SCHNELL EIN PAAR GEDANKEN AUFSCHREIBEN

STENOGRAMM FITNESS-STUDIO (42)

06.30 Uhr
Von siebzehn Geräten insgesamt habe ich sechs absolviert.
Wenn ich erst einmal die zehn geknackt habe, dann steigt meine Motivation.

Und trotzdem, es ist schon ein Phänomen, dass ich überhaupt hier sitze und trainiere.

Es kostet eine Menge Überwindung, und zwar immer dann, wenn du ganz allein für dich die Entscheidung treffen musst weiterzumachen. Kein Trainer ist da, der sagt: „Komm‘, nur noch elf Geräte. Du kannst dich also in dieser Situation auch dagegen entscheiden, dass du irgendetwas tust.

Das ist doch ein komisches Gefühl. Du könntest sofort aufhören und tust es nicht.

Was mir auffällt: Ich denke in dieser Zeit, so ab 06.00 Uhr viel frischer, einfach unkonventioneller.

Ich schreibe einfach drauflos, während ich hier auf der Bauchmaschine Platz genommen habe. Gut, dass ich trainiert habe, das kleine Telefon quer in die Hände zu nehmen und auf der Tastatur herum zu tippen.

Rings um mich herum sitzen ebenfalls Leute, die Pause machen und auf ihre Handys schauen.
Eigentlich ist das ja eine ‚Pest‘ – das Hantieren mit den Handys während der Fitness. Aber ich habe damit dann auch schon die halbe Miete drin und muss nicht mehr viel am Schreibtisch korrigieren.

Es soll ja ein Stenogramm bleiben, das lediglich ein paar Gedankenfetzen wiedergibt.
Ich mach‘ weiter mit dem Training.

ANNA KANN NICHT MEHR ÜBER PETERS HUMOR LACHEN

ANNA IST DEMENT (1)

AUDIO – ANNA KANN NICHT MEHR ÜBER PETERS HUMOR LACHEN

VOR DREI JAHREN – MAI 2017

Sonntag. Klara sitzt an ihrem Schreibtisch und rechnet. Sie tut das, was sie gar nicht mag – die Buchhaltung von Peter auf Vordermann bringen.

„Kommt da nächste Woche noch was rein?“, fragt sie laut.
Nebenan sitzt Peter und murmelt etwas Unverständliches.

„Was hast du gesagt?“, hakt Klara nach.
„Ein Artikel ist noch offen“, antwortet Peter.
„Was, mehr nicht?“ Klara ist enttäuscht.
„Morgen klemm‘ ich mich ans Telefon“, sagt Peter kleinlaut.

Klara schweigt und Peter sagt auch lieber nichts weiter.
Dabei könnten sie sich so freuen, denn sie werden bald Oma und Opa. Laura, ihre Tochter, bekommt im Herbst ihr erstes Kind. Wahrscheinlich wird es ein Mädchen. Peter hat sich immer eine Enkelin gewünscht.

Dann könnte er mit ihr das nachholen, was er bei Laura nicht konnte: sich Zeit nehmen, Geschichten erzählen, einfach Quatsch machen. Doch da ist noch eine andere Sache, die alles überlagert. Klaras Mutter, Anna, ist dement.

Jedes Gespräch mit Anna am Telefon ist anstrengend – für beide Seiten, für Anna und für Klara.

Klara greift zum Telefonhörer und ruft Anna in Stralsund an.
„Ich gehe morgen zur Diamantenen Hochzeit“, sagt Anna gleich zu Beginn des Telefonats zu Klara.

„Mutti, schau doch einfach auf den Kalender – Charly und Berta haben doch erst nächste Woche ihren Hochzeitstag.“

Berta ist Annas beste Freundin. Sie kennen sich seit über 60 Jahren. Charly, Bertas Ehemann, war zugleich der beste Freund von Annas Mann Wilhelm.

Der ist vor siebzehn Jahren gestorben und seitdem ist Anna sehr einsam.
Anna schweigt am Telefon. Sie sitzt in Stralsund und ihre Tochter in der Nähe von Berlin.

Und jetzt macht ihre Tochter ihr noch Vorhaltungen, dass sie das Datum der Diamantenen Hochzeit von Berta und Charly vergessen hat.

Eigentlich ruft Anna zuerst an.
Abends, jeden Abend, ruft Anna an. Halb sieben, dann klingelt das Telefon.

Peter sagt in solch einem Moment: „Das betreute Wohnen ist dran.“
Klara erwidert darauf nichts. Doch es ist ein Stich, der ihr ins Herz geht. Peter weiß das und hat sich vorgenommen, es nicht mehr zu sagen.

Aber die Verführung ist zu groß, zu witzeln und sich so zu wehren gegen die Anrufe, die ihn nerven, meistens jedenfalls. Peter weiß selbst, dass es dumm und gefühllos ist, so zu denken.
Seitdem seine Schwiegermutter viel vergisst, ist Peter deshalb verständnisvoller geworden.

Aber manchmal gehen eben „die Pferde doch noch mit ihm durch.“
Gerade waren Klara und Peter bei Anna in Stralsund zu Besuch. Sie sind mit Anna im Hafen an der Mole entlanggegangen, in Richtung der Fahrgastschiffe.

„Ich liebe Stralsund, meine Heimat“, sagt Anna.
„Na, dann sind wir ja froh, dass wenigstens einer seine Heimat liebt“, stichelt Peter. Als würden Klara und Peter Stralsund nicht lieben.

Klara wirft ihm trotzdem einen wütenden Blick zu.
Peter lässt sich nicht beirren und stimmt ein Lied aus alten Zeiten an: „Unsere Heimat, das sind nicht nur die….“ Peter hält inne, weil er den Text vergessen hat.

„Hör‘ auf“, schäumt Klara.
Plötzlich stimmt Anna in das Lied mit ein. Peter ist verwirrt. Was lustiger Spott sein sollte, das nimmt Anna als Liebeserklärung an ihre Stadt.

„Ich darf das nicht mehr tun, ich muss mich anders verhalten, denn Anna ist dement“, denkt Peter und bekommt ein schlechtes Gewissen, dass er Klara nicht mehr zur Seite steht.

 

MONTAG GEHT’S WIEDER LOS

STENOGRAMM FITNESS-STUDIO

Samstag  06.05 Uhr.
Ich kann es nicht glauben, dass ich am Schreibtisch sitze.
Heute Morgen wäre wieder eine der wenigen Möglichkeiten gewesen, sich richtig auszuschlafen.

Aber was mach‘ ich stattdessen?
Ich wache gegen 03.45 Uhr auf, so wie an jedem Wochentag.
Ich drehe mich noch einmal um und will weiterschlafen.

„Du könntest jetzt schön aufstehen, in Ruhe einen Tee machen, dich ins Arbeitszimmer begeben und die nächste Woche vorbereiten.“
Ich wälze mich auf die andere Seite.

„Kommt gar nicht in Frage!“, sage ich zu mir.
Ich kann nicht weiterschlafen.
„Jetzt gib‘ dir einen Ruck und schieb deine Beine aus dem Bett“, sage ich wieder zu mir.

Und wie von selbst gesteuert, da sitze ich plötzlich im Bett.
Klara wird mich dafür hassen, und ich hasse mich auch.
Aber nun bin ich eben auf und der Tag nimmt seinen Lauf.

Am Montag, ja da klingelt kurz vor vier der Wecker. Da gibt es kein Entrinnen.

„Verdammte Scheiße!“, werde ich sage.
Ja, tut mir leid, aber das ist so brutal für mich, dass ich erst einmal fluchen muss.

Und zwei Stunden später dann, da sitze ich schon am ersten Gerät im Fitness-Studio.

„Ich hab‘ keine Lust“, werde ich jammern.
„Was mach‘ ich nur?“, frage ich mich dann weiter.
„Fang einfach an“, wird meine Stimme sagen.

Also werde ich anfangen.
Und dann verliert der Montag allmählich sein kaltes Gesicht.

KRÜMEL VON DER ARZTPRAXIS ABHOLEN

MAL SCHNELL ERZÄHLT

Berlin, Gehrenseestraße.
Krümel muss mit ihrer Mama zum Arzt und wir sollen sie anschließend mitnehmen, zu uns aufs Dorf, damit sie nicht wieder in die Kita muss und Laura beruhigt ihrer Arbeit nachgehen kann, ohne Fehlstunden einzufahren.

Wir sind erst einmal in das falsche Parkhaus reingefahren. Als ich nach einigem Suchen einen passenden Stellplatz gefunden hatte, kam ein Handwerker auf mich zu. Einer von der Truppe, die gerade dabei war, die Wände neu zu streichen.

„‘Könn’se ma een Stück weeterfahrjen‘?“, fragte er mich.
„‘Kann ick‘“, sagte ich knapp und stieg wieder ins Auto, um einen neuen Platz zu finden. Ich stellte mich dorthin, wo dranstand: „Für Zahnarztpraxis.“
Ja, ich war auch für Zahnarztpraxis.

Ich stieg aus und sah, wie Klara in der Zwischenzeit mit einem der Handwerker sprach.
Sie wollte mich eigentlich einweisen, aber ich hatte ihr gesagt, dass ich allein klarkäme, mit dem Einlenken auf den Stellplatz.

Also war sie schon ein Stückchen weiter gegangen und hatte den Maler angesprochen, der in dem Moment gerade aus der Tür des Parkhauses kam.

„Dürfen wir hier stehen?“, fragte sie mit samtener Stimme.
‚Das kann nicht wahr sein!‘, dachte ich bei mir.
‚Jetzt vermasselt die mir auch noch meinen schwer erarbeiteten Stellplatz.‘

„‘Det dürfen Se eegentlich nich‘, antwortete der Maler knapp.
„Der öffentliche Parkplatz ist oben, schob er noch mit einer klaren Aussprache nach.
‚Oh, das bedeutet nichts Gutes‘, dachte ich bei mir, wenn der sich so ohne Dialekt ausdrückte.

„Meister, können Sie mal eine Ausnahme machen?“, fragte ich ihn.
Die Augen des Handwerkers leuchteten, als ich ihn so respektvoll angesprochen hatte.
„Naja, das geht“, sagte er.
„Mensch prima“, rief ich und wollte ihm die Hand geben.
„Ach, nur mit dem Ellenbogen“, sagte ich und streckte ihm den rechten hin.

Er kickte seinen Ellenbogen gegen meinen und wir lachten.
„Ach, Sie müssen hier ja ‚och wieder rin‘“, sagte er noch im Umdrehen.

Er ging zur Parkhaustür, schloss die auf und so konnten wir nachher wieder problemlos durch die Tür zum Auto kommen.
Was doch eine freundliche Aussprache ausmachte. Der Maler winkte uns freundlich zu und wir gingen ebenfalls mit einem guten Gefühl nach draußen.

Wir kamen im Vorraum des Ärztehauses an, begaben uns in den Fahrstuhl und fuhren in den dritten Stock.
Wir hörten Kinderstimmen und gingen in die Praxis, deren Tür offenstand.

Wir suchten nach unserem Krümel, und wir trugen den Mundschutz, versteht sich.

Im Flur standen Mütter, vereinzelt auch Väter, die Kinder auf ihren Armen hatten.

Wir gingen in das Wartezimmer, waren voller Neugier, ob Krümel und ihre Mutter schon angekommen waren.

Nichts zu sehen. Enttäuscht fuhren wir mit dem Fahrstuhl wieder nach unten und setzten uns auf einen Betonvorsprung und warteten.

Ich holte mein Handy raus, um ein wenig darauf zu schreiben.
‚Verdammt, ich hatte vergessen das Telefon aufzuladen‘, dachte ich.
Auf dem Display war ein roter Strich zu sehen.

Also steckte ich das iphone wieder in die Tasche und beobachtete eine Gruppe älterer Frauen, die sich direkt vor uns aufgebaut hatte.
Die Frauen schnatterten laut und angeregt durcheinander. Hinter uns donnerten Autos auf der Straße vorbei, sodass ich kein Wort verstand, obwohl die Frauen so dicht bei uns standen.

Klara schaute ebenfalls neugierig auf die Frauen. Sie hatte auch nichts weiter zu tun.

„Einer muss immer der Sprecher sein“, sagte sie und deutete mit einem Kopfnicken auf eine Frau, die ständig das Wort an sich riss.
Die anderen Frauen redeten zwar dazwischen, aber die Sprecherin hatte die größte Ausdauer, sie redete einfach weiter.

Wir waren genervt, standen auf und schlenderten ein wenig den Fußweg entlang, um vielleicht Geschäfte zu entdecken. Aber es gab dort nichts.

„Da drüben soll eine neue Wohnanlage entstehen“, sagte ich und zeigte auf ein verfallenes Wohngebäude, das auf der anderen Straßenseite stand.

„Das sagen die schon seit vier Jahren“, meinte Klara trocken.
„Ja, aber es stand heute in der Berliner Zeitung“, entgegnete ich.
„Das stand auch schon vor vier Jahren in der Zeitung“, meinte sie nur.

Wir gingen zurück.
„Wollen wir jetzt noch mal oben gucken?“, fragte ich Klara.
„Ja klar, können wir.“

Klara und ich gingen zum Fahrstuhl in der Arztpraxis. Auf dem Weg dorthin sprach uns eine Frau an, die gerade von oben gekommen war.

„Ihre Enkelin ist oben“, sagte sie.
„Woher wissen sie das?“, fragte ich sie erstaunt.
„Sie hat laufend ‚Oma und Opa‘ gesungen“, entgegnete sie.
Jetzt konnte uns nichts mehr aufhalten. Wir stiegen in den Fahrstuhl, fuhren nach oben und strebten dem Wartezimmer entgegen.

„Oma, Opa!“, rief Krümel freudestrahlend und stürzte auf mich zu.
Ich hob sie hoch, mitsamt Rucksack.

Wir waren glücklich, hielten uns aber nicht lange im Wartezimmer auf, sondern gingen wieder nach unten, zu unserem Stammplatz, dem Betonvorsprung vor den Blumenrabatten.

„Ein schöner Tag“, sang Krümel später noch, als sie bei uns im Garten spielte.
Ja, es wurde noch ein schöner Tag.
Auch wenn Krümel zwischendurch sagte: „Opa, ich bin böse auf dich, du hast mein Wasser genommen.“
Sie meinte die große Gießkanne, die ich ihr aus der Hand genommen hatte, um die Blumen zu gießen.

VOM FLUCH UND SEGEN, ÜBER ALLTAGSBEGEBENHEITEN ZU BERICHTEN

WAS DIR WICHTIG IST, DAS ZÄHLT
Ich schreibe nun schon einige Jahre darüber, was ich im Alltag beobachte, welchen Menschen ich begegne, was mich glücklich macht und natürlich auch, was mich nervt.
Kurzum, es geht immer um ein Stück Leben in einem bestimmten Moment.

Manche sagen mir: „Du hast so viel in deinem Leben bewegt, und jetzt nimmst du dir ausgerechnet diese unwichtigen Dinge des Alltäglichen vor.“

Aber sind es wirklich unwichtige Dinge, über die ich schreibe?
Besteht unser ganzes Leben nicht aus lauter solchen kleinen und großen Begebenheiten – Freudentränen, wenn etwas Besonders gelungen ist, herzlich lachen über eine gelungene Komödie, wütend sein, weil der andere Mensch nur eines im Kopf hat, nämlich sich selbst.

Was ist der Fluch, besser die Herausforderung, wenn ich darüber erzähle?
Nun, ich muss genau beobachten, die Dialoge möglichst detailgetreu wiedergeben, die Hintergründe, Motive für das Handeln anderer Menschen offenlegen.

Aber ist das wirklich ein Fluch? Nein, für mich nicht. Ich bin glücklich damit, über den Alltag zu schreiben, über Menschen, die ich kennengelernt habe, die ich vielleicht sogar interviewen durfte.
Na klar ist es etwas Besonderes, wenn ich mit der Prima Ballerina der Staatsoper sprechen und über sie schreiben kann.

Doch vor allem bin ich bin neugierig auf ganz ‚normale‘ Menschen, denen ich begegne, auf ihre Reaktionen, ihre Sicht auf das Leben, auf das, was bei ihnen den Alltag ausmacht.

Und: darüber zu schreiben, was unser Leben im Alltag bereichert, und meist unbeobachtet und unbemerkt von den großen medialen Ereignissen stattfindet, ganz im Stillen, im Normalen eben.

Mir bleiben oft die Kleinigkeiten im Gedächtnis, die ich erlebt habe, die Augenblicke, die dich irgendwie glücklich machen.
Wenn ich an der Ostsee im Herbst sitze, der Strand fast leer ist, ein rauer Wind weht, die Wellen auf den Sand peitschen und sich dann wieder zurückziehen, die Möwen schreien, ja dann bin ich glücklich. Reicht dieses Glück lange?
Naja, nicht immer.

Aber die Kraft von uns besteht auch meiner Meinung darin, nicht nur zu stöhnen, sondern sich aufzuraffen, etwas schön zu finden im Alltag, in den Begegnungen, die man mit Menschen hat – das ist schon ein gehöriger Reichtum.

Alltägliches kann banal sein, aber vieles davon verdient mehr Aufmerksamkeit, mehr Anstrengung herauszufinden, warum gerade ein bestimmter Moment schön ist.

TAGEBUCH IST DER ANFANG FÜR ERNSTHAFTE VERÄNDERUNGEN

Ich lese gern in Ratgeberbüchern, was ich so alles tun kann, um mein Leben zu verbessern, glücklicher und gesünder durch den Alltag zu kommen.

„Fünf Tipps, die dein Leben reicher machen“, steht da zum Beispiel auf dem Cover eines Buches.

Ich kaufe mir oft solche Literatur und berücksichtige auch manche der dort erteilten Ratschläge. Und dann komme ich wieder darauf zurück, dass ich es selbst in der Hand habe, vieles besser zu machen, herauszufinden, was mir als nützlich erscheint.

Du kommst in dem Fall nicht um ein Tagebuch herum, um ein paar schriftliche Gedanken, in denen du selbst, mit eigener Hand deinen Weg zu mehr Freude im Alltag festhältst.
Ich höre schon die Stimmen, die mir entgegenschallen.

„Du kannst leicht reden. Steh mal morgens auf, versorg‘ die Kinder, hetze zur Arbeit und mach‘ abends noch den Haushalt!“
Das stimmt schon. Doch es gibt keinen Weg daran vorbei, etwas aufzuschreiben, wenn man wirklich etwas nachhaltig verändern will.

Was sollte man also tun?
Ich würde ganz klein anfangen. Und wenn es ein Satz ist, den ich am Tag aufschreibe, möglichst in das gleiche Heft.

Ich schreibe inzwischen alles ins iPhone. Das hat nur einen Grund: Ich trage es stets bei mir.

Beim Schreiben wird dir erst einmal bewusst, was du so alles leistest, was du schon geschafft hast, und wo du weiter dranbleiben solltest.

ABENTEUER AUF DEM PARKPLATZ VOR DEM EINKAUSMARKT

Das Handy klingelte. Klara war dran.
„Können wir noch mal zum Einkaufsmarkt fahren, wenn ich ankomme?“

„Können wir“, sagte ich, obwohl ich keinerlei Lust verspürte, noch durch die Gegend zu fahren, nachdem ich Klara vom Bahnhof abgeholt hatte.

„Und kannst du vorher schon Kontoauszüge holen.“
„Hm“, brummte ich.

„Und dann kannst du ja gleich deinen Gesundheitssaft abholen“, sagte sie noch.

„Dann muss ich ja jetzt gleich los.“
„Ja, ist das schlimm?“

Natürlich war es schlimm. Ich war gerade in der Arbeit, plante meine Aufgaben, die ich am nächsten Tag erledigen wollte.

„Nö, nö!“, sagte ich stattdessen laut.
„Ich mach‘ mich auf den Weg“, sagte ich und legte auf.

Ich zwängte mich in meine Jeans. War die Hose eingelaufen? Wozu machte ich eigentlich so viel Sport, wenn dabei nichts herauskam?
Ich musste an einen Nachbarn denken, den ich in der vorigen Woche getroffen hatte und der mich fragte, wie es mir ginge.

„Prima“, sagte ich. „Ich fahre jetzt jeden Morgen ins Fitness-Studio.“
Er musterte mich und blieb an meinem Bauch hängen.

„Der kommt auch noch dran“, sagte ich und haute wie zur Bestätigung auf meinen ‚Vorbau‘, der es mir mit einem stechenden Schmerz dankte.

Der Nachbar schaute mich weiter an.
„Das ist ja toll, dass Sie sich jeden Tag aufraffen“, hätte er vielleicht sagen können.

Oder: „Das hätte ich nicht gedacht, dass Sie das hinkriegen.“
Stattdessen kam: „70 Prozent hängen vom Essen ab und nur 30 Prozent vom Sport“, sagte er, ohne den Blick von meinem Bauch zu lösen, der ja im Laufe des Jahres weg sein würde. Das war jedenfalls der Plan.

„Na bitte, dann passt es ja: Ich esse zu 70 Prozent und lediglich zu 30 Prozent mache ich Sport. Und ich dachte, ich würde schon was falsch machen“, sagte ich und wendete mich gleichzeitig mit einem knappen Gruß von ihm ab.

„Ich meinte es anders“, rief der Nachbar mir hinterher.
„Ich dachte auch, dass Sie was Anderes sagen würden“, entgegnete ich, ohne mich noch einmal zu ihm umzudrehen.

Zurück zur Jeans. Die zwackte genau dort, wo noch Potenzial zum Abnehmen war.
Egal, ich musste los.
Ich sauste zur Sparkasse, und anschließend holte ich meinen Gesundheitssaft.

Klara hielt nicht viel von dem Getränk. Für sie war er zu teuer und außerdem zweifelte sie die Zauberwirkung des Saftes an, die ich ihr stets in den höchsten Tönen präsentierte.

Als ich wieder im Auto saß und mich in Richtung Bahnhof begab, um Klara abzuholen, klingelte bereits das Telefon wieder.

„Wo bist du?“, fragte sie.
„Ich bin hier“, antwortete ich.
„Und wo ist hier?“
„Hier ist in meinem Auto, im Stau, bei Rot an der Ampel“, antwortete ich kurz angebunden.
„Ich bin gleich da“, sagte ich noch.

Als ich bei Klara am Bahnhof ankam und sie ins Auto gestiegen war, fragte sie mich erneut, ob wir fahren noch in den Einkaufsmarkt fahren könnten.

„Wir können nicht reinfahren, nur bis fast vor die Tür“, sagte ich.
Klara ging darauf nicht ein.

„Wollen wir nach Schönwalde?“
„Können wir machen“, antwortete ich. Mir war es egal, wo ich im Auto saß, am Handy herumspielte und darauf wartete, bis Klara wieder herauskam.

Ich ging ungern mit in den Laden. Lieber half ich Klara anschließend, wenn sie mit dem Einkaufswagen wieder herauskam und die Sachen im Kofferraum verstaut werden mussten.

Klara hatte im Werbeprospekt des Einkaufsmarktes eine kleine Uhr entdeckt, die sie Krümel schenken wollte, wenn wir sie am Freitag abholten.

Ich war natürlich dafür, weil ich mich schon auf das Gesicht der Kleinen freute.

Ich stoppte kurz vor dem Einkaufsmarkt, ließ Klara aussteigen, um anschließend einen ruhigen Parkplatz zu suchen. Ich mochte es nicht, wenn direkt neben mir Autos standen, es sei denn, ich hatte keine andere Wahl.

Ich schaute mich um und fand einen passablen Stellplatz, gar nicht so weit weg vom Aldi.

Rechts neben mir, da war die gesamte Reihe an Parkplätzen noch frei, sodass ich keine Sorge hatte, dass sich direkt neben mir jemand mit seinem Auto hinstellen würde.

Ich las meine Notizen durch, die ich noch schnell am Schreibtisch gemacht hatte, um danach schnell weiterarbeiten zu können.
Zwischendurch hob ich den Kopf, weil ich gern die Leute beobachtete, die an mir vorbeikamen.

Ein Vater mit seinem kleinen Sohn kam direkt auf uns zu.
„Papa, ein Wartburg, guck‘ mal“, rief der Knirps.
Ich hatte nichts gegen einen Wartburg. Schließlich war ich ja selbst mal Trabbi gefahren.

„Das ist ein Jeep“, sagte der Vater leise zu seinem Sohn. Ich konnte es trotzdem hören, weil ich das Fenster an meiner Seite heruntergelassen hatte.

„Jeep, Jeep, Jeep“, rief der Kleine nun unentwegt und zeigte mit seinem Zeigefinger auf mich.

Er hörte erst auf, als sie an ihrem Auto angekommen waren und der Vater per Knopfdruck auf seinen Autoschlüssel die Kofferhaube öffnete, die sich elektrisch nach oben bewegte.

„Das kann nun unser nicht“, dachte ich. Aber dafür liebte Krümel unser kleines rotes Auto über alles. Ich vertiefte mich wieder in mein Handy.

Vor mir bremste geräuschvoll ein SUV, die Rückwärtslichter gingen an und er bewegte sich mit dem Heck direkt auf mich zu.
„Der wird ja wohl nicht unmittelbar neben mir auf dem Stellplatz halten. Der Fahrer müsste sich ja aus dem Auto herausquetschen“, dachte ich und blickte in mein Handy.

Der SUV stieß wieder nach vorn. Am Lenkrad saß eine Frau. Sie lenkte ein und bugsierte das Auto direkt neben die rechte Seite des Jeeps. Sie fuhr noch einmal nach vorn. Nicht, um ein wenig weiter von mir wegzufahren, einen größeren Abstand zwischen zu uns bekommen.

Nein. Sie fuhr noch dichter an mich ran.
„Wie will die da rauskommen?“, fragte ich mich. Ich war sauer.

Die junge Frau machte die Tür auf, quetschte sich heraus und drückte mit einer Hand gegen die Fensterscheibe ihrer Fahrertür.
Sie schabte mit ihrer Jacke an meiner Wagenseite lang, sodass ich ein leichtes quietschendes Geräusch vernahm.

Mein Blutdruck schnellte nach oben. Ich schoss förmlich aus dem Auto. Gut, dass Klara das nicht sah, denn wenn sie mit dem Einkaufswagen auftauchte, quälte ich mich wesentlich langsamer aus dem Auto.

„Sie hätten aber ruhig noch ein wenig näher an mein Auto herankommen können“, sagte ich, während ich die rechte Seite auf vermutliche Kratzer überprüfte.

Die junge Frau sagte gar nichts. Sie ging ungerührt in Richtung Einkaufsmarkt.

Ich bebte innerlich vor Wut und hätte es am liebsten rausgeschrien.
Zum Glück besann ich mich auf das, was ich im Neuen Testament erst am Morgen gelesen hatte: „Gott gebe euch viel Barmherzigkeit und Frieden und Liebe!“ (Judas, 1,2)

Ich beruhigte mich also und versuchte Erklärungen für das Handeln der Fahrerin zu finden.

„Sie steht ja auf einem freien Stellplatz eines riesigen Parkplatzes. Auf einem der vielen freien Plätze hier, nur eben sehr eng an meinen geliebten Jeep ‚gekuschelt‘. Aber was ging sie das an? Sie konnte dort stehen, wird sie bei sich gedacht haben.

Vielleicht hatte sie kleine Kinder, die Zuhause auf sie warteten, und sie wollte deshalb möglichst dicht an den Markt heranfahren, um schnell wieder nach dem Einkauf wegzukommen.

Außerdem war sie ja viel schlanker. Ich wäre jedenfalls nicht aus der Tür meines Autos bei diesem geringen Abstand herausgekommen.“
Ich war versöhnt mit ihr, stieg wieder ins Auto und wartete, bis Klara kam.

Sie musste sofort loslachen, als sie sah, wie dicht die andere Frau ihr Auto an unseres herangefahren hatte.
„Was hast du nur an dir, dass sich die Leute stets direkt neben dich stellen?“, fragte sie.

„Und dass in Corona-Zeiten“, sagte ich.
„Schau‘ mal, das ist die Uhr für Krümel“, sagte Klara zu mir.

„Die ist aber niedlich.“
Ich freu‘ mich schon, wenn sie am Freitag die Uhr sieht.“

„Komm‘, lass uns schnell von hier wegfahren“, sagte ich zu Klara und ließ den Motor an und steuerte den Jeep auf freies Gelände mit freier Sicht.

 

 

 

DER FLUCH VOM WOCHENBEGINN

STENOGRAMM FITNESS-STUDIO

Dreiviertel Vier klingelte der Wecker.
„Verdammt!“, fluchte ich und hievte mich ächzend aus dem Bett.
Ich setzte einen starken Kaffee an, um überhaupt munter zu werden, an diesem Montagmorgen.

Kurz vor sechs Uhr, Tiefgarage Fitness-Center.
Ich stieg aus dem Auto aus, setzte die Schutzmaske auf, nahm die Tasche mit den Trainingssachen in die Hand und begab mich zu den Treppen, die hinauf zum Ausgang führten.

Ich schnaufte und keuchte, als ich schließlich aus der Tür des Parkhauses herauskam.

Wenig später hockte ich auf dem Sitz des ersten Trainingsgerätes.
Ich mochte nicht anfangen.

„Du musst heute nur fünf Einheiten schaffen“, dachte ich bei mir. Ich ging mit mir sehr verständnisvoll um, in dieser Situation.

Als ich die fünf Geräte gepackt hatte, da sagte ich zu mir: „Los komm‘, eine Einheit schaffst du noch.“

Ich schaffte alle siebzehn geplanten Stationen, und ich ging im Anschluss aus dem Studio hinaus.

Die Sonne brach gerade durch die Wolken hindurch.
Ich spürte die Sonnenstrahlen im Gesicht und blinzelte mit zugekniffenen Augen in den Himmel.

„Geht doch“, dachte ich bei mir und begab mich auf den Rückweg.

AUDIO-BEITRAG
https://uwemuellererzaehlt.de/2020/09/08/stenogramm-2020-09-09/

 

 

 

DIE PFLANZE AUF DER TERRASSE

Sonntagnachmittag.
Ich sitze im Wohnzimmer, und ich schaue in den Garten.

Ich sehe, wie sich die Pflanzen im Wind hin- und herbewegen.
Es scheint, als würden sie sich ein letztes Mal aufbäumen gegen den Herbst, der unerbittlich näherkommt.

Eine Pflanze direkt vor mir, auf der Terrasse, schaut mich traurig an.
Ich nenne sie den ‚Saufaus‘, weil sie so viel Wasser braucht. Sie wird nur noch wenige Zeit zu leben haben, aber noch will sie nicht aufgeben und ich will ihr helfen, uns noch ein bisschen ihre schönen Blüten zu zeigen.  Also darf ich das Giessen am Abend nicht vergessen.

Ich mag den Herbst, vor allem in seinen Anfängen, wenn es tagsüber nicht mehr so heiß wird.

Und trotzdem brennt manchmal die Sonne noch sehr intensiv, es ist weiterhin alles grün, aber es ist eben ein wenig mehr Ruhe eingekehrt.

Am liebsten bin ich zu dieser Jahreszeit auf Rügen, gehe zum Strand, freue mich, dass es nicht mehr so voll ist.
Aber dieses Jahr wird daraus nichts – die Ketten am Schreibtisch klirren.

Ich schaue wieder zur Pflanze rüber und freue mich an ihr, selbst wenn es nicht mehr lange so sein wird.

Der Sonntagnachmittag ist schön. Klara macht Kaffee.

DU BRAUCHST KEINE ANGST HABEN, OPA

MAL SCHNELL ERZÄHLT (7)

August, Rügen. Wir waren auf dem Weg nach Putbus.
Wir lieben diese Stadt mit ihren klassizistischen Bauwerken und dem wunderschönen Schlosspark.

Das alles wollten wir uns ansehen und vor allem im Park ein wenig mit Krümel und Laura umherlaufen.
Ich war fast auf der Zielgeraden, besser gesagt, im Bereich des Kreisverkehrs in Putbus.

Die Häuser am Rande der Straße blinkten in strahlendem Weiß in die Sonne und davor blühten Rosenstöcke. Das alles sah faszinierend aus und ich war einen Augenblick abgelenkt.

„Wie muss ich jetzt fahren? Geradeaus?“, fragte ich Klara.
„Nein, geradeaus kommen wir wieder in Richtung Prora. Du musst einfach den Kreisverkehr weiterfahren und dich links halten“, sagte Klara zu mir.

Ich nickte und zog das Lenkrad nach links. Ich wollte gleich auf der richtigen Spur sein, wenn ich wieder aus dem Kreisverkehr herauskam.

Hinten saß Krümel und plapperte fröhlich.
Plötzlich kam uns ein LKW entgegen. Er schien riesig, im Vergleich zu unserem kleinen Jeep, in dem wir zu viert saßen.

„Ach du Schande!“, rief ich.
Ich befand mich auf der falschen Seite und lenkte schnell nach rechts herüber.

„Oh Gott, das ist ja noch einmal gut gegangen“, seufzte ich erleichtert.

„Du brauchst keine Angst zu haben“ , erklang da von hinten Krümels tröstende Stimme.

„Wirklich nicht?“, fragte ich.
„Nein, Opa, ich bin da“, sagte Krümel noch. Und Krümel war da für mich.

Einige Wochen später, der Urlaub war vorbei, da fuhren wir aus Berlin raus, um zu uns nach Hause zu kommen. Wir hatten Krümel abgeholt, denn sie sollte bei uns übernachten.

„Du musst aufpassen, Opa“, sagte Krümel zu mir von ihrem hinteren Kindersitz aus.
Neben ihr saß Klara.

„Muss ich wirklich aufpassen?“, fragte ich zurück.
„Ja, Opa, du darfst nicht auf der Erde fahren“, meinte Krümel.

Ich stutzte und überlegte.
„Was meinst?“, fragte ich Krümel, ohne den Blick von der Straße zu lassen.

„Da darfst du nicht fahren, nein“, rief Krümel und zeigte mit ihrem kleinen rechten Zeigefinger auf den Acker neben unserer Straße.

„Warum nicht?“, fragte ich Krümel.

„Jeepi kaputt“, sagte sie.

„Gut, dass du mit im Auto sitzt und aufpasst“, sagte ich zu Krümel.

„Ja, Opa“, antwortete Krümel.

 

DIE BIBEL FÜR SICH NUTZEN – JEDEN TAG EIN BISSCHEN

FASZINATION BIBEL

Ich habe die Bibel als etwas ganz Wertvolles für mich entdeckt. Ich finde dort stärkende, motivierende, heilende Worte, und sie alle bringen mir mehr Lebensqualität für meinen Alltag.
Das ist Grund genug für mich, darin zu blättern, zu lesen, meinen Horizont zu erweitern.

Die Bibel übt eine magische Anziehungskraft auf mich aus.
Das passiert nicht in einem Ruck, sondern viel mehr fast unmerklich für mich, aber merklich für meinen mentalen Zustand im Alltag.
Anfangs habe ich darüber berichtet, wie sehr ich mich zu der ‚Stuttgarter Erklärungsbibel‘ gefreut habe, die mir meine Frau zum Geburtstag geschenkt hat.

Das war eine riesige Überraschung für mich, dieses Buch in den Händen zu halten, die Seiten aufzuschlagen und zu schauen, was mich an spannenden Inhalten und Worten in den nächsten Wochen und Monaten, wahrscheinlich sogar Jahren, erwartet.

In einem anderen Beitrag habe ich darüber nachgedacht, ob die Worte aus der Bibel überhaupt etwas bewirken in mir, etwas auslösen, dass mein Leben zum Positiven verändert.

Es ist zu früh, um hier etwas Eindeutiges zu sagen. Ich glaube aber, dass ich mich jedes Mal erneut den Inhalten nähern muss, sie begreifen, überdenken und auch immer wieder von einer anderen Seite neu denken sollte.

Vor kurzem habe ich zum Bleistift gegriffen und die Titel aller Bücher der Reihe nach abgeschrieben.
Es mag merkwürdig klingen, wenn ich sage: Ich habe die 66 Bücher von den Titeln her mit der Hand notiert.

Aber es ist bei mir so. Ich denke mit der Hand. Und wenn mir etwas besonders wichtig ist, dann mache ich anfangs handschriftliche Notizen.
In diesem Fall ging es um genau 39 Bücher aus dem Alten Testament und 27 aus dem Neuen Testament.

Kenne ich jetzt alle Bücher? Naja, die Frage kann nur rhetorisch angelegt sein.
Natürlich nicht. Und ich glaube, dass ich sie auch nicht mehr alle lesen werde, jedenfalls nicht mehr in diesem Leben.

Als Quelle dient mir in diesem Zusammenhang eben die Stuttgarter Erklärungsbibel. Dort sind die Inhalte der Bibeltexte nicht nur erläutert, sondern auch alle Bücher des Alten und Neuen Testaments enthalten.

Hinzukommen noch die sogenannten Apokryphen.
In der Stuttgarter Erklärungsbibel heißt es dazu: „Luther kennzeichnete die Apokryphen in seiner berühmt gewordenen Formulierung als Bücher, so der Heiligen Schrift nicht gleichgeachtet und doch nützlich und gut zu lesen (sind).“

(Vgl. Stuttgarter Erklärungsbibel, ISBN 978-3-438-01 123 – 7, Neuausgabe mit Apokryphen, © 2005, Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart, Zweite, verbesserte Auflage 2007, 10. 2016, ‚HINWEISE ZUM GEBRAUCH DIESER BIBELAUSGABE, Die Apokryphen.‘)

Erst jetzt, im Alter, beginne ich zu erahnen, über welchen Reichtum die Bibel verfügt.
Auf dem Weg dahin stolpere ich noch über viele kleinere und größere Steine.

Kürzlich habe ich mich damit befasst, wie eigentlich aus der Bibel heraus richtig zitiert wird.
Als erstes nennt man das Buch, dann das Kapitel und anschließend kommen die Versziffern.

Ich habe geschwitzt, bevor ich es herausbekam. Wenn du es weißt, dann scheint es leicht.

Aber alles ist leicht, wenn man es erst einmal weiß.
Ich bin neugierig geworden und beginne in der Bibel zu blättern.
Ich bleibe im Kapitel Schöpfung im Ersten Buch, hängen.
(Vgl. Schöpfung und Urgeschichte, Kapitel 1-11)

Ich lese die ersten Zeilen darin: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser. (V.2)
Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. (V.3)

Das ist schon ausdrucksstark. Die Bibel hat mich in ihren Bann geschlagen, und zwar unwiderruflich.
Ich freu‘ mich schon, wenn ich sie wieder zur Hand nehme.

LINK ZUR HÖRFASSUNG:

https://uwemuellererzaehlt.de/2020/09/05/faszination-bibel-2020-09-05/

AUDIO: DIE BIBEL FÜR SICH NUTZEN – JEDEN TAG EIN BISSCHEN

FASZINATION BIBEL

Ich habe die Bibel als etwas ganz Wertvolles für mich entdeckt. 
Ich finde dort stärkende, motivierende, heilende Worte, und sie alle bringen mir mehr Lebensqualität für meinen Alltag.
Das ist Grund genug für mich, darin zu blättern, zu lesen, meinen Horizont zu erweitern.

 

 

 

DER ERSTE TAG NACH KNAPP VIER WOCHEN URLAUB

50 KILO ABNEHMEN-2020.09.01

STENOGRAMM FITNESS-STUDIO

Gestern habe ich mich noch morgens gedrückt und bin nicht mit nach Berlin reingefahren.

Aber heute hatte ich keine Ausreden mehr. Es war anstrengend, und ich musste in den Gewichten heruntergehen, zum Beispiel am ‚Überzieher‘ von 45 kg auf 35 kg.

Von Station zu Station habe ich mir gut zugeredet: ‚Komm, du hast doch nur noch 16 Einheiten vor dir. Und guck‘ mal, da an der Trizepsmaschine, da sitzt jemand, die Station kannst du auslassen. Kannst du ja nix dafür.‘

Ich habe die einzelnen Geräte im Erinnerungstool des Handys aufgeschrieben. Der schönste Moment ist, wenn ich auf den Button ‚erledigt‘ tippen kann.

‚Also aufs Laufband, da brauchst du heute nicht‘, habe ich selbst zu mir gesagt.

Warum eigentlich nicht? Nur so, und: weil es der erste Tag nach dem Urlaub ist.

Der schönste Moment war, als ich wieder aus dem Studio herauskam, die Sonne schien und ich zur Tiefgarage ging.
‚Ein schöner Tag. Gut, dass du ihn so begonnen hast‘, dachte ich noch bei mir und klopfte mir innerlich auf die Schulter.

Mir fiel Krümel ein, die am Wochenende zu mir sagte: „Opa, ich ‚pomme‘ gleich zu dir, ich will nur noch das (Schoko) Ei essen.“
Ach, da geht mir doch das Herz auf, und den wichtigsten Teil am Tag habe ich auch schon geschafft. Jetzt muss‘ ich nur noch ein paar Kunden anrufen. Kriegen wir hin.