Archiv der Kategorie: MENSCHEN IM ALLTAG

Über interessante Menschen erzählen – im Alltag, im Beruf, in ihrer Freizeit.

WER SEID IHR UND WAS WOLLT IHR HIER?

MEIN FREUND, DER ALLTAG-2021.10.15

VON DEM WILLEN UND DER LUST, BIS ZUM SCHLUSS SEINES LEBENS KREATIV ZU SEIN

Donnerstagabend. Wir mochten nicht die üblichen Fernsehberichte anschauen, die immer wiederkehrenden Bilder von den Sondierungsgesprächen sehen, durchsetzt von Statements, wie es nun mit der CDU weitergehen würde.

„Ich habe im Programm einen Bericht über eine Seniorenresidenz in Los Angelas entdeckt, in der wohl ausschließlich Filmschaffende und Autoren leben.

„Wollen wir uns das mal anschauen?“, fragte ich meine Frau.

„Ja gut, können wir machen“, antwortete sie, was lustloser nicht klingen konnte.

„Wir können sie uns schon aus der Mediathek holen“, sagte ich noch.

Klara nickte und ich begab mich mit der Fernbedienung auf die Suche.

Als ich den Beitrag gefunden hatte, da klickte ich darauf und sofort konnten wir in die sonnige Residenz eintauchen.

Überall Blumen, gepflegte Beete, gemähte Rasenflächen, ein Gärtner, der morgens die Pflanzen goss.

Auf dem Weg kam ein Senior im Rollator entlanggefahren und winkte.

„Wow, da möchte ich meine Rente auch verbringen!“, staunte ich.

„Hm“, kam es von Klara.

Sie schien weniger begeistert.

„Wir müssen das nicht bis zum Schluss gucken“, sagte ich zu ihr.

Sie nickte. Als klar war, dass ich jederzeit auf den Knopf drücken durfte, blieben wir weiter an dem Beitrag dran.

In einem Raum, in dem ein Flipchart stand, und auf dem ein Dozent etwas niederschrieb, saßen Frauen und Männer, die ihm dabei gebannt zuschauten und zuhörten.

Es war ein Seminar über das kreative Schreiben oder das ‚Creative Writing‘, wie es im Original hieß.

Jetzt wurde ich munter und setzte mich gerade auf die Couch, auf der ich noch kurz zuvor lustlos abgehangen hatte.

Alle Seniorinnen und Senioren waren wohl nicht jünger als 80 Jahre, und das waren die schon die jüngeren Semester unter ihnen.

Eine ehemalige Schauspielerin sprach vor der Kamera, die bereits über 100 Jahre alt war.

„Ich kriege hier so viel Inspirationen, warum das Leben immer noch schön ist, weshalb es sich lohnt, über das zu schreiben, was mich hier umgibt“, sagte sie.

Und ein Mann aus der gleichen Runde: „„Ich werde wohl über meiner Tastatur sterben.“

Er hatte ebenfalls die einhundert Jahre Lebensalter überschritten.

Im Szenenwechsel sah man ihn an seinem Computer sitzen, sah ihn beim Schreiben kämpfen – mit sich und mit seinen zwei Fingern, die über die Buchstaben auf der Tastatur zitternd hin- und her huschten.

„Verflucht, warum gehen hier jetzt schon wieder Fenster im Computer auf, wo ich doch noch nur hier draufgedrückt habe“, hörte man ihn sagen.

Zurück zum Seminar.

„Warum schreibst du noch?“, fragte der Dozent einen der Teilnehmer.

„Solange ich schreibe, lebe ich. Und wenn ich lebe, dann schreibe ich auf, was um mich herum passiert. Es ist herrlich, durch das Schreiben sein eigenes Leben noch lebenswert zu finden.“

„Donnerwetter, das hätte ich nicht gedacht, dass ich so etwas Spannendes sehe. Ich dachte, die zeigen uns nur, wie luxuriös die alle dort in der Residenz wohnen“, sagte ich zu Klara.

„Ich bin mit meiner Frau dabei, ein Buch darüber zu schreiben, wie man über 60 Jahre miteinander verheiratet sein kann, ohne sich umzubringen“, sagte ein weiterer Teilnehmer.

Seine Frau war fast blind. Und trotzdem sprach sie auf ein Band, was danach in den Computer getippt werden sollte. Die Buchstaben auf dem Bildschirm waren riesengroß, aber das schien alles nur Nebensache zu sein. Hauptsache war, man konnte schreiben, diskutieren, lachen.

Was in den Berichten und den gezeigten Interviews auffiel: Alle hatten einen guten Humor, obwohl es keinen gab, der nicht mit seinem körperlichen Zerfall zu tun hatte.

„Willst du uns etwas zu Beginn sagen?“, fragte einer der Dozenten einen Regisseur, der sich kaum auf den Beinen halten konnte.

„Wer seid ihr und was wollt ihr hier?“, fragte der wiederum scherzhaft in die Runde, nachdem er sich mühsam von seinem Platz erhoben hatte.

Er schien mit einem Augenzwinkern den Eindruck vermitteln zu wollen, als sei er bereits dement und würde keinen erkennen.

Dabei hatte er gerade einen Film fertiggestellt, gemeinsam mit einigen Bewohnern, und wollte den nun zur Premiere vor dem Publikum vorführen.

Nach knapp 90 Minuten war die Dokumentation vorüber.

Ich war begeistert, von einem derartigen Lebensmut, einer Kreativität und dem Willen, das Leben bis zum Schluss zu genießen.

Und noch etwas war für mich wichtig zu sehen. Obwohl es sich in dem Beitrag offensichtlich vor allem um betuchte Seniorinnen und Senioren handelte, schien es nicht das zu sein, was sie strahlen ließ.

Ihr eigentlicher Reichtum kam von innen – von der Lust auf das Schreiben, auf den Austausch mit anderen im Seminar, einfach davon, weiter das Leben aktiv zu beobachten, daran teilzuhaben.

 

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2021: https://uwemuellererzaehlt.de/mein-freund-der-alltag/alltaegliches-2021/

2020: https://uwemuellererzaehlt.de/mein-freund-der-alltag/alltaegliches-2020/

2019: https://uwemuellererzaehlt.de/mein-freund-der-alltag/alltaegliches-2019/

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FASZINATION BIBEL FÜR DEINEN ALLTAG

MENSCHEN IM ALLTAG-2021.10.10

Sir 13, 30 
Reichtum ist nur dann gut, wenn keine Sünde an ihm klebt, und allein der Gottlose nennt die Armen böse. 

Bibel

WAS MAN NOCH DARAUS LESEN KANN:
Reichtum kann viel Gutes bewirken – sozial, mental, wirtschaftlich, persönlich.
Vorausgesetzt: Er ist die Folge von harter, ehrlicher Arbeit – auf einer sauberen ethischen Grundlage menschlichen Handelns

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2021: https://uwemuellererzaehlt.de/ueber-menschen-erzaehlen/menschen-im-alltag-2021/

2020:https://uwemuellererzaehlt.de/ueber-menschen-erzaehlen/menschen-im-alltag-2020/

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INTERVIEW MIT BARBARA WENDERS

MENSCHEN IM ALLTAG-2021.10.06

Dieses Interview habe ich vor fünf Jahren geführt. 
Wer sich dafür interessiert, welche beruflichen Hürden Menschen in der Pflege nehmen müssen und was faszinierend ist an dieser Tätigkeit ist - der sollte hier reinschauen.

Barbara Wenders war zum Zeitpunkt des Gespräches Mitinhaberin und Pflegedienstleiterin des ambulanten Pflegedienstes EPIS in Duisburg.

Frau Wenders, mit einem zeitlichen Abstand von über zwei Jahrzehnten: Was ist Ihnen am Anfang leichtgefallen und wo hatten Sie Schwierigkeiten, hineinzuwachsen?

Am schwierigsten war es, die betriebswirtschaftlichen Abläufe zu beherrschen – mit den Steuern und Abrechnungen klarzukommen.
Überhaupt war die ganze Verwaltungssache etwas, wo ich noch recht unerfahren war.

Ich habe mich da autodidaktisch hineinbegeben müssen.
Das alles bekam für mich später einen strukturierteren Hintergrund, nämlich als ich eine Ausbildung zur Pflegedienstleitung für ambulante Dienste absolvierte.

Da waren diese fachlichen Inhalte im Lehrprogramm mitenthalten.
Erschwerend kam damals hinzu, dass wir mit dem ersten Steuerberater erhebliche Probleme hatten.

Er kannte die Materie nicht. Wir haben dann zu einer anderen Steuerberatung gewechselt. Danach lief es gut und wir bekamen den kaufmännischen Part in den Griff.

Wie verlief Ihr beruflicher Werdegang vor der Gründung des Pflegedienstes?
Ich habe mit 16 Jahren die Schule verlassen, nach dem Abschluss der zehnten Klasse.
Danach war ich in einem katholischen Krankenhaus in Berlin – Friedrichshagen.

Dort begann ich ein praktisches Jahr. Das musste sein, da ich sonst keine Ausbildung an einer staatlichen Schule für Krankenschwestern hätte absolvieren können.

Nach drei Jahren habe ich die Schule abgeschlossen.
Kurz danach wurde ich schwanger. Ich ging nach Neustrelitz und habe dort in dem städtischen Krankenhaus gearbeitet.
1982 wurde meine erste Tochter geboren.

Wiederum später bin ich in ein städtisches Krankenhaus nach Berlin – Mitte gegangen.

Ich hatte inzwischen zwei Kinder und konnte nicht mehr im Schichtsystem als Krankenschwester arbeiten und bin in die Verwaltung eines Betriebsgesundheitswesens gewechselt.

Zur gleichen Zeit begann ich eine Fortbildung zum Ökonomen des Gesundheits- und Sozialwesens.

Wie ging es weiter?
Im Oktober 1989 bin ich aus der damaligen DDR in die Bundesrepublik geflohen – über die grüne Grenze.

Wir sind in Duisburg gelandet. Dort lebte eine Freundin von mir.
Zunächst begann ich in einer Sozialstation zu arbeiten.
Dort war ich anderthalb Jahre.

Die Arbeit hat mich einiges gelehrt.
Aber die Bedingungen waren schlecht.

Können Sie das erklären?
Ja. Wir haben faktisch im Akkord gearbeitet – 25 Patienten, die auf einer Tour zu versorgen waren. Deshalb gab es auch eine hohe Fluktuation.

Es war immer jemand krankgemeldet. Der Stress war einfach zu groß. Und jeder hat nur gewartet, bis ein anderer Kollege wieder da war und, um sich anschließend selbst krank zu melden.

Für mich waren das keine Zustände – weder für die Patienten noch für uns als Mitarbeiter. Schließlich habe ich gekündigt.

Und dann?
Ich ging zurück ins Krankenhaus und habe knapp zwei Jahre Nachtschichten gemacht.

Das war sehr hart für mich. Ich kam schwer damit klar. Deshalb wechselte ich wieder in einen ambulanten Pflegedienst. Dort lernte ich übrigens meinen zweiten Mann kennen.

Was war das ausschlaggebende Motiv, selbst einen Pflegedienst zu eröffnen?
Na ja, mein Mann und ich haben uns überlegt: Das alles können wir auch selbst organisieren. Also haben wir den Schritt im Oktober 1996 gewagt.

Wir begannen damit Patienten zu betreuen, die künstlich ernährt werden mussten. Das waren zum Beispiel Menschen mit einer HIV- Infektion, oder Krebspatienten.

Mit der Entwicklung unseres Pflegedienstes kamen andere Bereiche hinzu. Wir haben nach und nach alle wichtigen Leistungsbereiche in der Pflege angeboten, waren sozusagen mit der Zeit ganzheitlich im Portfolio aufgestellt.

Was hat sich geändert gegenüber 1996, wenn Sie heute die Pflege und Betreuung ansehen?
Wenn ich noch an die Sozialstation denke, wo ich vor über zwanzig Jahren begonnen habe – und jetzt unsere Art zu pflegen und zu betreuen sehe, dann weiß ich – da liegen einfach Welten dazwischen.

Wir haben einen Familienbetrieb aufgebaut. Das macht schon stolz. Unsere beiden Töchter arbeiten hier.

Und wir haben eine sehr geringe Mitarbeiterfluktuation bei uns. Ich denke, das liegt daran, dass sich in den vergangenen Jahren ein sehr gutes Team zusammengefunden hat.

Mitarbeiter, die wie wir engagiert sind. Wir haben zum Beispiel eine Pflegedienstleiterin, Frau Thyssen – Fett: Sie ist echt eine Perle.
Wir haben schon manchmal scherzhaft gesagt: Wenn sie aufhört, dann machen wir unsere Einrichtung zu.

Oder: Es gibt eine Mitarbeiterin, die bereits 19 Jahre mit uns zusammenarbeitet.
Andere sind ebenfalls bereits über 10 Jahre oder sehr lange bei uns. Das bekommen Sie doch nur hin, wenn das Klima stimmt, die Leute sich einfach wohlfühlen.

Die Firma ist heute der älteren Tochter überschrieben – Maria Spellier. Sie hat inzwischen zusätzlich eine Ausbildung zur Qualitätsmanagerin gemacht.

Die jüngere Tochter Stefanie ist Altenpflegerin und macht gegenwärtig eine Ausbildung zur Praxisanleiterin.

Wie war die Zusammenarbeit mit Ihrem Mann?
Die Zusammenarbeit war sehr gut. Er war der Praktiker. Ihn hat nie die Verwaltung interessiert, sondern nur die Pflege und Betreuung.
Ich musste mich also darum allein kümmern.

Und es war nicht leicht am Anfang alles unter einen Hut zu bekommen – die Pflege, die Verwaltung, die Mitarbeiterführung und die Erziehung der Kinder.

Aber mein Mann war ein Fachexperte, ging einfach in seinem Beruf auf und hat mir auf seine Weise viel Kraft gespendet und den Rücken gestärkt. Heute ist er in Rente.

Was ist aus Ihrer Sicht der Grund, dass es in anderen Einrichtungen und Pflegediensten nicht so klappt, der Ruf mitunter eher schlecht ist?
Wissen Sie, es gibt immer schwarze Schafe. Oft kann der einzelne Mitarbeiter dafür ja gar nichts.

Wenn zum Beispiel zu einem Kunden stets andere Mitarbeiter kommen. Oder: Die Zeiten sind stets unterschiedlich, zu denen die Pflegebedürftigen besucht werden.

Dann bekommen die Pflegebedürftigen natürlich einen schlechten Eindruck von dem Pflegedienst, der dafür zuständig ist.

Was sagen Sie dazu, die Ausbildung jetzt generalistisch zu organisieren?
Es gibt Aspekte, die dafür sprechen und Argumente dagegen.

Welche?
Dafür spricht sicherlich, die Ausbildung in Gesundheit und Pflege weiter zu vereinheitlichen, sie stärker in der Gesellschaft aufzuwerten, junge Leute für den Beruf zu gewinnen.

Und dagegen?
Weiter diskutieren sollte man: Was ist zum Beispiel, wenn ein kleiner ambulanter Pflegedienst einem Auszubildenden die Pflege und Betreuung im Alltag nahebringen will, der jedoch zum Praktikum ins Krankenhaus geht?

Wie ausgewogen wird das zum Beispiel organisiert? Müssen wir eventuell eine junge Fachkraft später nachqualifizieren, weil die praktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten für die Pflege nicht ausreichen?

Das ist ja auch eine wirtschaftliche Frage.
Ich denke, hier brauchen wir noch mehr Klarheit.

Was macht für Sie individuelle Pflege und Betreuung aus?
Wichtig ist für uns die Bezugspflege – jeder Kunde soll wissen, wer für ihn zuständig ist. Das schafft Vertrauen.

Individuell pflegen und betreuen heißt für uns, die wirklichen Wünsche und Bedürfnisse der Menschen zu respektieren, also das, was er an Hilfebedarf benötigt. Es sind ja nun auch zusätzliche Beratungsbesuche bei Veränderungen der Pflegesituation möglich. Das war früher nicht so.

Es gibt mit der Einführung der neuen Begutachtungsrichtlinien ab nächstes Jahr ganz andere Möglichkeiten, die Situation der einzelnen Pflege- und Hilfsbedürftigen spezifisch zu erfassen.

Allein die Eingangsfragen, die hier gestellt werden, führen zielgenauer dorthin, wo die wirklichen Probleme der einzelnen Menschen liegen – zum Beispiel: Was ist das Hauptproblem der Pflegesituation? Was würden Sie sofort ändern, wenn Sie es könnten? Welche Informationen könnten helfen?

Das sind nur einige wenige Beispiele. Wir werden das alles sehr genau in den nächsten Wochen und Monaten mitverfolgen und in unserem Bereich umsetzen – für die weitere Verbesserung der Pflegequalität für unsere Kunden.

Frau Wenders, ich danke Ihnen für das Gespräch.



Mehr lesen:
2021: https://uwemuellererzaehlt.de/ueber-menschen-erzaehlen/menschen-im-alltag-2021/

2020:https://uwemuellererzaehlt.de/ueber-menschen-erzaehlen/menschen-im-alltag-2020/

2019: https://uwemuellererzaehlt.de/ueber-menschen-erzaehlen/menschen-im-alltag-2019/

2017: https://uwemuellererzaehlt.de/ueber-menschen-erzaehlen/menschen-im-alltag-2017/

 

INTERVIEW MIT SUSANNE ROSENBERGER

MENSCHEN IM ALLTAG-2021.09.28

Susanne Rosenberger ist die Inhaberin des Pflegedienstes S. Rosenberger und der Tagespflege am Nordbad in Castrop-Rauxel.

Was mir besonders im Gespräch im Gedächtnis geblieben ist: Susanne Rosenberger berichtete sehr authentisch über die sensiblen Aufgaben in der Palliativbetreuung - pflegerisch und vor allem psychisch.

Sie sprach aber auch darüber, wie ehrlich Menschen ihr Leben sahen, so kurz vor dem eigenen Tod, und wie sie dadurch selbst erkannte, wie wertvoll die kleinen Momente im Alltag sind.

Frau Rosenberger, bereuen Sie den Tag, an dem Sie den Entschluss gefasst haben, in die Pflege zu gehen?

Also ich bereue das auf keinen Fall. Natürlich gibt es immer Momente, die nicht so schön sind.

Aber die gibt es überall.
Ich kann mit Bestimmtheit sagen: Die Pflege, das ist mein Leben.
Das Zusammenspiel mit allen im Team macht das Besondere aus. Es ist nicht ein einzelner Baustein.

Es ist das Puzzle, was jeden Tag aufs Neue zusammengesetzt werden muss – im Team, im Gespräch mit den Angehörigen und den Pflegebedürftigen.

Das Besondere an diesem Beruf ist: Wir gehen mit Menschen um, die unserer Hilfe bedürfen.

Und wenn ein dankbarer Blick kommt oder ein Lächeln des Pflegebedürftigen, ja dann ist das schon wahres Glück.

Wir schieben nicht nur die Papiere von links nach rechts. Das muss natürlich auch. Aber alles was wir tun, das ist für die Menschen, die wir pflegen und betreuen. Ich bereue nichts und möchte auch nichts anderes machen.

Wo sind Sie aufgewachsen?
In Castrop Rauxel.

Welchen Bildungsweg haben Sie genommen?
Ich habe Abitur gemacht. Danach habe ich eine Ausbildung zur Krankenschwester durchlaufen.
Ich war dann anschließend im Augusta Krankenhaus in Bochum tätig – auf einer Intensivstation in der Chirurgie.

Wie lange waren Sie dort?
Insgesamt sechs Jahre lang.

Wie sind Sie zur Pflege gekommen?
Durch meine Oma. Sie war Altenpflegerin in einem Altenheim und führte dort nebenbei eine Schneiderstube.

Später wurde meine Oma schwerkrank. Mein Vater und ich haben sie bis zum Schluss begleitet.

Danach kam meinem Vater und mir der Gedanke, einen Pflegedienst zu gründen. Mein Vater hat dafür noch einmal umgeschult und eine Ausbildung zum Altenpfleger absolviert.

2000 war es dann so weit und wir haben den heutigen Pflegedienst eröffnet.

Was belastet Sie, wenn Sie heute an die Pflege denken?
Beflügelndes und Bedrückendes – beide Momente liegen oft dicht beieinander. Mir liegt die Palliativpflege sehr am Herzen. Das gibt es natürlich sehr traurige Momente.

Was bedrückt Sie da ganz besonders?
Während der Palliativpflege werden wir ein Teil der Familie.

Und wenn Sie dann eine Mutter im Sterben begleiten, die erst 42 Jahre alt ist und Kinder hinterlässt, dann ist das sehr bitter – auch für uns als professionelle Begleiter.

Aber es gibt auch viel Positives.

Was meinen Sie?
Nun, man sieht die eigenen Sorgen und Nöte in einem anderen Licht.
Sie erscheinen einem so unwichtig und klein angesichts dessen, was andere Menschen durchmachen.

Und: Es ist ein ungeheurer Reichtum, Menschen auf ihrem letzten Weg zu begleiten.

Manch einer spricht darüber, was er anders gemacht hätte.
Die überwiegende Mehrheit ist klar und ehrlich in der Betrachtung ihres zurückgelegten Lebensweges.

Der Tod lässt das Leben als das erscheinen, was es ist, nämlich ein Geschenk. Und das ist unwiederbringlich.

Frau Rosenberger, vielen Dank für das Gespräch.

Mehr lesen:
2021: https://uwemuellererzaehlt.de/ueber-menschen-erzaehlen/menschen-im-alltag-2021/

2020:https://uwemuellererzaehlt.de/ueber-menschen-erzaehlen/menschen-im-alltag-2020/

2019: https://uwemuellererzaehlt.de/ueber-menschen-erzaehlen/menschen-im-alltag-2019/

2017: https://uwemuellererzaehlt.de/ueber-menschen-erzaehlen/menschen-im-alltag-2017/

VON DER HYGIENEINSPEKTORIN IM OSTEN ZUR GESCHÄFTSFÜHRERIN EINER SOZIALSTATION NACH DER WENDE

MENSCHEN IM ALLTAG-2021.09.21

Es wird wieder viel über die Pflege diskutiert, gerade jetzt, in der Zeit des Bundeswahlkampfes.
Wie sich eine ehemalige Hygieneinspektorin nach der Wende in die Pflege hineinbegab, mit den Anforderungen wuchs und heute eine Sozialstation erfolgreich führt, darüber habe ich mit Ute Grüner gesprochen.

Das ist jetzt rund vier Jahre her, aber beim Durchlesen des Interviews habe ich festgestellt, dass es jungen Menschen bei dem Gedanken hilft, sich für den Pflegeberuf zu entscheiden und auch am Entschluss festzuhalten, auch wenn es mal schwierig wird.

Frau Grüner, wie verlief ihr beruflicher Werdegang vor der Gründung Ihres Pflegedienstes?
Von 1982 bis 1985 habe ich eine Fachschule zum Hygieneinspektor absolviert.

Das entspricht in etwa dem heutigen Berufsbild des Gesundheitsüberwachers. Danach war ich als Hauswirtschafterin bei der Volkssolidarität beschäftigt.

Anschließend ging es in ein Pflegeheim. Dort habe ich auch meine Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin absolviert.

Daran schloss sich eine Qualifizierung zur Pflegedienstleitung an. 2001 bin ich dann in die Selbstständigkeit gewechselt.

Was war die Initialzündung dafür, als Unternehmerin in die Pflege zu gehen?
Das Motiv war: Ich wollte einen eigenen ambulanten Pflegedienst gründen.

Warum?
Weil ich im Pflegeheim gesehen habe, wie die Bewohnerinnen und Bewohner zum Teil an der Tür ihr Leben abgegeben haben. Trotz alledem haben wir als Mitarbeiter alles getan, damit sich die Bewohner wohlfühlten.

Ich hätte gar nicht zufrieden nach Hause gehen können, wenn ich nicht alles in meiner Kraft Stehende unternommen hätte, um die Heimbewohner gut zu pflegen und zu betreuen.

Also war das schon ein wichtiger Antrieb für Sie, mit einem eigenen Pflegedienst noch mehr für die Pflege- und Hilfsbedürftigen zu tun?

Ja, uns ging es darum, pflegebedürftigen Menschen in unserer Umgebung möglichst lange zu ermöglichen, im eigenen häuslichen Umfeld zu verbleiben.

Sie sollten ihr eigenes Leben selbstbestimmt führen, solange jedenfalls, wie das ging. Das war für mich schon ein wichtiger Antrieb.

Später haben wir dann noch die Tagespflege gegründet, weil es uns wichtig war, dass Menschen am Tag die Möglichkeit hatten, betreut zu werden.

Was sind das für Gäste, die zu Ihnen in die Tagespflege kommen?
Zum einen sind das Menschen, die einfach eine neue und interessante Sicht auf den Tag bekommen wollen – durch Begegnungen mit anderen Gästen und indem sie an den Aktivitäten teilhaben können.

Das sind aber auch Gäste, die unter Demenz leiden – abends sind ja in dem Fall die Angehörigen wieder da und können sich kümmern.
Sie alle zusammen fühlen sich bei uns am Tag sehr wohl

Haben Sie das alles allein geschafft?

Anfangs ja. Später, genauer 2006, ist mein Mann, Jens, mit in die Firma eingestiegen.

Als was?
Als Mitinhaber natürlich und verantwortlich für die Technik, die Verwaltung den Fuhrpark. Heute leitet er die ambulant betreute Wohngruppe.

Was ist Ihnen anfangs leichtgefallen und wo hatten Sie Schwierigkeiten, hineinzuwachsen?
Die Akquise von Patienten ist mir leichtgefallen. Ich kannte viele im Dorf und man kannte mich. Ich hatte auch von Anfang an ein gutes Verhältnis zu den Ärzten.

In kürzester Zeit haben wir ca. 30 Patienten betreut. Schwer ist mir die gesamte Büroarbeit gefallen. Ich bin heute noch lieber beim Patienten, als die Dokumentation zu erstellen.

Aber: Das ist ja wichtig. Und so habe ich mich in vieles einarbeiten müssen – das ganze Vertragswesen, die kaufmännischen Angelegenheiten, die Planung und Organisation der Pflege und Betreuung.

Haben Sie heute noch Kontakt mit Patienten?
Auf jeden Fall, wo denken Sie hin? Ich kenne alle Patienten persönlich, spreche mit ihnen, wenn es Wünsche oder Probleme gibt.

Außerdem bei Dienstübergaben oder beim Erstaufnahmegespräch – da bin ich immer dabei.

Was macht Ihrer Meinung nach ein starkes Team aus?
Ein starkes Team? Im Notfall ist jeder für den anderen da – das macht meiner Meinung nach ein wirklich starkes Team aus.

Und zwar ohne große Worte. Dies wissen auch die Patienten und vertrauen uns nicht zuletzt deshalb.

Welche Rolle spielt für Sie die Kommunikation mit den Pflegebedürftigen?
Die Kommunikation spielt für uns eine extrem wichtige Rolle.
Man kann bei jeder Maßnahme, zum Beispiel bei der Körperpflege, Kommunikation und Aktivität miteinander verbinden.

Also: erklären, was man gerade macht, was wichtig ist bei einer mobilisierenden Tätigkeit. Und außerdem: Auf dem Dorf wird immer gesprochen. Wir sprechen viel über Ereignisse und Menschen, die für uns interessant und wichtig sind.

Das mögen die Pflegebedürftigen sehr gern. Sie nehmen ja dadurch weiter am Leben außerhalb der häuslichen Umgebung teil.
Ich denke: Mitunter ist ein Gespräch bei einer Tasse Kaffee wichtiger als die Pflegemaßnahme selbst.

Oder anders ausgedrückt: Ich habe mich nie von der Minutenpflege drücken lassen. Das geht immer auf die Qualität. Natürlich muss ich ebenfalls auf die Zeit schauen.

Aber im Fokus sind für mich die Menschen, die wir pflegen und betreuen. Und da muss man eben auch mal eine Minute hinten dranhängen.

Meine Mitarbeiter wissen ebenfalls, dass ich so denke.
Ich will gern in diesem Zusammenhang an unseren Leitspruch erinnern.

Nämlich?
Helfen ist unsere Berufung!

Frau Grüner zum Abschluss: Was ist für Sie persönlich Glück?
Glück ist für mich ein Zustand der inneren Zufriedenheit, zum Beispiel, wenn der Tag gut war.

Zu meinem Glück gehört meine Familie: Mein Mann, ohne den ich das hier gar nicht schaffen würde; meine Tochter Annett – sie ist 25 Jahre alt und studiert Journalismus.
Frau Grüner, vielen Dank für das Gespräch.

Sozialstation Grüner GmbH Pflegedienst
Lobensteiner Str. 9, 07924 Ziegenrück

Mehr lesen:

2021: https://uwemuellererzaehlt.de/ueber-menschen-erzaehlen/menschen-im-alltag-2021/

2020:https://uwemuellererzaehlt.de/ueber-menschen-erzaehlen/menschen-im-alltag-2020/

2019: https://uwemuellererzaehlt.de/ueber-menschen-erzaehlen/menschen-im-alltag-2019/

 

 

 

ORTHOPÄDIESCHUHTECHNIK BÜCH

FIRMENPORTRÄT-2021.09.09

Modernes Fachgeschäft + angeschlossene Werkstatt
Firmeninhaberin Ulrike Büch, Orthopädieschuhmachermeisterin seit 2012

Kontakt:
Berliner Straße 52
16321 Bernau
Telefon: 03338-70 57 377
Telefax: 03338-70 57 378
E-Mail: ost-buech@web.de
Homepage: www.ost-buech.de

Öffnungszeiten:
Montag + Dienstag: 09.00-13.00 und 14.00 – 18.00 Uhr
Mittwoch: 09.00-13.00
Donnerstag: 14.00-20.00
Freitag: 09.00-13.00

Der Markenkern:
Individuelle Beratung, eingehende Besprechung der Kundenwünsche, auf den Kunden zugeschnittenen individueller Service.

Die Philosophie von Ulrike Büch: Die eigenen Werte zu 100% leben.
Dabei ist ‚Weniger mehr‘.

Wie sich Ulrike Büch selbst beschreibt: „hilfsbereit, zielstrebig, fleißig, qualitätsbewusst.“

„Dem Kunden ein Lächeln ins Gesicht zaubern“, weil er zufrieden mit unserer Arbeit ist und wir alles gegeben haben – Leidenschaft, Herz, Fachwissen.“

Mehr zum Leistungsportfolio: www.ost-buech.de

Wir suchen dich!
Hast du Lust, zu uns ins Team zu kommen?
Wir sind jung, ein bisschen verrückt und wir arbeiten hart.
Und: Wir haben verdammt viel Spaß an dem, was wir tun, nämlich unsere Kundinnen und Kunden glücklich zu machen.

Was solltest du mitbringen?
Einen Nachweis über eine abgeschlossene Lehre zur Orthopädieschuhmachergesellin, zum Orthopädieschuhmachergesellen.
Oder:
Die Bereitschaft, dich hier von uns vor Ort ausbilden zu lassen.
Wir freuen uns auf dich. Melde dich einfach bei uns – per Telefon oder per E-Mail oder komm‘ einfach vorbei.

Zum Interview mit Ulrike Büch: https://uwemuellererzaehlt.de/2021/09/09/menschen-im-alltag-2021-09-09/

 

INTERVIEW MIT ULRIKE BÜCH

MENSCHEN IM ALLTAG-2021.09.09

Ulrike Büch ist eine junge und sehr ehrgeizige Firmeninhaberin.
Sie liebt ihren Beruf, ja sie legt ihre ganze Leidenschaft dort hinein.
2012 schloss sie ihren Lehrgang zur Orthopädieschuhmachermeisterin als Jahrgangsbeste ab.
Ich habe Ulrike Büch als einen sehr offenen und lebensfrohen, ja humorvollen Menschen kennengelernt.

Sie ist 2016 in einen Burn-out gerutscht und hat sich daraus nicht nur wieder allein herausgekämpft. Nein, sie hat sich als ihre Therapie den Weg in die Selbstständigkeit verschrieben. Ulrike Büch ist eine Kämpferin, sie gibt nicht auf, und sie liebt nicht nur das was sie macht, sie liebt auch die, für die sie es tut, ihre Kunden.

Sie ist manchmal laut und verbirgt dahinter ihre wohl liebenswerteste Seite – ihre Verletzlichkeit.

Das ist das Interview, das ich mit ihr geführt habe.

Frau Büch, was ist Ihre bisher wichtigste Erfahrung, die Sie auf dem Weg in die Selbstständigkeit gemacht haben?
Ich bin heute davon überzeugt, dass man so ziemlich alles erreichen kann, wenn man es nur will.
Mir sind auf meinem Weg oft Menschen begegnet, die mir gesagt haben, dass ich es nicht schaffen werde.

Was war Ihre Reaktion darauf?
Man sagt ja oft ‚geht nicht, gibt’s nicht‘. Für mich war das aber nicht irgendwie ein hingeworfener Spruch, eine Worthülse, sondern ich habe danach gehandelt.

Und gerade, wenn mir Menschen gesagt haben, dass ich es nicht schaffen würde, dann habe ich gedacht: „Ich soll es nicht schaffen? Doch, jetzt erst recht!“
Dabei hatte ich gar nicht mal die besten Startbedingungen ins Leben.

Was meinen Sie damit?
Naja, meine Eltern haben sich getrennt, als ich sechs Jahre alt war. Ich bin quasi mit meiner Mama groß geworden, was ich aber nicht so unbedingt als Nachteil empfunden habe.
Trotzdem war es natürlich nicht leicht für meine Mama, mich und meine Geschwister auch.

Wieviel Geschwister haben Sie?
Meine kleinere Schwester ist anderthalb Jahre jünger und meine große Schwester ist anderthalb Jahre älter.
Ich bin sozusagen als sogenanntes Sandwich-Kind aufgewachsen.

Kamen Sie gut mit Ihren Schwestern aus?
Natürlich gab es viel Streit unter uns, aber zum Schluss haben wir uns auch immer wieder untereinander vertragen.

Wie war Ihr beruflicher Werdegang?
Ich bin von 1993 bis 1999 in die Grundschule in Grüntal gegangen und war dort Klassenbeste.

Ich war auch Klassensprecherin, weil ich gern alle unterhielt.
Das mache ich heute noch gern, nämlich Vorträge halten, nur habe ich dafür leider viel zu wenig Zeit.

Nach der Grundschule bin ich auf das Paulus Praetorius Gymnasium gegangen, ebenfalls in Bernau.
Da habe ich mich nicht wohlgefühlt.

Woran lag das?
Irgendwie gehörte ich dort nicht hin. Ich war ein sehr quirliger Mensch, lebensfroh und offen.

Aber ich hatte den Eindruck, dass ich da nicht hinpasste, weil mir zu viele umherliefen, die sich als Mitläufer begriffen haben.

Die haben alle gedacht, sie seien etwas Besseres. Ich hingegen bin dort schon mit meinen kurzen Haaren, drei Millimeter, aufgefallen.
Und letztlich mochte ich es nicht, dass mir vorgeschrieben wurde, was ich zu tun hätte.

Das ging bei mir gar nicht. Ich kann selber entscheiden, was ich mit meinem Leben machen will.

Klar, Schule ist Pflicht. Es ist ja auch nicht so, dass ich nicht regelmäßig dort hingegangen bin.

Und trotzdem, ich habe zum Beispiel die 9. Klasse noch einmal freiwillig wiederholt, weil ich in dieser Zeit meine „Sturm und Drang Phase“ hatte.

Kurzum, ich wollte kein Abitur machen, ich wollte einfach ins Handwerk.

Was haben Sie denn in der Schule gesagt?
Ganz einfach, ich habe gesagt, dass ich ins Handwerk wollte und auf gar keinen Fall in der Schule das Abitur machen.

Und danach war ich auch nicht mehr die Klassenbeste, sondern gehörte eher zu den Schülern mit den schlechteren Leistungen.

Diese Schule war mir zu hoch. Wenn ich auf die Gesamtschule mit gymnasialer Oberschule gegangen wäre, dann hätte ich das wahrscheinlich eher gepackt.

Mir war das einfach alles zu viel. Zumal ich mit siebzehn Jahren ganz andere Sache im Kopf hatte.

Sie waren also vom Sommer 1999 bis Sommer 2004 im Gymnasium?
Ja, richtig. Da ich die neunte Klasse zweimal gemacht habe, waren es fünf Jahre.

2004 hatte ich die Mittlere Reife und ich habe mir gesagt, dass ich mein eigenes Geld verdienen muss.

Die letzten Sommerferien nach der zehnten Klasse habe ich genutzt, um bei meiner Uroma in Schwerin zu sein und gleichzeitig dort ein Praktikum gemacht.

Übrigens: Meine Uroma ist fast 103 Jahre alt geworden. Sie war mit einer der Initiatorinnen für den Fünf-Seen-Lauf in Schwerin. Ein Teil unserer Familie hat diesen Lauf für Schwerin entworfen. Er findet heute noch statt.

Was denken Sie heute über Ihre Zeit auf dem Gymnasium?
Heute bin ich natürlich viel reifer. Aber ich frage zum Beispiel bei Bewerbern in meinem Betrieb nie nach Noten.

Klar, ich habe schon einiges an Wissen mitgenommen. Aber ich denke, dass es auch vieles an Wissensvermittlung gab, was man im praktischen Leben gar nicht gebrauchen konnte.

Ich finde es zum Beispiel sehr schade, dass in der Schule solche Fächer wie Kochen, Handwerk nicht gelehrt werden, zumindest von den Grundlagen her.

Sind Sie in Bernau geboren?
Ja, ich bin gebürtige Bernauerin. Bis zum 18. Lebensjahr habe ich allerdings bei meinen Eltern in Rüdnitz, einem kleinen Ort, nicht weit entfernt von Bernau, gewohnt.

Als ich 18 Jahre alt war, bin ich nach Bernau zurückgezogen.
Ich musste mir alles hart erkämpfen – meine erste Wohnung, mein erstes Geld.

Das habe ich alles mit meinem damaligen Partner geschafft.
Die Ausbildung habe ich in Berlin gemacht und später dort auch gearbeitet.

Mit 18 Jahren habe ich ebenfalls meinen Führerschein gemacht. Damit habe ich meine Mutti überrascht.

Wie ging es weiter, nachdem Sie aus der Schule raus waren?
Ich habe in einem Ausbildungsbetrieb den Beruf des Orthopädieschuhmachers erlernt.

Aber das, was ich mir an Wissen und Fertigkeiten angeeignet habe, das habe ich mir faktisch selbst beigebracht – durch das Lesen, Zugucken und das Ausprobieren.
Aber es war auch hart, weil ich als Frau diese Lehre begonnen habe.

Wie meinen Sie das?
Die Frauen werden in der Branche mittlerweile besser wahrgenommen.
Aber zu dem Zeitpunkt, als ich gelernt habe, da wurde ich nicht so wertgeschätzt.

Eine Frau hatte einfach im Handwerk nichts zu suchen, so mein Eindruck damals.

Als ich damals begonnen habe, da wurde ich noch sehr belächelt.
Wenn man frisch ausgelernt hat und dann noch eine Frau ist, dann hat man in Berlin nichts gefunden.

Ich kann es gar nicht sagen, warum es Frauen in diesem Beruf so schwer hatten, akzeptiert zu werden.

Klar, es ist harte Arbeit, wir müssen ab und zu auch mal was schleppen.

Wenn Sie wüssten, wie groß ich bin. Ich bin nur 1,61 groß und trotzdem kann ich mein eigenes Körpergewicht schon tragen. Es ist jetzt nicht so, dass ich ein Mädchen bin, dass gleich zusammenbricht, wenn es mal was tragen muss.

Doch generell musste ich mir das Ansehen sehr hart erarbeiten, mehr als die Männer, die neben mir gearbeitet und gelernt haben.
Und: Ein halbes Jahr nach meiner Ausbildung wurde ich aus dem Betrieb rausgeschmissen.

Mit welcher Begründung?
Angeblich konnte mein Chef mich nicht mehr bezahlen. Aber mein Eindruck war, dass er mich einfach loswerden wollte, weil ich schon offen meine Meinung gesagt habe.

Wie ging es mit Ihnen beruflich weiter?
Ich bin in eine andere Firma gegangen.
Diese Firma hat mich 2012 auf eine Meisterschule geschickt, in die Nähe von Dresden.

Mussten Sie die Ausbildung selbst bezahlen?
Es gab zwei Möglichkeiten. Mein Chef hatte mir angeboten, die Kosten für die Ausbildung zu übernehmen. Dann hätte ich mich aber verpflichten müssen, noch fünf weitere Jahre in der Firma zu arbeiten.
Das habe ich abgelehnt.

Warum?
Ich wollte mich nicht kaufen lassen. Deshalb habe ich meinem Chef gesagt, dass er mir das Gesellengehalt weiterzahlen solle und ich im Gegenzug dafür die Kosten für die Meisterschule übernehmen würde.

War das der richtige Weg für Sie?
Ja, es hat sich gelohnt. Ich war angestellt, hatte aber keine Verpflichtungen, zu bleiben.

Ich war in dem Betrieb insgesamt sieben Jahre, von 2009 bis 2016.
Vor der Meisterschule habe ich lediglich fünf Paar Schuhe gebaut.

Das ist nicht viel, das machen Auszubildende schon im ersten Lehrjahr, aber ich musste mir alles selbst beibringen. Ich habe in der Ausbildung immer nur eine Sache gemacht und das waren Zurichtungen von konfektionierten Schuhen. Und so bin ich auch durch die Zwischenprüfung gerauscht.

Und trotzdem haben Sie später die Meisterprüfung mit Bravour bestanden?
Ja, ich habe in der Zeit sehr viel gelernt – praktisch und theoretisch. Ich konnte mich sehr gut entfalten.

Das war das schönste Jahr in meinem Leben. Ich habe dort in einem Internat gewohnt und als Beste mit der Note ‚Sehr gut‘ abgeschlossen. Darauf war ich richtig stolz.

Wie ging es nach der Meisterschule weiter?
Ich bin in den Betrieb zurückgegangen und habe die Werkstattleitung übernommen.

Ich habe fünf Männer angeleitet, ihnen täglich erklärt, was sie zu tun hatten.

Das hat insgesamt alles gut funktioniert. Aber dann ging es mit dem Personalmangel los.

Die Arbeit wurde mehr und musste von einer gleichbleibenden Anzahl von Mitarbeitern bewältigt werden.

Ich habe sehr viel und sehr lange an den einzelnen Werktagen gearbeitet, von morgens um sieben bis teilweise abends elf Uhr.

Aber auch am Wochenende habe ich gearbeitet. Der Sonntag war der einzige Tag, den ich frei hatte.
Ich war völlig überarbeitet.
2016 bin ich dann ins Burn-out gerutscht.

Was waren die Gründe für Ihr Burn-out?
Das waren vielfältige Ursachen, die ich herausgefunden habe.
Eine Ursache besteht sicherlich darin, dass ich schlecht ‚nein‘ sagen kann.

Dadurch entsteht für mich psychischer Druck, allem und jedem gerecht zu werden.

Außerdem: Ich interessiere mich für mich selbst überhaupt nicht. Das war schon immer so.
Mich selbst zu mögen, daran muss ich noch arbeiten.

Woher kommt das?
Ich habe in den bewussten Jahren meines jungen Lebens nur erfahren, dass ich vieles machen sollte und so nicht an mich selbst denken konnte.

Das hängt sicher damit zusammen, dass ich meiner Mutti stets unter die Arme gegriffen habe.

Sie war alleinstehend, und wir waren drei Mädchen zusammen.
Hinzukam, dass meine Mutti in Schichten gearbeitet hat. Da mussten wir alle mitanpacken.

Klar, ich will das nicht alles schlecht reden, aber es war manchmal schon schwierig für uns Kinder, mit der Situation zuhause klarzukommen. Das gehört sicher auch mit zu den Ursachen, warum später nicht immer alles glatt lief bei mir.

Wie geht es Ihnen heute mit alledem?
Ich habe es geschafft, mich selbst wieder aus dem Burn-out herauszuholen und darauf bin ich auch sehr stolz.

Frau Büch, ich höre gerade das Bellen eines Hundes, ist das Ihr ständiger Begleiter?
Der Hund, der hier kläfft, das ist Motte.

Motte ist vier Jahre alt und kommt aus einer Tötungsstation in Spanien.

Sobald Motte den Schlüssel hört, bellt sie. Es ist ein Weibchen.
Sie denkt, da kommt einer von draußen und sie muss dann ihr Frauchen beschützen.

Mein Hund ist immer bei mir, wir sind unzertrennlich. Uns gibt es nur im Doppelpack.

Ohne meinen Hund geht gar nichts. Wenn aber Kunden kommen, dann ist der Hund nicht dabei, weil der erst einmal alle ankläffen würde.

Wie haben Sie das gelöst, mit Ihrem Hund und dem Kundenkontakt?
Mein Hund hat im hinteren Bereich einen riesengroßen Aufenthaltsraum.

Da sitzt Motte im Körbchen und hat alles, was sie braucht.
Sogar meine Öffnungszeiten sind auf den Hund abgestimmt, zumindest was die Mittagspause anbetrifft.

Haben Sie es bereut, in die Selbstständigkeit zu gehen?
Nein, das habe ich nicht, obwohl ich doch manchmal ins Schwanken gekommen bin, seitdem ich im Jahr 2017 den Laden aufgemacht habe.

Es war ja nicht nur der Drang da, meine eigenen Vorstellungen zu verwirklichen.

In der alten Firma lief es für mich nicht mehr so, wie ich mir das vorgestellt habe.

Können Sie das näher erläutern?
Wir verkleinerten uns in 2016 von 300 qm auf ca. 76 qm und ich sollte in die Chefetage mit rein.

Das passte mir nicht. Ich wollte nicht unter ständiger Beobachtung stehen, sondern vielmehr den Kontakt zu den Kunden intensivieren.

Was mir in der alten Firma gefehlt hat, das war der Umstand, dass ich zu den Kunden keine Beziehungen aufbauen konnte.

Und wenn man was arbeiten muss für einen Menschen, den man noch nie gesehen hat, wenn man nicht genau weiß, was er eigentlich will – was will er haben, was hat er für eine Vorstellung, was verspricht er sich von dem Hilfsmittel, ja dann wird es unheimlich schwierig zu arbeiten.

Es kam ein weiterer Grund hinzu: Dieses ‚du musst mehr schaffen, und wieder mehr schaffen, und jedes Mal musst du deinen Rekord noch einmal überbieten, und du willst ja auch Geld verdienen, es wird ja alles teurer. Das war nicht mein Ding.

Was ist Ihr Ding?
Mein Beruf ist ein ganz toller Beruf, ein ganz vielfältiger Beruf. Man lernt den Körper kennen.

Und man kann auch eine Menge Geld verdienen. Das habe ich aber gar nicht vor. Ich möchte die Kunden hier glücklich rausgehen sehen.

Ich wollte raus aus der Massenproduktion. Ich wollte einfach dieses Schema ‚F‘, das alle Firmen abarbeiten, nicht mitmachen. Da möchte ich einfach mehr für meine Kunden.

Ich musste mich also selbstständig machen, um das machen zu können, was mir vorschwebte.

Alle haben gesagt, ich schaffe es nicht, mich aus dem Burn-out heraus selbstständig zu machen. Das war aber die größte Motivation für mich.

Das Wichtigste für mich ist: Ich wollte mich selbstständig machen, weil ich für die Kunden individuell da sein wollte, auf sie zugeschnitten, sie maßgeschneidert beraten wollte.

Was ist Ihnen wichtig in der Arbeit mit Ihren Kunden?
Der Kunde kommt hier rein und der Kunde ist mein König.
Das ist ein Geben und Nehmen. Ich musste auch lernen, Grenzen zu ziehen. ‚Nein‘ sagen lernen.

Der Kunde soll sich wohlfühlen, er soll hier aufrecht wieder herausgehen.

Ich möchte den Leuten ein tolles Laufgefühl geben.
Das erreiche ich jedes Mal wieder.
In der alten Firma habe ich nie ein Resultat gesehen, nie einen Dank bekommen.

Was mich aber glücklich macht, das ist gerade diese Dankbarkeit der Kunden.
Das Lächeln im Gesicht, das bedeutet mir so viel. Das baut mich auf, immer wieder.
Auch wenn alles schlecht läuft, aber der Dank der Kunden, der gibt mir immer wieder Kraft.

Wie wollen Sie weitermachen?
Das Wichtigste: Ich brauche einen neuen Mitarbeiter.
Ich habe ganz offen kommuniziert und gesagt: ‚Liebe Kunden, ich habe keine Kapazitäten. Ich nehme keine Maßschuhe mehr an. Ich mache keine Schuhreparaturen nebenbei.“

Also steht jetzt die Besetzung einer offenen Stelle in Ihrer Firma an vorderster Stelle?
Ja, absolut.

Ich suche händeringend eine Orthopädieschuhmachergesellin oder einen Orthopädieschuhmachergesellen. Ich würde so gern jemanden ausbilden.

Aber das kann ich nicht, wenn ich diesen einen Mitarbeiter nicht habe.
Für einen Auszubildenden muss ich aber Zeit haben.
Meine größte Befürchtung ist, dass ich diesen Mitarbeiter, den ich mir wirklich wünsche, nicht finde, dass es den nicht gibt.

Die Suche geht schon ein halbes Jahr.
Zur Not ist es ein Ungelernter.

Die Motivation zu lesen, wie ein Fuß funktioniert, die ist ja auch nicht da. Das Einzige, was die meisten wollen, die sich bisher beworben haben: Sie wollen Geld verdienen, ohne sich groß anzustrengen.
Und genau da kriegen sie bei mir ein ganz großes Problem.

Sind Sie ein glücklicher Mensch?
Ich will in fünfzehn Jahren nach Schweden auswandern.
Das ist mein Ort, wo ich mich wohlfühle.
Ich bin irgendwie glücklich und irgendwie auch wieder nicht.

Ich bin glücklich mit dem, was ich mir erarbeitet habe, aber mit mir selbst bin ich noch nicht im Reinen.

Ich bin als Single glücklicher, als ich es in einer Beziehung war, in meiner aktuellen Situation jedenfalls.

Frau Büch, vielen Dank für das Interview.

Zum Firmenporträt: https://uwemuellererzaehlt.de/2021/09/09/firmenportraet-2021-09-09

PRIMA BALLERINA ERWARTET IHR DRITTES KIND

Iana Salenko

MENSCHEN IM ALLTAG-2021.08.05

Einführung:
Ich habe mit Iana Salenko, der Prima Ballerina vom Staatsballett Berlin, in der zweiten Hälfte Juli gesprochen - in ihrem Haus in Berlin.

Wir sprachen darüber, wie es ihr aktuell geht, was sie besonders glücklich macht und welche Neuigkeiten es gibt.

„Wir erwarten Ende September ein Kind und sind überglücklich, dass unsere Familie größer wird.“

Was mich immer wieder an der Persönlichkeit von Iana fasziniert: Sie ist bodenständig, bescheiden und herzlich in unseren Begegnungen.
Sie antwortet spontan, und sie ist ehrlich.

Iana ist eine Frau mit viel Charisma, es fällt nicht schwer, sich von ihrer Persönlichkeit in den Bann ziehen zu lassen.

Das ist das Interview, das ich mit ihr am 20. 07.2021 geführt habe.

Iana, du machst einen sehr fröhlichen Eindruck auf mich. Täusche ich mich da, oder geht es dir tatsächlich so gut?
Nein, du täuscht dich nicht. Es geht mir prima, körperlich und mental.

In welchem Monat bist du schwanger?
Im siebenten Monat.

Also kommt das Kind im September?
Ja, Ende September, Anfang Oktober.

Wie sehr freust du dich auf das Kind?
Ich freue mich natürlich sehr.
Immer wenn ich Kinder umhertollen sehe oder meinen eigenen Kindern, Marley und William, zuschaue, dann freue ich mich noch mehr auf das dritte Kind.

Ich bin auch ruhiger, weil ich wieder in das gleiche Krankenhaus wie vor zwei Jahren gehe, die Ärzte kennen mich. Ich vertraue dem medizinischen Personal dort sehr.

Wird es dein letztes Kind sein?
Ich denke, es ist das letzte Kind, das ich zur Welt bringe.
Aber ich will mich natürlich nicht generell festlegen. Das Leben ist ja deshalb spannend, weil es nicht bis ins letzte Detail vorhersehbar ist.

Ich will ja auch wieder in meinen Beruf rein und möchte mich noch weiterentwickeln.

Außerdem bin ich in einem Alter, indem ich wahrscheinlich mit der Familienplanung allmählich abschließen sollte. Also ist das für den gegenwärtigen Zeitpunkt erst einmal das letzte geplante Kind.

Und trotzdem: Alles, was die Familie ausmacht, das macht schon sehr viel Spaß.

Iana, wir haben oft ein Interview geführt, wenn du schwanger warst. Ein Zufall sozusagen.
Ist das nicht ein positives Omen?
Ja, das war 2008, 2019 so. Und jetzt wieder. Das stimmt und ich freue mich, dass wir wieder miteinander sprechen können.

Danke, das Kompliment kann ich nur zurückgeben. Ich finde auch, dass du über die Jahre sehr viel lockerer geworden bist. Wie siehst du dich selbst?
Ich spreche die deutsche Sprache natürlich viel fließender, als es noch vor Jahren der Fall war.

Ich interessiere mich heute für die Philosophie der Kindererziehung, lese sehr viel, bin dadurch kommunikativer geworden. Alles zusammen, was hier hineinspielt hat mit dazu beigetragen, dass ich mich stärker geöffnet habe.

Ich denke ebenso an meine Kindheit zurück, überlege, was ich daraus an Positivem in die Erziehung meiner Kinder einfließen lassen kann und was ich an negativen Erlebnissen habe, die ich heute vermeiden will, wenn es um meine Kinder geht.

Woran denkst du da konkret?
Zum Beispiel, wie viel Freiraum ich meinen Kindern lasse und wann ich eingreifen will, also Grenzen setzen muss.

Wie geht es weiter, wenn das Kind da ist?
Ich bin nach der Geburt im Mutterschutz, ca. 8 Wochen und danach gehe ich zurück ins Ballett.

Und wer übernimmt dann die Versorgung und Betreuung der Kinder?
Diese Aufgabe teile ich mir mit Marian. Außerdem: Die ganze Familie steht bereit, um zu helfen – meine Mutter, Marians Mutter, die Tante. Wir haben sehr viele Familienmitglieder, die mich gern unterstützen wollen.

Marians Mutter ist dann in Rente, seine Tante ebenfalls und sie wollen auf jeden Fall helfen.

Meine Mutter möchte mich auch sehr gern unterstützen. Wir brauchen es nur zu sagen.
‚Ruft an, ich komme sofort‘, hat sie mir gesagt.

Bist du aktuell glücklich mit deiner Situation?
Ja, absolut. Allein die Tatsache, dass ich Kinder habe und noch eins dazukommt, das macht mich schon glücklich.

Meine letzte Schwangerschaft war sehr gefährlich, und so wusste ich nicht, ob ich noch einmal Kinder bekommen kann. Deshalb bin ich jetzt schon sehr froh, dass alles normal verläuft.

Was sagt Marian jetzt zu deiner dritten Schwangerschaft?
Er ist auch sehr glücklich und hilft, wo er kann. Er ist ein sehr guter Vater für unsere beiden Söhne, spielt mit ihnen. Sie haben Spaß zusammen, aber er kann ebenfalls streng sein, wenn es angebracht ist. Er ist liebevoll und streng zugleich.

Wenn alles gut läuft, dann könntest du ja im Dezember bereits wieder auftreten, oder?
Ich möchte so schnell wie möglich nach der Geburt meines Kindes wieder zurück an die Arbeit.

Ich bin bereit, wieder voll einzusteigen, aber ich will berücksichtigen, dass ich wahrscheinlich eine gewisse Zeit benötige, in der ich mich wieder an die Arbeit anpasse, an das Training und erst allmählich die Leistungen steigere.
Es braucht eben alles seine Zeit.

Iana, wie sehen für dich die nächsten Jahre aus, was stellst du dir vor?
Natürlich stehen die Kinder im Vordergrund, denn es macht ja viel Spaß, sie aufwachsen zu sehen.

Ich hoffe, dass ich entscheiden kann, was ich tanzen will.
Früher habe ich alle Aufträge angenommen, jede Gala, habe nicht auf meine Gesundheit geachtet.

Zwischen den Auftritten waren ja zusätzlich die Flüge, das Reisen überhaupt, und so war ich oft todmüde.
Das hat natürlich an meinem Körper gezerrt und es laugt dich dann ebenso mental aus.

Ich wollte immer mehr, ich war zum Teil wie im Rausch, und das geht nicht ein Berufsleben lang gut.

Jetzt möchte ich da mehr aussuchen, schauen, was am besten zu mir passt. Denn nur so kann ich zu Höchstleistungen gelangen. Das ist für das Staatsballett wichtig, für das Publikum und für mich selbst.
Ich möchte auf die Qualität achten und dann in weniger Vorstellungen mehr von meinem Können reingeben.

Wie lange willst du noch tanzen?
Mein Plan ist es, noch zehn Jahre zu tanzen.
Bis ich 50 Jahre alt bin, solange will ich noch aktiv sein. Klar, ich muss auf die Ernährung achten, gesund leben, damit ich die nötigen Leistungen abrufen kann.

Dabei spielt eine große Rolle, dass ich von Kindheitsbeinen an im Wettbewerb stand, schon an der Ballettschule in Donezk. Ich will gewinnen, ich will meine Ziele erreichen. Diese Haltung verfolgt mich schon mein ganzes Leben.

Dazu gehört, dass man bereit ist zu leiden, es gehören Schmerzen dazu. Und das erträgst du nur, wenn dein Kopf es will, dass du gewinnst.

Wie gehst du damit um, wenn du an deine Grenzen stößt?
Zunächst will ich bis an meine Grenzen kommen, sie austesten und möglichst noch überschreiten.

Aber ich möchte nicht ohne Rücksicht auf Verluste meine Ziele erreichen.
Wenn es absolut nicht geht, dann akzeptiere ich das.

Hat die Tatsache, dass du Kinder hast, jetzt ein drittes bekommst mit dazu geführt, dass du dich vielleicht mehr zurücknimmst?
Ja, schon. Man überlegt mehr, wo es sich lohnt, die Kräfte einzusetzen. Ich möchte mein Leben nicht nur dafür opfern, zu gewinnen, zu kämpfen, Geld zu verdienen.
Ich denke, das Leben hält mehr bereit.

Was zum Beispiel?
Früher bin ich von einem Termin zum nächsten gehastet. Jetzt arbeite ich ebenfalls hart, aber ich bin mehr bereit, das Erreichte zu genießen.

In den vergangenen Zeiten da kam es vor, dass ich einen Preis gewann und ihn nicht würdigen konnte, sondern ich wollte sofort zum nächsten Wettbewerb eilen, um noch mehr zu erreichen.

Meine Eltern haben mir manchmal gesagt, ich solle mich noch mehr anstrengen, um weitere Erfolge zu haben. Aber das ist verständlich, weil sie für mich das Beste wollten, dachten, ich müsste meine Zeit nutzen. Nur die Zeit, die Lebenszeit verstreicht dabei ebenso und das ist unwiederbringlich.

Was haben in deinem Leben deine Eltern für eine Erwartungshaltung an dich aufgebaut und wie siehst du das heute?
Bei meiner Mutter durfte ich vieles nicht. Sie fragte, warum ich etwas Bestimmtes so gemacht habe und nicht so, wie es sich meine Mutter vorstellte.

‚Du musst es so machen‘, hat sie mir in solchen Momenten gesagt.
Das war für mich ein großer Druck, der von ihr ausging.

Mein Vater hat mich zwar unterstützt, aber er hat oft gesagt: ‚Dein Bruder Jaroslaw ist besser als du.‘

Das demotiviert dich mit der Zeit. Vielleicht hat es aber auch geholfen, dass er das zu mir gesagt hat, um mich nach vorn zu treiben. Aber eine wirkliche anhaltende Motivation war das für mich nicht.

Meine Oma hat eine große Rolle in meiner Kindheit gespielt. Das ist bis heute in meinem Denken und Fühlen so.  Sie war gelassener.

Sie hat mich machen lassen, was ich machen wollte. Und was ich nicht wollte, das habe ich eben nicht gemacht. Sie gab mir das Gefühl frei zu sein. Das ist der beste Weg, um sich zu entfalten.

Was war das Schönste daran, dass du viel auf dem Dorf bei deiner Oma warst?
Ich war allein dort, kein Bruder war mit. Ich konnte im Baum sitzen, mir die Knie beim Runterspringen aufschlagen, frei herumtoben.

Für meine Mutter war es ja schwer, weil wir fünf Kinder zuhause waren. Ich war die kleinste und ein Mädchen. Die anderen waren alle Jungs und jeder in einem anderen Alter.

Das war schon schwierig für meine Mutter, das alles zusammenzuhalten. Und deshalb bin ich eben gern zwischendurch mal bei meiner Oma gewesen und für meine Mutter war dies ebenfalls eine Unterstützung, die meine Oma ihr gab.

Meine Oma war das Beste, was mir in meiner Entwicklung passieren konnte. Sie hat nie viel gesagt.
Aber sie war fröhlich, hat mir meine Wünsche von den Augen abgelesen.

Ich war dort einfach glücklich und konnte mich selbst entwickeln.
Es ist schon gut, wenn sich dein Kind ausprobieren kann und nicht gleich in die Schranken gewiesen wird.

Würdest du den Weg, den du als Kind und Jugendliche gegangen bist noch einmal gehen?
Ich wollte damals aus der Familie raus, wollte für mich sein. Das war ein wichtiger Beweggrund, warum ich so früh in der Ballettschule in Donezk angefangen habe.

Ich wollte einfach weg von meinem Zuhause und das war eine Möglichkeit, mit 12 Jahren rauszukommen aus der Familie, frühzeitig meinen Weg zu gehen. Ich denke, meine Kinder haben hier bei uns zuhause viel bessere Bedingungen, sodass man das nicht so vergleichen kann.

Welche Schlussfolgerungen ziehst du daraus für die Erziehung deiner Kinder?
Grundsätzlich kann ich viel Positives aus meiner Erziehung weitergeben.

Ich habe einen Beruf gelernt, den der Tänzerin, ich hatte ein gutes Elternhaus, die fürsorglich für mich waren. Aber ich mache das heute mit meinen Kindern mehr spielerisch, zum Beispiel bei Marley.
Er dreht gern Videos und ich mache ihm Mut, stärke ihn, dranzubleiben.

Dazu gehört auch, dass ich sage, wenn ich entdecke, dass ein Kind sich noch mehr entwickeln kann und vielleicht sogar schon mal weiter war.

Das ist stets eine Frage des Ausbalancierens und das Ganze ist verbunden mit der Liebe der Eltern zu ihrem Kind.

Was machst du, wenn du dich mal zurückziehen willst?
Ich schlafe dann und danach sehe ich die Welt schon wieder mit anderen Augen.

Manchmal ist mir etwas zu viel. Marian war an Covid-19 erkrankt, Marley kommt allmählich in die Pubertät und dann noch das Kleinkind, da gab es Phasen, wo ich mich zurückziehen wollte.

Nach dem Schlafen ist es besser für mich, ich bin dann wieder positiv drauf.

Was magst du an Marian besonders?
Er ist ein Familienmensch, ist für mich da, hilft mir, kann sich zurücknehmen.

Das ist für mich ganz besonders wertvoll in unserer Beziehung.
Wir haben 2005 geheiratet und unsere Liebe hat Bestand.

Wie geht Ihr mit Konflikten in dieser Zeit um?
Meine Erfahrung ist, dass ich in Konfliktsituationen loslasse.
Marian kämpft noch mit den Langzeitwirkungen aus seiner Covid-19-Erkrankung.

Das hindert ihn daran, aktuell richtig durchzustarten, sich wieder voll auf seine berufliche Karriere zu konzentrieren.

Er kämpft mit seinen Zweifeln, Träumen, Ängsten und daraus entstehen schon mal stressige Gespräche. Aber das ist es ja auch, was das Leben spannend macht.

Niemand kann ja ernsthaft von sich behaupten, dass er ohne Widersprüche und Konflikte durch das Leben kommt.

Sie sind ja gerade oft die eigentlichen Treiber dafür, dass man weiter vorangeht seinen Weg findet.

Kurzum, Konflikte gehören zum Leben einfach dazu, wir reden sie nicht herbei, aber wir gehen mit ihnen um und letztlich stärkt das unsere Liebe.

Bist du ein glücklicher Mensch?
Ja, bin ich. Ich liebe meinen Mann, meine Kinder, was für ein größeres Glück könnte man haben?
Ich bin natürlich auch stolz auf das, was ich erreicht habe.

Iana, ich wünsche dir alles Gute für dich und deine Gesundheit und das alles gut verläuft mit der Geburt.

 

ZUM TOD VON FRAU DR. MARLIES WILLAMOWSKI

MENSCHEN IM ALLTAG-2021.07.22
Ich habe gerade vom Tod meiner langjährigen Ärztin, Frau Dr. Willamowski, erfahren.

Ich bin schockiert und sehr traurig. Sie war eine ausgezeichnete Ärztin. Und sie war ein sehr sensibler und fürsorglicher Mensch, immer mit dem Blick auf das Wohl ihrer Patientinnen und Patienten befasst.

Zweieinhalb Jahrzehnte hat sie mich betreut. Sie hatte den Finger stets in der Wunde, wenn sie mich auf eine gesündere Lebensweise hinwies und dafür habe ich sie innerlich manchmal verflucht, weil ich ja wusste, wie recht sie damit bei mir hatte.

Aber sie war auch eine ausgesprochen gute Gesprächspartnerin, konnte hervorragend zuhören.

Manchmal habe ich es sogar geschafft, sie zum Schmunzeln zu bringen. Ich werde Sie sehr vermissen, und ich werde Sie nicht vergessen, liebe Frau Doktor. Mögen Sie in Frieden ruhen.
Dr. Uwe Müller

VORANKÜNDIGUNG – INTERVIEW MIT DER PRIMA BALLERINA VOM STAATSBALLETT BERLIN

MENSCHEN IM ALLTAG-2021.07.20
Iana Salenko hat mit mir darüber gesprochen, wie es ihr geht – in der Covid-19 Zeit, welche Pläne sie hat und worauf sie sich freut.
Das Interview wird am 05. August 2021 veröffentlicht.

MEHR LESEN: https://uwemuellererzaehlt.de/ueber-menschen-erzaehlen/menschen-im-alltag-2021/

VERA TOMASCHEWSKI – EIN MENSCH, DEM MAN IM ALLTAG GERN BEGEGNET

MENSCHEN IM ALLTAG – 2021.07.14

INTERVIEW MIT VERA TOMASCHEWSKI

INTRO:
Vera Tomaschewski ist Versicherungsfachfrau (BWV). Der Sitz ihrer Hauptvertretung – AXA-Versicherung AG – ist Bad Freienwalde, dort, wo sie auch mit ihrer Familie Zuhause ist.
Ich habe sie am 22.06.2021 interviewt.

Es hat ausgesprochen Spaß gemacht, mit Vera Tomaschewski zu reden, und nicht nur das, sondern auch ihr zuzuhören, was sie zu sagen hat.
Sie hat viel zu erzählen – von ihrem Beruf, den sie liebt, von ihrem Werdegang, der nicht ohne Rückschläge und Konflikte verlief.

Vera Tomaschewski machte auf mich am Telefon einen sympathischen und in sich ruhenden Eindruck.
Doch sie hat durchaus Humor, kann selber gut zuhören, darauf achten, was den anderen bewegt.

Du spürst, dass du dich öffnen kannst, ihr einfach sagen solltest, was dich im Leben umtreibt.

Und wenn du eine Frage zu Versicherungen hast, dann ist sie in der Beratung die erste Wahl.
Weil sie so viel Fachkompetenz mitbringt? Sicher.
Entscheidend aber ist, dass sie authentisch ist, nicht drumherum redet, die Dinge einfach lässt, so dass du folgen kannst.

Meine Lebenserfahrung hat mich mal wieder in einem zentralen Punkt bestätigt:
Vertraue dem, dem es ernst ist mit dem ethischen Handeln, der es zu seinem wichtigsten betriebswirtschaftlichen Kriterium erhebt.

27 Jahre übt Vera Tomaschewski nun schon ihren Beruf aus.
Sie kam vom Lehrerstudium, wurde über Umwege Erzieherin und fand schließlich ihre Bestimmung, nämlich Versicherungskauffrau zu sein.

Natürlich, vor über zwei Jahrzehnten hätte sie es wohl nicht für möglich gehalten, dass sie mal sagen würde, dass gerade dieser Beruf ihre eigentliche Berufung ist.

Sie hat es geschafft, weil sie mit Leidenschaft, mit viel Herz, und einem Rucksack an Fachwissen diesen steilen Berg hinaufgeklettert ist.

Das ist das Interview mit Vera Tomaschewski:

Frau Tomaschewski, was glauben Sie, was bringen Ihre Kunden mit Ihrer Person in Verbindung?
Ich behandle meine Kunden so wie auch ich behandelt werden möchte. Das ist übrigens mein Credo, dem ich von Anfang an treu geblieben bin.
Deshalb bin ich davon überzeugt, ja ich weiß es, dass sie sich von mir gut betreut fühlen.

Warum ist es Ihnen so wichtig, dass Ihre Kunden von Anbeginn zu Ihnen Vertrauen fassen?
Nun, zum einen ist mir dieses ethische Anliegen einfach menschlich wichtig.
Zum anderen gibt es noch einen weiteren Aspekt: Nach der Wende kamen in die damals neuen Bundesländer sehr viele Versicherungsvertreter, überwiegend aus dem Westen, denen es nicht um eine nachhaltige Beratung ging.

Sie waren darauf aus, schnelle Abschlüsse zu generieren. Da haben sich viele Ostdeutsche über den Tisch gezogen gefühlt, wie man das so umgangssprachlich formuliert.

Diesem Trend wollte ich etwas entgegensetzen. Also habe ich stets versucht, versicherungstechnisch die optimalen Bedingungen für meine Kunden herauszuholen.

Hinzukam, dass ich stets darauf geachtet habe, dass wir eine gute Gesprächsatmosphäre haben. Der Kunde sollte sich wohlfühlen, sich nicht gedrückt fühlen, sondern wissen, dass ich ihn verstehe und daran anknüpfend die auf ihn maßgeschneiderten Konditionen und vertraglichen Bedingungen heraushole.

Was war der Grund, warum Sie in die Versicherungsbranche gegangen sind?
Ein Motiv war, das ich thematisch bereits angerissen habe. Wir bekamen nach der Wende von Beratern Versicherungsverträge rhetorisch ‚aufs Auge gedrückt‘, die wir gar nicht wollten und die wir auch nicht brauchten.

Zunächst habe ich noch gedacht: ‚Oh, das hört sich ja toll an.‘ Aber später, im Nachgang, da merkten wir, wie schwierig es war, wieder aus den Verträgen herauszukommen.

Irgendwann hatte ich einfach keine Lust mehr, so unwissend dazustehen, sondern ich machte mich kundig, wollte selbst wissen, was ich da abgeschlossen hatte.

Es kam noch ein weiteres Motiv hinzu. Mein Mann arbeitete in dieser Zeit bei der Wasserschutzpolizei.
Er wurde nach der Wende verbeamtet.

In seiner Behörde wurden Mitarbeiter gesucht, die nebenberuflich als Versicherungsverkäufer arbeiten wollten.

Mein Mann konnte so einer Tätigkeit nichts abgewinnen. Er war in dieser Zeit beruflich selbst viel unterwegs, nahm vor allem an zahlreichen eigenen Weiterbildungsmaßnahmen teil.

Ich hingegen interessierte mich für diese Tätigkeit, obwohl ich ja einen eigenen Beruf hatte und in meiner Tätigkeit voll ausgelastet war.

Dennoch, ich fragte nach, ob sich auch Frauen dafür bewerben konnten. Denn eigentlich war der Versicherungsmarkt nach der Wende mehr oder weniger eine Männerdomäne.

Also fragte ich denjenigen, der die sogenannten ‚Nebenberufler‘ betreute, ob ich mich ebenfalls bewerben konnte.

Die Idee für mich bestand zudem darin, die Weiterbildung zu nutzen, damit man selbst nicht so dumm dastand, wenn jemand kam, der einem etwas über Versicherungen erzählen wollte.

Und so begann meine Karriere in der Versicherungswirtschaft, neben meinem eigentlichen Beruf.

Wie ging es weiter?
Aus dem Rand von Berlin kam regelmäßig ein Mitarbeiter der Versicherung, der mit uns eine Produktschulung durchführte, in der Regel monatlich.

Das hat uns Teilnehmern allen sehr gut gefallen.
Es war ein kleiner Kreis, die Räume waren in einer Gaststätte und so saßen wir nach der Schulung zusammen und haben unsere Erfahrungen, unser Wissen ausgetauscht.

Nachdem die Schulungen zu Ende waren, wurde ich registriert und konnte so nebenberuflich meiner Tätigkeit nachgehen.

Haben Sie denn viele Verträge geschrieben?
Nein, das war anfangs sehr überschaubar. Meine Abschlüsse machte ich vor allem im Kollegenkreis, das waren für mich schon Erfolge, doch darüber hinaus ging es zunächst nicht, zumindest nicht in der Zeit von 1991 bis 1994.

1994 trat der damalige Chef der Versicherungsgesellschaft an mich heran und fragte, ob ich nicht hauptberuflich weitermachen wollte.

Die Fluktuation von Mitarbeitern war damals sehr groß. Ich entschied mich, ganz für die Versicherung zu arbeiten und gab meine frühere Tätigkeit auf.

Können Sie mal Ihren beruflichen Werdegang in den wichtigsten Abschnitten schildern?
Ich wurde 1968 eingeschult und habe die Allgemeinbildende Polytechnische Oberschule besucht.

Anschließend bin ich in die Erweiterte Oberschule gewechselt, dem heutigen Gymnasium.

Mein Abitur habe ich 1980 gemacht. Ich wollte immer Lehrer werden, schon von der ersten Klasse an.

Ich hatte nie einen anderen Berufswunsch, und ich habe alles darangesetzt, diesen Beruf auch zu erlernen.

Ich ging 1980 folgerichtig an die Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald und habe dort in den Fächern Geografie und Mathematik studiert.

Geografie war mein Hauptfach, Mathematik das Nebenfach. Insgesamt hat mir das Studium einen riesigen Spaß gemacht.
Und trotzdem musste ich im dritten Studienjahr aufhören.

Wie kam es dazu?
Ich will es mal so ausdrücken: Wir hatten einen Professor, der etwas kompliziert war.

Der hat mir mein Studium regelgerecht verleidet. Im Ergebnis schaffte ich eine Prüfung in Mathematik nach dem zweiten Jahr nicht, obwohl ich mich sehr intensiv vorbereitet hatte.

Dieser Professor musste zwar ein Jahr nach mir ebenfalls die Universität verlassen, doch das half mir dann auch nicht mehr weiter.

Obwohl ich also bereits nachfolgende Prüfungen bestanden hatte, musste ich nach dem 5. Semester gehen. Das war bitter für mich, denn ein Lebenstraum von mir zerplatzte in dem Moment.

Gab es denn keine anderen Möglichkeiten als die Kombination von Geografie und Mathematik?
Geografie wollte ich unbedingt studieren. Es gab noch Geografie und Sport.
Aber im Sport hätten die Leistungen nicht ausgereicht. Es blieb nur die Alternative von Geografie und Mathematik.

Und das Kuriose an der Geschichte war, dass wir ja bereits vor Klassen gestanden und unterrichtet haben. Aber die Prüfungen in Mathe haben mir das Genick gebrochen.

Was haben Sie dann gemacht?
Ich musste andere Wege gehen, daran führte nichts vorbei. Hinzukam, dass ich in der Zwischenzeit schwanger geworden war. Ich hatte deshalb auch schon ein Zimmer für ‚Mutter und Kind‘.

Haben Sie Ihren Mann in Greifswald kennengelernt?
Nein, ich bin ja am Wochenende meistens nach Hause gefahren. Wir hatten eine sehr gute Zugverbindung von Bad Freienwalde nach Greifswald.
Mein Papa hat mich oft nach Eberswalde gefahren. Von da aus ging es direkt bis nach Greifswald durch.

Wann wurde Ihr Sohn geboren?
Im März 1983.

Also war es ja auch irgendwie schön, dass Sie ab 1983 wieder Zuhause waren, oder?

Ja, natürlich, aber ich musste überlegen, wie es weiterging.
Mein damaliger Direktor von der Erweiterten Oberschule wollte mir helfen. Er war inzwischen im Bereich Bildung in der Kreisverwaltung tätig.

Und so kamen wir auf die Idee, dass ich als Lehrerin in der Unterstufe in Frankfurt/Oder beginne, weil ich unbedingt etwas mit Kindern machen wollte.

Hat das geklappt?
Nein. Da waren genügend Bewerber, die zu Ende studiert hatten und so kam ich als Studienabbrecherin für eine Anstellung als Unterstufenlehrerin nicht infrage.

Also war wieder das große Fragezeichen, wie es weiterging.
Der ehemalige Direktor vermittelte mich dann in eine Kita in Bad Freienwalde.

Ich habe dort als Hilfskraft angefangen, denn das, was ich vorher studiert hatte, wurde nicht anerkannt.

Im ersten Jahr habe ich neben meiner Tätigkeit eine Ausbildung zur Erziehungshelferin gemacht.

Daran schloss sich eine Ausbildung zur Kindergärtnerin an, anderthalb Jahre im Fernstudium.

Insgesamt war ich dort elf Jahre, von 1983 bis 1994, eine wirklich schöne Zeit, auf die ich gern zurückblicke.

Das heißt, in diese Zeit fiel auch der Beginn Ihrer nebenberuflichen Tätigkeit in der Versicherung?
Ja, von 1991 bis 1994 habe ich noch hauptberuflich in der Kita als Erzieherin gearbeitet und nebenher mit der Tätigkeit in der Versicherung begonnen.

Was hat sie bewogen, den Beruf der Kita-Erzieherin an den Nagel zu hängen?
Ganz offen gesagt, ich hatte Angst, dass ich nach 30 Jahren in ein mentales Loch falle, irgendwie eine Macke bekommen würde.

Dass Sie mich nicht falsch verstehen: Ich habe meinen Beruf geliebt. Aber die Tätigkeit der Kita-Erzieherin hinterlässt Spuren.

Es sind ja nicht nur die Kinder, die gut betreut werden sollen. Nein, es sind ebenso die Eltern, deren Vorstellungen man gleichermaßen entsprechen will.

Liegt das nicht in der Natur der Sache, dass sich Eltern sorgen?
Schon, doch wenn es überhandnimmt und in Einzelfällen der Bezug zur Realität verlorengeht, dann schaden die Eltern nicht nur den eigenen Kindern, sondern sie beeinträchtigen auch das Erziehungspotenzial, das es in so einer Einrichtung gibt.

Das zerrt dann schon mal an den eigenen Nerven.
Ich habe in jener Zeit viel autogenes Training betrieben, zusammen mit anderen Kollegen.

Und trotzdem, manchmal spürte ich, dass ich abends nicht mehr die Kraft hatte, meinen eigenen Kindern die nötige Aufmerksamkeit zu schenken, die die anderen Kinder am Tag von mir bekommen haben.
Natürlich war ich die liebe Mama, aber mitunter habe ich auch geschimpft, weil ich ausgelaugt war, davon, dass ich tagsüber die Kinder anderer Eltern zu betreuen hatte.

Es war ein Traumberuf, aber ich begann darüber nachzudenken, wie es in den kommenden Jahren werden würde, ob ich es schaffen könnte – mental und physisch.

Aus vielen Mosaiksteinen ist das Bild bei mir entstanden und daraus wieder die Erkenntnis, dass ich nicht über Jahrzehnte als Erzieherin arbeiten wollte.

Sie sprechen von Ihren Kindern, gibt es noch mehr als Ihren Sohn?
Ja, 1985 wurde meine Tochter geboren.

In welche Versicherung sind Sie 1991 gegangen?
Das war die Deutsche Beamtenversicherung DBV. Die DBV ist dann in der AXA aufgegangen.

In den neunziger Jahren ging die DBV zunächst in der Winterthur auf, sodass wir ‚DBV-Winterthur‘ hießen. Danach hat die AXA die Winterthur übernommen.

Faktisch übernahm das eine weltweit agierende Unternehmen das andere.
Ich selbst bin aber all die Jahre im gleichen Unternehmen geblieben.

Waren Sie Anbeginn an in der Selbstständigkeit?
Nein, ich war anfangs angestellt und bin erst anderthalb Jahre später in die Selbstständigkeit gewechselt.

Ich habe jedoch schon immer in der Ausschließlichkeit für das Unternehmen AXA gearbeitet. Das heißt, ich arbeite auf selbstständiger Basis, aber nur für eine Versicherungsgesellschaft und deren dort integrierte Partner.

Was haben Sie für eine Ausbildung in der Versicherung durchlaufen?
Unsere Ausbildung lief über das Bildungswerk der deutschen Versicherungswirtschaft.

Wir sind dazu alle zwei Wochen in die Pfalz gefahren, in das wunderschöne Bad Dürkheim.
Am 09. Mai 1996 wurde mir dann die Abschlussurkunde überreicht und von da an durfte ich mich Versicherungsfachfrau nennen.

Wie war das bei Ihnen, haben Sie sogenannte Bestandskunden bekommen, damit der Start für Sie ein wenig leichter war?
Das war damals nicht üblich, leider.

Ich hatte einige wenige Kunden in meinem Bestand, die noch aus Verträgen in dem alten Kollektiv entstanden waren. Das waren vor allem Kollegen von meinem Mann – aus der Wasserschutzpolizei.

Aber wie sind Sie denn an Kunden gekommen, Sie mussten ja von irgendetwas leben?
Ja, natürlich. Ich kann nur sagen, dass ich nie ‚Klinken geputzt‘ habe. Das habe ich gehasst.

Was haben Sie stattdessen getan?
Ich habe versucht, persönliche Kontakte zu knüpfen, durch Bekannte das Feld zu erweitern.

Des Weiteren habe ich Flyer verteilt, persönlich und in Zeitungen. Ich erinnere mich noch gut, wie ich die Flyer in einem Nachbarort verteilt habe, bei gefühlten 60 Grad Celsius.

Kurzum, ich habe selber die Trommel gerührt. Die Leute sollten wissen, dass ich da bin für sie, wenn es um Versicherungsfragen ging.
Prinzipiell habe ich niemals aus der eigenen Verwandtschaft jemanden angesprochen.

Denn irgendwann hat sich das erledigt.
Erst viel später, nach zehn Jahren kamen auch mal Kontakte aus dem eigenen Verwandtenkreis zustande, auf Initiative meiner Verwandten.

Nach und nach kamen auch Empfehlungen aus dem allmählich anwachsenden Kundenstamm.

Können Sie von den Erträgen, die Sie erwirtschaften, leben?
Ja, inzwischen kann ich das.
Wichtig ist mir in diesem Zusammenhang eine Sache: Für mich galt stets, dass der Beruf und die damit eng verknüpfte Berufung zusammengehören.

Das war in meiner Zeit als Erzieherin in der Kita so und jetzt genauso.
Im September werden es bereits 27 Jahre, wo ich den Beruf des Versicherungsberaters ausübe.

Sind Sie ein selbstbewusster Mensch?
Es ist schlecht, sich selbst einzuschätzen, aber ich denke schon, dass ich selbstbewusst bin.
Das Selbstbewusstsein wächst ja mit den Lebensjahren.

Was bedeutet es für Sie, individuelle Kundenbeziehungen zu entwickeln?
Individuelle, maßgeschneiderte Konzepte zu entwickeln, den Kunden so zu beraten, dass er wirklich das bekommt, was er braucht und auf der anderen Seite auch wegzulassen, was er nicht braucht, das verstehe ich unter individuellen, persönlichen Kundenbeziehungen.

Das hat sich bei mir über die Jahre entwickelt.
Klar, ich wollte nicht Versicherungsverträge verkaufen, die eigentlich keiner braucht, so wie es oft nach der Wende geschehen ist.

Das heißt deshalb, sich für den Menschen interessieren, seine Bedürfnisse kennen und von da aus die Lösung für ihn zuzuschneiden.

Das hieß auch, so manchen Kampf im Kundensinne mit der Zentrale zu führen, sich zu engagieren, damit es am Ende für alle passt.

Und wenn dann ein Kunde zu einem Feiertag einen Gruß schickt, zum Beispiel über WhatsApp, ja dann weiß ich, dass ich nicht alles falsch gemacht habe.

Über die Jahre haben sich so Freundschaften entwickelt, die bis heute halten.

Wie gehen Sie mit negativen Meinungen von Kunden um?
Ich gehe den Dingen stets auf den Grund. Ist was dran an einer Kritik, dann setze ich mich dafür ein, dass die Probleme gelöst werden, zur Zufriedenheit der Kunden.

Bei pauschalen geringschätzenden Bemerkungen nehme ich das alles mit Humor, versuche drüberzustehen. Wichtig ist für mich: Der Ruf der Versicherung steht und fällt mit demjenigen, der sie vertritt. Ich bin jemand, der sich kümmert, der so lange arbeitet, bis der Kunde zufrieden ist.

Das gibt mir die nötige Selbstsicherheit und das ist es auch, was die Kunden zum Schluss mit ihrer Wertschätzung mir gegenüber danken.

Wie sind Sie in der Anfangszeit finanziell klargekommen?
Anfangs war es wirklich nicht leicht, vor allem, weil nebenher noch meine Ausbildung lief.

Dadurch hinkte ich hinterher, was die Zielvorgaben für mich anbetraf. Ich war im Minus. Die Versicherungsgesellschaft bot mir in dieser Situation an, von der Festanstellung in die Selbstständigkeit zu wechseln, ohne dass ich Garantiebezüge erhielt.

Was haben Sie in der Zeit bekommen?
Nur den Gegenwert für das, was ich an Verträgen produziert habe.
Das diszipliniert ja, also strengst du dich mehr an.

Ich war zum Beispiel viel mehr im Außendienst, als das heute der Fall ist.

Auf der anderen Seite: Wo Schatten ist, da gibt es irgendwann auch wieder Licht.
Ich hatte zwar schwere Zeiten, doch dadurch, dass ich keine Garantiebezüge hatte, war ich nicht abhängig und nicht unter Druck.

Wie viel Spaß macht Ihnen Ihre Arbeit?
Sehr viel Spaß.
Bad Freienwalde ist eine Kleinstadt, und ich wollte nicht unbedingt die Straße wechseln, wenn mir ein Kunde entgegenkam. Da wollte ich mich schon von jenen Vertretern unterscheiden, die nach der Wende vor allem auf schnelle Abschlüsse aus waren.

Das ganze Drumherum, das macht mir wirklich einen riesigen Spaß.
Es ist ein Beruf, in dem man anderen Menschen zuhören muss.
Viele Kunden kommen und berichten von ihren Alltagssorgen.
Du bist dann schon fast ein Psychologe, gibst diesen oder jenen Ratschlag.

Und du erzählst selbst von dir, davon, was dich bewegt. So wächst man zusammen, fasst Vertrauen zueinander, weiß, dass man sich aufeinander verlassen kann.

Sind Sie ein glücklicher Mensch?
Ich bin zufrieden. Es gibt immer Sachen, wo man sagt, dass es noch anders laufen könnte.
Aber insgesamt: Ich bin gesund, wir wohnen auf dem Grundstück meiner Mutti.

Mein Papa ist leider schon verstorben.
Ich mach‘ es mir schön, soweit ich es mir schön machen kann.
Dazu zählt beispielsweise die Gartengestaltung, das ist für mich ein wirklich toller Ausgleich zu meiner Arbeit.

Warum verwenden Sie eher die Vokabel ‚zufrieden‘ als das Wort ‚glücklich‘?
Glücklich sein, dazu gehört für mich noch eine Nuance mehr.
Es gibt ja stets Dinge, die nicht so gut laufen.

Was meinen Sie?
Jeder hat sein Päckchen zu tragen. Da musste zum Beispiel eine Kurzzeitpflege organisiert werden, ein Heimplatz für meine Tante – das alles sind Dinge, die einen erschöpfen, die Kraft rauben.
Insgesamt jedoch bin ich ein sehr positiver Mensch.

Woran haben Sie besonders Freude?
Ach, da gibt es so einiges. Ich bin gern am Meer, inhaliere die Seeluft, schaue zu, wie die Wellen am Strand aufschlagen und sich wieder zurückziehen – das bringt mich auf andere Gedanken, lässt mich Energie tanken.

Oder eben die Gartenarbeit, bei der ich alles um mich herum vergessen kann und mich einfach an den Blumen freue, daran, wie ich den Garten gestaltet habe.

Würden Sie alles wieder so machen, wenn Sie erneut vor der Wahl stünden?

Ja, ich denke schon. Die Arbeit mit den Kunden gibt mir viel an Positivem zurück. Hinzukommt, dass ich so Manches hätte ich gar nicht bewerkstelligen können, wenn ich in einer Festanstellung gewesen wäre.

Ich denke da nur daran, wie ich meine Tochter als Kind zur Orchesterprobe gefahren habe.

Klar, ist man festangestellt, so bekommt man ein dreizehntes Gehalt, hat andere Sicherheiten.

Aber ich bin insgesamt sehr zufrieden mit meinem Leben. Der Beruf ist zu einer wirklichen Berufung für mich geworden, und das macht mich auch ein klein wenig stolz.

Frau Tomaschewski, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Zum Firmenporträt: https://uwemuellererzaehlt.de/2021/07/14/firmenportraet-2021-07-14/

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ALICE MUNRO – SCHREIBEN AM KÜCHENTISCH ÜBER MENSCHEN IM ALLTAG

Zum 90. Geburtstag von Alice Munro

Ich habe seit einigen Jahren ein Ritual entwickelt, mit dem ich den Tag beginne, nachdem ich vom Fitness-Studio zurück bin.

Ich nehme das Buch von Alice Munro „Ferne Verabredungen“ zur Hand.

Dann klebe ich ein weißes Blatt Papier auf einen Pappdeckel, den ich aus einem Ordner auf A4 -Größe zurechtgeschnitten habe.

Ich schlage das Buch auf, suche mir eine Textstelle und schreibe ein paar Sätze daraus ab. Anschließend formuliere ich sie um.

Es ist eine Methode, meine handwerklichen Fertigkeiten im Schreiben zu trainieren.

Und erst dann, wenn ich einen Satz umformulieren will, merke ich wirklich, wie meisterhaft er von Alice Munro formuliert und von Heide Zerning, der Übersetzerin, ins Deutsche gebracht wurde.

Ich verzichte in diesen Momenten ganz bewusst darauf, die Tastatur zur Hand zu nehmen, in den Computer zu starren.

Diese ‚blanke‘, vielleicht auch antiquierte Arbeitsweise, zählt zu dem Besten, was ich so am Tag anstelle.

Bereits im Klappentext steht über Alice Munro, was für mich mit zu einem Leitsatz für diesen Blog geworden ist: „Alice Munro erzählt zugewandt und genau vom Allerschwersten, von dem, was zwischen Menschen passiert, was in ihnen vorgeht.“ (1)

Und diese ‚Meisterin des Alltäglichen‘ ist gerade 90 Jahre alt geworden. Ich habe das in der Berliner Zeitung in der Feuilletonseite entdeckt. (2)

Was mich an dieser Schriftstellerin fasziniert ist, wie unaufgeregt sie über Menschen im Alltag, über das Alltägliche schreibt.

Dass sie inzwischen eine kanadische Literaturnobelpreisträgerin ist, das nötigt mir natürlich Respekt ab.

Was in mir jedoch eine wirkliche Begeisterung hervorruft ist die Tatsache, dass sie mit scheinbarer Leichtigkeit über eher langweilige Dinge des Alltags schreibt.

„Sie (Alice Munro) zeigt, dass ein Schreiben über Windeln, den Besuch in einem Pflegeheim oder Einkäufe von Zahnpasta und Handcremen von bestechender Prägnanz und Aussagekraft sein kann. Besonders ihre späteren Texte bringen die Schilderungen des Unspektakulären, man könnte auch sagen, den genauen Blick auf Menschen als Menschen zur Perfektion.“ (3)

Alice Munro war dabei immer Mutter von vier Töchtern, Hausfrau.

„Sie kochte und putzte, sagte sie in einem Interview mit der Literaturzeitschrift Paris Review, seitdem sie ein Teenager war und ihre Mutter an Parkinson erkrankte: ‚die Uni war also die einzige Zeit in meinem Leben, in der ich keine Hausarbeit verrichten musste.“ (4)

Als ich das gestern beim Frühstück las, da dachte ich bei mir:
‚Worüber jammerst du eigentlich? Du musst so viel tun – Firmenporträts schreiben, freitags zuhause Staubsaugen, ins Fitness-Studio fahren, du kommst eigentlich zu gar nichts, schon gar nicht dazu, kurze Alltagsgeschichten für den Blog zu schreiben.‘

Da kann ich nur verstummen, angesichts des großartigen Schaffens dieser Schriftstellerin, und dass in vielen Jahren am Küchentisch, weil sie kein Arbeitszimmer hatte.

Manchmal, wenn ich meine Enkelin besuche und mit ihr in Berlin auf einen Spielplatz gehe, dann sehe ich Mütter, die auf dem Boden sitzen und reden, Kartoffelsalat ausgepackt haben und jeden, der von außen dazukommt aus einer Mischung von Ablehnung und Neugier betrachten.

Ich nenne sie seit vielen Jahren die ‚Monicas‘.

‚Die Monicas sind wieder da‘, sage ich dann zu Krümel, die sich aber nicht dafür interessiert, sondern für die Rutsche, auf der die Kinder der ‚Monicas‘ heruntersausen.

Inspiriert zu dieser durchaus liebevoll gemeinten Bezeichnung wurde ich durch die Geschichte ‚Jakarta‘:

„Kath und Sonje haben einen eigenen Platz am Strand, hinter großen Baumstämmen.

Den haben sie sich ausgesucht, weil er ihnen Schutz bietet, nicht nur vor dem gelegentlich stark auffrischenden Wind – sie haben Kaths Baby dabei -, sondern auch vor den Blicken einer Gruppe von Frauen, die jeden Tag den Strand bevölkern. Sie nennen diese Frauen die Monicas.

Die Monicas haben zwei oder drei oder vier Kinder pro Nase.
Angeführt werden sie von der richtigen Monica, die über den Strand gelaufen kam und sich vorstellte, sobald sie Kath und Sonje und das Baby entdeckt hatte.

Sie lud sie ein, sich dem Rudel anzuschließen.
Sie folgten ihr und schleppten die Babytasche mit.
Was blieb ihnen anderes übrig?

Aber seitdem verschanzen sie sich hinter den Baumstämmen.

Das Feldlager der Monicas besteht aus Sonnenschirmen, Badelaken, Windeltaschen, Picknickkörben, aufblasbaren Flößen und Walfischen, Spielsachen, Sonnenschutzmitteln, Kleidungsstücken, Sonnenhüten, Thermoflaschen mit Kaffee, Plastikbechern und -tellern und Kühlboxen, die hausgemachte Eislutscher aus Fruchtsaft enthalten.“ (5)

Ich habe in meinem Leben viel studiert, Diplomarbeiten geschrieben, Diplomarbeiten bewertet, Studenten unterrichtet. Das war eine schöne Zeit.

Der beste Teil kommt tatsächlich zum Schluss, nämlich von einer ‚Meisterin des Alltäglichen‘ zu lernen, die kleinen Dinge im Leben zu sehen, sie nicht geringzuschätzen, Menschen nicht in ihren großen Gesten zu bewundern, sondern darin, wie sie den Alltag meistern, wie sie sich zueinander verhalten.

Das Schwierige besteht darin, nicht nur das Banale zu beschreiben, sondern die Beschreibung auch noch banal aussehen zu lassen. Darin bewundere ich die große Schriftstellerin Alice Munro.

(1)
Manuela Reichart, Nachwort für Alice Munro, Ferne Verabredungen, Die schönsten Erzählungen;
aus dem Englischen von Heidi Zerning;
© 2016 S. Fischer Verlag GmbH, Hedderichstr. 114, 60596 Frankfurt am Main
(2)
Berliner Zeitung, Nr. 156, Freitag, 09.Juli 2021, S. 13; Feuilleton
„Meisterin des Alltäglichen“
(3)
Sabine Rohlf, ebenda
(4)
Ebenda
(5)
Alice Munro „Ferne Verabredungen“, Jarkarta, Fischer Verlag GmbH, 2016, S.9

KLARA DENKT AN DAS TELEFONAT MIT SCHWESTER KATHLEEN ZURÜCK

ANNA-2021.06.23

Was bisher war:
Klara und Peter müssen schnell handeln. Schwester Ulrike von der Einrichtung ‚Betreutes Wohnen Sörensen‘ hat Peter angerufen und ihm in Aussicht gestellt, dass Anna ein Zimmer bekommen könnte.
Und trotzdem, Klaras Gedanken wandern zurück zum Telefonat mit Schwester Kathleen von der ambulanten Pflege in Stralsund, die Anna nun schon seit einigen Jahren kennen.

Es waren schon wieder fast drei Wochen vergangen, seitdem Peter Klara angerufen hatte.

„Du sollst dich mal in der Pflegeeinrichtung melden, irgendetwas ist mit Mutti vorgefallen“, sagte er zu Klara.

„Ist gut, aber nicht mehr heute.“

Klara war auf der Arbeit, als Peter sie anrief und sie wollte nicht, dass ihre Kolleginnen alles mitbekamen.
Am nächsten Tag hatte sie Homeoffice und konnte so ihre privaten Angelegenheiten besser organisieren.

Klara versuchte weiterzuarbeiten, aber es gelang ihr nicht. Ihr wollte nicht aus dem Kopf gehen, was die Schwester ihr wohl über ihre Mutter sagen wollte.

„Du glaubst gar nicht, wie aggressiv Mutti teilweise geworden ist“, sagte Klara zu Peter, als sie von Stralsund zurückgekommen war.

„Ich kann das nicht so richtig glauben. Ich kenne deine Mutter stets als eine sehr sensible und fürsorgliche Frau, die eher schwieg, als dass sie ein falsches Wort herausbrachte.“

Doch Peter wusste natürlich auch, dass Anna im Wesen verändert war, die Krankheit sie weiter veränderte.

Sie war ungeduldiger geworden, konnte sich nichts mehr merken und wurde auch mal laut gegenüber Klara. Und das wollte was heißen, denn sie hatte stets auf ihre Tochter gehört.

Klara hielt es nicht mehr aus. Sie wählte die Telefonnummer der ambulanten Pflege in Stralsund.

„Schwester Kathleen am Apparat. Was kann ich für Sie tun?“

„Ich sollte mich heute bei Ihnen melden. Ist denn etwas mit meiner Mutter vorgefallen?“, fragte Klara.

„Nein, nein, um Gottes willen, Frau Gerber. Wir machen uns nur Sorgen darüber, wie es weitergehen soll.“

„Wie meinen Sie das?“

„Naja, Frau Gerber, nachdem sie wieder abgereist waren, da fiel Ihre Mutter regelgerecht in sich zusammen. Sie wollte nicht einmal mehr aufstehen. Sie ließ sich nur unter Aufbietung aller Überredungskünste spritzen.

Es ist, als wäre sie in eine Art Schockstarre verfallen.“
Es herrschte Stille am Telefon. Klara musste erst einmal verarbeiten, was die Schwester ihr gesagt hatte.

„Was sollen wir denn tun?“, fragte Klara. Ihre Stimme klang verzweifelt.

„Frau Gerber, wir müssen uns mittelfristig darauf einstellen, dass wir Ihre Mutti nicht mehr unbeaufsichtigt lassen können.“

„Das heißt, ich sollte mich um einen Heimplatz kümmern, oder?“

„Ja, Frau Gerber, wir werden nicht darum herumkommen.“

„Gut, ich habe bereits Kontakt mit der Einrichtung für ‚Betreutes Wohnen Sörensen‘ aufgenommen, mit einer Schwester Ulrike.“

„Ja, Schwester Ulrike kenne ich gut, da sind Sie in sehr guten Händen“, reagierte Schwester Kathleen munter.

„Ja, den Eindruck hatte ich ebenfalls bei unserem Gespräch. Aber Schwester Ulrike hat meine Erwartungen gedämpft, denn es sind zur Zeit keine Zimmer frei“, sagte Klara.

„Aber wir sind jetzt in der Dringlichkeitsstufe ganz oben“, schob sie noch nach.

„Das ist doch wunderbar!“, sagte Schwester Kathleen fröhlich.

„Wichtig ist, dass wir den Prozess anschieben“, sprach sie weiter.

„Ja, den Prozess anschieben“. Klara atmete schwer und seufzte.

„Schwester Kathleen, ich melde mich, wenn wir etwas in Aussicht haben“, beschloss Klara das Gespräch.

Drei Wochen später. Schwester Ulrike hatte Peter die Kontaktdaten von der Firma „Am Boddenbauen“ gegeben. Ein Olaf Knaspe sollte für die Vermietung der Zimmer zuständig sein.

Klara versuchte Olaf Knaspe zu erreichen. Es dauerte eine Weile, bis er ans Telefon ging.

„Ja bitte“, sagte eine Stimme lustlos ins Telefon.
‚Na das geht ja gut los‘, schoss es Klara durch den Kopf.

Aber sie musste sich zusammenreißen. Es ging um die Betreuung Ihrer Mutter.
„Schönen guten Tag, mein Name ist Gerber und ich rufe an, weil wir von Schwester Ulrike informiert wurden, dass ein Zimmer im ‚Betreuten Wohnen‘ frei geworden ist.

„Hm“, brummte an der anderen Seite Olaf Knaspe.

„Sind Sie noch dran und sind Sie der richtige Ansprechpartner, wenn es um die Vermietung geht?“. Klara hatte in den Angriffsmodus umgeschaltet. Sie wollte sich nicht abwimmeln lassen.

Mehr lesen: https://uwemuellererzaehlt.de/anna-ist-dement/

STEFANIE CLAASEN – SYMPATHISCH, KOMPETENT, LOCKER

MENSCHEN IM ALLTAG-2021.06.16

Es war eher ein Zufall, dass ich heute auf Stefanie Claasen traf.
Sie half gerade in einer Arztpraxis aus, während ich dort zum Blutabnehmen war.

Dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen.

„Sie sind eine der Geschäftsführerinnen von AscuVita und Geschäftspartnerin von Schwester Ines“, sagte ich zu ihr.

Sie schmunzelte und nickte.

Es sind jetzt schon wieder zwei Jahre vergangen, wo ich Schwester Ines interviewt habe.

Nun lernte ich auch noch Schwester Stefanie kennen.

Mein Eindruck: sehr sympathisch, sehr kompetent und dabei locker drauf.

Es machte Spaß, mit ihr Small Talk zu führen.

Ich habe schon immer viel von Schwester Ines gehalten.
Und nun habe ich ihre Geschäftspartnerin kennengelernt, ein wenig jedenfalls.

Was bleibt?
Ein guter Eindruck, ein gutes Gefühl – die Menschen, die bei ihnen um Hilfe und Unterstützung nachsuchen, die werden nicht enttäuscht.
Da bin ich mir sicher.

Interview mit Schwester Ines lesen:  https://uwemuellererzaehlt.de/2019/01/18/schwester-ines/

MOBILE – PC-HILFE – SANDRO SCHULZ- INHABER

FIRMENPORTRÄT-2021.06.10

EINFÜHRUNG
Sandro Schulz macht am Telefon auf mich den Eindruck eines humorvollen und offenen Gesprächspartners.

Was an ihm aber besonders beeindruckt, das ist seine Fachkompetenz, rund um den Computer.
Sie kommt nicht von ungefähr. 

Nein, er hat den Beruf des Elektrikers von der Pike auf gelernt und sich später zum Fachinformatiker weiterentwickelt. 

Es macht Spaß, Sandro Schulz zuzuhören. Seine Begeisterung für alles, was mit der Computertechnik zu tun hat, die steckt an. 
Seine Fähigkeit, sich schnell in komplizierte technische Vorgänge hineinzudenken, sind eines seiner herausragenden Eigenschaften. 

Für seine Kunden jedoch sticht eine weitere Gabe besonders hervor: komplexe Fragen der Bedienung und Nutzung eines Computers und anderer technischer Geräte mit einfachen, verständlichen Worten zu erklären. 

Sandro Schulz hilft seinen Kunden schnell, ist flexibel, wenn sie Unterstützung benötigen.
Würde ich ihn anrufen, wenn ich am Computer oder mit dem iPad Schwierigkeiten hätte? Ich denke schon.

Warum man zu dieser Erkenntnis gelangt, das zeigt am besten sein Weg – vom Elektriker hin zum gefragten Fachinformatiker.
DER BERUFLICHE WERDEGANG VON SANDRO SCHULZ

Sandro Schulz besuchte in Bernau die Zehnklassige Polytechnische Oberschule und begann 1988 eine Ausbildung zum Elektriker.
Er lernte im VEB Fahrzeugausrüstung (Faga) Berlin, Werkteil Bernau.

„Das war ein großes Werk, in dem Zugtechnik hergestellt wurde. Dort wurden vor allem Schaltschränke gebaut, die der Steuerung der Waggons dienten – im Bereich Lüftung, Heizung, Klima“, erinnert sich Sandro Schulz zurück.

Die theoretischen Ausbildungsthemen wurden in Klosterfelde vermittelt.

Man merkt ihm an, dass er noch heute stolz darauf ist, was er für eine solide Ausbildung als Werkzeugmacher und als Elektriker erhalten hat.

„Wir mussten lernen zu bohren, zu schleifen und zu fräsen. Außerdem erwarben wir die Fähigkeiten, mit Kabelleitungen, Relais und Steuerungen umzugehen- im Grunde genommen alles, was mit Elektrotechnik zu tun hatte, wo Strom durchfloss.“

Sandro Schulz beendete seine Ausbildung 1990, in der Wendezeit.
„Ich habe noch zu DDR-Zeiten den Führerschein für LKW gemacht, für 260 DDR-Mark“, sagt er im Gespräch.
Er hat noch vier Jahre weiter im Betrieb gearbeitet und wurde 1994 entlassen.

Anschließend hat er in einer weiteren Firma gearbeitet, in Berlin im Wohnungsbau.
„Wir haben Wohnungen saniert, also elektrotechnisch alles ausgewechselt.

Für ihn war das eine spannende und zugleich ungewöhnliche Zeit.
„Ich erinnere mich, wie ich in einer der Wohnungen neue Kabel verlegte.

Ich krabbelte auf dem Fußboden herum, während neben mir ein kleines Kind vor dem Fernseher saß. Das war für mich schon ungewöhnlich und erforderte von mir sehr viel Aufmerksamkeit und Konzentration.“

Sandro Schulz lernte das Fach der Elektrotechnik immer besser kennen, vertiefte in verschiedenen Bereichen seine Kenntnisse, praktisch und theoretisch – in der Bahntechnik, in der Heizungstechnik und im Wohnungsbau.

Es war die Zeit, in der er herausfand, dass ihm die Arbeit als Elektriker viel Spaß machte, es für ihn ein schöner Beruf war.
Doch all das bewahrte ihn nicht davor, dass er erneut seine Arbeit verlor.

„Es war die Zeit, in der sich die Elektrofirmen im Preisdumping gegenseitig überboten und dadurch kaputtgingen.“

Er nahm die erneute Arbeitslosigkeit für sich zum Anlass, gründlicher darüber nachzudenken, welchen Weg er künftig einschlagen sollte.

DAS TRAUMZIEL FACHINFORMATIKER

Sandro Schulz machte zunächst noch einen Weiterbildungskurs mit – einen Anpassungskurs.

„Die Standards der Ausbildung im Osten wurden hier an die Bedingungen im Westen angepasst, sodass ich sozusagen danach ein ‚Westelektriker‘ war.

Aber das alles reichte ihm nicht.
„Ich wollte eine größere Beständigkeit in mein Berufsleben bringen.

Das Arbeitsamt bot mir an, mich zum Fachinformatiker ausbilden zu lassen. Ich war begeistert davon, denn ich konnte auf diese Weise nicht nur eine komplette Ausbildung neu machen, sondern das Amt übernahm ja hierfür auch die gesamten Kosten.“

Die Ausbildung zum Fachinformatiker war jedoch alles andere als ein Spaziergang.

„Es gab zunächst einen dreimonatigen Eignungstest und daran schloss sich eine Aufnahmeprüfung an. Rund die Hälfte der Bewerber bestand diese Prozedur nicht.“

Insgesamt zweieinhalb Jahre dauerte die Ausbildung zum Fachinformatiker.

Sie fand in Albertshof statt, einem anliegenden Dorf von Bernau.
Er bestand die Ausbildung zum Fachinformatiker mit guten Ergebnissen.

„Mir wurde von den Prüfern bescheinigt, dass ich den Kunden sehr gut erklären konnte, warum etwas nicht funktionierte oder wie sie zum Beispiel einen Computer bedienen müssten.“

Er sagt weiter: „Wir mussten uns alle einen Praktikumsplatz suchen und so habe ich mich beim Kabelfernsehen Bernau beworben.

Ich kannte Herrn Winkler von der Firma ‚Wikom‘ persönlich, der sich zu der Zeit schon sehr für die Internettechnik interessierte.

Er bot damals schon E-Mails und Web-Sites an.“
Sandro Schulz stieg genau dort ein – er programmierte die Web-Site für einen online-shop.

Die Idee dazu beruhte auf der von eBay.
Ihm gefiel diese Art der Tätigkeit und er blieb deshalb nach der Ausbildung zunächst in der Firma.

„Ich hatte mich zwar bei einigen Firmen in Berlin beworben, doch die Zeiten waren schlecht, es wurden ja kaum Leute eingestellt. Also arbeitete ich bei ‚Wikom‘ weiter, diesmal allerdings gegen Bezahlung.“

Sandro Schulz arbeitete im Auftrag des Firmenchefs im Außendienst weiter.

„Die Firma hatte ja über 8000 Kunden. Wenn ein Problem auftrat, dann bin ich dort hingefahren und habe ihnen geholfen, diese Probleme zu lösen.

DER SCHRITT IN DIE SELBSTSTÄNDIGKEIT

Jeder, der sich dazu entschließt, sich selbstständig zu machen, der weiß, mit wie viel Mut, Engagement und auch Ängsten das verbunden ist.

Und dennoch: Sandro Schulz war mutig und wagte diesen Schritt im April 2004.

„Seitdem bin ich selbstständiger Fachinformatiker, hauptsächlich für den Umkreis Barnim, Berlin.
Der weiteste Kunde sitzt in München, der nächste ist ein Gartentor weiter.“

Im Verlaufe der Firmengründung hat Sandro Schulz noch an einem Existenzgründerlehrgang teilgenommen.

Da wurde ihm auch klar, dass in seinem Firmennamen das Wort ‚Mobile‘ vorkommen musste.

‚Mobile‘ deute darauf hin, dass die Firma zum Kunden nach Hause kommt.

„Die Kunden rufen an, dann kann ich mitunter aus der Ferne zu helfen. Oder ich fahre zu ihnen nach Hause, bzw. der Kunde kommt zu mir.

Das kann sich der Kunde im Prinzip aussuchen, ob ich zu ihm komme, ob ich aus der Ferne helfe, oder aber ob er zu mir nach Hause kommt.“

Sandro Schulz erklärt weiter, wie er die Kundenbetreuung managt:
„Ich habe zum Beispiel eine Lehrerin, die aus Königs-Wusterhausen kommt.

Sie nimmt die Entfernung von rund 20 km auf sich und kommt zu mir, um sich beraten und helfen zu lassen. Eine weitere Kundin von mir sitzt in München.

Da war ich noch nie.
Ich habe ihr trotzdem schon sehr oft helfen können.“

WAS SANDRO SCHULZ IN DER ARBEIT FÜR SEINE KUNDEN WICHTIG IST

„Mein Hauptaugenmerk lege ich darauf, Menschen am Computer zu helfen. Und meine Frage, die ich stelle, lautet: ‚Was haben Sie für einen Wunsch? Ich habe viele Stammkunden.

Sie schreiben auf ihren Zettelchen die ganzen Fragen und Wünsche rauf. Und wenn die merken, dass der Zettel voll ist, dann rufen sie mich an. Dann gehe ich das mit ihnen alles durch.“

Und weiter sagt er: „Bis vor zehn Jahren war es die Virensuche, die meine Kundinnen und Kunden umtrieb. Jetzt wollen sie vor allem wissen, wie ein Computer funktioniert, wie sie die Technik für sich optimal im Alltag nutzen können.“

Hier kommt eine Stärke von ihm besonders zum Tragen: die Fähigkeit, technische Vorgänge, möglichst strukturiert, verpackt in einfachen und nachvollziehbaren Formulierungen zu erklären.

„Manchmal bin ich auch so was wie ein Seelsorger.

Nämlich dann, wenn Kunden in Panik geraten sind, weil sie etwas im Fernsehen über Computer und deren Handhabung mitbekommen haben, was aber in der Realität meiner Kundinnen und Kunden dann doch noch spezifischer zu betrachten ist.“

„Die Prüfer haben mir während meiner Ausbildung erklärt, dass ich der beste war, der etwas erklären konnte. In diesem mündlichen Bereich war ich sehr gut.“

Sandro Schulz kann unendlich viele Beispiele anführen, wie vielfältig seine Beratungstätigkeit ist.

Mal hat ein Kunde nicht erkannt, dass er lediglich die Batterien in der Maus zu seinem Computer wechseln muss, damit wieder alles läuft oder er musste den Senderdurchlauf für einen neugekauften Fernsehapparat bei einem Kunden durchführen.

COMPUTER – VON SANDRO SCHULZ PRODUZIERT – KOMPLETT

„Viele Kunden kaufen bei mir einen Computer. Gar nicht wegen des Computers, sondern wegen der Betreuung danach. Sie haben ja in mir immer den gleichen Ansprechpartner.“

Das Besondere daran ist, dass Sandro Schulz seine Computer selbst baut.

„Ich kaufe nie Computer. Die werden bei mir per Hand zusammengebaut. Komplett.

Ich möchte der Einzige in Barnim sein, der noch von der Pike auf die Computer herstellt. Wie ein Bäcker, der keine Zusätze in sein Mehl hineinmacht.

Ich baue im Jahr zwischen zehn und fünfzehn Computern. In Barnim stehen bereits über dreihundert Computer von mir rum.“

„Ich habe mir den Beruf des Informatikers wirklich ausgesucht, weil ich als Elektriker schon mit Steuerungen zu tun hatte und ebenfalls schon sehr viel mit Computern.

Aber ich habe gemerkt: ohne die Ausbildung habe ich mir die eigenen Computer mehr kaputtgespielt. Da habe ich so viel herumgefummelt, bis nachher gar nichts mehr ging.

Nachdem ich aber die Fachkompetenz hatte, da ging nicht nur mehr etwas kaputt, sondern ich konnte es auch noch reparieren.“
Jetzt besaß er auch die Kompetenz zu verstehen, wie ein Computer funktioniert.

Er merkte schnell, dass es das war, was er eigentlich in seinem Leben tun wollte.

Sandro Schulz hatte ja auch noch die Wahl, als Programmierer zu arbeiten.

Doch das wollte er nicht, stundenlang vor einem Rechner sitzen. Ihm lag die Kommunikation mit den Kundinnen und Kunden mehr.

SANDRO SCHULZ MAG DAS KOMPLIZIERTE, DIE HERAUSFORDERUNG

„Ich liebe meinen Beruf, weil ich jeden Tag ein neues Problem lösen muss. Ich mag es nicht, wenn sich ein Problem wiederholt. Ich finde meinen Beruf toll, weil jede Kundin, jeder Kunde ein anderes Problem hat.“

Sandro Schulz fand es großartig, dass er in seinem Beruf immer wieder gefordert wurde.
„In meinem Elektrikerberuf habe ich irgendwann gemerkt: Ich weiß alles, ich kann alles.

Aber es ging nicht weiter. In der Informatik merke ich, dass ich immer wieder etwas dazulernen kann.“

Warum er das Schwierige, das Komplizierte mag, begründet er so:

„Ich bin so ein Mensch, der es lieber ein wenig kompliziert mag. Wenn Freunde zu mir nach Hause kommen, dann sagen die: Man, mach‘ doch da mal einen Lichtschalter hin. Nein, Lichtschalter find‘ ich langweilig.

Ich mag es, wenn die Technik kompliziert ist. Andere wollen genau das Gegenteil. Ich suche die Herausforderung.

Wenn jemand zu mir kommt und ich muss tüfteln, das gefällt mir. Immer die gleiche Arbeit, das mag ich nicht.

Deswegen habe ich gemerkt, dass ich als Fachinformatiker mich mehr um die Veränderungen und den damit verbundenen Herausforderungen kümmern kann.

Die Kunden sagen oft: ‚Wie können Sie das denn alles begreifen?‘
Ich sehe in der Woche vielleicht 100 Computer und der Kunde sieht einen Computer in fünf Jahren. Ich mag die Veränderung und das Komplizierte.“

DER MARKENKERN VON MOBILE-PC-HILFE

Auf die Frage, was Sandro Schulz und seine Firma vom Markenkern her kennzeichnet, sagt er: „Ich bin der Computermensch, der den Menschen hilft. Ich bin jemand, der schnell da ist.

Mein Steckenpferd ist es, den Kunden möglichst zügig zu helfen. Zum Beispiel hatte ich heute eine Kundin, die hatte einen Laptop mit Totalschaden. Sie hat aber kein Geld für einen neuen Laptop.

Da habe ich erst einmal ein gebrauchtes Gerät hingestellt. Ich gebe also der Frau, die kein Geld für einen neuen Computer besitzt, die Möglichkeit, drei Monate mit meinem Laptop zu überbrücken. Sie kann ihn anschließend – wenn sie es möchte, sogar für wenig Geld übernehmen.“

Sandro Schulz führt weiter aus:
„Die Leute wollen in der heutigen Zeit, dass Ihnen schnell geholfen wird.

Ich versuche dem Kunden immer ein positives Ergebnis zu geben. Er soll merken, dass dabei etwas Positives herausgekommen ist, ein positives Ergebnis.

Ich kann das vielleicht nicht sofort mit dem gleichen Gerät erzeugen, dieses positive Ergebnis. Manchmal muss ich das Problem auch umschiffen, weil ich selbst die Nadel im Heuhaufen suchen muss.

Aber die Grundeinstellung bleibt: ein positives Ergebnis beim Kunden erzeugen! Schnell und positiv.“

TESLA – EINE WEITERE LEIDENSCHAFT VON SANDRO SCHULZ

„Warum beraten Sie Kunden beim Tesla-Kauf?“, habe ich Sandro Schulz zum Schluss gefragt: Ich bin ein Öko-Mensch. Ich liebe nicht Tesla, sondern das elektrische Fahren.

Ich liebe es, dass ich Strom für mein Auto selber herstellen kann. Für Benzin muss ich immer echtes Geld an der Tanksäule abgeben.“
Sandro Schulz gerät ins Schwärmen: „Tesla bietet eine Reihe von Vorteilen.

Zum Beispiel muss der Kunde nicht wie bei anderen E-Auto einmal im Jahr zur Kontrolle in die Werkstatt. Die einzige Firma, die gesagt hat, dass das E-Auto wartungsfrei ist, das war die Firma Tesla.

Es muss einfach sein. Ich möchte einfach, dass das Auto funktioniert. Hinzukommen zahlreiche Vergünstigungen durch den Staat – die Bundesregierung schenkt mir 6000 Euro; das E-Auto hat keine KFZ-Steuer, keine jährlichen Durchsichten, vier Jahre Garantie.

Die Werkstatt kommt bei einem Problem am Tesla zu mir nach Hause. Tesla macht Updates in 25 Minuten für das gesamte Auto. Der Bordcomputer ist redundant aufgebaut – doppelt verbaut.“

Die Begeisterung von Sandro Schulz für das Neue, das Unentdeckte, die Herausforderung – das steckt an.

 

LEISTUNGEN
MOBILE – PC-HILFE
Seit 2004
Markenkern von Inhaber Sandro Schulz:


Alles, was sich um den Computer dreht – sämtliche Problemstellungen und Fragen – sie werden von Sandro Schulz schnell, flexibel und in guter Kommunikation mit dem Kunden besprochen und gelöst bzw. beantwortet.

Des Weiteren: Optimale Serviceleistungen auf der Grundlage eines großen praktischen Erfahrungsschatzes im Computerbereich, geknüpft an exzellente Fachkenntnisse.

„Ich besitze sehr gute theoretische und praktische Kenntnisse als ausgebildeter Fachinformatiker und Elektriker.“ (Sandro Schulz)

Spezifische Fachkenntnisse und Erfahrungen in den Bereichen
– des Datenschutzes, der Programmierung, der Konfiguration, der Bildbearbeitung, der Telekommunikation, Montage und Installation (zitiert nach Angaben der Homepage)

Der Nutzen für die Kundinnen und Kunden auf den Punkt gebracht:

– Sandro Schulz erscheint zeitnah nach einem Anruf der Kunden vor Ort;

– die Kosten minimieren sich dadurch erheblich;

– die Reparaturen werden auf der Grundlage fundierten Wissens und praktischer Kenntnisse bei Reparaturen, Updates und Installationen ausgeführt;

– nur ein kompetenter Ansprechpartner im gesamten Prozess der Dienstleistung;

– Datenschutz und die Privatsphäre werden gewährleistet.
Mehr und detaillierter lesen: http://www.mobilepchilfeschulz.de

 

KONTAKT
MOBILE-PC-HILFE-SCHULZ, IHR FACHINFORMATIKER
Montag bis Samstag von 09.00-21.00 Uhr
Telefon: 03338-45 96 19
Handy: 0174-78 53 252
www.MobilePCHilfeSchulz.de
E-Mail: info@mobilePCHilfeSchulz.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

BESTATTUNGSHAUS JÖRG DÜRING

JÖRG DÜRING – EIN MENSCH MIT VIEL EMPATHIE
Jörg Düring macht es dir leicht, mit ihm ins Gespräch zu kommen.

Er ist der Inhaber eines Bestattungshauses. Hand aufs Herz: Wer denkt da nicht an viel Leid, Trauer, Ängste und auch an seinen eigenen Tod?
Das schafft emotionale Distanz, auf den ersten Blick jedenfalls.

Wenn du aber mit ihm sprichst, so merkst du, dass du dich mit einem Vorurteil umgeben hast, die dem Menschen Jörg Düring und seinem Unternehmen nicht gerecht werden. Im Gegenteil!

Lernst du Jörg Düring näher kennen, dann möchtest du noch mehr von ihm wissen, ja du erfährst, was für ein guter Gesprächspartner er ist.

Und genau diesen Menschen würde ich an meiner Seite haben wollen, wenn ich auf Hilfe angewiesen wäre, in schwierigen Situationen, da wo du möglichst eine solide Vertrauensbasis brauchst.
Das ist die Geschichte von Jörg Düring.

AUDIO: https://uwemuellererzaehlt.de/2021/06/12/audio-2021-06-12/

DAS MOTIV, EIN BESTATTUNGSUNTERNEHMEN ZU GRÜNDEN
„Die Idee ist aus einer schrecklichen Situation heraus entstanden, in die unsere Familie gestürzt wurde.

Ich war gerade einmal elf Jahre alt, als mein Bruder mit einem Motorrad tödlich verunglückte.

Und in diesem für uns alle unfassbaren und furchtbaren Moment mussten wir uns dennoch um einen würdigen Abschied kümmern – für den geliebten Sohn, Enkel und Bruder“, erinnert sich Jörg Düring, als wäre es erst gestern gewesen.

Doch genau diese Erwartung, dem Verstorbenen das zu geben, was möglich war, nämlich eine würdige Bestattung – sie wurde nicht erfüllt.

„Mir hat damals nicht gefallen, dass der Bestatter diese Anteilnahme nicht wirklich verinnerlicht hatte, sie nur vorgab, und das auch noch schlecht. Das hat sich mir im Gedächtnis und im Herzen tief eingegraben.“

„Kurz um, ich fühlte bereits damals, dass der Umgang mit dem Verstorbenen und den Hinterbliebenen gleichermaßen ein sehr oberflächlicher, ja gleichgültiger war.“
Jörg Düring macht am Telefon eine Pause, bevor er weiterspricht:

„Natürlich hatte ich zu der Zeit nicht daran gedacht, Bestatter zu werden. Aber der Keim eines Motives, in diese Richtung zu gehen, der war bereits in mir zu dem Zeitpunkt eingepflanzt worden, nämlich: den Verstorbenen auf ihrem letzten Weg die Ehrerbietung zu erweisen, die ihnen zukam.

Und: Den Trauernden ehrlich beiseitezustehen, ihnen zu helfen, das Nötige in dieser für alle nicht leichten Situation zu tun.“

JÖRG DÜRING GEHT SEINEN WEG
Jörg Düring hat die Erinnerung an den Tod seines Bruders, an den Verlust weiterer Familienangehöriger geprägt.

„Mir kam es trotzdem nicht in den Sinn, Bestatter zu werden. Das war ein langer Erkenntnisweg, gepflastert mit Erfolgen und Niederlagen“, sagt er in diesem Zusammenhang.

Er besuchte 1972 die Zehnklassige Polytechnische Oberschule in Bernau. Im Anschluss absolvierte er eine Berufsausbildung zum Werkzeugmaschinenbauer mit Abitur.

Er hatte danach eine gute Anstellung in dem Betrieb, in dem er auch gelernt hatte – im Werkzeugmaschinenkombinat ‚7. Oktober‘ in Berlin.

Aber dann kam die Wende und Jörg Düring erging es wie vielen Menschen aus dem Osten, er wurde arbeitslos.

„Das war einerseits natürlich bitter, doch ich war jung und wollte mein Schicksal in die eigenen Hände nehmen“, erinnerte sich Jörg Düring zurück.

Voller Elan und Ideen machte er sich als Getränkehändler selbstständig.

Schnell musste er erfahren, wie sich der Markt drehen konnte.
„Nachdem ich in der Branche meine Erfahrungen gemacht habe, wurde ich angestellter Geschäftsführer in einem Vertrieb für einen großen Autohändler.

Der damalige Eigentümer, zugereist aus den alten Bundesländern, ließ den Betrieb faktisch ausbluten“, sagte Jörg Düring, ohne dass man ihm anmerkte, wie bitter diese Erfahrung für ihn gewesen sein musste.

1994 wurde er arbeitslos.
„Ich hatte zum Glück bereits einige Erfahrungen im Verkauf von PKW sammeln können und so entschloss ich mich, als Verkäufer im Opel-Haus in Bernau zu arbeiten, nachdem ich dort angenommen wurde.

Für mich war das im Grunde der Beginn eines sehr erfolgreichen und auch befriedigenden Abschnitts in meiner beruflichen Entwicklung, denn ich habe mich in dem Team wohlgefühlt.“
Jörg Düring war dort insgesamt 14 Jahre tätig, von 1994 bis 2008.

ERSTE BERÜHRUNGSPUNKTE MIT DER BESTATTUNGSBRANCHE
„Ich lernte als Autoverkäufer einen Kunden kennen, der als Trauerredner in einem Bestattungshaus festangestellt war.

Dieser Kunden erzählte mir häufig, wie unzufrieden er mit seinem Arbeitgeber sei.

Ich war so ein bisschen der ‚Blitzableiter‘ für seinen Unmut, den er gegenüber seinem Arbeitgeber angesammelt hatte.“

Jörg Düring empfahl seinem Kunden deshalb, sein Schicksal doch in die eigenen Hände zu nehmen und selbst ein Bestattungsunternehmen zu gründen.

Darauf bekam er von ihm allerdings keine Antwort.
Erst später kam der Kunde erneut auf ihn zu.

„Herr Düring, Sie sollten ein Bestattungsunternehmen aufbauen“, sagte der zu ihm.

Jörg Düring war von dem Vorschlag anfangs gar nicht begeistert, ja er sträubte sich zunächst sehr gegen dieses Ansinnen.

„Wir hatten gerade ein Haus gebaut. Hinzukam, dass wir nicht über den notwendigen Kapitalstock verfügten, um ein solides Unternehmen aufzubauen.

Schließlich hat sich Jörg Düring doch mit dem Trauerredner getroffen, der allerdings zu dem Zeitpunkt schon sehr krank war, ohne dass Jörg Düring etwas davon wusste.

DU MUSST MIT BEIDEN BEINEN VOM STEG AUS INS BOOT STEIGEN, WENN DU DEINE TRÄUME VERWIRKLICHEN WILLST
„Den entscheidenden Anstoß dafür, dass ich es letztlich riskierte, in die Selbstständigkeit zu gehen, ein Unternehmen faktisch aus dem Nichts heraus aufzubauen, der kam von meiner Frau.

Sie machte mir Mut, stärkte mich darin einen Weg zu wählen, in dem ich selbst über mein berufliches Schicksal entscheiden konnte. Und so wagte ich eben den Schritt und nahm die nötigen Kredite dafür auf.“

Jörg Düring erinnert sich aber auch, dass es nicht nur Ängste gab.
„Nein, es kamen natürlich die Ideen und Motive wieder zum Vorschein, mit denen ich mich schon lange beschäftigt hatte.

Ich konnte nun eigene Vorstellungen verwirklichen, und ich konnte als Bestatter meinen selbstbestimmten Weg gehen.“

Jörg Düring wollte seinen Kunden gegenüber bescheiden auftreten, empathisch sein, sie einfach durch eine schwierige Zeit begleiten.

„Du kannst in der Bestattungsbranche wenig Werbung machen. Wenn die Leute zufrieden sind, dann freust du dich natürlich über ein ehrlich gemeintes Dankeschön.

Aber es ‚schweigt sich wohl eher herum, wenn du einen guten ‚Job‘ gemacht hast.“

Jörg Dürings Ehefrau steht selbst mit beiden Beinen im Leben, ist Kinderkrankenschwester und seine wichtigste Stütze, wenn es um die Lösung von Problemen gibt.

„Du kannst nicht erfolgreich sein, wenn du nicht jemanden hast, auf den du bauen kannst, und zwar zu jeder Zeit.

Insofern ist meine Frau hier ein ganz wichtiger Faktor, auch wenn sie selbst nicht unmittelbar mit im Unternehmen arbeitet.“

Sie war es auch, die ihm riet, nach einer Zeit des Hin- und Herpendelns zwischen Autohaus und dem neu aufgebauten Bestattungsunternehmen sich voll auf die neue Tätigkeit zu konzentrieren.

„Mach‘ es richtig oder gar nicht“, sagte sie ihm, nachdem er im Juli 2001 das Unternehmen gegründet hatte und dann ab 2008 voll einstieg.

DAS TEAM UM JÖRG DÜRING – GARANT FÜR SEINEN ERFOLG UND SEINE BODENHAFTUNG
Man merkt Jörg Düring an, dass er stolz auf sein kleines Team ist, das ihm täglich zur Seite steht.

Seine Mitarbeiterin Nancy Marzi habe ich am Telefon selbst erlebt.
Sie ist freundlich, nicht überschwänglich, aber sie entwickelt ein gutes Gespür für das Anliegen des Anrufers.

Da hat Jörg Düring Glück gehabt, denn sie ist als haupt-beschäftigte Bürokraft das Entree für das Unternehmen.

„Wir werden noch von zwei sehr engagierten älteren Herren unterstützt und verfügen ebenso über eine Mitarbeiterin, die mit viel Liebe rund herum um die Floristik da ist, im ‚Blumenkeller‘.

Es werden nicht nur Gestecke für die Trauernden gefertigt, sondern auch für fröhlichere Anlässe.

Auf meine Frage, was ihn als Bestattungsunternehmer ausmacht, antwortete Jörg Düring:

„Ich bin von hier, aus Bernau. Und ich bin für die Bernauer da und für die aus der Umgebung von Bernau. Kurzum: Ich bin regional ansprechbar.

Ich will eine zuverlässige und ehrliche Arbeit abliefern. Daran soll man mich messen.

Und: Ich liebe es, wenn die Bernauer mich grüßen und ich grüße gern auch die, die ich kenne. Das macht mein Leben aus und es ist mir wichtig, dass die Leute sich auf mich verlassen können.“

Das Unternehmen feiert am 01. Juli 2021 sein zwanzigjähriges Bestehen.

LEISTUNGEN:


- Zum Beispiel Individuelle kompetente Beratung (auch Hausbesuche)
- Erd,- Feuer-, See- und Waldbestattungen
- Erledigung aller Formalitäten

Jörg Düring ist Mitglied der Bestatter-Innung Berlin-Brandenburg.

Seit zehn Jahren kümmert sich die Floristikwerkstatt „Blumenkeller“ um Blumenschmuck und Gebinde. Übrigens nicht nur für Trauerfälle, sondern auch für andere Anlässe.

„Wir bestatten auf allen Friedhöfen in und um Bernau, Wandlitz, Biesenthal, Panketal und Umgebung.“ (Jörg Düring)

Des Weiteren: Es gibt eine Zusammenarbeit mit der Seebestattung Rügen/Sassnitz und Partnerschaften mit Friedwald und Ruheforst.

Mehr: https://www.bestattungshaus-bernau.de/

KONTAKT:
BESTATTUNGSHAUS DÜRING
…an Ihrer Seite
TAG & NACHT
Telefon: 03338-70 59 10
Klementstr. 5
16321 Bernau

GRÜNBÄR-NATURKOSTLADEN AUS BERNAU

„Ökologisch-nachhaltig-regional“, so fasst die Inhaberin Saskia Nöring in knappen Worten ihre Philosophie für ihren Naturkostenladen zusammen.

„Bio für Bernau“ – das bringt es zudem auf den Punkt, woran Saskia Nöring mit wachsendem Erfolg arbeitet, seit sie den Laden am 06. Januar 2020 übernommen hat.

Lernt man die Inhaberin näher kennen, so wird klar, dass sie eigentlich schon ihr ganzes jungen Leben darauf hingearbeitet hat, was die Kunden heute in Bernau in der Berliner Straße 52 vorfinden: einen mit viel Leidenschaft, fachlichem Know-how und Herzblut ausgestatteten Naturkostladen.

„Mein Traum war es schon immer, einen eigenen Naturkostladen zu haben, und zwar von Kindesbeinen an“, sagt sie mir während eines knappen Telefoninterviews.

Saskia Nöring träumte nicht nur. Nein, sie ließ auch Taten folgen.

Sie studierte von 2016 bis 2019 in Eberswalde an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in der Fachrichtung „Ökolandbau und Vermarktung“ (Bachelor).

„Ich hatte mich mit diesem Studium für eine Richtung entschieden, die mir das Fachwissen und die Kenntnisse an die Hand geben sollten, wirksam etwas im Kampf gegen den Klimawandel zu tun“, sagte sie mir im Gespräch.

Aber nicht nur das. Sie wollte die Vermarktung von Lebensmitteln nach Kräften mitunterstützen, die unter ökologischen Bedingungen produziert wurden.

DAS ANGEBOT
Das Grundsortiment des Naturkostladens beinhaltet Obst, Gemüse, eine reichhaltige und abwechslungsreiche Käsetheke, Feinkost und vegane Produkte.

Die frischen Fleischwaren liefern Kooperationspartner, wie der Jahnsfelder Landhof oder das Gut Kerkow (Uckermark).

Die Bio-Gärtnerei in Lobetal (Hoffnungstaler Werkstätten) versorgt den Naturkostladen in Bernau mit saisonalem Gemüse. Aus Lobetal werden ebenfalls Milchprodukte, zum Beispiel Joghurt, saure Sahne oder Quark geliefert.

„Wir sind zudem sehr stolz darauf, unseren Kundinnen und Kunden eine vielfältige Auswahl an handwerklich gefertigten Bio-Broten von unseren regionalen Lieferbäckereien anbieten zu können – hergestellt aus verschiedenen Getreidesorten, oft mit traditionellem Natursauerteig. Da ist für jeden etwas dabei“, so Saskia Nöring.

MEHR ERFAHREN: http://www.gruenbaer-naturkost.com

DIE UNTERNEHMERIN
Saskia Nöring ist eine junge Ladeninhaberin.

„Wir sind knapp anderthalb Jahre mit unserem kleinen Team dabei, den Ansprüchen unserer Kundinnen und Kunden an ökologisch hochwertige Lebensmittel zu entsprechen.“

Wenn Saskia Nöring das sagt, so wirkt es nicht übertrieben oder gekünstelt.

Sie ist bescheiden und spricht ganz offensichtlich nicht so gern über sich selbst.

Man spürt dennoch ihr Herz, verbunden mit der nötigen Leidenschaft, das für ihren Naturkostladen schlägt.

Sie ist eine Brandenburgerin, die nicht nur über den Klimawandel und seine Folgen reden will, sondern ihre Kundinnen und Kunden tagtäglich mit gesunden und unter ökologisch Gesichtspunkten produzierten Lebensmitteln versorgen möchte.

Die Kundinnen und Kunden im Laden, oft schon mehrheitlich Stammkunden, kommen gern hierher – in die Berliner Straße 52, in unmittelbarer Nähe des Eingangs zum Stadtpark.

Es geht ruhig und nicht hektisch zu, man kann auch mal an der Kasse ein persönliches Wort wechseln oder einfach nur einkaufen, in einer sehr entspannten Atmosphäre.

Bernau ist reicher geworden, was das Einkaufen von gesunden Lebensmitteln anbetrifft, und: was die Lebensqualität aus ganzheitlicher Sicht angeht.

KONTAKT:
GRÜNBÄR NATURKOST
SASKIA NÖRING
Berliner Str. 52
16 321 Bernau
Telefon: 03338 – 45 9 648
E-Mail: gruenbaer-naturkost@web.de
Homepage: www.gruenbaer-naturkost.com
ÖFFNUNGSZEITEN:
Montag – Freitag: 09.00-18.00
Samstag: 09.00-14.00

lux-AUGENOPTIK – EINE FIRMA MIT EINER LANGEN GESCHICHTE

2021.05.05-MENSCHEN IM ALLTAG

Als ich bei ‚lux-Augenoptik‘ anrief, glaubte ich auf einen ganz normalen Augenoptiker zu treffen. 

Was ich aber im Telefoninterview mit dem Geschäftsführer und Inhaber Steffen Hennes herausfand, das hat mich doch überrascht – ‚lux-Augenoptik‘ ist vielmehr als nur ein Laden, in den du hineingehst, weil du eben mal eine neue Brille brauchst. 

Nein, du findest ein Unternehmen vor, das dich in deinen Bann zieht. Der Zusatz ‚ganzheitlich‘ ist schon oft als Worthülse missbraucht worden. 

Aber auf ‚lux-Augenoptik‘ trifft die Bezeichnung ‚ganzheitliche Beratung‘ zu, ja sie beschreibt mit zwei Worten, was das Herz dieser Firma ausmacht.

Selten habe ich erlebt, mit wieviel Fach- und Sachkompetenz jemand über seinen Beruf spricht und du hinter dieser nüchternen Beschreibung die lodernde Begeisterung spürst, mit der Steffen Hennes und sein ganzes Team für ihre Sache brennen.

Und dann sprichst du auch noch mit einem Menschen, der trotz alledem sehr bescheiden wirkt, zurückgenommen, mit beiden Beinen auf dem Boden des Alltags steht, der einfach sympathisch wirkt. 
Das sind wiederum die Momente, wo ich meinen Beruf liebe. 

Das ist die Geschichte über Steffen Hennes, das Interview mit ihm, über das Team von ‚lux-Augenoptik‘.

Steffen Hennes ist der Geschäftsführer des Unternehmens ‚lux-Augenoptik‘ und gleichzeitig sein Inhaber.
Die Firma wirkt jung, modern, dynamisch, innovativ, so wie ihr Unternehmer an der Spitze selbst.

Beschäftigt man sich ein wenig mehr mit der langen Tradition, die hinter ‚lux-Augenoptik‘ steht, so kommt eine Firma zum Vorschein, die auf eine mehr als 90-jährige Entwicklung zurückblicken kann.
Ihre Erfolgsgeschichte begann im Jahr 1928 in der Bernauer Straße 43 in Oranienburg, gegründet damals noch unter dem Namen ‚Harder Optik‘.

1968, vierzig Jahre nach der Gründung begann der Vater von Steffen Hennes, Eberhard Hennes, seine Ausbildung zum Augenoptiker.

„Mein Vater übernahm zwanzig Jahre später das damalige HO-Unternehmen gemeinsam mit dem Optometristen Lutz Röher“, erinnert sich Steffen Hennes an die Erzählung seines Vaters.

Von ihm weiß er auch, dass die Firma 1959 in ‚lux-Augenoptik‘ umbenannt wurde.
Sein Vater starb im Jahr 2010. Er wurde leider nur 59 Jahre alt.

„Deshalb schätze ich rückblickend jedes Jahr, das wir gemeinsam verbracht haben“, sagt Steffen Hennes. Er weiß, dass er ohne seinen Vater nicht die Entwicklung hätte nehmen können, für die er heute so dankbar ist.

DER LANGE WEG DER AUSBILDUNG VON STEFFEN HENNES

Steffen Hennes begann seine Augenoptikerlehre 1997 in Berlin.

„Die Firma, in der ich gelernt habe, wurde gerade zu diesem Zeitpunkt zerschlagen. Und so habe ich in den Jahren 1998/1999 Kündigungen für die anderen Mitarbeiter schreiben müssen – nicht, weil ich in der entsprechenden Position war. Nein, weil ich der Einzige in der Firma war, der damals mit einer elektrischen Schreibmaschine umgehen konnte.“

Für Steffen Hennes war es nicht ausreichend, was er sich während der Ausbildung an Wissen aneignen konnte. Und so hat er an der Technischen Hochschule Beuth einen Studienlehrgang im Bereich der Augenoptik begonnen.

„Ich habe während meiner Ausbildung festgestellt, dass ich auch gerne was mit Wirtschaft gemacht hätte und habe währenddessen nicht nur Augenoptik studiert, sondern eben auch Wirtschaft.“

Das waren für Steffen Hennes zwei Studiengänge, die parallel liefen. Der Studiengang in Wirtschaft war für Berufstätige konzipiert und lag am Wochenende, also Freitag, Samstag und Sonntag. Montags bis donnerstags studierte Steffen Hennes Augenoptik.

„Mein Vater hat mir während des Studiums den Rücken freigehalten. Ich musste also nicht noch nebenher jobben gehen, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen“, sagt er heute.

Aber Steffen Hennes wollte noch tiefer in die Materie der Augenoptik einsteigen.

„Nach vier Jahren hatte ich zwar das Studium in Wirtschaft und Augenoptik beendet, aber ich hatte das Gefühl, dass ich meine Kenntnisse und Fertigkeiten weiter perfektionieren müsste.“

Steffen Hennes wollte seine Kunden später nicht nur gut darin beraten, welche Brille vielleicht zu ihnen am besten passt, sondern er wollte auch in der Lage sein, das Krankhafte, mögliche Veränderungen im Auge zu erkennen.

DIE BEUTH-HOCHSCHULE UND DAS PRAKTIKUM AN DER UNIVERSITY PHILADELPHIA – FÜR STEFFEN HENNES EIN MEILENSTEIN IN SEINEM BERUFLICHEN UND PERSÖNLICHEN FORTKOMMEN

Deshalb entschloss er sich, im Anschluss an sein Studium einen weiteren Studiengang dranzuhängen – zum Master der klinischen Optometrie, für drei Semester.

Die Vorlesungen fanden in Deutschland statt, an der Beuth-Hochschule und die praktische Ausbildung in Philadelphia.

„Die Beuth-Hochschule und die Salus University Philadelphia PA organisierten den Master-Studiengang Clinical Optometry in enger Kooperation miteinander. Der akademische Master – Grad ist sowohl in den USA als auch europaweit gültig.

Ich hatte auf diese Weise die Möglichkeit, mir Kenntnisse und Fähigkeiten anzueignen, die mir in Deutschland verwehrt geblieben wären.“

Steffen Hennes ist Anfang 2004 ins Geschäft seines Vaters eingestiegen.

„Mein Vater hat seinen Partner in Rente schicken müssen und so war ich auch schon zu dieser Zeit mit in das Geschäft integriert, wenn auch Schritt für Schritt.“

Steffen Hennes musste sich die Akzeptanz durch die Mitarbeiter erarbeiten.
„Das war natürlich kein Selbstläufer. Ich wurde als Sohn des Chefs angesehen, aber dadurch stieg die Erwartungshaltung des Teams an mich noch weiter.“

Für ihn kam Anfang 2004 zudem noch ein Umstand erschwerend hinzu. Er musste die Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken.

„Die Krankenkassen zahlten nur noch bis zum 31.12.2003 zu den Brillen hinzu. Das wirkte sich negativ auf die Geschäftsentwicklung aus. Wenn wir überleben wollten, mussten wir also handeln.“

Heute sagt er rückblickend, dass die Firma nach einem ‚langen Dornröschenschlaf‘ allmählich wieder wettbewerbsfähig wurde.

„Wir haben am Produkt nichts verändert, an der Kundenansprache ebenfalls nichts und so konnten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erkennen, dass sich das Ganze allmählich zum Positiven drehte.“

Steffen Hennes durfte die Strategiefragen für die Zukunft schon recht eigenverantwortlich umsetzen.

„Mein Vater hat mir da schon von Anbeginn freie Hand gelassen. Und als sein Geschäftspartner in Rente ging, wurde ich gleichberechtigter Partner.“
Ab 2006 stand Steffen Hennes vollumfänglich der Firma zur Verfügung.

DAS EXPERTENTEAM – DER GANZE STOLZ VON STEFFEN HENNES

Steffen Hennes sieht sich als Teil eines großen Ganzen, und er sieht sich als Teamplayer.

„Wir achten darauf, dass jeder Mitarbeiter in unserem Team versteht, was Lux-Service bedeutet, was Kundenbetreuung für uns heißt, nämlich ganzheitlich zu denken, zu beraten, zu betreuen.“

Steffen Hennes sagt weiter: „In unserem Team soll das Angebot mit der Qualifikation des Mitarbeiters übereinstimmen.“

Er hat in den letzten Jahren ein Expertenteam aufgebaut, wo jedes Problem rund ums Auge von einem Experten aufgenommen und gelöst werden kann.

„Wir haben noch nie einen Mitarbeiter verloren, außer durch Krankheit“, sagt Steffen Hennes und ihm ist anzumerken, wie wichtig ihm seine einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind.

lux-Augenoptik

„Wenn man in der Augenoptik den schwierigen Ausbildungs- und Studienweg sieht, dann ist die Vergütung im Verhältnis dazu nicht angemessen. Aber der Markt gibt das eben nicht mehr her.

Ich habe sieben Jahre gelernt, studiert, viele in meinem Team haben eine exzellente Ausbildung genossen – und dann fragt man sich schon manchmal, ob man nicht in einem anderen Beruf vielleicht mehr verdienen würde.“

Doch Steffen Hennes hebt zugleich den entscheidenden Vorteil hervor, den die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in seiner Firma haben: „Die Optometristen können das machen, was sie auch gelernt haben.

In manchen anderen Unternehmen kommt man vom Studium, geht dann in eine Filiale und darf dem Kunden nie ins Auge schauen. Dafür haben sie oft nicht die Zeit und auch nicht die Technik.“

Die Firma ‚lux-Augenoptik‘ und sein Team bilden ein Netzwerk aus Experten, einen ‚Unterschlupf für Optometristen‘, wie es ihr Inhaber bezeichnet.

In den vergangenen anderthalb Jahrzehnten hat sich das Unternehmen eine hohe Expertise in diesem Bereich aufgebaut.

„Wir bieten jedem Kunden Netzhautuntersuchungen an, haben regelmäßige Vorsorgen eingeführt, sodass der Kunde einmal im Jahr ab einem bestimmten Alter und unter entsprechenden Voraussetzungen eingeladen wird.“

Auf die Frage, wie Steffen Hennes die Berufsbezeichnung eines Optometristen einordnen würde antwortet er, dass er sie genau zwischen dem Augenarzt und dem Augenoptiker platzieren würde.

„Als Augenoptiker oder Optometrist darf ich bis zur Verdachtsdiagnose erst einmal alles machen, auch alle Untersuchungen. Die endgültige Diagnose und die festzulegende Therapie erfolgen jedoch weiter dem Augenarzt“, sagt Steffen Hennes.

„Im Grunde sollten wir im Hause als Optometristen in der Lage sein, alles zu sehen, was der Augenarzt auch sieht. Wir sollten das auch alles beziffern können.

Aber therapieren werden wir das nicht.“
Dem Kunden ist somit geholfen, wenn eine Verdachtsdiagnose erstellt wird.
„Dann kann man entscheiden, ob ein Augenarzt hinzugezogen wird oder auch schon eine Brille weiterhilft.“

DIE OPTOMETRIE – KERN DER ERFOLGSGESCHICHTE DER FIRMA

2007 war ein entscheidendes Jahr.
„Wir haben damit begonnen, die Optometrie ins Unternehmen einzuführen. Wir haben unsere Augenärzte darauf vorbereitet, dass wir sie besser unterstützen wollen“, erklärt Steffen Hennes.

Doch das stieß nicht bei jedem Augenarzt auf Gegenliebe.
„Wir wollten aber keinem Augenarzt den Job streitig machen. Es gibt für einen Optometristen so ein reichhaltiges Betätigungsfeld, dass wir keinem Augenarzt wehtun.“

Inzwischen gibt es eine sehr gut funktionierende Kooperation mit zahlreichen Augenärzten. Hinzukommt, dass sich die positiven Erfahrungen aus anderen Ländern wie England Skandinavien und den Niederlanden immer mehr verbreiten.

„2008 und 2009 haben wir festgestellt, dass die Optometrie doch recht raumgreifend ist. Durch Mundpropaganda haben wir eine ganze Reihe von Kunden erreicht. Oder auch durch Empfehlungen.

Wir mussten feststellen, dass unsere räumlichen Kapazitäten an ihre Grenzen kamen. Wir hatten bis dahin nur einen Untersuchungsraum im Geschäft.

Wir haben dann langsam Ideen entwickelt, wie wir uns vergrößern können. Schlussendlich haben wir in den Jahren 2010 und 2011 an unserem jetzigen Standort einen Neubau errichtet.

Wir haben jetzt drei Untersuchungsräume, also entsprechend mehr Platz, um unsere Untersuchungen anzubieten.“

GANZHEITLICH SEHEN HEISST VERNETZT DENKEN UND HANDELN

Auf meine Frage, was für Steffen Hennes individueller Service bedeutet bringt er es so auf den Punkt: „Die optometrische Kompetenz soll nach außen strahlen. Es geht nicht nur um eine neue Brille für den Kunden, sondern um das Sehen im Großen und Ganzen.

Wir betrachten das Sehen ganzheitlich. Der Kunde darf das Gefühl haben, dass wir den Augenarzt bis zu einem bestimmten Punkt ersetzen. Der Kunde kann sich erst einmal den Augenarzttermin sparen, ob er da hinmuss, werden wir herausfinden.“

WEITERBILDUNG NICHT ZUM SELBSTZWECK, SONDERN ALS GARANT UND BESCHLEUNIGER DER KÜNFTIGEN ENTWICKLUNG

Das Unternehmen bleibt nie stehen, entwickelt sich stetig weiter.
„Wir organisieren regelmäßige Fort- und Weiterbildungen. Ich selbst bin aktuell noch Dozent an der Beuth-Hochschule.

Ich habe deshalb auch einen guten Draht zu den Optometristen dort. Wir haben regelmäßig Praktikanten in unserem Haus von der Beuth-Hochschule. Und wir übernehmen regelmäßig den einen oder anderen Absolventen.

Wir bilden im Haus auch aus. Drei unserer Auszubildenden sind jetzt im Studium zur Optometrie. Es gibt ebenfalls hausinterne Weiterbildungen für spezielle Produkte.
Wir haben gerade eine neue Technik eingeführt, um das trockene Auge zu behandeln.“

Es gäbe noch viel zu sagen und zu schreiben über Steffen Hennes und sein Team.

Mir ist mit diesem Interview mal wieder klargeworden: innovative Produkte sind wichtig, eine fundierte Beratung ist unerlässlich, aber die Begeisterung, mit der Menschen ihrem Beruf nachgehen, sie ihrer Berufung folgen – sie machen das Leben so wertvoll, ja sie sind der Reichtum, der unbezahlbar ist.

DER MENSCH STEFFEN HENNES – ‚DU KAUFST ES IHM AB‘

„Meine Mitarbeiter sagen mir noch heute nach, dass ich keinen richtigen Führungsstil hätte. Ich bin zu ‚lassez faire‘. Was nicht heißt, dass ich nicht genaue Vorstellungen haben, was ich gerne umgesetzt haben möchte und was nicht“, beschreibt Steffen Hennes seine Art, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen zu führen.

Ihm geht es nicht um die sklavische Ausführung von ‚engmaschigen Handlungsanweisungen‘.

Vielmehr möchte er allen im Team den Spielraum überlassen, der zu mehr Kreativität und Verantwortung zugleich führt.

„Ich hatte nie die Scheu, an Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter heranzutreten, um ein neues Aufgabengebiet zu verteilen. Ich habe aber auch gleichzeitig billigend in Kauf genommen, wenn Dinge nicht immer ganz so erledigt wurden, wie ich es gern gesehen hätte.“

Worauf er wirklich stolz ist, das ist das Profinetzwerk, was im Haus der lux-Augenoptik geschaffen wurde.

„Wir haben für jeden Bereich Profis im Haus, sodass nicht mehr einer alle Bereiche abdecken muss.

Meine Aufgabe besteht heute überwiegend darin, zu steuern zwischen ‚rechts‘ und ‚links‘.
Ich muss mich nicht mehr in jedem Bereich bis in jedes Detail auskennen.

Wir sind ja über die Filialen verteilt mehrere Optometristen. Demzufolge habe ich für bestimmte Bereich Ansprechpartner, die die Sache noch besser lösen, als ich das selbst hinkriegen würde.“
Steffen Hennes berät auch noch selbst Kunden.

Manche von ihnen waren schon bei seinem Vater und so verlangen sie einfach aus der Historie heraus, dass der Chef sie weiter persönlich bedient.

Allerdings sieht er es eher als seine Aufgabe an, alles im Auge zu behalten.
„Es ist besser, dass vier Mitarbeiter mehr Umsatz machen, als man es selbst tut“, sagt er in diesem Zusammenhang.

In seiner Freizeit genießt es Steffen Hennes, einmal in der Woche abzuschalten und in einem Orchester Trompete zu spielen, im Oranienburger Blasmusikverein.

„Mein Opa war Förster und hatte ein Waldhorn an der Wand hängen. Und so habe ich damit begonnen Flügelhorn und Trompete zu spielen.“

ZUM FIRMENPORTRÄT:

https://uwemuellererzaehlt.de/2021/05/05/2021-05-05-firmenportaet/

 

 

 

 

 

 

 

 

 

‚lux-AUGENOPTIK‘

2021.05.05-FIRMENPORTÄT

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‚lux – Augenoptik‘ bietet maßgeschneiderte Produkte. Was das Unternehmen einzigartig macht, dass es das Sehen des Kunden ‚ganzheitlich sieht‘. Dafür braucht es Menschen, die für ihre Sache brennen –https://uwemuellererzaehlt.de/2021/05/05/2021-05-05-menschen-im-alltag/

 

lux-Augenoptik

 

lux-Augenoptik GmbH & Co. KG
Geschäftsinhaber: Steffen Hennes
Fischerstr. 12
16515 Oranienburg
(Hauptsitz)
Telefon: 03301 – 702 130
Telefax: 03301 – 577 157
E-Mail: service@lux-augenoptik.de

Filiale Oranienburg
Fischerstr. 12
16 515 Oranienburg
Telefon: 03301-30 54
E-Mail: service@lux-augenoptik.de
Ansprechpartner*innen:
Steffen Hennes, Friederike Haseloff, Marlen Büch, Horst Morgenstern,
Constanze Griesor, Julien Fourmont, Petra Bochmann, Lutz Nagel, Anke Handwerg, Silke Lehmann.

Filiale Hennigsdorf
Feldstr. 26
16 761 Hennigsdorf
Telefon: 03302-22 42 32
E-Mail: hennigsdorf@lux-augenoptik.de
Ansprechpartner*innen:
Simone Hennig, Anika Sens, Maik Mollner, Christine Goldberg.

Filiale Bernau
Breite Str. 1
16 321 Bernau
Telefon: 03338 – 75 82 30
E-Mail: bernau@lux-augenoptik.de
Ansprechpartner*innen:
Steffen Hennes, Joana Schürrmann, Annett Henke, Birgit Lorenz, André Wittchen

Öffnungszeiten – in allen Filialen:
Mo.-Fr. 09.00- 18.30 Uhr
Do. 09.00 – 19.00 Uhr
Sa. 09.00 – 13.00 Uhr
vor 09.00 Uhr Sonderuntersuchungen nach Vereinbarung.

Leistungen und Service:

Low Vision (Lupen& elektronische Lupen, Bildschirmlese-, Vorlesegeräte, Spezialbrillen);

Optometrie (Augenglasbestimmung, optometrische Untersuchung, optometrische Vorsorge, trockenes Auge);

Contactlinsen;

Brillen (z.B. Gleitsichtlinsen, Linsenservice, Nachtlinsen, Prävention bei Kurzsichtigkeit);

Des Weiteren hochwertige Markenbrillen

Mehr: http://www.lux-augenoptik.de

Auszeichnung mit dem Titel ‚Top 100 Optiker‘ in 2014/2015, 2016/2017, 2018/2019, 2020/2021
(Oscar der Branche)

Lux-Augenoptik fördert zahlreiche Vereine, z. B. – Blasmusikverein Oranienburg e.V., Lehnitzer Karneval-Klub e.V., Kammerchor ‚Leo Wistuba‘ Hennigsdorf e.V., Bernauer Sänger.

 

MARLEY – DER NACHWUCHS EINER PRIMA BALLERINA GEHT SEINE EIGENEN KÜNSTLERISCHEN WEGE

Die Zeit vergeht wie im Fluge. Wie oft sagt und denkt man das.  
Erst gestern kam mir der Gedanke erneut, als ich das letzte Video von Marley Walter ansah, dem älteren Sohn von Iana Salenko - Walter und Marian Walter.
Beide habe ich schon ein paar Mal interviewt – Iana als Prima Ballerina am Ballett der Berliner Staatsoper und Marian als 1. Solotänzer.
Das erste Mal habe ich mit ihnen gesprochen, da war Marley noch gar nicht geboren. 
Und jetzt ist er schon fast 13 Jahre alt und dreht coole Videos.
Weiter unten im Text finden Sie, liebe Leser, seht Ihr, was Marley schon alles auf die Beine gestellt hat.
Vorher meine Erinnerungen an das erste Treffen mit Marleys Eltern, als er sozusagen noch im Bauch seiner Mutter war. 

Es war ein heißer Spätsommertag im September des Jahres 2008, als ich die Treppenstufen zu der damaligen Wohnung von Iana und Marian Walter erklomm.

Ich schwitzte und keuchte, und ich fluchte: ‚Mussten die beiden denn so weit oben wohnen?‘

Als ich es fast geschafft hatte, da öffnete sich die Wohnungstür, Marian kam heraus und an ihm vorbei sausten mir zwei kleine Möpse entgegen.

Ich erschrak mich fürchterlich und glaubte mich gegen den Ansturm verteidigen zu müssen.

Ich schwenkte meine Aktentasche hin- und her, was die Hunde eher ermutigte, noch lauter zu bellen und lustvoll an meinen Hosenbeinen zu zerren.

Als ich wieder hochsehen konnte, grinste mich Marian an. Es schien ihm sichtliches Vergnügen zu bereiten, dass ein aus der Puste gekommener und schweißgebadeter Mensch auf den letzten Treppenstufen so zu kämpfen hatte.

„Das sind aber auch ein paar niedliche Hunde“, sagte ich und war zugleich von mir sehr enttäuscht über meine unehrliche Schmeichelei.

Marian sagte nichts, bat mich herein und fragte sofort nach einem Glas Wasser.

„Ein Fass mit einem Schlauch dran wäre mir lieber“, antwortete ich und fand langsam zu meiner gewohnt schnoddrigen Art zurück.

Vor mir saß Iana, die mich freundlich anschaute. Das war also die Prima Ballerina aus der Staatsoper. Ja, dafür konnte ich schon mal ein paar Stufen erklimmen.

Mein Respekt vor ihr steigerte sich bis zur Ehrfurcht, denn sie saß nicht einfach so da.

Nein, sie hielt beide Füße gestreckt, bereit, sofort auf die Bühne zu gehen und loszutanzen, und das, obwohl sie hochschwanger war.

„Naja, lange wird die das nicht durchhalten“, dachte ich bei mir und ließ ihre Beine nicht aus den Augen. Aber ich irrte mich, sie hielt durch, bis zum Schluss unseres Gespräches.

Und das, obwohl sie hochschwanger war.

„Darf ich fragen, wann es mit der Geburt so weit ist?“

„In den nächsten Tagen“, antwortete Iana mit leiser und bescheidener Stimme.

Nach einer guten Stunde verabschiedete ich mich und stürzte fröhlich die Treppe herunter. Jetzt ging es ja abwärts.

Ich setzte mich in mein Auto, drehte den Zündschlüssel um und wurde ohnmächtig.

Ich wachte wieder auf, als sich das Gesicht eines Arztes über meinen Körper beugte.

Er schnellte zurück, als er spürte, wie es in mir würgte und ich mit dem hochkommenden  Brechreiz kämpfte.

Ein paar Tage später erfuhr ich im Krankenhaus, dass Iana einen Jungen geboren hatte – Marley.

12 Jahre später dreht Marley bereits eigene Videos, probiert sich aus, hat Spaß an seiner kreativen Arbeit.

Marley hat das Video selbst gedreht, das Drehbuch geschrieben, die verschiedenen Rollen ausgefüllt, die Schneidearbeiten erledigt.

Es erfüllt mich schon ein wenig mit Stolz, wenn Marley mich heute fragt, ob ich sein Video auf meinem Blog zeigen will.

Ich habe natürlich zugesagt, denn wer weiß das schon, in zehn Jahren muss ich mir vielleicht einen Termin holen, um ein Autogramm von ihm zu bekommen.

Aber jetzt schaut doch selbst, was ein zwölfjähriger Junge auf die Beine gestellt hat.

Viel Spaß mit den Videos, ich jedenfalls bin begeistert.

https://youtube.com/channel/UCEPOVxoAhWP0tIGWXxRDPfQ

(Das schriftliche Einverständnis der Eltern von Marley Walter, Iana und Marian Walter, liegt dem Autor des Blogs schriftlich vor.)

 

 

LEBENSWEISHEITEN AUS DER BIBEL – WIE GEMACHT FÜR DEINEN ALLTAG

#BIBEL-LESEN-IM-ALLTAG (01)
Sir 11, 26-27
„Es ist nicht recht, einen Verständigen zu verachten, weil er arm ist, und einen Gottlosen zu ehren, weil er reich ist.
Fürsten, Herren und Regenten stehen in hohem Ansehen; aber so groß sind sie doch nicht wie der, der Gott fürchtet.“

Bibel

MEINE ERKENNTNIS, MEINE SICHT:
Nicht darauf achten, was einer zu sein glaubt, sondern was er ist – vom Charakter, vom Herzen, vom Wissen und von seiner Lebenserfahrung her.

JANINE’S IMBISS – BERNAU

Die Imbiss-Stube befindet sich im Gewerbegebiet Bernau in der Rudolf-Diesel-Straße 4, gegenüber dem Gebäude der Polizei.
Janine Schweda führt den Imbiss seit über neun Jahren erfolgreich.
Ihre Kunden lieben die Atmosphäre im Imbiss, die herzliche Art von Janine, und vor allem – die leckeren Speisen, wie man sie noch aus früheren Zeiten kennt.
Auf ihrer Homepage kann man folgendes von Janine Schweda nachlesen:

„Ich will eine gute Gastgeberin für Sie sein und Ihnen den Aufenthalt so angenehm wie möglich gestalten. Fühlen Sie sich bei mir wie Zuhause, so als würden Sie bei ‚Muttern‘ zu Gast sein und sich auf ein schönes Gericht freuen, das mit viel Liebe und Herz zubereitet worden ist. Ich freue mich auf Sie.“

Janine hat eine fachlich fundierte Ausbildung als Köchin erhalten. Sie selbst schreibt auf ihrer Homepage: „Ich koche leidenschaftlich gern für andere Menschen. Deshalb habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, für Sie, liebe Kundinnen und Kunden, leckere Speisen herzustellen.“

Mehr über die Inhaberin von Janine’s Imbiss:

https://uwemuellererzaehlt.de/2021/04/08/menschen-im-alltag-25/

Die Speisekarte wechselt wöchentlich und kann der Web-Site entnommen werden, die Öffnungszeiten ebenfalls.
Janine bietet ebenfalls einen Catering-Service an.

 

http://www.imbissstube-janine.jimdofree.com

Aus aktuellem Anlass hat Janine folgendes auf der Web-Site geschrieben:

Liebe Gäste,
die Politik hat neue Corona-Maßnahmen beschlossen. Ich bin gezwungen, mich daran zu halten und muss deshalb leider den Innenbereich für längere Zeit schließen.
Meine Speisen dürfen nicht mehr Ort verzehrt werden. Ich kann sie nur noch zum Abholen bereitstellen.
Ich habe deshalb das Speiseangebot entsprechend reduziert.
Ich biete meinen täglich wechselnden Mittagstisch aber weiter für euch an.
Es wäre in diesem Zusammenhang für mich eine große Erleichterung, wenn ihr euch im Vorfeld bei mir telefonisch meldet – 0162-96 55 070.
Ich kann dadurch genauer planen und mich auf eure individuellen Wünsche einstellen.
Ich setze auf euer Verständnis, in dieser für uns alle schwierigen Zeit, und ich bedanke mich schon im Voraus ganz herzlich bei euch.
Bleibt alle möglichst gesund, damit wir uns in nicht allzu ferner Zukunft wieder treffen und ich für euch da sein kann.
Herzlichst Eure Janine.
Kontakt:
IMBISS JANINE’S
IMBISS-STUBE
Rudolf-Diesel-Straße 4
16 321 Bernau
Telefon: 0162 – 96 55 070
E-Mail: Janine.Schweda81@web.de
www.imbissstube-janine.jimdofree.com
SELBSTABHOLUNG – Montag bis Freitag

JANINE SCHWEDA – INHABERIN VON JANINE’S IMBISS IN BERNAU

2021.04.08

Janine Schweda ist die Besitzerin von ‚Janines Imbiss‘ in der Rudolf-Diesel-Straße 4 in Bernau. Ich habe mich mit ihr vor Ort in ihrem Imbiss getroffen. 
Am Eingang stand eine junge und sympathische Frau, mit der ich sehr aufgeschlossen und angeregt sprechen konnte. Janine ist das, was man einen authentischen Menschen nennt. Sie ist direkt, aber auch sensibel, sie weiß genau, was sie will, hat viel Humor und versteht ihr Fach.
Sie hält dem Imbiss seit über neun Jahren die Treue und ihre Kunden tun es auch.
Es lohnt sich, den Imbiss im Gewerbegebiet zu besuchen, denn was man bekommt, das ist nicht nur solide Hausmannskost, wie bei ‚Muttern‘, sondern auch einen guten Schwung an Humor, kurzum, eine Atmosphäre, in der man sich wirklich wohlfühlen kann. 
Das ist ihre Geschichte.
SCHULE UND AUSBILDUNG

Janine Schweda wurde 1981 in Bernau geboren. Ihr ganzes Leben ist mit dieser Stadt verbunden. Sie ging hier zur Schule, beendete die zehnklassige Realschule im Jahr 1998.

Danach hat sie eine Ausbildungsstelle für sich gesucht, wollte Friseurin oder Arzthelferin werden.
Doch sie hatte keinen Erfolg, es gab zu dem Zeitpunkt nur wenige dieser Ausbildungsstellen.

Das Arbeitsamt bot ihr schließlich an, sich zur Köchin ausbilden zu lassen, im Berufsbildungsverein in Eberswalde.
Anschließend hat sie noch in der gleichen Einrichtung auf der Basis einer geringfügigen Beschäftigung weitergearbeitet.

DIE ERSTEN SCHRITTE AUF DEM LANGEN WEG IN DIE SELBSTSTÄNDIGKEIT

Später ist sie zum „Familiengarten“ in Eberswalde gewechselt.
„Die Gaststätte wollte mich behalten, aber die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung waren nicht so, dass es mich dort lange hielt“, erinnert sie sich zurück.

Sie hat dann eine Stelle in Steinbeck gefunden und dort in der Küche gearbeitet. Das war wieder ein Ausflugslokal, auf der Strecke in Richtung Polen.

„Das Lokal war stets gut besucht und so gab es viel Arbeit, verbunden mit noch mehr Stress.

„Ich war oft total übermüdet, wenn ich von der Arbeit nach Hause fuhr. Und so kam, was kommen musste – ich hatte einen nächtlichen Autounfall.

Das war zu viel für mich und ich habe mich nach einer neuen Beschäftigung umgesehen. Schließlich bin ich auf dem Campingplatz in Tiefensee gelandet, in der Nähe von Werneuchen“, sagt sie.

Aber Janine und ihr Lebenspartner waren nicht so wirklich glücklich mit ihrer Arbeit. Sie suchten etwas, wo sie sich selbst verwirklichen konnten.

DER ERSTE IMBISS IN BERNAU IM SCHÖNEFELDER WEG

Es war ein Zufall, der Janine in die Hände spielte, als sie von dem Imbiss in Bernau, im Schönfelder Weg – Richtung SPW-Gelände – erfuhr.

„Mein damaliger Freund wollte in dieser Zeit ein Auto kaufen, und es stellte sich heraus, dass genau diese Autoverkäuferin vorhatte, einen Imbiss in Bernau zu vermieten.

Und so haben wir das Pförtnerhäuschen übernommen, in dem sich der Imbiss befand und haben dort dreieinhalb Jahre gearbeitet“, erinnert sich Janine.

Nach dieser Zeit wurden sie jedoch von der Vermieterin gekündigt, weil diese mehr Pacht wollte.
„Es stand schon eine Annonce in der Zeitung, obwohl wir den Imbiss noch als Pächter bewirtschaftet haben“, sagt sie.

DER ZUFALL ALS GLÜCKSHELFER FÜR DIE TÜCHTIGEN

Janine und ihr Lebenspartner konnten nichts machen, sie wurden aus dem Pachtvertrag entlassen und waren danach zunächst arbeitslos.

Bis zu dem Tag, als ihr Vermögensberater sie darauf ansprach, ob sie nicht einen Imbiss anmieten wollten, der sich im Gewerbegebiet befand, direkt gegenüber dem Gebäude der Polizei.
„Es ging alles sehr schnell mit dem Pachtvertrag“, erinnert sich Janine.

Obwohl ihr Lebenspartner anfangs skeptisch war.
„Als es 2012 losging und wir den Imbiss übernahmen, samt der Einrichtung, da wollte mein Partner zuerst gar nicht so richtig mitmachen“, sagt sie.

Er hatte die Größe des Ladens gesehen, dass sie nun 60 Plätze managen mussten, anstelle von 20 aus dem vorherigen Imbiss, und da wusste er, was auf sie zukommen würde.

„Aber ich sage heute, dass der vorhergehende Imbiss für uns ein Ort des Übens war, an dem wir uns ausprobieren konnten.“
Inzwischen ist sie das neunte Jahr dort.

„Das hätte keiner vermutet, dass ich so lange durchhalte, denn meine Vorgänger waren alle im Schnitt nur für ein halbes Jahr hier drin.“

SCHICKSALSSCHLÄGE, DIE JANINE PRÄGTEN

Vor drei Jahren aber ist ihre Mutter verstorben. Man merkt Janine an, dass es ihr noch schwerfällt, über diesen Verlust zu reden.

Ihre Mutter hat ihr nicht nur geholfen, in der Küche und beim Abräumen des Geschirrs, nein, sie war vor allem ihre Seelentrösterin, ihre Freundin – manchmal nervig, aber stets getragen von dem liebevollen Gedanken, eben alles für das Glück ihrer Tochter zu tun.

Wenig später erkrankte Janines Lebensgefährte schwer. Er musste in die Notaufnahme und es war nicht klar, ob er durchkommen würde.

„Jetzt hatte ich noch zusätzlich das Haus und den Garten meines Lebensgefährten in Prenzlau, meine eigene Wohnung und den gesamten Betrieb zu handeln. Das ging an die Grenzen des Machbaren.“

Irgendwann ging es nicht mehr. Janine trennte sich von ihrem Freund.

„Wir waren 24 Stunden zusammen, das hat unserer Partnerschaft geschadet“, sagt sie heute.

SEIT DREI JAHREN BEWIRTSCHAFTET JANINE IHREN IMBISS ALLEIN

Drei Jahre bewirtschaftet Janine den Imbiss nun schon allein. Sie hatte für kurze Zeit mal eine Angestellte.

„Naja, da reden wir am besten nicht drüber, aber wer lieber die ganze Zeit am Telefon hängt, nicht merkt, dass das Essen anbrennt, der hat sich wohl nicht den richtigen Beruf ausgesucht.“

Jetzt hat sie sich daran gewöhnt, allein zu arbeiten.
Janine strukturiert ihren Tag so, dass sie alles gut schafft – einkaufen, bestellen, kochen, servieren, saubermachen, den Tag vorbereiten.

Sie fängt morgens halb sieben Uhr an und macht gegen 14.00 Uhr Schluss.

„Wenn Gäste da sind, dann komme ich oft erst gegen 15.00 Uhr raus.“

Früher, da war es noch anders, denn half ihre Mutter beim Abwaschen, beim Abräumen des dreckigen Geschirrs und ihr Lebenspartner war auch noch da.

„Manchmal musste ich zwischen meinem Lebenspartner und meiner Mutter vermitteln“, sagt Janine.

„Ich bin froh, dass ich so geworden bin, dadurch, dass ich faktisch über Nacht alleine war.

Ich habe meine Mutter zehn Monate gepflegt, anschließend meinen Lebensgefährten, auch wieder fast ein Jahr – durch den Fuß, den er verloren hatte und die Blutvergiftung.

Auch wenn es eine noch so schwere Zeit war – das alles hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Ich habe mich zum Positiven entwickelt“, sagt Janine in Erinnerung an die Zeit von vor drei Jahren.

ESSEN WIE BEI ‚MUTTERN‘

Janine hat ihre ganz eigene Philosophie, was die Zubereitung der Gerichte anbetrifft.

„Es soll schmecken wie bei ‚Muttern Zuhause‘, ich muss so kochen, wie ich es auch selbst gern essen mag“, erklärt sie.
„Ich versuche immer noch, viel von den Gerichten frisch zu kochen. Ich will einfach nicht eine Tüte aufmachen und in den Topf schütten“, erläutert sie.

„Wenn ich morgens meine Tür aufgeschlossen habe und die ersten organisatorischen Dinge erledigt sind, gehe ich einkaufen. Ich besorge die Mengen, die ich für tagaktuelle Zubereitung benötige.

Danach frühstücke ich erst einmal. Dabei kann ich den Tag bereits im Kopf planen, aber manchmal kommen auch Freunde und frühstücken mit mir gemeinsam“, sagt Janine.

Dann geht es an die Mittagsvorbereitungen.
„Ich habe die Gerichte im Kopf und richte mich nicht nach dem Rezept.

Das ist noch etwas Anderes, als wenn ich backen würde“, sagt Janine.
Sie benötigt am Tag ca. 8 kg Kartoffeln – für die Zubereitung der Bratkartoffeln und des Kartoffelsalates.

„Die Curry-Soße stelle ich selbst her. Das, was ich nicht selbst produziere, das sind die Pommes frites, die Curry- und die Bockwürste.

Die Bratwurst wird zum Beispiel von der Magow – Fleischerei geliefert.“
Janine erledigt so viel Arbeitsgänge parallel, wie es geht.

„Wenn ich die Bratkartoffeln mache, dann läuft nebenher die Herstellung der Rahmchampignon – Sauce. Nebenbei versuche ich noch das Fleisch zu schneiden.“

Janine hat schon vor Jahren in ihrer Ausbildung gelernt, nie umsonst zu laufen.

„Eigentlich war es ja anders geplant“, sagt sie.
„Ich sollte vorn am Tresen stehen und nicht in der Küche. Aber dadurch, dass es zu unruhig in der Küche zu zweit war, ist mein Lebenspartner stattdessen dort gelandet und ich bin in der Küche geblieben.“

JANINE LIEBT IHREN IMBISS

Zu normalen Zeiten, also nicht während des Lockdowns, ist der Laden stets voll.

Handwerker, vor allem Bauarbeiter, aber auch Menschen, die ringsherum in den Gebäuden im Gewerbegebiet arbeiten, kommen in den Imbiss.

„Das sind alles Leute, die Hunger haben, und ich freue mich über jeden Gast, der zu mir kommt.“

Janine liebt ihre Arbeit. Aber sie sieht auch, wie schwer es ist, Tag für Tag im Imbiss zu stehen.

„Früher, als mein Lebenspartner noch mit im Laden stand, da war es weniger stressig“, sagt sie.

Und dennoch: Janine ist heute froh, dass sie ihre Arbeit allein und vor allem selbstbestimmt einteilen kann.

„Hinzukommt, dass ich nicht so aus mir rausgekommen wäre. Solange mein Lebenspartner noch mit im Imbiss gestanden hat, kümmerte der sich vorwiegend um die Gäste.

Heute muss ich das selbst tun. Und ich mach das wirklich gern. Jetzt kann ich mich einfach nicht mehr verstecken, sondern muss nicht nur gut kochen können, sondern auch gut mit meinen Gästen zu kommunizieren.“

„Ich habe ein gutes Gedächtnis, was die Leute anbetrifft, die hier hereinkommen.

Ich kenne die Gäste mit zum großen Teil mit Namen, weiß, was sie essen und trinken wollen, wo sie sitzen möchten.“

Ein Stammgast bewunderte sie kürzlich, weil sie trotz der vielen Bestellungen genau wusste, wer was wollte und wer zuerst drankommen musste.

Janine möchte auch noch in zehn Jahren in diesem Imbiss sein.
„Ich weiß, was die Kunden mittags wollen, und das ist das, was auf der Karte steht.

Wenn es schmeckt, alles stimmt, dann kommt der Kunde ja wieder“, sagt sie und man merkt ihr an, wie stolz sie darauf ist.

Trotz der Corona-Zeit bleiben ihr die Kunden treu, bestellen zum Beispiel am Telefon, was sie mitnehmen wollen.

„Ich wünsche mir normale Kunden, mit denen ich erzählen kann, und die den Imbiss gut finden – dass Essen und die Atmosphäre.“

Trotz aller Widrigkeiten, Janine ist mit ihren Aufgaben gewachsen. Früher hat sie sich oft kleiner gemacht, als sie es selbst war. Heute merkt man ihr an, wie stolz sie auf das Erreichte ist.

Sie wünscht sich wieder eine Perspektive, klare Vorgaben von der Politik wie es weitergeht in dieser Pandemie.

Klar aber ist bereits heute eines: Sie wird auch diese Herausforderung mit Bravour bestehen.

Zum Firmenporträt:

https://uwemuellererzaehlt.de/2021/04/08/firmenportraet-8/

 

MARTINA LIPPERT ÜBER VERANTWORTUNG ABGEBEN, NEUE TÄTIGKEITSFELDER ERSCHLIESSEN, IM SPIEL BLEIBEN

2021.04.07

Wir sind zu einem Gespräch verabredet, am Telefon. Es passt zu der Zeit, in der Corona und Lockdown die Bedingungen vorgeben, unter denen etwas stattfinden soll und ob es überhaupt stattfinden darf.

Aber wir haben es von Anfang so gehalten, die Gespräche und Interviews am Telefon zu führen. Das hat seine Nachteile, weil man sein Gegenüber nicht sieht.

Es schärft auf der anderen Seite die Sinne, die verbleiben. Man hört genauer hin – auf das, was gesagt wird und wie es gesagt wird.
Zudem meldet sich Martina Lippert diesmal aus dem Homeoffice.

Das passt zur Pandemie, in der wir leben. Es hat dennoch einen weiteren Grund. Sie hat es sich selbst verordnet, sozusagen aus der zweiten Reihe der Firma heraus zu agieren, sich einfach ein Stück weit mehr aus der Firma herauszunehmen.

„Ich bin faktisch aus dem operativen Geschäftsverlauf des Pflegedienstes raus“, sagt sie.
Sie sagt diesen Satz zwar schnell und flüssig und dennoch merkt man ihr an, dass es auf keinen Fall eine Selbstverständlichkeit ist, die sie gerade ausgesprochen hat.

Zu viel Herzblut steckt in dieser Firma von ihr, die quasi ‚ihr Baby‘ ist.

Sie hat sie groß gemacht, und dieses ‚Baby‘ hat zugleich ihr eigenes Leben umgekrempelt und seit über zweieinhalb Jahrzehnten bestimmt.

„Dein Kind bleibt eben dein Kind, auch wenn es längst selbst erwachsen geworden ist, und seinen eigenen Weg gehen kann und auch will.“

Martina Lippert hat eingesehen, dass es Zeit ist, den Platz ihrer Tochter in der Führung der Firma zu überlassen, dem Familienbetrieb damit den entscheidenden Impuls für seine dynamische Weiterentwicklung zu geben, und gleichzeitig von der ‚Seitenlinie des Spielfeldes‘ die Übersicht zu behalten, wenige, aber dennoch wichtige Hinweise für das weitere Gedeihen des Pflegedienstes zu geben.

Sie hat eingesehen, dass es ab einem bestimmten Punkt nicht zu den Stärken einer Unternehmerin zählt, am Stuhl zu kleben, sondern eher dazu, diesen Stuhl freizumachen, den Druck rauszunehmen und so auf eine für sie unmerkliche Weise einen qualitativ ganz neuen Sog zu entwickeln, einen, den die Mitarbeiterinnen im Team und ihre Tochter in der immer noch gemeinsamen Geschäftsführung spüren, für angenehm erachten und genau darauf auch auf keinen Fall verzichten wollen.

NEUE AUFGABEN FÖRDERN OFT VERNACHLÄSSIGTE QUALITÄTEN ZUTAGE

Martina Lippert ist nicht der Mensch, der nur noch ausschließlich Ursus, ihren Cocker Spaniel, ausführt, obwohl das auf jeden Fall zu einer ihrer schönsten Tätigkeiten nebenher zählt.

„Ich beschäftige mich vielmehr damit, wie sich unsere Mitarbeiterinnen persönlich weiterentwickeln können“, sagt sie mir.

Martina Lippert spricht begeistert darüber, wie sie ihre neue Aufgabe angeht, eine Aufgabe, die sie sich bewusst selbst vorgenommen hat.

Es ist ihr wichtig damit zu zeigen, dass sie nicht nur eine ‚kosmetische Operation‘ ausführt, weil sie nunmehr aus dem Homeoffice herausarbeitet, sondern sie will inhaltlich bewusst andere Akzente setzen.

„Ich führe donnerstags diese Einzelgespräche mit Mitarbeiterinnen durch. Sie finden nicht im Homeoffice bei mir zuhause statt, sondern dazu gehe ich natürlich ins Büro“, erläutert sie.

Ihr geht es besonders darum, nicht nur einseitige Zielvereinbarungsgespräche zu führen, sondern vielmehr der jeweiligen Mitarbeiterin in einer vertraulichen Atmosphäre Raum zu geben, sich zu öffnen, darüber zu sprechen, wo sie sich als einzelne im Team sieht, was ihr Spaß macht und was sie noch erreichen will.

„Dabei dauert es ein wenig, bis diese Atmosphäre sich tatsächlich entfaltet, Vertrauen entsteht. Und dann kommt gewöhnlich, dass die Mitarbeiterinnen sehr gern bei uns arbeiten“, sagt sie weiter.

Martina Lippert hört vielfach, dass die Mitarbeiterinnen wieder gern mehr Kontakt untereinander hätten, zum Beispiel beim traditionellen Freitagsfrühstück im Büro.

Aber das ist aktuell im Lockdown schlecht machbar. Kontaktarmut bedeutet ja in dem Fall mehr Gesundheit, und das geht im Pflegedienst absolut vor.

Auf die Frage, wo die Mitarbeiterinnen mehr Unterstützung brauchen, wünschen sich viele wieder eine intensivere Fort- und Weiterbildung, so wie vor der Pandemie.

„Wir machen uns Gedanken, wie wir auf dem digitalen Weg hier noch mehr organisieren können“, sagt Martina Lippert.
Sie unterstützt zudem ihre Tochter nach wie vor in der Geschäftsführung.

„Es gibt so viel zu tun, was die Verfahrensanweisungen beim Selbsttest anbetrifft, was insgesamt bei der Umsetzung der gesetzlichen Vorschriften in der Pandemie zu beachten ist.

Ich nehme mir dafür die Zeit, setze dort meine Energie rein, entlaste meine Tochter und das Team des Pflegedienstes und erreiche auf diese Weise auch noch, das Qualitätsmanagement gerade in den Zeiten der Corona-Pandemie zu verbessern.

KOPF UND HERZ FINDEN NICHT IMMER GLEICH ZUSAMMEN

Martina Lippert betrachtet ihre Situation nüchtern, geradezu analytisch, einerseits.

„Ich habe mich bewusst dazu entschlossen, ins Home-Office zu gehen. Zum einen will ich mich so Schritt für Schritt auf meinen endgültigen Ruhestand in den nächsten Jahren vorbereiten.

Andererseits geht dem die Einsicht voraus, meinem Team, meiner Tochter mehr Entfaltungsmöglichkeiten für eigene Ideen zu bieten.
Das ist aber nur die eine Seite.

Die andere ist bei ihr mit ein wenig Wehmut ausgefüllt.
„Der Kopf, der einem etwas sagt, das ist die eine Sache. Das Herz aber, das spricht ja in solchen Momenten auch mit. Und das wiederum macht es mir schwer, loszulassen, mich nur noch als Beobachterin zu fühlen.

Die Balance hierfür zu finden, das wird die wirkliche Herausforderung in diesem Prozess sein“, sagt sie.
Wen wundert diese Aussage, wenn man die Geschichte und den beruflichen Lebensweg kennt, den Martina Lippert gegangen ist.

EIN LEBENSWEG, DER NICHT GERADE WIE EINE SCHNUR GEZOGEN IST UND DESHALB SEINEN SOG ENTFALTET

Ich habe sie dazu in den Jahren 2016 und 2019 in Interviews befragt, die auch hier auf dem Blog nachzulesen sind.

Ich erinnere mich, wie ich sie im September 2016 fragte, wie alles angefangen hatte, in ihrer beruflichen Entwicklung, und sie mir davon erzählte, dass sie 1986 als Aushilfe in der Ambulanten Krankenpflege in einer Diakonie in Lingen begann.

„Und das war auch schon ein sogenannter Knackpunkt für mich“, sagte sie damals, „denn ich wurde nur stundenweise beschäftigt, hatte kein Auto und wurde gerufen, wenn es Arbeit gab.

Das war anfangs für mich in Ordnung, jedoch später hätte ich gern eine Festanstellung gehabt“, erinnerte sie sich damals an die Anfänge zurück.

Eine weitere interessante Station war, dass sie in einer Facharztpraxis für Psychiatrie und Psychologie gearbeitet hat.

„Ich habe viel Wissen darüber erlangt, warum Menschen manchmal nicht so funktionieren, wie es unsere Gesellschaft verlangt. Sie hat dort viel gelernt über Menschen, die eben anders waren als diejenigen, die in der Gesellschaft innerhalb der offiziell anerkannten Normen agierten.

Sie lernte verschiedene Lebensgeschichten kennen, und vor allem, sich wertschätzend und tolerant gegenüber anderen Menschen zu verhalten.

Eine wertvolle Erfahrung, die sie später im Umgang mit Demenzkranken sehr gut nutzen konnte.

Martina Lippert wollte eigentlich immer nur als festangestellte Krankenschwester arbeiten.

Sie stieß auf viele Hürden, die ihr irgendwann schier unüberwindbar schienen.

„Es gab nicht genügend Stellen in den Krankenhäusern, um sich darauf zu bewerben, kaum vorstellbar, aus heutiger Sicht“, sagt sie heute.

Eine Frau mit Kindern hatte es zusätzlich schwer, einen sicheren Arbeitsplatz zu erhalten.

Doch gerade diese offensichtlichen Tatsachen in der ungleichen Behandlung von Frauen im Vergleich zu Männern in ähnlichen Situationen stärkte ihre Motivation, ihren eigenen Weg zu suchen.
Und so kam Martina Lippert bereits frühzeitig der Gedanke, ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen, auf eigenen Füssen zu stehen.

Sie überwand alle Widerstände und eröffnete am 01.11.1994 ihren Pflegedienst.

„Ich musste mir natürlich erst einmal einen Namen machen, Ärzte in Lingen aufsuchen, mich vorstellen und mein Konzept vorstellen.

Vor allem die Tatsache, dass ich bereit war, abends und am Wochenende zu arbeiten, Patienten zu helfen, hat mir geholfen, mich zu etablieren, mir einen Namen unter den Pflegediensten zu machen“.

HARTNÄCKIG UND AUSDAUERND SEIN – DIE AM MEISTEN UNTERSCHÄTZEN ERFOLGSFAKTOREN

Martina Lippert ist stolz darauf, dass sie ein Fundament für ihren Familienbetrieb geschaffen hat, das nicht nur solide, sondern auch zukunftsfähig ist.

„Ich weiß nicht, ob der Erfolg so eingetreten wäre, wenn ich nicht so hartnäckig gewesen wäre und vor allem so ausdauernd agiert hätte“, sagt sie rückblickend.

Sie denkt dabei an ihre sogenannte Selbstausbeutung, an die Wochen und Monate, wo sie alles allein bewältigen musste, und sich nebenher noch um ihre eigene Fort- und Weiterbildung gekümmert hat, ihre Kinder nach ihrem Recht verlangten.

„Sicher, es waren besonders schwierige Etappen zu meistern, Momente, in denen es um das geschäftliche Überleben ging.

Aber ich möchte diese Zeit nicht missen, denn sie hat mich geprägt, mich zu dem gemacht, der ich heute bin“, sagt sie zum Abschluss unseres Gespräches.

Kontakt:
Pflegedienst Lippert GmbH
Martina Lippert
Geschäftsführende Gesellschafterin
Haselünnerstr. 53-55
49809 Lingen
Tel.: 0591 - 807 40 990
Fax: 0591 - 807 40 999
E-Mail: info@pflegedienst-lingen.de
http://www.pflegedienst-lingen.de

 

MENSCHEN – SIE MACHEN DEN ALLTAG INTERESSANT (2)

2021.04.06
ZUSAMMENFASSUNG – INTERVIEW UND FIRMENPORTRÄT – DIETLINDE HOKE UND JÜRGEN HINTZE
Küchenstudio Wriezen:
Interview:

DIETLINDE HOKE – ENGAGIERTE UNTERNEHMERIN MIT VIEL HERZ

Firmenporträt:

IHR KÜCHENPARTNER – DIETLINDE HOKE

Glasermeister Hintze aus Wandlitz:
Interview:

INTERVIEW MIT JÜRGEN HINTZE VOM 07.07.2020

Firmenporträt:

GLASEREI JÜRGEN HINTZE