VON KRÜMEL LERNEN, DEN TAG EINFACH ZU LEBEN

WAS BISHER WAR
Klara, Peter und Lukas verstanden es immer besser, sich untereinander abzustimmen, was die Unterstützung für Anna anbetraf.
Und trotzdem, es blieb schwer, weil jeder in seinem eigenen Alltag mit seinen Ängsten, Hindernissen, aber auch kleinen Freuden zu tun hatte.

Der Alltag nahm seinen Lauf. Nur wie der von Klara, Peter oder Laura wahrgenommen wurde, das hing davon ab, wie sie sich selbst gerade fühlten, was am Tag geplant war und was tatsächlich passierte.

Wenn Peter und Klara morgens aufstanden, da hatten sie meist nur ein Thema, und abends ebenso – was Krümel wohl machte und vor allem, was sie schon alles gemacht hatte, worüber sie viel lachen mussten.

„Weißt du noch, wie Krümel auf der Seite der Couch herumturnte und ich sie mahnend anschaute?“, fragte Peter.

„Sie sagte zu mir ‚Opa, jetzt mal nicht oh, oh sagen, wenn ich hier meine Übungen mach‘, ja‘?“, das hat sie gesagt, fuhr Peter fort, ohne abzuwarten, was Klara sagte.

Klara hatte das alles ja selbst miterlebt und musste auch stets aufs Neue darüber lachen.

„Hättest du gedacht, dass wir so viel an Krümel denken würden, auch wenn sie nicht bei uns ist“, fragte Peter.

„Sie hat unser Leben verändert, es ist aufregender geworden, manchmal anstrengend, aber viel schöner als vor Krümels Geburt“, antwortete Klara.

„Gestern hat Laura angerufen und erzählt, dass Krümel der Erzieherin gesagt hätte, sie müsse mittags nicht mehr schlafen, denn das hätte ihre Mutter erlaubt“, schob sie noch hinterher.

„Ja, da werden wir noch viel lachen können“, meinte Peter, bevor er sich wieder seinem Schreibtisch zuwandte.

Krümel machte den Alltag schöner, sie ließ sich nicht von schweren Gedanken treiben, sondern sie nahm den Moment, den sie kriegen konnte und machte etwas daraus, spielte mit ‚Marshall‘, rief ‚Opa hat mich geärgert‘, wenn etwas nicht ganz nach ihrem Willen lief und sie konnte sich zu einem Stein auf der Straße freuen, den sie fand und aufsammelte.

Während Peter darüber nachdachte, wurde ihm klar, dass die Kindheit eben doch etwas ganz Wunderbares war, etwas, das nie wieder so, mit diesen Glücksmomenten aus dem Nichts, zurückkam.