte.
Und ich will mit dem Schreiben weitermachen.

Ich habe dabei gemerkt, dass es besser ist, wenn ich mich darauf konzentriere, nur eine Sache zu machen.
Ich hätte nie gedacht, dass es einmal der Alltag sein würde, wo ich die meisten Einfälle hätte.

Es sind sogar keine Einfälle nötig, denn die Geschichten fallen mir ja geradezu in den Schoss.
Allein wenn ich ins Fitness-Studio laufe, mich umziehe treffe ich auf Menschen, die sich unterschiedlich verhalten. Der eine grüßt dich, nimmt seine Sachen beiseite, damit du auch ein wenig Platz hast.

Ein anderer kommt, schmeißt seine Tasche auf die Bank, holt seine Schuhe heraus, laviert sie auch noch auf die Bank, schiebt deine Sachen beiseite, damit er sein Handy und seine designte Wasserflasche platzieren kann.

Und schon beginnen in meinem Kopf die Gedankenräder zu rattern.
Was ist der Eine für ein Mensch, der höflich grüßt, bescheiden ist und Rücksicht nimmt? Was wird er wohl beruflich machen? Studieren oder in einer Unternehmensberatung arbeiten?

Und der Zweite?
Ist er es gewohnt, dass ihm andere Platz machen? Wohnt er noch bei seinen Eltern und seine Mutter räumt ihm die Sachen nach? Hat er einen Beruf oder sein Studium abgebrochen?
Wie könnte ich diese beiden in einer Alltagsgeschichte unterbringen?

Da ist ein wenig Fiktion, Phantasie dabei. Du kannst sagen dazu, was du willst. Die Hauptsache bleibt – du schreibst über das, was du im Alltag erlebst, siehst.

Über den Faden nämlich, der zufällig auf dem Fußboden, den du aufhebst, um ihn ‚weiterzuspinnen‘.

Wie ich das im Detail tue, darüber denke ich viel nach.
Also gilt für mich in allen Bereichen: dranbleiben und nicht Neues erfinden, weitermachen. Und das kostet genügend Energie.