Schlagwort-Archive: MENSCHEN IM ALLTAG

UND WIEDER EIN NEUER TAG (6)

MEIN FREUND, DER ALLTAG

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Jeden Morgen gute Laune haben, sich selbst in die richtige Stimmung bringen – leicht gesagt, schwer umzusetzen. 
Ich versuch's trotzdem, jeden Tag wieder. 

Es lässt sich leicht darüber reden, wie toll es ist, sich in die richtige Gefühlslage zu bringen, die einen alles leichter erscheinen lässt.

Aber wenn du morgens aufstehst, du noch Mühe hast, den Tag willkommen zu heißen, dann ist es etwas Anderes.

Ich denke in solchen Momenten: ‚Lasst mich zufrieden, ich will mich wieder hinlegen.‘

Was mach‘ ich dann?

Ich fange dann einfach an, putze zum Beispiel die Zähne. Nach der Dusche fühle ich mich schon besser.

Ich beginne am Schreibtisch mit dem Sprechtraining an, nehme den Korken in den Mund und sage die Sätze auf, fünf Minuten lang.

Dadurch komme ich in die Routine rein.

Ich muss ein Audioprotokoll tippen und denke, dass Klara bald aufstehen wird und das Frühstück zubereitet.

Wir wollen mittags nach Berlin fahren und aus der Kita holen.

„Oma, bin ich Mittagskind“, hat Krümel gestern Klara gefragt und vor Freude laut ‚juhu‘ gerufen.

Das fällt mir jetzt ein, wo es noch dunkel ist und ich langsam mit meinem Arbeitspensum beginne.

Ist das wissenschaftlich fundierte Selbstmotivation?

Wahrscheinlich nicht; ist mir auch egal.

Es hilft jedenfalls.

Der Tag wird schön.

 

ALLTÄGLICHES

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UND WIEDER EIN NEUER TAG (5)

MEIN FREUND, DER ALLTAG

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SCHON WIEDER MONTAG

Warum vergeht eigentlich das Wochenende so schnell?
Und warum zieht sich der Montag so quälend lange hin?
Liegt es an meiner Einstellung?
Ja, liegt es an meiner Abneigung, diesem Tag gegenüber?
Wie kriege ich nur dieses Gefühl aus meinem Kopf?
Ich schaue nach draußen, und ich sehe, dass die ersten Sonnenstrahlen durchkommen.
Mir fällt Krümel ein. Was sie wohl gerade macht?
Hüpft sie auf dem Weg in die Kita?
Ich sehe sie schon morgen, wenn wir sie abholen.
Sie läuft mir entgegen, mit ausgestreckten Armen und ‚Opa‘ kreischen.
Dann legt sie ihre kleinen Händchen auf die Motorhaube und küsst sie.
„Ich hab‘ dich vermisst, ‚Jeepi‘“, wird sie dem Jeep zuflüstern.
Wir werden einen schönen Tag verleben.
Meine Laune bessert sich.
Ich muss los, zu einem Vorgespräch für eine Rede, die ich am Freitag halten werde.
Die Gespräche sind oft traurig, aber zugleich auch sehr bereichernd.
Ich freue mich auf den Tag, auf die Woche.
ALLTÄGLICHES

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UND WIEDER EIN NEUER TAG (1)

MEIN FREUND, DER ALLTAG

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AUFSTEHEN, ÜBER DEN GESTRIGEN TAG NACHDENKEN; SICH AUF DAS, WAS HEUTE KOMMT, FREUEN

Samstagmorgen, kurz nach fünf Uhr.

Ich habe mich aus dem Bett hochgequält.

Ich hätte es wohl nicht getan, wenn ich heute nicht am Vormittag eine Rede halten müsste.

Die Woche war anstrengend.

Am Mittwoch habe ich eine Rede in Wandlitz gehalten.

Eine große Rede. Es war ein bekannter Sportler und Trainer, der verstorben war.

Ich habe viel über ihn gelesen, intensiv mit der Familie gesprochen und dann den Text ausgearbeitet.

Nach der Rede war ich an dem Tag sehr erschöpft, völlig fertig.

Auf dem Rückweg winkte und grüßte zum Abschied ein Sportler.

Das hat mich berührt. Ein schönes Gefühl.

Am nächsten Tag stand wieder eine Rede an.

Ich musste sie noch fertigschreiben, korrigieren und mit den Angehörigen abstimmen.

Die Enkelin in der Familie erzählte mir am Telefon, dass sie auch einen Herrn Müller kenne, aus der Kita.

Und urplötzlich fing sie an zu singen.

„…Und jetzt ist das Lied aus, und alle geh’n nach Haus“, brach sie auf einen Schlag das Lied ab.

Ich bekam wieder gute Laune und machte mich an die Arbeit, mit neuer Energie.

Am nächsten Tag im Friedwald.

Die Schraube am Stehpult war überdreht. Die Platte oben, auf der ich die Mappe ablegen wollte, hielt nicht und kippte nach vorn.

Es war kurz vor Beginn der Feier.

Ich wurde hektisch.

Wie sollte ich den Text ablesen?

Ohne Pult? Schlecht möglich.

Dann sah ich den Holzstamm an der Seite.

Ich legte den oberen Teil des Pults einfach auf den Stamm.

Das alles wackelte während der Rede.

Ich ließ mir trotzdem nichts anmerken.

„Die Rede war schön“, sagt mir eine Angehörige.

Ich war erleichtert, dass nichts Schlimmeres passiert war.

Gestern hat Klara das Stehpult repariert.

Sie zog eine andere Schraube oben durch das Gestänge.

Anschließend habe ich noch eine Mutter auf die Schraube gedreht und mit einem ‚Knochen‘ festgezogen.

Der Schraubenschlüssel stammt noch aus DDR-Zeiten, aus dem Werkzeug-Set meines Ladas.

Hätten wir auch in den Baumarkt gehen können?

Ja, klar.

Aber es hätte Zeit gekostet, Geld, und: Es würde nicht so lange  halten.

Ich werde heute über einen Menschen sprechen, der sehr kreativ war, ein ganzes Haus allein gebaut hat.

Er war ein ‚Ossi‘ durch und durch.

Das hat mir imponiert.

Schon deshalb musste es uns so gelingen, das Pult wieder hinzukriegen.

Ich fange an, das Sprechen des Textes zu trainieren, mit einem Korken im Mund.

Es wird traurig heute.

Aber ich freue mich darauf, dieser Familie zu helfen, ihren Papa, Ehemann und Opa würdig zu verabschieden.

Und diese Angehörigen, diese herzlichen Menschen freuen sich darauf, dass ich eine gute, eine zu  Herzen gehende Rede halte.

Und genau das werde ich tun.

Der Tag kann beginnen.

 

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‚WANN WILLST DU EIGENTLICH HEUTE SPORT MACHEN?‘, FRAGT DIE INNERE STIMME

MEIN FREUND, DER ALLTAG

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Ich war gegen 04.30 Uhr wach und bin aufgestanden.

Ich wollte möglichst viel schaffen heute – eine Rede vorbereiten, mittags eine Rede auf einer Trauerfeier halten.

Also war ich erst einmal froh, dass ich mich überwunden hatte und senkrecht auf den Beinen stand.

Doch dann meldete sich meine innere Stimme: „Was ist los, Dicker? Ich denke, du wolltest jetzt endlich anfangen, regelmäßig Sport zu machen?“

„Ja, schon gut“, dachte ich.

Ich konnte ja auch noch heute Nachmittag laufen.

„Glaubst du wirklich daran? Heute Vormittag sitzt und schreibst du, trainierst die Rede.

Dann erledigst du die Steuersachen, die schon lange herumliegen.

Nachmittags, nach der Rede, da bist du kaputt.

Die Couch wird ziehen, danach der Kaffee und anschließend sitzt du am Schreibtisch, schon wieder.“

Meine innere Stimme ließ mir keine Ruhe.

„Ich kann mich doch gleich umziehen, wenn ich zurück bin, und danach sofort loslaufen“, dachte ich.

„Deine Worte höre ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“, sagt die innere Stimme wieder.

Sie wurde mir lästig.

„Ich laufe jetzt nicht, basta!“

Die innere Stimme war weg, aber wie von Geisterhand habe ich mich umgezogen, die Sportschuhe zugeschnürt, habe die Nordic Walking Stöcke aus dem Keller geholt und bin anschließend losgelaufen.

Mit Lampe auf dem Kopf, weil es ja noch dunkel war.

‚Na siehste‘, dröhnt die innere Stimme.

Ich habe nicht mehr geantwortet, nur geschmunzelt.

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NACH EINER REDE DIE LEERE AUS DEM KOPF KRIEGEN – MIT SELBSTDISZIPLIN UND NORDIC WALKING

MEIN FREUND, DER ALLTAG

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Wenn ich eine Rede gehalten habe, die etwas abgewichen ist vom Standard, einfach weil ich den Text intensiver ausgearbeitet habe, das Vorgespräch mit den Hinterbliebenen sehr ausführlich war und ich sehr viel Emotionen am Tag der Trauerfeier hineingegeben habe, ja dann fühle ich mich hinterher wie ausgebrannt.

Es überkommt mich eine gewisse Leere im Kopf und in der Seele.

Ich kenne nicht die Menschen, über deren Leben ich spreche. Sie sind bereits verstorben.

Also sollte man glauben, dass es einen nicht so berührt, was man aufschreibt, und was man sagt.

Manchmal ist es auch so. Du sprichst mit den Hinterbliebenen.

Sie sagen dir: „Bloss keine ausführliche Rede“.

Du fängst trotzdem an darüber nachzudenken, wie du einen guten Text hinbekommst.

Aber es bleibt bei dir nicht im Herzen hängen.

Ganz anders, wenn du alles gibst, du deine Gefühle, deine Energie in den Text hineingibst, dann bist du danach erschöpfst.

Nicht nur körperlich.

Nein, auch mental.

Was tue ich dagegen?

Ich versuche es mit Selbstdisziplin und Geduld.

Ich stelle mir genaue Pläne auf, was ich am Tag tun muss.

Ich arbeite die Steuerunterlagen auf, doch da wird die Laune noch schlechter.

Also schreibe ich auf, was mir durch den Kopf geht, wie ich meine schöpferische Krise überwinde.

Ich habe oft gelesen, dass es Schriftstellern ähnlich geht.

Aber ich bin kein Schriftsteller, vielleicht ein Autor, der ab und zu etwas zu Papier bringt.

Was mir genauso hilft, dass ist der Trainingsplan für das Nordic Walking.

Es kostet mich Überwindung loszulaufen, ja.

Aber wenn ich in Schwung bin, dann ist es, als würde mir die Energie wieder zufliegen.

Ich kann danach den Tag wieder ganz anders nutzen.

Ich laufe inzwischen im Stadtpark, vormittags.

Ich sehe ältere Menschen auf der Bank sitzen, Kinder spielen im Sandkasten auf dem Spielplatz, der in den Park integriert ist.

Aus der Ferne höre ich die Sirenen eines Krankenwagens, vermute ich jedenfalls.

All diese Geräusche und trotzdem die Ruhe, die lassen mich Energie tanken.

Und wenn ich dann zurück bin, geduscht habe, dann gehe ich an die nächsten Termine.

So wie heute, denn ich habe ein neues Vorgespräch.

Ich lerne neue Menschen mit interessanten Geschichten kennen.

Und das motiviert mich, auch wenn der Anlass immer gleich ist: Es ist ein Mensch gestorben.

Aber ich kann viel tun, die Hinterbliebenen zu trösten – mit ihnen gemeinsam eine Brücke der Erinnerungen für ihren Liebsten bauen.

Ich bin bereit, die Leere aus dem Kopf ist raus, und ich beginne neue Ideen zu entwickeln.

ALLTÄGLICHES

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IANA SALENKO ERHÄLT DEN EHRENTITEL ‚BERLINER KAMMERTÄNZERIN‘

IANA UND MARIAN  FREUEN SICH ÜBER DIESE EHRE

Iana über die Ankündigung der Verleihung des Titels

‚Berliner Kammertänzerin‘:

„Ich fühle mich sehr geehrt, dass ich diesen deutschen Ehrentitel erhalte.

Und ich bin stolz darauf, dass mein Mann Marian und ich das gegenwärtig einzige Kammertänzerpaar sind.

Der Preis beflügelt mich, neue Höhepunkte in meiner Karriere anzunehmen.

Ich freue mich auf weitere aufregende tänzerische Momente.“

(Zitiert aus der Mitteilung des Staatsballetts Berlin, offizielle Facebook-Seite:

https://www.facebook.com/share/4oFKJLdoeznV24tY/?mibexid=WC/Ne


Iana mit ihrem stolzen Papa nach der Verleihung des Ehrentitels. 

Er hat sie auf ihren ersten Schritten begleitet, ist mir ihr gemeinsam nach Donezk gefahren, damit sie in der Ballettschule ihren Traum leben konnte.


Iana mit ihrem ältesten Sohn Marley am Tag der Vorstellung. 

Herzlichen Glückwunsch, liebe Iana,

Ich kenne wenige Menschen, die so hart an sich arbeiten, Tag für Tag.

Und: Ich kenne nur wenige Tänzerinnen, die mit einer solchen Leichtigkeit ihre Figuren ausführen, und die trotzdem nie ihre Bodenhaftung verlieren.

Marian ist ein Grund dafür.
Ianas und Marians persönliches Glück: die Familie




Der Gruß von Iana und Marian an mich, nachdem sie von der Auszeichnung erfahren haben.

Liebe Iana, lieber Marian, wir kennen uns nun schon über anderthalb Jahrzehnte.

Deshalb kann ich wohl mit Fug und Recht sagen: Ihr beide seid nicht nur großartige Künstler,

nein, ihr seid vor allem großartige Menschen, voller Humor, Tatkraft, ausgestattet mit dem eisernen Willen, stets weiterzumachen, sich neue Ziele zu setzen, und sie vor allem auch zu erreichen.


IANA SALENKO

TRAUERREDE IM JULI 2023 – EIN TAG, DER FÜR MICH UNVERGESSEN BLEIBT

Ein Tag, den ich nicht so schnell vergessen werde – die Trauerrede für die verstorbene Christina Gadenne, sie bleibt in meinem Herzen. 

Umso mehr freue ich mich, wenn die engsten Angehörigen sich noch heute daran erinnern, und sie sich bei mir bedanken - LISA UND DETLEF GADENNE.  

Ich fühle mich geehrt! 

Danke Thomas – für Dein Vertrauen, dass ich die Rede für DEINE LIEBE FRAU CHRISTINA HALTEN DURFTE! 

Danke René für Deine zu Herzen gegangene Live-Präsentation in Bild und Ton.

DANKSAGUNG VON LISA UND DETLEF GADENNE

 

DAS LEBEN RUHIG MAL VOM ENDE HER DENKEN

 

 

 

 

WAS KUNDEN NACH DER REDE SAGEN – DER SCHÖNSTE LOHN

DIE TRAUERANZEIGE MIT DER BEKANNTGABE DER TRAUERFEIER

veröffentlicht am 03.02.2024 in: Märkische Oderzeitung

DAS FEEDBACK DER TOCHTER MARINA – EINEN TAG NACH DER  TRAUERREDE AM 23.02.2024

Samstag, 24.02.2024

FEEDBACK KUMPRATH

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von Marina Landmann, Tochter von Ingeborg Kumprath

DAS LEBEN RUHIG MAL VOM ENDE HER DENKEN

 

DER TAG IST SCHÖN

MEIN FREUND, DER ALLTAG

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MEIN FREUND, DER ALLTAG (55)

Einen Cappuccino im Café des Discounters trinken, Leute beim Einkaufen beobachten, sich freuen, dass man vorher eine halbe Stunde im Wald gelaufen ist – das gibt Energie und der trübe Alltag wird doch irgendwie schön.

Das Wetter ist trüb.

„Es könnte Frühling werden“, sagt die Verkäuferin an der Bäckertheke.

Ich habe mir gerade eine Tasse Cappuccino bestellt, damit ich das Recht habe, mich an einen der kleinen Tische zu setzen.

Sonst schauen mich die Mitarbeiterinnen schief an. Ihre Blicke sagen dann: „Du hast hier gar nichts zu suchen, die Plätze sind für unsere Gäste da.“

Vielleicht denke ich das auch bloss, denn ausgesprochen hat das noch keiner.

„Man arrangiert sich mit dem Wetter“, antworte ich der Verkäuferin, während sie mir die Tasse rüberschiebt.

Ich bin gut drauf.

Im Wald war es herrlich, ganz ruhig und unter meinen Schuhen knirschte der Schnee.

Es sind die schönsten Momente für mich, denn ich kann durchatmen, komme auf neue Ideen für das Schreiben.

Wie schön das Nordic Walking ist, das fällt mir aber meist erst hinterher ein.

Bevor ich loslaufe, muss ich mich mächtig überwinden.

Ich muss mich umziehen, in den Keller gehen, die Laufschuhe anziehen.

Das ist schon beschwerlich, weil mir der Bauch im Weg ist.

Ich klappe im Keller einen Stuhl auf, den ich schon über 40 Jahre habe.

Er ächzt wie ich, wir sind eben beide alte Säcke.

Doch nun ist das alles vergessen, jetzt sitze ich ja auch im Café, die Füße von mir gestreckt und und freue mich, dass ich mit meinen dicken Daumen auf der Tastatur des Telefons die Buchstaben eintippen kann.

Klara taucht an der Kasse des Discounters auf. Ich schlürfe den Rest des Cappuccinos aus, erhebe mich und helfe ihr, die Taschen aus dem Einkaufswagen zu nehmen.

Klara ist froh, wenn sie mich an der Bäckerei ‚abgeben‘ kann, und ich bin froh, wenn ich nicht mit durch die Gänge zwischen den Einkaufsregalen hindurchschlurfen muss.

Der Tag ist schön.

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REDEN SCHREIBEN – SELBSTDISZIPLIN UND AUSDAUER ZUERST

MEIN FREUND, DER ALLTAG

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TALENT KANN BEIM REDEN SCHREIBEN NICHT SCHADEN, GEDULD UND AUSDAUER, DER EISERNE WILLE, DEN TEXT AUF‘S PAPIER ZU BRINGEN – SIE SIND AUF JEDEN FALL UNABDINGBAR

Reden schreiben, das erfordert viel Geduld und Selbstdisziplin.

Was nützt es dir, wenn du denkst: ‚Heute bin ich nicht in Stimmung. Ich verschieb‘ das mal auf morgen?

Aber was ist am nächsten Tag?

Da steht wieder eine neue Herausforderung an, die nächsten Aufgaben warten, und du hast die alten Dinge noch nicht erledigt.

Ich habe mal gelesen, dass Thomas Mann wenigstens eine halbe Seite am Tag schrieb.

Das vergesse ich dann schnell, wenn ich einfach so gar keine Lust habe, etwas auf das Papier zu bringen. Ausserdem bin ich ja kein Schriftsteller, so meine innere Stimme.

Und trotzdem: Irgendwie musst du dich überwinden, den Stift in die Hand zu nehmen.

Die Lust kommt dann beim Schreiben.

‚Kommandiert die Poesie‘, heißt es bei Goethe.

Letztlich entfalten sich beim Formulieren die Fähigkeiten, die du natürlich brauchst – die Gabe zu beobachten und das Beobachtete in möglichst einfachen Sätzen wiederzugeben, Menschen gut einzuschätzen, sich Ereignisse und Erlebnisse vorzustellen, sie nachzubilden, so dass daraus eine reale Welt aus Worten wird, die sich in der Sprache niederschlägt.

Hartnäckigkeit und der Wille, die Rede aufs Papier zu bringen – diese Tugenden zahlen sich letztlich aus und rangieren vor dem Talent.

ALLTÄGLICHES

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TINA KOPP SAGT DANKE

MEIN FREUND, DER ALLTAG

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TINA KOPP SAGT DANKE FÜR DIE ATMOSPHÄRE IM VORGESPRÄCH UND DIE REDE AUF DER TRAUERFEIER AM 23.11.2023 ZUR WÜRDIGUNG IHRES MANNES IM FRIEDWALD (WALDSIEDLUNG)

UND ICH SAGE DANKE FÜR DIESE EINSCHÄTZUNG

ZUM LINK VON GOOGLE MAPS: 

https://maps.app.goo.gl/7sfq7K97Nvh2jiee6

DAS LEBEN RUHIG MAL VOM ENDE HER DENKEN

 

AUTOMATISCHES SCHREIBEN – DAS BESTE SCHREIBTRAINING (1)

MEIN FREUND, DER ALLTAG

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Ich bin völlig aus der Übung.

Früher habe ich täglich geschrieben, gleich morgens.

Es trainiert dich, wenn du sofort zum Bleistift greifst, dir ein weißes Blatt Papier nimmst und beginnst drauflos zu kritzeln.

Du schreibst, ohne dass du groß nachdenkst, ohne dass du einen Widerstand spürst.

Es kommt nicht auf den Inhalt an, nein.

Es geht nur darum, dass du hintereinander weg schreibst.

Aber du musst dich überwinden, anzufangen.

Von wie vielen Leuten höre ich, dass sie schreiben wollen.

Ich frage mich dann aber im Stillen, warum sie es dann nicht einfach tun.

Ich ahne es: Das kostet dich ja trotzdem ein bisschen Überwindung.

Du musst dich nämlich hinsetzen, den Bleistift in die Hand nehmen und anfangen.

Ich werde das jetzt wieder regelmäßiger tun.

Es bringt deine Gedanken in Schwung, und es erzeugt ein gutes Gefühl.

ALLTÄGLICHES

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DU SOLLTEST NICHT AUF DIE GROSSEN DINGE IM LEBEN WARTEN, LIEBER AUF DIE KLEINEN FREUDEN IM ALLTAG ACHTEN

MEIN FREUND, DER ALLTAG

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SONNTAGVORMITTAG IM WALD AM LIEPNITZSEE

 Es war kurz nach elf Uhr.

Ich hockte halb auf der Konsole meines Kofferraumes und stützte mich mit den Beinen ab.

Links neben mir stand ein Plastikbehälter, auf dem wiederum solch ein weiterer Behälter lag, nur zusammengeklappt.

Darauf befanden sich zwei Kugelhanteln, je 6 Kg schwer.

Ich hatte bereits die meisten Übungen absolviert.

Es war Sonntag und es war so einiges los, auf dem Parkplatz am Liepnitzsee.

Einige Autos drehten wieder ab, nachdem sie mitbekommen hatten, dass sie ein Park-Ticket lösen müssten.

Ich hatte mir die App ‚Mobilet‘ runtergeladen und konnte so recht bequem eine Stunde einstellen.

Nicht gleich, denn vorher hatte ich gebraucht, um das alles zu begreifen.

Ausserdem stellte ich mich jetzt hier schon dreissig Jahre hin.

Alle meine Autos haben diesen Parkplatz gesehen.

Früher lag dort Papier rum, heute immer noch, nur, dass ich nun für den Anblick bezahlen musste

Ich liebte die Ruhe, wenn ich ganz für mich sein konnte.

Heute, am Sonntag, war alles anders.

Gegenüber vom Parkplatz trainierten Hundebesitzer ihre Lieblinge.

Zu mir drang die schneidende Stimme des Hundetrainers rüber.

Er schrie, gab Kommandos und mir bereitete er schlechte Laune.

Ich drehte mich um und wollte noch kurz austreten, bevor ich in den Wald stürmte.

Von rechts näherte sich ein Mann mit Fahrrad, das er schob.

Er blieb alle paar Meter stehen beugte sich runter, um Gras vom Rand zu pflücken und es in seinen dreckigen Plastikbeutel zu tun.

‚Na, du wirst ja wohl gleich vorübergehen‘, dachte ich.

Er blieb genau vor mir stehen, schaute mich mit seinen traurigen Augen an, die fast hinter seiner Mütze verschwanden. Er sagte nichts, ich sagte nichts.

Endlich, er war weitergelaufen.

Jetzt wollte ich zum Baum gehen.

Inzwischen war ein weiteres Auto angekommen.

Ein Mann stieg aus, machte die Kofferklappe auf und ein riesiger Boxer hüpfte lustlos heraus.

Er schien antriebslos, bis er mich sah.

Der Hund stürmte auf meinen Baum zu, und ich schaffte es gerade noch, wieder alles zu verpacken.

Der Boxer blieb stehen, schaute mich an und ich schaute ihn an.

Bis ein scharfer Pfiff ertönte und er zu seinem Herrchen zurückstürmte.

Wieder alles von vorn.

Als ich fertig war, schnallte ich die Nordic-Walking-Stöcke um und lief langsam los.

Hinter mir hörte ich Stimmen.

Ich drehte mich um und sah zwei Frauen, die in Joggingkleidung hinter mir liefen.

‚Na hoffentlich, laufen die nicht die gleiche Strecke, wie ich es vorhabe‘, dachte ich bei mir.

Ich zog im Tempo sofort an, um meine Wegbegleiterinnen loszuwerden.

Sie schnatterten, lachten und hatten offensichtlich trotzdem keinerlei Mühe, mit mir mitzuhalten.

Ich lief noch schneller, aber ich hatte keine Chance, sie ließen sich nicht abschütteln.

Ich keuchte, stampfte mit den Beinen auf den Waldboden, stach die Stöcke in das Laub, ich gab alles.

Ich wollte nur, dass sie zurückblieben. Dann würde ich wieder langsamer laufen, die Bäume genießen, die Stille, den Sauerstoff, den ich einsog.

Doch die Stimmen kamen näher.

Vorn, da ging es bergab und ich war überzeugt, sie würden die andere Strecke nehmen.

Aber nein: Sie kamen auch da hinter mir her.

Ich gab auf, blieb stehen, denn ich wollte sie vorbeilassen.

„Hallo“, sagte ich, als sie nahe genug gekommen waren.

„Wir wollten sie nicht stressen“, flötete die eine Dame.

„Alles gut“, antwortete ich, vielmehr, ich presste es heraus, während ich versuchte, den keuchenden Atem zu unterdrücken.

Ich hatte noch fünf Minuten in die eine Richtung zu laufen. Aber ich drehte um, ich wollte nicht genau hinter ihnen hinterherlaufen.

Jetzt gönnte ich mir einen langsameren Laufstil und allmählich konnte ich auch wieder ruhig atmen.

Irgendwie war es doch schön, das alles zu erleben, zu spüren, dass man am Leben war, Menschen beobachten konnte.

Ich freute mich auf die Rückfahrt und das anschließende Mittagessen.

Danach konnte ich mich auf die Couch legen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.

Schließlich war ich ja durch den Wald gejagt.

 

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FEEDBACK ZU MEINER REDE AM 13. OKTOBER IN FRIEDWALD – BERNAU

DAS LEBEN RUHIG MAL VOM ENDE HER DENKEN

Am Freitag, den 13.10.2023 habe ich im Friedwald in Bernau eine Rede zum Abschied des Verstorbenen Karl Rudolf Gebauer gehalten.
Sein Sohn, Maik Gebauer, bedankte sich danach bei mir per WhatsApp mit den folgenden Zeilen.
Mit seiner ausdrücklichen Genehmigung veröffentliche ich hier den Text, weil er mich sehr berührt hat.
MAIK GEBAUER

 

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DER SCHÖNSTE LOHN – WAS KUNDEN NACH DER REDE SAGEN

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Das, was man macht, das macht man am besten mit Herz. 

Link zum Feedback eines Kunden

https://maps.app.goo.gl/oNUZmcSiMmAQnN1p7

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NIETZSCHE ÜBER DIE EHE ALS LANGES GESPRÄCH

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Man soll sich beim Eingehen einer Ehe die Frage vorlegen: glaubst du, dich mit dieser Frau bis ins hohe Alter hinein gut zu unterhalten?

Alles andere in der Ehe ist transitorisch, aber die meiste Zeit des Verkehrs gehört dem Gespräche an.

Friedrich Nietzsche, Gesammelte Werke, 2012 Anaconda Verlag GmbH, S. 295.

 

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DIE BIBEL ÜBER DAS SCHNELLE HÖREN UND DAS LANGSAME SPRECHEN

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EIN SPRUCH AUS DER BIBEL – INSPIRIEREND FÜR DEN GANZEN TAG (11)

BIBEL

 Hörer und Täter des Wortes

Ihr sollt wissen, meine lieben Brüder: Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn.

Denn des Menschen Zorn tut nicht, was vor Gott recht ist.

Darum legt ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit und nehmt das Wort an mit Sanftmut, das in euch gepflanzt ist und Kraft hat, eure Seelen selig zu machen.

Seid aber der Täter des Worts und nicht Hörer allein;

sonst betrügt ihr euch selbst.

Denn wenn jemand ein Hörer des Wortes ist und nicht ein Täter, der gleicht einem Mann, der sein leibliches Angesicht im Spiegel beschaut; denn nachdem er sich beschaut hat, geht er davon und vergisst von Stund an, wie er aussah.

Wer aber durchschaut in das vollkommene Gesetz der Freiheit und dabei beharrt und ist nicht ein vergesslicher Hörer, sondern ein Täter, der wird selig sein in seiner Tat.

Jakobus I, 19-25

 

 

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ALLTAGS AM WERBELLINSEE  – SOLL ICH EIN SCHLECHTES GEWISSEN HABEN?  

MEIN FREUND, DER ALLTAG

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Wir sind am Werbellinsee und liegen auf einer Decke, direkt auf der Wiese vor dem Wasser.

Ich habe mich vom Schreibtisch losgerissen und finde es gut, dass wir das schöne Wetter noch einmal ausnutzen.

Jetzt wird mir wieder bewusst, wie schön es ist, dass ich meine Zeit selbst einteilen kann.

Es ist ein wirkliches Stück Freiheit, das nicht mit Gold aufzuwiegen ist.

Du läufst trotzdem mit einem schlechten Gewissen herum.

Aber gerade die Zeiten, die du mal nichts machst, einfach die Beine baumeln lässt, da wird dir bewusst, wie schön eigentlich dein Leben ist.

Wir genießen die Ruhe am See, denkste.

Vor uns, da läuft eine Frau direkt am Ufer auf und ab und telefoniert lautstark.

Sie redet, und sie redet, und wenn du denkst, sie ist fertig, dann unterliegst du einer Täuschung, einer optischen und einer auditiven.

Ich versuche nicht hinzuhören, doch es gelingt mir nicht.

Und das macht mich wütend.

Sie steht bis zu den Knien im Wasser und hat eine Sprechgeschwindigkeit drauf, die deinen Adrenalinspiegel steigen lässt.

Jetzt steigt die Dame im blauen Badeanzug aus dem Wasser, sie hat wohl keinen Telefonkontakt mehr, den sie nerven kann.

Wir sind erleichtert.

Dafür liegen jetzt hinter uns zwei Leute, und zwar unmittelbar hinter uns.

Sie haben die Decke ausgebreitet und wir haben Angst, dass sie den Hang hinunterkullern, direkt auf uns drauf.

Was mag in ihnen vorgehen, wenn sie die Entscheidung treffen, sich direkt hinter jemanden zu legen, dem sie notfalls die Füße ins Gesicht stecken können.

Ringsherum ist alles frei, die gesamte Wiese.

Wahrscheinlich muss ich mich ändern, in meiner kontaktscheuen Art?

Vielleicht sollte ich zu ihnen hochgehen und fragen, ob sie ein Wurstbrötchen von uns zum Mittag mitessen wollen?

Ich konzentriere mich auf die schönen Sachen.

Ich schaue nach oben und sehe, wie sich die Sonne in den Blättern spiegelt, wie die Wellen an das Ufer plätschern und von Ferne Kindergeschrei zu hören ist.

Der Tag ist schön, irgendwie schon.

ALLTÄGLICHES

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DAS TAGESPROTOKOLL NEHMEN – ALS SCHREIBVORLAGE

MEIN FREUND, DER ALLTAG

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Der beste Stoff ist oft der, der dir vor der Nase liegt.
(Aufgeschrieben im vergangenen Jahr)

Nur, dass du es nicht wahrhaben willst.
‚Das ist banal, ohne Tiefgang, du machst dich lächerlich, wenn du es aufschreibst‘, denke ich oft.

Man schätzt einfach nicht das, was einem quasi vor die Füße rollt.

Hier ein typischer Ausschnitt meines Tages
Der Tag begann für mich so, wie ich es mir vorstelle, wenn ich ihn planen kann, ohne dass mir jemand reinredet.

Ich bin gegen halb fünf Uhr aufgestanden und habe mir einen Tee gekocht, um munter zu werden.
Klara hasst es, wenn ich so früh aufstehe.

„Du bist Rentner“, sagt sie dann.
Sie hat recht, aber auch wieder nicht.
Sicher, ich könnte bis 07.00 Uhr im Bett bleiben, aber dann schaffe ich nichts, nicht so viel jedenfalls.

Ausserdem macht es mir Spass, mich selbst anzustoßen und bis zum Frühstück schon ein bisschen was geschafft zu haben.

Ich bin dann ganz anders drauf.

Vor zwei Jahren, da sind Klara und ich beide kurz vor vier Uhr aufgestanden und eine Stunde später waren wir schon Richtung Berlin-Mitte unterwegs.

Nachdem ich Klara im Zeitungsviertel abgesetzt hatte, bin ich ins Fitness-Studio im Prenzlauer Berg gefahren.
Dort war ich fünfmal in der Woche.

Ich kann es gar nicht glauben, dass ich das so lange durchgehalten habe.

Jetzt ist Klara auch zu Hause und mir ist der Weg zu weit.
Dafür habe ich mir ein Fahrradergometer angeschafft. Aber ehrlich,

ich steige da kaum rauf. Dafür laufe ich wieder regelmässig.
Ich habe als neue Laufstrecke den Weg am Rahmer See für mich entdeckt.

Es ist herrlich, dort direkt am See zu laufen, auf das Wasser zu sehen und mental in die Ruhe und die bunte Herbstlandschaft einzutauchen.

Ich habe nie aufgehört zu arbeiten, aber die Möglichkeit, tagsüber vom Schreibtisch aufzustehen, in die Laufsachen zu schlüpfen und loszustürmen, das ist Luxus pur für mich.

Das macht natürlich nur Sinn, wenn ich schon ein bestimmtes Pensum geschafft habe und meine To-Do-Liste zusammengeschrumpft ist.

Dann gönne ich mir sogar einen kleinen Mittagsschlaf, um danach mit leicht schlechtem Gewissen wieder an den Schreibtisch zu stürzen.

Aber würde ich das alles so schätzen, wenn ich gar nichts mehr tun würde und mich nur noch den Hobbies widmen würde?

Ich glaube nicht.

Am nächsten Tag: Ich sitze wieder auf der Bank, direkt am Rahmer See.
Es ist kein Mensch hier. Ganz still.

Im Hintergrund vernehme ich den stark gedämpften Verkehr auf der Straße.

Ich schaue auf den See und erblicke am gegenüberliegenden Ufer Häuser, eingebettet in die Landschaft.
Muss das schön sein, dort zu wohnen!

Ich seufze in mich hinein.
Aber würde ich dann schon gelaufen sein, Sport gemacht haben?
Eher nicht. Ich würde wahrscheinlich am Schreibtisch sitzen, hinausschauen und auf der anderen Seite einen dicken Nordic Walking – Menschen sehen, der auf der Bank herumlungert, neben sich die Stöcke, die Füße lang ausgestreckt.

„Die arme Sau“, würde ich denken und erhaben auf mein Grundstück hinunterschauen.
Dann würde mich der Alltag einholen und meine schlechte Laune würde in mir hochsteigen.

„Ich muss den Artikel noch fertigschreiben,
das Laub fegen, den Bootssteg reparieren.“

Der Mann auf der anderen Seite erhebt sich.
„Wie der sich wohl fühlt?“, würde ich mich fragen.
„Bestimmt bescheiden.“

Ich erhebe mich von der Bank, schnappe mir die Stöcke, schmeiß sie auf die Schulter und werfe einen letzten Blick auf das Haus am See.

„Schön, dass ich das alles sehen und erleben kann. Gott sei Dank, muss ich dafür gar nichts tun, nur herfahren, sich bewegen, auf der Bank sitzen, den Blick aufs Wasser genießen, das Haus bewundern und denken, dass es schön ist, dass du keine Arbeit damit hast.

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AUF DEM WEG ZU EINER TRAUERFEIER – AN EINEM KALTEN WINTERTAG

MEIN FREUND, DER ALLTAG

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Verfasst im Dezember des vergangenen Jahres

Es ist an einem Tag, mitten in der Woche, und es ist arschkalt. Ich steige ins Auto.

Ich will zu einer Trauerfeier, eine Rede halten. Als ich den Schlüssel umdrehe und den Motor anlasse, erscheint im Display sofort das Symbol für Glatteis.

Ich fasse das Lenkrad an und ich denke für einen Augenblick, dass ich mit den Händen daran kleben bleibe.

Innerlich bin ich angespannt. Es wird eine grosse Rede werden. Die Familie ist sehr gross und weitverzweigt.

Ich habe tagelang am Text gefeilt. Schliesslich habe ich noch eine Excel-Tabelle angefertigt, um bei den Namen durchzusehen. Es ist wichtig, dass die Details stimmen.

Das ist meine Art, meine Wertschätzung gegenüber der Familie auszudrücken. Trauer ist für die Angehörigen eine andere Form der Liebe, die fortgeführt wird, nur dass sie nun noch von viel Schmerz begleitet wird.

 

Wenn ich mit den Hinterbliebenen ins Gespräch gekommen bin, dann offenbaren sie mir viele Details, und es ist, als würden sie die Geschichte ihrer Familie erzählen.

Sie merken, dass ich interessiert zuhöre. Ich bekomme das Gefühl, dass sie nun ihren Schmerz ein wenig kanalisieren können, und er dadurch für einen Moment vielleicht in den Hintergrund gerät.

„Die Rede ist das eine, aber Sie sollten viel über Ihren Vater sprechen, sich an die kleinen, die lustigen Episoden erinnern“, habe ich der Familie gesagt.

Mir wird in solchen Augenblicken selbst klar, dass es nie die grossen Dinge sind, die letztlich eine Familie ausmachen, sondern die kleinen Erinnerungen.

Die Erinnerungen an einen geliebten Menschen mitteilen zu können, zu merken, dass ein anderer sich dafür auch interessiert, das mag wenig sein – für den schwierigen Moment der Trauer ist es aber viel, und zwar für alle am Gespräch Beteiligten.

Ich muss los und steuere in Richtung der Trauerfeier. Ich bin angespannt und beseelt von dem Gedanken, es gut hinzubekommen, den Angehörigen einen würdigen Abschied für den Verstorbenen zu bereiten.

 

 

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KRÜMELS HERZENSBILD – EIN GEMÄLDE IM WERT VON MILLIONEN, FÜR UNS JEDENFALLS

MEIN FREUND, DER ALLTAG

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Manchmal sehe ich im Fernsehen Reportagen über berühmte Maler und ihre Bilder, die auf einen Wert von über einer Million Euro geschätzt und gehandelt werden.

Ich schaue dann darauf und denke: ‚Was bist du nur für ein Einfaltspinsel, dass dich die Striche des Künstlers nicht in Verzücken versetzen?‘

Wahrscheinlich bin ich zu unsensibel, zu ungebildet auf diesem Gebiet dafür.

Doch das änderte sich, als Krümel letztes Wochenende bei uns zu Besuch war und ich sie fragte: „Kannst du nicht ein Bild für mich malen, es fehlt noch eins in meiner Galerie?“

„Mal sehen, Opa, wenn ich Lust habe“, sagte sie und verschwand wieder in meinem Zimmer.

Es ist mein Arbeitszimmer, in dem eine Couch steht, die Spielsachen von Krümel aufbewahrt werden – für die Zeit, wo sie bei uns zu Besuch ist.

Wir teilen uns also das Zimmer, aber wenn sie da ist, dann nimmt sie es vollständig in Beschlag.

Ich komm‘ dann kaum an meinen Schreibtisch ran.

Aber ich finde das gut und schiebe die Arbeit auch in diesen speziellen Tagen beiseite, im wahrsten Sinne des Wortes.

Wir hatten im Flur die alte Bücherwand stehen, die nach dem Umzug dort Platz gefunden hatte.

Das alles wirkte ein bisschen langweilig, und auch nicht so hell.

„Ich hänge hier noch Fotos von Krümel auf“, sagte Klara.

Und schon sah die Wand viel freundlicher aus, weil uns gleich ein kleines Wesen anlachte, wenn wir von draußen kamen und die Wohnungstür aufmachten.

Wenn ich aus dem Arbeitszimmer in den Flur ging, dann musste ich dort auch vorbei und schon musste ich lächeln, wenn ich Krümel mit ihrem lustigen Gesicht sah, mit ihrer Energie, die pure Lebensfreude ausdrückte.

Nach und nach brachten wir zusätzlich zu den Fotos Zeichnungen von Krümel an, die wir einfach aufklebten.

Jetzt war noch ein kleiner Platz frei, genau richtig für ein Bild von Krümel. Sie musste es nur noch zeichnen.

Krümel saß in meinem Zimmer und staunte über die vielen Buntstifte, die ich zu meinem letzten Geburtstag von Klara geschenkt bekommen hatte.

„Opa, du musst mal in deiner Kiste aufräumen, damit du alles wiederfindest.

Soll ich das für dich machen?“

„Oh ja, das wäre wunderbar“, sagte ich zu ihr.

Krümel begann sofort damit und reihte die Stifte emsig aneinander.

„Opa, kannst du mir ein weißes Blatt geben?“, fragte sie mich unvermittelt.

Ich zog eins aus dem Drucker und reichte es ihr.

Sie kniete sich auf den Fußboden und fing an zu malen.

Sie hätte es auch auf dem Tisch tun können, aber das war ja langweilig.

Sie nahm die Stifte wieder aus dem Kasten, den sie gerade eingeräumt hatte und zog eine Linie nach der anderen, malte Flächen aus, immer mit wechselnden Farben – rot, gelb, blau, dann wieder rot.

„So Opa, es ist fertig.“

Ich schaute auf das Bild und war begeistert.

Ich verstand sofort die Linien, die Farben – sie gingen direkt ins Herz und leuchteten dort.

Ich habe noch den Namen der Künstlerin daruntergesetzt, und das Datum.

Es hängt nun an der wertvollsten Galeriewand – in unseren Herzen, und ja, es ist Millionen wert, für uns auf alle Fälle.

BEITRÄGE AUS DER VERGANGENEN WOCHE

DAS WAR’S – FÜR DIESE WOCHE

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WAS HABEN TRAUERREDEN MIT DEINEM EIGENEN LEBEN ZU TUN?

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(Geschrieben am 30.01.2023)

 Du lernst dadurch, die kleinen Dinge im Alltag als das zu sehen, was sie sind, nämlich Kostbarkeiten.

Ich bin heute Mittag zum See gefahren, um dort Sport zu treiben, ein bisschen wenigstens.

Und zunächst ist es eine reine Überwindung, es ist etwas, was bei mir nicht oben auf der Beliebtheitsliste der Dinge steht, die ich nun unbedingt machen wollte, nur um glücklich zu sein.

Du musst dich in dein Sportzeug umziehen, ins Auto steigen, später die Stöcke für das Nordic Walking anschnallen, um dann endlich loszulaufen.

Doch dann kippt ein Schalter bei mir um und meine innere Stimme sagt: ‚Es kommt der Tag, da wirst du das alles nicht mehr machen können.

Du nimmst nicht mehr das Rauschen im Wald wahr, das Knacken im Unterholz, du riechst nicht den frischen Duft des Waldbodens, spürst nicht die Tannennadeln, die unter deinen Füssen sanft knirschen.

Du wirst das eines Tages einfach nicht mehr können, weil du nicht mehr da bist. Also warum nutzt du die Zeit nicht, die dir bleibt?

Ich komme mit einem guten Gefühl zurück – irgendwie ein bisschen geläutert.

 

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EIN SPRUCH AUS DER BIBEL – INSPIRIEREND FÜR DEN GANZEN TAG (9)

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„Wer Klugheit erwirbt, liebt sein Leben; und der Verständige findet Gutes.“

(Sprüche 19,8)
BIBEL

Vgl. auch dazu: Stuttgarter Erklärungsbibel mit Apokryphen, DIE HEILIGE SCHRIFT NACH DER ÜBERSETZUNG MARTIN LUTHERS, MIT EINFÜHRUNGEN UND ERKLÄRUNGEN; DEUTSCHE BIBELGESELLSCHAFT. ISBN 978-3-438-01123-7 Neuausgabe mit Apokryphen © 2005 Deutsche Bibelgesellschaft Zweite, verbesserte Auflage 2007 10.2016, S. 787

AMAZON-ANGEBOTE – ICH STÖBERE GERN DARIN (41)

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SEI DER, DER DU WIRKLICH BIST UND NICHT VIELLEICHT DER, DER DU EVENTUELL SEIN KÖNNTEST

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In uns allen existiert oft eine Kluft zwischen dem, was wir sein wollen, und dem, was wir tatsächlich sind.

Wir verdrängen manchmal allzu gern das, was uns ausmacht und schieben viel lieber unser eigenes Ideal, von dem wie wir sein wollen, in den Vordergrund.

Ist es schlecht, eigenen Idealen nachzuhängen?

Nein, im Gegenteil.

Indem wir uns mit dem identifizieren, wie wir sein wollen, werden wir alles tun, um auch möglichst nahe an unser Ideal heranzukommen.

Und das bedeutet, wir werden Kraft und Energie aufwenden, um dort anzukommen, wo wir hinwollen, nämlich unserem Ideal immer ähnlicher zu werden.

Doch ist es wirklich gut, wenn wir verbissen unser Ziel verfolgen, oder sollten wir uns nicht auch auf das konzentrieren, was uns heute schon ausmacht?

Zu sich zu finden heißt auch, die Realität anerkennen, in der man sich selbst befindet.

Es ist besser, sich auf die eigenen Stärken zu konzentrieren, anstatt vermeintliche Schwächen auszumerzen, nur um einem Idol gedanklich hinterher zulaufen, das man ohnehin nicht erreichen kann.

Ehrgeizig sein ist gut, wenn es beim gesunden Ehrgeiz bleibt.

Sich anspruchsvolle Ziele zu setzen, das gehört dazu.

Nur sollten sie realistisch sein und zu einem bestimmten Zeitpunkt auch erreicht werden können.

Das spornt an und es führt auch dazu, mit sich selbst seinen Frieden zu finden, anzuerkennen, dass man der sein sollte, der man bereits schon ist.

Ideale und Idole sollte jeder im Leben haben.

Aber den Humor über eigene Schwächen nicht zu verlieren, Gelassenheit gegenüber dem zu entwickeln, was man nicht erreichen kann und zufrieden zu sein, mit dem, was man hat, das macht im Grunde das Glück im Alltag aus.

Krümel hat mir zum Geburtstag eine neue Hülle für mein iPhone geschenkt.

Auf der Rückseite steht: ‚Wer braucht schon Superhelden, ich hab‘ Opa.‘

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WIR SIND AN DIE OSTSEE GEFAHREN, FÜR DREI TAGE (3)

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WAS BISHER WAR:
Endlich, wir waren am zweiten Tag am Strand angekommen.

Die Sonne gleißte von oben herab und man hörte das leichte Rauschen der Wellen, die sanft am Strand abrollten.

Neben uns legte sich eine Mutter mit ihrem Sohn, obwohl der ganze Strand genügend Platz bot.

Ich dachte an das Abendessen am vergangenen Tag.

Ich hatte während des Treffens erzählt, wie ich bei einem Kunden in dessen Villa durch eine Tür geflogen war, die mit einem Fliegengitter bespannt war.

Insgesamt ein schöner Abend, aber ein bisschen zu langweilig, zu harmonisch.

DER DRITTE TAG

Wir hatten am letzten Tag etwas ganz Ungewöhnliches getan. Wir sind noch einmal an den Strand gefahren.

Sonntag, am ersten Tag, da nieselte es leicht, und so konnten wir unser Vorhaben nicht umsetzen, nämlich gleich an den Strand zu fahren.

Nun aber, am letzten Tag, da wollten wir es noch einmal wissen.

„Lass uns die Zeit einfach nutzen und noch ein bisschen am Strand liegen und erst am Nachmittag zurückfahren“, sagte Klara zu mir.

Ich war einverstanden und staunte über mich selbst.

Früher, ja da wäre das für mich nicht in Frage gekommen, es wäre überhaupt nicht denkbar gewesen.

Früher, da wäre ich sofort abgefahren, die Gedanken schon wieder halb an die Arbeit verschwendet.

Aber habe ich dadurch mehr erreicht?

Nein, nur die Urlaubszeit, die Zeit, in der ich mich eigentlich erholen sollte, verkürzt.

Stattdessen habe ich den Stress wieder schneller in meinen Kopf gelassen.

Nun sollte es anders sein.

Ich wollte weiterarbeiten, denn das war irgendwie schon immer mein Leben.

Doch wenn du nur mit dem Kopf nach unten geneigt durch die eigene Gedankenwelt hastest, dann wirst du irgendwann auch nicht mehr so viel Gutes in der Arbeit bewirken.

Also war das geklärt: Wir wollten bis Mittag noch am Strand liegen und erst anschließend abfahren, Richtung Heimat.

Morgens waren wir beim Frühstück, freuten uns darauf, in Ruhe zu sitzen, Kaffee zu trinken und auf den Hafen zu schauen.

Daraus wurde nichts.

Der Frühstückssaal war voll.

Draußen, vor dem Hotel, standen zwei Busse, die auf ihre Fahrgäste zu warten schienen. Zumindest liefen bereits die Motoren und eine Reiseleiterin lief aufgeregt hin- und her.

Die Reisenden ließen sich Zeit. Sie waren allesamt beim Frühstück.

Es waren durchweg ältere Leute.

„Du gehörst auch zu dieser Altersgruppe“, sagte Klara zu mir, als ich sagte, dass die Rentner wieder mal die Insel unsicher machen wollten.

Ich fühlte mich nicht so, als wäre ich bereits in Rente.

Ich arbeitete ja noch, schrieb täglich Texte, hielt Reden, besuchte Kunden, kurzum, hatte gar keine Zeit über mein Alter nachzudenken.

„Oma ist Rentnerin, Opa auch. Aber der will nicht. Der will arbeiten.“

Das haute eines Tages Krümel raus, ohne dass wir ihr etwas dazu gesagt hätten.

Ich hatte mich zu dem Beistelltisch durchgekämpft, der hinten an der Wand stand und an dem man Rührei mit Würstchen bekam.

Ich war darauf zugeeilt, direkt vorbei an den leckeren Müsli-Gerichten und Obsttellern.

„Das musst du ändern“, sagte meine innere Stimme zu mir.

‚Ach leck mich doch‘, sagte ich zu mir selbst.

Schließlich war ich ja im Urlaub.

Also hatte ich mir selbst die Erlaubnis erteilt, zuzuschlagen, am Buffet der ‚unerlaubten Speisen‘, für einen gesundheitsbewussten Menschen jedenfalls.

Ich nahm ein wenig Rührei heraus. Irgendetwas störte mich.

War es der heftige Atem, besser gesagt, das Röcheln und Stöhnen in meinem Rücken.

Ich drehte mich halb um und erblickte aus den Augenwinkeln eine ältere Dame, die mich böse musterte.

„Brauchen Sie noch lange?“. Die Botschaft war klar: „Geh beiseite, oder ich muss dich aus dem Weg räumen.“

Ich überlegte. Sollte ich ihr sagen, dass ich noch eine Weile brauchen würde und auch das gesamte Rührei auf meinen Teller packen wollte?

Ich entschied mich für einen anderen Weg.

„Sie können gern vor mir an den Tisch und sich das nehmen, was Sie möchten. Ich warte in der Zeit und schaue mich mal nach einem gesunden Saft um“, sagte ich freundlich.

Sie brummte zustimmend, wollte aber keine weitere Zeit vergeuden und schob mich leicht beiseite, bevor ich selbst wegging.

„Hast du das gesehen?“, sagte ich leise zu Klara, die dabei war, sich etwas Obst auf den Teller zu tun.

„Was hast du auch dort zu suchen? Ich denke, du wolltest dich gesünder ernähren!“

Klara ging gar nicht darauf ein, dass ich nun von Würstchen und Rührei abgeschlagen war.

„Zwischen dem Wollen und dem Tun, da ist ein großes und tiefes Meer und auf deren Grund liegt die gescheiterte Willenskraft“, wollte ich erwidern.

Ich tat es nicht.

Klara stand da nicht drauf, morgens erst recht nicht.

„Nimm eine Kiwi“, sagte Klara zu mir.

Ich antwortete nicht, sondern schaute entgeistert auf den Tisch, an dem der Behälter mit dem Rührei gestanden hatte. Er war leer und der Deckel lag daneben.

Am Tisch angekommen sagte ich zu Klara: „Das nächst Mal, da mieten wir uns wieder in eine Ferienwohnung ein und du machst das Frühstück“, sagte ich zu ihr.

„Was hältst du davon, wenn du das mal machst?“

„Kann ich machen“, sagte ich und schaute auf die Dame, die gerade mit einem Teller voller Rührei an den Tisch kam.

Sie schaute sich um und steuerte direkt auf unseren Tisch zu.

„Ist hier noch frei?“, fragte sie in süsslichem Ton meine Frau, ohne mich eines Blickes zu würdigen.

Bevor Klara antworten konnte, sagte ich zu ihr:

„Sonst sehr gern, aber wir warten auf Dora und Fred, wir sollten die Plätze freihalten.“

„Wer sind denn Dora und Fred“, fragte Klara mich.

„Das sind Romanfiguren. Es gibt sie nur in meinem Kopf. Und als die Dame hier auf unseren Tisch zusteuerte, da wollte ich Rache.“

„Wofür?“

„Dafür, dass sie mich vom Tisch gedrängt hatte.“

Klara schaute mich entgeistert an.

„Du siehst aus wie der trotzige Junge in deinem Fotoalbum von früher, der sagte: ‚Lass mir.‘“

Ich nickte nur.

Allmählich lichtete sich der Frühstücksraum.

Fred und Dora waren nicht gekommen, dafür hatte ich aber noch einen großen Schlag Rührei ergattert.

Der Tag war gerettet. Der Himmel strahlte in seinem schönsten blau, als wir zum Strand fuhren. Ich stürzte mich ins Wasser, war glücklich in Prora zu sein, an einem der schönsten Strände, die es für mich gab.

Nachmittags fuhren wir zurück, glücklich, entspannt und waren in zweieinhalb Stunden wieder in Bernau, in unserer Wohnung.

Auch nicht schlecht.

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DER SCHÖNSTE LOHN NACH DER REDE

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MATHIAS LUX-HAIN AUF GOOGLE MAPS

„Dr. Uwe Müller hat uns in der Trauerphase begleitet. 
Er nahm sich Zeit für ein ausführliches und tiefgehendes Gespräch und verwandelte (es)…trotz komplizierter Ausgangssituationen in eine sehr gute Trauerrede. Vielen Dank dafür.“

19.08.2023, 5 Sterne bewertet.

 

DAS LEBEN RUHIG MAL VOM ENDE HER DENKEN

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BRIEF AN KRÜMEL

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Lieber Krümel, liebe Emma, ich schreibe heute das erste Mal an dich.“

Das ist jetzt schon fast sechs Jahre her, nämlich am 18. November 2017 habe ich das erste Mal an dich geschrieben.

Ganz vorn im Buch habe ich meinen ersten Eintrag gemacht, am 10. Oktober 2017, genau um 07.19 Uhr.

Da steht: „Lieber Krümel, da bist du endlich! Ich freue mich auf dich, darauf, dass wir viel Spaß zusammen haben.“

Wir erinnern uns genau an den 10. Oktober.

Dein Papa hatte uns angerufen.

Oma und ich, wir saßen beim Frühstück, und mit einem Mal hörten wir ein zartes Schreien von dir am Telefon.

Und uns kullerten gleich die Tränen, so haben wir uns über diese Nachricht gefreut, über deine ersten Töne, die du von dir gegeben hast.

Fast sechs Jahre sind seit dem Tag vergangen und gerade hast du uns besucht und wir haben gemeinsam meinen Geburtstag zusammengefeiert.

Den 71.

Stell dir das mal vor. Ich will mir das gar nicht vorstellen.

Du warst so aufgeregt, am frühen Morgen, konntest gar nicht verstehen, dass ich nicht gleich fröhlich aus dem Bett gehüpft bin.

Ja, liebe Emma, manche Dinge ändern sich eben mit der Zeit.

Aber dafür hast du mir zwei wunderbare Zeichnungen mitgebracht.

Beide Blätter habe ich an der Schrankwand im Flur befestigt, da wo wir sie sofort sehen, wenn wir zur Tür reinkommen.

Das Bild, wo du den Wal draufgemalt hast, das habe ich zuerst falsch aufgehängt.

Naja, das war natürlich mein Fehler.

Deine Mama hat das aber gleichgesehen.

Aber du hattest ja zu mir gesagt: „Das Bild ist noch nicht ganz fertig, Opa.“

Das hast du fast geflüstert.

Ich liebe es, wenn manches nicht ganz fertig ist, denn für mich zählt, mit welcher Liebe du das alles für mich gemacht hast.

Deinen Stein, den du mir aus der Kita mitgebracht und geschenkt hast, den habe ich auf den Schrank gelegt.

Daneben steht das Segelschiff, das Oma mir geschenkt hat.

Wenn mir manchmal nichts einfällt, dann schaue ich nach oben, auf den Schrank, sehe den Stein und schon muss ich schmunzeln.

Liebe Emma, bald feierst du deinen sechsten Geburtstag.

Das kann ich gar nicht glauben, wir alle können es nicht glauben.

Wir freuen uns schon darauf, wenn wir diesen Geburtstag gemeinsam feiern, zusammen mit all deinen Gästen, die du lieb hast, und die dich über alles lieben.

Ich freue mich darauf, Opa Knut kennenzulernen, der dich genauso über alles liebt, wie ich es auch tue.

Und deshalb sind wir schon jetzt Freunde.

Liebe Emma, als du am vergangenen Sonntag eine Serie von deiner geliebten ‚Paw Patrol‘ gesehen hast, und ich mich aus dem Zimmer schleichen wollte, da hast du zu mir gesagt: „Opa, du hast Geburtstag. Du darfst dich ausruhen.“

Und dann hast du mir einen Kuss auf die Wange gedrückt.

Also bin ich geblieben.

Du hast mit deinen Händen den Kopf aufgestützt, deine Beine rücklings auf meinem Bauch abgelegt, und dann haben wir zusammen gezittert, dass das Team von ‚Paw Patrol‘ die Kuh rettet, die auf der hochgeklappten Brücke festsaß.

Na, Gott sei Dank ist das gelungen.

Es macht so viel Spaß mit dir, auch wenn wir hinterher erst einmal wieder die Wohnung aufräumen müssen.

Doch du hast uns schon jetzt mit deinen fast sechs Jahren eines voraus: Du lebst in deinem Moment, du bist glücklich, wenn du mit uns ‚Restaurooont‘ spielen kannst.

Wir Erwachsenen vergessen das manchmal, weil wir meinen, dass unsere Sorgen es uns verbieten, glücklich zu sein.

Aber das ist nicht richtig.

Wir sollten glücklich sein, in möglichst vielen Momenten, die kleinen Freuden im Alltag schätzen.

Wenn du das später erst einmal liest und hörst, dann wirst du sagen:

„Ja, Opa, das hab‘ ich dir doch gesagt, stimmt’s, Oma?“

Liebe Emma, du bist nun schon Vorschulkind.

Das können wir noch gar nicht so richtig glauben!

Wir freuen uns auf deinen 6. Geburtstag und auf deine Gäste.

Und bis dahin bleib‘ fröhlich, bleib‘ einfach so ein glücklicher Mensch, der die Welt schön und spannend findet.

(Namen sind geändert)

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KRÜMEL MISCHT DEN TAG AUF

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DAS BESTE AM TAG PASSIERT JETZT (1)

Krümel ist heute zu Besuch. Sie bringt Unruhe in den Tagesablauf.  Aber noch mehr ruft sie  Glücksgefühle in mir hervor.

Ich muss mich gleich auf zwei Reden vorbereiten, die ich am Freitag halten will – alles soll perfekt sein, emotional, handwerklich gut formuliert.

Ich werde heute Vormittag noch einen Nordic Walking-Lauf am Liepnitzsee absolvieren, anschließend mit den Kugelhanteln trainieren – nicht zu viel, aber ein bisschen wehtun muss es schon.

Krümel ruft, sie will, dass ich ihr zum Frühstück die Geschichte von der Scheune weitererzähle.

Ich habe mir das Ganze ausgedacht, jetzt muss ich die ‚Suppe auslöffeln‘.

Krümel taucht voll in die Erzählung ein, übernimmt zum Teil die Regie.

Und dann wieder: „Erzähl‘ weiter, Opa.“

Der Tag hat begonnen, und ich fühle, wie ich mich auf all das freue, was ich heute noch tun will.

 

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EIN SPRUCH AUS DER BIBEL – INSPIRIEREND FÜR DEN GANZEN TAG (7)

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„Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft; und wer frech Lügen redet, wird nicht entrinnen.“

Buch der Sprüche, Kapitel 19, Vers 5

Vgl. auch dazu:
Stuttgarter Erklärungsbibel mit Apokryphen,
DIE HEILIGE SCHRIFT NACH DER ÜBERSETZUNG MARTIN LUTHERS,
MIT EINFÜHRUNGEN UND ERKLÄRUNGEN; DEUTSCHE BIBELGESELLSCHAFT.
ISBN 978-3-438-01123-7
Neuausgabe mit Apokryphen
© 2005 Deutsche Bibelgesellschaft
Zweite, verbesserte Auflage 2007
10.2016, S. 787

BIBEL

 

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AUDIO: UND SCHON WIEDER MONTAG

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