WIE WEITER MIT ‚UWE MUELLER ERZAEHLT‘?

ALLTÄGLICHES (25)

Warum ich stärker aus der Perspektive des Geschichtenschreibers über den Alltag erzählen will

Freitag. Im neuen Jahr ist nun schon der 10. Tag angebrochen. Ich habe den Eindruck, als würden einem die Tage einfach so durch die Finger rieseln.

Im letzten Beitrag habe ich geschrieben, dass ich so weitermache, wie ich in 2019 aufgehört habe und mir keine prinzipiell neuen Ziele setze.

Vielmehr werde ich mit Energie an den bereits laufenden Vorhaben arbeiten.
Daran hat sich nichts geändert.

Nur: Ich muss ich unbedingt ‚eine Kohle zulegen‘.
Ich arbeite mit Hochdruck an meinem ersten Buchprojekt ‚Gespräche mit einer Prima Ballerina‘, das Ende Januar als E-Book bei Amazon erscheinen soll.

Da gibt es genügend zu tun.
Und trotzdem will ich den Beginn des neuen Jahres auch dafür nutzen, um zu überlegen, in welche Richtung ich weitererzählen will.

‚Uwe Mueller erzählt‘ – dieser Titel für meinen Blog ist ja bewusst von mir gewählt worden. Ich wollte keinen ‚Schnickschnack‘ drum herum machen, sondern sagen und schreiben, dass ich erzählen möchte.

Und zwar über den Alltag, über Menschen im Alltag und deren Geschichten, über meine eigenen täglichen Eindrücke auf der Straße, im Fitness-Studio, im Urlaub.

Der Reichtum und die Vielfalt der Erlebnisse sind hier unendlich.
Mitunter frage ich mich, warum ich diesen doch recht steinigen Weg gewählt habe.

Warum schreibe ich zum Beispiel nicht explizit zu politischen Ereignissen, analysiere sie als Politikwissenschaftler?
Habe ich dazu keine Lust mehr? Das kann man so nicht sagen. Aber ich denke, dass ich inzwischen von einer anderen Perspektive aus erzählen will.

Ich möchte näher an die Gefühle der Menschen ran, an ihre wahren Motive, die hinter ihren Taten oder ihrem Nichtstun stehen.
Zu Weihnachten schenkte mir meine Frau die Autobiografie von Gregor Gysi. Beim Durchblättern fiel mir ein Foto auf, das genau am 04. November 1989 während der großen Demonstration auf dem Alex gemacht wurde.

Ich bin darauf ebenfalls zu sehen.
Ich stand ziemlich weit vorn, fast unmittelbar vor der Rednertribüne. Das alles mag schon interessant klingen.

Viel interessanter für mich ist allerdings heute, mit welchen Gefühlen ich dort damals stand, was ich gedacht habe, als ich die mit viel Liebe und Humor gefertigten Plakate auf dieser ersten freien Demonstration in der damaligen DDR sah.

Das kann ich natürlich alles beschreiben, aber ob ich damit jemanden erreiche, das bezweifle ich.

Eine Figur allerdings, die ich in eine Geschichte in dieser Zeit einführe, die in ihren Handlungen zeigt, wie sie dachte, fühlte, Hoffnungen und Ängste hatte – die kann den Leser mehr berühren, kann authentisch sein, die Situation von damals besser skizzieren.

Das meine ich jedenfalls.
Also werde ich den Weg des belletristischen Schreibens weitergehen.

Ob ich beim Erzählen dabei bei der ‚Ich-Perspektive‘ bleibe, das weiß ich noch nicht. Ich muss mich da erst heranarbeiten. Mehr dazu in ‚Alltägliches – 26‘.