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Sabine Rohloff im Interview

Sabine Rohloff hilft Menschen, heilt sie, ist für deren Wohlbefinden da

Frau Rohloff, wie würden Sie sich selbst nennen, wenn wir darüber reden, was Sie für Menschen tun?
Ich bin ein Samariter. Das trifft es wohl im Kern, wenn ich darüber spreche, wie ich heile, wie ich Menschen von ihren Leiden befreie.

Wie muss ich mir das vorstellen, wenn Sie über das Heilen sprechen?
Ich kann keine Wunder vollbringen. Das sage ich auch ganz klar.

Sondern?
Ich heile umfassend, bin offen für das, was mir die Menschen sagen und darauf richte ich dann meine Energie aus.
Es geht also um das Wohlbefinden des Menschen, der sich an mich wendet, um seine Gesundheit.

Können Sie mal ein Beispiel nennen?
Nun, ich hatte bereits Patienten hier, die von Ärzten zu mir geschickt wurden, die an Hautkrankheiten litten, unter anderem an Neurodermitis.
Ich habe es geschafft, sie davon zu befreien.
Aber ich verspreche vorher nie, dass ich es schaffe.
In einem anderen Fall bat mich ein Pflegedienst darum, mich um einen Menschen zu kümmern, dem es nicht gut ging.

Und konnten Sie helfen?
Ich habe ihn mir angesehen und mir wurde schnell klar, dass er nicht mehr lange zu leben hatte.

Was haben Sie stattdessen getan?
Ich habe ihm die Schmerzen genommen. Er ist in Frieden eingeschlafen – im Kreise seiner Familie.

Dann haben Sie ihm ja doch geholfen, ihm unter den gegebenen Bedingungen ein Stück der Lebensqualität zurückgegeben, oder?
Ja, da haben Sie recht. Das ist wohl auch der Grund, warum Frau Funke vom Palliativnetzwerk bei mir angefragt hat, ob ich mich um diesen Fall kümmern könnte.

Wie sind Sie überhaupt dazu gekommen, Menschen in dieser Form zu helfen?
Das geht bis in meine Kindheit zurück.
Mich hat schon immer die Kräuterhexe fasziniert.
Und so habe ich bereits als Kind viele Kräuter gesammelt.  Und wenn ich bei jemandem die Hand aufgelegt habe, dann tat das demjenigen gut. Ich war schon immer „hellsichtig“.

Was verstehen Sie darunter?
Ich sehe Bilder. Ich sehe auch Gefahren.

Worauf führen Sie diese Fähigkeiten zurück?
Im Grunde genommen rufe ich Energie ab.

Können Sie das noch etwas genauer erklären?
Zunächst konzentriere ich mich auf mich selbst. Nach ein paar Sekunden geht die Energie in meinen Körper, fließt durch meine Hände.  Ich lege danach meine Hände auf den Körper des Menschen.
Mir fällt da ein aktuelles Beispiel ein.

Das ist gut. Welches?
Ich komme gleich darauf zu sprechen. Aber vorher wollte ich Ihnen sagen: Sie reden mir zu viel rein, dann vergesse ich, was ich sagen wollte.

Oh, das tut mir leid und ist auch nicht sehr professionell von mir. Ich komme ja aus der Position des Fragenden und gehe einfach in die des Wertenden. Aber wissen Sie woher das kommt?
Nein.

Weil ich Sie und das Thema so spannend finde. Da vergesse ich mitunter, dass ich der Journalist bin, der fragt und notiert.
Das kann ich verstehen.

Zurück zu Ihrem Beispiel?
Ja. Ich wurde mal zu einem Mann in Kaulsdorf gerufen, der im Koma lag. Ich habe bei ihm die Hand aufgelegt.

Und?
Er ist aus dem Koma aufgewacht. Nicht gleich. Aber nach zwei Tagen. Der Mann bleibt ein Pflegefall.
Er ist zurzeit in einer Reha-Maßnahme.
Er musste sich wieder vieles neu erarbeiten, sehr viel neu erlernen.
Doch das Interessante daran war, dass er sich sogar noch an die PIN-Nummern seiner Karten erinnern konnte.

Das ist schon faszinierend. Frau Rohloff, Sie werden mir unheimlich, im positiven Sinne natürlich.
Ja, ich bedanke mich übrigens jeden Tag an einem Baum dafür, dass ich diese Fähigkeiten besitze.
Man kann ja diese Dinge in einer anderen Weise nutzen und jemandem etwas Schlechtes wünschen.

Und, tun Sie das?
Nein, definitiv nicht. Natürlich sind wir alle nur Menschen mit unseren Schwächen, unterliegen der Versuchung, einem Impuls nachzugeben.
Doch ich bin für das Wohl der Menschen da, und zwar ausschließlich.

Glauben Sie, dass es wichtig ist, dass ein Mensch mit solchen Fähigkeiten, über die Sie verfügen, einen guten Charakter haben muss?
Ja, absolut.
Übrigens: Ich bedanke mich jeden Tag dafür, dass ich diese spezielle Gabe besitze und damit Menschen helfen kann.
Jeder Mensch hat eine bestimmte Lebensaufgabe. Und das ist eben meine Bestimmung.

Nehmen Sie eigentlich Geld dafür?
Nein, ich will helfen, und nicht reich werden. Ich gebe zu, ich habe manchmal schon überlegt, ob ich es nicht nur aus Berufung tue, sondern daraus einen Beruf mache.
Meinen Sie nicht auch, dass die Leute dafür dankbar wären?
Das kann schon sein. Aber ich bin da noch im gedanklichen Prozess der Auseinandersetzung mit mir selbst, wohin das Ganze mal führen soll.

Tauschen Sie sich unter Gleichgesinnten aus, reden über das, was Sie tun?
Ja. Wir haben zum Beispiel einen Zirkel, indem wir über die Ideen von Bruno Gröning diskutieren, einem Vordenker und Heiler in dieser Sache.
Übrigens:
Ich hatte schon Menschen, die auf mich zukamen, meine Energie spürten und meinten, ich sei ein Engel.

Das hört sich gut an. Doch gibt es tatsächlich Ärzte, die Ihnen vertrauen?
Ja, absolut. Zum Beispiel hat mir Dr. Specht aus Neuenhagen einen Patienten geschickt, der stark unter Gicht litt.
Er konnte kaum noch laufen, war extrem gehbehindert. Nach den Sitzungen bei mir kann er nun wieder richtig gut laufen.

Woher kommen diese Fähigkeiten?
Mein Ururgroßvater war Heiler. Ich habe aber auch eine ganz klassische medizinische Ausbildung absolviert.
Von 1971 bis 1973 habe ich in Lichtenberg im Kinderkrankenhaus „Lindenhof“ gelernt und bin examinierte Kinderkrankenschwester geworden.

Wie läuft so eine Heilung zeitlich ab?
In der Regel finden drei Sitzungen im Abstand von einer Woche statt.

Wie lange?
Ca. 1 Stunde.

Was sagen Sie den Menschen am Anfang?
Ich sage immer, dass ich nicht weiß, ob ich helfen kann.
Derjenige, der zu mir kommt, entscheidet allein darüber, ob er noch einmal wiederkommen möchte und ob ich ihn dann weiterbehandeln soll.

Wie verhalten sich die Menschen in der Behandlung?
Die meisten lassen sich fallen. Viele sagen mir, sie fühlten sich, als würden sie schweben. Oder aber sie fühlen Blei auf ihrem Körper.
Die ersten zwanzig Minuten entgifte ich faktisch. Anschließend lege ich meine Hand auf die Stellen, die belastet sind.

Frau Rohloff, nehmen Ihnen die Menschen immer ab, dass es hilft?
Vielleicht ein weiteres Beispiel: Zu mir kam eine ältere Dame, die nur noch am Stock gehen konnte. Sie hatte ein Hüftleiden.
Sie bekam vom Arzt Spritzen in die Hüfte. Doch die halfen nicht, linderten nicht ihre Schmerzen.
Schließlich kam sie zu mir. Nach ein paar Tagen bekam ich einen Anruf von ihr, in dem sie ihrer Enttäuschung Luft machte.
Ich habe ihr gesagt, dass ich keine Wunder vollbringen kann und sie Geduld braucht. Schließlich rief sie mich wieder an, nachdem einige Zeit vergangen war.

Und?
Sie konnte wieder gut laufen, schmerzfrei, und: ohne Stock.

Muss man eigentlich an das glauben, was Sie tun?
Nein, Sie müssen daran nicht glauben. Es hilft auch so und ich helfe unabhängig davon, ob derjenige daran glaubt oder eben nicht.
Er muss es nur zulassen.

Frau Rohloff, ich danke Ihnen für dieses Gespräch.

Kontakt:
Sabine Rohloff
Neuenhagener Chaussee 41
15 345 Altlandsberg
Tel. 033438 – 51 60
Mobil: 0172-3092551
Fax: 033438 – 5 16 44

© Dr. Uwe Müller

Sina Boje im Interview

Sina Boje ist examinierte Altenpflegerin und gehört seit dem 01. April 2017 ebenfalls zum Team der „Kaiserpflege“

Sina, seit wann arbeiten Sie bei der Kaiserpflege?
Seit dem 01. April 2017.

Das ist ja gerade mal einen Monat her.
Stimmt.
Wie kamen Sie denn zur Kaiserpflege?
Ich wollte mich verändern. Durch Gespräche mit Kolleginnen,  die ich bereits kannte, habe ich von der Arbeit der „Kaiserpflege“ erfahren und das hat mich neugierig gemacht.

Darf ich fragen, wie alt Sie sind?
Ich bin 26 Jahre alt.

Wie verlief Ihr beruflicher Werdegang?
Ich habe 2009 die Realschule abgeschlossen. Darin enthalten war ein sogenanntes Pflegejahr. Deshalb war das ein erweiterter Realschulabschluss.

Dann sind Sie ja früh mit der Pflege in Berührung gekommen, oder?
Ja, das stimmt. Es ging in diesem Jahr darum, einen ersten Einblick in Themen der Pflege zu erhalten und verschiedene Praktika zu absolvieren.

Wie ging es weiter?
Ich habe anschließend eine Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin absolviert und 2012 den Abschluss erhalten.

Wo haben Sie mit der Arbeit als examinierte Altenpflegerin begonnen?
Ich war in den Jahren 2012 bis 2015 in verschiedenen Altenpflegeheimen tätig. Danach habe ich begonnen, in einer Tagespflege zu arbeiten und war in Teilzeit zusätzlich in einem ambulanten Pflegedienst tätig.

Wann war das?
Von 2015 bis 2017.

Was hat Ihnen in der Arbeit im Altenpflegeheim Spaß gemacht und was weniger?
Gut war, dass wir den Bewohnern sehr nahe gekommen sind, ein recht enges Vertrauensverhältnis zu ihnen aufbauen konnten.
In der stationären Pflege wächst man zusammen, wie wohl kaum woanders.

Und was war weniger gut?
Die festgelegten Zeiten im Heim ließen oft keinen Spielraum mehr, dass sich die Bewohner frei entfalten konnten. Uns fehlte oft die Zeit, uns intensiv mit einem Heimbewohner zu beschäftigen.

Woran lag das hauptsächlich?
Am Personalmangel. Die Aufgaben zu erfüllen, allen Anforderungen gerecht werden, in einem im enger werdenden Zeitrahmen, das war sehr schwierig.

Wenn ich das richtig sehe, sind Sie dann 2017 bei der „Kaiserpflege“ mit dem Thema der Palliativversorgung in Berührung gekommen?
Ja, das ist richtig. Aktuell aber bin ich noch stark in die allgemeine ambulante Pflege eingebunden. Ich habe selbst einen kleinen Tourenplan und befasse mich dort unter anderem mit der Behandlungspflege.

Wie arbeiten Sie sich in das Thema der Palliativversorgung ein?
Ich habe an einem online- Kurs teilgenommen, musste viel in der Fachliteratur nachschauen und lernen.

Was ist das für eine online – Ausbildung?
Das kann man mit einer Dual-Ausbildung vergleichen. Das Ausbildungsziel ist die Qualifizierung zur Palliativ Care Fachkraft.
Außerdem habe ich mich viel mit Fallbeispielen beschäftigt.
Zum Abschluss musste ich noch einen Pflegeplan für Patienten erarbeiten und einreichen. Jetzt warte ich auf das Zertifikat.

Was fällt Ihnen noch schwer in der Einarbeitung?
Es gibt noch viel zu lernen – zum Beispiel in der Behandlungspflege.
Und: Ich sammle jeden Tag neue Erfahrungen.

Können Sie mal ein kleines Beispiel dafür nennen, was Sie täglich neu lernen?
Ja, gern.  Wenn ich  einen Patienten anschaue und frage, ob er Schmerzen hat und er antwortet mit „nein“, dann sagt mir bereits heute meine Erfahrung, dass ich genau hinschauen muss und erst dadurch weiß, dass ihn vielleicht doch etwas bedrückt. Ich sehe dann schon, dass er mitunter unter Schmerzen leidet, obwohl er mir das Gegenteil gesagt hat. Ich meine also den Blick für das Ganze, dafür, dass ich alles tun kann, damit es dem Patienten wirklich gut geht.

Und was macht Ihnen besonders Spaß?
Ich fühle mich in dem Team hier pudelwohl. Das Miteinander ist großartig, denn das ist ja nichts Selbstverständliches.
Wenn ich Hilfe brauche, dann bekomme ich sie. Und wenn es mir mal nicht gut geht – die Kolleginnen sehen das, kümmern und sorgen sich. Das finde ich klasse.

Sina, sind Sie ein glücklicher Mensch?
Ja, das bin ich. Ich weiß jetzt, wo ich hingehöre, wo der Weg hingeht.
Ich kann mich hier entfalten und das macht mich glücklich.

Sina, vielen Dank für das Gespräch.

Kontakt:
Sina Boje
Goethestr. 66a
22880 Wedel
Telefon: 04103 1877090
Telefax: 04103 1877085
E-Mail: boje@kaiserpflege.de
www.kaiserpflege.de

© Dr. Uwe Müller

Samariter, bamherzige Krankenpfleger – gibt es sie tatsächlich und vor allem: bewirken sie etwas?

Ich kann mir keinen spannenderen Beruf vorstellen, als Menschen zu treffen, mit ihnen zu reden oder zu telefonieren
und von ihnen zu erfahren, was sie antreibt oder was sie gerade bremst im Leben. Am Donnerstag in dieser Woche war ich bei einer Frau, die sich selbst als Samariter bezeichnet.  Sie hilft Menschen, macht das kostenlos und nur, wenn sie um Hilfe gebeten wird.
Du denkst jetzt vielleicht: „Alles klar,  das kennen wir,  diese selbsternannten Heiler sind doch nur Scharlatane.“ Ich gebe es zu: Ich habe das ebenfalls oft genug gedacht. Aber ich musste mich hier eines Besseren belehren lassen. Sabine Rohloff arbeitet mit Ärzten zusammen, die ihr vertrauen und auch mit Pflegediensten.
Sie hat nachweislich einem Mann geholfen, der unter Gicht litt oder einem Patienten, der Neurodermitis hatte. Ich finde das Thema spannend und werde nächste Woche ein Interview auf dem Blog veröffentlichen.  Vorab schon einmal ein kleiner Auszug:

„Frau Rohloff, wie würden Sie sich selbst nennen, wenn wir darüber reden, was Sie für Menschen tun?
Ich bin ein Samariter. Das trifft es wohl im Kern, wenn ich darüber spreche, wie ich heile, wie ich Menschen von ihren Leiden befreie.

Wie muss ich mir das vorstellen, wenn Sie über das Heilen sprechen?
Ich kann keine Wunder vollbringen. Das sage ich auch ganz klar.

Sondern?
Ich heile umfassend, bin offen für das, was mir die Menschen sagen und darauf richte ich dann meine Energie aus.
Es geht also um das Wohlbefinden des Menschen, der sich an mich wendet, um seine Gesundheit.

Können Sie mal ein Beispiel nennen?
Nun, ich hatte bereits Patienten hier, die von Ärzten zu mir geschickt wurden, die an Hautkrankheiten litten, unter anderem an Neurodermitis. Ich habe es geschafft, sie davon zu befreien.
Aber ich verspreche vorher nie, dass ich es schaffe…

Wie sind Sie überhaupt dazu gekommen, Menschen in dieser Form zu helfen?
Das geht bis in meine Kindheit zurück.
Mich hat schon immer die Kräuterhexe fasziniert.
Und so habe ich bereits als Kind viele Kräuter gesammelt.
Und wenn ich bei jemandem die Hand aufgelegt habe, dann tat das demjenigen gut…“

© Dr. Uwe Müller

 

 

 

Interview mit Jaqueline Pfleghar

J. Pfleghar vermittelt osteuropäische Arbeitskräfte für pflege- und hilfsbedürftige Menschen in deren häuslichen Umfeld.

Frau Pfleghar, wie war Ihr bisheriger beruflicher Werdegang?
Ich bin für die Pflege der klassische Quereinsteiger.

Das ist doch nicht schlecht, denn dann haben Sie ja auch Erfahrungen in anderen Branchen sammeln können, oder?
Ja, natürlich. Da haben Sie schon Recht.
Ich habe den klassischen kaufmännischen Weg hinter mir. Nach der Schule habe ich eine Wirtschaftsschule besucht und anschließend eine kaufmännische Ausbildung absolviert.
Danach bin ich in den Personalbereich gekommen und habe dort von 1997 bis 2007 gearbeitet. Ich hatte auch Personalverantwortung.

Wie ging es weiter?
Im privaten Umfeld wurde ich mit der Tatsache konfrontiert, wie ich mich nachhaltig um eine sehr nahestehende Person kümmern kann – pflegerisch und betreuerisch.
Es tat sich für mich die Frage auf, wie ich das abdecken kann und gleichzeitig noch meinen privaten und beruflichen Verpflichtungen nachkommen konnte. Und damals war das längst nicht so gut geregelt wie heute.

Also waren das Ihre ersten Berührungspunkte mit der Pflege?
Das kann man schon so sagen, ja.

Was war die Initialzündung dafür, in die Pflege zu gehen?
Ich wollte mich zum einen beruflich verändern, stärker selbstbestimmt arbeiten, die Zeit einteilen können.
Und dann hat mich das Thema der Pflege schon interessiert.
Es war doch die Frage, wie Menschen, die zum Beispiel rund um die Uhr betreut werden müssen, eine entsprechende Pflegekraft bekommen. Ich war ja schon von meiner bisherigen Tätigkeit damit in Berührung gekommen.

Inwiefern?
Ich hatte mit Entsendungen von Arbeitskräften in andere Länder zu tun, kannte also die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Herausforderungen, die damit verbunden waren.

Was ergab sich daraus für Sie hinsichtlich Ihrer bevorstehenden Tätigkeit in der Pflege?
Für mich war schon gleich klar, dass hier das Entsendegesetz nicht die adäquate Basis für die Beschäftigung von osteuropäischen Haushaltskräften in der Pflege war.

Sondern?
Der Haushalt selbst muss als Arbeitgeber auftreten, die Pflegekräfte aus dem Ausland einstellen.
Ich wollte genau das zu dem Zeitpunkt genauer wissen, wie es sich verhält mit dem Haushalt als legaler Arbeitgeber. Da habe ich mich dann sehr intensiv mit beschäftigt und bin auf die Weise in meine heutiges Tätigkeitsumfeld hineingewachsen.

Sind Sie übergangslos in das „kalte Wasser“ der Selbstständigkeit gesprungen?
Im Prinzip schon. Ich habe das alles zwar parallel zu meiner damaligen beruflichen Tätigkeit vorbereitet. Doch letztlich müssen Sie ja sozusagen „springen“. Und wenn Sie dann im Wasser sind, dann merken Sie erst einmal, wie „kalt“ es ist.

War es kalt für Sie?
Ich denke, für die wenigsten Menschen ist das Wasser „angewärmt“, wenn Sie sich in die Selbstständigkeit begeben.
Man schmiedet Bündnisse, trifft Absprachen, definiert Schwerpunkte. Doch die Zeit bringt hervor, worauf man sich dann letztlich konzentrieren muss.
Das war bei mir dann die Festlegung auf den Schwerpunkt der Betreuung und Begleitung von osteuropäischen Haushaltskräften im Einsatz für private Haushalte.

Wie kann man Ihre Tätigkeit in einen Satz fassen?
Das geht vielleicht nicht so. Dafür ist der Prozess zu komplex.
Ich bin für die Organisation zuständig, also alles, was getan werden muss, damit die osteuropäischen Haushaltskräfte optimal in der Pflege und Betreuung im jeweiligen Zuhause der Pflegebedürftigen eingesetzt werden können. Dazu gehört auch die Personalabrechnung, die Einhaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen. Zur Kundenbetreuung gehört es entscheidend dazu, abzugleichen, wer zu wem passt. Wir bringen die zusammen, die zusammengehören. Letztlich entscheiden die Haushalte darüber, wen sie einstellen. Ich bin die Spezialistin für die Verträge, die Lohnabrechnungen, die komplette Betreuung.
Ich kümmere mich auch darum, dass die Frauen die nötigen Grundinformationen bekommen.

Was zum Beispiel?
Die Informationen darüber, was eine Sozialversicherungsnummer ist oder wie die Frauen ihre Sprachkenntnisse erweitern können.

Wie ist das mit der langfristigen Beschäftigung in den Haushalten?
Wir streben das an. Und in der Mehrzahl klappt das auch. Es ist ja nicht gut, wenn ständig neue Haushaltskräfte bei den zu Betreuenden anfangen. In der Regel sind die Frauen, die dort anfangen bereits in einem Alter, in dem sie nicht mehr auf ihre Kinder aufpassen müssen und sich so ganz um die Pflege und Betreuung kümmern können.

Wie erfolgt die Qualitätssicherung?
Zum einen betreue ich ja die Haushalte mit, führe Gespräche mit allen an der Pflege Beteiligten. Zum anderen gibt es vierteljährlich Kontrollen, die vom MDK oder der Pflegeversicherung organisiert werden.

Worauf wollen Sie künftig Ihre Anstrengungen richten?
Ich möchte den Kontakt zu den Familien noch vertiefen.  Das ist bisher noch zu kurz gekommen. Mir geht es darum, noch intensiver im Geschehen zu sein.

Waren Sie das bisher nicht?
Doch. Schon. Aber Sie wissen ja, wie schnell einen die bürokratischen Angelegenheiten in Beschlag nehmen.

Was wollen Sie im Personalcoaching angehen?
Ich will unter anderem mehr für die Frauen da sein, ihnen erklären, wie ein Seniorenalltag aussieht oder was die rechtlichen und inhaltlichen Grundlagen ihrer Beschäftigung im Haushalt sind.
Hinzukommt, dass ich noch stärker auf das Gesundheitsmanagement der Frauen achten möchte und ihnen mit einem online – Sprachkurs zu noch besseren Sprachkenntnissen verhelfen will.

Frau Pfleghar, was glauben Sie, wo Ihre Stärken liegen?
Das ist immer schwer, selbst einzuschätzen und darüber zu sprechen. Ich glaube, dass ich viel Erfahrung in der Personalbetreuung besitze, darin die Beschäftigung umfassend sicherzustellen. Was ich nicht gedacht hätte ist der Umstand, dass es mitunter doch zu zwischenmenschlichen Problemen kommt, die mich dann sehr belasten. Das lässt mich nicht kalt.

Aber sind Sie nicht gerade deshalb richtig für diese Art der Tätigkeit?
Im Prinzip schon. Ich musste auch lernen, dass ich es nicht schaffen werde, es allen in jedem Punkt recht zu machen.
Da muss man schon Kompromisse eingehen – auf allen Seiten.
Letztlich bin ich glücklich, wenn ich etwas für die Rechte der Frauen tun kann, die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen mit uns zufrieden sind und wir etwas tun können, damit Menschen rund um die Uhr in ihrem eigenen Zuhause betreut werden können.

Frau Pfleghar, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Kontakt:
JP-Personal für Ihre Pflege UG (haftungsbeschränkt)
Jacqueline Pfleghar
Lanzstr. 29
88045 Friedrichshafen
Telefon: 07541 9505048
Mobil: 0175 5628133
E-Mail: info@jp-personal.de
Internet: www.jp-personal.de

Kurz gesagt

Die Anzahl der Menschen, die an Demenz erkranken, von eingeschränkter Alltagskompetenz betroffen sind, wächst weiter rasant

Der Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung insgesamt nimmt zu. Er wächst schneller, als das wir es nur auf die gestiegene Lebenserwartung zurückführen können.
Der rasante Geburtenrückgang in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten ist der zweite und nicht weniger wichtige Grund für diese Entwicklung.
Beide Entwicklungen stellen die Gesellschaft und vor allem die Pflegenden vor enorme neue Herausforderungen.
Der bislang kontinuierlich gewachsene Anstieg der durchschnittlichen Lebenserwartung und die damit verbundene Zunahme der Älteren und Hochbetagten geht einher mit der ebenfalls größer werdenden Zahl derjenigen unter ihnen, die an Demenz erkranken.

Erkrankungsrisiko plus steigende Lebenserwartung – zwei Faktoren für mögliche Demenz oder eingeschränkte Alltagskompetenz

Menschen mit einer höheren Lebenserwartung sind ohnehin bereits stärker der Gefahr ausgesetzt, die sogenannte Alltagskompetenz einzubüßen – ein weiterer, nicht unerheblicher Faktor, der noch zum allgemeinen Erkrankungsrisiko noch hinzukommt.
Berechnungen, empirische Studien gehen von rund drei Millionen Menschen aus, die in 2050 in einer bestimmten Form davon betroffen sein werden.
(Vgl. dazu: http://www.bundesgesundheitsministerium.de/ministerium/meldungen/2016/sechster-pflegebericht.html – abgerufen – Donnerstag, 12. Januar 2017, 10.33 Uhr; Download PDF, S. 20-22)

Betreuungs- und Entlastungsleistungen, Tagespflege und Senioren-Wohngemeinschaften gewinnen in diesem Zusammenhang an Bedeutung.