AUS DEM TAGEBUCH EINES ÜBERGEWICHTIGEN (6)

MEIN FREUND, DER ALLTAG

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WASSERFASTEN – TAG 5

Es fällt mir schwer durchzuhalten, sehr schwer.

Und da kam die Audio-Nachricht von meiner Enkelin heute morgen genau richtig.

Ich erzähle ihr jeden Tag eine kleine Geschichte von einer Scheune, die wir besitzen, nur virtuell natürlich.

Darin leben verschiedene Tiere – Bobby, der Hund, Penny, die Katze,

Pipeva, der freche Spatz, Az und Teki, zwei Lamas.

Und nun ist ein Huhn dazugekommen.

Es stammt aus Orpington, in der englischen Grafschaft Kent.

Ich habe die Idee von unserem Hausmeister, der mehrere Hühner gekauft hat.

Wenn ich ihn treffe, dann frage ich ihn immer danach, wie es seinen Hühnern geht.

Manchmal erzählt er, dass er mit den Waschbären Ärger hat.

Oder am Anfang hatten die Hühner mächtige Angst vor seinem Schäferhund.

Sie haben sich gleich hingeschmissen, wer der in den Stall kam.

„Wenn ihr euch hinlegt, dann werdet ihr gleich gefressen, hat der Hausmeister mit ihnen geschimpft.

Nun habe ich ein Huhn in meine kleinen Geschichten eingebaut und Krümel gefragt, wie es heißen soll.

Heute morgen hatte ich die Antwort: ‚Mia‘, soll das Huhn heißen.

Krümel sagte dann noch: „Opa, ich unterstütze dich!“

Das hat sofort mein Herz erwärmt.

Es gibt mir Kraft, weiterzumachen.

Sie hat es mitgekriegt, weil wir am Kindertag auf dem Schulhof mit ihr, gemeinsam und anderen Kindern, ein kleines Fest gefeiert haben.

„Willst du eine Bratwurst essen, Opa?“, fragte sie mich.

„Ich will schon, aber ich darf nicht“, habe ich ihr geantwortet.

„Ich esse 14 Tage nichts und trinke nur Wasser.“

„Opa, ich find‘ das gut, dass du das machst, dann lebst du noch lange.“

„Ja, das hoffe ich auch“, habe ich geantwortet.

Und nun hat sie mir eben noch einmal über die Audio-Aufnahme gesagt, dass sie mich unterstützt.

Vielleicht klingt es ein wenig naiv für einen Außenstehenden.

Aber mir bedeutet es viel, sehr viel.

Es gibt mir die Kraft, weiterzumachen, einfach dranzubleiben.

Heute halte ich eine Rede im Friedwald, 15.00 Uhr.

Ich werde es schaffen und gut vorbereitet sein.

Jetzt bin ich raus aus den zweistelligen Ziffern – nur noch 9 Tage.

AUS DEM TAGEBUCH EINES ÜBERGEWICHTIGEN (5)

DAS LEBEN RUHIG MAL VOM ENDE HER DENKEN