Archiv der Kategorie: MENSCHEN IN DER PFLEGE

Über Menschen erzählen, die in der Pflege tätig sind – als Angehörige, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Pflegebereich

MARTINA LIPPERT ÜBER VERANTWORTUNG ABGEBEN, NEUE TÄTIGKEITSFELDER ERSCHLIESSEN, IM SPIEL BLEIBEN

Wir sind zu einem Gespräch verabredet, am Telefon. Es passt zu der Zeit, in der Corona und Lockdown die Bedingungen vorgeben, unter denen etwas stattfinden soll und ob es überhaupt stattfinden darf.

Aber wir haben es von Anfang so gehalten, die Gespräche und Interviews am Telefon zu führen. Das hat seine Nachteile, weil man sein Gegenüber nicht sieht.

Es schärft auf der anderen Seite die Sinne, die verbleiben. Man hört genauer hin – auf das, was gesagt wird und wie es gesagt wird.
Zudem meldet sich Martina Lippert diesmal aus dem Homeoffice.

Das passt zur Pandemie, in der wir leben. Es hat dennoch einen weiteren Grund. Sie hat es sich selbst verordnet, sozusagen aus der zweiten Reihe der Firma heraus zu agieren, sich einfach ein Stück weit mehr aus der Firma herauszunehmen.

„Ich bin faktisch aus dem operativen Geschäftsverlauf des Pflegedienstes raus“, sagt sie.
Sie sagt diesen Satz zwar schnell und flüssig und dennoch merkt man ihr an, dass es auf keinen Fall eine Selbstverständlichkeit ist, die sie gerade ausgesprochen hat.

Zu viel Herzblut steckt in dieser Firma von ihr, die quasi ‚ihr Baby‘ ist.

Sie hat sie groß gemacht, und dieses ‚Baby‘ hat zugleich ihr eigenes Leben umgekrempelt und seit über zweieinhalb Jahrzehnten bestimmt.

„Dein Kind bleibt eben dein Kind, auch wenn es längst selbst erwachsen geworden ist, und seinen eigenen Weg gehen kann und auch will.“

Martina Lippert hat eingesehen, dass es Zeit ist, den Platz ihrer Tochter in der Führung der Firma zu überlassen, dem Familienbetrieb damit den entscheidenden Impuls für seine dynamische Weiterentwicklung zu geben, und gleichzeitig von der ‚Seitenlinie des Spielfeldes‘ die Übersicht zu behalten, wenige, aber dennoch wichtige Hinweise für das weitere Gedeihen des Pflegedienstes zu geben.

Sie hat eingesehen, dass es ab einem bestimmten Punkt nicht zu den Stärken einer Unternehmerin zählt, am Stuhl zu kleben, sondern eher dazu, diesen Stuhl freizumachen, den Druck rauszunehmen und so auf eine für sie unmerkliche Weise einen qualitativ ganz neuen Sog zu entwickeln, einen, den die Mitarbeiterinnen im Team und ihre Tochter in der immer noch gemeinsamen Geschäftsführung spüren, für angenehm erachten und genau darauf auch auf keinen Fall verzichten wollen.

NEUE AUFGABEN FÖRDERN OFT VERNACHLÄSSIGTE QUALITÄTEN ZUTAGE

Martina Lippert ist nicht der Mensch, der nur noch ausschließlich Ursus, ihren Cocker Spaniel, ausführt, obwohl das auf jeden Fall zu einer ihrer schönsten Tätigkeiten nebenher zählt.

„Ich beschäftige mich vielmehr damit, wie sich unsere Mitarbeiterinnen persönlich weiterentwickeln können“, sagt sie mir.

Martina Lippert spricht begeistert darüber, wie sie ihre neue Aufgabe angeht, eine Aufgabe, die sie sich bewusst selbst vorgenommen hat.

Es ist ihr wichtig damit zu zeigen, dass sie nicht nur eine ‚kosmetische Operation‘ ausführt, weil sie nunmehr aus dem Homeoffice herausarbeitet, sondern sie will inhaltlich bewusst andere Akzente setzen.

„Ich führe donnerstags diese Einzelgespräche mit Mitarbeiterinnen durch. Sie finden nicht im Homeoffice bei mir zuhause statt, sondern dazu gehe ich natürlich ins Büro“, erläutert sie.

Ihr geht es besonders darum, nicht nur einseitige Zielvereinbarungsgespräche zu führen, sondern vielmehr der jeweiligen Mitarbeiterin in einer vertraulichen Atmosphäre Raum zu geben, sich zu öffnen, darüber zu sprechen, wo sie sich als einzelne im Team sieht, was ihr Spaß macht und was sie noch erreichen will.

„Dabei dauert es ein wenig, bis diese Atmosphäre sich tatsächlich entfaltet, Vertrauen entsteht. Und dann kommt gewöhnlich, dass die Mitarbeiterinnen sehr gern bei uns arbeiten“, sagt sie weiter.

Martina Lippert hört vielfach, dass die Mitarbeiterinnen wieder gern mehr Kontakt untereinander hätten, zum Beispiel beim traditionellen Freitagsfrühstück im Büro.

Aber das ist aktuell im Lockdown schlecht machbar. Kontaktarmut bedeutet ja in dem Fall mehr Gesundheit, und das geht im Pflegedienst absolut vor.

Auf die Frage, wo die Mitarbeiterinnen mehr Unterstützung brauchen, wünschen sich viele wieder eine intensivere Fort- und Weiterbildung, so wie vor der Pandemie.

„Wir machen uns Gedanken, wie wir auf dem digitalen Weg hier noch mehr organisieren können“, sagt Martina Lippert.
Sie unterstützt zudem ihre Tochter nach wie vor in der Geschäftsführung.

„Es gibt so viel zu tun, was die Verfahrensanweisungen beim Selbsttest anbetrifft, was insgesamt bei der Umsetzung der gesetzlichen Vorschriften in der Pandemie zu beachten ist.

Ich nehme mir dafür die Zeit, setze dort meine Energie rein, entlaste meine Tochter und das Team des Pflegedienstes und erreiche auf diese Weise auch noch, das Qualitätsmanagement gerade in den Zeiten der Corona-Pandemie zu verbessern.

KOPF UND HERZ FINDEN NICHT IMMER GLEICH ZUSAMMEN

Martina Lippert betrachtet ihre Situation nüchtern, geradezu analytisch, einerseits.

„Ich habe mich bewusst dazu entschlossen, ins Home-Office zu gehen. Zum einen will ich mich so Schritt für Schritt auf meinen endgültigen Ruhestand in den nächsten Jahren vorbereiten.

Andererseits geht dem die Einsicht voraus, meinem Team, meiner Tochter mehr Entfaltungsmöglichkeiten für eigene Ideen zu bieten.
Das ist aber nur die eine Seite.

Die andere ist bei ihr mit ein wenig Wehmut ausgefüllt.
„Der Kopf, der einem etwas sagt, das ist die eine Sache. Das Herz aber, das spricht ja in solchen Momenten auch mit. Und das wiederum macht es mir schwer, loszulassen, mich nur noch als Beobachterin zu fühlen.

Die Balance hierfür zu finden, das wird die wirkliche Herausforderung in diesem Prozess sein“, sagt sie.
Wen wundert diese Aussage, wenn man die Geschichte und den beruflichen Lebensweg kennt, den Martina Lippert gegangen ist.

EIN LEBENSWEG, DER NICHT GERADE WIE EINE SCHNUR GEZOGEN IST UND DESHALB SEINEN SOG ENTFALTET

Ich habe sie dazu in den Jahren 2016 und 2019 in Interviews befragt, die auch hier auf dem Blog nachzulesen sind.

Ich erinnere mich, wie ich sie im September 2016 fragte, wie alles angefangen hatte, in ihrer beruflichen Entwicklung, und sie mir davon erzählte, dass sie 1986 als Aushilfe in der Ambulanten Krankenpflege in einer Diakonie in Lingen begann.

„Und das war auch schon ein sogenannter Knackpunkt für mich“, sagte sie damals, „denn ich wurde nur stundenweise beschäftigt, hatte kein Auto und wurde gerufen, wenn es Arbeit gab.

Das war anfangs für mich in Ordnung, jedoch später hätte ich gern eine Festanstellung gehabt“, erinnerte sie sich damals an die Anfänge zurück.

Eine weitere interessante Station war, dass sie in einer Facharztpraxis für Psychiatrie und Psychologie gearbeitet hat.

„Ich habe viel Wissen darüber erlangt, warum Menschen manchmal nicht so funktionieren, wie es unsere Gesellschaft verlangt. Sie hat dort viel gelernt über Menschen, die eben anders waren als diejenigen, die in der Gesellschaft innerhalb der offiziell anerkannten Normen agierten.

Sie lernte verschiedene Lebensgeschichten kennen, und vor allem, sich wertschätzend und tolerant gegenüber anderen Menschen zu verhalten.

Eine wertvolle Erfahrung, die sie später im Umgang mit Demenzkranken sehr gut nutzen konnte.

Martina Lippert wollte eigentlich immer nur als festangestellte Krankenschwester arbeiten.

Sie stieß auf viele Hürden, die ihr irgendwann schier unüberwindbar schienen.

„Es gab nicht genügend Stellen in den Krankenhäusern, um sich darauf zu bewerben, kaum vorstellbar, aus heutiger Sicht“, sagt sie heute.

Eine Frau mit Kindern hatte es zusätzlich schwer, einen sicheren Arbeitsplatz zu erhalten.

Doch gerade diese offensichtlichen Tatsachen in der ungleichen Behandlung von Frauen im Vergleich zu Männern in ähnlichen Situationen stärkte ihre Motivation, ihren eigenen Weg zu suchen.
Und so kam Martina Lippert bereits frühzeitig der Gedanke, ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen, auf eigenen Füssen zu stehen.

Sie überwand alle Widerstände und eröffnete am 01.11.1994 ihren Pflegedienst.

„Ich musste mir natürlich erst einmal einen Namen machen, Ärzte in Lingen aufsuchen, mich vorstellen und mein Konzept vorstellen.

Vor allem die Tatsache, dass ich bereit war, abends und am Wochenende zu arbeiten, Patienten zu helfen, hat mir geholfen, mich zu etablieren, mir einen Namen unter den Pflegediensten zu machen“.

HARTNÄCKIG UND AUSDAUERND SEIN – DIE AM MEISTEN UNTERSCHÄTZEN ERFOLGSFAKTOREN

Martina Lippert ist stolz darauf, dass sie ein Fundament für ihren Familienbetrieb geschaffen hat, das nicht nur solide, sondern auch zukunftsfähig ist.

„Ich weiß nicht, ob der Erfolg so eingetreten wäre, wenn ich nicht so hartnäckig gewesen wäre und vor allem so ausdauernd agiert hätte“, sagt sie rückblickend.

Sie denkt dabei an ihre sogenannte Selbstausbeutung, an die Wochen und Monate, wo sie alles allein bewältigen musste, und sich nebenher noch um ihre eigene Fort- und Weiterbildung gekümmert hat, ihre Kinder nach ihrem Recht verlangten.

„Sicher, es waren besonders schwierige Etappen zu meistern, Momente, in denen es um das geschäftliche Überleben ging.

Aber ich möchte diese Zeit nicht missen, denn sie hat mich geprägt, mich zu dem gemacht, der ich heute bin“, sagt sie zum Abschluss unseres Gespräches.

Kontakt:
Pflegedienst Lippert GmbH
Martina Lippert
Geschäftsführende Gesellschafterin
Haselünnerstr. 53-55
49809 Lingen
Tel.: 0591 - 807 40 990
Fax: 0591 - 807 40 999
E-Mail: info@pflegedienst-lingen.de
http://www.pflegedienst-lingen.de

 

MENSCHEN – SIE MACHEN DEN ALLTAG INTERESSANT (2)

ÜBER MENSCHEN ERZÄHLEN – IN FORM VON INTERVIEWS, FIRMENPORTRÄTS, GESCHICHTEN
Küchenstudio Wriezen:
Interview:

DIETLINDE HOKE – ENGAGIERTE UNTERNEHMERIN MIT VIEL HERZ

Firmenporträt:

IHR KÜCHENPARTNER – DIETLINDE HOKE

Glasermeister Hintze aus Wandlitz:
Interview:

INTERVIEW MIT JÜRGEN HINTZE VOM 07.07.2020

Firmenporträt:

GLASEREI JÜRGEN HINTZE

MENSCHEN – SIE MACHEN DEN ALLTAG INTERESSANT (1)

ÜBER MENSCHEN ERZÄHLEN – IN FORM VON INTERVIEWS, FIRMENPORTRÄTS, GESCHICHTEN

MARTINA LIPPERT – EIN LEBEN FÜR DIE PFLEGE

TANZCLUB SCHWARZ SILBER WANDLITZ e.V.

INTERVIEW MIT KERSTEN STEINIGER

FIRMENPORTRÄT TANZCLUB SCHWARZ SILBER WANDLITZ e.V.

TANZCLUB SCHWARZ SILBER WANDLITZ e.V.

 

 

MARTINA LIPPERT – EIN LEBEN FÜR DIE PFLEGE (2)

Ich habe mit Martina Lippert in den vergangenen Jahren mehrfach gesprochen.
Sie ist die Inhaberin des gleichnamigen Pflegedienstes Martina Lippert GmbH.
Sie hat zugleich die Geschäftsführung inne, gemeinsam mit ihrer Tochter Christine Lippert.
Hier zwei Interviews, geführt in 2019 und 2017.

MARTINA LIPPERT ÜBER VERANTWORTUNG ABGEBEN, NEUE TÄTIGKEITSFELDER ERSCHLIESSEN, IM SPIEL BLEIBEN

INTERVIEW MIT MARTINA LIPPERT IM MÄRZ 2019

INTERVIEW MIT MARTINA LIPPERT IM SEPTEMBER 2016

CURAVERDE PFLEGEDIENST GMBH UND PFLEGEDIENST GEHRMANN GBR

Das zeichnet die Einrichtungen aus:
– Familiärer Charakter, engagiertes Personal, ausgestattet mit einer sehr soliden Fach- und Sozialkompetenz;
– Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die sich auf ihre Klienten einstellen, sich für sie interessieren, ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

I.
CURAVERDE PFLEGEDIENST GmbH

Kernkompetenzen in der Leistungserbringung
1.
Medizinisch – und pflegerische ambulante Versorgung
2.
Betreuung hilfsbedürftiger Menschen in ihrer häuslichen Umgebung
3.
Verhinderungspflege
4.
Beratungseinsätze

Kontakt:
Weimarer Str. 3 – 5
16 515 Oranienburg
Telefon: 03301-677 47 51
Telefax: 03301-677 47 99
Notrufnummer: 0177-37 37 680
Bürozeiten: Montag-Freitag von 08.00 – 16.00 Uhr
Geschäftsführung: Antje Gehrmann

II. PFLEGEDIENST GEHRMANN GbR
Hauptsitz:
Weimarer Str. 3-5
16 515 Oranienburg
Telefon: 03301 – 70 04 42
Telefax: 03301 – 70 04 60
E-Mail: hkp.gehrmann@t-online.de
Homepage: www.oranieburger-pflegedienst.de
Geschäftsleitung: Christine und Antje Gehrmann

Unter dem Dach der Pflegedienst GbR werden zwei Tagespflegen geführt:

‚Tagespflege Süd‘ – 28 Plätze
Berliner Strasse 177-179
16515 Oranienburg
Telefon: 03301-677 47 30
Telefax: 03301-677 47 38
E-Mail: tp-sued@t-online.de

‚Tagespflege Kolibri‘ – 28 Plätze
Berliner Strasse 56
16540 Hohen Neuendorf
Telefon: 03303 – 588 40 10
Telefax: 03301 – 677 47 99
E-Mail: tp_kolibri@t-online.de

Beim Besuch der Einrichtungen fällt auf, wie familiär es zugeht.
Qualifizierte Betreuungskräfte sind für die Tagesgäste da, betreuen diese sehr individuell – sensibel abgestimmt auf deren tatsächlichen Bedürfnisse.

Das Angebot an Betreuungs- und Serviceleistungen ist sehr vielfältig.

Dabei sind die Aktivitäten, die die Gäste mobilisieren und aktivieren, ihnen helfen, weiter selbstständig zu bleiben oder ihre Selbstständigkeit wieder zu erlangen, besonders im Fokus der Betreuungskräfte.

Im Einzelnen sind das: Übungen für die Beweglichkeit, gymnastische Übungen, Aufgaben, die die Orientierung stärken, die Gedächtnisleistungen der Tagesgäste aktivieren.

Die Gäste werden morgens von Zuhause abgeholt und abends dorthin wieder zurückgebracht.

„Uns sind die engen Beziehungen zwischen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Gästen und deren Angehörigen sehr wichtig“, sagt Anje Gehrmann.

Mehr zu Antje Gehrmann im Interview –

https://uwemuellererzaehlt.de/2017/06/03/antje-gehrmann-im-interview/

SENIORENHILFE GOTHA

Der pflege – und hilfsbedürftige Mensch im Zentrum des Denkens und Handelns – das Gewicht dieser Aussage vergrößert sich besonders in schwierigen Zeiten und es zeigt sich gerade dann, wer das wirklich von sich behaupten kann.

Die Seniorenhilfe Gotha kann das für sich in Anspruch nehmen, mit Fug und Recht.

Das jedenfalls sagt die überwiegende Mehrheit derjenigen, die mit dem Pflegedienst zu tun hatten.

Kathrin Dölle ist die Inhaberin des Pflegedienstes.

Wer wissen will, was sie motiviert, wie alles angefangen hat, und warum dieser Beruf für sie der genau richtige ist, der sollte das Interview mit ihr lesen:

KATHRIN DÖLLE IM INTERVIEW

STELLENANZEIGE - SENIORENHILFE GOTHA
Sie sind examinierte Altenpflegerin oder Altenpfleger, Krankenschwester oder Krankenpfleger, Pflegehelferin oder Pflegehelfer, oder Sie sind eine Hauswirtschaftskraft?

Und: Sie lieben Ihren Beruf und Sie lieben die Arbeit mit Menschen, die so dringend unserer Hilfe und Unterstützung bedürfen?

Kontakt:
Kathrin Dölle – Seniorenhilfe Ambulanter Pflegedienst
Lutherstraße 8
99867 Gotha
Telefon: 03621 – 21 96 40
Telefax: 03621 – 21 96 39
E-Mail: info@seniorenhilfe-gotha.de
Homepage

http://www.seniorenhilfe-gotha.de

DU KANNST KEIN VERTRAUEN ERZWINGEN ODER GAR ERBETTELN – DU MUSST ES DIR HART ERARBEITEN

Ich habe in den vergangenen Jahren viel über die Freie Alten – und Krankenpflege e.V. in Essen berichtet.

Ich weiß aus meiner Berufserfahrung: Es gibt viele Menschen und Einrichtungen, die um Vertrauen werben. Das ist legitim, reicht aber nicht aus.

Erst wenn du Menschen mit Taten davon überzeugst, dass es so ist, wie du es vorher mit Worten angekündigt hast, dann beginnen sie, dir zu vertrauen.

Und aus diesem Grund: Die Freie Alten und Krankenpflege e.V. in Essen hat mein Vertrauen, gerade jetzt, in Zeiten der Pandemie und des Lockdowns.

Warum das so ist?

Weil dort Menschen arbeiten die nicht nur irgendetwas sagen, sondern die auch danach handeln, jeden Tag.

Mehr:

https://uwemuellererzaehlt.de/2017/07/04/portraet-freie-alten-und-krankenpflege-e-v/

 

 

ÜBER MENSCHEN IM ALLTAG ERZÄHLEN – DER WIRKLICHE REICHTUM DES LEBENS

MENSCHEN AUS DEM ALLTAG – OHNE SIE FUNKTIONERT STORYTELLING NICHT

Menschen aus dem Alltag, Alltagshelden, sie sind die entscheidende Zutat, damit eine lebendige Geschichte erzählt werden kann.

Dabei spielt es für mich zunächst überhaupt keine Rolle, über wen ich schreiben will – ob über den selbstständigen Handwerker einer Bauschlosserei, die Inhaberin eines Küchenstudios oder den Protagonisten in einer fiktionalen Geschichte.

James N. Frey hat das in Hinsicht auf die Helden in einem Roman so zusammengefasst:
„Figuren sind für den Romancier was Holz für den Schreiner ist und was Ziegelsteine für den Maurer sind. Figuren sind der Stoff, aus dem der Roman gemacht wird.“
(James N. Frey: „Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“ © 1993 Emons Verlag GmbH / © 1987 bei James N. Frey
ISBN 978-3-89705-32-1, Seite 17)

Für mich aber sind es vor allem die Alltagshelden, für die ich mich interessiere, und wie ich weiß, meine Leser ebenfalls, und sie sind es deshalb, über die ich schreiben will.

Das ist das Hauptmotiv, warum ich mir immer wieder Anregungen, Tipps, Hinweise von den Großen im Metier des Schreibens hole – Tag für Tag, im Schreib-Alltag eben.

Was macht die Sogwirkung für Leser aus, wenn Menschen Geschichten über sich erzählen?

Menschen nehmen natürlich Fakten zur Kenntnis. Geschichten aber über Menschen, die überzeugen sie, sprechen sie zudem auf der Gefühlsebene an.

Interviews, Geschichten fallen einfach auf im Dickicht der Informationsflut, sie wecken Emotionen.

Ein Leser erinnert sich besser an das Erzählte,  er spinnt sozusagen den Faden mit.

Die Personen,  die im Interview darüber berichten, wie sie zum Beispiel zur Pflege kamen,  was sie für Motive umtreibt und warum sie sich heute noch engagieren – das interessiert die Angehörigen.

Sie wollen, dass der Pflegedienst nicht nur auf der Homepage schreibt: „Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt.“

Vielmehr: Sie wollen, dass sich genau der Mensch ihrer Pflegebedürftigen annimmt, dem sie vertrauen können und der sie mit seiner Biografie, seinem Wissen und Handeln überzeugt.

Interviews, Geschichten bleiben auf dem Portal, können immer wieder aufgerufen werden.

Und sie erhöhen damit gleichzeitig die Sichtbarkeit des jeweiligen Unternehmens bei Google.

Die Suchmaschine von Google verknüpft die Informationen miteinander und der Leser wird auf der Suche nach einem geeigneten Pflegedienst zielgerichteter zu ihm geführt.

Außerdem: Pflegedienste werden in ihrem Ort gefunden, da wo sie tätig sind.

Es spielt also keine Rolle, ob dieser in einem Dorf in Bayern sein Zuhause hat oder in Berlin-Mitte.

Interviews, Geschichten geben eine erste Auskunft darüber, wie der gesuchte Pflegedienst „tickt“, ob er interessant für denjenigen ist, der  Unterstützung für seinen Angehörigen sucht.

WARUM ´UWE MUELLER ERZAEHLT?‘

Ich habe bewusst die Domain „uwemuellererzaehlt“ gewählt: Ich will aus eigener Anschauung und unter eigenem Namen schreiben und dies sofort in der persönlichen Überschrift ausdrücken.

Ich finde, das Bedürfnis von Menschen, über andere Menschen etwas aus der persönlichen Sicht zu erfahren, hat stark genommen.

Das gilt auch für die Menschen, die in der Pflege tätig sind.

Ich möchte deshalb diejenigen zu Wort kommen lassen, die sich täglich um ihre Pflegebedürftigen und deren Angehörige bemühen.

Das ist im Pflegebereich nicht anders. Bekanntheit, Anerkennung, die Mund-zu-Mund-Propaganda entsteht nicht zuerst dadurch,
dass man von sich behauptet, „man sei der Beste“.
Das entscheiden die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen ohnehin selbst.

Vielmehr: Leser wollen lieber etwas darüber erfahren, was die Inhaberin oder der Inhaber eines Pflegedienstes denkt,
was ihnen am Herzen liegt, wenn sie über Qualität in der Pflege und Betreuung sprechen, wie sie mit Stress und Überlastung umgehen,
was sie künftig verbessern wollen.

Nur dadurch entsteht Vertrauen, gewinnen Angehörige die Überzeugung, dass es der richtige Pflegedienst für sie ist.

Individuelle Betreuung von an Demenz erkrankten Menschen im Fokus
Die Anzahl der Pflegebedürftigen wächst, und unter ihnen die Zahl derer, die an Demenz erkrankt sind – im Anfangsstadium oder fortgeschritten.

Das soll unter anderem ein Schwerpunkt werden für dieses Portal – der Umgang mit der Krankheit Demenz – durch die Betroffenen selbst und diejenigen, die sich kümmern.

Das sind zum einen die vielen Pflegekräfte, die es beruflich tun und die Angehörigen.

Aus Gesprächen weiß ich und erfahre es immer wieder aufs Neue, dass der starke Wunsch besteht, sich auszutauschen, über die Probleme zu reden.

Und auch: Anerkennung zu finden, für das, was tagtäglich geleistet wird.

Erreichte Erfolge stärken die Kraft, um neue Herausforderungen zu bewältigen
Es wird viel darüber geschrieben, wie dramatisch es im Pflegebereich zugeht. Dabei ist viel getan worden in den letzten Jahren. Auf der Ebene der Politik und durch die Akteure in der Pflege selbst.

Mein Eindruck ist: Manchmal wird vergessen, das Positive zu erwähnen, ohne in Schönfärberei zu verfallen.

Die Zahlen derjenigen, die der Pflege bedürfen,  steigen so rasant an, dass man die greifbare Überforderung ohnehin gar nicht ignorieren kann.

Doch Herausforderungen in der Zukunft bewältigt man auch und vor allem dann, wenn man sich dessen bewusst wird, was schon geleistet wurde.

Erst dadurch wird ja auch die Dimension klarer, wie es zukünftig weitergehen kann.

 

DANKE AN ALLE, DIE AUF MEINEM BLOG VORBEIGESCHAUT HABEN

Ich sage danke für das Interesse an meinen Texten, meinen Beiträgen und ich freue mich, wenn Ihr mir auch in 2021 die Treue haltet.

Gesundheit zuerst, Glück in der Familie, ein gutes Händchen im beruflichen Leben und die Kraft, das Schöne in den kleinen Dingen des Alltags zu sehen – das wünsche ich allen für das Jahr 2021.

Einen guten Rutsch, selbst wenn es etwas leiser zugehen sollte.
Uwe Müller

 

 

PFLEGEDIENST MARTINA LIPPERT – CORONA SCHWEISST UNS NOCH MEHR ZUSAMMEN

Martina Lippert gehört zu den Menschen in der Pflege, über die ich gern berichte. ‚Ja klar‘, wird mancher Leser jetzt denken, ‚Storytelling ist doch dein Metier, also warum erwähnst du das überhaupt?‘

Das stimmt, aber glaubwürdig im PR-Bereich zu bleiben, das heißt vor allem eines: authentisch bleiben, und das wiederum ist möglich, wenn ich über den Pflegedienst Martina Lippert schreibe.

Man könnte denken, Martina Lippert ist mit ihren 63 Jahren vielleicht ein wenig müde und langsamer geworden in dem, was sie tut.

Immerhin existiert ihr Unternehmen bereits 25 Jahre, und sie hat es in schwierigen Zeiten aufgebaut und auf die Erfolgsspur gebracht.
Aber von Müdigkeit will sie nichts wissen. Im Gegenteil.

„Wir wollen alles dafür tun, dass die in Corona-Zeiten vulnerablen Gruppen besonders geschützt, gepflegt und betreut werden.

Nicht nur, weil dies inzwischen die Politik zu einer ihrer Kernaufgaben erklärt hat, sondern weil es für uns zu einer Herzensangelegenheit geworden ist, zu der wir uns bekennen“, sagt sie mit Blick auf die aktuellen Herausforderungen.

„Wir müssen alle ins Boot holen, die Pflegebedürftigen und die pflegenden Angehörigen.
Vereinzelt verstehen die Angehörigen von Pflege- Hilfsbedürftigen erst dann die Botschaft, wenn man Klartext mit ihnen spricht, höflich und stets mit der gebührenden Wertschätzung, aber unmissverständlich.

Es reicht nicht aus zu glauben, dass der zu pflegende Angehörige in dieser Zeit vielleicht nur einmal in der Woche gewaschen werden müsste. Das klingt nach einer Selbstverständlichkeit, ist es aber nicht.

Denn in Einzelfällen kommt das aufgrund von Corona erlassene Kontaktverbot dem einen oder anderen Angehörigen mitunter sogar gelegen – müssen sie doch ihre Besuche stark einschränken oder ganz darauf verzichten und sind so der Verpflichtung enthoben, moralisch und faktisch, sich intensiv um ihre Pflege- und Hilfsbedürftigen zu kümmern“, sagt Martina Lippert.“

Die Inhaberin des Pflegedienstes versteht natürlich, dass es zu Kontaktbeschränkungen kommen muss und trotzdem die Schwächsten in der Gesellschaft nicht allein gelassen werden dürfen.

Konsequente Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln und gleichzeitig das Nötige für die zu Pflegenden tun, so kann man das Herangehen des Pflegedienstes zusammenfassen.

„Ich habe auch schon Informationsblätter verfasst, in denen die für uns wichtigen Regeln und Inhalte festgehalten werden“, sagt sie, wohlwissend, dass es hier keine Atempause geben kann.

Martina Lippert empfiehlt ihrem Team darauf zu achten, dass die Zimmer bei den zu Pflegenden gelüftet werden, bevor die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen die Pflege und Betreuung durchführen.

„Corona hängt wie ein Damoklesschwert über uns. Wichtig ist, dass wir auf die Masken achten“, sagt Martina Lippert.
Sie weist darauf hin, dass es aktuell für die Pflege- und Hilfsbedürftigen nicht gut bestellt ist, da sie nur noch wenig aus der Wohnung herauskommen.

„Früher sind sie noch regelmäßig einkaufen gefahren. Das ist jetzt stark eingeschränkt.
Oder die Teilnahme an Selbsthilfegruppen kann ebenfalls nicht stattfinden. Man muss also aufpassen, dass man nicht ‚kopflastig‘ wird.“

KONTINUITÄT UND ERNEUERUNG – KEINE GEGENSÄTZE IM TEAM DER GESCHÄFTSFÜHRUNG
Martina Lippert überlässt mehr und mehr in der Geschäftsführung das Feld ihrer Tochter, Anne-Christine Lippert.

„Sie ist ohnehin die fachlich und organisatorisch versiertere Fachkraft.

Das hat was damit zu tun, dass sie sich in den letzten Jahren sehr gut in die Funktion der Geschäftsführung eingearbeitet und fachlich sehr viel für ihre Weiterbildung getan hat“, sagt Martina Lippert.

„Und seit einigen Monaten ist sie ebenfalls voll für die Pflegedienstleitung zuständig“, ergänzt sie.
Bei allen Anstrengungen hat es Anne-Christine Lippert noch geschafft, ca. 400 Masken gegen das Corona-Virus zu nähen.

„Das macht ihr Spaß, aber sie freut sich vor allem, wenn sie damit helfen kann“, sagt ihre Mutter.

Man merkt Martina Lippert an, dass es ihr trotz alledem nicht leichtfällt, loszulassen. Immerhin ist der Pflegedienst ja ‚ihr Baby‘, den sie quasi mit der ‚Flasche hochgepäppelt‘ hat.

JUNG UND ALT – KEINER KANN AUF DEN ANDEREN VERZICHTEN
Blickt man in die Zukunft, so will keiner so recht in die Vergangenheit zurückblicken.

Das sei ‚vergossene Milch‘, so hört man es zum Teil, wenn es darum, die aktuellen Herausforderungen und die der Zukunft zu bewältigen.

Und doch lohnt ein Innehalten.
Künftige Aufgaben bewältigt man dann am besten, am effizientesten, wenn man bei Gelegenheit auf die Erfahrungen zurückgreift, die bereits von Menschen zwanzig, dreißig Jahre zurück gemacht wurden.

Nicht nur, weil dadurch klar wird, wie schwierig manches zu bewältigen war, wieviel Hürden es gab, um zu einer Position zu gelangen, die heute als selbstverständlich vorausgesetzt wird.

Es gibt noch einen weitaus wichtigeren Aspekt. Indem mutige und kreative Menschen ihren beruflichen Weg selbst in die Hand genommen und gestaltet haben, konnten sie sich ein ganzes Netzwerk aus Erfahrungen, Wissen und Können aneignen, das als Ausgangsposition bei jeder neuen Situation auf der ‚Haben-Seite‘ verbucht werden kann.

Dieses ‚Pfund‘ wird vor allem dann effizient nutzbar, wenn junge und alte Menschen, ausgereifte Konzepte, bewährte Strategien mit neuen frischen Ideen zusammengebracht werden.

Jede Mitarbeiterin, jeder Mitarbeiter braucht heute unabdingbar die Wertschätzung für seine Arbeit, und zwar jetzt, wenn sie jung sind, und auch dann, wenn sie älter geworden sind und jüngere nachrücken.

Dieses einander verstehen, sich austauschen, das sich darauf verständigen, dass das, was zu bewahren ist, auch als etwas zu Bewahrendes anzuerkennen, und nicht auf den Müll zu kippen, nur weil es alt ist, und umgekehrt, nicht Altes mitzuschleppen, was nicht mehr in die Zeit passt – das ist der ‚Code‘, der Schlüssel für einen Erfolg, der dauerhaft ist, weil er ständig bewahrt, verändert und neu erkämpft werden muss.

Das ist ein Grund, warum man sich für die Biographie von interessanten Menschen begeistern sollte. Nicht, um demjenigen zu huldigen, nein, um selbst für sich, für die eigene Zukunft zu lernen.

Wer wissen will, warum es so schwer war, vor über zwanzig Jahren eine Festanstellung als Krankenschwester zu bekommen, wen es interessiert, was es als Frau bedeutete, den Anforderungen im Beruf, in der Familie, bei den Kindern zu entsprechen und sich dann noch ein Stück selbst zu verwirklichen, der sollte einen Blick auf die Interviews mit Martina Lippert werfen, die ich mit ihr geführt habe.

https://uwemuellererzaehlt.de/2017/08/21/interview-mit-martina-lippert/

https://uwemuellererzaehlt.de/2017/09/01/interview-mit-martina-lippert-im-august-2017/

https://uwemuellererzaehlt.de/2019/03/29/interview-mit-martina-lippert-2/

Oft wird die moralische Kategorie der Dankbarkeit ins Spiel gebracht, die doch vor allem die jüngere Generation haben müsse, wenn es um die Leistungen der älteren Generationen ginge.

Ich glaube, dass diese Kategorie zwar ehrenwert ist und durchaus zum Leben dazugehört, vor allem, wenn es um den zwischenmenschlichen Bereich geht, sowohl privat als auch im geschäftlich.

Aber sie trifft nur unzureichend auf das zu, was wirklich notwendig ist. Einzusehen ist vielleicht folgende Erkenntnis: Für die Jüngeren gibt es einen leichteren Zugang zu Wissen, Können, zu Erfahrungen, wenn man die Älteren um Rat fragt.

Und für die Älteren ist es eine ungeheure Motivation, etwas weiterzugeben, was sie selbst mit viel Energie und oft auch unter Schmerzen erworben haben.

Sie geben in diesem Kommunikationsprozess nicht nur Erfahrungen weiter, nein, sie lernen in dem Moment auch neu hinzu.

Dieser Austausch, gleichberechtigt, ohne Vorurteile – das ist die größte Energie- und Wissensquelle für die Bewältigung der gegenwärtigen Herausforderungen auf höchstem Niveau.

LOSLASSEN LÄSST NEUEN SOG ENTSTEHEN – FÜR ALLE SEITEN
Martina Lippert gehört nicht zu denen, die sich an etwas klammern müssen.

Sie findet andere Felder, die ihr ebenfalls Spaß machen und die es ihr erlauben, eine andere Sicht auf die aktuellen Probleme und Herausforderungen einzunehmen.

„Ich fotografiere sehr gern Heimathäuser in Lingen. Das macht mir Spaß. Vor allem dann, wenn diese sehr gepflegt sind und die Häuser ebenfalls für ein reges kulturelles Leben genutzt werden.“
Martina Lippert hat Freude daran, anderen Menschen eine Freude zu machen.

Sie versteht es, leckeres Rotwein Gelee herzustellen.
„Die Idee dazu ist mal am Rande einer Klausurtagung entstanden und zur Verkostung mitgenommen habe ich den Rotwein Gelee dann zur nächsten Fraktionssitzung.
Mit einem Toast, Butter und anschließend Rotweingelee darauf, schmeckt das hervorragend.“

Martina Lippert kam damit gut an, auch wenn es manch einer lieber trockener in einer Klausurtagung mag.

Aber wer erfährt, dass sich die Fraktion der SPD in der Stadt Lingen auch mal so etwas leistet, und damit irgendwie auch bürgernah agiert, nicht verklemmt an Themen herumnagt, nur den erzieherischen Finger hebt, der zieht Bürger an, Wähler, Menschen, denen das gefällt und die dann auch mehr über Inhalte wissen wollen.

„Man muss nicht gleich eine Maß Bier wie in Bayern trinken, aber eine bisschen lockere Atmosphäre bringt uns alle weiter, menschlich, mental, emotional, inhaltlich“, sagt sie in diesem Zusammenhang.

Martina Lippert will sich weiter für die Verbesserung der Pflegebedingungen einsetzen, daran mitwirken, dass die Leistungen stärker wertgeschätzt werden, nicht nur im ethischen, sondern auch im monetären Bereich.

Die Räume im Pflegedienst sind bereits weihnachtlich geschmückt – in braun und weiß von Anne-Christine Lippert in Szene gesetzt.
„Jetzt kommen noch die traditionellen Farben rot und grün, sowie Gegenstände aus dem Erzgebirge hinzu“, sagt Martina Lippert.

 

 

 

 

SENIORENHILFE GOTHA BEWÄHRT SICH GERADE IN SCHWIERIGEN ZEITEN

Die aktuellen Herausforderungen sind geprägt durch die Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen in der Gesellschaft.
Pflege- und Hilfsbedürftige gehören zu der Risikogruppe, die in dieser Zeit einem ganz besonderen Schutz bedürfen.
Dabei schnellt die Nachfrage nach Pflege- und Betreuungsleistungen ohnehin schon in die Höhe, selbst ohne diese besonderen Ansprüche in einer besonders schwierigen Zeit.
Pflegedienste und vor allem Pflegekräfte sind dabei längst an die Grenze ihrer Belastbarkeit gestoßen.

„Wir arbeiten rund um die Uhr und versuchen, das Unmögliche trotzdem möglich zu machen, nämlich nicht nur die gestiegenen Anfragen von Klienten zu bewältigen, sondern auch noch auf die Qualität, die individuelle Herangehensweise an unsere Aufgaben nicht aus dem Auge zu verlieren“, sagt Kathrin Dölle, Inhaberin des Pflegedienstes Seniorenhilfe in Gotha.

PFLEGE- UND HILFSBEDÜRFTIGE NIE AUS DEM FOKUS VERLIEREN – AUCH NICHT IN SCHWEREN ZEITEN – DAS PASSIERT NICHT IM SELBSTLAUF
Wenn es um die Sorgen und Nöte der Pflegedienste geht, dann wird vor allem über den Mangel an Pflegefachkräften gestritten.

Schließlich sind sie es, die den Betrieb am Laufen halten, sich vor Ort um die zu Pflegenden kümmern.

Das bestreitet natürlich niemand, aber mit der bloßen Anzahl von mehr Fachkräften ist es auch nicht getan.

Die Einstellung, ja der Wille, wirklich alles zu geben für das Wohl derer, um die es geht, nämlich die Pflege- und Hilfsbedürftigen, sie ist und bleibt neben der fachlichen Komponente eine der wichtigsten Hebel, um die Qualität im Pflege- und Betreuungsprozess voranzubringen.

Einer der Slogan, der in diesem Kontext häufig benutzt wird, ist der, dass der Mensch im Mittelpunkt des Geschehens stehen solle.
Nun könnte man fragen, wo sonst sollte der Mensch denn stehen, wenn nicht im Brennpunkt der Aufmerksamkeit der Pflegenden?
Etwa am Rande?

Das würde niemand schreiben oder behaupten, wenn er in der Pflege- und Betreuungsbranche ernst genommen werden will.
Und trotzdem ist mit dem einfachen Postulieren dieses marketingtechnischen bereits ausgehöhlten Begriffes nichts gesagt.

Vielmehr muss man einen Blick auf diejenigen werfen, deren Handeln auf das Wohl der zu pflegenden Menschen ausgerichtet ist – die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Pflegediensten.

Hier kommen Kathrin Dölle, Pflegedienstinhaberin, und ihr Team ins Spiel, die sich auch im 22. Jahr ihres Bestehens der individuellen Pflege und Betreuung verschrieben haben und sich den damit verbundenen Rahmenbedingungen immer wieder stellen.

„Natürlich ist es nicht einfach, das alles im Blick zu behalten, wenn die Pandemie uns an den Rand des menschlich Machbaren drückt. Wir glauben aber, dass wir selbst in diesen Zeiten nicht nachlassen sollten, die Standards zu überprüfen und an deren Weiterentwicklung zu feilen“, sagt sie.

Vernetzt denken und handeln, Netzwerke für eine gute Zusammenarbeit nutzen, das sind Erfahrungen, über die sie bereits vor drei Jahren in ihrem Interview für diesen Blog gesprochen hat.
Sie machte dort deutlich, was für sie individuelle Pflege und Betreuung wirklich heißt, nämlich unter anderen kurzfristig besondere Wünsche von Pflege- und Hilfsbedürftigen und deren Angehörigen zu realisieren.

Mehr: https://uwemuellererzaehlt.de/2017/06/23/kathrin-doelle-im-interview/

RECHTZEITIG UM DEN NACHWUCHS KÜMMERN
Kathrin Dölle geht regelmäßig in Schulen, und hier vor allem in die 7. und 8. Klassen, um diejenigen für den Beruf der Altenpflegerin oder des Altenpflegers zu begeistern, die dabei sind, die Weichen in Richtung Ausbildung zu stellen.

„Selbst wenn wir einen riesigen Bedarf in den nächsten Jahren und Jahrzehnten im Bereich der Pflege und Betreuung haben, so dürfen wir in unseren Gesprächen mit den Jugendlichen nicht verschweigen, wie anstrengend dieser Beruf ist, körperlich und mental“, sagt sie in diesem Zusammenhang.

„Wir brauchen auch nicht irgendjemanden, der vielleicht woanders keine Lehrstelle bekommen würde. Nein, wir brauchen möglichst die Besten, die sich dem Beruf verschreiben, sich das Fachwissen mit Begeisterung aneignen, und die auch nicht vor den schwierigen, eher nicht so schönen Seiten in der Pflegepraxis fürchten“, ergänzt sie.

Sie weiß, wovon sie spricht. Sie hat nach der Wende faktisch von Null wieder angefangen, nachdem sie vorher ihr Abitur gemacht hat, den Beruf der Gärtnerin erlernte und später noch Gartenbau studierte.

„Alles ist machbar und erlernbar, wenn man den Willen und das Interesse dafür aufbringt“, sagt sie heute.

Und Kathrin Dölle interessierte sich dafür, wie sie älteren Menschen helfen konnte.

Sie sieht darin eine ihrer tiefergehenden Motivation, wenn sie darüber nachdenkt, warum sie den Beruf noch heute gern ausübt.

Kontakt
Kathrin Dölle – Seniorenhilfe Ambulanter Pflegedienst
Lutherstraße 8, 99867 Gotha
Telefon: 03621 / 21 96 40
Telefax: 03621 / 21 96 39
E-Mail: info@seniorenhilfe-gotha.de
http://www.seniorenhilfe-gotha.de

FREIBURGER PFLEGESERVICE – KREATIV UND ENGAGIERT

Patrick Bolanz ist der Inhaber des Freiburger Pflegeservice und ein kreativer Kopf, wenn es darum geht, die Qualität der individuellen Pflege in seinem Wirkungsbereich zu halten und weiterauszubauen.
Er sieht sich dabei als Teamplayer und Dienstleister für seine Mitarbeitenden, denn sie sind es, die den ausschlaggebenden Beitrag dafür leisten, dass der Freiburger Pflegeservice so gut angesehen ist – bei den Hilfs- und Pflegebedürftigen und deren Angehörigen. 
Deshalb fällt es mir leicht, diesen Pflegedienst immer wieder mal in den Fokus der verdienten Aufmerksamkeit zu rücken.
DAS TEAM DES FREIBURGER PFLEGESERVICE

Patrick Bolanz hatte eine Vision, als er sein eigenes Unternehmen gründete. Er wollte für seine Klienten eine persönliche Pflege und Betreuung, die nicht auf kurzfristige Zeitabstände angelegt ist, sondern die sich kontinuierlich fortsetzt.

An diesem Gedanken hat er bis heute festgehalten, ihn weiterentwickelt und damit eine Qualität in einen Prozess gebracht, die sich sehen lassen kann – bei seinen Klienten, den Angehörigen und auch seinen Mitarbeitenden.

„Wir wollen Menschen vor allem darin unterstützen, sich selbst besser zu helfen, die eigene Selbstständigkeit zuhause möglichst lange zu bewahren“, sagt Patrick Bolanz auf den Kern der individuellen Pflege und Betreuung angesprochen.

Diese konsequente Ausrichtung hat dem Team großen Zuspruch gebracht, der sich auch in der gestiegenen Nachfrage nach Pflege und Betreuung manifestiert.

„Das ist aktuell unsere größte Herausforderung, die wir zu bewältigen haben“, sagt Patrick Bolanz.

„Wir brauchen hier die Ideen und das Engagement des gesamten Teams. Aber genau das ist es auch, was uns alle fordert, zusammenschweißt, motiviert, kurz um – uns einen riesigen Spaß bereitet.“

GEHALT – WERTMÄSSIGES ÄQUIVALENT FÜR SELBSTBEWUSSTES UND VERANTWORTUNGSVOLLES HANDELN

Bei den Gehaltszahlungen orientiert sich der Pflegedienst an den Arbeitsrichtlinien (AVR) der beiden großen privaten Arbeitgeber – Diakonie und Caritas-Verband.

„Wir sind mit unseren Gehaltszahlungen vergleichsweise im oberen Drittel dieser AVR angesiedelt. Mit einem angemessenen Gehalt drücken wir unsere Wertschätzung für die geleistete Arbeit unserer Mitarbeitenden aus“, sagt Patrick Bolanz.

„Wir haben vor kurzem gerade einen zusätzlichen Bonus, steuerfrei, in Höhe von 1500, 00 Euro an jedes Teammitglied ausgezahlt, um die besonderen Leistungen und Anstrengungen in der Zeit der Corona-Pandemie zu würdigen“, ergänzt er an der Stelle.

SPASS AN DER ARBEIT – FÜR PATRICK BOLANZ KEIN LIPPENBEKENNTNIS

Das Klima im Unternehmen ist gut. Wichtige Arbeitsabläufe und Prozesse sind digitalisiert.
An dieser Strategie wird weitergearbeitet. Ein wichtiger Punkt, um Abläufe nicht nur effizienter zu gestalten, sondern auch, um Wege und Anstrengungen für die Mitarbeitenden zu reduzieren.

„Mir kommt es besonders darauf an, dass wir mit echtem Spaß unsere Arbeit verrichten. Immerhin ist es ein Großteil unserer Lebenszeit, die wir mit dieser Tätigkeit verbringen“, so P. Bolanz.

Mehr lesen:

https://uwemuellererzaehlt.de/2017/12/19/kurzportraet-patrick-bolanz/

DER INHABER DES FREIBURGER PFLEGESERVICE

Pflege war für Patrick Bolanz nicht von Anbeginn seiner Entwicklung der Traumberuf, den er anstrebte.
Er absolvierte zunächst eine kaufmännische Ausbildung und hat später in einem großen Konzern im Einkauf gearbeitet.

Seine Vorstellung von Selbstverwirklichung im Leben brachte ihn jedoch darauf, noch einmal eine Ausbildung zum examinierten Altenpfleger zu beginnen.

„Ich wollte mehr mit Menschen zu tun haben, mit denen ich nicht nur kommunizieren, sondern ihnen auch in lebenswichtigen Bereichen nachhaltig helfen konnte“, erinnert er sich zurück.

Der Entschluss, sein eigenes Pflegeunternehmen zu gründen, reifte in ihm, nachdem er im Anschluss an seine Ausbildung viele Erfahrungen in der Pflege und Betreuung gesammelt hatte.

„Rückblickend erkenne ich wie in einem Brennglas: Alle meine bisherigen beruflichen Stationen hatten ihren Sinn – gelernter und examinierter Altenpfleger, gepaart mit Ausflügen in das Eventmanagement, Handelsvertreter in einem internationalen Unternehmen für die Bereiche Organisation, Marketing und Verkaufsstrategien.

Das alles gibt mir die Kraft und ein gerütteltes Maß an Erfahrungen, um den Anforderungen an einen Pflegedienstinhaber in der heutigen Zeit gerecht zu werden“, so P. Bolanz heute.

Mehr lesen:

https://uwemuellererzaehlt.de/2017/12/19/interview-mit-patrick-bolanz/

DIE LEISTUNGSSPANNE DES FREIBURGER PFLEGESERVICE

Der Freiburger Pflegeservice ist in der Gartenstadt Haslach, einem Stadtteil von Freiburg, zuhause.

Von dort aus betreut das Team um Patrick Bolanz seine Klienten im gesamten Stadtgebiet, viele darunter, die in Haslach leben.
Das Team versorgt ca. 120 Klienten.
Von den über 25 Mitarbeitende sind 13 examinierte Fachkräfte in der Pflege tätig.

12 Mitarbeitende arbeiten in der Betreuung, in der Hauswirtschaft und helfen mit, die Pflege nach Kräften zu verbessern.
Zwei Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind für die Verwaltung, für Personal und Managementaufgaben zuständig.

Die Leistungen reichen von der Grund- und medizinischen Behandlungspflege, der Verhinderungspflege, Betreuungsleistungen bis hin zur Rund-um-Betreuung (‚Pflegeservice 24 h- zu Hause bleiben‘) und der ausserklinischen Intensivpflege.

Der Inhaber, Patrick Bolanz, ist examinierter Altenpfleger und besitzt die Qualifikation zur Pflegedienstleitung. Er fühlt sich auch privat mit seiner Familie in der Gartenstadt wohl.

Mehr im Firmenporträt:
https://uwemuellererzaehlt.de/2017/12/17/freiburger-pflegeservice-stellt-sich-vor/

Kontakt:
Freiburger Pflegeservice
Inhaber: Patrick Bolanz
(examinierter Altenpfleger – staatlich geprüfte Pflegefachkraft)
Fichtestraße 31
79 115 Freiburg – Haslach
Telefon: 0761-4799633
Telefax: 0761-4799634
E-Mail: info@freiburger-pflegeservice.de
www.freiburger-pflegeservice.de

FREIE ALTEN – UND KRANKENPFLEGE – ANSPRUCHSVOLLE PROJEKTE UND EIN TEAM, IN DEM ES SPASS MACHT, ZU ARBEITEN

Pflege und Betreuung von kranken und hilfsbedürftigen Menschen haben in der aktuellen Zeit einen Stellenwert erlangt, wie sonst wohl kaum etwas an Relevantem in unserer Gesellschaft.

Dabei überschlagen sich manche in der Politik darin, die Anstrengungen der Pflegekräfte zu würdigen, andere wiederum finden nach wie vor, dass viel zu wenig passiert. Beides hat sicherlich seine Berechtigung, wenn man in die Tiefe der Argumentationen einsteigt.

„Euer Klatschen könnt ihr euch sonst wohin stecken“, so äußerte sich kürzlich eine Berliner Krankenschwester frustriert und verzweifelt über den andauernden Personalmangel an Pflegekräften und die nicht ausreichende Wertschätzung für diejenigen, die im medizinischen oder Pflegebereich arbeiten.

(Vgl. „Wut-Rede in Krisen-Zeiten. Die Berliner Krankenschwester beklagt ein System, das auf Profit setzt, Personalmangel – und Klatschen als Geste der Anerkennung. Berliner Zeitung, Nummer 169, Donnerstag, 23. Juli 2020, Seite 11).

Ich begleite mit meinen Gesprächen, Interviews und Berichten seit einigen Jahren die Freie Alten- und Krankenpflege e.V. in Essen, und ich weiß, dass sie genauso viel Grund hätten, Defizite und Mängel anzukreiden, die jeder kennt, der in der Pflege zuhause ist.

Doch die FAK e.V. zeichnet gerade in dieser Zeit eines aus: Sie klagen nicht, nein, sie handeln. So öffnet Anfang September 2020 das neue Wohngemeinschaftshaus „Op dem Berge“ in Essen-Bochold, in der es auch eine Tagespflegeeinrichtung geben wird. Im November folgt dann die neue Demenz-Wohngemeinschaft „Mittendrin“ in Essen-Frohnhausen.

Und schließlich bezieht die FAK das Wohngemeinschaftshaus „Emscherblick“ in Essen- Altenessen, in der es ebenfalls eine Tagespflegeeinrichtung, im FAK- Jargon „Emscherglück“ genannt, geben wird.

Das sind anspruchsvolle Projekte in dieser Zeit, zumal ja wiederum neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die einzelnen Einrichtungen gewonnen werden müssen.

Michael Jakubiak, einer der Geschäftsführer der Freien Alten – und Krankenpflege, zeigt sich gewohnt optimistisch: „Wir sind positiv überrascht von den zahlreichen Bewerbungen für unsere Vorhaben“, sagt er im Gespräch.

Mehr erfahren unter: http://www.fak.de

 

DAS TEAM – OPTIMISTISCH BLEIBEN, DINGE NACH VORN LÖSEN UND AUCH NOCH SPASS HABEN

Wer das Team und die Geschäftsführung kennt, der weiß, dass nichts im Selbstlauf passiert. Es gibt handfeste Gründe, warum die FAK e.V. solch einen Sog auf Bewerberinnen und Bewerber ausübt.

Da ist zum einen die Tatsache, dass die Gründer der Freien Alten- und Krankenpflege e.V., wie zum Beispiel Michael Jakubiak, seit nunmehr fast vier Jahrzehnten immer an einer Idee drangeblieben sind: Nämlich, dass alte und kranke Menschen selbstbestimmt und autonom in ihrem häuslichen Umfeld verbleiben können, obwohl sie auf Pflege und Betreuung angewiesen sind.

Und wenn das nicht mehr geht, in einer der Einrichtungen und Häuser der FAK e.V. leben und wohnen zu können, in der die Bewohner ihre Einsamkeit überwinden lernen, um neben der fachlichen Pflege und Betreuung eines zu finden: eine familienähnliche Atmosphäre.

Dieses ethische Verständnis ist nicht aus äußeren Worthülsen gebaut. Nein, es ist tief in der DNA des gesamten Teams der FAK e.V. verankert.

Das ‚schreit‘ sich natürlich nicht heraus, es schweigt sich eher in Essen und Umgebung herum. In der aktuellen Stellenanzeige der FAK e.V. steht: Wir brauchen keine Roboter. Wir brauchen Menschen. Wir brauchen Sie! Wer das Team kennt, der weiß, dass jedes Wort so gemeint ist. Die Wertschätzung beginnt dort, wo Menschen mit ihren Fähigkeiten und Stärken gebraucht werden und sie setzt sich darin fort, dass sich alle in der FAK e.V. wohlfühlen sollen – die Bewohner in den Wohngemeinschaften und die Pflegekräfte.

Nur so kann ein fundierter Rahmen geschaffen werden, wo das Wohnen, das Leben und das Pflegen und Betreuen Spaß machen, ja, sich das alles gegenseitig bedingt. Könnte ich noch einmal von vorn beginnen, so würde ich in der Pflege anfangen, und würde ich in Essen und Umgebung wohnen, ich wüsste, mit wem ich zusammenarbeiten wollte.

FRIEDA LÄDT ZUM GEBURTSTAGSKAFFEE

Anna mag nicht mehr aus dem Haus gehen, nicht einmal zum Geburtstag ihrer Schwester. Doch Lukas will unbedingt, dass sie sich aufrafft, mitkommt, sich bewegt, an den Gesprächen teilnimmt.
Mittlerweile ist er jedoch unsicher, ob es seine Mutter mehr aktiviert oder noch mehr ihre eingefahrene Alltagsstruktur durcheinanderbringt.

Lukas hat es sich auf der Terrasse in seinem Garten bequem gemacht.

Gerade hat er den letzten angereisten Gast in die Ferienwohnung eingewiesen und ist danach zu seinem Haus zurückgefahren.

Er war den ganzen Tag unterwegs gewesen, hatte viel geklärt, mit Eigentümern diskutiert und die laufenden Hausmeisterarbeiten in den ihm anvertrauten Objekten erledigt.

Er war kaputt, freute sich auf sein Feierabendbier, alkoholfrei und wollte eigentlich mit niemandem mehr sprechen.

Die Katze lag neben ihm, während er das Bier in das Glas goss und zum ersten Schluck anhob, als sein Handy klingelte.

„Sturm“, sagte er.
„Ja, hallo, hier ist Frieda.“
„Ja, hallo Tante Frieda, na, alles klar?“, fragte Lukas.
„Ja, es ist alles in Ordnung. Ich wollte nur fragen, ob es morgen mit Mutti klargeht, dass sie pünktlich zum Kaffee da ist.“

„Das weißt du doch, dass ich sie bringe, Tante Frieda“, antwortete Lukas.

Er war ein wenig genervt, dass ihn Frieda noch einmal an den morgigen Tag erinnerte.

Sie hatte Geburtstag und ihn und Anna eingeladen, wie jedes Jahr.
„Wir sind morgen 15.30 Uhr bei dir. Ich bring‘ Mutti mit.“
„Oh, dann ist ja alles gut. Na, dann bis morgen“, verabschiedete sich Frieda.

Frieda Krüger wohnte ebenfalls in Stralsund. Sie hatte ein Haus, in dem sie gemeinsam mit Fritz, ihrem Mann wohnte. Das Haus lag unmittelbar vor dem Stralsunder Hafen, man konnte von der Terrasse aus auf den Strelasund schauen, das Meerwasser riechen, die Möwen schreien hören und die Touristen bei ihren Spaziergängen beobachten.

Frieda legte viel Wert darauf, dass alle kamen, die ihr wichtig waren, die Gäste ihr vorher rechtzeitig gratulierten und mit ihr gemeinsam ein paar schöne Stunden verbrachten.

Lukas überlegte, ob er Anna noch einmal anrufen sollte.
Eigentlich hatte er ihr am Vormittag alles erklärt.

„Mutti, ich hole dich Morgen gegen drei Uhr ab und dann fahren wir gemeinsam zu Frieda“, sagte Lukas zu ihr, während er dabei war, ihren Kühlschrank sauber zu machen.

Anna passte das gar nicht und sie stand direkt hinter Lukas, um ja nichts zu verpassen. Plötzlich machte sie die Kühlschranktür zu. Sie versuchte es jedenfalls. Es gelang nicht, weil Lukas Kopf noch dazwischen war.

Lukas schrie vor Schmerzen auf.
„Mutti, du kannst doch nicht mit Schwung die Tür zum Kühlschrank zuschlagen, während ich das abgetaute Eis entferne“, sagte Lukas mit ärgerlicher Stimme.

„Was machst du eigentlich an meinem Kühlschrank“, sagte Anna trotzig. Sie verstand es nicht, dass Lukas ihr helfen wollte, alles wieder in Ordnung zu bringen und sauber zu halten.

Während Lukas daran zurückdachte, fasste er mit einer Hand in seinen Nacken, der immer noch wehtat.

Er setzte nun doch an und nahm den ersten Schluck aus dem Bierglas.

Dann griff er wie von selbst zum Telefon, wählte die Nummer von Anna und wartete, bis sie ranging.

„Sturm“, ertönte eine verschlafene Stimme.
„Mutti, hast du etwa geschlafen?“, fragte Lukas.
„Es ist doch erst halb sieben abends“, sagte er noch.
„Ach, ich habe mich einfach auf die Couch geschmissen“, sagte Anna lustlos.

„Mutti, denkst du an Morgen?“
„Was ist Morgen?“, fragte Anna.
„Der Geburtstag von Frieda, sie wird 82 Jahre alt.“
„Was so alt?“ Annas Stimme klang, als würde sie das erste Mal vom Alter ihrer Schwester Frieda erfahren.

„Ich habe einen Blumenstrauß gekauft und einen Gutschein für Kosmetik. Das bringe ich morgen alles mit.“
„Wozu hast du das gekauft?“, fragte jetzt Anna.

„Mutti!“, presste Lukas hervor. Seine Freude auf ein paar ruhige Momente am Feierabend war gänzlich verflogen.

Doch dann schoss ihm durch den Kopf, dass er ruhig bleiben wollte. Anna konnte ja nichts dafür. Es war ihre Krankheit, die sie alles vergessen ließ.

Und es ging damit schleichend eine Wesensänderung einher.
Das alles tat Lukas innerlich furchtbar weh und er litt darunter sehr, seelisch und körperlich.

Gerade hatte er sich mit Peter darüber unterhalten.
„Denk‘ in solchen Momenten daran, wie viel Gutes du durch deine Mutter erfahren hast“, sagte Peter.

Der hatte gut Reden, saß in Berlin und gab reihenweise schlaue Sätze von sich, die Lukas in der konkreten Situation wenig halfen.
„Ich versteh‘ dich“, sagte Peter dann.

Er wusste, dass er in ähnlichen Situationen manchmal noch schneller die Geduld verlor.

Lukas setzte erneut an, versuchte in Ruhe Anna noch einmal alles zu erklären.

„Ich versteh‘ nicht, warum ich dahin soll. Ich will nicht!“, sagte Anna und legte den einfach den Hörer auf.

Lukas war verzweifelt. Trotzdem wollte er nicht erneut anrufen, es würde wenig bringen.

Er nahm sich vor, am nächsten Tag einfach eine Stunde früher bei Anna zu sein, um ihr genügend Zeit zu geben, sich anzuziehen und mit ihm zum Geburtstag aufzubrechen.

Lukas nahm einen Schluck Bier. Das schmeckt irgendwie nicht, dachte er, stand auf und ging in die Garage, um sich eine neue Flasche zu holen.

Er musste sich erst einmal bewegen. Die Katze sprang auf und lief hinter ihm her.

 

 

MARTINA LIPPERT – EIN LEBEN FÜR DIE PFLEGE

MENSCHEN IM  ALLTAG (8)
Martina Lippert ist im 63. Lebensjahr, hat vor über 25 Jahren ihr Unternehmen allein aufgebaut und ist heute stolz auf ihr Team, und auf das, was sie erreicht hat.
Wenn man sich mit ihr unterhält, so wirkt sie jung und energiegeladen.
Sie ist heute bereit, Verantwortung auf breitere Schultern zu verteilen, talentierten Pflegekräften eine Chance in deren eigenen Entwicklung zu geben.
Sie will abgeben, loslassen, aber nicht, um sich auf das „Altenteil“ zurückzuziehen.
Sie möchte in eine andere Rolle schlüpfen, in die des Coaches, der Ratgeberin.
Das sieht sie als einen Prozess an, der langsam, allerdings stetig angestoßen werden muss.

„Die Corona-Krise hat uns alle vor unendlich hoch erscheinende Herausforderungen gestellt, die es zu meistern galt, und die wir immer noch meistern müssen.

Das erfordert einen starken Zusammenhalt aller im Pflegeteam, Aufbruchsgeist und Beständigkeit im Ablauf der einzelnen Pflege- und Betreuungsvorgänge“, sagt Martina Lippert.

Ich habe in den vergangenen Jahren mehrfach mit ihr über ihr Leben, ihren Berufsweg, ihre Ideale und Konflikte gesprochen.

Es lohnt sich, den Menschen Martina Lippert näher kennenzulernen, zu erfahren, was sie in welchen Lebenssituationen gedacht und unternommen hat.

Die mit ihr geführten und hier auf dem Blog veröffentlichten Interviews sind eine gute Möglichkeit, das nachzuvollziehen.

Liest man nach, wie schwer sie es hatte, in eine Festanstellung als Krankenschwester zu kommen, dann kann man das angesichts der heutigen Nachfrage nach qualifizierten Pflegekräften gar nicht mehr nachvollziehen.

Für Martina Lippert ist ihre Biographie zugleich eine Erinnerung daran, demütig zu bleiben, wenn man etwas im Leben erreichen will, zu Veränderungen beitragen möchte.

Nicht zuletzt deshalb ist sie heute gesellschaftlich sehr aktiv und sitzt als gewählte Vertreterin im Rat der Stadt Lingen.

BERUF, FAMILIE, KINDER UND DAS STREBEN NACH SELBSTVERWIRKLICHUNG – VOR VIER JAHRZEHNTEN ALLES ANDERE ALS EINE SELBSTVERSTÄNDLICHKEIT
Martina Lippert durchlief in den Jahren von 1976 bis 1979 eine Ausbildung zur Krankenschwester.

Sie hat nicht einen Tag gefehlt, obwohl sie in dieser Zeit schwanger war und ihr erstes Kind bekam.

Nachdem sie 1979 mit ihrem späteren Ehemann nach Lübeck gezogen war, arbeitete sie dort ein halbes Jahr lang in einem Diakonissenkrankenhaus.

Im Gespräch hat Martina Lippert mir gesagt, dass sie sich besonders gern daran erinnert, wie sie in einer Facharztpraxis für Psychiatrie und Psychologie tätig war.

„Ich habe dort viel darüber gelernt, Menschen zu verstehen, die nicht in das allgemein anerkannte gesellschaftliche Bild passten, sondern davon abwichen, anders funktionierten“, sagt sie rückblickend.

Wenn Martina Lippert heute darüber spricht, mit wieviel Unwägbarkeiten sie klar kommen musste, wie oft sie den Ort gewechselt hat, um einfach den Ansprüchen an die Familie gerecht zu werden, insbesondere an die Kinder, an die beruflichen Herausforderungen ihres damaligen Ehemannes und nicht zuletzt ihre eigenen Vorstellungen von einer sinnvollen und finanziell auskömmlichen Arbeit unter einen Hut zu bringen, dann staunt sie selbst manchmal, wie sie das letztlich alles geschafft hat.

Sie zog 1983 mit ihrem Mann nach Kiel und war dort viel auf sich alleingestellt – in einer Zeit, in der sie erneut hochschwanger war. Kurz nach der Geburt ihrer Tochter ging ihr Mann dienstlich nach München.

Im Oktober 1983 zog Martina Lippert nach Lingen, ins Emsland, und1986 begann sie als Aushilfe in einer Ambulanten Krankenpflege.

Das war in einer Diakonie in Lingen, eine Tätigkeit, die auf Stundenbasis beruhte. Die Teilzeitarbeit war auch der Grund, weshalb sie kein Dienstauto zugeteilt bekam. Das hätte sie aber dringend gebraucht, um zu ihren Patienten zu gelangen.

„Ich hätte das alles nicht getan, wenn ich damals nicht 16 Patienten zu versorgen hatte, die an unterschiedlichen Orten untergebracht waren und die auch zu unterschiedlichen Zeiten aufgesucht werden mussten“, so Martina Lippert.

Martina Lippert bekam zwar später ein Auto, aber erst nach einem langen unendlich scheinenden Ringen.
Vor allem jedoch wollte sich Martina Lippert nicht damit abfinden, dass sie keine Festanstellung erhielt.

„Zu Beginn war das für mich sogar in Ordnung, aber später habe ich sehr darum gekämpft, in ein festangestelltes Arbeitsverhältnis übernommen zu werden“, sagt sie.

Was Martina Lippert auch unternahm, sie erhielt kein festangestelltes Arbeitsverhältnis.
Die Begründungen ähnelten sich in ihren Aussagen und liefen darauf hinaus, dass Martina Lippert ja verheiratet sei und auch drei Kinder hätte.

DER GEDANKE VON DER SELBSTSTÄNDIGKEIT ALS EINZIGE ALTERNATIVE, DEN EIGENEN UNTERHALT ZU SICHERN
Nach vielen Versuchen und ausdauernden Bemühungen reifte in Martina Lippert der Gedanke heran, sich selbstständig zu machen.
Doch auch hier stieß sie zunächst auf Unverständnis.

Die Krankenkasse lehnte zum Beispiel ihren Antrag auf einen Pflegedienst ab, weil sie in den zwei Jahren zuvor nicht in einem Krankenhaus in Vollzeit gearbeitet hätte.

Mit Unterstützung der damaligen Frauenbeauftragten der Stadt Lingen gelang es Martina Lippert die Hürden, aufgestellt durch die Ungleichbehandlung von Mann und Frau, erfolgreich zu überwinden.

Nachdem Martina Lippert ihren eigenen Pflegedienst eröffnet hatte, rang sie beharrlich um Kunden.

Sie stellte sich bei Ärzten in Lingen vor, erklärte sich bereit, auch abends und am Wochenende Patienten zu betreuen.

Sie baute ihr betriebswirtschaftliches Fundament auf, lernte weiter, bildete sich fort und übernahm selbst alle Pflege- und Betreuungsaufgaben.
„Ich betrieb faktisch eine Art Selbstausbeutung“, sagt sie heute.

MARTINA LIPPERT HAT IHRE ARBEIT NIE ALS EINEN BLOSSEN BROTERWERB GESEHEN – FÜR SIE WAR ES VON ANFANG AN BERUFUNG
Bei allem Stress war es für Martina Lippert wichtig, von Anfang an den Pflege- und Hilfsbedürftigen genügend Zeit zu widmen.
„Man musste auch mal zuhören können, wenn die Patienten etwas erzählen wollten, selbst schon wieder weitere Herausforderungen auf mich warteten“, sagt sie heute.

Mittlerweile ist ihr Team für sie eine gute Stütze in allen Fragen geworden, die die Pflege und Betreuung ihrer Pflege- und Hilfsbedürftigen anbetrifft.

„Wir achten sehr auf die Verständigung der Generationen untereinander. Wir wollen, dass die Jüngeren von den Älteren lernen, deren Erfahrungen in der praktischen Pflege- und Betreuungsarbeit berücksichtigen.

Genauso wichtig ist es aber, dass unsere jungen Pflegekräfte Verantwortung übernehmen, spüren, dass sie mit ihren Talenten, ihrem Wissen und Können gebraucht werden.

Nur wenn wir es schaffen, dass sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen selbst entwickeln können, haben wir eine Chance, den Pflegedienst zukunftsfähig zu machen“, sagt Martina Lippert.

Ihre Tochter, Anne-Christine Lippert, ist für Martina Lippert zu einer wichtigen Partnerin im Unternehmen geworden.

„Sie ist als ausgebildete Krankenschwester und Mitgesellschafterin ein Organisationstalent, einfach ein Mensch, auf den ich mich zu 100 Prozent verlassen kann“, sagt Martina Lippert.

„Die Herausforderungen bleiben, und sie werden nicht kleiner, im Gegenteil. Gerade in der aktuellen Zeit von Corona gilt es immer wachsende Qualitätsansprüche, die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln in der Pflege und Betreuung zu beachten und flexibel auf ungewohnte Situationen zu reagieren.

Auch wenn die Organisationsaufwände riesig sind, werden wir das auch in den nächsten Wochen und Monaten bewältigen müssen, und wir werden es bewältigen“, sagt Martina Lippert abschließend.

ICH HAB‘ HIER SO EINE SCHÖNE DOSE!

ANNA IST DEMENT (66)

Anna war gut drauf, als Klara sie anrief.
„Wie geht’s dir Mutti?“, fragte Klara sie. Es war eine ihrer Standardfragen, die sie ihrer Mutter oft zu Beginn des Telefonats stellte.

„Mir? Wie soll es mir gehen?“, fragte Anna zurück.
„Das weiß ich nicht Mutti, wie es dir gehen soll. Deshalb frage ich ja nach“, sagte Klara.

„Ach, mir geht es mal eben so hin“, antwortete Anna.
„Ist irgendetwas?“, hakte Klara nach.
„Nein, es ist alles so wie immer.“

Klara hörte auf, sie weiter zu fragen.
„Weißt du eigentlich, was ich hier für eine schöne Dose habe“, fing Anna nun an.

„Was denn für eine Dose, Mutti?“
„Eine Keksdose, groß, viereckig. Und sie ist blau, bunt und mit Mosaikmustern, wunderschön.“

„Was sind denn da für Kekse drin, Mutti?“
„Ja, es sind zwei Lagen mit Keksen. Und die schmecken vielleicht“, sagte Anna zu Klara.

„Na Mutti, nicht dass du zu viel davon isst, denk‘ an deinen Zucker.“

„Nein, ich esse jeden Nachmittag vier Kekse. Und dazu trinke ich einen schönen Kaffee und sitze auf dem Balkon.“

„Das freut mich aber, dass du es dir so gut gehen lässt“, sagte Klara.

„Weißt du denn, von wem du die Keksdose hast?“, fragte Klara.
„Nein, das weiß ich nicht mehr.“

„Ich hab‘ sie dir mitgebracht, als ich das letzte Mal bei dir in Stralsund war und dich besucht habe.“

„Ach wirklich?“, fragte Anna ganz erstaunt.
Dann war sie eine ganze Weile ruhig.

Schließlich sagte sie: „So eine schöne Keksdose. Die kannst auch nur du mitbringen!“

„Mutti, das freut mich ja, dass sie dir so gut gefällt“.
„Oh ja, ich freu‘ mich jeden Tag wieder aufs Neue dazu.“

Klara und Anna verabschiedeten sich.

Klara war zwar traurig, dass ihre Mutter nicht behalten hatte, wer ihr die Keksdose mitgebracht hatte, aber sie freute sich umso mehr, dass Anna sie derart gut gefiel und ihr jeden Tag Freude bereitete, für den Moment jedenfalls.

EIN KLEINER FRISEURLADEN IN SASSNITZ GANZ GROSS (2)

MENSCHEN IM ALLTAG (4)

Willst du wissen, was Menschen wirklich ausmacht, dann solltest du nicht nur auf die großen Dinge schauen, auf die, die vielleicht in der Zeitung stehen, über die in Talkshows gesprochen wird.
Im Alltag, im scheinbar gleichförmigen Leben nimmst du oftmals Geschichten mit, die von Begegnungen und Erlebnissen erzählen, die dich berühren, ja in dir ein Gefühl der Dankbarkeit dafür hervorrufen, dass es diese Menschen gibt.

Diese Protagonisten, diese stillen Helden wollen oft gar nicht, dass du über sie sprichst oder sie erwähnst.

„Das ist doch selbstverständlich“, sagen sie oft entschuldigend.

Ist es eben nicht. Nichts ist einfach und selbstverständlich. Für all das Normale, das Selbstverständliche bist du sehr häufig auf Menschen angewiesen, die sich engagieren. Das ist eine weitere Geschichte über einen Friseurladen auf Rügen, in Sassnitz, in der Hauptstrasse.

Ein Laden, der nicht auffällt im Alltagsgewühl, es sei denn, du schaust näher hin.
MUTTI MUSS WIEDER ZUM FRISEUR

„Mutti geht heute zum Friseur“, sagte meine Frau am Montag zu mir.
Sie war gerade für ein paar Tage in Sassnitz gewesen, aber mit dem Friseurtermin, das wollte ihr Bruder regeln.

Klara hatte noch einen Tag freigenommen, nachdem sie wieder hier in Basdorf war. Und so konnten wir endlich das erledigen, worüber ich schon seit Jahren sprach, nämlich für mich eine neue Brille anfertigen lassen.

Also waren wir auf dem Weg in den Wedding, in Klaras Lieblings-Einkaufscenter. Klara traute mir nicht zu, dass ich mir allein die richtige Brille aussuchte, vor allem nicht vom Design her.

„Ich will eine Brille mit runden Gläsern, wo ich gut durchschielen kann“, meinte ich zu ihr. Doch sie war in diesen Angelegenheiten nicht zu Scherzen aufgelegt, sondern behielt lieber die Kontrolle über alles.

Trotzdem kreisten ihre Gedanken auf unserem Weg ins Einkaufscenter erst einmal um ihre Mutter und den Friseurtermin.
„Hoffentlich geht das alles gut“, hakte Klara noch einmal nach und seufzte dabei.

„Wenn nicht, dann können wir trotzdem nicht nach Sassnitz, wir sind hier im dicksten Verkehr in Berlin“, sagte ich.
Klara schwieg.

„Ilka macht das schon, die kann gut mit deiner Mutter“, versuchte ich weiter beruhigend auf sie einzureden.

Seit ihre Mutter an Demenz erkrankt war, da konnten sich die kleinsten Hürden im Alltag zu riesigen Bergen auftürmen.

„Wieso muss ich zum Friseur? Ich will da nicht hin, ich weiß gar nicht, was ich da soll, und wieso muss das gerade heute sein?“

Das waren nur einige der wiederkehrenden Fragen, die ihre Mutter immer wieder stellte, und die abliefen, als hätte man eine alte Schallplatte aufgelegt, die inzwischen einen Sprung hatte und sich dadurch in der Endlosschleife bewegte. Das zerrte an den Nerven, vor allem an Klaras und an denen ihres Bruders.

„Wir können deiner Mutter keine Vorwürfe machen, wir können nur professionell damit umgehen – mit ihr und den wiederkehrenden Sätzen deiner Mutter“, sagte ich im Auto zu Klara.

„Ja, du hast gut reden, du erlebst das ja meist nicht hautnah mit, wie sie reagiert“, antwortete Klara. Sie wusste, dass ich Recht hatte, aber ich nervte sie zusätzlich mit den Sätzen aus der ‚liegengebliebenen Schatulle eines Oberlehrers‘.

Klara liebte ihre Mutter und sie wollte, dass es ihr gutging, sie noch gepflegt aussah, selbst wenn sie kaum noch auf die Straße ging.
„Ich weiß ja, dass sie gut im Friseursalon in der Hauptstrasse aufgehoben ist“, sagte Klara nun.

„Mein‘ ich doch“, antwortete ich knapp. Ich steuerte auf das riesige Parkdeck im Wedding zu.

Wir mussten uns nun auf unseren Termin, den beim Optiker, konzentrieren.

Abends, als ich erschöpft auf der Couch saß, besser hing, schaute ich auf das Handy, ob es noch irgendwelche Nachrichten für uns gab.

„Du, Ilka hat Bilder von Mutti geschickt. Sie sieht toll aus mit ihrer neuen Frisur. Was das ausmacht!“, sagte ich.

„Zeig‘ mal!“, sagte Klara in einem Ton, der keinen Widerspruch duldete.

„Nö“, antwortete ich.
„Ach bitte, ich möchte doch auch sehen, wie Mutti mit der Frisur ausschaut“, sagte sie nun.
„Geht doch“, antwortete ich und leitete die Fotos an ihr Handy weiter.

„Mutti sieht ja wie ausgewechselt aus“, strahlte Klara.
„Eben, sag‘ ich doch, die sind Profis, und machen es noch mit Freude“, antwortete ich.

„Naja, hoffentlich ist alles drumherum gutgegangen.“
„Wie meinst du das?“, fragte ich Klara.
„Du weißt schon… was Mutti eben so alles von sich gibt.“

„Ach, wenn ich Ilka richtig verstanden habe, ging alles gut. Im Gegenteil, deine Mutter hat sich noch darum gesorgt, dass Ilka den ganzen Tag den Mundschutz tragen müsse. Das sei nicht gesund.“
Klara musste schmunzeln.

„Aber denk‘ mal dran, wie der Optiker heute hinter seinem Mundschutz geschwitzt hat, als er meine Augen ausgemessen hat“, sagte ich zu Klara.

„Und immer wenn der Optiker mich fragte, ob ich was sehen würde, hab‘ ich ihm geantwortet: ‚Ich seh‘ nichts, weil durch meinen Mundschutz laufend die Brille beschlägt‘“, ergänzte ich noch.

„Aber wir sind gesund, Ilka und dem Team im Friseurladen geht es offensichtlich ebenfalls gut und deine Mutter kann mit der Frisur zum Wiener Opernball gehen“, sagte ich.

„Du nun wieder“, meinte Klara und schaute sich noch einmal die Fotos von ihrer Mutter mit der neuen Frisur auf dem Handy an.
Ein kleines Lächeln huschte über ihr Gesicht.

„Hast du dich auch ordentlich bei Ilka bedankt?“, fragte Klara.
„Wofür?“, fragte ich.
„Dafür, dass sie sich immer so gut um Mutti kümmert und nicht nur eine schöne Frisur zaubert.“

„Nö“, meinte ich.
Ich konnte nicht anders, ich musste Klara erst einmal ein bisschen ärgern.
„Na klar, habe ich das gemacht. Was denkst du von mir?“, sagte ich zu Klara.

Die schaute mich von der Seite an, und dachte wohl darüber nach, ob sie mir trauen konnte. Doch sie wusste schon, dass mir die Sache ebenso wichtig war.

Hätten wir früher so viel über einen normalen Friseur-Termin geredet?
Wohl kaum.

Aber in diesem kleinen Laden in der Hauptstrasse arbeiten nicht nur Menschen, die ihr Handwerk verstanden. Das konnte man zweifellos den Fotos mit Klara’s Mutter drauf entnehmen.

Nein, es war mehr. Sie muntern mit jeder kleinen Geste, jedem freundlich gesprochenen Wort Menschen auf, die das gerade in sich hineinsaugen, Menschen, weil sie sich aufgrund ihrer Demenzerkrankung nicht mehr so verständlich machen können und trotzdem am gesellschaftlichen Leben teilhaben wollen.

Und deshalb sind diese kleinen Alltagsbegebenheiten keine Nebensächlichkeiten, im Gegenteil. Man muss sie herausnehmen aus dem scheinbar Nebensächlichen, muss sie bewusst würdigen, stets aufs Neue.

Sie machen unser Zusammenleben aus, das nämlich, was manchmal in einer Millionenmetropole unterzugehen scheint.

Danke Ilka, danke liebes Team aus dem kleinen Friseurladen in Sassnitz.

 

GUTE WORTE UND GUTE GEDANKEN HELFEN – FÜR DEN MOMENT

ANNA IST DEMENT (65)

Anna fröstelte, obwohl es ein warmer Maiabend war. Sie stand auf dem Balkon und konnte so das Treiben im Stralsunder Hafen und auf dem Wasser beobachten.

Es war einer jener Momente, in denen sie alles klar sah, sogar Zusammenhänge gedanklich herstellen konnte.

Sie grübelte. Warum musste Wilhelm nur so früh sterben und sie allein zurücklassen?

Anna fühlte sich einsam, wurde depressiv und fand nichts Schönes mehr an dieser Welt.

An jenem Abend dachte sie an ihre Kinder und es wurde ihr warm ums Herz, so wohlig, dass sie schon weniger fror.

„Ach, es ist schön, dass Lukas mich so oft besucht und fragt, wie es mir geht“, dachte sie.

„Wie gut hatte sich der Junge nur entwickelt, so fleißig und zuverlässig, wie er jetzt war, einfach schön.

Und dann hat er ja noch diese ‚Scheißarbeit‘ mit den vielen Ferienwohnungen in Stralsund und auf Rügen.“

Anna seufzte, als sie im Stillen an ihn dachte.

Ja, Anna hatte Glück gehabt mit ihren Kindern und die auch mit ihrer Mutter.

Das machte es für Klara und Lukas so schwer, die richtigen Worte ihr gegenüber zu finden, und manchmal auch etwas energischer aufzutreten.

Anna fühlte es, dass Klara und Lukas ihr halfen. Nur was sie taten, das vergaß sie regelmäßig.

„Lukas kommt ja so gern zu mir und er mag es, für mich einzukaufen“, erzählte sie Klara kürzlich am Telefon.

Anfangs hatte Klara noch etwas darauf entgegnet, wie schwierig es war, von ihr einen Einkaufszettel zu bekommen.

Es klingelte und Anna ging vom Balkon ins Wohnzimmer.

Klara war am Telefon: „Hallo Mutti, wie geht es dir?“

„Naja, wie soll’s mir schon gehen“, sagte Anna mit einem traurigen Unterton in der Stimme.

„Warst du nicht auf dem Balkon? Es ist doch so schön heute gewesen“, versuchte Klara sie aufzumuntern.

„Ach, es ist war ja so herrlich, ich komme doch gerade vom Balkon. Du glaubst ja nicht, wie schön es hier bei mir ist.“

Klara glaubte es ihr aufs Wort, denn Lukas hatte vor ein paar Tagen Blumen für ihren Balkon besorgt, alles aufgeräumt und die Stühle hingestellt.

„Mutti, was siehst du denn heute von deinem Balkon?“

Anna begann mit Eifer zu erzählen, Klara hatte sie dazu gebracht, dass sie aufstand, während sie erläuterte, wie toll doch alles aussah. Und die Aussicht erst.

Morgen würde wieder Lukas kommen, nach ihr schauen, etwas zu trinken hochholen, den Einkaufszettel durchgehen und abends, da war Klara wieder am Telefon.

 

 

 

 

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ANNA WEISS NICHTS VON CORONA UND SCHON GAR NICHTS VOM EINKAUFSZETTEL

ANNA IST DEMENT (58)

Lukas sitzt in seiner Garage, ganz hinten, an der Rückseite. Vor ihm auf dem Tisch steht eine Flasche Bier, alkoholfrei versteht sich.
Aus dem Fernsehapparat tönt Schlagermusik.

„Anita…“, intoniert der Sänger und hampelt dabei hemmungslos auf der Bühne herum, während seine Fans verzückt die Melodie im Rhythmus mitklatschen.

Aber das sieht Lukas nicht. Er schaut nicht hin.
In der Ecke liegt die Katze im Körbchen. Sie hat sich zusammengerollt, die Augen zusammengekniffen und schnurrt leise vor sich hin. Ein gutes Zeichen. Für sie ist alles so, wie es sein soll.

Lukas bewegt sich kaum auf seinem Stuhl. Die Katze hat ihr Fressen bekommen, die Musik plätschert harmlos aus dem Fernseher und warm ist es auch.

Es ist die Art von Gemütlichkeit, die manch einer nicht in sein Wohnzimmer bekommt.
Klara und Peter sitzen dort auch gern und reden für einen Moment, wenn sie mal in Stralsund sind, lachen oder kraulen einfach die Katze.

„Krümel hätte längst fröhlich nach ihrer ‚Datze‘ gerufen, vorausgesetzt, sie wäre ebenfalls hier“, sagt Peter dann mit einem gewissen Seufzen.

Lukas hat einen ruhigen Tag hinter sich. Zu ruhig.
„Was soll das noch alles werden?“, denkt er im Stillen und schüttet Bier ins Glas nach.“

Corona hat Stralsund und Rügen erreicht, die Urlauber sind von hier weg und ebenfalls runter von der Insel. Die Eigentümer der Ferienwohnungen machen sich so ihre Gedanken, wie das alles weitergehen soll und die macht sich Lukas auch.

Noch vor ein paar Wochen wollte er sich von einigen Objekten
trennen. „Das wird mir langsam alles ein wenig zu viel“, hatte er gesagt. Und weiter: „Ich gehe ja auch allmählich auf die Rente zu, brauch‘ einfach mehr Ruhe.“

Die Ruhe hat er jetzt. Mehr als ihm lieb ist, weil die Einnahmen durch die fehlenden Buchungen in den von ihm betreuten Ferienanlagen in Stralsund und Rügen faktisch ganz weggebrochen sind. Keiner will groß drüber reden, aber die Angst, was sein wird, die geht doch um.

Nur Anna, die hat keine Angst. Die kennt nicht die Gefahren von Corona.

„Mutti, was sagst du zu den ganzen Bildern im Fernsehen, zu den vielen Kranken in Italien. Macht dir das nicht Angst?“, fragte Klara sie vor einigen Tagen.

„Mir? Warum? Was meinst du?“, fragte Anna daraufhin.
„Was machst du gerade, Mutti?“, lenkte Klara das Gespräch in eine andere Richtung.

„Ach, ich hab‘ ein bisschen den Fernseher an und kaue gerade einen Apfel. Weisst, du ich esse so gerne mal einen Apfel. Und der hier, der schmeckt mir besonders. Den habe ich mir gerade vom Netto geholt.“

„Vom Netto? Mutti! Wann warst du das letzte Mal im Netto?“
„Da kauf‘ ich doch immer ein“, sagte nun Anna wieder.
Klara gab es auf, verabschiedete sich und rief Lukas an.

„Mutti war wieder mal einkaufen, sie hat sich die Äpfel geholt, die so gern isst“, sagte Klara zu Lukas.

„Na gut, dass du mir das sagst“, meinte Lukas. „Ich hätte doch glatt gedacht, dass ich die Äpfel für Mutti aus dem Netto mitgebracht hätte.“

Anna kennt nur noch ihren Balkon, weil sie nicht mehr rausgeht. Auf dem stand sie aber, als Lukas heute Nachmittag mit seinem Auto vorfuhr. Anna erkannte ihren Sohn und winkte ihm freudig zu.
Lukas musste lächeln.

Es war ein ehrliches leises Lachen, denn er wollte natürlich, dass es seiner Mutter gut ging und sie sich noch freuen konnte, wenn er kam. Aber es mischte sich ein Gefühl ins Unterbewusstsein, dass sich dieses freundliche Lachen wohl nicht lange halten würde, wenn er erst einmal die Treppen zu ihr hinaufgestiegen war.

„Ach Lukas kommt einfach gern zu mir“, sagt Anna manchmal abends zu Klara.
„Mutti, ja, er kommt gern zu dir. Das stimmt. Aber er kommt, weil er dir helfen will“, antwortet Klara dann.

„Wieso helfen?“, fragt Anna dann verwundert.
„Na Mutti, was glaubst du, wer dir deinen Kühlschrank wieder mit den Lebensmitteln aufgefüllt hat und wer deine Post aus dem überfüllten Briefkasten heute Vormittag genommen hat?“, fragt Klara dann.

Früher hätte sie nicht so energisch dagegengehalten, aber inzwischen stieg schon eine leise Empörung in ihr hoch, wie Anna alles gedanklich von sich schob.

Doch das war nun mal Annas Krankheit, die ihr Wesen so veränderte hatte, und die lichten Momente nutzte sie zunehmend dafür, die Ungereimtheiten, die ihr selbst auffielen, mit blumigen Worten zu überdecken.

Schon mittags hatte Lukas gemerkt, dass Anna gar nicht so gut drauf war.
„Mutti, denkst du bitte daran, dass du den Einkaufszettel schreibst? Ich komme später bei dir vorbei und gehe danach einkaufen“, erinnert Lukas Anna am Telefon.

„Wieso Einkaufszettel? Ich hab‘ das schließlich im Kopf, was ich brauche“, sagt sie schnippisch zu Lukas.

„Muuttii, du gehst doch gar nicht einkaufen, ich mach‘ das seit Monaten für dich. Früher bist du noch mitgekommen, aber selbst das willst du nicht mehr. Du gehst ja nicht mal mehr zum Briefkasten“, entgegnete Lukas nun.

Er merkte, wie innerlich sein Blutdruck langsam nach oben ging.
„Also, dass du mir das sagst, das finde ich ja unerhört. Das muss ich mir nicht sagen lassen.“

Anna hatte nun auf Konfrontation umgeschaltet.
Lukas setzte das Glas Bier an, während er an den telefonischen Disput mit Anna zurückdachte.

Er bereute es hinterher stets, dass er sich nicht mehr im Zaun hatte.
„Du musst immer daran denken, dass es Annas Demenz ist, die sie so reagieren lässt“, sagt Peter in solchen Momenten zu ihm.

„Ja, ne klar“, antwortet Lukas dann.
„Ich weiß, ich würde wahrscheinlich viel eher ausflippen, wenn ich sehen würde, wie deine Mutter die Lippen nach unten zieht, eine Mimik aufsetzt, so als hätte sich alles schlecht Gelaunte auf dieser Welt in ihren Gesichtszügen festgesetzt“, gab Peter zu.

NÄCHSTE FOLGE: 
ANNA VERTEIDIGT HELDENHAFT IHREN KÜHLSCHRANK
….vor allem die darin gehorteten Lebensmittel, mit weit überschrittenem Verfallsdatum…
ANNA IST DEMENT (59)
MITTWOCH, 01.APRIL 2020

ANNA IST DEMENT (51)

WIR SIND MAL ZUR STIPPVISITE DA

Anna war beim Friseur, nach vielem Hin- und Her, vielen Ausreden und Ausflüchten.

„Der Termin ist hier gestrichen, ich muss da also nicht mehr hin“, sagte sie noch am Tag, als Lucas sie abholen wollte.
Schließlich ließ sie sich doch überreden und stieg zu Lucas ins Auto, um zum Frisörladen zu fahren.

Als sie da war, fühlte sie sich wohl, weil die Friseurin es ihr sehr leicht machte, sich ‚fallen zu lassen‘.
Sogar eine andere Haartönung bekam sie.

„Ich bin jetzt anspruchsvoller geworden“, sagte Anna zu Klara am Telefon, als sie auf ihre Frisur zu sprechen kam.

Klara war für einen Moment sprachlos, dann musste sie sich zusammenreißen, um nicht laut loszulachen.
Sie tat es nicht, denn sie würde damit ihre Mutter auslachen. Das brachte sie nicht übers Herz.

„Na dann ist ja alles prima, Weihnachten kann jetzt kommen“, sagte Klara stattdessen zu ihr.

„Und übrigens, wir kommen zur Stippvisite vorbei“, fuhr Klara fort und ließ es aussehen, als würden Klara, Peter, Laura und die Kleine nur so nebenher mal vorbeikommen.

Am Telefon war es still. Keine Reaktion.
Anna fragte nicht, wann Klara kommen wollte, ob sie über Weihnachten blieben, wo sie schliefen.

Klara war traurig darüber. Doch andererseits auch froh, dass Anna sie nicht löcherte.

„Wenn die Kleine mit nach Stralsund kommt, dann lerne ich sie ja endlich mal kennen“, sagte Anna, ohne groß eine Emotion in ihren Satz zu legen.

„Mutti, du hast die Kleine schon so oft gesehen!“
Klara konnte sich das nicht verkneifen, bereute den Satz aber sofort.

„Also ich hab‘ sie noch nicht gesehen, das würde ich ja wohl wissen“, sagte Anna daraufhin trocken.

„Ja, Mutti, das würdest“, antwortete Klara.
‚Wenn du gesund wärst und dich daran erinnern könntest‘, dachte Klara bei sich, sprach diesen Halbsatz aber nicht aus.

EIN KLEINER FRISEURLADEN IN SASSNITZ GANZ GROSS

EIN KLEINER FRISEURLADEN IN SASSNITZ GANZ GROSS

Man sagt, demenzkranke Menschen können nicht mehr so denken, wie es vor ihrer Krankheit der Fall war.
Das ist wohl so. Doch sie können eines, nämlich mit dem Herzen sehen, fühlen, einfach wahrnehmen, ob ein Mensch es gut mit ihnen meint.

Und die Friseurin Ilka in dem kleinen Sassnitzer Friseurladen meinte es gut mit ihr.

Es sind oft nicht die großen Gesten, die uns berühren. Nein, es sind vielmehr die kleinen Dinge, die nur allzu oft im Gewirr des Alltags untergehen.
Umso wichtiger, dass wir auf sie aufmerksam werden, wenn sie uns geradezu in den Schoss fallen.
Gestern war so eine Gelegenheit.

Schwiegermutter hatte einen Termin beim Friseur, in Sassnitz, und nicht gerade um die Ecke für uns. Also ist meine Frau unruhig, ob alles klappt, ihre Mutter den Termin nicht vergisst, pünktlich im Friseurladen erscheint.

Das klingt nach ‚ist doch wohl normal, was ist da schon besonderes dran?‘ Im Prinzip ist das schon richtig. Doch was ist, wenn der Mensch, dem deine Fürsorge gilt, an Demenz erkrankt ist, und du selbst kannst das alles nur aus der Ferne gedanklich begleiten?

Na klar, meine Frau weiß, dass sie sich zu hundert Prozent auf ihren Bruder verlassen kann, der sich um seine Mutter liebevoll kümmert, wenn es sein muss, Tag und Nacht.

Und trotzdem weiss sie, dass jede alltägliche Unterbrechung für demenziell erkrankte Menschen Unruhe mit sich bringt.
An nichts hängen Demenzkranke mehr, als an einem möglichst gleichmäßig verlaufenden Tagesablauf. Jeder noch so kleine Termin bringt Unruhe und Unsicherheit.

Schwiegermutter kam trotz alledem zum geplanten Zeitpunkt im Friseurladen an und wurde gleich freundlich begrüßt.
Sie fühlte sich wohl in der Zeit, in der ihre Haare gewaschen, geschnitten, gefärbt und getrocknet wurden und die Friseurin sich noch mit ihr angeregt unterhielt.

Kurzum: Ilka schnitt und färbte nicht nur die Haare, sie tat mehr, sie betreute Schwiegermutter so, dass es für sie zu einem wirklich aktivierenden und angenehmen Aufenthalt wurde.

Abends schickte die Friseurin noch ein Foto von Schwiegermutter, mit der neuen Frisur.

Wir alle wissen nicht, was aus uns mal wird, wie wir in späteren Jahren zurechtkommen und vielleicht auch auf Hilfe und Fürsorge angewiesen sind.

Deshalb sind es diese kleinen Dinge, die Menschen untereinander brauchen  – Verständnis für den jeweils Anderen, die Empathie, auf ihn individuell einzugehen.

Gerade in der Zeit vor Weihnachten wird viel geredet über Nächstenliebe, Fürsorge, Unterstützung für die Hilfsbedürftigen.

Die Friseurin Ilka hat das einfach getan, ohne groß darüber zu reden, bescheiden und fast unbemerkt von uns.

Deshalb ist der kleine Friseurladen in Sassnitz für uns ganz groß.

Danke Ilka, danke liebes Team.

Die Angehörigen aus Sassnitz, Wandlitz und Berlin.

BEI UNS TUT SICH WAS – ÜBER DIE BAUVORHABEN DER FAK e.V.

AKTUELLE ERGÄNZUNG ZU MENSCHEN IN DER PFLEGE (10)

„Das Objekt Stapenhorststraße in Essen ist in Bau. Dort entstehen eine Tagespflegeeinrichtung und zwei Wohngemeinschaften, in denen jeweils 12 Menschen Platz finden werden“, sagt Michael Jakubiak, Geschäftsführer der Freien Alten- und Krankenpflege e.V.

Er fügt hinzu, dass in der Germaniastraße ebenfalls eine Tagespflege errichtet wird und auch zwei Wohngemeinschaften für je 12 Personen vorgesehen sind.

„Für die Demenz Wohngemeinschaft an der Münchner Straße mit 10 Plätzen liegt die Baugenehmigung vor und wir sind dabei, die Feinplanung abzuschließen“, sagt M. Jakubiak weiter.

Spannende Projekte brauchen spannende und leidenschaftliche Menschen in der Pflege und Betreuung

„Wir wollen für diese Einrichtungen neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewinnen, die mit uns die Leidenschaft und die Freude im Team teilen, diese neuen Vorhaben von Anfang an mit Leben zu erfüllen.

Wir wollen Menschen dazu verhelfen, in Würde alt zu werden, das ist unser Ziel. Das ist aber auch das, was uns viel Dankbarkeit und Energie von den Bewohnern zurückbringt.

Wen das also genauso begeistert, wie es bei uns der Fall ist, der sollte sich unbedingt bei uns melden“, sagt Michael Jakubiak abschließend.

Kontakt:
Freie Alten- und Krankenpflege
FAK e.V. Essen
Krablerstr. 136
45326 Essen
Fon: 0201. 83 52 80
Fax: 0201. 83 52 855
E-Mail: info@fak.de
Internet: www.fak.de
Geschäftsführer:
Michael Jakubiak
Jörg Blaschke

 

 

 

 

ÜBER DEN MENSCHEN MICHAEL JAKUBIAK

INNERE EINHEIT WÄCHST NUR WAHRHAFTIG, WENN MAN SICH AUCH WIEDER MEHR FÜR DAS LEBEN VON MENSCHEN IM WESTEN INTERESSIERT

MENSCHEN IN DER PFLEGE (17)

Über den Menschen Michael Jakubiak, Geschäftsführer der Freien Alten-und Krankenpflege e.V. in Essen

Michael Jakubiak und ich kennen uns nicht persönlich.

Musst du einen Menschen direkt und unmittelbar kennenlernen, um ihn tatsächlich gebührend einschätzen zu können?

Naja, besser ist es – einfach, um die emotionale und mentale Seite eines Menschen intensiver zu erleben.

Und trotzdem kenne ich ihn ziemlich gut. Wenn ich erzähle, was uns unterscheidet, so sticht als erstes heraus, dass Michael Jakubiak im Westen Deutschlands groß geworden ist und ich eben im Osten.

Michael Jakubiak kommt aus dem Ruhrgebiet, aus Essen.

Ich selbst habe meinen Arbeits- und Lebensmittelpunkt in Berlin und Brandenburg.

 

MICHAEL JAKUBIAK – EIN MENSCH, DER KONSEQUENT SEINE IDEEN VERWIRKLICHTE

Michael Jakubiak war Verlagskaufmann bei der Ruhrzeitung.

„Als das große Zeitungssterben einsetzte, musste ich mich beruflich völlig neu orientieren“, erinnert er sich heute zurück.

Er war bereits gut ausgebildet und so gab es für ihn mehrere Ansätze, sich weiterzuentwickeln, sich weiter zu qualifizieren, Neues hinzuzulernen.

Einer dieser Ansätze war, zum EDV-Kaufmann umzuschulen. Doch Michael Jakubiak entschied sich anders.

Er folgte seiner wahren Bestimmung und erlernte von der Pike auf den Beruf des Altenpflegers.

Seine Erfahrungen aus der linken Bewegung in der alten Bundesrepublik, seine Philosophie – die basisdemokratische Beteiligung von Menschen an gesellschaftlichen Vorgängen – bestimmten sehr wesentlich sein Handeln in der für ihn neuen Pflegebranche.

Er wollte Menschen helfen und sie miteinbeziehen in einen aktiven Pflege-und Betreuungsprozess, also in das, was heute als ein Anker in der Pflege gilt – nämlich die individuellen Bedürfnisse der zu Pflegenden nicht nur zu kennen, sondern diese zum Maßstab in der Pflege und Betreuung zu entwickeln.

 

PROBLEME ERKENNEN IST WICHTIG – SIE ZU LÖSEN ENTSCHEIDEND

IN DER VERBESSERUNG DER PFLEGEQUALITÄT

„Ich wollte immer schon Probleme lösen, anstatt sie nur zu benennen“, sagt er heute rückblickend.

Und dass dies nicht nur bloße Worte sind, das erkennt man an seinem Weg, den er bis heute sehr konsequent gegangen ist.

Michael Jakubiak qualifizierte sich zügig zum Pflegedienstleiter in einem großen Pflegeheim und wurde in der Zeit stellvertretender Bundesvorsitzender der „Grauen Panther.“

Als es darum ging, die Pflege breiter aufzustellen, war er an der Gründung des Bundesverbandes Ambulanter Pflegedienste beteiligt und hatte deren Vorsitz 20 Jahre inne.

All das kann man noch einmal genauer in den Interviews auf dem Blog nachlesen, die ich mit ihm geführt habe.

https://uwemuellererzaehlt.de/2017/06/21/michael-jakubiak-im-interview/

Jakubiak tat gemeinsam mit seinen Kollegen noch mehr, um das Selbstbestimmungsrecht von Pflege- und Hilfsbedürftigen zu stärken.

Aus der Idee einer sozialen Bewegung in den 70-iger und 80-iger Jahren heraus wurde die Freie Alten- und Krankenpflege e.V. gegründet (1988).

Und das war erst der Beginn eines Ringens um die Verbesserung der Lebensumstände von Betroffenen in der Pflege und Betreuung.

Bis die FAK e.V. über das Bundesland Nordrhein-Westfalen hinaus zu einer bei pflegenden Angehörigen sowie Pflege- und Hilfsbedürftigen gleichermaßen geschätzten Einrichtung wurde, vergingen viele Jahre.

https://uwemuellererzaehlt.de/2019/05/20/menschen-in-der-pflege-10/

 WAS HAT DAS ALLES MIT DER INNEREN EINHEIT DEUTSCHLANDS ZU TUN?

Nun, ich glaube, dass man viel mehr über die Lebenswege von einzelnen Menschen wissen sollte, um zu verstehen, wie wertvoll zum Beispiel das Ringen von Michael Jakubiak ist, wenn es heute um eine wahrhaft menschenwürdige Pflege geht.

Ich selbst habe viele Jahre fest daran geglaubt, dass nur der Sozialismus im Osten den Menschen ein menschenwürdiges Leben bieten kann.

Wie illusorisch diese Gedanken waren und wie sie in der Realität pervertiert wurden, das ist hinlänglich bekannt und beschrieben.

Ich habe sehr lange gebraucht, um das alles zu erkennen und auch anzuerkennen.

Mitte der 80-iger Jahre war ich für vier Jahre zum Studium in Moskau und habe hautnah den Beginn der Perestroika miterlebt.

Später habe ich mich wissenschaftlich sehr intensiv mit dem Thema der Menschenrechte und humanitären Beziehungen befasst und auch viel mit der SPD darüber diskutiert, was es heißt, einen Rechtsstaat, eine Gewaltenteilung als elementare Voraussetzung für eine freiheitliche Entwicklung zu haben.

Ich habe an der Demonstration am 4. November 1989 in Berlin teilgenommen.

Doch ich war nie ein aktiver Widerstandskämpfer, und ich war auch nie ein Spitzel, weder offiziell noch inoffiziell.

Meine neuen Grundüberzeugungen sind nicht über Nacht ‚auf einem Baum gewachsen‘, sodass ich sie nur noch schnell nach der Wende möglichst lautstark postulieren musste.

Nein, ich war eher ein Zweifler, einer, der das System menschenwürdiger auskleiden wollte.

Kurzum, meine neuen Grundüberzeugungen sind aus vielen Schmerzen heraus entstanden, aus den Erkenntnissen meiner wissenschaftlichen Arbeit, aber vor allem aus den Gesprächen mit Menschen, vor allem auch im Westen.

Ich war nach der Wende in Bochum und Essen tätig und ich habe den Menschenschlag dort lieben und schätzen gelernt.

Nie ist mit mir jemand abfällig umgegangen und so war ich offen für den Humor und den Fleiß dieser Menschen.

Schreibe ich über Michael Jakubiak, so schreibe ich über einen Freund, einen Menschen, der mir den Westen Deutschland vom Herzen her nähergebracht hat – als Heimat, die nun auch zu mir gehört.

 

 

STILLE HELDEN – TEAM IM PFLEGEHEIM ‚PFLEGE AM SCHLOSS‘ IN DRESDEN

MENSCHEN IN DER PFLEGE (16)

Das Team im ‚Pflegeheim am Schloss‘ in Dresden – stille Helden
Ich habe mich rasiert und geduscht, obwohl es erst halb sechs Uhr am Samstagmorgen ist.

Wir wollen heute nach Dresden fahren und Mama besuchen. Wir sind gespannt, wie sie reagiert. Ich habe gestern mit der Pflegedienstleiterin gesprochen. Die Schwester sagte mir, dass sie sich zurzeit gut fühlt. Sie erkennt die Schwestern, wenn sie zur Tür hereinkommen und freut sich sogar.

Manchmal fragt sie nach Vati.
Sie hat dann vergessen, dass er im Sommer gestorben ist. Ich bin froh, dass sie es wieder vergisst. Das klingt hart, doch ich finde es gut so, in dieser Hinsicht jedenfalls.

Seit Vati tot ist, rede ich wieder mehr über ihn, stelle seine guten Seiten in den Vordergrund meiner Erzählungen.
„Du redest jetzt oft über deinen Vater“, sagt Klara dann.
„Ja, ich bin irgendwie befreit, auch wenn sich das schrecklich anhören mag, aber ich fühle mich nicht mehr so eingeengt“, habe ich ihr geantwortet.

„Naja, du hast viel von ihm“, sagt dann Klara. Ich will das nicht hören, aber leugnen kann ich es wohl auch nicht. Irgendwie freue ich mich auf die Fahrt nach Dresden, ins Pflegeheim.

Ich habe stets ein schlechtes Gewissen, weil wir das so wenig tun. Und dann bin ich froh, dass im Heim so ein tolles Team agiert.
„Sie glauben gar nicht, wie ich mich freue, Ihre Stimme zu hören“, habe ich gestern zur Schwester am Telefon gesagt.

Sie ist eine Seele von Mensch, weiß als Pflegedienstleitung, was sie tut, und sie ist unglaublich bescheiden. Ich habe schon so viel über Menschen in der Pflege geschrieben, Worte über Pflegekräfte aneinandergereiht, die ich gar nicht kannte, in Imagetexten eben.

Aber die Menschen, die in der ‚Pflege am Schloss‘ arbeiten, die habe ich beobachten können, und zwar auch dann, wenn sie es nicht bemerkten.

Mit wieviel Liebe haben sie sich in den letzten Wochen um meinen Vater gekümmert!
Da kannst du als Angehöriger noch so viel danke sagen, es ist immer zu wenig, es reicht nie, gemessen an dem, was sie tun für die Heimbewohner, und zwar Tag um Tag.

Wir hingegen kommen, sind für ein paar Momente im Heim, und sind froh, wenn wir wieder abfahren können. Das klingt hart, aber es wäre unehrlich, etwas Anderes zu sagen.

Als Mama im Sommer neunzig Jahre alt wurde, da haben wir mit ihr gefeiert. Das Team aus dem Heim hatte alles liebevoll vorbereitet.
Wir haben ein paar Stunden mit Mama zusammengesessen. Doch dann wollten wir nach Berlin zurück.

„Dann bleibt Ihre Mutter hier bei mir“, sagte mir eine Schwester. Sie wollte nicht, dass Mama an so einem Tag auch nur eine Stunde allein war.

Ich war dankbar und hatte ein unendlich schlechtes Gewissen.
Wenn wir heute, am Samstag, auf eine Schwester treffen, werden wir uns bedanken für die Fürsorge und Betreuung, für ihre Geduld, die sie für Mama aufbringen.

Unser schlechtes Gewissen bleibt.

Stille Helden sind das, die im Team der ‚Pflege am Schloss‘ arbeiten. Unsere Wertschätzung und Hochachtung jedenfalls haben sie.

MARTINA LIPPERT – UNTERNEHMERIN IM PFLEGEBEREICH

MENSCHEN IN DER PFLEGE (15)

Es gibt Menschen, mit denen redest du einfach gern. Nicht nur deshalb, weil sie engagiert sind, Leidenschaft und Energie für ihr Tun mitbringen.

Der Grund ist vielmehr: Sie sind Jahrzehnte in der Branche tätig, genauer gesagt in der Pflege und Betreuung von Pflege-und Hilfsbedürftigen – und sie haben sich ihre Neugier bewahrt, sind offen für Neues, tauschen sich aus, ja saugen das auf, was sie und das Team in der Arbeit weiterbringen.

Martina Lippert gehört genau zu diesen Menschen, denen du deshalb vertraust, gerade in einem solchen sensiblen Bereich wie den der Pflege.

Dazu gehört, dass sie in ihren Anfängen und auch später genügend Niederlagen verkraften, Rückschritte akzeptieren, immer wieder neue Kraft entwickeln musste, um an ihr Ziel zu gelangen.

Als sie 1994 mit dem Pflegedienst begann, da wollte keiner so recht daran glauben, dass sie lange überleben würde.

Sie hat nicht nur geschäftlich überlebt, entgegen so mancher Voraussagen aus der damaligen Krankenkasse.

Im Gegenteil: Sie ist vielmehr mit ihrer Firma, der ‚Martina Lippert GmbH‘ zu einer Marke geworden, die für das Vertrauen spricht, das ihr die Pflege- und Hilfsbedürftigen, die Angehörigen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Pflegedienstes entgegenbringen.

Am 01.10.1994 erhielt sie ihre Zulassung und am 01.11.1994 hat sie ihren Pflegedienst eröffnet, fast genau auf den Tag vor 25 Jahren.

Sie erinnert sich noch lebhaft daran, wie ein Jahr später die Pflegeversicherung begann, die Finanzierung für die ambulante Versorgung der Versicherten zu übernehmen.

Oder zum Beispiel als mit der Einführung der DIG, der sogenannten diagnosebezogenen Fallgruppen, die Liegezeiten in der stationären Behandlung in den Krankenhäusern verkürzt wurden.

Die ambulante Pflege übernahm ab diesen Zeitpunkt mehr Verantwortung für die Pflege und Betreuung für die frisch aus dem Krankenhaus entlassenen Patienten.

Martina Lippert hat nie abgehoben agiert. Das habe ich immer wieder in den mit ihr geführten Interviews feststellen können.
„Es gibt keine Alleskönner“, hat sie mal gesagt und gemeint, dass man auf die Stärken und das Wissen von Kollegen zurückgreifen sollte.

Heute hat sie ein starkes Team an ihrer Seite und kann auf die soziale und fachliche Kompetenz ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählen.

„Ich bin sehr froh, dass meine Tochter an meiner Seite ist. Anne-Christine hat sich zur PDL qualifiziert und betriebswirtschaftlich weitergebildet.

Inzwischen ist sie für mich unentbehrlich, wenn es um die Organisation des Pflegealltags geht, die Steuerung des Teams und viele andere Aufgaben“, sagt Martina Lippert in diesem Zusammenhang.

Martina Lippert setzt sich sehr für die Ausbildung von neuen Pflegekräften ein

„15 Auszubildende haben inzwischen nach einer dreijährigen erfolgreichen Ausbildung ihren Abschluss als Altenpflegerin oder als Altenpfleger erhalten“, sagt sie nicht ohne Stolz und will auch künftig in diesem Bereich ihren Beitrag leisten.

„25 Jahre Kompetenz in Sachen Pflege“ – das bleibt das Hauptanliegen des Pflegedienstes, auch in den neuen Räumen, ab November 2019.

Wir wollen weiterhin unsere Pflege-und Hilfsbedürftigen und deren Angehörige zuverlässig beraten, betreuen, pflegen, und zwar in deren gewohnten Umgebung“, sagt Martina Lippert zum Schluss.

Wer mehr über den Menschen Martina Lippert erfahren möchte, über ihre Philosophie in der Pflege, der sollte die Interviews lesen, die ich mit ihr geführt habe –
https://uwemuellererzaehlt.de/2017/09/01/pflegedienst-lippert-stellt-sich-vor/

Kontakt
Pflegedienst Lippert GmbH
Ab 01.11.2019 in neuen Geschäftsräumen:
Haselünner Str. 55
49808 Lingen (Ems)
Bürozeiten: Mo.-Fr. 08.00 – 13.00 Uhr
E-Mail: info@pflegedienst-lingen.de
http://www.pflegedienst-lingen.de
Telefon: 0591 – 80740 99-0
Telefax: 0591- 676 74
Notfallhandy: 0171 – 549 74 98

MENSCHEN IN DER PFLEGE (14)

PRO CURA RIETBERG GMBH – PFLEGE IST FÜR UNS SEIT 25 JAHREN VERTRAUENSSACHE

Der Pflegedienst ‚Pro Cura Rietberg GmbH‘ ist seit 25 Jahren vor Ort – für Menschen, die auf die Pflege und Betreuung angewiesen sind.

Das Einsatzgebiet umfasst Rietberg mit seinen 7 Stadtteilen, Verl, Delbrück und die Nachbargemeinden.

Mechthild Bruchhäuser-Ebeling ist die Inhaberin und Geschäftsführerin des Unternehmens.
Ihre Tochter Saskia Ebeling ist seit knapp 5 Jahren mit in der Geschäftsführung vertreten.

„Wir sichern so die vertrauensvolle Weitergabe und Fortführung des Pflegedienstes“, sagt Mechthild Bruchhäuser-Ebeling.
Die Pflegedienstleitung für die ambulante Pflege hat Alexandra Degener inne.

„Sie ist die gute Seele unserer Pflegeeinrichtung, hat viel Herz und einen fundierten Sachverstand. Und sie ist genau darum eine sehr gefragte und geschätzte Ansprechpartnerin – für unsere Patienten, die Angehörigen, für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, und außerdem für uns in der Geschäftsführung“, so die Inhaberin des Pflegedienstes, Mechthild Bruchhäuser-Ebeling.

Der Pflegedienst gehört dem Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. an.

DER MENSCH MECHTHILD BRUCHHÄUSER-EBELING

Mechthild Bruchhäuser-Ebeling hat nach dem Abitur Industriekauffrau gelernt und nach vier Jahren in diesem Beruf Wirtschaftswissenschaften studiert.

Sie war schon immer kreativ. Als es in ihrer Studienzeit nicht genügen Kita-Plätze gab, gründete sie kurzerhand gemeinsam mit einer Mutter eine Spielgruppe.

Sie initiierte außerdem eine Schwimmgruppe und leitete unter anderem eine Ferienzeit.
2008 übernahm sie eine Pflegefirma, deren alleinige Inhaberin sie seit 2015 ist.

Alexandra Degener arbeitete zum damaligen Zeitpunkt im Unternehmen und qualifizierte sich zur Pflegedienstleitung. Sie arbeitet noch heute eng mit Mechthild Bruchhäuser-Ebeling zusammen.

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten so behandelt werden, wie ich es selbst wollte, wenn ich bei einem Arbeitgeber wäre“, sagt sie zu ihrem Grundprinzip in der Mitarbeiterführung.
Mechthild Bruchhäuser-Ebeling ist eine herzliche, dem Menschen zugewandte Persönlichkeit.

„Manchmal wirke ich Fremden gegenüber hart, was ich aber nicht bin und was sich schnell in einem ersten Kontakt auflöst und sich ins Positive verkehrt.“

Sie ist direkt, hat gelernt zuzuhören und ‚mischt‘ sich gern überall ein, um zu helfen und zu unterstützen.
Mehr erfahren: Interview mit der Inhaberin des Pflegedienstes, Mechthild Bruchhäuser-Ebeling – https://uwemuellererzaehlt.de/2017/06/06/mechthild-bruchhaeuser-ebeling-im-interview/

TAGESPFLEGE – MEHR ÜBER DIESE MÖGLICHKEIT REDEN

Die Tagespflege ist für Menschen in Rietberg und Umgebung da.
Sie wird von Pflege-und Hilfsbedürftigen besucht, darunter von Gästen, die an Demenz erkrankt sind.

Die Einrichtung erfreut sich zudem wachsender Beliebtheit bei denjenigen Tagesgästen, die allein leben, einsam sind und trotzdem noch am gesellschaftlichen und kulturellen Umgang mit anderen Menschen teilhaben wollen.

Das Team der Tagespflege richtet deshalb sein Hauptaugenmerk darauf, die Tagesgäste sehr fürsorglich zu betreuen, sie zu aktivieren und zu mobilisieren. Dazu gehört, dass sich die Gäste geborgen fühlen, ein aktives Umfeld am Tag erleben und so gleichzeitig verhindert wird, dass sie in ihrem häuslichen Umfeld vereinsamen.

„Ein positiver Nebeneffekt besteht zugleich darin, die pflegenden Angehörigen zu entlasten“, so Mechthild Bruchhäuser-Ebeling.
In diesem Zusammenhang sagt sie weiter: „Die Tagespflege gibt den Angehörigen dadurch jene Freiräume, die sie dringend für eigene berufliche und private Interessen benötigen.

Und sei es, dass man mal in Ruhe zum Friseur gehen kann, mit einer Freundin einen Kaffee trinkt und Abstand gewinnt von der täglich Betreuung seiner Liebsten. Das ist aber nur dann möglich, wenn die Angehörigen die Gewissheit haben, dass zum Beispiel die demenzkranke Mutter liebevoll und professionell in dieser Zeit betreut wird.“

Sie plädiert dafür, generell mehr mit Menschen in den ländlichen Gegenden darüber zu sprechen, damit auch sie diese Entlastung beanspruchen können.

Das Team der Tagespflege ist fachlich kompetent und verfügt außerdem über ein solides gerontopsychiatrisches Fachwissen.
Nina Wolf ist die Leiterin der Einrichtung.

„Wir haben großes Glück mit Frau Wolf, denn sie handelt als Führungskraft sehr strukturiert, kann sich gut in die individuellen Bedürfnisse und Wünsche der Tagesgäste und ihrer Angehörigen einfühlen, schaut einfach ‚über den eigenen Tellerrand hinaus‘, um es umgangssprachlich auf den Punkt zu bringen“, sagt Mechthild Bruchhäuser-Ebeling.

OHNE ENGAGIERTE MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER GEHT ES NICHT

„Alles was ich in den letzten Jahren erreicht habe, verdanke ich meinem Team.

Das klingt vielleicht so, als seien Worthülsen, aber ich meine das genauso, wie ich es sage.
Manchmal vergessen wir, uns für das nur allzu Selbstständige zu bedanken.

Und dennoch, wenn wir von Lebensqualität unserer Pflege- und Hilfsbedürftigen und ihrer Angehörigen sprechen, so müssen wir hier alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einschließen.

Nur wenn aus dem Team heraus dieses Lebensgefühl in der Pflege und Betreuung weitergegeben wird, können wir unseren Auftrag erfüllen, nämlich mit Sachverstand und dem Herzen für unseren Beruf zu brennen. Das ist das entscheidende Motiv dafür, den Pflege-und Hilfsbedürftigen ein möglichst langes Leben in ihrem häuslichen Umfeld zu ermöglichen.

MEHR IM PORTRÄT:

https://uwemuellererzaehlt.de/2019/08/16/portraet-pflegedienst-pro-cura-rietberg/