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FREIE ALTEN – UND KRANKENPFLEGE – ANSPRUCHSVOLLE PROJEKTE UND EIN TEAM, IN DEM ES SPASS MACHT, ZU ARBEITEN

Pflege und Betreuung von kranken und hilfsbedürftigen Menschen haben in der aktuellen Zeit einen Stellenwert erlangt, wie sonst wohl kaum etwas an Relevantem in unserer Gesellschaft.

Dabei überschlagen sich manche in der Politik darin, die Anstrengungen der Pflegekräfte zu würdigen, andere wiederum finden nach wie vor, dass viel zu wenig passiert. Beides hat sicherlich seine Berechtigung, wenn man in die Tiefe der Argumentationen einsteigt.

„Euer Klatschen könnt ihr euch sonst wohin stecken“, so äußerte sich kürzlich eine Berliner Krankenschwester frustriert und verzweifelt über den andauernden Personalmangel an Pflegekräften und die nicht ausreichende Wertschätzung für diejenigen, die im medizinischen oder Pflegebereich arbeiten.

(Vgl. „Wut-Rede in Krisen-Zeiten. Die Berliner Krankenschwester beklagt ein System, das auf Profit setzt, Personalmangel – und Klatschen als Geste der Anerkennung. Berliner Zeitung, Nummer 169, Donnerstag, 23. Juli 2020, Seite 11).

Ich begleite mit meinen Gesprächen, Interviews und Berichten seit einigen Jahren die Freie Alten- und Krankenpflege e.V. in Essen, und ich weiß, dass sie genauso viel Grund hätten, Defizite und Mängel anzukreiden, die jeder kennt, der in der Pflege zuhause ist.

Doch die FAK e.V. zeichnet gerade in dieser Zeit eines aus: Sie klagen nicht, nein, sie handeln. So öffnet Anfang September 2020 das neue Wohngemeinschaftshaus „Op dem Berge“ in Essen-Bochold, in der es auch eine Tagespflegeeinrichtung geben wird. Im November folgt dann die neue Demenz-Wohngemeinschaft „Mittendrin“ in Essen-Frohnhausen.

Und schließlich bezieht die FAK das Wohngemeinschaftshaus „Emscherblick“ in Essen- Altenessen, in der es ebenfalls eine Tagespflegeeinrichtung, im FAK- Jargon „Emscherglück“ genannt, geben wird.

Das sind anspruchsvolle Projekte in dieser Zeit, zumal ja wiederum neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die einzelnen Einrichtungen gewonnen werden müssen.

Michael Jakubiak, einer der Geschäftsführer der Freien Alten – und Krankenpflege, zeigt sich gewohnt optimistisch: „Wir sind positiv überrascht von den zahlreichen Bewerbungen für unsere Vorhaben“, sagt er im Gespräch.

Mehr erfahren unter: http://www.fak.de

 

DAS TEAM – OPTIMISTISCH BLEIBEN, DINGE NACH VORN LÖSEN UND AUCH NOCH SPASS HABEN

Wer das Team und die Geschäftsführung kennt, der weiß, dass nichts im Selbstlauf passiert. Es gibt handfeste Gründe, warum die FAK e.V. solch einen Sog auf Bewerberinnen und Bewerber ausübt.

Da ist zum einen die Tatsache, dass die Gründer der Freien Alten- und Krankenpflege e.V., wie zum Beispiel Michael Jakubiak, seit nunmehr fast vier Jahrzehnten immer an einer Idee drangeblieben sind: Nämlich, dass alte und kranke Menschen selbstbestimmt und autonom in ihrem häuslichen Umfeld verbleiben können, obwohl sie auf Pflege und Betreuung angewiesen sind.

Und wenn das nicht mehr geht, in einer der Einrichtungen und Häuser der FAK e.V. leben und wohnen zu können, in der die Bewohner ihre Einsamkeit überwinden lernen, um neben der fachlichen Pflege und Betreuung eines zu finden: eine familienähnliche Atmosphäre.

Dieses ethische Verständnis ist nicht aus äußeren Worthülsen gebaut. Nein, es ist tief in der DNA des gesamten Teams der FAK e.V. verankert.

Das ‚schreit‘ sich natürlich nicht heraus, es schweigt sich eher in Essen und Umgebung herum. In der aktuellen Stellenanzeige der FAK e.V. steht: Wir brauchen keine Roboter. Wir brauchen Menschen. Wir brauchen Sie! Wer das Team kennt, der weiß, dass jedes Wort so gemeint ist. Die Wertschätzung beginnt dort, wo Menschen mit ihren Fähigkeiten und Stärken gebraucht werden und sie setzt sich darin fort, dass sich alle in der FAK e.V. wohlfühlen sollen – die Bewohner in den Wohngemeinschaften und die Pflegekräfte.

Nur so kann ein fundierter Rahmen geschaffen werden, wo das Wohnen, das Leben und das Pflegen und Betreuen Spaß machen, ja, sich das alles gegenseitig bedingt. Könnte ich noch einmal von vorn beginnen, so würde ich in der Pflege anfangen, und würde ich in Essen und Umgebung wohnen, ich wüsste, mit wem ich zusammenarbeiten wollte.

FRIEDA LÄDT ZUM GEBURTSTAGSKAFFEE

Anna mag nicht mehr aus dem Haus gehen, nicht einmal zum Geburtstag ihrer Schwester. Doch Lukas will unbedingt, dass sie sich aufrafft, mitkommt, sich bewegt, an den Gesprächen teilnimmt.
Mittlerweile ist er jedoch unsicher, ob es seine Mutter mehr aktiviert oder noch mehr ihre eingefahrene Alltagsstruktur durcheinanderbringt.

Lukas hat es sich auf der Terrasse in seinem Garten bequem gemacht.

Gerade hat er den letzten angereisten Gast in die Ferienwohnung eingewiesen und ist danach zu seinem Haus zurückgefahren.

Er war den ganzen Tag unterwegs gewesen, hatte viel geklärt, mit Eigentümern diskutiert und die laufenden Hausmeisterarbeiten in den ihm anvertrauten Objekten erledigt.

Er war kaputt, freute sich auf sein Feierabendbier, alkoholfrei und wollte eigentlich mit niemandem mehr sprechen.

Die Katze lag neben ihm, während er das Bier in das Glas goss und zum ersten Schluck anhob, als sein Handy klingelte.

„Sturm“, sagte er.
„Ja, hallo, hier ist Frieda.“
„Ja, hallo Tante Frieda, na, alles klar?“, fragte Lukas.
„Ja, es ist alles in Ordnung. Ich wollte nur fragen, ob es morgen mit Mutti klargeht, dass sie pünktlich zum Kaffee da ist.“

„Das weißt du doch, dass ich sie bringe, Tante Frieda“, antwortete Lukas.

Er war ein wenig genervt, dass ihn Frieda noch einmal an den morgigen Tag erinnerte.

Sie hatte Geburtstag und ihn und Anna eingeladen, wie jedes Jahr.
„Wir sind morgen 15.30 Uhr bei dir. Ich bring‘ Mutti mit.“
„Oh, dann ist ja alles gut. Na, dann bis morgen“, verabschiedete sich Frieda.

Frieda Krüger wohnte ebenfalls in Stralsund. Sie hatte ein Haus, in dem sie gemeinsam mit Fritz, ihrem Mann wohnte. Das Haus lag unmittelbar vor dem Stralsunder Hafen, man konnte von der Terrasse aus auf den Strelasund schauen, das Meerwasser riechen, die Möwen schreien hören und die Touristen bei ihren Spaziergängen beobachten.

Frieda legte viel Wert darauf, dass alle kamen, die ihr wichtig waren, die Gäste ihr vorher rechtzeitig gratulierten und mit ihr gemeinsam ein paar schöne Stunden verbrachten.

Lukas überlegte, ob er Anna noch einmal anrufen sollte.
Eigentlich hatte er ihr am Vormittag alles erklärt.

„Mutti, ich hole dich Morgen gegen drei Uhr ab und dann fahren wir gemeinsam zu Frieda“, sagte Lukas zu ihr, während er dabei war, ihren Kühlschrank sauber zu machen.

Anna passte das gar nicht und sie stand direkt hinter Lukas, um ja nichts zu verpassen. Plötzlich machte sie die Kühlschranktür zu. Sie versuchte es jedenfalls. Es gelang nicht, weil Lukas Kopf noch dazwischen war.

Lukas schrie vor Schmerzen auf.
„Mutti, du kannst doch nicht mit Schwung die Tür zum Kühlschrank zuschlagen, während ich das abgetaute Eis entferne“, sagte Lukas mit ärgerlicher Stimme.

„Was machst du eigentlich an meinem Kühlschrank“, sagte Anna trotzig. Sie verstand es nicht, dass Lukas ihr helfen wollte, alles wieder in Ordnung zu bringen und sauber zu halten.

Während Lukas daran zurückdachte, fasste er mit einer Hand in seinen Nacken, der immer noch wehtat.

Er setzte nun doch an und nahm den ersten Schluck aus dem Bierglas.

Dann griff er wie von selbst zum Telefon, wählte die Nummer von Anna und wartete, bis sie ranging.

„Sturm“, ertönte eine verschlafene Stimme.
„Mutti, hast du etwa geschlafen?“, fragte Lukas.
„Es ist doch erst halb sieben abends“, sagte er noch.
„Ach, ich habe mich einfach auf die Couch geschmissen“, sagte Anna lustlos.

„Mutti, denkst du an Morgen?“
„Was ist Morgen?“, fragte Anna.
„Der Geburtstag von Frieda, sie wird 82 Jahre alt.“
„Was so alt?“ Annas Stimme klang, als würde sie das erste Mal vom Alter ihrer Schwester Frieda erfahren.

„Ich habe einen Blumenstrauß gekauft und einen Gutschein für Kosmetik. Das bringe ich morgen alles mit.“
„Wozu hast du das gekauft?“, fragte jetzt Anna.

„Mutti!“, presste Lukas hervor. Seine Freude auf ein paar ruhige Momente am Feierabend war gänzlich verflogen.

Doch dann schoss ihm durch den Kopf, dass er ruhig bleiben wollte. Anna konnte ja nichts dafür. Es war ihre Krankheit, die sie alles vergessen ließ.

Und es ging damit schleichend eine Wesensänderung einher.
Das alles tat Lukas innerlich furchtbar weh und er litt darunter sehr, seelisch und körperlich.

Gerade hatte er sich mit Peter darüber unterhalten.
„Denk‘ in solchen Momenten daran, wie viel Gutes du durch deine Mutter erfahren hast“, sagte Peter.

Der hatte gut Reden, saß in Berlin und gab reihenweise schlaue Sätze von sich, die Lukas in der konkreten Situation wenig halfen.
„Ich versteh‘ dich“, sagte Peter dann.

Er wusste, dass er in ähnlichen Situationen manchmal noch schneller die Geduld verlor.

Lukas setzte erneut an, versuchte in Ruhe Anna noch einmal alles zu erklären.

„Ich versteh‘ nicht, warum ich dahin soll. Ich will nicht!“, sagte Anna und legte den einfach den Hörer auf.

Lukas war verzweifelt. Trotzdem wollte er nicht erneut anrufen, es würde wenig bringen.

Er nahm sich vor, am nächsten Tag einfach eine Stunde früher bei Anna zu sein, um ihr genügend Zeit zu geben, sich anzuziehen und mit ihm zum Geburtstag aufzubrechen.

Lukas nahm einen Schluck Bier. Das schmeckt irgendwie nicht, dachte er, stand auf und ging in die Garage, um sich eine neue Flasche zu holen.

Er musste sich erst einmal bewegen. Die Katze sprang auf und lief hinter ihm her.

 

 

MARTINA LIPPERT – EIN LEBEN FÜR DIE PFLEGE

MENSCHEN IM  ALLTAG (8)
Martina Lippert ist im 63. Lebensjahr, hat vor über 25 Jahren ihr Unternehmen allein aufgebaut und ist heute stolz auf ihr Team, und auf das, was sie erreicht hat.
Wenn man sich mit ihr unterhält, so wirkt sie jung und energiegeladen.
Sie ist heute bereit, Verantwortung auf breitere Schultern zu verteilen, talentierten Pflegekräften eine Chance in deren eigenen Entwicklung zu geben.
Sie will abgeben, loslassen, aber nicht, um sich auf das „Altenteil“ zurückzuziehen.
Sie möchte in eine andere Rolle schlüpfen, in die des Coaches, der Ratgeberin.
Das sieht sie als einen Prozess an, der langsam, allerdings stetig angestoßen werden muss.

„Die Corona-Krise hat uns alle vor unendlich hoch erscheinende Herausforderungen gestellt, die es zu meistern galt, und die wir immer noch meistern müssen.

Das erfordert einen starken Zusammenhalt aller im Pflegeteam, Aufbruchsgeist und Beständigkeit im Ablauf der einzelnen Pflege- und Betreuungsvorgänge“, sagt Martina Lippert.

Ich habe in den vergangenen Jahren mehrfach mit ihr über ihr Leben, ihren Berufsweg, ihre Ideale und Konflikte gesprochen.

Es lohnt sich, den Menschen Martina Lippert näher kennenzulernen, zu erfahren, was sie in welchen Lebenssituationen gedacht und unternommen hat.

Die mit ihr geführten und hier auf dem Blog veröffentlichten Interviews sind eine gute Möglichkeit, das nachzuvollziehen.

Liest man nach, wie schwer sie es hatte, in eine Festanstellung als Krankenschwester zu kommen, dann kann man das angesichts der heutigen Nachfrage nach qualifizierten Pflegekräften gar nicht mehr nachvollziehen.

Für Martina Lippert ist ihre Biographie zugleich eine Erinnerung daran, demütig zu bleiben, wenn man etwas im Leben erreichen will, zu Veränderungen beitragen möchte.

Nicht zuletzt deshalb ist sie heute gesellschaftlich sehr aktiv und sitzt als gewählte Vertreterin im Rat der Stadt Lingen.

BERUF, FAMILIE, KINDER UND DAS STREBEN NACH SELBSTVERWIRKLICHUNG – VOR VIER JAHRZEHNTEN ALLES ANDERE ALS EINE SELBSTVERSTÄNDLICHKEIT
Martina Lippert durchlief in den Jahren von 1976 bis 1979 eine Ausbildung zur Krankenschwester.

Sie hat nicht einen Tag gefehlt, obwohl sie in dieser Zeit schwanger war und ihr erstes Kind bekam.

Nachdem sie 1979 mit ihrem späteren Ehemann nach Lübeck gezogen war, arbeitete sie dort ein halbes Jahr lang in einem Diakonissenkrankenhaus.

Im Gespräch hat Martina Lippert mir gesagt, dass sie sich besonders gern daran erinnert, wie sie in einer Facharztpraxis für Psychiatrie und Psychologie tätig war.

„Ich habe dort viel darüber gelernt, Menschen zu verstehen, die nicht in das allgemein anerkannte gesellschaftliche Bild passten, sondern davon abwichen, anders funktionierten“, sagt sie rückblickend.

Wenn Martina Lippert heute darüber spricht, mit wieviel Unwägbarkeiten sie klar kommen musste, wie oft sie den Ort gewechselt hat, um einfach den Ansprüchen an die Familie gerecht zu werden, insbesondere an die Kinder, an die beruflichen Herausforderungen ihres damaligen Ehemannes und nicht zuletzt ihre eigenen Vorstellungen von einer sinnvollen und finanziell auskömmlichen Arbeit unter einen Hut zu bringen, dann staunt sie selbst manchmal, wie sie das letztlich alles geschafft hat.

Sie zog 1983 mit ihrem Mann nach Kiel und war dort viel auf sich alleingestellt – in einer Zeit, in der sie erneut hochschwanger war. Kurz nach der Geburt ihrer Tochter ging ihr Mann dienstlich nach München.

Im Oktober 1983 zog Martina Lippert nach Lingen, ins Emsland, und1986 begann sie als Aushilfe in einer Ambulanten Krankenpflege.

Das war in einer Diakonie in Lingen, eine Tätigkeit, die auf Stundenbasis beruhte. Die Teilzeitarbeit war auch der Grund, weshalb sie kein Dienstauto zugeteilt bekam. Das hätte sie aber dringend gebraucht, um zu ihren Patienten zu gelangen.

„Ich hätte das alles nicht getan, wenn ich damals nicht 16 Patienten zu versorgen hatte, die an unterschiedlichen Orten untergebracht waren und die auch zu unterschiedlichen Zeiten aufgesucht werden mussten“, so Martina Lippert.

Martina Lippert bekam zwar später ein Auto, aber erst nach einem langen unendlich scheinenden Ringen.
Vor allem jedoch wollte sich Martina Lippert nicht damit abfinden, dass sie keine Festanstellung erhielt.

„Zu Beginn war das für mich sogar in Ordnung, aber später habe ich sehr darum gekämpft, in ein festangestelltes Arbeitsverhältnis übernommen zu werden“, sagt sie.

Was Martina Lippert auch unternahm, sie erhielt kein festangestelltes Arbeitsverhältnis.
Die Begründungen ähnelten sich in ihren Aussagen und liefen darauf hinaus, dass Martina Lippert ja verheiratet sei und auch drei Kinder hätte.

DER GEDANKE VON DER SELBSTSTÄNDIGKEIT ALS EINZIGE ALTERNATIVE, DEN EIGENEN UNTERHALT ZU SICHERN
Nach vielen Versuchen und ausdauernden Bemühungen reifte in Martina Lippert der Gedanke heran, sich selbstständig zu machen.
Doch auch hier stieß sie zunächst auf Unverständnis.

Die Krankenkasse lehnte zum Beispiel ihren Antrag auf einen Pflegedienst ab, weil sie in den zwei Jahren zuvor nicht in einem Krankenhaus in Vollzeit gearbeitet hätte.

Mit Unterstützung der damaligen Frauenbeauftragten der Stadt Lingen gelang es Martina Lippert die Hürden, aufgestellt durch die Ungleichbehandlung von Mann und Frau, erfolgreich zu überwinden.

Nachdem Martina Lippert ihren eigenen Pflegedienst eröffnet hatte, rang sie beharrlich um Kunden.

Sie stellte sich bei Ärzten in Lingen vor, erklärte sich bereit, auch abends und am Wochenende Patienten zu betreuen.

Sie baute ihr betriebswirtschaftliches Fundament auf, lernte weiter, bildete sich fort und übernahm selbst alle Pflege- und Betreuungsaufgaben.
„Ich betrieb faktisch eine Art Selbstausbeutung“, sagt sie heute.

MARTINA LIPPERT HAT IHRE ARBEIT NIE ALS EINEN BLOSSEN BROTERWERB GESEHEN – FÜR SIE WAR ES VON ANFANG AN BERUFUNG
Bei allem Stress war es für Martina Lippert wichtig, von Anfang an den Pflege- und Hilfsbedürftigen genügend Zeit zu widmen.
„Man musste auch mal zuhören können, wenn die Patienten etwas erzählen wollten, selbst schon wieder weitere Herausforderungen auf mich warteten“, sagt sie heute.

Mittlerweile ist ihr Team für sie eine gute Stütze in allen Fragen geworden, die die Pflege und Betreuung ihrer Pflege- und Hilfsbedürftigen anbetrifft.

„Wir achten sehr auf die Verständigung der Generationen untereinander. Wir wollen, dass die Jüngeren von den Älteren lernen, deren Erfahrungen in der praktischen Pflege- und Betreuungsarbeit berücksichtigen.

Genauso wichtig ist es aber, dass unsere jungen Pflegekräfte Verantwortung übernehmen, spüren, dass sie mit ihren Talenten, ihrem Wissen und Können gebraucht werden.

Nur wenn wir es schaffen, dass sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen selbst entwickeln können, haben wir eine Chance, den Pflegedienst zukunftsfähig zu machen“, sagt Martina Lippert.

Ihre Tochter, Anne-Christine Lippert, ist für Martina Lippert zu einer wichtigen Partnerin im Unternehmen geworden.

„Sie ist als ausgebildete Krankenschwester und Mitgesellschafterin ein Organisationstalent, einfach ein Mensch, auf den ich mich zu 100 Prozent verlassen kann“, sagt Martina Lippert.

„Die Herausforderungen bleiben, und sie werden nicht kleiner, im Gegenteil. Gerade in der aktuellen Zeit von Corona gilt es immer wachsende Qualitätsansprüche, die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln in der Pflege und Betreuung zu beachten und flexibel auf ungewohnte Situationen zu reagieren.

Auch wenn die Organisationsaufwände riesig sind, werden wir das auch in den nächsten Wochen und Monaten bewältigen müssen, und wir werden es bewältigen“, sagt Martina Lippert abschließend.

ICH HAB‘ HIER SO EINE SCHÖNE DOSE!

ANNA IST DEMENT (66)

Anna war gut drauf, als Klara sie anrief.
„Wie geht’s dir Mutti?“, fragte Klara sie. Es war eine ihrer Standardfragen, die sie ihrer Mutter oft zu Beginn des Telefonats stellte.

„Mir? Wie soll es mir gehen?“, fragte Anna zurück.
„Das weiß ich nicht Mutti, wie es dir gehen soll. Deshalb frage ich ja nach“, sagte Klara.

„Ach, mir geht es mal eben so hin“, antwortete Anna.
„Ist irgendetwas?“, hakte Klara nach.
„Nein, es ist alles so wie immer.“

Klara hörte auf, sie weiter zu fragen.
„Weißt du eigentlich, was ich hier für eine schöne Dose habe“, fing Anna nun an.

„Was denn für eine Dose, Mutti?“
„Eine Keksdose, groß, viereckig. Und sie ist blau, bunt und mit Mosaikmustern, wunderschön.“

„Was sind denn da für Kekse drin, Mutti?“
„Ja, es sind zwei Lagen mit Keksen. Und die schmecken vielleicht“, sagte Anna zu Klara.

„Na Mutti, nicht dass du zu viel davon isst, denk‘ an deinen Zucker.“

„Nein, ich esse jeden Nachmittag vier Kekse. Und dazu trinke ich einen schönen Kaffee und sitze auf dem Balkon.“

„Das freut mich aber, dass du es dir so gut gehen lässt“, sagte Klara.

„Weißt du denn, von wem du die Keksdose hast?“, fragte Klara.
„Nein, das weiß ich nicht mehr.“

„Ich hab‘ sie dir mitgebracht, als ich das letzte Mal bei dir in Stralsund war und dich besucht habe.“

„Ach wirklich?“, fragte Anna ganz erstaunt.
Dann war sie eine ganze Weile ruhig.

Schließlich sagte sie: „So eine schöne Keksdose. Die kannst auch nur du mitbringen!“

„Mutti, das freut mich ja, dass sie dir so gut gefällt“.
„Oh ja, ich freu‘ mich jeden Tag wieder aufs Neue dazu.“

Klara und Anna verabschiedeten sich.

Klara war zwar traurig, dass ihre Mutter nicht behalten hatte, wer ihr die Keksdose mitgebracht hatte, aber sie freute sich umso mehr, dass Anna sie derart gut gefiel und ihr jeden Tag Freude bereitete, für den Moment jedenfalls.

LEISTUNGEN DES PFLEGEDIENSTES MARTINA LIPPERT

Leistungen:
 - Grund- und medizinische Behandlungspflege,
- Verhinderungspflege,
- Betreuungsleistungen,
- Schulung von Angehörigen im häuslichen Umfeld und Wohnraumberatungen.
Kontakt:
Pflegedienst Lippert GmbH
Martina Lippert
Geschäftsführende Gesellschafterin
Lindenstraße 1a
49808 Lingen
Tel.: 0591 / 80740990
Fax: 0591 / 67674
E-Mail: info@pflegedienst-lingen.de
Web-Site: http://www.pflegedienst-lingen.de

 

KANNST DU MIR MAL SAGEN, WARUM DER BLUMENKOHL SO HART IST?

„Gibt’s was Neues bei deiner Mutter?“, fragte Peter, nachdem Klara mit Lukas telefoniert hatte.

„Lukas hat es geschafft, dass Anna endlich den Blumenkohl aus dem Gefrierfach freigegeben hat, für den Mülleimer“, sagte Klara.

„Was ist so Besonderes dabei?“, fragte Peter.
„Eigentlich gar nichts, wenn du die Tatsache außer Acht lässt, dass der Blumenkohl seit Monaten vor sich hingammelt.“

„Das verstehe ich“, meinte Peter daraufhin.
„Und das erste, was Mutti sagte war, dass sie nicht begreifen kann, warum der Blumenkohl so steinhart geworden sei“, meinte Klara noch.

„Ruf doch deine Mutter noch einmal an und erkläre ihr das in Ruhe“, meinte Peter jetzt.

„Ach, da habe ich sogar keine Lust zu.“
„Frag sie am Anfang erst einmal danach, ob sie mitbekommen hat, dass auf Rügen die ‚Königslinie‘ Sassnitz-Trelleborg eingestellt wurde, und das nach 111 Jahren.“

Peter wusste es von Lukas. Der hatte ihm gerade einen Zeitungsausschnitt per Post zugeschickt. Darin wurde ausführlich über das Ereignis berichtet.

Lukas hatte den Artikel feinsäuberlich ausgeschnitten, und ihn noch dazu exakt an den Zeitungsrändern beschnitten.
„Das gefällt mir“, meinte Peter.
„Lukas weiß doch, wie ‚pingelig‘ du bist“, entgegnete Klara.
„Das stimmt schon, aber Lukas liebt auch die Ordnung“, sagte nun Peter.

„Ihr nehmt euch beide nicht viel“, sagte Klara.
„Sei froh, dass wir so sind“, meinte Peter.
„Schau dir doch nur mal deinen Schreibtisch an, da kann doch keiner durchfinden.“

„Wer hat denn vorige Woche nicht seinen Impfausweis gefunden, wo du gegen die Pneumokokken geimpft worden bist?“
Peter sagte nun nichts mehr, denn er hatte seinen Impfausweis tatsächlich nicht gefunden.

Das lag vor allem daran, dass er zwar alles auf Kante legte, aber ständig sein Ablagesystem neu strukturierte, es im Computer wechselnd neu vermerkte. Und wenn es ernst wurde, fand er nichts wieder, weder in seinen Dateien, noch auf seinem Schreibtisch.
Klara nahm den Hörer in die Hand, um die Nummer von Anna zu wählen.

„Sturm“, erklang es am anderen Ende des Hörers.
„Hallo Mutti, ich bin’s“, rief Klara in den Hörer, bemüht fröhlich zu klingen.

„Ja, was gibt’s?“, fragte Anna mit verschlafener Stimme.
Immer öfter legte sie sich auch vormittags auf die Couch, statt nach draußen zu gehen.
Das tat sie gar nicht mehr. Klara wollte nicht gleich mit einer Predigt beginnen, dass Anna doch darauf achten sollte, alte Lebensmittel aus dem Kühlschrank zu entsorgen.

„Hast du denn in der Ostseezeitung gelesen, dass die Fährverbindung Sassnitz – Trelleborg eingestellt wurde?“
„Hier bei uns in Stralsund?“
„Nein, Mutti, in Sassnitz auf Rügen, also wenn du über die Rügendammbrücke fährst.“

„Da fahre ich ja nicht mehr“, meinte Anna mit gleichgültiger Stimme. Klara versuchte es noch einmal.
„Mutti, du und Papa, ihr seid doch so gern nach Sassnitz gefahren und von da aus weiter mit der Fähre nach Trelleborg.“

„Und warum fährt das Schiff nicht mehr, ist der Fahrer gestorben?“
Klara gab es auf und wechselte das Thema.

„Mutti“, du kannst die Lebensmittel nicht so lange im Kühlschrank aufbewahren, wie zum Beispiel den Blumenkohl.“
„Ach, der Blumenkohl, der war sowieso steinhart. Wie kann das eigentlich sein, sag mir mal?“ Jetzt klang Annas Stimme angriffslustig, fast bockig.

Sie verstand es, den ‚schwarzen Peter‘ noch geschickt an den Gesprächspartner weiterzureichen. Sie traf ja keine Schuld.

„Na, weil du ihn vorher nicht blanchiert hast.“
„Blanchiert? Ich? Oh, wie ‚smiets‘ du mit ‚de‘ Fremdwörter,“ gab Anna auf ‚Platt‘ zurück.

„Mutti, das erkläre ich dir ein anderes Mal“, sagte Klara.
Auf jeden Fall hast du den Blumenkohl einfach so ins Gefrierfach geschmissen, und selbst da war er schon alt.
Sie war erschöpft und traurig zugleich und mochte nicht mehr sprechen. Sie verabschiedete sich von Anna und legte den Hörer auf.

„Also wirklich, wie vornehm du sprichst, das ist mir auch aufgefallen“, versuchte Peter nun Klara noch aufzuziehen, nachdem sie das Gespräch mit Anna beendet hatte.

„Was meinst du?“
„Na, ‚bloonchiiieren‘, das kenne ich auch nicht“, sagte Peter.
Klara schwieg, sie hatte keine Kraft mehr und auch keine Lust, nach dem Telefonat auf vermeintliche lustige Einwürfe von Peter zu reagieren.

Sie war einfach nur genervt und verzweifelt zugleich.
Doch es gab keinen Ausweg aus dieser Situation. Am besten, sie nahmen es tatsächlich mit Humor.

Auf jeden Fall wollte Klara am nächsten Tag Anna noch einmal anrufen und ihr erklären, wie sie den Blumenkohl frisch halten konnte.

DIE SACHE MIT DEM 1. MAI

ANNA IST DEMENT (61)

„Bist du auf der Maidemonstration gewesen und gab es auf dem Marktplatz wieder Erbseneintopf mit Bockwurst?“

Lukas hielt für einen Moment den Atem an. Hatte Anna ihn gerade gefragt, ob er zur Maidemonstration war? Wie zu DDR-Zeiten?
Dabei hatte er das nicht einmal in diesen Jahren getan. Er war lieber auf seinem Hof geblieben, an seinem Räucherofen.

Gut, es konnte sein, dass er mittags zum Stralsunder Marktplatz schlenderte, um sich das Treiben auf den Straßen anzusehen und vielleicht eine Bockwurst zu essen.

Und Anna? Sie nahm nie an den Maifeierlichkeiten teil, sie interessierte sich einfach nicht dafür. Ihr reichte es, wenn ihr Mann, Wilhelm Sturm, vom Betrieb aus mitmarschierte. Daran war Anna gewöhnt, es war einfach das Lebensgefühl, das sie gespeichert hatte.

An diesem Tag waren die Bäume meist schon grün, die Sträucher blühten auf und der Frühling kam zur vollen Entfaltung.

Daran erinnerte sich Anna noch und auch, dass Wilhelm mitunter sagte: „Ich habe schon einen Teller Erbsensuppe mit einer Bockwurst aus einer Gulaschkanone gegessen und bin satt. Du brauchst kein Mittag mehr zu machen.“

Das sagte Wilhelm, obwohl Anna bereits den halben Vormittag damit verbracht hatte, das Mittagessen vorzubereiten.

Dafür freute sich Anna umso mehr auf den Nachmittag, auf den Kaffeetisch im Garten, an dem oft Klara und Peter und Laura saßen.
Das war es, was Anna vermisste, was gute Gefühle in ihr auslöste, und das viele Jahrzehnte ihr Leben ausgemacht hat. Ein Leben, mit dem sie zufrieden war, und auch glücklich.

Konnte Lukas ihr verdenken, dass sie ihn nun nach dem 1. Mai fragte?

Nein, das konnte er nicht und er wollte es auch nicht.
„Mutti, die Bockwurst und der Erbseneintopf waren wieder besonders lecker“, sagte Lukas stattdessen.

„Ach ja, das ist schön“, seufzte Anna und schwieg.
Lukas sah in das Gesicht seiner Mutter und entdeckte ein kleines, leises Lächeln.

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ANNA IST DEMENT (56)

LUKAS FREUT SICH AUF SEIN FEIERABENDBIER

Es ist spät geworden an diesem Dienstag. Lukas war noch bei einem Eigentümer einer Ferienwohnung. Die Wohnung ist begehrt, sie hat einen direkten Blick auf den Stralsunder Hafen und den Sund. Im Hintergrund kann man die Brücke sehen, die nun schon seit fast anderthalbhalb Jahrzehnten Stralsund mit Rügen verbindet.

„Ist das nicht ein fantastischer Blick“, empfängt der Eigentümer ihn in der Ferienwohnung.

Lukas kümmert sich um die Gäste der Wohnung, regelt die An- und Abreisen, sorgt dafür, dass die Wohnungen sauber sind, führt kleinere Reparaturen durch oder kümmert sich um Handwerker, wenn größere Aufgaben anfallen.

Lukas hat alles im Griff und im Blick. Nur der Blick dafür, was die Schönheiten ausmacht, wenn man aus dem Fenster schaut, der geht ihm mitunter im Trubel verloren.

„Wir sollten reden, wie wir es den Urlaubern noch angenehmer machen, damit sie unseren Service voll genießen können“, sagt Lukas stattdessen zum Eigentümer.

„Was meinen Sie mit noch mehr Service?“, fragt der Eigentümer zurück. Sein Blick verrät, dass er augenblicklich nicht noch mehr Geld in den Standard der Wohnungsausrüstung stecken will.

„Ach, die Urlauber sind stets sehr zufrieden, es sind also nur Kleinigkeiten“, meint Lukas und kramt einen Zettel aus seiner für ihn so typischen Handwerkerhose.

Das Gespräch dauert länger, als Lukas es gedacht hätte, aber schließlich ist alles besprochen und beide verabschieden sich zufrieden voneinander.

Lukas schaut auf die Uhr und will noch schnell bei Anna vorbeischauen. Eigentlich war der Tag stressig genug und das Bier wartet auf ihn, die Katze, seine stille Wegbegleiterin über den Tag, ebenfalls.

„Wo kommst du denn jetzt her?“, empfängt Anna ihn an der Tür.
„Mutti, ich wollte nur schauen, ob bei dir alles in Ordnung ist“, sagte Lukas und ließ sich erschöpft in einen der Sessel fallen. Dabei fiel ihm ein Schreiben auf, das auf der Anbauwand neben der Couch lag.
Er nimmt das Papier in die Hand und beginnt zu lesen.

„Liebe Frau Sturm, wir bestätigen den Eingang Ihres Schreibens und bedauern es zugleich sehr, dass Sie
unser Vertragsverhältnis kündigen wollen.“
Lukas sitzt nun mit einem Schlag kerzengerade im Sessel.

„War wieder jemand hier, der deine Versicherungsverträge durchgesehen hat, Mutti?“

„Wo denkst du hin, natürlich nicht“, sagt Anna barsch.
Lukas steht auf, verabschiedet sich und beeilt sich nach Hause zu kommen.

Er will nachdenken, wie er herausbekommt, wieso schon wieder von einer Versicherungsgesellschaft ein Schreiben vorlag, in der Annas schriftliche Kündigung bestätigt wurde.
Anna kann nicht mal mehr einen Einkaufszettel selbstständig schreiben.

Die Freude auf das alkoholfreie Feierabendbier ist Lukas vergangen.

ANNA IST DEMENT (50)

ICH RUF DOCH NICHT MORGENS UM HALB SECHS AN (FORTSETZUNG)

Anna hat Peter morgens angerufen, halb sechs Uhr. Sie glaubt aber fest daran, dass es bereits abends ist.

„Das kann nicht sein, wir haben es nämlich halb sechs Uhr morgens“, sagte Peter.

„Wieso morgens?“, hakte Anna wieder nach. Ihr Ton klang nun noch vorwurfsvoller.

„Wieso morgens und wieso abends, das sollten wir mal denen da oben im Himmel überlassen“, sagte Peter und biss sich gleich auf die Zunge.

„Hast du denn noch eine andere Uhr?“, fragte er Anna weiter.

„Ja, hier meine Armbanduhr“, sagte Anna.

„Und wie spät ist es darauf?“

„Halb sechs.“

„Siehst du“, sagte Peter.

Anna schwieg.

„Bist du noch da?“, fragte Peter.

„Ja, aber ich versteh‘ das alles nicht“, sagte nun Anna.

„Hast du denn gar nicht geschlafen?“, fragte Peter sie.

„Wie kommst du bloß darauf, dass ich nicht geschlafen habe?“

Anna’s Stimme klang empört.

„Du hast Recht, was für eine blöde Frage“, sagte Peter.

„Ich weiß doch, dass du jeden Abend gegen zehn Uhr ins Bett gehst“, fügte er noch an.

„Dann wünsch‘ ich dir noch einen schönen Tag und denk an dein zweites Frühstück.“

Peter wollte wieder an seine Arbeit gehen.

„Ja, ich denke an das zweite Frühstück. Ich eß‘ doch da so gern einen Apfel.“

„Obst ist gesund und stärkt das Gedächtnis“, sagte Peter.

„Warum ausgerechnet das Gedächtnis?“, fragte Anna ihn.

„Ach nur so. Ich meine das ganz allgemein.“
Peter verabschiedete sich und legte auf. Gegen 10.00 Uhr rief er noch einmal bei Anna an.

„Na, weißt du noch, um welche Uhrzeit du mich heute Morgen angerufen hast?“
Am Telefon war Schweigen.

„Warum fragst du mich, ob ich noch weiß, ob du mich angerufen hast? Ich würde dich doch nie morgens um halb sechs Uhr anrufen!“
Anna’s Stimme klang gereizt.

„Ja, du hast Recht. Ich glaube, ich habe da was durcheinander gebracht“, sagte Peter nun schnell.

„So soll es ja mal losgehen“, sagte Anna daraufhin zu Peter.
„Iss bloß viel Obst“, meinte sie noch.

ANNA IST DEMENT(49)

ICH RUF‘ DOCH NICHT MORGENS UM HALB SECHS AN

Anna bringt die Tageszeiten durcheinander.

Peter saß an seinem Schreibtisch. Er hatte Klara nur zur S-Bahn gebracht und war nicht mit in die Stadt gefahren, weil es ihm nicht gut ging.

„Leg’dich doch wieder hin“, sagte Klara, als sie aus dem Auto stieg.
„Nein, das mach‘ ich auf keinen Fall“, antwortete Peter.

„Ich hab‘ genug zu tun und bin froh, wenn ich mal die frühen Morgenstunden nutzen kann“, rief er ihr hinterher, als Klara bereits den S-Bahneingang im Blick hatte.

Er fuhr zurück und ging ohne Umschweife daran, sich die Tagesplanung auf einen alten Zettel zu schreiben.

Er hatte immer noch die Angewohnheit, die bedruckten Seiten nicht in den Papierkorb zu schmeißen, sondern sie wiederzuverwenden.

Peter schrieb seine ersten Gedanken gern mit dem Bleistift aufs Papier, weil ihm dadurch keine Tastatur gedanklich im Wege stand.
‚Vom Kopf in die Hand und von da aus aufs Papier‘, dachte er so bei sich.

Nur das Abschreiben seiner eigenen Kritzeleien, das lag ihm gar nicht.

Das Telefon klingelte. Peter schaute auf die Telefonnummer. Es war Anna. Und es war kurz vor halb sechs Uhr.

‚Was will Anna um die Zeit?‘, schoss es ihm durch den Kopf.
‚War etwa irgendwas passiert?‘

Peter zögerte noch ranzugehen, weil er sich nicht ablenken lassen wollte
Als das Klingeln nicht aufhörte, tat er es schließlich doch.

„Gerber“, sagte Peter, obwohl er wusste, dass es seine Schwiegermutter war.

„Ja, guten Abend Peter, hier ist Anna.“

„Weißt du, wie spät es ist?“, erwiderte Peter, ohne auf ihren Gruß einzugehen.

„Wieso wie spät es ist?“, wiederholte Anna die Frage am Telefon.
Peter kam es vor, als würde sie ihn nachäffen.

„Schau doch bitte mal auf die Uhr und sage mir, was du da siehst“, sagte Peter und bemühte sich ruhig zu bleiben.
„Es ist hier halb acht abends“, antwortete Anna.

Fortsetzung folgt

 

 

 

BEI UNS TUT SICH WAS – ÜBER DIE BAUVORHABEN DER FAK e.V.

AKTUELLE ERGÄNZUNG ZU MENSCHEN IN DER PFLEGE (10)

„Das Objekt Stapenhorststraße in Essen ist in Bau. Dort entstehen eine Tagespflegeeinrichtung und zwei Wohngemeinschaften, in denen jeweils 12 Menschen Platz finden werden“, sagt Michael Jakubiak, Geschäftsführer der Freien Alten- und Krankenpflege e.V.

Er fügt hinzu, dass in der Germaniastraße ebenfalls eine Tagespflege errichtet wird und auch zwei Wohngemeinschaften für je 12 Personen vorgesehen sind.

„Für die Demenz Wohngemeinschaft an der Münchner Straße mit 10 Plätzen liegt die Baugenehmigung vor und wir sind dabei, die Feinplanung abzuschließen“, sagt M. Jakubiak weiter.

Spannende Projekte brauchen spannende und leidenschaftliche Menschen in der Pflege und Betreuung

„Wir wollen für diese Einrichtungen neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewinnen, die mit uns die Leidenschaft und die Freude im Team teilen, diese neuen Vorhaben von Anfang an mit Leben zu erfüllen.

Wir wollen Menschen dazu verhelfen, in Würde alt zu werden, das ist unser Ziel. Das ist aber auch das, was uns viel Dankbarkeit und Energie von den Bewohnern zurückbringt.

Wen das also genauso begeistert, wie es bei uns der Fall ist, der sollte sich unbedingt bei uns melden“, sagt Michael Jakubiak abschließend.

Kontakt:
Freie Alten- und Krankenpflege
FAK e.V. Essen
Krablerstr. 136
45326 Essen
Fon: 0201. 83 52 80
Fax: 0201. 83 52 855
E-Mail: info@fak.de
Internet: www.fak.de
Geschäftsführer:
Michael Jakubiak
Jörg Blaschke

 

 

 

 

ÜBER DEN MENSCHEN MICHAEL JAKUBIAK

INNERE EINHEIT WÄCHST NUR WAHRHAFTIG, WENN MAN SICH AUCH WIEDER MEHR FÜR DAS LEBEN VON MENSCHEN IM WESTEN INTERESSIERT

MENSCHEN IN DER PFLEGE (17)

Über den Menschen Michael Jakubiak, Geschäftsführer der Freien Alten-und Krankenpflege e.V. in Essen

Michael Jakubiak und ich kennen uns nicht persönlich.

Musst du einen Menschen direkt und unmittelbar kennenlernen, um ihn tatsächlich gebührend einschätzen zu können?

Naja, besser ist es – einfach, um die emotionale und mentale Seite eines Menschen intensiver zu erleben.

Und trotzdem kenne ich ihn ziemlich gut. Wenn ich erzähle, was uns unterscheidet, so sticht als erstes heraus, dass Michael Jakubiak im Westen Deutschlands groß geworden ist und ich eben im Osten.

Michael Jakubiak kommt aus dem Ruhrgebiet, aus Essen.

Ich selbst habe meinen Arbeits- und Lebensmittelpunkt in Berlin und Brandenburg.

 

MICHAEL JAKUBIAK – EIN MENSCH, DER KONSEQUENT SEINE IDEEN VERWIRKLICHTE

Michael Jakubiak war Verlagskaufmann bei der Ruhrzeitung.

„Als das große Zeitungssterben einsetzte, musste ich mich beruflich völlig neu orientieren“, erinnert er sich heute zurück.

Er war bereits gut ausgebildet und so gab es für ihn mehrere Ansätze, sich weiterzuentwickeln, sich weiter zu qualifizieren, Neues hinzuzulernen.

Einer dieser Ansätze war, zum EDV-Kaufmann umzuschulen. Doch Michael Jakubiak entschied sich anders.

Er folgte seiner wahren Bestimmung und erlernte von der Pike auf den Beruf des Altenpflegers.

Seine Erfahrungen aus der linken Bewegung in der alten Bundesrepublik, seine Philosophie – die basisdemokratische Beteiligung von Menschen an gesellschaftlichen Vorgängen – bestimmten sehr wesentlich sein Handeln in der für ihn neuen Pflegebranche.

Er wollte Menschen helfen und sie miteinbeziehen in einen aktiven Pflege-und Betreuungsprozess, also in das, was heute als ein Anker in der Pflege gilt – nämlich die individuellen Bedürfnisse der zu Pflegenden nicht nur zu kennen, sondern diese zum Maßstab in der Pflege und Betreuung zu entwickeln.

 

PROBLEME ERKENNEN IST WICHTIG – SIE ZU LÖSEN ENTSCHEIDEND

IN DER VERBESSERUNG DER PFLEGEQUALITÄT

„Ich wollte immer schon Probleme lösen, anstatt sie nur zu benennen“, sagt er heute rückblickend.

Und dass dies nicht nur bloße Worte sind, das erkennt man an seinem Weg, den er bis heute sehr konsequent gegangen ist.

Michael Jakubiak qualifizierte sich zügig zum Pflegedienstleiter in einem großen Pflegeheim und wurde in der Zeit stellvertretender Bundesvorsitzender der „Grauen Panther.“

Als es darum ging, die Pflege breiter aufzustellen, war er an der Gründung des Bundesverbandes Ambulanter Pflegedienste beteiligt und hatte deren Vorsitz 20 Jahre inne.

All das kann man noch einmal genauer in den Interviews auf dem Blog nachlesen, die ich mit ihm geführt habe.

https://uwemuellererzaehlt.de/2017/06/21/michael-jakubiak-im-interview/

Jakubiak tat gemeinsam mit seinen Kollegen noch mehr, um das Selbstbestimmungsrecht von Pflege- und Hilfsbedürftigen zu stärken.

Aus der Idee einer sozialen Bewegung in den 70-iger und 80-iger Jahren heraus wurde die Freie Alten- und Krankenpflege e.V. gegründet (1988).

Und das war erst der Beginn eines Ringens um die Verbesserung der Lebensumstände von Betroffenen in der Pflege und Betreuung.

Bis die FAK e.V. über das Bundesland Nordrhein-Westfalen hinaus zu einer bei pflegenden Angehörigen sowie Pflege- und Hilfsbedürftigen gleichermaßen geschätzten Einrichtung wurde, vergingen viele Jahre.

https://uwemuellererzaehlt.de/2019/05/20/menschen-in-der-pflege-10/

 WAS HAT DAS ALLES MIT DER INNEREN EINHEIT DEUTSCHLANDS ZU TUN?

Nun, ich glaube, dass man viel mehr über die Lebenswege von einzelnen Menschen wissen sollte, um zu verstehen, wie wertvoll zum Beispiel das Ringen von Michael Jakubiak ist, wenn es heute um eine wahrhaft menschenwürdige Pflege geht.

Ich selbst habe viele Jahre fest daran geglaubt, dass nur der Sozialismus im Osten den Menschen ein menschenwürdiges Leben bieten kann.

Wie illusorisch diese Gedanken waren und wie sie in der Realität pervertiert wurden, das ist hinlänglich bekannt und beschrieben.

Ich habe sehr lange gebraucht, um das alles zu erkennen und auch anzuerkennen.

Mitte der 80-iger Jahre war ich für vier Jahre zum Studium in Moskau und habe hautnah den Beginn der Perestroika miterlebt.

Später habe ich mich wissenschaftlich sehr intensiv mit dem Thema der Menschenrechte und humanitären Beziehungen befasst und auch viel mit der SPD darüber diskutiert, was es heißt, einen Rechtsstaat, eine Gewaltenteilung als elementare Voraussetzung für eine freiheitliche Entwicklung zu haben.

Ich habe an der Demonstration am 4. November 1989 in Berlin teilgenommen.

Doch ich war nie ein aktiver Widerstandskämpfer, und ich war auch nie ein Spitzel, weder offiziell noch inoffiziell.

Meine neuen Grundüberzeugungen sind nicht über Nacht ‚auf einem Baum gewachsen‘, sodass ich sie nur noch schnell nach der Wende möglichst lautstark postulieren musste.

Nein, ich war eher ein Zweifler, einer, der das System menschenwürdiger auskleiden wollte.

Kurzum, meine neuen Grundüberzeugungen sind aus vielen Schmerzen heraus entstanden, aus den Erkenntnissen meiner wissenschaftlichen Arbeit, aber vor allem aus den Gesprächen mit Menschen, vor allem auch im Westen.

Ich war nach der Wende in Bochum und Essen tätig und ich habe den Menschenschlag dort lieben und schätzen gelernt.

Nie ist mit mir jemand abfällig umgegangen und so war ich offen für den Humor und den Fleiß dieser Menschen.

Schreibe ich über Michael Jakubiak, so schreibe ich über einen Freund, einen Menschen, der mir den Westen Deutschland vom Herzen her nähergebracht hat – als Heimat, die nun auch zu mir gehört.

 

 

BESUCH IM PFLEGEHEIM IN DRESDEN

ANNA IST DEMENT (48)

Peter geht an der Tür seines Vaters vorbei. Dort steht jetzt ein anderer Name auf dem Türschild. Peter muss schlucken.

Peter und Klara hatten sich am Samstagmorgen aufgemacht, um mit dem Auto nach Dresden zu fahren – ins Pflegeheim, dort wo Peters Mutter, Getrud Gerber, seit nun schon über anderthalb Jahrzehnten lebte. Sie war im Sommer 90 Jahre alt geworden und litt stark an Demenz.

„Ob sie uns wohl wiedererkennt?“, fragte Peter.
„Ich hoffe“, antwortete Klara, „aber genau wissen wir es erst, wenn wir vor ihr stehen“, setzte Klara nach.

Peter hatte einen Tag vorher noch die Pflegedienstleiterin, Schwester Eva, angerufen und gefragt, wie es seiner Mutter ginge.
„Ihre Mutter ist ganz munter und erkennt auch die Schwestern, wenn sie zur Tür hereinkommen“, sagte Schwester Eva.

„Das freut mich, dann haben wir ja eine Chance, dass sich meine Mutter freut, wenn wir eintreffen“, meinte Peter.
„Ja, ganz bestimmt“, versicherte die Schwester Peter. Dresden kam näher. Es war die Stadt, in der Peter sein Abitur gemacht hatte und mit der ihn viele Erinnerungen verbanden. Und trotzdem, das Gefühl von wirklicher Heimat wollte nicht aufkommen. Zu lange hatte Peter wohl im Norden gewohnt, in Schwerin und später in Stralsund.

Peter stellte das Navigationsgerät aus, denn er wusste, wie er fahren musste.
Sie fuhren an der Frauenkirche in die Tiefgarage und begaben sich zu Fuß zum Pflegeheim.

„Welchen Stock müssen wir drücken?“, fragte Klara, als im Foyer des Heimes in den Fahrstuhl stiegen.

„Ich glaube der dritte ist richtig“, antwortete Peter und ärgerte sich, dass sie es sich nie merkten, wo Getrud Gerber lag.

„Wir sind einfach zu wenig hier“, sagte Peter und wollte mit diesem Satz sein schlechtes Gewissen beruhigen. Als sie aus dem Fahrstuhl ausstiegen, gingen sie den Gang entlang, der zum Zimmer von Peters Mutter führte.

Sie mussten vorbeilaufen an dem Zimmer, in dem Peters Vater – Manfred Gerber – viele Jahre gewohnt hatte. Seine Frau und er wohnten in den letzten Jahren nicht mehr zusammen. Sie besuchten sich, solange es noch ging, aber die fortschreitenden Krankheiten bei beiden brachten es mit sich, dass die Pflege und Betreuung wirkungsvoller war, wenn beide in verschiedenen Zimmern untergebracht waren.

An der Tür von Manfred Gerber stand jetzt ein anderer Name. Peter bekam weiche Knie. Ihm wurde klar, wie endgültig es war, dass er seinen Vater nie wieder sehen oder sprechen würde.

Am Ende des Ganges war ein Buch aufgeschlagen, in dem die Todesnachrichten untergebracht waren. Peter blätterte das Buch durch und erblickte das Foto seines Vaters.

Es war nicht die letzte Seite. Im Herbst waren weitere Todesanzeigen hinzugekommen.

„Hier kommst nur wieder auf der Bahre raus“, hatte sein Vater mal zu Peter gesagt.

Peter schluckte. Er musste sich zusammenreißen, denn sie waren an der Tür von Getrud angekommen.

STILLE HELDEN – TEAM IM PFLEGEHEIM ‚PFLEGE AM SCHLOSS‘ IN DRESDEN

MENSCHEN IN DER PFLEGE (16)

Das Team im ‚Pflegeheim am Schloss‘ in Dresden – stille Helden
Ich habe mich rasiert und geduscht, obwohl es erst halb sechs Uhr am Samstagmorgen ist.

Wir wollen heute nach Dresden fahren und Mama besuchen. Wir sind gespannt, wie sie reagiert. Ich habe gestern mit der Pflegedienstleiterin gesprochen. Die Schwester sagte mir, dass sie sich zurzeit gut fühlt. Sie erkennt die Schwestern, wenn sie zur Tür hereinkommen und freut sich sogar.

Manchmal fragt sie nach Vati.
Sie hat dann vergessen, dass er im Sommer gestorben ist. Ich bin froh, dass sie es wieder vergisst. Das klingt hart, doch ich finde es gut so, in dieser Hinsicht jedenfalls.

Seit Vati tot ist, rede ich wieder mehr über ihn, stelle seine guten Seiten in den Vordergrund meiner Erzählungen.
„Du redest jetzt oft über deinen Vater“, sagt Klara dann.
„Ja, ich bin irgendwie befreit, auch wenn sich das schrecklich anhören mag, aber ich fühle mich nicht mehr so eingeengt“, habe ich ihr geantwortet.

„Naja, du hast viel von ihm“, sagt dann Klara. Ich will das nicht hören, aber leugnen kann ich es wohl auch nicht. Irgendwie freue ich mich auf die Fahrt nach Dresden, ins Pflegeheim.

Ich habe stets ein schlechtes Gewissen, weil wir das so wenig tun. Und dann bin ich froh, dass im Heim so ein tolles Team agiert.
„Sie glauben gar nicht, wie ich mich freue, Ihre Stimme zu hören“, habe ich gestern zur Schwester am Telefon gesagt.

Sie ist eine Seele von Mensch, weiß als Pflegedienstleitung, was sie tut, und sie ist unglaublich bescheiden. Ich habe schon so viel über Menschen in der Pflege geschrieben, Worte über Pflegekräfte aneinandergereiht, die ich gar nicht kannte, in Imagetexten eben.

Aber die Menschen, die in der ‚Pflege am Schloss‘ arbeiten, die habe ich beobachten können, und zwar auch dann, wenn sie es nicht bemerkten.

Mit wieviel Liebe haben sie sich in den letzten Wochen um meinen Vater gekümmert!
Da kannst du als Angehöriger noch so viel danke sagen, es ist immer zu wenig, es reicht nie, gemessen an dem, was sie tun für die Heimbewohner, und zwar Tag um Tag.

Wir hingegen kommen, sind für ein paar Momente im Heim, und sind froh, wenn wir wieder abfahren können. Das klingt hart, aber es wäre unehrlich, etwas Anderes zu sagen.

Als Mama im Sommer neunzig Jahre alt wurde, da haben wir mit ihr gefeiert. Das Team aus dem Heim hatte alles liebevoll vorbereitet.
Wir haben ein paar Stunden mit Mama zusammengesessen. Doch dann wollten wir nach Berlin zurück.

„Dann bleibt Ihre Mutter hier bei mir“, sagte mir eine Schwester. Sie wollte nicht, dass Mama an so einem Tag auch nur eine Stunde allein war.

Ich war dankbar und hatte ein unendlich schlechtes Gewissen.
Wenn wir heute, am Samstag, auf eine Schwester treffen, werden wir uns bedanken für die Fürsorge und Betreuung, für ihre Geduld, die sie für Mama aufbringen.

Unser schlechtes Gewissen bleibt.

Stille Helden sind das, die im Team der ‚Pflege am Schloss‘ arbeiten. Unsere Wertschätzung und Hochachtung jedenfalls haben sie.

MARTINA LIPPERT – UNTERNEHMERIN IM PFLEGEBEREICH

MENSCHEN IN DER PFLEGE (15)

Es gibt Menschen, mit denen redest du einfach gern. Nicht nur deshalb, weil sie engagiert sind, Leidenschaft und Energie für ihr Tun mitbringen.

Der Grund ist vielmehr: Sie sind Jahrzehnte in der Branche tätig, genauer gesagt in der Pflege und Betreuung von Pflege-und Hilfsbedürftigen – und sie haben sich ihre Neugier bewahrt, sind offen für Neues, tauschen sich aus, ja saugen das auf, was sie und das Team in der Arbeit weiterbringen.

Martina Lippert gehört genau zu diesen Menschen, denen du deshalb vertraust, gerade in einem solchen sensiblen Bereich wie den der Pflege.

Dazu gehört, dass sie in ihren Anfängen und auch später genügend Niederlagen verkraften, Rückschritte akzeptieren, immer wieder neue Kraft entwickeln musste, um an ihr Ziel zu gelangen.

Als sie 1994 mit dem Pflegedienst begann, da wollte keiner so recht daran glauben, dass sie lange überleben würde.

Sie hat nicht nur geschäftlich überlebt, entgegen so mancher Voraussagen aus der damaligen Krankenkasse.

Im Gegenteil: Sie ist vielmehr mit ihrer Firma, der ‚Martina Lippert GmbH‘ zu einer Marke geworden, die für das Vertrauen spricht, das ihr die Pflege- und Hilfsbedürftigen, die Angehörigen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Pflegedienstes entgegenbringen.

Am 01.10.1994 erhielt sie ihre Zulassung und am 01.11.1994 hat sie ihren Pflegedienst eröffnet, fast genau auf den Tag vor 25 Jahren.

Sie erinnert sich noch lebhaft daran, wie ein Jahr später die Pflegeversicherung begann, die Finanzierung für die ambulante Versorgung der Versicherten zu übernehmen.

Oder zum Beispiel als mit der Einführung der DIG, der sogenannten diagnosebezogenen Fallgruppen, die Liegezeiten in der stationären Behandlung in den Krankenhäusern verkürzt wurden.

Die ambulante Pflege übernahm ab diesen Zeitpunkt mehr Verantwortung für die Pflege und Betreuung für die frisch aus dem Krankenhaus entlassenen Patienten.

Martina Lippert hat nie abgehoben agiert. Das habe ich immer wieder in den mit ihr geführten Interviews feststellen können.
„Es gibt keine Alleskönner“, hat sie mal gesagt und gemeint, dass man auf die Stärken und das Wissen von Kollegen zurückgreifen sollte.

Heute hat sie ein starkes Team an ihrer Seite und kann auf die soziale und fachliche Kompetenz ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählen.

„Ich bin sehr froh, dass meine Tochter an meiner Seite ist. Anne-Christine hat sich zur PDL qualifiziert und betriebswirtschaftlich weitergebildet.

Inzwischen ist sie für mich unentbehrlich, wenn es um die Organisation des Pflegealltags geht, die Steuerung des Teams und viele andere Aufgaben“, sagt Martina Lippert in diesem Zusammenhang.

Martina Lippert setzt sich sehr für die Ausbildung von neuen Pflegekräften ein

„15 Auszubildende haben inzwischen nach einer dreijährigen erfolgreichen Ausbildung ihren Abschluss als Altenpflegerin oder als Altenpfleger erhalten“, sagt sie nicht ohne Stolz und will auch künftig in diesem Bereich ihren Beitrag leisten.

„25 Jahre Kompetenz in Sachen Pflege“ – das bleibt das Hauptanliegen des Pflegedienstes, auch in den neuen Räumen, ab November 2019.

Wir wollen weiterhin unsere Pflege-und Hilfsbedürftigen und deren Angehörige zuverlässig beraten, betreuen, pflegen, und zwar in deren gewohnten Umgebung“, sagt Martina Lippert zum Schluss.

Wer mehr über den Menschen Martina Lippert erfahren möchte, über ihre Philosophie in der Pflege, der sollte die Interviews lesen, die ich mit ihr geführt habe –
https://uwemuellererzaehlt.de/2017/09/01/pflegedienst-lippert-stellt-sich-vor/

Kontakt
Pflegedienst Lippert GmbH
Ab 01.11.2019 in neuen Geschäftsräumen:
Haselünner Str. 55
49808 Lingen (Ems)
Bürozeiten: Mo.-Fr. 08.00 – 13.00 Uhr
E-Mail: info@pflegedienst-lingen.de
http://www.pflegedienst-lingen.de
Telefon: 0591 – 80740 99-0
Telefax: 0591- 676 74
Notfallhandy: 0171 – 549 74 98

MENSCHEN IN DER PFLEGE (14)

PRO CURA RIETBERG GMBH – PFLEGE IST FÜR UNS SEIT 25 JAHREN VERTRAUENSSACHE

Der Pflegedienst ‚Pro Cura Rietberg GmbH‘ ist seit 25 Jahren vor Ort – für Menschen, die auf die Pflege und Betreuung angewiesen sind.

Das Einsatzgebiet umfasst Rietberg mit seinen 7 Stadtteilen, Verl, Delbrück und die Nachbargemeinden.

Mechthild Bruchhäuser-Ebeling ist die Inhaberin und Geschäftsführerin des Unternehmens.
Ihre Tochter Saskia Ebeling ist seit knapp 5 Jahren mit in der Geschäftsführung vertreten.

„Wir sichern so die vertrauensvolle Weitergabe und Fortführung des Pflegedienstes“, sagt Mechthild Bruchhäuser-Ebeling.
Die Pflegedienstleitung für die ambulante Pflege hat Alexandra Degener inne.

„Sie ist die gute Seele unserer Pflegeeinrichtung, hat viel Herz und einen fundierten Sachverstand. Und sie ist genau darum eine sehr gefragte und geschätzte Ansprechpartnerin – für unsere Patienten, die Angehörigen, für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, und außerdem für uns in der Geschäftsführung“, so die Inhaberin des Pflegedienstes, Mechthild Bruchhäuser-Ebeling.

Der Pflegedienst gehört dem Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. an.

DER MENSCH MECHTHILD BRUCHHÄUSER-EBELING

Mechthild Bruchhäuser-Ebeling hat nach dem Abitur Industriekauffrau gelernt und nach vier Jahren in diesem Beruf Wirtschaftswissenschaften studiert.

Sie war schon immer kreativ. Als es in ihrer Studienzeit nicht genügen Kita-Plätze gab, gründete sie kurzerhand gemeinsam mit einer Mutter eine Spielgruppe.

Sie initiierte außerdem eine Schwimmgruppe und leitete unter anderem eine Ferienzeit.
2008 übernahm sie eine Pflegefirma, deren alleinige Inhaberin sie seit 2015 ist.

Alexandra Degener arbeitete zum damaligen Zeitpunkt im Unternehmen und qualifizierte sich zur Pflegedienstleitung. Sie arbeitet noch heute eng mit Mechthild Bruchhäuser-Ebeling zusammen.

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten so behandelt werden, wie ich es selbst wollte, wenn ich bei einem Arbeitgeber wäre“, sagt sie zu ihrem Grundprinzip in der Mitarbeiterführung.
Mechthild Bruchhäuser-Ebeling ist eine herzliche, dem Menschen zugewandte Persönlichkeit.

„Manchmal wirke ich Fremden gegenüber hart, was ich aber nicht bin und was sich schnell in einem ersten Kontakt auflöst und sich ins Positive verkehrt.“

Sie ist direkt, hat gelernt zuzuhören und ‚mischt‘ sich gern überall ein, um zu helfen und zu unterstützen.
Mehr erfahren: Interview mit der Inhaberin des Pflegedienstes, Mechthild Bruchhäuser-Ebeling – https://uwemuellererzaehlt.de/2017/06/06/mechthild-bruchhaeuser-ebeling-im-interview/

TAGESPFLEGE – MEHR ÜBER DIESE MÖGLICHKEIT REDEN

Die Tagespflege ist für Menschen in Rietberg und Umgebung da.
Sie wird von Pflege-und Hilfsbedürftigen besucht, darunter von Gästen, die an Demenz erkrankt sind.

Die Einrichtung erfreut sich zudem wachsender Beliebtheit bei denjenigen Tagesgästen, die allein leben, einsam sind und trotzdem noch am gesellschaftlichen und kulturellen Umgang mit anderen Menschen teilhaben wollen.

Das Team der Tagespflege richtet deshalb sein Hauptaugenmerk darauf, die Tagesgäste sehr fürsorglich zu betreuen, sie zu aktivieren und zu mobilisieren. Dazu gehört, dass sich die Gäste geborgen fühlen, ein aktives Umfeld am Tag erleben und so gleichzeitig verhindert wird, dass sie in ihrem häuslichen Umfeld vereinsamen.

„Ein positiver Nebeneffekt besteht zugleich darin, die pflegenden Angehörigen zu entlasten“, so Mechthild Bruchhäuser-Ebeling.
In diesem Zusammenhang sagt sie weiter: „Die Tagespflege gibt den Angehörigen dadurch jene Freiräume, die sie dringend für eigene berufliche und private Interessen benötigen.

Und sei es, dass man mal in Ruhe zum Friseur gehen kann, mit einer Freundin einen Kaffee trinkt und Abstand gewinnt von der täglich Betreuung seiner Liebsten. Das ist aber nur dann möglich, wenn die Angehörigen die Gewissheit haben, dass zum Beispiel die demenzkranke Mutter liebevoll und professionell in dieser Zeit betreut wird.“

Sie plädiert dafür, generell mehr mit Menschen in den ländlichen Gegenden darüber zu sprechen, damit auch sie diese Entlastung beanspruchen können.

Das Team der Tagespflege ist fachlich kompetent und verfügt außerdem über ein solides gerontopsychiatrisches Fachwissen.
Nina Wolf ist die Leiterin der Einrichtung.

„Wir haben großes Glück mit Frau Wolf, denn sie handelt als Führungskraft sehr strukturiert, kann sich gut in die individuellen Bedürfnisse und Wünsche der Tagesgäste und ihrer Angehörigen einfühlen, schaut einfach ‚über den eigenen Tellerrand hinaus‘, um es umgangssprachlich auf den Punkt zu bringen“, sagt Mechthild Bruchhäuser-Ebeling.

OHNE ENGAGIERTE MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER GEHT ES NICHT

„Alles was ich in den letzten Jahren erreicht habe, verdanke ich meinem Team.

Das klingt vielleicht so, als seien Worthülsen, aber ich meine das genauso, wie ich es sage.
Manchmal vergessen wir, uns für das nur allzu Selbstständige zu bedanken.

Und dennoch, wenn wir von Lebensqualität unserer Pflege- und Hilfsbedürftigen und ihrer Angehörigen sprechen, so müssen wir hier alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einschließen.

Nur wenn aus dem Team heraus dieses Lebensgefühl in der Pflege und Betreuung weitergegeben wird, können wir unseren Auftrag erfüllen, nämlich mit Sachverstand und dem Herzen für unseren Beruf zu brennen. Das ist das entscheidende Motiv dafür, den Pflege-und Hilfsbedürftigen ein möglichst langes Leben in ihrem häuslichen Umfeld zu ermöglichen.

MEHR IM PORTRÄT:

https://uwemuellererzaehlt.de/2019/08/16/portraet-pflegedienst-pro-cura-rietberg/

ANNA IST DEMENT (46)

FRIEDA IST EINE SCHRECKLICH LAUTE PERSON

Peter dachte noch immer daran, wie er sich Anna gegenüber verhalten hatte. Er fühlte sich im Recht, als er sie bat, den Gurt im Auto anzulegen.

Doch er hatte das außeracht gelassen, was er stets zu Klara in solchen Situationen sagte: „Anna ist dement und wir sind es nicht. Anna kann ihr Verhalten nur noch bedingt steuern.

Wir aber, wir können das und wir haben deshalb die Verantwortung dafür, mit entstandenen Situationen umzugehen.“

Das waren seine Worte. Und nun, wo es darauf angekommen war, sie tatsächlich zu berücksichtigen, da versagte er doch glatt.

Peter hatte darüber mit einer Inhaberin eines Pflegenternehmens telefoniert. Er kannte sie nicht persönlich, aber er wusste, dass sie ihn bestens verstand.

Im Grunde wusste er selbst sehr genau, was er falsch gemacht hatte, aber es tat gut, dass ihm jemand zuhörte, der nicht nur vom Fach kam, sondern auch menschlich nachfühlte, was auf beiden Seiten vorging, auf der Seite von Anna und auf seiner Seite.

Wieviel Konfliktstoff barg die Betreuung von Anna in sich?

Ihre Krankheit stellte jedenfalls alle auf die Probe – Klara, Lucas, die ganze Familie eben.

„Wie geht es euch?“, fragte Anna einige Tage später Klara am Telefon.
Sie hatte längst vergessen, welche Auseinandersetzung sie mit Peter und Klara hatte.

„Manchmal hat die Demenz auch gute Seiten“, sagte Peter.
Klara schaute ihn empört an.

„Das ist ja wohl nicht dein Ernst“, sagte sie.
„Du hast Recht. Es ist schlimm genug, dass Anna vieles gar nicht mehr mitbekommt.“

„Und vor allem, meine Mutter mag dich doch so gern. Sie hat in den ganzen Jahren unserer Ehe nie ein böses Wort über dich gesagt“, setzte Klara nach.

„Ja, ich weiß.“
Peter schmunzelte.

„Warum lachst du?“, fragte Klara.
„Weißt du noch, wie ich mit Frieda über Politik stritt und es emotionaler wurde?“

„Ja, und?“
„Naja, hinterher sagte Anna nicht etwa, dass ich zu laut gesprochen hätte. Nein, sie meinte, dass Frieda nur so eine schrecklich laute Person sei.“

TEAM – PRO CURA RIETBERG

„Alles was ich in den letzten Jahren erreicht habe, verdanke ich meinem Team.

Das klingt vielleicht so, als seien Worthülsen, aber ich meine das genauso, wie ich es sage.

Manchmal vergessen wir, uns für das nur allzu Selbstverständliche zu bedanken.

Und deshalb: Wenn wir von Lebensqualität unserer Pflege- und Hilfsbedürftigen und ihrer Angehörigen sprechen, so müssen wir hier alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einschließen.

Nur wenn aus dem Team heraus dieses Lebensgefühl in der Pflege und Betreuung weitergegeben wird, können wir unseren Auftrag erfüllen, nämlich mit Sachverstand und dem Herzen für unseren Beruf zu brennen.

Das ist das entscheidende Motiv dafür, den Pflege-und Hilfsbedürftigen ein möglichst langes Leben in ihrem häuslichen Umfeld zu ermöglichen.

PRO CURA RIETBERG -TAGESPFLEGE

Die Tagespflege ist für Menschen in Rietberg und Umgebung da.

Sie wird von Pflege-und Hilfsbedürftigen besucht, darunter von Gästen, die an Demenz erkrankt sind.

Die Einrichtung erfreut sich zudem wachsender Beliebtheit bei denjenigen Tagesgästen, die allein leben, einsam sind und trotzdem noch am gesellschaftlichen und kulturellen Umgang mit anderen Menschen teilhaben wollen.

Das Team der Tagespflege richtet deshalb sein Hauptaugenmerk darauf, die Tagesgäste sehr fürsorglich zu betreuen, sie zu aktivieren und zu mobilisieren.

Dazu gehört, dass sich die Gäste geborgen fühlen, ein aktives Umfeld am Tag erleben und so gleichzeitig verhindert wird, dass sie in ihrem häuslichen Umfeld vereinsamen.

„Ein positiver Nebeneffekt besteht zugleich darin, die pflegenden Angehörigen zu entlasten“, so Mechthild Bruchhäuser-Ebeling.
In diesem Zusammenhang sagt sie weiter: „Die Tagespflege gibt den Angehörigen dadurch jene Freiräume, die sie dringend für eigene berufliche und private Interessen benötigen.

Und sei es, dass man mal in Ruhe zum Friseur gehen kann, mit einer Freundin einen Kaffee trinkt und Abstand gewinnt von der täglich Betreuung seiner Liebsten.

Das ist aber nur dann möglich, wenn die Angehörigen die Gewissheit haben, dass zum Beispiel die demenzkranke Mutter liebevoll und professionell in dieser Zeit betreut wird.“

Sie plädiert dafür, generell mehr mit Menschen in den ländlichen Gegenden darüber zu sprechen, damit auch sie diese Entlastung beanspruchen können.

Das Team der Tagespflege ist fachlich kompetent und verfügt außerdem über ein solides gerontopsychiatrisches Fachwissen.

Nina Wolf ist die Leiterin der Einrichtung.

„Wir haben großes Glück mit Frau Wolf, denn sie handelt als Führungskraft sehr strukturiert, kann sich gut in die individuellen Bedürfnisse und Wünsche der Tagesgäste und ihrer Angehörigen einfühlen, schaut einfach ‚über den eigenen Tellerrand hinaus‘, um es umgangssprachlich auf den Punkt zu bringen“, sagt Mechthild Bruchhäuser-Ebeling.

DER MENSCH MECHTHILD BRUCHHÄUSER-EBELING

Mechthild Bruchhäuser-Ebeling hat nach dem Abitur Industriekauffrau gelernt und nach vier Jahren in diesem Beruf Wirtschaftswissenschaften studiert.

Sie war schon immer kreativ. Als es in ihrer Studienzeit nicht genügen Kita-Plätze gab, gründete sie kurzerhand gemeinsam mit einer Mutter eine Spielgruppe.

Sie initiierte außerdem eine Schwimmgruppe und leitete unter anderem eine Ferienzeit.

2008 übernam sie eine Pflegefirma, deren alleinige Inhaberin sie seit 2015 ist.

Alexandra Degener arbeitete zum damaligen Zeitpunkt im Unternehmen und qualifizierte sich zur Pflegedienstleitung. Sie ist heute noch im Unternehmen und arbeitet eng mit Mechthild Bruchhäuser-Ebeling zusammen.

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten so behandelt werden, wie ich es selbst wollte, wenn ich bei einem Arbeitgeber wäre“, sagt sie zu ihrem Grundprinzip in der Mitarbeiterführung.
Mechthild Bruchhäuser-Ebeling ist eine herzliche, dem Menschen zugewandte Persönlichkeit.

„Manchmal wirke ich Fremden gegenüber hart, was ich aber nicht bin und was sich schnell in einem ersten Kontakt auflöst und sich ins Positive verkehrt.“

Sie ist direkt, hat gelernt zuzuhören und ‚mischt‘ sich gern überall ein, um zu helfen und zu unterstützen.

Mehr erfahren im Interview mit der Inhaberin des Pflegedienstes, Mechthild Bruchhäuser-Ebeling:
https://uwemuellererzaehlt.de/2017/06/06/mechthild-bruchhaeuser-ebeling-im-interview/

SCHWESTER SANDRA SPRICHT

Sandra Naber ist die Inhaberin des Pflegedienstes „Schwester Andrea Berkner“

Zu wenig Pflegefachkräfte, steigende Nachfrage von Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen nach Hilfe und Unterstützung, Stress und Arbeitsüberlastung auf Seiten der Pflegedienste.

Der Pflegedienst „Schwester Andrea Berkner“ aus Templin will nicht auf Verbesserungen von außen warten: „Wir müssen jeden Tag die Herausforderungen bewältigen und das nicht irgendwie, sondern so, dass alle zufrieden sind – die Patienten, die Angehörigen und die Mitarbeiterinnen“, sagt Sandra Naber.

Ich habe mit ihr schon in den vergangenen Jahren mehrfach gesprochen. Sie hat mir gesagt, dass sie aus den genannten Gründen der Überforderung manchmal ins Schwanken kommt, ob der Schritt richtig war, nämlich den Pflegedienst zu kaufen.

Aber zum Glück sind das nur theoretische Erwägungen. Denn Sandra Naber ist eine Krankenschwester aus Leidenschaft. Und diese Hingabe spüren auch die, die mit ihr täglich umgehen – das Team, die Pflegebedürftigen und die Angehörigen.

Sie wird „Schwester Sandra“ genannt und das ist nicht nur so dahingesagt. Besser kann man nicht ausdrücken, wie sehr sie an ihrem Beruf hängt.

Gerade darum nagt es an ihr, wenn die Anforderungen an die Pflegedokumentation oder andere bürokratischen Angelegenheiten sie davon abhalten, zu ihren Patienten zu fahren.

Individuell pflegen heißt – sich persönlich kümmern

Schwester Sandra lässt bei allen Unwägbarkeiten von einem Thema nicht ab: der individuellen Pflege.

„Wir leben und arbeiten im Raum Templin in Brandenburg, also in einem eher ländlichen Raum. Schon von daher geht es persönlicher zu, kennt man sich besser, als das in einer Metropole wie zum Beispiel Berlin der Fall ist.

Diesen persönlichen Umgang miteinander wollen die Menschen erst recht nicht vermissen, wenn sie auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind.“

Die individuelle Beziehung zu den Patienten und ihren Angehörigen, das Hinhören, die sensible Anteilnahme für die konkrete Befindlichkeit eines Betroffenen – all das findet man wieder im täglichen Umgang des Teams um Schwester Sandra.

„Das halten wir so und das strahlt auch auf die gesamte Arbeit aus“, sagt sie. Dabei gehen die Mitarbeiterinnen mit einer Generation um, die zum Teil über 80 Jahre alt sind und zum Beispiel in einer Zeit gelebt haben, in der die Vorstellungen von persönlicher Hygiene noch ganz andere waren.

„Das verlangt einfühlsam zu argumentieren, auf die Würde, die Persönlichkeit des einzelnen jeden Tag aufs Neue Rücksicht zu nehmen“, so die Inhaberin des Pflegedienstes.

Der steigende Anteil der Menschen, die nicht nur körperlich eingeschränkt sind, sondern derer, die an Demenz erkrankt sind, verlangt noch mehr Aufmerksamkeit in der täglichen Pflege.

„Wir müssen sensibel kommunizieren, den Patienten nicht verunsichern, indem ständig neues Personal kommt und sie vor allem in Sicherheit wiegen, weil wir ihre Tagesstruktur kennen und uns darauf mit unseren Aktivitäten und Maßnahmen einstellen“, erläutert sie weiter.

Das schließt ein, ein enges und vertrauensvolles Verhältnis zu den Angehörigen aufrechtzuerhalten.

Sandra Naber schwört auf ihr Team
Schwester Sandra weiß, was sie will. Sie führt in einer Art, die keinen im Team zurücklässt, keinen bevorzugt und jedem die „Luft zum Atmen“ lässt.

„Ich halte nicht viel von einer ‚Chef – Mentalität‘. Mir liegt vielmehr daran, dass wir vernetzt denken und agieren und jeder Mitarbeiterin an ihrem Platz die Verantwortung für das übernimmt, was man das gemeinsame Ganze nennt“, sagt sie in diesem Zusammenhang.

Aber gerade das lieben diejenigen, die täglich mit ihr zu tun haben. Sie können sich aufeinander verlassen und offen reden, wenn es gilt, aufkommende Probleme schnell zu erkennen und zu lösen.

„Meine Mädels sind die besten“, das hat Sandra Naber im letzten Interview gesagt. Und man merkt ihr an, dass sie das so meint.

Sie möchte ungern im Mittelpunkt des Interesses stehen, sondern sagt klar, dass jeder einzelne so wichtig ist, dass sie auf niemanden verzichten kann und vor allem nicht möchte.

Über die Jahre ist das Team zusammengewachsen, hilft sich untereinander, und die Mitarbeiterinnen auch mal gemeinsam. „Das muss einfach sein, weil wir es mögen, einfach gut miteinander umgehen“, so die Inhaberin.

Anerkennung ist kein Geschenk – man muss sie sich erarbeiten, jeden Tag neu

Warum es so gut klappt im Team des Pflegedienstes „Schwester Andrea Berkner“, warum Schwester Sandra anerkannt ist – bei Mitarbeitern und Patienten gleichermaßen, das hat viel damit zu tun, dass sie selbst von der Pike auf den Beruf erlernt hat.

Die Ausbildung zur examinierten Krankenschwester, die Tätigkeit im Krankenhaus, in ambulanten Pflegediensten, die Qualifizierung zur Pflegedienstleitung und schließlich der Erwerb und der Aufbau des eigenen Pflegedienstes – all das sind markante Wegmarkierungen hin zu einem Team, in dem man gern arbeitet und der sich die Achtung der Patienten und seiner Angehörigen über die Jahre erworben hat.

Das alles kann man gut in den beiden Interviews nachlesen, die auf dem Blog veröffentlicht sind:

https://uwemuellererzaehlt.de/2019/05/23/interview-14/

https://uwemuellererzaehlt.de/2017/06/14/sandra-naber-im-interview-1/

Kontakt:
Häuslicher Pflegedienst "Schwester Andrea Berkner"
Inhaberin: Schwester Sandra Naber
Otto - Lilienthal- Strasse 9
17268 Templin
Telefonnummer: (03987) 54830
Telefaxnummer: (03987) 54830
E-Mail: pflegedienst.templin@gmx.de

 

 

 

INTERVIEW MIT SCHWESTER SANDRA AM 14.05.2019

Sandra Naber ist die Inhaberin des Pflegedienstes „Schwester Andrea Berkner“ in Templin
Frau Naber, was bedeutet Ihnen die Heimat, in der Sie aufgewachsen und jetzt auch beruflich tätig sind?

Es bedeutet mir sehr viel, dass ich in Templin geboren und aufgewachsen bin. Ich habe meine Ausbildung zur Krankenschwester in einer medizinischen Fachschule in Templin absolviert, und ich habe im Krankenhaus in Templin begonnen zu arbeiten.

Meine DNA ist sozusagen auf Templin programmiert. Ich bin hier Zuhause, fühle mich hier wohl, kenne die Menschen und das hilft natürlich auch in der Arbeit.

Inwiefern?

Naja, viele Menschen kennen mich halt von früher. Es ist gar nicht so selten, dass zum Beispiel ehemalige Klassenkameraden anrufen und mich fragen, ob ich etwas für deren Mütter oder Väter in Sachen Pflege und Betreuung tun kann.

Gibt es da auch die andere Seite?

Naja, es erhöht natürlich den Druck im Wissen darum, alles richtig machen zu wollen.

Was überwiegt dabei?

Auf alle Fälle die Tatsache, dass ich die Menschen hier mag, dass ich zu ihnen gehöre und sie zu mir. Das ist das Besondere. Eben das, was mich einfach glücklich macht, wenn sich die Leute bei meinem Team und mir gut aufgehoben fühlen.

Sind Sie stolz darauf, eine Ostdeutsche zu sein?

Ich bin stolz darauf, dass ich hier geboren bin, hier meine Familie habe und: Dass ich gerade in meiner Heimat Pflege- und Hilfsbedürftigen zur Seite stehen kann.

Das war nie leicht, am Anfang nicht und jetzt auch nicht.
Aber wenn Sie das alles so zusammenfassen, dann kann ich mit Fug und Recht sagen, dass ich meine Heimat liebe, die Menschen hier mag, stolz auf all das bin und darauf, dass ich eine Ostdeutsche bin.

Sie haben 1991 bis 1994 eine Ausbildung zur Krankenschwester absolviert, haben 1996 begonnen, in einem ambulanten Pflegedienst zu arbeiten.
2001 haben Sie eine Ausbildung zur PDL absolviert und waren im Pflegedienst „Schwester Andrea Berkner“ als PDL tätig.
Was waren für Sie im Jahr 2007 die größten Herausforderungen, als Sie sich entschlossen, den Pflegedienst zu erwerben?
Welche Ängste trieben Sie um, und was hat Sie bewogen, den Schritt zu wagen?

Die größten Ängste rührten daher, dass ich manchmal glaubte, den Anforderungen nicht gewachsen zu sein.

Ich hatte schon einen kleinen Schritt gemacht, weil ich bereits als Pflegedienstleitung in dem Unternehmen tätig war. Aber Inhaberin eines Pflegedienstes zu sein, das war für mich noch eine andere, eine größere Hausnummer.

Ich musste ja in allen Fragen fit sein, nicht nur in meiner eigentlichen fachlichen Arbeit, sondern auch in steuerlichen, kaufmännischen Fragen und in der Führung meines Teams.

Daraus erwächst ja auch eine Verantwortung, denn die Mitarbeiter vertrauen dir und wollen, dass du den Pflegedienst erfolgreich führst. Das ist ja eine existenzielle Frage für alle.

Würden Sie den Schritt heute noch einmal genauso gehen, wenn Sie erneut vor dieser Wahl stünden?

Ja und Nein.

Warum Nein?

Weil ich im Leben nicht geahnt hätte, mit wieviel Bürokratieaufwand das alles hier verbunden ist. Und der Aufwand ist nicht geringer geworden, sondern stetig gewachsen.

Was stört Sie in dem Zusammenhang am meisten?

Wissen Sie, bei den jährlichen Qualitätsprüfungen ist es wichtiger, ob ein Haken auf dem Papier richtig gesetzt ist. Das sagt ja noch nichts über die eigentliche Qualität in der täglichen Pflege aus.

Ich mache den Prüfern keinen Vorwurf. Sie müssen sich an ihre vorgegebenen Kriterien halten.

Aber ich würde mir wünschen, dass die praktischen inhaltlichen Pflege- und Betreuungsaspekte stärker in das Prüfergebnis eingehen. Ich glaube, das täte dem Qualitätsanspruch gut, den wir alle ohne Zweifel haben.

Was macht Ihr Team aus, was schätzen die Kunden an Ihnen und Ihren Mitarbeiterinnen in der täglichen Betreuung und Pflege?

Ich habe mal in einem früheren Interview gesagt, dass ich nichts auf ‚meine Mädels‘ kommen  lasse. Und das sehe ich heute auch noch so.

Es ist mir unglaublich wichtig, dass wir uns in unserem Team alle zusammen sehr wohlfühlen, denn nur so können wir die Aufgaben schaffen.

Sagen Sie eigentlich alle „du“ zueinander?

Ja. Das lockert die Atmosphäre auf und man kann ungezwungener auch über schwierige Themen reden.

Aber ist es manchmal für Sie nicht auch schwierig, eine Mitarbeiterin zu „duzen“ und ihr trotzdem die Meinung zu sagen?

Natürlich gibt es da schon gewisse Hemmungen.
Aber mir geht es eigentlich um etwas Anderes.

Nämlich?

Dass ich offen und ehrlich mit jedem reden kann.
Dabei überlege ich mir schon, was ich wem zu welchem Zeitpunkt in welcher Art sage.

Sie merken schon, das „du“ weicht hier keine Anforderungen auf, sondern es geht darum, dass wir den gegenseitigen Respekt und die Wertschätzung füreinander haben. Das muss beim „Sie“ oder aber beim „Du“ der Fall sein.

Ansonsten bringt uns das „Du“ eine gelöstere Atmosphäre und wir genießen es auch, vertraut miteinander umzugehen.

Haben Sie auch privaten Kontakt zu Ihren Mitarbeiterinnen?

Wissen Sie, dass bleibt in einer Kleinstadt gar nicht aus. Wir feiern gern, sitzen zusammen und sprechen über unsere Träume, Wünsche und Sorgen.

Dadurch entwickelt sich ein ganz anderes Verständnis füreinander.
Ich verstehe zum Beispiel viel besser, warum vielleicht jemand gerade nicht am Wochenende arbeiten kann oder wo ich einer Mitarbeiterin in einer schwierigen Situation helfen kann.
All das hat uns noch mehr zusammengeschweißt.

Am 12. Mai wird jährlich der internationale Tag der Pflege begangen. Das geht zurück auf die britische Krankenschwester Florence Nightingale, die für eine selbstständige Fachrichtung kämpfte – eine eigenständige Pflege und Betreuung.
Was brennt Ihnen aktuell unter den Nägeln, wenn wir über Ihre Anforderungen an eine moderne und zeitgemäße Pflege sprechen?

Den Abbau von Bürokratie in den Abläufen und in der Dokumentation habe ich ja schon genannt.

Was mir und meinem Team ebenfalls auf den Nägeln brennt ist die Tatsache, dass es nicht leichter geworden ist, motivierte junge Pflegekräfte zu finden.

Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Zum einen sollte das Ausbildungsprofil in der Pflege weiter geschärft werden. Mitunter haben wir zu ‚schwammige Begriffe‘, was die Berufsbezeichnungen anbetrifft. Hier sollte schon von Anfang klar sein, dass es um eine Tätigkeit in der Pflege geht, die ein bestimmtes Anforderungsprofil hat.
Die weitere Untergliederung zum Beispiel von Hilfskräften in den unterschiedlichen Bereichen ist eher verwirrend.

Wofür plädieren Sie?

Für eine Ausbildung zum Pflegehelfer, der einzelne Bereiche, zum Beispiel die Hauswirtschaft umfasst.

Oder: Eine fundierte Ausbildung zur Pflegefachkraft, mit der Maßgabe, sich zukünftig weiter zu spezialisieren.
Übrigens: Wir sind stolz darauf, dass wir nicht nur reden, sondern selbst ein Ausbildungsbetrieb sind.

 Bilden Sie zurzeit jemanden aus?

Ja, wir haben einen jungen Mann bei uns, der eine Ausbildung zum staatliche anerkannten Pflegehelfer absolviert. Außerdem arbeitet hier gerade eine Praktikantin.

 Was wünschen Sie sich am meisten, wenn wir über künftige Pflegekräfte sprechen?

Ein klares Bekenntnis zu dem, was sie später machen  wollen. Leidenschaft für das, was man tut.

Das danken einem die Menschen, für die wir ja da sein wollen, am meisten. Die Medien sollten das Thema noch komplexer beleuchten.

Wie meinen Sie das?

Nicht nur die negativen Seiten aufzeigen. Auch nicht über den „grünen Klee“ loben.

Sondern einfach den Beruf der Pflegekraft in seiner Härte, Schönheit zeigen und in seinem Potenzial, dass Menschen darin ihre Berufung finden können.

Worauf sind Sie besonders stolz?

Dass ich die Herausforderungen bewältigt habe, unser Unternehmen erfolgreich führen konnte, und dass wir heute ein im Ort bekannter und anerkannter Pflegedienst sind.

Frau Naber, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Kontakt:
Häuslicher Pflegedienst "Schwester Andrea Berkner"
Inhaberin: Schwester Sandra Naber
Otto - Lilienthal- Strasse 9
17268 Templin
Telefonnummer: (03987) 54830
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FAK e.V. – TRADITION UND PFLEGE UNTER EINEM DACH

MENSCHEN IN DER PFLEGE (10)

Ich kenne kaum eine Einrichtung, die mit so viel Herzblut und Spaß an der Arbeit agiert. Ein Umstand, der die Ansprüche nicht zu Worthülsen verkommen lässt.

Lebensqualität individuell zu gestalten, das hat die FAK e.V. hundertfach in den vergangenen Jahrzehnten bewiesen. Fachliche Kompetenz, Mitmenschlichkeit haben hier ihre Wurzeln und sind der nachhaltigste Grund für die wachsende Nachfrage nach Pflege und Betreuung in der FAK e.V.

Der Ursprungsgedanke, auf den die Gründung der Freien Alten- und Krankenpflege e.V. zurückgeht war,  die Selbstbestimmungsrechte der Betroffenen zu stärken und deren Bevormundung in und durch die Institutionen aufzubrechen.

Der FAK e.V. begann 1988 damit, alte und kranke Menschen in ihrem gewohnten häuslichen Umfeld zu pflegen und zu betreuen.

Ich berichte nicht das erste Mal darüber, was die FAK e.V. in den vergangenen Jahrzehnten geschaffen hat.

Und trotzdem: Es ist immer wieder für mich erstaunlich, was eine gut durchdachte Konzeption und der nötige Umsetzungswille an Resultaten für die Pflege- und Hilfsbedürftigen in und um Essen gebracht hat.

Da ist zum Beispiel das ‚Lebens- und Erlebenshaus „Im Neuland“‘ in Essen – Altendorf, das das ehemalige Stadthaus für Betreutes Wohnen ersetzt hat und in dem nun in neuen Räumen zwei Wohngemeinschaften betreut und versorgt werden.

Oder die Pflege-Wohngemeinschaft im Beginenhof in Essen-Rüttenscheid, in denen Frauen, die nicht mehr allein ihren Alltag bewältigen können liebevolle Unterstützung erhalten und so ein selbstbestimmtes Leben überhaupt weiterführen können.

In Altenessen erleben wir eine Wohngemeinschaft für Menschen, die an Demenz leiden und die entsprechend begleitet, angeleitet und betreut werden.

Die Freie Alten-und Krankenpflege betreibt ein Gesundheits- und Sozialzentrum in der Vogelheimer Straße, in der unter anderen die ambulante Pflege angesiedelt ist.

Es gibt keinen Stillstand: Weitere Vorhaben sind in der Planung bzw. bereits in der Realisierungsphase.

Für zwei Wohngemeinschaftshäuser in der Germaniastraße und in der Stapenhorststraße sind die Verträge unterzeichnet und der Baubeginn steht unmittelbar bevor.

Die Objekte sollen in 2020 fertiggestellt werden. 48 Menschen werden dort ihr neues Zuhause finden. In beiden Häusern wird es ein Tagespflege- Angebot geben. Im gleichen Jahr ist die Fertigstellung einer neuen Demenz WG in Essen vorgesehen, in der Münchener Straße.

„Das ist ein Sanierungsobjekt, das wir mit unserem bewährten Partner „GEWOBAU“ realisieren wollen“, sagt Michael Jakubiak.

„Das ist allerdings erst der Beginn der Herausforderung, die wir in diesem Zusammenhang bewältigen müssen. Alle Objekte müssen eingerichtet werden und es gilt, fachkundiges Pflegepersonal zu finden“, ergänzt er. Michael Jakubiak freut sich auf ein Konzert des Essener Sinfonieorchesters, das es „Im Neuland“ geben wird.

Bereits im vierten Jahrzehnt, in denen die FAK e.V. den Pulsschlag in Sachen individueller Pflege, Betreuung und Versorgung mit vorgibt

Die Freie Alten- und Krankenpflege kann auf eine über dreißigjährige Tradition zurückblicken.

Sie geht zurück auf eine soziale Bewegung in den 70- bis 80-iger Jahren, die Lebensumstände für ältere Menschen zu verbessern, insbesondere für diejenigen unter ihnen, die auf Hilfe und Betreuung angewiesen waren.

„Wir wollten, dass selbst pflege- und hilfsbedürftige Menschen ein selbstbestimmtes Leben führen, sich ihre Lebensqualität in den eigenen vier Wänden erhalten können“, erinnert sich Michael Jakubiak an diese Zeit zurück, in der er als Vorstandsmitglied des Senioren Schutzbund „Grauen Panther“ maßgeblich diese Projekte mit voranbrachte.

Michael Jakubiak hatte selbst in seiner Zeit als Altenpfleger und Pflegedienstleitung in einem Pflegeheim erfahren, warum Änderungen dringend geboten waren. Zu wenige Pflegekräfte, mangelnde fachliche Qualifikation gingen einher mit permanenter Überforderung.

„Vor allem die individuelle Pflege und Betreuung blieb auf der Strecke. Aber genau das wollten die Menschen, in den Pflegeheimen nicht weiter hinnehmen, und genau das wollten wir auch nicht.“
Also ging Michael Jakubiak gemeinsam mit Gleichgesinnten daran, diese Zustände zu verändern.

Sie gründeten im Jahr 1988 den gemeinnützigen Verein „Freie Alten – und Krankenpflege“ e.V.

Der Anfang war schwer und es mussten eine Menge an Hürden überwunden werden. An Vorbehalten der kommunalen und politischen Entscheidungsträger und an der anfänglichen Verweigerungshaltung der Krankenkassen mangelte es nicht.

„Wir haben nicht aufgegeben. Im Gegenteil. Jeder Stein, der uns im Weg lag, war auch ein „Stein des Anstoßes.“ Wir sahen diesen nicht als ein bloßes Hindernis an, sondern vor allem als eine Möglichkeit, unsere Ideen und Vorhaben gegen alle Widerstände durchzusetzen und dabei kreative Energien zu entwickeln“, so Michael Jakubiak heute.

Kontakt:
Freie Alten- und Krankenpflege
FAK e.V. Essen
Krablerstr. 136
45326 Essen
Fon: 0201. 83 52 80
Fax: 0201. 83 52 855
E-Mail: info@fak.de
Internet: www.fak.de
Geschäftsführer:
Michael Jakubiak
Jörg Blaschke

 

MENSCHEN IN DER PFLEGE (11)

EVA HILLEBRECHT – DER MENSCH UND DIE UNTERNEHMERIN
EVA HILLEBRECHT MACHT DEM TAG DER INTERNATIONALEN PFLEGE ALLE EHRE

Am 12. Mai wird in jedem Jahr der Tag der internationalen Pflege begangen, zu Ehren von Florence Nightingale.
Sie wurde an diesem Tag im Jahr 1820 in Florenz geboren und starb am 13. August 1910 in London.

Florence Nightingale war eine britische Krankenschwester und hat viel dafür getan, eine moderne Krankenpflege zu begründen. Sie kämpfte dafür, dass die Pflege ein selbstständiger Zweig sein sollte, der von Grund auf erlernt sein wollte.

Und so warb sie dafür, dass erfahrene Pflegekräfte die Berufseinsteiger ausbilden sollten. Als ich mich aus Anlass des Internationalen Tages der Pflege mit der Persönlichkeit von Florence Nightingale beschäftigt habe, da kam mir unwillkürlich Eva Hillebrecht in den Sinn.

Warum?
Nun, weil es Ähnlichkeiten im Denken und Handeln beider Persönlichkeiten gibt. Natürlich reden wir über unterschiedliche Menschen, unterschiedliche Zeiten und Rahmenbedingungen.
Florence Nightingale wirkte Anfang des 19. Jahrhunderts. Eva Hillebrecht ist heute eine erfolgreiche Unternehmerin und Inhaberin des Pflegedienstes Danz Consult in Kassel.

Eva Hillebrecht konnte bereits auf zweieinhalb Jahrzehnte Wissen und Erfahrungen als Krankenschwester zurückblicken, als sie in die ambulante Pflege ging

Eva Hillebrecht hat nahezu 25 Jahre im medizinischen Dienst gearbeitet und ist erst dann in die Pflege gewechselt – aus Überzeugung übrigens. Einfach, weil es für sie bis heute wichtig ist , Pflege- und Hilfsbedürftige individuell und mit Herz zu betreuen.

Zuvor hat sie ihre Erfahrungen auf verschiedenen Stationen im Krankenhaus gemacht – auf der Unfallchirurgie, der Allgemeinchirurgie, HNO, Urologie, Augen, Orthopädie.

Sie hat sich also im Verlaufe der Jahre ein fundiertes Wissen und Können im medizinischen Bereich als Krankenschwester aneignen können.

Sie erfuhr aber auch, wie schwer es war, mitunter das ärztliche Personal davon zu überzeugen, dass es um mehr geht, als den Patienten lediglich medizinisch zu versorgen.

Vielmehr wollte sie ein ganzheitliches Herangehen, eine Sicht, die den Menschen sieht, in seiner Bedürftigkeit, aber auch mit seinen psychischen, sozialen und geistigen Besonderheiten.

„Ich habe immer wieder während meiner Tätigkeit als Krankenschwester dafür gekämpft, dass die Patienten fachlich auf hohem Niveau betreut werden.

Und dazu gehört eben auch zu wissen, was sie bewegt, wie wir ihnen selbst in kleinen Dingen helfen können“, sagt sie rückblickend dazu.

Heute ist sie mehr denn je davon überzeugt, dass es richtig war, einen eigenen ambulanten Pflegedienst aufzubauen.

Fachliches Wissen verknüpft mit persönlichen Engagement und Interesse am einzelnen Menschen stärkt die Lebensqualität der Pflege- und Hilfsbedürftigen und ihrer Angehörigen

„Wir sind eine eingeschworene Gemeinschaft von Pflegekräften, die alle von dem Wunsch beseelt sind, den uns anvertrauten Klienten zu helfen. Deshalb streben wir jeden Tag danach, das bestmögliche herauszuholen, die Pflege- und Hilfsbedürftigen in ihrer Häuslichkeit zufriedenzustellen“, sagt Eva Hillebrecht.

Sie ist zutiefst davon überzeugt, dass es nicht nur um die fachliche Seite der Pflege und Betreuung geht. Nein, sie möchte, dass die Menschen, die gepflegt werden, ein Stückchen ihrer Lebensqualität erhalten oder zurückgewinnen können.

Eva Hillebrecht wünscht sich, dass die Politik die ambulante Pflege noch wirksamer fördert.

„Die Menschen wollen doch in ihrer Mehrheit am liebsten in den eigenen vier Wänden gepflegt und betreut werden. Das geht nur, wenn wir über genügend Pflegekräfte und die entsprechenden finanziellen Mittel verfügen. Ich denke, dass hier noch mehr getan werden muss“, so Eva Hillebrecht.

Sie ist ein fröhlicher Mensch. Jemand, der mit Humor die Herausforderungen angeht. Sie kann klare Ansagen machen. Doch das, was die Menschen an ihr lieben, das ist ihr Herz, ihre unverkrampfte Art, die Dinge anzugehen, Probleme zu lösen.

Wenn sie sich eine Pause gönnt, dann widmet sie sich ihrer Hündin Nila, einem Golden Retriever. Der Autor ist davon überzeugt: Wer so einen Hund an seiner Seite hat, der kann einfach nur ein herzlicher Mensch sein.

Eva Hillebrecht hat viel zu sagen und viel zu geben. Und das tut sie auch noch, Tag für Tag. Es ist gut, dass solche Menschen in der Pflege Verantwortung tragen.  Sie steht aus meiner Sicht ihrer Vorgängerin im Herzen und im Denken in nichts nach.

Florence Nightingale kämpfte vor langer Zeit als Pionierin für eine eigenständige Pflege. Eva Hillebrecht hat durch ihren persönlichen Beitrag mitgeholfen, dieses Erbe umzusetzen, es weiterzuführen. Die Pflege- und Hilfsbedürftigen in und um Kassel ziehen ihren seit vielen Jahren ihren Nutzen daraus und danken es ihr und ihrem Team.

Kontakt:
Danz Consult Pflegedienste
Altenbaumer Straße 29
34134 Kassel
Telefon: 0561- 46 260
Telefax: 0561- 473215
E-Mail: danzconsult@aol.com
Homepage: www.danz-consult.de

MENSCHEN IN DER PFLEGE (9)

DANIEL DE PAOLA – ÜBER DEN MENSCHEN UND SEIN BUCH „WEGE WEG VOM STRESS“

Wege weg vom Stress, wer würde diese ‚Karte‘ und einen entsprechenden ‚Kompass‘ dazu nicht haben wollen?
Gibt es so etwas überhaupt? Eindeutig ja.

Daniel De Paola zeigt uns in seinem Buch einige dieser Wege auf und tut das noch auf eine Weise, dass es mir als Leser nie langweilig geworden ist.

Was fasziniert mich am Autor, warum vertraue ich auf das, was er schreibt und in seinen Workshops und Vorträgen sagt?
Zunächst, weil Daniel De Paola ein Familienmensch ist. Das kommt immer wieder durch, wenn du mit ihm am Telefon sprichst oder du dich schriftlich mit ihm austauschst.

Da spürst du förmlich, wie er seine Frau bewundert, sie liebt, und das er alles für seine Kinder tun würde. Das klingt nicht außergewöhnlich. Es ist trotzdem essentiell, wenn wir uns entscheiden müssen, von wem wir Ratschläge annehmen wollen.

Wer würde schon als pflegender Angehöriger jemanden um Hilfe, Unterstützung oder einen Rat bitten, wenn er weiß, dass derjenige in dieser Hinsicht in einer ‚Komfortzone‘ lebt.

Es geht schlicht gar nicht, dass jemand Ratschläge erteilt, von seinen Erfahrungen spricht, wenn er dieses ‚Hamsterrad‘ von privaten und beruflichen Verpflichtungen, Verflechtungen und manchmal scheinbar gegeneinander stehenden Interessen nicht kennt.

Wenn du also weißt, dass Daniel De Paola Unternehmer im Pflegebereich ist, er seine Familie nach Kräften im Alltag unterstützt, ja dann fällt es dir leichter, sich von ihm Wege aus einer bis dahin aussichtslos erscheinenden Stresssituation zeigen zu lassen.

Es gibt einen weiteren Grund, warum man dieses Buch als pflegender Angehöriger lesen sollte:
Es reicht nicht, nur die pauschalen Wege aus dem Stress zu kennen.

Auf die Spezifik, das Besondere kommt es hierbei an.
Du musst wissen, was es für einen pflegenden Angehörigen bedeutet, Tag für Tag zum Beispiel seine demente Mutter zu betreuen.

Daniel De Paola hat dabei nicht nur praktische Erfahrungen gesammelt, er hat sich gleichzeitig ein gerüttelt Maß an spezifischer sozialer und fachlicher Kompetenz angeeignet.

Für pflegende Angehörige ist es also ein Glücksfall, wenn sie auf Daniel De Paola treffen oder vielleicht auch nur sein Buch in die Hände bekommen.

Daniel De Paola – vom leitenden Angestellten im Handel zum gefragten Unternehmer, Buchautor und Coach
Daniel De Paola ist beruflich im Einzelhandel groß geworden. Er erinnert sich genau an die Worte seines Großvaters, der ihm riet, etwas Solides zu erlernen, etwas, was für ihn ein Leben lang beruflich hält.

Er hat diesen Rat befolgt und ist zunächst in den Einzelhandel gegangen, entwickelte sich zum leitenden Angestellten einer Abteilung in einem Kaufhaus und war auch Leiter eines Supermarktes.

Doch Daniel De Paola reichte das nicht. Er wollte noch etwas Anderes, was einfach mehr seiner inneren Bestimmung entsprach.
Sein christlicher Glaube, seine ethische Erziehung, Menschen zu helfen, sein ehrenamtliches Engagement als Seelsorger in der Kirche brachten ihn schließlich in den Pflege- und Betreuungsbereich.

Er ist dort nun das achte Jahr tätig, kümmert sich um die Vermittlung von Pflegepersonal und berät pflegende Angehörige. Inzwischen hat er auch noch mit Erfolg eine Ausbildung zum Psychologischen Berater absolviert.

In seiner praktischen Tätigkeit als Berater, Personalvermittler und Coach fiel ihm auf, dass sich manche Fragen wiederholten, die Probleme sich häuften, mit denen pflegende Angehörige zurechtkommen mussten.

Dazu gehörte die Angst, dem physischen und psychischen Stress zu erliegen, keine Zeit mehr für die eigene Familie zu haben, in Konflikt mit dem zu betreuenden Vater oder der zu betreuenden Mutter zu geraten, nicht zu wissen, wie man damit umgehen soll.

Daniel De Paola nahm sich dieser Probleme an, analysierte sie, und er strukturierte sie, formulierte Lösungsvorschläge, die auf die individuellen Situationen der einzelnen Angehörigen zugeschnitten waren.

In diesem Prozess keimte in ihm der Gedanke auf, sein Wissen und seine praktischen Erfahrungen weiterzugeben, kurzum, ein Buch zu veröffentlichen. Parallel hielt er Vorträge und führte Workshops durch. Das ist ihm besonders wichtig, nämlich nahe an den betroffenen Menschen dranzubleiben, sich mit ihnen auszutauschen.

„Vorträge und Workshops kann man meiner Homepage
www.wege-wegvomstress.de entnehmen. Oder man kann mich über meine E-Mail- Adresse kontaktieren – info@wege-wegvomstress.de“, sagt Daniel De Paola.

Und er führt in diesem Zusammenhang weiter aus:
„Ich habe keine Patentrezepte und ich glaube auch nicht, dass dies einer meiner Leser erwartet. Ich will anregen, ermuntern, anhand von geeigneten Praxisbeispielen zeigen, was möglich ist, wenn man sich gedanklich und mental öffnet.“

Das ist der Beginn eines Prozesses, den Daniel De Paola mit dem Buch anstoßen will, den er fortsetzen möchte und selbst dabei immer wieder zu neuen Erkenntnissen gelangt. Daniel De Paola ist der Spaß anzumerken, den er hat, wenn er helfen kann, wenn er sieht, dass eine seiner Ideen im täglichen Pflege- und Betreuungsprozess gefruchtet hat.

Das Buch soll anstoßen, lädt ein mitzumachen, beim Austausch von Erfahrungen. Manch ein pflegender Angehöriger ist bereits durch das Lesen der Lektüre motiviert, weil er sieht, dass er nicht allein ist und es viele Möglichkeiten gibt, sich helfen und unterstützen zu lassen.

Kontakt:
Daniel De Paola
Telefon: 0211 – 43 63 63 06
Fax: 0211 – 43 63 63 07
E-Mail: info@wege-wegvomstress.de

ANNA IST DEMENT (32)

WARUM KURZGESCHICHTEN?

Wenn Herausforderungen und Konflikte in der Pflege nur abstrakt beschrieben werden, erreichen sie die Menschen nicht. Leser wollen sich mit konkreten handelnden Figuren identifizieren können. 

 Ich habe mir schon oft den Kopf darüber zerbrochen, warum ich mir überhaupt die Mühe mache und mich mit einem Bein in die Gefilde des belletristischen Schreibens begebe. Eine schwierige Frage und eine einfache Antwort darauf gibt es wohl nicht.

Es sind vor allem Erkenntnisse und Erfahrungen, die ich im Verlaufe meiner freiberuflichen journalistischen Arbeit gesammelt habe, die mich überhaupt zu diesen Gedanken veranlassen.

Was meine ich?

Es ist ein Unterschied, ob du irgendeinen Vorgang in der Pflege lediglich beschreibst, oder aber, ob du versuchst, es so zu schreiben, wie es die konkreten Menschen erleben und manchmal auch darunter leiden.

Ein Beispiel: „Die Kommunikation mit Demenzkranken erfordert ein hohes fachliches Können, sensibles Herantasten im Gespräch, Verständnis und Herzenswärme.“

Was ist daran falsch, was ich gerade geschrieben habe? Vermutlich gar nichts.

Aber ich denke, der Leser überfliegt es, nimmt es zur Kenntnis und vergisst es wieder.

Wie aber ist es mit diesen Sätzen?

„Anna war am Morgen aufgestanden und fühlte sich nicht gut. Was war anders? Sie sollte zum Friseur. Aber wann? Sie wusste es nicht mehr.

Klara hatte es einen Abend zuvor mehrfach gesagt und Anna hatte noch mehr nachgefragt.

Anna griff zum Telefon und rief Klara an.

„Ich will nicht zum Friseur. Ihre Stimme klang aggressiv. Klara überlegte, was sie und wie sie antworten sollte.“

Du tauchst anders in die Situation ein. Du erfasst genauer, um was es hier geht, wie schwierig die einfachsten Dinge des Lebens in der Betreuung eines Demenzkranken konkret im Alltag aussehen.

Die Botschaft des Geschriebenen wird deutlicher, wenn die Hauptfigur ein Mensch aus Fleisch und Blut ist. Und nicht nur zum Gegenstand abstrakter Betrachtung wird.

Wie aber so etwas konkret umsetzen?

Indem ich reale Menschen charakterisiere oder aber eine Figur fiktional erschaffe?

Wie auch immer die konkrete handwerkliche Technik des Schreibens aussieht, ich will es schaffen, dass das Geschehen und die betroffene Figur konkrete Gestalt vor dem inneren Auge meines Lesers annimmt.

Das ist mein Anspruch, ein Experiment eben, das nicht immer gelingt. Aber der Versuch ist es allemal wert.

 

INTERVIEW MIT MARTINA LIPPERT IM MÄRZ 2019

MARTINA LIPPERT
Interview am 21.03.2019 - mit Martina Lippert, geschäftsführende Gesellschafterin des Pflegedienstes Martina Lippert GmbH

INTERVIEW (12)

Einführung:
Ich habe mit Martina Lippert in den vergangenen Jahren mehrfach gesprochen. Immer wieder habe ich dabei festgestellt, dass sie zu den Menschen gehört, die nicht irgendwie mit ihrem Beruf Geld verdienen wollen.

Ich spüre bei ihr eher eine Leidenschaft für das, was sie tut. Sie spricht mit solch einer Herzenswärme von ihrem Team, und von dem, was der Pflegedienst täglich zu bewältigen hat.

In diesem Interview habe ich sie danach gefragt, welche Eindrücke sie aus dem Urlaub mitgebracht hat, wie sie die letzten zweieinhalb Jahrzehnte ihres beruflichen Tuns heute sieht. Egal ob pflegender Angehöriger, Pflege – und Hilfsbedürftiger oder einfach interessierter Leser – ich glaube, es lohnt sich, die Menschen zu kennen, zu denen man vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt ein engeres Vertrauensverhältnis aufbauen will oder das bereits bestehende weiter stärken möchte.
Das folgende Interview will dabei helfen.

Interview am 21.03.2019
Frau Lippert, Sie haben kürzlich eine Reise mit dem Wohnmobil unternommen. Eine gute Gelegenheit, berufliche Dinge mit einem gewissen Abstand zu betrachten. Vor diesem Hintergrund wäre meine erste Frage an Sie:
Was ist Ihnen in einer der ruhigen Momente zuerst eingefallen, wenn Sie an die letzten 25 Jahre als Pflegedienstinhaberin gedacht haben?
Alles richtig gemacht.

Was haben Sie richtig gemacht?
Es war ein großes Glück, dass ich alles selbst gestalten konnte. Natürlich war es anfangs schwer für mich, sehr schwer. Ich musste ja nicht nur fachlich die Sache im Griff haben, sondern auch die administrative, die kaufmännische Seite. Das war für mich anfangs besonders schwer.

Noch einmal zurück zu Ihrem Urlaub: Was waren denn Ihre Highlights?
Wir sind über Maastricht, Luxemburg bis nach Barcelona gefahren und dann die Straße von Gibraltar am Mittelmeer weiter. Wir waren zum Beispiel in Tarifa, Spanien einem Hotspot für Kitesurfer.

Da habe ich Menschen gesprochen, die nicht mehr nach Deutschland zurückwollten. Sie wollten ihre Probleme hinter sich lassen. So sehr ich da manchen verstanden habe, so sehr war ich froh, dass ich mich doch in meinem Leben durchgebissen und nicht aufgegeben habe, trotz mancher Schwierigkeiten.

Aber man bekommt dort eine bestimmte Art der Gelassenheit, was wiederum schön ist, wenn man zur Ruhe kommen will.
Das war schon eine andere Welt. Manchmal habe ich gedacht, warum ich nicht einfach dort bleibe.

Warum haben Sie das gedacht?
Wenn Sie zum Beispiel Zuhause mit Menschen zu tun haben, die Sie fragen, warum sie nicht sterben dürfen, dann ist das schon eine Welt, die auch sehr belastet, psychisch und mental.

Ist das aber nicht auch ein Grund zurückzukommen, weil Sie wissen, dass die Menschen Sie brauchen?
Ja, auf jeden Fall. Wenn man helfen kann und wenn es nur ein tröstendes Wort ist, dann ist das immer gut.

Wie lange waren Sie eigentlich unterwegs?
Insgesamt 10 Wochen. Wir waren zu zweit unterwegs. Meine Reisefreundin mit einer jungen Schäferhündin und ich mit meinem Ursus, einem Cocker Spaniel. Das war natürlich auch manchmal stressig. Aber dann ist es umso erfreulicher, wenn man wieder die eigene 120 qm Wohnung zu Hause betritt.

Was haben Sie vermisst, als Sie wieder zu Hause waren?
Die Gelassenheit, die wir unterwegs angetroffen haben. Zum Beispiel in Benidorm, einem Badeort an der der Costa Blanca. Das war schon ein Traum, auch wenn es heute nicht mehr das kleine und verträumte Fischerdorf ist.

Und was tut Zuhause wieder gut?
Das Leben ist hier strukturierter, organisierter. Ich habe auch das Gefühl, wieder da zu sein für meine Mitarbeiter und meine Kunden, die auf mich gewartet haben und die mich brauchen.

Was hat sie am meisten in den letzten 25 Jahren geprägt?
Mich haben Menschen geprägt, denen ich helfen konnte, und denen ich beruflich weiterhelfen konnte. Zum Beispiel war da eine junge Frau, die Reinigungskraft werden wollte, um Geld zu verdienen.

Ich habe sie motiviert, zweimal in der Woche in die Abendschule zu gehen und sich zur Pflegehelferin ausbilden zu lassen. Später haben wir sie in unserer Seniorenwohngemeinschaft als Hauswirtschaftskraft eingestellt. Und heute ist als Pflegekraft in einem Pflegeheim tätig.

Das war vielleicht nur ein kleiner Schritt, aber ich bin noch heute stolz darauf. Menschen zu helfen, ihr Potenzial zu erkennen, sie ein Stück ihres Weges begleiten und zu fördern, darin sehe ich meinen Lebenssinn.

Lassen sich denn alle helfen?
Leider nein. Ich denke, dass manche Menschen einfach zu früh aufgeben. Das ist auch das, was mich heute am meisten stört, nämlich wenn einige zu früh aufgeben oder sich von vornherein in die „Hängematte“ legen, einfach ihre Chancen nicht nutzen. Für mich war es stets wichtig, gerade nicht aufzugeben, wenn es hart auf hart kam.

Können Sie das noch ein wenig näher erläutern?
Ich komme aus einem Elternhaus, indem mein Vater als Maschinenschlosser gearbeitet hat. Er war in der Autobranche tätig. Wir waren vier Mädchen Zuhause.

Ich hätte sehr gern den Beruf des Autoschlossers erlernt. Das war damals nicht möglich. Für Mädchen gab es diese Option nicht. Also ging ich arbeiten, um Geld zu verdienen. Geld für meine Ausbildung, die ich absolvieren wollte.

Welche Ausbildung?
Eine zur Krankenschwester. Ich bin also nach Menden gefahren und habe als vierzehnjähriges Mädchen in einem Betrieb gearbeitet, in dem Stahlstangen gefertigt wurden.

War das nicht physisch schwer?
Ja, sehr schwer. Aber es hat mich geprägt, nämlich mein Ziel nicht aus den Augen zu lassen

Wie ging es weiter?
Ich wollte danach in einem evangelischen Krankenhaus eine Ausbildung zur Krankenschwester absolvieren. Mein Vater aber wollte, dass ich die Ausbildung in einem katholischen Krankenhaus durchlaufe.

Und wer hat sich durchgesetzt?
Ich, mit Unterstützung meiner Mutter. Ich habe am 01.10.1975 meine Ausbildung in Iserlohn begonnen, obwohl ich erst 17 Jahre alt war und die Zustimmung meiner Eltern brauchte. Also hätte mein Vater auch gut diese Zustimmung verweigern können.

Was ist Ihnen heute wichtig, wenn Sie an die Zeit zurückdenken?
Ich habe es geschafft und bin meinen Weg gegangen. Ich wollte es besser machen, mein eigenes Geld verdienen.

Wenn Sie mal die heutige Zeit mit der von vor nahezu dreißig Jahren betrachten, was bleibt bei Ihnen besonders prägnant im Gedächtnis?
Naja, heute habe ich manchmal den Eindruck, dass viele mit Samthandschuhen angefasst werden.

Wie ist das zu verstehen?
Also, ich bin natürlich für einen fairen Umgang mit Mitarbeitern und Auszubildenden. Das schließt aber ein, nicht nur miteinander höflich umzugehen, was mir übrigens sehr wichtig ist.

Nein, wir müssen stets das Verhältnis von Fördern und Fordern im Blick haben und hier nicht zu schnell aufgeben. Einfach dranbleiben an den Menschen und ihren Problemen und ihnen aufzeigen, was es für sie bedeutet, wenn sie sich nicht anstrengen. Dass sie sich selbst ihre Zukunft verbauen.

Und, hatten Sie damit Erfolg?
Insgesamt schon. Aber es gibt natürlich auch Ausnahmen. Und wenn sich jemand nicht helfen lassen will, den Anforderungen nicht entsprechen will, dann sind uns auch die Hände gebunden, denn wir müssen die hohen Standards in der Pflege und Betreuung einhalten. Das heißt vor allem, alles für die eigene Qualifikation zu tun. Wir helfen immer, da wo wir können. Aber wenn jemand partout nicht will, dann haben wir auch keine Chance, ihn zu fördern.

Was hat sich noch verändert?
Früher konnten Sie also mit dem sogenannten hanseatischen Handschlag Geschäfte machen. Heute müssen Sie zum Kunden ca.15 Seiten mitnehmen, die er unterschreibt, damit der Prozess bei der Krankenkasse überhaupt in Gang gesetzt werden kann.

Worauf sind Sie besonders stolz, wenn Sie die letzten 25 Jahre zurückblicken?
Dass ich geschäftlich überlebt habe. Bei der Zulassung sagten mir Mitarbeiter aus der Krankenkasse, dass es sich mit mir ohnehin nach einem halben Jahr erledigt hätte.
‚Totgesagte‘ leben eben länger, wie so schön heißt. Bei allem Frust, der natürlich manchmal entsteht, wenn man mit der Bürokratie zu kämpfen hat, was bleibt, das ist die Freude im Umgang mit den Menschen.

Wie erholen Sie sich von stressigen Ereignissen?
Indem ich am besten in Lingen mit Ursus, meinem Cocker Spaniel spazieren gehe.

Frau Lippert, vielen Dank.

 

PFLEGEDIENST GEHRMANN – ZWEIEINHALB JAHRZEHNTE AN DER SEITE SEINER KLIENTEN

MENSCHEN IN DER PFLEGE (8)

Der Pflegedienst Gehrmann geht in das 25. Jahr seines Bestehens. Das ist umso beachtlicher, wenn man den guten Ruf mit in Betracht zieht, den die Einrichtung in und um Brandenburg von Anfang an genießt.

Ich schreibe über den Pflegedienst und seine angeschlossenen Tagespflegen seit über fünf Jahren. Klar ist, man bleibt ein Außenstehender, einer, der beobachtet, der nach dem gesprochenen und geschriebenen Wort geht.

Ich kann deshalb nicht sagen, dass ich den Pflegedienst Gehrmann exzellent kenne. Nein, das ist nicht der Fall. Aber ich habe mich unzählige Male damit beschäftigt, was der Pflegedienst auf seiner Homepage sagt, was ich im Interview gehört habe.

Als jemand, der selbst seit drei Jahrzehnten mit Menschen im Dienstleistungssektor zu tun hat, entwickelst du ein untrügliches Gespür dafür, wer sich in den Vordergrund schieben will und wer einfach seine Arbeit macht, dafür lieber auf das Wohl seiner Klienten achtet.

Das Team vom Pflegedienst Gehrmann macht auf mich bis heute einen eher zurückhaltenden, ja bescheidenen Eindruck.

Manchmal denke ich darüber nach, in wessen Hände ich mich begeben würde, müsste ich zum Beispiel einen Pflegedienst beanspruchen. Beim Pflegedienst Gehrmann GbR hätte ich da ein gutes Gefühl, naja, eigentlich ein sehr gutes.

Sommer 1994 – der Beginn einer Erfolgsgeschichte, unaufgeregt aber stetig
Der Pflegedienst wurde am 01. Juli 1994 als Sozialstation eröffnet und ist seitdem in Brandenburg, genauer in Oranienburg und Umgebung tätig.

„Unsere Schwerpunkte in der Dienstleistung sind die ambulante Pflege, die Hauskrankenpflege, die Tagespflege und die hauswirtschaftliche Versorgung“, so Antje Gehrmann.

Besonders stolz ist das gesamte Team auf die beiden Tagespflegen – „Süd“ und „Kolibri“. Die ältere von beiden ist die Tagespflege „Süd“. 2017 kam die Tagespflege „Kolibri“ hinzu.

Plätze sind für jeweils 28 Gäste in den Einrichtungen vorhanden. Krankenschwestern, Altenpflegerinnen, eine Heilpädagogin und eine Physiotherapeutin sind für die Pflege- und Hilfsbedürftigen da, kümmern sich um deren Wohl und bereiten ihnen im Alltag gemeinsam schöne Stunden.

Die Details können vom interessierten Leser auf der Blogseite  nachgeschlagen werden.

https://uwemuellererzaehlt.de/2017/10/14/pflegedienst-gehrmann-stellt-sich-vor/

Antje Gehrmann, stille Macherin mit Herz
Antje Gehrmann zieht die Fäden im Hintergrund, ist Mitglied der Geschäftsleitung, kennt die Sorgen der Pflege – und Hilfsbedürftigen und deren Angehörigen sehr gut und ist vor allem eines: ein Mensch, dem man wirklich vertrauen kann.

Wer sieht, wie Antje Gehrmann heute in der Geschäftsleitung agiert, der käme nicht auf den Gedanken, dass sie jemals etwas Anderes in ihrem Leben getan hätte.

Dabei hat sie einmal in einem ganz anderen Bereich ihren beruflichen Weg begonnen. Ihr Großvater zeigte ihr von klein auf, wie man mit Bienen umgeht. Das war ihre große Leidenschaft, sie hat es quasi von der Wiege an mitbekommen.

Ihr Großvater vererbte Antje Gehrmann ein ganzes Bienenhaus, ca. 30 Bienenvölker. Sie kamen leider fast alle um, bei einer schweren Bombendetonation im Jahr 1992 und der daraufhin ausgelösten Druckwelle.

Auf den ersten Blick wird nicht gleich sichtbar, welche Gleichnisse es gibt, zwischen ihrer Liebe zur Bienenzucht und ihrem heutigen Beruf. Das erfährt man, wenn man sich näher mit dem Menschen Antje Gehrmann beschäftigt.

Sich mit Bienenzucht zu befassen erfordert viel Leidenschaft, Sensibilität, große Ausdauer und ein solides fachliches Wissen. Antje Gehrmann verfügt über genau diese Eigenschaften und deshalb war es ganz und gar nicht umsonst, dass sie mal so begonnen hat.

Später hat sie sogar ein Studium im Fach Agraringenieurswesen für Bienenwirtschaft angefangen. Die Schule wurde nach der Wende aufgelöst und Antje Gehrmann kehrte zurück Oranienburg.

Was seit 1994 für Antje Gehrmann mehr und mehr zur Berufung wurde – das ist die Pflege und Betreuung von pflege- und hilfsbedürftigen Menschen.

Ihre Mutter, Christine Gehrmann, gründete nämlich im Juli 1994 einen eigenen Pflegedienst.

Hier war Antje Gehrmann von Anfang an mit tätig, half ihrer Mutter und dem gesamten Team den Pflegedienst zu profilieren, lernte dabei selbst ständig hinzu, wuchs quasi in die Pflege hinein.

1999 wurde aus „Schwester Christine“ der „Pflegedienst Gehrmann GbR“, indem Antje Gehrmann seitdem in der Geschäftsleitung mitwirkt.

Wie es weiterging was Antje Gehrmann wichtig an Erfahrungen noch heute wichtig ist, das kann man am besten in ihrem Interview auf dem Blog nachlesen.

Mehr:

https://uwemuellererzaehlt.de/2017/06/03/antje-gehrmann-im-interview/

MENSCHEN IN DER PFLEGE (7)

DIE SENIORENHILFE GOTHA WÄCHST MIT IHREN AUFGABEN

Die Nachfrage nach Pflege- und Betreuungsleistungen ist groß, und das ungebrochen, ja, sie wächst sogar noch weiter.

Irgendwie auch ein Luxusproblem für Pflegedienste, denn sie müssen sich ihre Kunden nicht suchen. Die Kunden suchen sie.

Und trotzdem ist es mehr als nur eine komfortable Situation.

Es fehlen qualifizierte Pflegekräfte auf dem Markt, der bürokratische Aufwand wird auch nicht kleiner, im Gegenteil.

In dieser Situation wollen pflegende Angehörige, Pflege- und Hilfsbedürftige selbst trotzdem nicht irgendeinen Pflegedienst finden. Nein. Sie wollen den finden, der individuell genug ist, um auf die Wünsche und Bedürfnisse seiner Klienten einzugehen.

Die Seniorenhilfe Gotha gehört zu diesen Einrichtungen. Und das über die Jahre mit einem erwiesenermaßen guten Ruf.

Kathrin Dölle – eine Unternehmerpersönlichkeit, die zu kennen es sich lohnt

Es geht heute viel um Pflege- und Betreuungsleistungen, um Angebote, Preise und Förderungen durch die Kranken- und Pflegekassen.

Eines jedoch bleibt: Wenn der Mensch im Mittelpunkt stehen soll, also nicht nur in den wohlgesetzten Worten der Homepage, dann muss man sich unbedingt diejenigen anschauen, die von anderen sagen, sie würden deren Schicksal in den Mittelpunkt ihres Handelns stellen.

Und schnell wird klar, dass der Kreis derer schrumpft, wenn man diesen Maßstab anlegt. Ich habe schon viel über Pflegedienste geschrieben, darüber, was sie ausmacht.

Ich kann das nicht alles nachprüfen, was mir Inhaber und Pflegedienstleitungen oder Mitarbeiter erzählen.

Ich habe aber ein untrügliches Gespür dafür entwickelt, wer authentisch spricht, sagt, was ist. Und nicht, was er meint, was nach seiner Meinung sein sollte. Kathrin Dölle gehört zweifellos zu diesen Menschen, Unternehmerpersönlichkeiten, die nicht schwadronieren, sondern mit der täglichen Pflege- und Betreuungspraxis verwachsen sind.

Mehr: https://uwemuellererzaehlt.de/2017/12/28/portraet-kathrin-doelle/

Wenn sich Pflegekräfte auf die Suche nach neuen Herausforderungen begeben, einen neuen Pflegedienst ausprobieren wollen, so schauen sie naturgemäß auf die Dinge, die sie sehen und hören oder lesen können.

Wie ist der Ruf der Einrichtung? Sind die Mitarbeiter, die dort arbeiten zufrieden? Gibt es eine faire und angemessene Bezahlung?

Das alles sind wichtige Fragen. Noch wichtiger ist es zu schauen, ob man längerfristig eine neue Heimat findet, die Atmosphäre dergestalt ist, dass die Arbeit auch ein Stück Lebensqualität ausmacht.

Gewiss: Es ist schwer, das herauszubekommen, und zwar so, dass es eben verlässliche Aussagen gibt. Eine Möglichkeit besteht darin, etwas über den Kopf der Pflegeeinrichtung zu erfahren.

In Fall der Senioreneinrichtung Gotha zum Beispiel über Kathrin Dölle.

Der Lebensweg, die Einsichten, zu denen man gelangt, das sagt schon etwas aus über den Menschen, mit dem man es später zu tun haben wird.

Deshalb empfehle ich hier, das Porträt und das Interview zu lesen:

https://uwemuellererzaehlt.de/2017/06/23/kathrin-doelle-im-interview/

Leistungsangebote der Seniorenhilfe

Die Seniorenhilfe bietet ihre Hilfe und Unterstützung in folgenden Bereichen der Pflege und Betreuung an – in der Pflegeversicherung, der privaten Pflege, der hauswirtschaftlichen Versorgung und der Betreuungsleistungen als Einzelleistung in der häuslichen Umgebung.

Wer sich als Leser einen ersten Überblick darüber verschaffen will, der sollte auf die Homepage der Seniorenhilfe gehen.

Vorab kann er  sich über eine zusammenfassende Darstellung auf dem Blog informieren:  https://uwemuellererzaehlt.de/2017/12/28/leistungsbeschreibung-seniorenhilfe-gotha/

Detaillierte Aussagen, tiefergehende Informationen erhält der Leser dann, wenn er sich direkt an die Seniorenhilfe wendet.

„Ein persönliches Beratungs- oder Informationsgespräch kann durch nichts ersetzt werden. Hier kommen zwei wichtige Faktoren zusammen: die Sach- und Fachkompetenz und das Verständnis, für denjenigen, der Hilfe sucht“, sagt Kathrin Dölle in diesem Zusammenhang.

Ein Team, das den Namen  verdient

Drei Aspekte fallen mir als Autor ein, wenn ich die Seniorenhilfe Gotha herausheben wollte:

Erstens: Die Tatsache, dass es nicht nur junge Pflegefachkräfte gibt, sondern auch ältere, manche sogar, die kurz vor der Rente stehen oder bereits darüber hinaus sind.

Zweitens: Es gibt nicht nur ein Nebeneinander von ‚jung‘ und ‚alt‘. Nein, es gibt vor allem ein Miteinander. Und diese Art des Umgangs macht es aus, dass man von Lebensqualität spricht,  wenn es um die Atmosphäre, die gegenseitige Unterstützung, das Arbeiten selbst geht.

Drittens: In der Seniorenhilfe Gotha bekommen Seiteneinsteiger eine Chance, können sich entwickeln, lernen und erhalten die gleiche Wertschätzung wie jedes andere Teammitglied auch.

Mehr: https://uwemuellererzaehlt.de/2017/12/28/stellenanzeige-seniorenhilfe-gotha/

Kontakt:
Kathrin Dölle – Seniorenhilfe Ambulanter Pflegedienst
Lutherstraße 8,
99867 Gotha
Telefon: 03621 / 21 96 40
Telefax: 03621 / 21 96 39
E-Mail: info@seniorenhilfe-gotha.de