JEEPY ERZÄHLT SEINE ABENTEUER JETZT SELBST

Hallo Krümel, dein Opa, also mein Fahrer, der kommt nicht aus dem Knick mit dem Erzählen. Also nehme ich das ab jetzt selbst in die Hand.

Langsam reicht es mir auch, dass er nur von Orli, dem BMW, dessen Freundin Berlinga und Bobby, dem Mercedes-Geländewagen, erzählt. Ich bin doch auch noch da, und zwar jeden Tag.

Neulich bist du ja auch mitgefahren, dir wurde schlecht, und das Ergebnis ist heute noch auf dem Kindersitz zu betrachten. Dein Opa, mein Fahrer, wollte zwar längst alles gereinigt haben, aber davon ist nicht viel zu merken.

Heute hat er mich zwar gewaschen, danach innen gesaugt, meine Fensterscheiben geputzt, mir Putzmittel in die Bullaugen vorn gespritzt, dass ich stark niesen musste, aber den Kindersitz, den hat er links liegen gelassen.

Und gestern, da hat er mich richtig gestresst. Am Vormittag schien die Sonne so schön und mein Fahrer hatte keine Lust mehr am Schreibtisch zu sitzen, um an den Texten herumzufeilen. Kommt ohnehin nichts bei raus.

„Jeepi, wir fahren jetzt in die Schönhauser und ich lass mir eine anständige Frisur verpassen. Anschließend schauen wir mal im Einkaufscenter vorbei, ob wir nicht eine gute Tastatur bekommen“, sagte er zu mir.

Wenn das Klara wüsste, die würde gleich aufschreien.
„Du hast mehr als 10 Tastaturen im Keller liegen“, würde sie sagen. Aber nun ist sie nicht da, und der ‚Herr‘ ‚dreht am Rad‘, vor Langerweile.

Wir sind also losgefahren. Es ging prima vorwärts und wir waren nach zwanzig Minuten in der Tiefgarage im Prenzlauer Berg angekommen. Ich musste da unten warten. Aber ich kriege trotzdem alles mit. Und wenn nicht, erzählt mir der Fahrer anschließend das, was ich noch nicht weiß.

Im Friseursalon war es recht ruhig und so war dein Opa recht frühzeitig wieder raus dem Laden, in dem er seit über sieben Jahren zum Haareschneiden geht.

„Sie müssen die Haare nach vorn tragen“, sagte die Friseuse zu ihm.
„Warum?“, fragte mein Fahrer.
„Weil sie ein ziemlich langes Gesicht haben.“
„Ja, das stimmt, ich habe des Öfteren ein langes Gesicht“, sagte der.

Schließlich schlenderte dein Opa die Schönhauser entlang, Richtung Einkaufscenter. Die Menschen gingen alle gemächlich und genossen die pralle Frühlingssonne.

„Haben die denn alle nichts zu tun?“, fragte sich mein Fahrer. Nein, so wie du auch, dachte ich, als mir das zu Ohren kam. Dein Opa lief zielstrebig auf den Computerladen zu.

„Haben Sie eine Tastatur, die über eine Bluetooth-Tastatur verfügt“, fragte er.
„Natürlich“, antwortete der Verkäufer. „Sogar mehr als eine.“ Dein Opa ging fröhlich zur Kasse und war im Nu wieder draußen. Leise summend ging er in Richtung Tiefgarage.

Er trainierte die Melodie von „Stups, der kleine Osterhase“ aus. Er will es dir dann abends vorsingen, aber sei nicht so streng mit ihm, denn die Melodie ist gar nicht so leicht. Schließlich kam er bei mir an.

Vorher hatte er noch bezahlt und die Tastatur oben auf den Parkautomaten abgelegt. Als wir bereits wieder auf dem Rückweg waren, da bremste mein Fahrer urplötzlich, sodass mir ganz schlecht davon wurde. Er griff nach hinten, kugelte sich bald den Arm aus, aber er fand eines nicht: die Tastatur.

„Verdammt, die muss ich liegengelassen haben. Auf dem Parkautomaten“, schoss es ihm durch den Kopf.
Jetzt wendete er an der nächsten sich bietenden Gelegenheit.

Und das kannst du nicht so wörtlich nehmen, Krümel. Wir mussten nämlich erst einmal ein ganzes Stück geradeaus fahren. Dann endlich, mein Fahrer wurde mutig, schwenkte er scharf nach rechts, Richtung Bordsteinkante und ich hatte Angst, dass ich mit meinen Hacken, äh, ich meine, den Reifen gegen die Bordsteinkante gedrückt wurde.

Mein Fahrer sprang aus dem Auto, rannte in Richtung Tiefgarage, um so schnell wie möglich am Parkautomaten zu sein. Aus den Augenwinkeln beobachtete er noch, wie ein Mann vom Ordnungsamt die Parkausweise kontrollierte. Darauf konnte er jetzt aber keine Rücksicht nehmen.

Mein Fahrer riss die Tür vom Eingang zum Parkautomaten auf, und er sah sofort oben die Tastatur liegen. Gut gelaunt ergriff er sie und war schon wieder draußen. Zwei Bettler schauten ihn fragend an. Sie saßen direkt gegenüber dem Eingang vom Parkautomaten, was strategisch für sie sicher eine gute Position zum Betteln war.

„Es gibt noch ehrliche Menschen“, sagte mein Fahrer zu ihnen.
„Oh ja“, riefen die Bettler zurück und meinten offensichtlich sich selbst.

Mein Fahrer kam zurückgestürzt, öffnete meine hintere Tür, nahm das Portemonnaie und fingerte je zwei 1-Euro Stücken heraus. Er lief zurück zu den Bettlern und drückte sie ihnen in die Hand. So glücklich war mein Fahrer darüber, dass er die Tastatur wiedergefunden hatte.

Die schauten ihn verdutzt an und über ihr Gesicht huschte ein dankbares Lächeln. Mein Fahrer fühlte sich gut und sprintete zu mir zurück. Als er bei mir angekommen war, steuerte der Mann vom Ordnungsamt auf uns zu.

„Ich bin gleich weg“, rief ihm mein Fahrer zu. Der nickte stumm und verschwand. Wieder Schwein gehabt.
„Los Jeepi, lass uns abhauen. Auf ins Dorf, da wo wir Zuhause sind“, sagte mein Fahrer und gab mir einen Tritt in den A… , ich meine, drückte auf mein Gaspedal.

Aber wenn du glaubst, dass dies alles war, lieber Krümel, dann muss ich dich enttäuschen. Wir mussten nämlich noch einmal zurück in die Schönhauser. Das erzähle ich dir das nächste Mal.

DER FAHRER VON JEEPI ERZÄHLT WEITER ÜBER ORLI

ORLI FLIEGEN AUF DEM KOPFSTEINPFLASTER FAST DIE NOCKEN VON DER WELLE

Montagmorgen. Orli steht in der Tiefgarage und hat die Augen zu. Vom Renault, der kleinen Berlinga, ist noch nichts zu sehen. Plötzlich quietschen die Reifen im unteren Parkdeck und wenige Augenblicke später kurvt Berlinga auf den Parkplatz und hält direkt neben Orli.

„Guten Morgen, du bist ja schon hier“, sagt Berlinga noch ein wenig außer Puste.
„Moin“, brummt Orli verschlafen.
„Warum bist du denn so mürrisch, Orli?“
„Och weißt du, meinem Fahrer fiel es ein, dass wir schon am Sonntagabend nach Bad Hersfeld zurückfahren wollen.“

„Na, dann hast du ja eine Strecke hinter dir. Bist du nicht an der Ostsee gewesen?“
„Ja, bin ich.“
„Ich bin am Donnerstag von hier aus nach Hause gedüst, nach Wandlitz. Und am nächsten Tag ging es weiter nach Rügen.“

„Was magst du denn an Rügen so sehr?“
„Wir haben dort einen Bungalow und ich kann mit bis in den Garten hineinfahren.“
„Wirklich?“
„Ja, stehe dann auf einer Auffahrt, die mit viel Grün berankt ist. Aber ich komme da immer so schwer rauf.“

„Warum, weil du so dick bist?“, fragte Berlinga lachend.
„Nein, aber die Tore sind sehr eng und da muss mein Fahrer immer sehr aufpassen, dass ich heil an den Pfosten vorbeikomme.“
„Und was hat dir besonders Spaß gemacht, in Polchow auf Rügen?“

„Nun, mein Fahrer, Laura und ich sind zum Hafen gefahren. Unterwegs haben wir die Musik schön laut gestellt, damit alle mitsingen können.“

„Hast du mal mitgesungen, Orli?“
„Naja, meine Kolben vom Motor haben den Takt mitangegeben. Aber ich musste ganz schön aufpassen.“
„Warum?“

„Weil wir zum Schluss auf eine Straße abgebogen sind, die schnurstracks zum Hafen führt. Sie ist übersät mit jahrhundertealten Steinen, Kopfsteinpflaster eben. Da kannst du nur ganz langsam rüberfahren. Ich musste aufpassen, dass nicht meine Backenzähne, äh, meine Nocken von der Welle flogen.“

‚JEEPI‘ – WAS BISHER WAR

Kurze Zusammenfassung der bisherigen Erzählungen über Jeepi (noch mit einem 'i'. )

Hallo Krümel, hier ist wieder Jeepi, dein Freund. Du erinnerst dich vielleicht: Ich schreibe schon jetzt mal ein paar Geschichten für dich auf, die du später lesen kannst, oder deine Mama liest sie dir vor.

Sie macht das wohl jetzt schon und du lachst sie manchmal dazu an. Das ist doch schon was. Die Zeit rennt und ehe wir uns umgesehen haben, da sitzt du bei mir auf der Schreibtischplatte im Arbeitszimmer und ich lese dir eine Geschichte vor.

Ich habe früher deiner Mama immer Geschichten von den Autos erzählt, die wir hatten. Plötzlich nahmen sie menschliche Gestalt an und ich konnte mit ihnen gemeinsam herrliche Abenteuer erleben. Ich war viel unterwegs, sehr viel sogar.

Und so habe ich deiner Mama, als sie noch klein war, diese Geschichten erzählt. Das setze ich nun fort, mit Jeepi, dem kleinen Geländewagen. Du hast dort auch schon drin gesessen.

Damit wir nicht durcheinander kommen, erzähle ich dir kurz, was ich in den drei vorangegangen Geschichten erzählt habe. Es ging los damit, dass ich dir unsere bisherigen Autos vorgestellt habe.

Da waren der kleine Trabbi, den ich mit Latexfarbe innen gestrichen habe, dann kam Flippi, der weiße Lada, mit dem wir sehr gern gefahren sind.

Nach der Wende dann kam Orli, ein großer BMW. Den hatte ich, weil ich sehr viele Kilometer fahren musste.

Schließlich trat Bobby, der dicke Geländewagen in unser Leben. Ich erzähle dir von Orli weiter und wie er in Bad Hersfeld in einer Tiefgarage Berlinga, den kleinen Renault sah und Orli unbedingt ihr Freund werden wollte.

Berlinga aber war anfangs hochnäsig, bis zu dem Tag, an dem Berlinga der hintere rechte Reifen auf der Autobahn platzte und Orli vorbeikam.

Von weitem näherte sich der gelbe Abschleppwagen und alle atmeten auf.
„Das kriegen wir schnell hin“, sagte der Monteur und hatte in Windeseile die Muttern von Berlingas hinterem Reifen gelockert. Nach ein paar Minuten konnte Berlinga wieder richtig stehen und hatte keine Schmerzen mehr.

„Weißt du eigentlich, dass du es dem langen BMW zu verdanken hast, dass dir so schnell geholfen wurde?“, fragte der Fahrer von Berlinga sie.

„Ja, weiß ich. Ich kenn den.“
„Woher kennst du ihn?“
„Wir standen manchmal beieinander, in der Tiefgarage. Da ist er mir auf die Nerven gegangen, weil er so viel erzählt hat.“

„Ach, das ist ja interessant“, staunte Berlingas Fahrer nicht schlecht.
„Und, willst du nicht wenigstens bei ihm bedanken?“, hakte Berlingas Fahrer weiter nach.

„Ja, mach‘ ich“, brummte Berlinga.
„Du, danke, dass du angehalten hast und du deinen Fahrer dazu gebracht hast, dass der den Abschleppdienst holt.“
„Schon gut“, antwortete Orli verlegen.

„Kommst du mit mir am Samstag mit zur Autoschau in Bad Hersfeld?“, fragte Berlinga.
„Würde ich ja gern. Aber mein Fahrer will am Wochenende nach Hause. Der fährt nachts auf der A2 immer wie eine besengte Sau und ich komme ganz außer Puste.“

„Schade, dass du nicht mitkommen kannst. Na dann bis nächsten Montag in der Tiefgarage an der gleichen Stelle“, sagte Berlinga noch.

„Ja, an der gleichen Stelle“, erwiderte Orli, bevor sein Fahrer sich ins Auto wuchtete, den Motor anließ und Orli davonbrauste.

ANNA IST DEMENT (28)

ANNAS SCHLEICHENDE

WESENSÄNDERUNG

Annas Wesen ändert sich nicht merklich, eher unmerklich, aber dafür stetig.

Es fängt mit Kleinigkeiten an, so war es auch bei Anna. Mal hat sie etwas vergessen, dann wieder fühlte sie sich einsam.
„Wir müssen uns damit abfinden, dass Anna nie wieder so wird, wie sie all die Jahre war.“

„Dir fällt es leichter, das zu sagen als mir, denn ich bin die Tochter“, entgegnet Klara Peters Überlegungen. Peter sagte nichts. Er wusste, dass Klara hier richtig lag. Doch was nützte es, man musste sich ja trotzdem der neuen Situation stellen.

„Ich glaube, wir helfen Anna mehr, wenn wir uns auf sie noch besser einstellen, einfach akzeptieren, was sie tut, was sie sagt und auch wie sie es sagt.“

Peter wusste, dass es vor allem theoretische Gedanken waren, die sicherlich ihre Berechtigung hatten. Doch wie war es im Alltag?
Gestern rief Peter an. Anna war seelisch am Boden. Sie hatte einen Arzttermin verpasst. Besser gesagt, sie hatte ihn auf der Couch verschlafen.

„Ich werde mal Lukas informieren, damit er sich darum kümmert, und wir einen neuen Termin bekommen“, meinte Peter zu Anna.
„Nein, das möchte ich nicht. Ich kläre das allein.“

Peter wollte ihr sagen, dass Lukas sich stets um alles kümmerte.
Er ging mit Anna einkaufen, er begleitete sie zum Zahnarzt, besuchte sie täglich in ihrer Wohnung, schaute nach dem Rechten.

Warum also reagierte sie so schroff? Schämte Anna sich, dass sie den Termin versäumt hatte?
Peter griff kurzerhand zum Hörer und wählte die Telefonnummer der Arztpraxis.

„Ich kann gar nicht glauben, dass meine Schwiegermutter gestern einen Termin bei Ihnen hatte“, sagte Peter zur Helferin.

„Doch, sie hatte gestern einen Termin.“
„Donnerwetter“, entfuhr es Peter.

Die Helferin musste lachen. Sie waren sich schnell einig und hatten einen neuen Termin vereinbart.
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„Trag‘ dir doch den Termin gleich ein“, sagte Peter später zu Anna am Telefon.
„Das mach‘ ich sofort“.  Anna wirkte jetzt gelöst.

Am Nachmittag ging Lukas mit Anna auf den Friedhof. Blumen am Grab von Wilhelm niederlegen, Annas Mann.

Wilhelm war nun schon 19 Jahre nicht mehr da. Doch er fehlte Anna sehr. Anna wollte erst gar nicht Blumen kaufen, kein Geld ausgeben.
Das war neu. Lukas übernahm das und kaufte die Blumen.

„Seid ihr denn heute am Grab von Wilhelm gewesen?“, fragte Peter sie abends.

„Ja, ich war da, und ich habe Blumen besorgt und sie zu seinem Geburtstag hingelegt“, sagte Anna.
„Na wunderbar“, antwortete Peter.

ANNA IST DEMENT (27)

DER TÄGLICHE ANRUF BEI ANNA

Die tägliche Kommunikation mit Anna wird schwieriger. 

Der Anruf bei Anna ist eine Sache wie du eben jeden Tag deine anderen Aufgaben in der to-do-Liste abarbeitest.

Das denke ich, doch es ist die pure Theorie. Die Wirklichkeit, die sieht anders aus, und zwar jeden Tag anders.

Gegen 10.00 Uhr schrecke ich hoch, weil ich das Erinnerungstool am iPad mal wieder aktiviert habe und mich doch über die Störung ärgere, wenn es dann tatsächlich soweit ist.

Ich greife zum Telefon und stehe vom Schreibtisch auf, um ein wenig umherzugehen. Es dauert eine Weile, bis Anna den Hörer abnimmt.

„Wie ist das Wetter bei dir?“, frage ich sie zu Beginn. Ich frage das stets zuerst. Nicht das mich das wirklich interessieren würde, da bin ich ganz ehrlich.

Nein, wirklich nicht. Ich könnte den Tag glatt ohne diese Information verbringen. Aber es geht ja nicht um mich. Es geht um Anna. Und die lässt sich Zeit mit der Antwort.

„Weißt du, es ist windig draußen?“, sagt sie nach einer Weile schleppend.

„Warst du denn auf dem Balkon?“, frage ich.
„Nein. Warum?“

„Nun, um den Wind zu spüren.“
„Ach, ich geh‘ doch jetzt nicht auf den Balkon!“

Anna wirkt gereizt, unausgeglichen, störrisch. Ich bleibe ruhig. Ich habe schon ein wenig gelernt. Nicht viel vielleicht, aber ein bisschen jedenfalls.


„Wir dürfen Anna ihre eigene Wesensänderung nicht zum Vorwurf machen“, sage ich zu Klara noch heute Morgen im Auto.

Das ist ein toller Satz, finde ich. Den musst du doch erst mal so formulieren.

Aber ich kann mich nur selbst loben. Ein anderer wird das nicht tun. Klara auf keinen Fall.

Sie antwortet gar nicht. Ich weiß auch warum. Sie denkt: „Na hoffentlich hält der sich selbst daran.“ Ja, das tue, in aller Regel.

Also frage ich Anna weiter: „Hast du denn schon ein zweites Frühstück gemacht?“

„Ne.“
„Willst du es noch machen?“
„Ja, aber nur ein kleines Brötchen. Sonst habe ich mittags keinen Hunger.“

„Ja, das verstehe ich“, sage ich sofort.
„Machst du dir denn auch was zu essen?“, fragt Anna mich.
„Nein, ich werde sonst müde. Und ich muss doch danach weiterschreiben.“


„Das kenne ich nicht.“ Na das glaube ich dir aufs Wort, denke ich. Sage es aber nicht.
„Weißt du, wenn ich etwas Warmes zu mir nehme, dann habe ich danach die Stunde der ‚toten Augen‘“, entgegne ich stattdessen.
„Stunde der ‚toten Augen‘, was ist denn das für ein Quatsch?“

Ich merke, wie langsam meine Schilddrüse anfängt zu pumpen.
Wie gerne würde ich darauf eine knackige Antwort geben, ganz in der mir eigenen Art.

Aber das darf ich nicht. Ich habe es Klara versprochen. Sie freut sich, wenn ich Anna anrufe, aber nur dann, wenn ich mich an die Spielregeln halte. Und das heißt, Anna ist dement, und wir sind diejenigen, die sich darauf einstellen müssen, nicht umgekehrt.

She left without saying goodbye

Iana got on the train to Donetsk. She was happy to finally go back home to Kiev and this time, forever. But her feelings were divided. In fact, a certain sadness came upon her.

The engine of the train started running and the wheels slowly began to turn. Iana laid back in her seat and closed her eyes and as she did this, images started appearing in her mind about the year that had just past. She knew that she was heading towards a new goal in her future.

A guilty feeling would constantly reappear

Iana had left many friends behind. She had a feeling of comfort in the city and really liked the people in Donetsk.

Everything she loved began in this city; her professional education towards becoming a ballerina, her first performances and the first admiration from the audience. But what she regretted the most was not saying goodbye to the ones who supported her and helped to make her dreams come true.

Two special people: Irina Pisareva and Vadim Pisarev. Even today, this thought is heavy on her soul. Irina was there for her when she struggled the most. In particular when Iana didn’t know if she could continue to follow her dream to dance.

Irina gave her food, shelter, nurtured her and gave her the strength through love and compassion which was vital for her to continue.

Vadim Pisarev was a father like figure, teacher and incredible dancer

Vadim was a famous ballet dancer at the time that Iana and her brother started their education. He also held the highly renowned position as Artistic Director of the state Academy of Opera and Ballet in Donetsk, known far beyond the borders of Ukraine.

He then continued creating the international „World Ballet Stars“ festival of which he also became director and he created the Master School of Choreography. Iana and her brother knew how fortunate they were to be under the wings of a true master of the art of ballet.

Donetsk, my new city and my beloved new home

There was nothing Iana would miss in Donetsk, apart from her family in Kiev. She would share an apartment with another balletdancer. Vadim Pisarev was able to acquire this apartment for them, which madeIana very happy because now she would be able to enjoy more freedom.

There wasn’t a nanny anymore who would follow her around everywhere and tell her offfor certain things she would do. That’s how she remembered her time in the dormitory.

This was the time Iana would grow creatively, not only in her ballet education or during her performances on stage in Donetsk but inother areas of life as well.

She also attended a modelling school to become a photography Model. The school was very near to the theatre. The classes provided knowledge on things like how to use the right make up and how to applyit.

She was taught how to walk on a catwalk and everything one would need to know about casting. Once she even received an offer to work with a Parisian modelling agency.

It all seemed so exciting and Vadim Pisarev supported her all the way. He thought it was important for Iana to grow as an artist and to learn about other ways to be creatively active. He even encouraged her to take part in the drama classes at the theatre.

Of course with so many new things to learn, Iana wouldn’t have much time for other things like partying or hanging out withfriends; only very intense work.

To leave Donetsk was not an easy decision but Iana knew it was time to move on in order for her to grow and experience different aspects of her dream. The decision didn’t come over night.

„Should I stayor should I not stay?“

„Should I really leave the city that gave me so much love and support? The ballet teachers who set me on the path to my dream career? “

These questions were constantly running through her mind. She tried to tell herself that this would be her way of giving back for all the good things she had been given but her thoughts were pulling her in different directions and she didn’t know what to do. She didn’t feel comfortable enough to talk to anyone about it so she kept it to herself which would eventually start eating her up inside.

Her brother, Jaroslaw, decided for himself that he would never go back to Donetsk.  Iana decided to follow him to Boston, America to take part in a tour. From there, Jaroslaw received a contract from the balletdirector of Boston to work in his company as a ballet dancer. Iana received the same offer but she had a different idea about what she wanted to do next. Her idea was to go back to Donetsk to train more and improve herself. This was the placewhere she could experiment with her artistry on stage. 

Boston wasn’t the end destination for Ianas‘ brotherJaroslaw. He later went on to dance with Miami Ballet. Miami seemed to be abetter place for him to dance. This decision didn’t seem to have any influence on Iana however, so she flew back to Donetsk and would be there on her own this time, without her brother. This made her miss her family back home in Kiev evenmore. She felt alone and was in need of her parents and all she wanted now was to go back home.

Later, a new love interest emerged for Iana

 He was a Japanese dancer from Kiev. He was already very successful in his career. Iana experienced quite strong feelings for him. He told Iana that he was watching one of her performances in Donetsk and that from that moment on, he was alreadyin love with her.


My new Japanese boyfriend seemed a little obsessed with me

He was fascinated by Iana’s dancing. He felt that it was powerful yet effort less and elegant. She had the ability to emotionally transform the audience with her roles. He would come more frequently to Donetsk to see her. At one point he started to insist for her to move to Kiev with him and become a Ballerina in the Kiev company. Was that what she should do? She didn’t know.

Let’s live and work together in Kiev

Iana was deeply flattered by the attention she got from him. He would have done anything for her. She enjoyed this attention but she also had the desire to be independent and follow her own path.
Iana’s boyfriend asked her if she would go with him to Japan, his home country, in order to participate in an international ballet competition. After a long flight, they arrived in Japan where Iana was introduced to his mother. His mother was incredibly important to him.

He worshiped her like a Goddess. Iana found the Japanese culture and traditions to be very interesting and everyone was so kind to her. It brought her great joy to see the respect they had for the ballet dancers.

Iana was also overjoyed to receive a special prize at the competition. Her experiences in Japan were a big part of her decision to move back to Kiev.

She had a good heart and she never forgot the people by her side

That was the tipping point for her to move back to Kiev. The moment Iana let go, she felt the pain. It hurt deep within her heart because she had left behind good people; good friends. Iana had never been the type of person who would show her inner feelings to others. She either expressed them through dancing or kept them buried inside herself. She had kept all of these emotions hidden because it was important to her to develop her skills, expand her horizons and strive to become the best ballerina she could. The thought of her being with her boyfriend in Kiev and being with her parents again were important factors in her decision to move back to Kiev.

Flashback

„We will shortly be arriving in Kiev.“  Said a voice from the speaker on the train. Iana opened her eyes. Finally, very soon she would see her family again.

„Daddy, could you drive back to Donetsk one more time and explain to Vadim Pisarev why I had to leave without saying goodbye or telling him why?“

Iana begged her father, Anatoli, after her tears upon arrival had dried. Anatoli couldn’t deny the request of his daughter. He drove back to Donetsk and explained to Vadim why Iana had returned to Kiev. He tried his best but he felt a little lost for words. However, Vadim was very understanding. He only wanted the best for Iana.

Iana mentioned at the end of our conversation: „Today, I’m more sure than ever that I had the best dance education in the best school in the world. Therefore I want to thank you from the bottom of my heart, Vadim Pisarev and Irina Pisareva, for your love and support throughout all these years. You will always have a place in my heart.“