AUS DEM TAGEBUCH EINES ÜBERGEWICHTIGEN (9)

MEIN FREUND, DER ALLTAG

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14 TAGE WASSERFASTEN – TAG 8

ICH MUSS DURCHHALTEN. ICH WILL DURCHHALTEN. ICH WERDE DURCHHALTEN.

Ich fühle mich gut.

Ich habe seit Beginn des Fastens insgesamt 7,25 kg abgenommen.

Der Kreislauf ist stabil und die Blutdruckwerte sind genauso, als würde ich die Tabletten einnehmen.

Ich habe sie während des Wasserfastens abgesetzt.

Gestern hatte ich ein Treffen mit meinem Freund Marian.

Er ist Kammertänzer am Staatballett Berlin.

Seine Frau ist ebenfalls Tänzerin, Primaballerina.

Beide trainieren sehr hart, jeden Tag mehrere Stunden.

Und deshalb ist das Kompliment von Marian, dass ich schon so lange durchgehalten habe mit dem Fasten, für mich nicht mit Gold aufzuwiegen.

Ich hätte nicht gedacht, dass es so brutal wird.

Dabei kann ich gar nicht sagen, dass ich unbedingt ein Hungergefühl hätte.

Heute Mittag habe ich beobachtet, wie Klara und Krümel Stampfkartoffeln und Fischstäbchen gegessen haben.

„Opa, setzt dich doch zu uns“, sagte Krümel.

Sie wollte nicht, dass ich allein im Arbeitszimmer saß.

Ich habe mich auf einen Stuhl gesetzt, ein Glas Wasser vor mich hingestellt und den beiden zugeschaut.

„Prost, Opa“, sagte Krümel.

Sie hob ihr Glas mit Saft und wir stießen gemeinsam an.

Ich glaube, es ist für mich besonders am Wochenende mental sehr hart, durchzuhalten.

Den Sonntag muss ich auch noch überstehen.

Am Montag, ja da werde ich die Tage runterzählen, es sind dann ja nur noch vier.

Ich habe Klara schon mal meine Essenswünsche für das kommende Wochenende kundgetan.

Am Samstag Senfeier, Sonntag Rouladen.

Ich weiß, wahrscheinlich ist das ein zu großer ‚Hammer‘ für meinen Körper.

Aber es fühlt sich gut an, wenn ich mir das vorstelle.

Am Samstag, nach den 14 Tagen Wasserfasten, da schalte ich sofort wieder in den Modus ‚acht Stunden essen und 16 Stunden Fasten‘ um.

Das kommt mir jetzt wie eine leichte Übung vor.

In jedem Fall: Ich muss durchhalten. Ich will durchhalten.

Ich werde durchhalten.

Noch 6 Tage.

AUS DEM TAGEBUCH EINES ÜBERGEWICHTIGEN (8)

DAS LEBEN RUHIG MAL VOM ENDE HER DENKEN