Archiv der Kategorie: UWE MÜLLER ERZÄHLT

Der Autor erzählt über den Alltag – in Form von Geschichten, Erzählungen, Kolumnen, Interviews.

FREIE ALTEN – UND KRANKENPFLEGE – ANSPRUCHSVOLLE PROJEKTE UND EIN TEAM, IN DEM ES SPASS MACHT, ZU ARBEITEN

Pflege und Betreuung von kranken und hilfsbedürftigen Menschen haben in der aktuellen Zeit einen Stellenwert erlangt, wie sonst wohl kaum etwas an Relevantem in unserer Gesellschaft.

Dabei überschlagen sich manche in der Politik darin, die Anstrengungen der Pflegekräfte zu würdigen, andere wiederum finden nach wie vor, dass viel zu wenig passiert. Beides hat sicherlich seine Berechtigung, wenn man in die Tiefe der Argumentationen einsteigt.

„Euer Klatschen könnt ihr euch sonst wohin stecken“, so äußerte sich kürzlich eine Berliner Krankenschwester frustriert und verzweifelt über den andauernden Personalmangel an Pflegekräften und die nicht ausreichende Wertschätzung für diejenigen, die im medizinischen oder Pflegebereich arbeiten.

(Vgl. „Wut-Rede in Krisen-Zeiten. Die Berliner Krankenschwester beklagt ein System, das auf Profit setzt, Personalmangel – und Klatschen als Geste der Anerkennung. Berliner Zeitung, Nummer 169, Donnerstag, 23. Juli 2020, Seite 11).

Ich begleite mit meinen Gesprächen, Interviews und Berichten seit einigen Jahren die Freie Alten- und Krankenpflege e.V. in Essen, und ich weiß, dass sie genauso viel Grund hätten, Defizite und Mängel anzukreiden, die jeder kennt, der in der Pflege zuhause ist.

Doch die FAK e.V. zeichnet gerade in dieser Zeit eines aus: Sie klagen nicht, nein, sie handeln. So öffnet Anfang September 2020 das neue Wohngemeinschaftshaus „Op dem Berge“ in Essen-Bochold, in der es auch eine Tagespflegeeinrichtung geben wird. Im November folgt dann die neue Demenz-Wohngemeinschaft „Mittendrin“ in Essen-Frohnhausen.

Und schließlich bezieht die FAK das Wohngemeinschaftshaus „Emscherblick“ in Essen- Altenessen, in der es ebenfalls eine Tagespflegeeinrichtung, im FAK- Jargon „Emscherglück“ genannt, geben wird.

Das sind anspruchsvolle Projekte in dieser Zeit, zumal ja wiederum neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die einzelnen Einrichtungen gewonnen werden müssen.

Michael Jakubiak, einer der Geschäftsführer der Freien Alten – und Krankenpflege, zeigt sich gewohnt optimistisch: „Wir sind positiv überrascht von den zahlreichen Bewerbungen für unsere Vorhaben“, sagt er im Gespräch.

Mehr erfahren unter: http://www.fak.de

 

DAS TEAM – OPTIMISTISCH BLEIBEN, DINGE NACH VORN LÖSEN UND AUCH NOCH SPASS HABEN

Wer das Team und die Geschäftsführung kennt, der weiß, dass nichts im Selbstlauf passiert. Es gibt handfeste Gründe, warum die FAK e.V. solch einen Sog auf Bewerberinnen und Bewerber ausübt.

Da ist zum einen die Tatsache, dass die Gründer der Freien Alten- und Krankenpflege e.V., wie zum Beispiel Michael Jakubiak, seit nunmehr fast vier Jahrzehnten immer an einer Idee drangeblieben sind: Nämlich, dass alte und kranke Menschen selbstbestimmt und autonom in ihrem häuslichen Umfeld verbleiben können, obwohl sie auf Pflege und Betreuung angewiesen sind.

Und wenn das nicht mehr geht, in einer der Einrichtungen und Häuser der FAK e.V. leben und wohnen zu können, in der die Bewohner ihre Einsamkeit überwinden lernen, um neben der fachlichen Pflege und Betreuung eines zu finden: eine familienähnliche Atmosphäre.

Dieses ethische Verständnis ist nicht aus äußeren Worthülsen gebaut. Nein, es ist tief in der DNA des gesamten Teams der FAK e.V. verankert.

Das ‚schreit‘ sich natürlich nicht heraus, es schweigt sich eher in Essen und Umgebung herum. In der aktuellen Stellenanzeige der FAK e.V. steht: Wir brauchen keine Roboter. Wir brauchen Menschen. Wir brauchen Sie! Wer das Team kennt, der weiß, dass jedes Wort so gemeint ist. Die Wertschätzung beginnt dort, wo Menschen mit ihren Fähigkeiten und Stärken gebraucht werden und sie setzt sich darin fort, dass sich alle in der FAK e.V. wohlfühlen sollen – die Bewohner in den Wohngemeinschaften und die Pflegekräfte.

Nur so kann ein fundierter Rahmen geschaffen werden, wo das Wohnen, das Leben und das Pflegen und Betreuen Spaß machen, ja, sich das alles gegenseitig bedingt. Könnte ich noch einmal von vorn beginnen, so würde ich in der Pflege anfangen, und würde ich in Essen und Umgebung wohnen, ich wüsste, mit wem ich zusammenarbeiten wollte.

INTERVIEW MIT JÜRGEN HINTZE VOM 07.07.2020

 Jürgen Hintze gehört zu den Menschen, die man getrost als alteingesessenen Wandlitzer bezeichnen kann.
Als Inhaber der Glaserei Jürgen Hintze genießt er einen exzellenten Ruf, vor allem was sein bürger- und kundenorientiertes Handeln, aber auch die Qualität seiner Arbeit anbetrifft.
Er ist darüber hinaus jemand, der sich mit viel Herz und Sachverstand für die Interessen der Bürger im Landkreis Barnim einsetzt. Jürgen Hintze sitzt im Gemeindeparlament Wandlitz für die ‚BVB/Freie Wähler‘, und er ist Kreistagsabgeordneter des Landkreises Barnim mit Sitz in Eberswalde.
Ich habe Jürgen Hintze nach seinem Lebensweg befragt, danach, was ihn antreibt und warum er sich so sehr für Bürgerinteressen in seiner Heimat engagiert.

Herr Hintze, können Sie ein paar Stationen aus Ihrem Leben schildern?
Ich wohne seit 1968 in Wandlitz. Ich habe noch einen Bruder, der als Oberforstrat im Landkreis Oberhavel tätig ist. Seit dem 24.09.1987 bin ich selbstständig.
Von 1982 bis 1987 habe ich in Berlin als Glaser gearbeitet.
Ich wollte mich immer selbstständig machen, auch schon zu Ost-Zeiten.
Das war gar nicht so einfach.

Warum nicht?
Nun, ich brauchte dazu einen Meisterbrief. Ich versuchte es trotzdem, wurde aber vom damals zuständigen Rat des Kreises abgelehnt.
Später hat es dann noch geklappt. Ich durfte mich selbstständig machen und bekam die Auflage, den Meisterlehrgang nebenher zu absolvieren. 1989 bekam ich dann den Meisterbrief.

Wie kam es, dass sich der Rat des Kreises doch darauf einließ?
Auf dem Land gab es einen riesigen Nachholbedarf, was kleinere Handwerksbetriebe anbetraf. Und weil ich nicht lockergelassen habe, mein Vater mich außerdem in meinem Bestreben sehr stark unterstützte, bekam ich dann doch die Erlaubnis für die Eröffnung einer Glaserei.

Wo haben Sie gelernt?
Ich bin in der Erich-Weinert-Oberschule in Wandlitz zur Schule gegangen und habe danach in der PGH Glas Berlin meine Ausbildung absolviert. Das war eine große PGH, in der 50 Mitarbeiter arbeiteten.
Das rührte daher, dass in den 60er Jahre viele kleine private Handwerksbetriebe zwangskollektiviert wurden und dann unter dem Dach der Produktionsgenossenschaft zusammengeschlossen worden waren.
Für mich war das aber ein Vorteil, weil ich die meisten Tätigkeiten eines Glasers verrichten konnte, zum Beispiel die der Glasschleiferei.

Wenn Sie heute noch einmal zurückdenken an die Zeit im Osten, was hat die Arbeit eines selbstständigen Gewerbetreibenden so erschwert?
Ich denke, ausschlaggebend für die vielen Schwierigkeiten war, dass die Materialverteilung nicht funktioniert hat. Der Rat des Kreises bilanzierte, was zur Verfügung gestellt werden sollte, und darüber hinaus gab es keine weiteren Kapazitäten, kein weiteres Material. Es wurde zwar genügend produziert, aber bei der Bevölkerung kam das in nur sehr beschränktem Maße an.

Das Glas konnte ich nicht selbst abholen. Dazu brauchte ich einen LKW, an dem ein Kran sein musste und den hatte ich nicht. Also musste ich mich hier entsprechend absprechen und das war ebenfalls nicht einfach, weil ja viele Handwerker an ihr Material kommen wollten.

Außerdem: Wir hatten Preislisten, an die wir uns strikt zu halten hatten. Der Staat stützte die Preise mit bis zu 21 %. Ich musste deshalb jede Quittung beim Rat des Kreises abrechnen und natürlich auch auf mein Geld warten.
Laut der damals geltenden Preisliste mussten Betriebe 18 % mehr als die Bevölkerung bezahlen.

Die Mehreinnahmen musste ich jedoch dann an den Staat abführen.
Das war das sogenannte Preisausgleichverfahren.
Heute wird das durch die Berechnung der Mehrwertsteuer geregelt.

Es ist faktisch ein gegenseitiges ‚Geben und Nehmen‘, das meine kaufmännische Bilanzierung in der Waage hält.
Der Vorteil besteht vor allem darin, dass ich nun Glas einkaufen kann, wieviel ich will, was ich will und wo ich will.

Was ist Ihr Kerngeschäft heute?
In erster Linie sind wir eine Bauglaserei. Mein Bestreben ist es, den Kunden schnellstmöglich zu helfen, zum Beispiel wenn ein Einbruch stattgefunden hat oder es zu Schäden durch Witterungseinflüsse gekommen ist.
Das Hauptbetätigungsfeld sind das Verglasen von Fenstern und Türen.

Wie arbeiten Sie – allein oder haben Sie Mitarbeiter?
Ich habe schon immer allein gearbeitet. Wenn ich Unterstützung brauche, beispielsweise bei Arbeiten an einem Schaufenster, dann hole ich mir Leiharbeiter oder ich arbeite mit anderen Firmen zusammen.

Was ist Ihnen wichtig, wenn Sie an Ihre Kundenbeziehungen denken?
Ich verstehe mich als Dienstleister für den Bürger. Ich will ein verlässlicher Ansprechpartner sein, wenn Schäden auftreten – schnell und unbürokratisch. Ich rechne unter anderem bei Versicherungsfällen direkt mit der jeweiligen Versicherung ab.

Sie sind politisch sehr aktiv, können Sie mal schildern, was Sie genau tun?
Ich saß von 2008 bis 2019 im Gemeindeparlament, allein, für unsere Wählergruppe „Die Unabhängigen im Gemeindeparlament von Wandlitz“.

Allerdings haben wir uns im Jahr 2018 umbenannt in die „Brandenburger Vereinigte Bürgerbewegungen/Freie Wähler“.
Wichtig ist zu wissen, dass wir keine Partei sind, sondern eine Wählergruppe.

Ich bin in Wandlitz Gemeindevertreter, Ortsbeiratsmitglied, stellvertretender Ortsvorsteher des Ortsteils Wandlitz und zudem bin ich Kreistagsabgeordneter des Landkreises Barnim mit Sitz in Eberswalde.

Welches Ziel verfolgen Sie?
Wir wollen eine transparente bürgernahe Politik erreichen. Ich bin zum Beispiel der Einzige im Parlament, der bei jedem Votum namentlich abstimmt.
Die Kommunalverfassung lässt das zu.

Erfordert diese namentliche Abstimmung nicht auch Mut von Ihnen?
Ja, natürlich. Man hat ja dadurch eine Vielzahl von politischen Akteuren gegen sich.
Aber das gehört dazu, sonst kann man nichts bewirken.
Für mich bleibt das oberste Gebot, für die Bürger vor Ort eine transparente bürgernahe Politik zu gestalten.

Woher nehmen Sie die Motivation dafür?
Ich bin davon überzeugt, dass Veränderungen wesentlich von unten her mitbestimmt werden.
Deshalb sollten wir alles dafür tun, damit sich mehr Bürger an der Wahl beteiligen, aktiv für ihre eigenen Interessen eintreten.

Was machen Sie, wenn Sie entspannen wollen?
Durch meinen Beruf und mein politisches Engagement bleibt mir nicht sehr viel Zeit, um Hobbies nachzugehen.

Ich bin gern mit meiner Familie zusammen und verbringe mit ihnen ein paar schöne Stunden.

Ich bin seit 1992 verheiratet, habe eine erwachsene Tochter, die in Berlin wohnt, und ich bin seit zwei Jahren Opa.
Ansonsten gehe ich gern angeln, liebe es, auf meinem Grundstück zu arbeiten und bin überhaupt sehr naturverbunden.

Herr Hintze, vielen Dank für das Interview

DAS GROSSE HERZ EINER SCHAMANIN MIT RUSSISCHEN WURZELN

MENSCHEN IM ALLTAG (6)

Margarita Stasiuleviciene ist jemand, die zuhören kann, die dich anblickt und du spürst, dass sie dich ernst nimmt, ja sie in dem Moment deines Gespräches mit ihr – ganz dir gehört.
Ich habe unlängst mit ihr ein Interview geführt, viel über ihr Leben erfahren.

Wir fanden es beide spannend – ich, der die Fragen stellte und sie, die erst gründlich nachdachte, bevor sie antwortete.
Wir spürten ein Interesse füreinander, für das Leben, das Schicksal des jeweils anderen.

Einige Tage später habe ich ihr noch ein paar Hinweise gegeben, wie sie manches an ihren Texten auf ihrer Web-Site optimieren könnte.
Sie hat nicht nur das getan, nein, sie hat mir auch noch spontan etwas Großartiges geschenkt – einen Füllfederhalter, einen Tintenschreiber und ein kleines Buch dazu.

Einfach nur so, aus Dankbarkeit. Ich war gerührt und ich bin schlecht darin, so etwas gleich zu zeigen. Die Freude kam einige Zeit später.
Wie konnte sie wissen, dass ich es liebte, mit dem Füller zu schreiben, obwohl ich blindlings auf der Tastatur mit zehn Fingern agiere?

Hatte sie es auf meinem Cover von Schreiballtag erkannt?
Vielleicht hatte ich ihr auch gesagt, dass das Schreiben mit dem Bleistift oder noch besser einem schönen Füller dich dazu bringt, dass du tiefer in einen Gedanken einsteigst, oder wie man heute formuliert, dass du dadurch entschleunigst.

Ich rede seit vielen Jahren mit Menschen, die mich interessieren, deren Leben mich fasziniert und die aus den Erfahrungen des Alltags heraus etwas zu sagen haben.

Liebe Margarita, ich verstehe nicht viel davon, was eine Heilpraktikerin tut, welche Methoden sie anwendet, aber ich weiß eines ganz sicher: Wenn solche Menschen wie du, mit Herz, klugem Verstand und Feingefühl in diesem Metier agieren, dann ist es ein Glück für diejenigen, die mit dir zu tun haben.

Danke für die Geschenke, danke, dass ich dir – der Seelentrainerin mit russischen schamanischen Wurzeln begegnen durfte.
Uwe

JEEPY (44)

KRÜMEL IST KRANK UND KANN NICHT MIT AN DIE OSTSEE

Hallo Krümel,
hier ist Jeepy – zum letzten Mal vor Weihnachten.
Mein Fahrer war heute ganz traurig.

Zuerst hat er mir mächtig wehgetan, denn er ist in der Tiefgarage vom Fitness-Center an der Wand entlanggeschrammt und hat mein ‚Ohr‘ verletzt.

Ich meine natürlich meinen Seitenspiegel an der Fahrerseite. Der Spiegel ist rausgesprungen und am Lack waren Kratzer zu sehen.
Er sagt, dass er unaufmerksam war.

„Ich bin traurig, weil Krümel krank ist und nicht mit an die Ostsee fahren kann“, hat er zu mir gesagt.

Siehst du Krümel, jetzt sollst du auch noch Schuld daran sein, dass mein Fahrer nicht aufpasst, wo er hinfährt.

Aber heute Abend hat er wieder bessere Laune. Er hat Oma geholfen, den Weihnachtsbaum aufzustellen.

Du wirst Augen machen, wenn du über Silvester hier bist und zum ersten Mal den Baum siehst.

Ich muss ja wieder leider draußen bleiben, unter meinem Carport.
Aber ich freu‘ mich trotzdem, wenn ich dein Juchzen höre und du den Baum anstaunst.

Also bis bald mal Krümel. Jetzt wird ja nichts aus dem Weihnachtssingen mit dir gemeinsam bei mir im Auto.
Wir denken an dich und singen trotzdem.
Dein Jeepy.

SCHREIB-ALLTAG (11)

TRAINING GEHÖRT ZUM SCHREIBEN

Wenn ich auf mein Lieblingsthema, das Schreiben zu sprechen komme, dann stöhnen alle auf. Manche leise, Laura hingegen hörbar: „Ach Papa, nicht schon wieder“, sagt sie dann.

„Kannst du auch mal über etwas Anderes reden?“, schiebt Klara hinterher.

„Nein, kann ich nicht“, antworte ich und bin beleidigt. Logisch.

Dabei will ich nur sagen, wie mühevoll es ist, am Schreiben dranzubleiben, sich jeden Tag wieder neu aufzuschwingen, sich etwas ‚abzuquetschen‘.

Also gehe ich nach diesen Bemerkungen in die innere Emigration, schweige und beteilige mich auch nicht an den Gesprächen der anderen am Tisch.

Und ich hätte so viel darüber mitzuteilen, über das Schreiben.

Zum Beispiel das: Wenn du dich zwingst, wenigstens einmal am Tag für zehn Minuten ein Blatt weißes Papier zu nehmen, einen Bleistift anzuspitzen und einfach drauflos zu fabulieren, dann wirst du sehen, wie es deine Gedanken in Fahrt bringt. Wichtig ist, die Tastatur beiseite zu lassen. Sie stört, ist im Weg beim schnellen Schreiben, im Moment, wo es nicht um formvollendete Sätze ankommt.

„Kann ich noch mal kurz was zum ‚automatischen Schreibtraining‘ sagen?“, frage ich.

„Nein!“, schallt es mir wieder von allen Seiten ins Ohr.

„Na dann eben nicht“, sage ich und fange an mit Krümel Quatsch zu machen. Sie hört mir wenigstens zu.

„Wollen wir singen?“, frage ich sie.

„Ja“, sagt sie und ich beginne, eine Melodie zu brummen.

Das haben die anderen nun davon. Jetzt müssen sie eben das ertragen. Und Krümel gefällt’s. Sie klatscht in die Hände, singt ein klein wenig mit und dreht sich im Kreis.

Das ist noch besser, als über das Schreiben zu reden.

 

 

 

 

50 KILO ABNEHMEN (20)

ES LÄUFT – NUR DER BAUCH, DER MUSS NOCH WEG

Ich habe gestern mein Trainingsprogramm straff durchgezogen. Dabei hat es mich zu Beginn enorm viel Überwindung gekostet.

Besonders wenn ich aus der Umkleidekabine zum Laufband gehe, dann muss ich an einem Spiegel vorbei. Und da sehe ich das Grauen in voller Breite. Der Bauch, den ich im Spiegel erblicke, der ärgert mich.

Wieder habe ich nicht konsequent am Wochenende auf die Diät geachtet.

Also was bleibt? Weitermachen!

Ich stellte mich auf das Laufband und begann meine Füße zu bewegen, einen Fuß vor den anderen. Und ganz allmählich kam ich in Fahrt.

Ich staune immer wieder aufs Neue, wie schnell die Zeit vergeht. Eine halbe Stunde ist schnell rum. Ich glaube, es liegt daran, dass ich viel auf den Fernseher schaue, der direkt vor mir an der Wand aufgehängt ist. Da siehst du Videos von sportlichen Leuten, meine Güte.

Ein paar Jungs springen über Mauern, überwinden Häuserschluchten, rollen federleicht ab, wenn sie unten ankommen und laufen weiter.

„Junge, Junge, bin ich froh, dass ich hier nur laufen muss“, sage ich mir dann in Gedanken und so vergeht die Zeit eben. Plötzlich taucht die Zahl dreißig auf, ich kann auf die Stopptaste drücken, einen Schluck Wasser nehmen und weitergehen – zum Rudern. Naja, da hatte ich gestern auch keine Lust zu.

Was habe ich gemacht?
Ich habe mich auf den Sitz gesetzt, die Schnallen um die Schuhe gelegt, sie festgezurrt, und angefangen zu rudern.

Und so ging es gestern von Station zu Station.
Wird es heute anders sein? Nein, es geht wieder von vorn los.

Ich merke, dass ich allmählich Muskeln bekomme. Nur der Bauch, der muss noch verschwinden.

50 KILO ABNEHMEN (13)

EIN SCHRITT NACH VORN – ABER MANCHMAL AUCH WIEDER ZWEI ZURÜCK

Sonntagmorgen. Ich fertige die Liste für den neuen Monat an – November 2019.

Vorher schaue ich auf das Ergebnis im Oktober. Ich bin ganz zufrieden, denn immerhin sind es 3,5 kg weniger, die ich seit Monatsbeginn auf die Waage bringe.

Am 07.10.2019 waren es 126,3 kg und nun am Monatsende sind es nur noch 122,8 kg.

Es fällt mir nicht leicht, davon zu berichten. Es ist, als würdest du irgendwie nackt dastehen. Doch es geht nicht anders.

Ich will zeigen, dass es sich lohnt zu kämpfen. Aber nicht nur das. Ich möchte darüber schreiben, wie mühselig es ist, wie oft auf einen kleinen Schritt nach vorn zwei Schritte folgen, die in die andere Richtung gehen, nämlich rückwärts.

Aber wer glaubt auch schon, dass jemand mit 50 kg Übergewicht in wenigen Wochen wieder auf sein Normalgewicht zurückgelangt? Ich denke niemand.

Der Weg ist deshalb stets ein wenig das Ziel. Ich gehe jeden Wochentag ins Fitness-Studio im Prenzlauer Berg, ackere inzwischen zwei Stunden an den Geräten. Ich merke es, denn so langsam wachsen die Muskeln wieder.

Jetzt kommt es darauf an, noch mehr in Sachen Ernährung zu tun. Das ist bei mir der ‚Pferdefuß‘. Ich will es hier aus eigener Kraft schaffen und mich nicht in die Hand von Ernährungsberatern begeben.

Das heißt auf der anderen Seite, sich selbst schlau zu machen, zu lesen, zu analysieren. Seit heute notiere ich mir, was ich jeweils gegessen habe.

Ich tippe das sofort ins iPhone, denn das schleppe ich ja ohnehin überall mit mir rum. Am Wochenende werde ich das Ganze dann auswerten.

Es ist nicht nur physisch anstrengend, nein, es braucht genauso die mentale Kraft, die Geduld und den Biss, alles aufzuschreiben, die richtigen Schlüsse aus dem Protokollierten zu ziehen. Ich bleibe dran.

Am 04.12.2019 will ich bei 119,7 kg sein. Das wäre ein phantastisches Ergebnis. Doch das wird kein Spaziergang, es wird hart, durchzuhalten.

ANNA IST DEMENT (46)

FRIEDA IST EINE SCHRECKLICH LAUTE PERSON

Peter dachte noch immer daran, wie er sich Anna gegenüber verhalten hatte. Er fühlte sich im Recht, als er sie bat, den Gurt im Auto anzulegen.

Doch er hatte das außeracht gelassen, was er stets zu Klara in solchen Situationen sagte: „Anna ist dement und wir sind es nicht. Anna kann ihr Verhalten nur noch bedingt steuern.

Wir aber, wir können das und wir haben deshalb die Verantwortung dafür, mit entstandenen Situationen umzugehen.“

Das waren seine Worte. Und nun, wo es darauf angekommen war, sie tatsächlich zu berücksichtigen, da versagte er doch glatt.

Peter hatte darüber mit einer Inhaberin eines Pflegenternehmens telefoniert. Er kannte sie nicht persönlich, aber er wusste, dass sie ihn bestens verstand.

Im Grunde wusste er selbst sehr genau, was er falsch gemacht hatte, aber es tat gut, dass ihm jemand zuhörte, der nicht nur vom Fach kam, sondern auch menschlich nachfühlte, was auf beiden Seiten vorging, auf der Seite von Anna und auf seiner Seite.

Wieviel Konfliktstoff barg die Betreuung von Anna in sich?

Ihre Krankheit stellte jedenfalls alle auf die Probe – Klara, Lucas, die ganze Familie eben.

„Wie geht es euch?“, fragte Anna einige Tage später Klara am Telefon.
Sie hatte längst vergessen, welche Auseinandersetzung sie mit Peter und Klara hatte.

„Manchmal hat die Demenz auch gute Seiten“, sagte Peter.
Klara schaute ihn empört an.

„Das ist ja wohl nicht dein Ernst“, sagte sie.
„Du hast Recht. Es ist schlimm genug, dass Anna vieles gar nicht mehr mitbekommt.“

„Und vor allem, meine Mutter mag dich doch so gern. Sie hat in den ganzen Jahren unserer Ehe nie ein böses Wort über dich gesagt“, setzte Klara nach.

„Ja, ich weiß.“
Peter schmunzelte.

„Warum lachst du?“, fragte Klara.
„Weißt du noch, wie ich mit Frieda über Politik stritt und es emotionaler wurde?“

„Ja, und?“
„Naja, hinterher sagte Anna nicht etwa, dass ich zu laut gesprochen hätte. Nein, sie meinte, dass Frieda nur so eine schrecklich laute Person sei.“

JEEPY (35)

LIEBER KRÜMEL, DU BIST JETZT SCHON ZWEI JAHRE AUF DIESER WELT-UND SIE IST DESHALB WIEDER EIN BISSCHEN SCHÖNER GEWORDEN

Hallo lieber Krümel,
hier ist Jeepy, dein bester Freund, naja, wenn mein Fahrer nicht in der Nähe ist.

Ich will dir ganz herzlich zu deinem Geburtstag gratulieren. Zwei Jahre bist du nun schon auf dieser Welt, eroberst sie dir in kleinen, aber immer sichtbareren Schritten.

Du fängst an zu sprechen, rufst die Katze als ‚Datze‘ und winkst ihr zu, damit sie zu dir läuft.

Ich wollte dir persönlich gratulieren, weil ich ja unten bleiben muss, wenn du oben die Geschenke auspackst.

Ich soll dich ganz lieb grüßen und drücken von allen, die dich liebhaben, und wir werden dich immer liebhaben, egal was passiert.

Das alles will dir mein Fahrer noch persönlich sagen.
Dann kannst du ihm ja auch dein ‚Aua‘ zeigen, dass du von der Spritze bekommen hast.

Lieber Krümel, wir wollen noch viele Abenteuer gemeinsam erleben, Spaß haben.

Wer weiß, vielleicht fahre ich ja bald mit Batterie. Aber egal, deshalb braucht ihr mir trotzdem nicht meine Sitze mit dem Geburtskuchen vollkrümeln, lieber Krümel.
Mit ganz herzlichen Grüßen und Scheinwerferblinken, dein Jeepy.

 

ANNA IST DEMENT (44)

ICH BITTE UM DIE TABLETTEN AUS DER KISTE
Lukas ist auf dem Weg zu Anna, wie jeden Tag.
Anna schaut ihn mit wirrem Blick an.
Sie versteht nicht, warum die Kiste mit den Spritzen verschlossen ist, und warum nur der Pflegedienst sie aufmachen darf.

Lukas ist auf dem Weg zu Anna.

Vorher hatte er noch im Stralsunder Hafen bei einem älteren Ehepaar aus Hamburg vorbeigeschaut, die in ihrer Ferienwohnung Urlaub machten, und die ihn mit der Betreuung der Feriengäste betraut hatten.

Im Herbst, wenn der Ansturm der Urlauber abflaute, kamen die Eigentümer selbst, um sich ein wenig von Hamburg zu erholen.
Sie freuten sich, wenn Lukas vorbeikam und sich nach ihrem Befinden erkundigte.

Aber nun war er auf dem Weg zu Anna. Als er in der Tür stand, schaute sie ihn mit wirrem Blick an.

„Du kommst ja ganz schön viel, hast du nichts zu tun?“

Lukas schwieg. Er kämpfte seinen Ärger hinunter. Er hatte sich extra beeilt. Und nun dieser Vorwurf von Anna.

„Jetzt lass mich doch erst einmal hereinkommen!“, sagte er stattdessen.

In seine Stimme war ein klein wenig mehr Schärfe gekommen, als er es selbst wollte. Er ging ins kleine Zimmer, in der die Kiste mit den Spritzen und Tabletten stand.

„Ich versteh‘ nicht, warum die Kiste hier verschlossen ist“, sagte Anna mit vorwurfsvollem Unterton zu Lukas.

„Mutti, damit du dort nicht rangehst und dir eigenständig die Spritzen und Tabletten rausholst.“

„Aber wer soll das denn sonst tun?“, fragte Anna.

„Mutti!“, Lukas hielt inne, weil er Angst hatte, dass er zu laut wurde. Sein Blick fiel auf zwei Zettel, die auf der Kiste lagen.

„Achtung! Wer gibt mir die Tabletten aus der Kiste?“, hatte Anna dort draufgeschrieben.

„Wie regeln? Morgens muss ich meine Tabletten einnehmen. Das ist alles in der Kiste!“

Lukas stockte der Atem. Anna hatte nichts begriffen, im Gegenteil, sie versuchte immer noch an die Kiste heranzukommen.

„Habe also nichts eingenommen. Abends kann ich so nicht arbeiten.“

„War der Pflegedienst schon hier und hat dich gespritzt?“, fragte Lukas.

„Nein, hier war keiner. Und die Kiste ist auch zu. Es ist zum Verzweifeln.“

Lukas schlug das Buch auf, in dem die Mitarbeiter des Pflegedienstes regelmäßig eintrugen, wann sie dagewesen waren.

„Hier steht doch, dass vor zehn Minuten der Pflegedienst da war, dich gespritzt hat und dir die Tabletten verabreicht hat.“

„Das kann doch nicht sein, dass ich das schon wieder vergessen habe“, sagte Anna resigniert.

 

THE LITTLE WILLIAM IS THERE (2)

YOU CAN GO HOME AGAIN

„Mami, it’s happening. Can you come right now?“ Marian asked his mother excitedly on the phone.

„But I have my sport tonight. I can’t do that.“ she said to her son. But this was only her initial reaction. Although Sylvia had her own life and enjoyed pursuing her own activities, she supported her family wholeheartedly.

She helped wherever she could and she loved Marley beyond measure. So it was without question that she would drop everything to be with her grandson when Marian and Iana had other responsibilities. So in this situation, she canceled her plans and went to Marian and Iana’s home immediately.

During the phone call with his mother, Marian paced nervously back and forth on the terrace. He didn’t know if he and Iana would need to spend the night in the hospital, or if they could go home again, so his mother’s initial reluctance to come and help them, made him even more nervous.

„Mami.“ Marian tried again. But he did not have to say anything more.

„It’s alright, I’ll be right there.“ his mother soothed him.
After talking to his mother, Marian went to find Iana in the bathroom. While everyone around her was in chaos, she herself, was calm.

She was standing in front of the mirror with curlers in her hair. She looked happy because finally it was happening. The wait was over.
Again, a little amniotic fluid leaked from her. Marian became even more restless.

„We need to go to the hospital.“ he urged.
They arrived at the hospital shortly before half past eight in the evening. The midwife initially examined Iana for her general condition, and then attached her to the ‚labor clerk‘.

Iana had been physically and mentally prepared for what she expected when the child came.

„I feel like I’m going to training,“ she joked.
The midwife came back in. „Your uterine mouth is still closed.“ she told Iana, looking friendly.

„So you can go home for now.“ she added.
Iana looked at the midwife questioningly and at the same time doubtfully.

She sensed that it was not good to leave the hospital again, only to have to come back a little later.

It was quiet in the room. Nothing would have suggested how strained Iana was now. From her experience, she sensed that it did not feel right to follow the midwife’s advice.

Marian looked questioningly at Iana.
After a short break she said:

„For the birth of Marley, at first it looked like he was not ready to come out yet. But then everything suddenly went very fast.“

The midwife looked at Iana. She didn’t seem too happy that Iana had doubted her advice. But Iana knew her own condition, she knew her body, and she knew she was feeling the beginning of childbirth. She conveyed this to the midwife, who understood.

„I’ll discuss that with the doctor.“ she said, turning to the door.
Iana paced up and down and Marian was silent. The tension was noticeable to both.

They had been sent to the waiting area directly in front of the delivery room. They were waiting on the doctor to give them final certainty that it was actually amniotic fluid that had leaked out.
Finally, it was time. Iana was re-examined. Now, Iana could not sit still. She began to breathe shorter, she got cramps and the contractions began.

„That’s pain to enjoy. “ she joked with Marian. He smiled back, looking calm on the outside, but Iana knew her husband. She knew how excited he was inside.

„I feel like the baby is kicking.“ Iana told the doctor. She looked over at her and smiled as she looked at the ultrasound image, which showed that Iana’s cervix was about to open.

„We’ll keep you here.“ she said to Iana, after a second vote with the midwife.

Right after the examination, they were given a twin room, set up so that Marian could stay there too. He lay down next to Iana in the double bed and tried to reassure her. Iana had to smile, she could feel his uneasiness. Marian played some music on his phone to help them both relax.

„Can you give me a glass of water, please.“ Iana asked Marian. „And the lip balm.“

The contractions became stronger and stronger. To make it more bearable for Iana, the midwife gave her a light analgesic.

She left without saying goodbye

Iana got on the train to Donetsk. She was happy to finally go back home to Kiev and this time, forever. But her feelings were divided. In fact, a certain sadness came upon her.

The engine of the train started running and the wheels slowly began to turn. Iana laid back in her seat and closed her eyes and as she did this, images started appearing in her mind about the year that had just past. She knew that she was heading towards a new goal in her future.

A guilty feeling would constantly reappear

Iana had left many friends behind. She had a feeling of comfort in the city and really liked the people in Donetsk.

Everything she loved began in this city; her professional education towards becoming a ballerina, her first performances and the first admiration from the audience. But what she regretted the most was not saying goodbye to the ones who supported her and helped to make her dreams come true.

Two special people: Irina Pisareva and Vadim Pisarev. Even today, this thought is heavy on her soul. Irina was there for her when she struggled the most. In particular when Iana didn’t know if she could continue to follow her dream to dance.

Irina gave her food, shelter, nurtured her and gave her the strength through love and compassion which was vital for her to continue.

Vadim Pisarev was a father like figure, teacher and incredible dancer

Vadim was a famous ballet dancer at the time that Iana and her brother started their education. He also held the highly renowned position as Artistic Director of the state Academy of Opera and Ballet in Donetsk, known far beyond the borders of Ukraine.

He then continued creating the international „World Ballet Stars“ festival of which he also became director and he created the Master School of Choreography. Iana and her brother knew how fortunate they were to be under the wings of a true master of the art of ballet.

Donetsk, my new city and my beloved new home

There was nothing Iana would miss in Donetsk, apart from her family in Kiev. She would share an apartment with another balletdancer. Vadim Pisarev was able to acquire this apartment for them, which madeIana very happy because now she would be able to enjoy more freedom.

There wasn’t a nanny anymore who would follow her around everywhere and tell her offfor certain things she would do. That’s how she remembered her time in the dormitory.

This was the time Iana would grow creatively, not only in her ballet education or during her performances on stage in Donetsk but inother areas of life as well.

She also attended a modelling school to become a photography Model. The school was very near to the theatre. The classes provided knowledge on things like how to use the right make up and how to applyit.

She was taught how to walk on a catwalk and everything one would need to know about casting. Once she even received an offer to work with a Parisian modelling agency.

It all seemed so exciting and Vadim Pisarev supported her all the way. He thought it was important for Iana to grow as an artist and to learn about other ways to be creatively active. He even encouraged her to take part in the drama classes at the theatre.

Of course with so many new things to learn, Iana wouldn’t have much time for other things like partying or hanging out withfriends; only very intense work.

To leave Donetsk was not an easy decision but Iana knew it was time to move on in order for her to grow and experience different aspects of her dream. The decision didn’t come over night.

„Should I stayor should I not stay?“

„Should I really leave the city that gave me so much love and support? The ballet teachers who set me on the path to my dream career? “

These questions were constantly running through her mind. She tried to tell herself that this would be her way of giving back for all the good things she had been given but her thoughts were pulling her in different directions and she didn’t know what to do. She didn’t feel comfortable enough to talk to anyone about it so she kept it to herself which would eventually start eating her up inside.

Her brother, Jaroslaw, decided for himself that he would never go back to Donetsk.  Iana decided to follow him to Boston, America to take part in a tour. From there, Jaroslaw received a contract from the balletdirector of Boston to work in his company as a ballet dancer. Iana received the same offer but she had a different idea about what she wanted to do next. Her idea was to go back to Donetsk to train more and improve herself. This was the placewhere she could experiment with her artistry on stage. 

Boston wasn’t the end destination for Ianas‘ brotherJaroslaw. He later went on to dance with Miami Ballet. Miami seemed to be abetter place for him to dance. This decision didn’t seem to have any influence on Iana however, so she flew back to Donetsk and would be there on her own this time, without her brother. This made her miss her family back home in Kiev evenmore. She felt alone and was in need of her parents and all she wanted now was to go back home.

Later, a new love interest emerged for Iana

 He was a Japanese dancer from Kiev. He was already very successful in his career. Iana experienced quite strong feelings for him. He told Iana that he was watching one of her performances in Donetsk and that from that moment on, he was alreadyin love with her.


My new Japanese boyfriend seemed a little obsessed with me

He was fascinated by Iana’s dancing. He felt that it was powerful yet effort less and elegant. She had the ability to emotionally transform the audience with her roles. He would come more frequently to Donetsk to see her. At one point he started to insist for her to move to Kiev with him and become a Ballerina in the Kiev company. Was that what she should do? She didn’t know.

Let’s live and work together in Kiev

Iana was deeply flattered by the attention she got from him. He would have done anything for her. She enjoyed this attention but she also had the desire to be independent and follow her own path.
Iana’s boyfriend asked her if she would go with him to Japan, his home country, in order to participate in an international ballet competition. After a long flight, they arrived in Japan where Iana was introduced to his mother. His mother was incredibly important to him.

He worshiped her like a Goddess. Iana found the Japanese culture and traditions to be very interesting and everyone was so kind to her. It brought her great joy to see the respect they had for the ballet dancers.

Iana was also overjoyed to receive a special prize at the competition. Her experiences in Japan were a big part of her decision to move back to Kiev.

She had a good heart and she never forgot the people by her side

That was the tipping point for her to move back to Kiev. The moment Iana let go, she felt the pain. It hurt deep within her heart because she had left behind good people; good friends. Iana had never been the type of person who would show her inner feelings to others. She either expressed them through dancing or kept them buried inside herself. She had kept all of these emotions hidden because it was important to her to develop her skills, expand her horizons and strive to become the best ballerina she could. The thought of her being with her boyfriend in Kiev and being with her parents again were important factors in her decision to move back to Kiev.

Flashback

„We will shortly be arriving in Kiev.“  Said a voice from the speaker on the train. Iana opened her eyes. Finally, very soon she would see her family again.

„Daddy, could you drive back to Donetsk one more time and explain to Vadim Pisarev why I had to leave without saying goodbye or telling him why?“

Iana begged her father, Anatoli, after her tears upon arrival had dried. Anatoli couldn’t deny the request of his daughter. He drove back to Donetsk and explained to Vadim why Iana had returned to Kiev. He tried his best but he felt a little lost for words. However, Vadim was very understanding. He only wanted the best for Iana.

Iana mentioned at the end of our conversation: „Today, I’m more sure than ever that I had the best dance education in the best school in the world. Therefore I want to thank you from the bottom of my heart, Vadim Pisarev and Irina Pisareva, for your love and support throughout all these years. You will always have a place in my heart.“



PFLEGEKRÄFTE ZWISCHEN HERAUSFORDERUNGEN UND SELBSTZWEIFELN

Wer heute in der Pflege tätig ist, den packen mitunter Zweifel, ob er das Richtige tut, ob er selbst richtig ist in der Branche. Besonders jüngeren Pflegekräften kommen diese Selbstzweifel: 'Mach ich das alles so, wie es vorgeschrieben ist? 
Nehme ich genügend Rücksicht auf die individuellen Wünsche und Bedürfnisse des Pflegebedürftigen, bei dem ich gerade bin? Wo will ich eigentlich in zehn Jahren sein?'

Das ist nur ein Ausschnitt dessen, was mir Mitarbeiter erzählen, wenn sie von ihren Erlebnissen, Ihren Zweifeln an der Richtigkeit ihrer Berufswahl sprechen.

Jeder von uns kennt solche Gedanken und sie werden auch solange in uns sein, wie wir arbeiten.

Es gibt keine generellen Rezepte, wie man die sogenannte Balance für sich findet.

Geschrieben wird darüber viel.

Aber: Es gibt genügend Literatur, in der mal mehr und mal weniger gute Ratschläge erteilt werden.

Mir kommen in diesem Zusammenhang drei Gedanken:

ERSTER GEDANKE: Sich nicht permanent unter Druck zu setzen, sich selbst überfordern – im Pflegealltag ist wichtig.

Professionell agieren heißt auch,  fundiertes Selbstmanagement und  professionelle Selbstmotivation zu betreiben

Klar ist aber auch: Es gibt niemanden auf diesem Erdball, der alles kann, alles weiß und nichts mehr in der eigenen Persönlichkeitsentwicklung tun muss.

Insofern: Ein Stück Distanz zu den Dingen, die am Tag passieren und vielleicht auch mal nicht gelingen, das hilft.

ZWEITER GEDANKE:
Unsere Vorhaben sollten dergestalt sein, dass wir sie auch erreichen können.  Nichts demotiviert mehr, als Ziele, die von vornherein zu hochgesteckt sind.

DRITTER GEDANKE:
Trau‘ dir ruhig etwas zu, denke also nicht zu klein.

Nimm deine Pflegedienstleitung oder den Inhaber des Pflegedienstes mit ins Boot – in dein Boot, denn in seinem hältst du dich ja den ganzen Tag auf.

Was heißt das? Sprich über das, was du erreichen willst, wann du wo sein willst und welche Hilfe du dafür brauchst.

Wenn du nicht fragst, dann hast du auch nicht die Chance, deine Ziele zu erreichen oder wirst vielleicht sogar scheitern.
Teamwork ist wichtig.

Das heißt aber auch: Du hast deinen Platz im Team und einen moralischen und faktischen Anspruch auf Hilfe – jeder im Pflegedienst hat letzlich was davon.

Friedrich Nietzsche schreibt: „Ein Beruf ist das Rückgrat des Lebens.“
(Quelle: 2012 Anaconda Verlag GmbH, Köln, S. 339)

Also stärke dein Rückgrat.

FACHKRÄFTEMANGEL IN DER PFLEGE – BEÄNGSTIGENDE DIMENSIONEN

Die Zahlen der Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit (BA) im Juni 2017 alarmieren: Die sogenannte durchschnittliche Vakanzzeit für examinierte Altenpflegekräfte beträgt 167 Tage.

Nahezu ein halbes Jahr dauert es, bis eine freie Stelle neu besetzt werden kann.

Das liegt mit 67 Prozent über der durchschnittlichen Vakanzzeit, bezogen auf alle Berufe.

32 Arbeitssuchenden stehen im Pflegebereich 100 gemeldete Stellen gegenüber.

Oder in absoluten Zahlen:
Auf 10.100 freie Stellen kommen 3200 Arbeitssuchende.
Nicht gerechnet sind hier die Stellen für Zeitarbeit.

Die Zahlen schrecken auf – angesichts der Tatsache, dass bis 2030 sogar noch über 500.000 Pflegekräfte zusätzlich für den wachsenden Bedarf benötigt werden.

Quelle: 
https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Fachkraeftebedarf-Stellen/Fachkraefte/BA-FK-Engpassanalyse-2017-06.pdf, abgerufen: 14.07.2017, 05.15 Uhr

 

MIT DEMENZ UMGEHEN

Was mich im Vortrag von Prof. Godemann[1] bewegte: Er sprach davon, wie schwer es sei, die Veränderungen zu akzeptieren, die in der Mutter, dem Vater oder aber dem Ehepartner vorgehen, die ja nun mal mit der Krankheit Demenz einhergehen.

Eines ist klar: Man kann diesen Prozess nicht zurückdrehen, und: Er wird tödlich enden. Das ist brutal.

Doch es ist die Wahrheit. Manchmal hilft es am Anfang zu verdrängen, einfach nicht mit dem Angehörigen darüber zu sprechen.

Mir erzählte eine Angehörige, ihre Mutter hätte immer gern Tomaten auf ihrem Balkon gehabt. „Und, hast du schon deine Tomaten gepflanzt“, fragt die Tochter.

„Welche Tomaten“, fragte ihre Mutter zurück.

Und weiter: „Ich habe noch nie Tomaten angepflanzt! Wie kommst du darauf?“

Solange sich die Tochter zurückerinnert – ihre Mutter schwärmte immer von den Tomatenpflanzen; sie waren ihr ein und alles. Die Tochter ist entsetzt, sie ärgert sich.

Doch sind das die richtigen Reaktionen? Sie sind auf jeden Fall verständlich.

Ich denke, zu akzeptieren, dass sich die Persönlichkeit eines nahestehenden Menschen verändert, das ist wohl das, was am schwersten fällt.

Die Situation annehmen, den Menschen in seiner veränderten Persönlichkeitsstruktur weiter zu respektieren, das ist die einzige Alternative aus der Sicht, zu helfen, weiter für den Menschen da zu sein.

[1] Im Mai fand das 14. Pankower Gerontopsychiatrische Symposium statt. Das Motto: „(Selbst-) Fit im Pflegen bleiben – Entlastung, Unterstützung und Zusammenhalt.“ Veranstalter war das Alexianer St. Joseph-Krankenhaus, Berlin- Weißensee unter der Leitung von Prof. Dr. med. Frank Godemann, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und verhaltenstherapeutische Medizin.

 

WARUM EIN INTERVIEW VIEL ÜBER EINEN MENSCHEN AUSSAGEN KANN – ANSTELLE VON VIELEN DATEN UND FAKTEN 

Was macht die Sogwirkung aus, wenn Menschen Geschichten über sich erzählen?

Menschen nehmen natürlich Fakten zur Kenntnis. Geschichten aber über Menschen, die überzeugen sie, sprechen sie auf der Gefühlsebene an.

Interviews fallen einfach auf im Dickicht der Informationsflut, sie wecken Emotionen.

Ein Leser erinnert sich besser an das Erzählte,  er spinnt sozusagen den Faden mit.

Die Personen,  die im Interview darüber berichten, wie sie zum Beispiel zur Pflege kamen,  was sie für Motive umtreibt und warum sie sich heute noch engagieren, das interessiert die Angehörigen.

Sie wollen, dass der Pflegedienst nicht nur auf der Homepage schreibt: „Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt.“

Vielmehr: Sie wollen, dass sich genau der Mensch ihrer Pflegebedürftigen annimmt, dem sie vertrauen können und der sie mit seiner Biografie, seinem Wissen und Handeln überzeugt.

Interviews bleiben auf dem Portal, können immer wieder aufgerufen werden.

Und sie erhöhen damit gleichzeitig die Sichtbarkeit des jeweiligen Unternehmens bei Google.

Die Suchmaschine von Google verknüpft die Informationen miteinander und der Leser wird auf der Suche nach einem geeigneten Pflegedienst zielgerichteter zu ihm geführt.

Außerdem: Pflegedienste werden in ihrem Ort gefunden. Es spielt also keine Rolle, ob dieser in einem Dorf in Bayern sein Zuhause hat oder in Berlin-Mitte.

Interviews geben eine erste Auskunft darüber, wie der gesuchte Pflegedienst „tickt“, ob er interessant für denjenigen ist, der  Unterstützung für seinen Angehörigen sucht.

DEMENZ IM SPANNUNGSFELD VON HERAUSFORDERUNGEN UND FRUSTATION

Im Mai 2017 fand das 14. Pankower Gerontopsychiatrische Symposium statt.
Das Motto: „(Selbst-) Fit im Pflegen bleiben – Entlastung, Unterstützung und Zusammenhalt.“

Veranstalter war das Alexianer St. Joseph-Krankenhaus, Berlin- Weißensee unter der Leitung von Prof. Dr. med. Frank Godemann, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und verhaltenstherapeutische Medizin.

Im einführenden Vortrag sprach Prof. Godemann über Demenz als dem Spannungsfeld zwischen Herausforderung und Frustration.

Er ging darauf ein, dass mit der Pubertät die Entwicklungen und Veränderungen im Leben eines Menschen faktisch abgeschlossen sind.

Und so kennen wir uns über Jahre als stabile und verlässliche Partner.

In den letzten Jahren des Lebens kommen andere Veränderungen auf uns zu – die Wahrscheinlichkeit, dass wir an Demenz erkranken ist groß.

Oft geht damit der Versuch einher, den Prozess der beginnenden Erkrankung zu bagatellisieren.

Betroffene sollen oftmals so geschützt werden.

Der Erfolg, so Prof. Godemann, misst sich nicht an den Veränderungen, sondern daran, möglichst professionell zu sein.

Die Veränderungen sind am Anfang oft schwer zu ertragen, gehen oft mit Wut und Ärger einher.

Der Partner, die Angehörigen übernehmen nach und nach die Aufgaben des anderen.

Und mitunter kann Verdrängung für den Betroffenen selbst hier eine Möglichkeit sein, langsam den Veränderungsprozess an sich selbst anzunehmen.

 

WARUM ÜBER BETREUUNG VON MENSCHEN SCHREIBEN, DIE IN IHRER ALLTAGSKOMPETENZ EINGESCHRÄNKT SIND?

Die Anzahl der Menschen, die an Demenz erkranken, von eingeschränkter Alltagskompetenz betroffen sind, wächst weiter rasant

Der Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung insgesamt nimmt zu. Er wächst schneller, als das wir es nur auf die gestiegene Lebenserwartung zurückführen können.

Der rasante Geburtenrückgang in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten ist der zweite und nicht weniger wichtige Grund für diese Entwicklung.

Beide Entwicklungen stellen die Gesellschaft und vor allem die Pflegenden vor enorme neue Herausforderungen.

Der bislang kontinuierlich gewachsene Anstieg der durchschnittlichen Lebenserwartung und die damit verbundene Zunahme der Älteren und Hochbetagten geht einher mit der ebenfalls größer werdenden Zahl derjenigen unter ihnen, die an Demenz erkranken.

Erkrankungsrisiko plus steigende Lebenserwartung – zwei Faktoren für mögliche Demenz oder eingeschränkte Alltagskompetenz

Menschen mit einer höheren Lebenserwartung sind ohnehin bereits stärker der Gefahr ausgesetzt, die sogenannte Alltagskompetenz einzubüßen – ein weiterer, nicht unerheblicher Faktor, der noch zum allgemeinen Erkrankungsrisiko noch hinzukommt.

Berechnungen, empirische Studien gehen von rund drei Millionen Menschen aus, die in 2050 in einer bestimmten Form davon betroffen sein werden.

(Vgl. dazu: http://www.bundesgesundheitsministerium.de/ministerium/meldungen/2016/sechster-pflegebericht.html – abgerufen – Donnerstag, 12. Januar 2017, 10.33 Uhr; Download PDF, S. 20-22)

Betreuungs- und Entlastungsleistungen, Tagespflege und Senioren-Wohngemeinschaften gewinnen in diesem Zusammenhang an Bedeutung.

Warum „UweMuellererzaehlt“?

Ich habe bewusst die Domain „uwemuellererzaehlt“ gewählt: Ich will aus eigener Anschauung und unter eigenem Namen schreiben und dies sofort in der persönlichen Überschrift ausdrücken.

Ich finde, das Bedürfnis von Menschen, über andere Menschen etwas aus der persönlichen Sicht zu erfahren, hat stark genommen.

Das gilt auch für die Menschen, die in der Pflege tätig sind.

Ich möchte deshalb diejenigen zu Wort kommen lassen, die sich täglich um ihre Pflegebedürftigen und deren Angehörige bemühen.

Das ist im Pflegebereich nicht anders. Bekanntheit, Anerkennung, die Mund-zu-Mund-Propaganda entsteht nicht zuerst dadurch,
dass man von sich behauptet, „man sei der Beste“.
Das entscheiden die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen ohnehin selbst.

Vielmehr: Leser wollen lieber etwas darüber erfahren, was die Inhaberin oder der Inhaber eines Pflegedienstes denkt,
was ihnen am Herzen liegt, wenn sie über Qualität in der Pflege und Betreuung sprechen, wie sie mit Stress und Überlastung umgehen,
was sie künftig verbessern wollen.

Nur dadurch entsteht Vertrauen, gewinnen Angehörige die Überzeugung, dass es der richtige Pflegedienst für sie ist.

Individuelle Betreuung von an Demenz erkrankten Menschen im Fokus
Die Anzahl der Pflegebedürftigen wächst, und unter ihnen die Zahl derer, die an Demenz erkrankt sind – im Anfangsstadium oder fortgeschritten.

Das soll unter anderem ein Schwerpunkt werden für dieses Portal – der Umgang mit der Krankheit Demenz – durch die Betroffenen selbst und diejenigen, die sich kümmern.

Das sind zum einen die vielen Pflegekräfte, die es beruflich tun und die Angehörigen.

Aus Gesprächen weiß ich und erfahre es immer wieder aufs Neue, dass der starke Wunsch besteht, sich auszutauschen, über die Probleme zu reden.

Und auch: Anerkennung zu finden, für das, was tagtäglich geleistet wird.

Erreichte Erfolge stärken die Kraft, um neue Herausforderungen zu bewältigen
Es wird viel darüber geschrieben, wie dramatisch es im Pflegebereich zugeht. Dabei ist viel getan worden in den letzten Jahren. Auf der Ebene der Politik und durch die Akteure in der Pflege selbst.

Mein Eindruck ist: Manchmal wird vergessen, das Positive zu erwähnen, ohne in Schönfärberei zu verfallen.

Die Zahlen derjenigen, die der Pflege bedürfen,  steigen so rasant an, dass man die greifbare Überforderung ohnehin gar nicht ignorieren kann.

Doch Herausforderungen in der Zukunft bewältigt man auch und vor allem dann, wenn man sich dessen bewusst wird, was schon geleistet wurde.

Erst dadurch wird ja auch die Dimension klarer, wie es zukünftig weitergehen kann.

Uwe Müller