Archiv der Kategorie: KOLUMNE

Sachliches, Fachliches, Humorvolles

DIE SPRÜCHE SALOMOS

Es ist doch immer wieder spannend in der Bibel zu blättern und zu staunen, wieviel Alltagsweisheiten dort verborgen sind. Zum Beispiel in den Versen 16 und 17 im Kapitel 25 der Sprüche Salomos.

(Spr 25, 16-17)

Vers 16:
Findest du Honig, so iss davon nur, soviel du bedarfst, dass du nicht zu satt wirst und speist ihn aus.

Vers 17:
Halte deinen Fuß zurück vom Hause deines Nächsten; er könnte dich satt bekommen und dir kram werden.

In der Stuttgarter Erklärungsbibel heißt es dazu: „Die Verse 16 und 17 gehören zusammen.

„Zu häufigen Besuch wird man leid wie zu viel Honig daraus, darum: Mach dich rar!“ (1)

‚Die Dosis macht das Gift‘ – das würde man wohl heute umgangssprachlich sagen.

(1)
Stuttgarter Erklärungsbibel mit Apokryphen, Die Heilige Schrift nach der Übersetzung Martin Luthers, mit Einführungen und Erklärungen; Deutsche Bibelgesellschaft. ISBN 978-3-438-01123-7, Neuausgabe mit Apokryphen © 2005 Deutsche Bibelgesellschaft zweite, verbesserte Auflage 2007, 10.2016, S. 795.

MEINE INNEREN STIMMEN SIND WIEDER DA

PROBEZEIT IST VORBEI
Wie mich ‚KeinBock‘, ‚DerBeißer‘, ‚JammerLappen‘ und ‚DerPlaner‘ versuchen zu beeinflussen.

Es ist mal wieder soweit. Ich muss aufstehen und mit mir meine inneren Stimmen. Ich habe ihnen neue Namen gegeben.
Ich weiß nicht, wieviel Stimmen oder Protagonisten es am Ende sein werden.

Heute Morgen sind es jedenfalls ‚KeinBock‘, ‚DerBeißer‘, ‚JammerLappen‘ und ‚DerPlaner‘.

KeinBock ist grundsätzlich gegen alles, hat nicht wirklich zu etwas Lust. So wie heute Morgen, als der Wecker des Handys anfing Krach zu machen.

„Warum?“, fragte KeinBock.
„Darum!“, sagte DerBeißer, wie immer mit leicht verkniffenem Gesicht.

„Los, heb deinen Hintern aus dem Bett“, schnaufte er noch.
Das erinnerte mich an meine Marinezeit, als morgens die Trillerpfeife ertönte und der Maat vom Dienst schrie:

„Reise, Reise, nach alter Seemannsweise, ein jeder weckt den Nebenmann, der letzte stößt sich selber an.“
„Ich kann nicht so früh aufstehen, ich bin Rentner“, versuchte JammerLappen zaghaft einzuwenden.

„Heul‘ woanders, du arbeitest ja auch noch und da willst du gar nichts davon wissen, dass du Rentner bist, such‘ dir nicht immer die Rosinen raus.“

„Lass ihn doch mal in Ruhe, er muss sich erst einmal zurechtfinden und entscheiden, ob die Energie ausreicht, damit er endlich aufsteht“, murrte KeinBock.

„Schwing‘ doch die Beine erst einmal aus dem Bett und dann sitzt du auf jeden Fall schon mal. Dann hockst du so ein bisschen, kannst ja mit JammerLappen gemeinsam noch ein wenig herumheulen und danach stehst du mit einem Schwung auf“, sagte DerBeisser.

Jetzt mischte sich DerPlaner ein: „Komm, mach schnell. Du musst noch den Kaffee kochen, die Wasserflasche füllen. Außerdem habe ich gerade den Zeitungsmann gehört. Wie ich dich kenne, willst du auch noch einen Blick in die Zeitung werfen, damit du nachher im Auto schön wieder Klara die Ohren vollsülzen kannst.“

Ich hatte genug von dem Summen im Ohr, schwang mich aus dem Bett, rückte die Bettdecke zurecht, knipste das Licht an und schlurfte ins Bad, um mir erst einmal ein paar Wassertropfen in die Augen zu schmieren und einen kalten Schwapp ins Genick. Danach war ich etwas munterer.

Der Tag hatte unwiderruflich begonnen, egal, was die Stimmen mir noch einflüstern wollten.