OBJEKTIVE ODER SUBJEKTIVE ERZÄHLPERSPEKTIVE?

ALLTÄGLICHES (26)

Bisher habe ich in meinen Erzählungen über ‚Alltägliches‘ die Erzählform aus der ‚Ich-Perspektive‘ gewählt.

Das heißt, ich habe geschrieben, welche Erfahrungen ich persönlich gemacht habe, wie ich Situationen und Menschen aus meiner ganz subjektiven Sicht bewerte.

Jetzt stelle ich mir die Frage, ob es nicht besser ist, eine andere Perspektive zu wählen.

Denn so, wie ich den Ort wähle, von dem aus ich erzähle, so wird auch der Leser das betrachten und bewerten, was ich schreibe.
Soll ich also jemand sein, der aus der sogenannten objektiven Sicht heraus erzählt?

Als jemand, der die Gedanken und Gefühle der anderen Figuren kennt, sozusagen allwissend ist?

Oder soll ich lieber selber eine Figur schaffen, von der aus ich schreibe, und deren Inneres ich genau kenne, währenddessen mir die Gedanken und Gefühle der anderen handelnden Menschen verschlossen bleiben?

Ich habe dazu bereits vor mehr als einem Jahr ein Buch von James N. Frey gelesen: „Wie man einen verdammt guten Roman schreibt.“
Der Autor geht dort auf die Möglichkeiten ziemlich detailliert ein, aus verschiedenen Perspektiven heraus zu erzählen.

Mein Dilemma ist allerdings, dass ich im Prinzip gar keinen Roman schreiben will, sondern nur Kurzgeschichten über den Alltag.

Trotzdem gelten dabei die gleichen Gesetze des Erzählens, egal wie lang eine Geschichte ist.

Das Buch von James N. Frey hatte ich in 2018 am Strand gelesen, als wir in Juliusruh im Urlaub waren.

Um mich herum waren viele Leute, die auf ihren Badetüchern lagen, das Geschrei der Möwen, Krümel, die mit Ostseesand und kleinen Kuchenformen experimentierte und Klara, die mich aufforderte, mich um meine Familie zu kümmern.

Ich aber war vertieft in das Buch, habe es geradezu verschlungen.
Es ist schon interessant, die Erfahrungen von sehr erfolgreichen Autoren zu kennen.

Eine Variante, die Frey beschreibt, ist die objektive Erzählperspektive. (Vgl. James N. Frey, Wie man einen verdammt guten Roman schreibt, Emons Verlag, 1993, S. 122 ff.)
Ob das für mich infrage kommt, dazu mehr in ALLTÄGLICHES (27).