Mehr lesen: Auf das Cover klicken
Mehr lesen: Auf das Cover klicken
Mehr lesen: Auf das Cover klicken
SÄTZE VON DEN GROSSEN – SPARSAM IN DER WORTWAHL, WIRKSAM FÜR GELEBTEN ALLTAGSSINN (1)
SÄTZE VON DEN GROSSEN – SPARSAM IN DER WORTWAHL, WIRKSAM FÜR GELEBTEN ALLTAGSSINN (2)
SÄTZE VON DEN GROSSEN – SPARSAM IN DER WORTWAHL, WIRKSAM FÜR GELEBTEN ALLTAGSSINN (3)
SÄTZE VON DEN GROSSEN – SPARSAM IN DER WORTWAHL, WIRKSAM FÜR GELEBTEN ALLTAGSSINN (4)
SÄTZE VON DEN GROSSEN – SPARSAM IN DER WORTWAHL, WIRKSAM FÜR GELEBTEN ALLTAGSSINN (5)
Mehr lesen: Auf das Cover klicken
Mehr lesen: Auf das Cover klicken
Mehr lesen: Auf das Cover klicken
Mehr lesen: Auf das Cover klicken
Krümel ging nun schon einige Wochen in die Schule und wir hatten den Eindruck, dass es ihr Spaß machte, zu lernen.
Nur mit den Hausaufgaben, da haperte es manchmal ein bisschen.
Sie wollte zu Hause spielen und nicht am Schreibtisch sitzen.
„Du Krümel, Opa hat lange nicht mehr etwas gelernt. Willst du mir ein wenig beim Rechnen helfen, wenn du uns am Wochenende besuchst?“, fragte ich sie am Telefon.
„Oh ja, Opa“, schrie Krümel freudig auf.
„Aber du darfst nicht so streng mit mir sein“, schob ich noch hinterher.
„‘Doooch‘, sagte sie, „ich bin eine strenge Lehrerin.“
Das Wochenende war da. Ich holte Krümel von der Schule ab.
Als ich die Schule betrat, da hätte ich mir gewünscht, ich hätte Ohrenstöpsel mitgehabt.
Aber das war wohl die pure Lebensfreude, die sich bei den Kindern entlud.
Einige Jungen sausten die Treppe runter, andere trödelten am Geländer entlang und guckten mich an, so unter dem Motto: „Wen holst du denn ab?“
Krümel kam auf mich zugestürmt: „Opa, schrie sie und fiel mir um den Hals.“
Es waren die Momente, wo ich dachte: „Ja, das Leben ist gut zu dir.“
Wir gingen zum Auto und Krümel packte sofort das Körbchen aus, das Klara für sie zurecht gemacht hatte.
Es war wie selbstverständlich, dass es da war.
„Ist Oma nicht mit?“, fragte Krümel mich.
Sie war etwas enttäuscht, dass Klara nicht neben ihr auf dem Rücksitz Platz genommen hatte.
„Oma bereitet das Mittagessen vor und du kannst auch noch Kompott mitessen“, sagte ich zu ihr.
Sie nickte.
Das war doch klar, dass Klara noch etwas Besonderes für sie zu Hause bereithielt.
Nach dem Mittagessen zu Hause, da war mir danach, mich auf die Couch zu legen, mich von den neuesten Nachrichten berieseln zu lassen und eventuell für ein paar Momente die Augen zu schließen.
„Die Schule geht gleich los. Opa, setz dich schon mal gerade an den Tisch und nimm‘ ein Blatt Papier“, sagte Krümel streng.
„Oma, du kannst auch mitmachen“, drehte sie sich etwas nachgiebiger zu Klara um.
Die nickte.
„Ich räum‘ nur noch das Geschirr weg.“
Krümel hatte in nur wenigen Minuten eine Tabelle eingerichtet, auf der ‚Opa‘ und ‚Oma‘
stand.
Daneben war eine Spalte, in der die Punkte eingetragen werden sollten.
„Opa, wie viel sind fünf und eins?“, fragte sie.
Ich tat, als würde ich angestrengt überlegen, nahm schließlich die Finger mit zur Hilfe und zählte sie ab.
Vielleicht ist das in ein paar Jahren die Realität. Nur, dass mich dann nicht Krümel fragte, sondern eine Altenpflegerin aus dem Heim, in dem ich wohnte.
Mich schauderte es leicht.
„Opa, sag‘ jetzt, wie viel fünf und eins sind!“
„Sechs“, antwortete Klara aus dem Hintergrund.
„Richtig, Oma,“ rief Krümel.
„Opa, du musst schneller rechnen“, sagte Krümel streng zu mir.
Ich nahm mir vor, wie aus der Pistole geschossen das nächste Mal zu antworten.
„Fünf und zwei, wie viel sind das?“
„Sieben“, rief ich schnell.
„Gut, Opa.“
Na endlich, ich bekam ein Lob von ihr.
„Fünf und drei?“
„Acht“, riefen Klara und ich zugleich.
Richtig.
„Oma hat gewonnen!“
„Wieso hat Oma gewonnen?“, fragte ich empört.
„Ja Opa, du bist zu langsam“, sagte sie.
Ich hatte die Lust verloren.
„Wollen wir malen?“, fragte ich nun.
„Ja, aber ich muss ein Blatt aus deinem Drucker nehmen, ja Opa?“
„Ja, ist gut.“
Krümel kam mit mehreren Blättern aus meinem Arbeitszimmer zurück.
Wir bekamen Anweisungen, was wir auf dem Blatt ausmalen sollten.
Krümel hatte in Windeseile ein paar Figuren aufgezeichnet.
„Oma, ich helf‘ dir, denn die älteren Menschen können das nicht so schnell“, sagte Krümel nun zu Klara.
„Siehst du Oma, die älteren Menschen können das nicht so schnell“, sprach ich den Satz von Krümel nach.
Krümel nickte dazu wie zur Bestätigung.
Ich ging in das Arbeitszimmer. Und auf dem ersten Blatt hatte Krümel schnell noch einen Wolf aufgeklebt.
Im Zimmer waren die Buntstifte zerstreut und auf dem Fußboden lagen die Spielsachen umher.
Sollte ich aufräumen? Nein, das hatte ich mir abgewöhnt.
Wenn Krümel wieder zu Hause war, dann waren wir geschafft, die Wohnung durcheinander, aber irgendwie waren wir trotzdem glücklich.
Mehr lesen: Auf das Cover klicken
WAS VOM TAG HÄNGENBLEIBT RÜCKBLICK-(1) AUS DEM URLAUB ZURÜCK Das ist nun auch schon wieder ein halbes Jahr her. Was bleibt, das sind die schönen Erinnerungen an das Rauschen des Meeres, das Geschrei der Möwen, und an die vielen kleinen Erlebnisse mit unserer sechsjährigen Enkelin, Krümel. Ich habe ihr viele kleine Geschichten erzählt und sie hat zugehört, sich in die einzelnen Figuren hineingedacht und schließlich mitgespielt.
TRAUERREDNER - MEIN LANGER WEG - TEILE 1 BIS 3
DER SCHOCK – ANNA IST TOT
GLÜCKSGEFÜHLE ROLLEN SELTEN IN EINER RIESENWELLE AUF DICH ZU, SIE KOMMEN EHER UNAUFFÄLLIG DAHER
WAS IST MIR WICHTIG, WAS SOLL HÄNGENBLEIBEN? Ich will mehr tun – für meine Gesundheit, dafür, dass ich mein Gewicht reduziere. Das ist heute der Startpunkt für meine Vorhaben, ausgeführt nicht in panischer Hektik, sondern vielmehr planvoll, diszipliniert, kontinuierlich.
Mehr lesen: Auf das Cover klicken
Mehr lesen: Auf das Cover klicken
Theodor Fontane (1819-1898)
Mehr lesen: Auf das Cover klicken
Mehr lesen: Auf das Cover klicken
LEBENSPHILOSOPHIE IM ALLTAG Es sind weniger die großen Worte, sondern vielmehr die kleinen Taten, die Menschen berühren, und ihnen auch weiterhelfen. Hier ist so ein kleiner Bericht von großartigen Menschen, die fast unmerklich, auf jeden Fall abseits von der großen Aufmerksamkeit, viel Gutes im Alltag tun und dadurch Merkliches bewirken.
Gestern, gegen 15.00 Uhr im Friedwald.
Es war regnerisch, und es begann dunkel zu werden.
Ich habe eine Rede für einen älteren Menschen gehalten, dessen Frau wir würdig verabschieden wollten.
Ich hatte ihn schon im Vorgespräch ins Herz geschlossen, weil er mit viel Liebe über seine Frau berichtet hatte.
Du hast ihm angemerkt – die Trauer saß tief in ihm drin, und es fiel mir deshalb schwer auf professioneller Distanz zu bleiben, so dass ich die Fakten ordentlich zusammenbekam.
Ich hatte Glück, denn Gitta Hesse von der Alltagsbegleitung aus Basdorf half mir dabei, alles ins richtige Licht zu rücken.
Gestern nun, da war Gitta wieder an der Seite des trauernden Angehörigen.
Auf der anderen Seite saß Thorsten, der Chef der Alltagsbegleitung Basdorf.
Du kannst viel darüber schreiben, was ein Unternehmen alles vor hat, wie es hilfs- und pflegebedürftigen Menschen helfen will, was dazu gehört.
Das bleiben Worthülsen. Ich habe das nicht selten erlebt – in meiner langjährigen Tätigkeit, als jemand eben, der auf dem Blog viel über Pflege-und Hilfsdienste berichtet hat.
Gitta hatte ich anders erlebt, nämlich mit wieviel Engagement, wie liebevoll sie sich während des Vorgespräches um den Hinterbliebenen kümmerte.
Das war nicht gespielt, nein das war echt.
„Gitta ist ein Engel“, sagte der Angehörige zu mir.
Und zwar ohne, dass ich ihn dazu aufgefordert hatte.
Thorsten, der Chef von der Alltagsbegleitung, der war sich nicht zu schade, sich ebenfalls sensibel um den Angehörigen zu kümmern.
Als den Angehörigen die Tränen im Gesicht herunterliefen, da reichte Thorsten ihm ein trockenes und sauberes Taschentuch.
Kleinigkeiten?
Ja, aber ganz wichtige Zeichen dafür, wie Menschen nicht nur darüber reden, sich um andere zu kümmern.
Nein, es einfach tun.
Das hat mich berührt.
Danke, dass es solche Menschen gibt, dass es diese Begleitung im Alltag gibt.
Als ich nach der Trauerfeier aus dem Friedwald wegfuhr, da wusste ich, ich konnte nicht mehr viel tun für ihn.
Aber ich hatte das Gefühl, dass der Angehörige nicht allein war, in dieser so unglaublich schweren Stunde für ihn – die Alltagsbegleitung in Basdorf wird sich ja auch weiter um ihn kümmern.
Thorsten, Gitta, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – machen Sie genauso weiter – still, ohne viel Aufhebens, aber mit viel Empathie und Herz.
Mehr lesen: Auf das Cover klicken
WEITERE BEITRÄGE: AUF COVER KLICKEN
ANNA ZUM GEDENKEN (3) Anna konnte sich die Namen ihrer Freunde und Bekannten nicht mehr merken. Peter und Klara entschlossen sich, es positiv zu sehen und Anna dabei zu helfen, sich zu erinnern.
Anna rief an: „Es war schön gestern bei der Diamantenen Hochzeit.“
Anna hatte vergessen, dass Klara zur Arbeit gefahren war und dachte, sie träfe sie am Telefon an.
Jetzt musste sie mit ihrem Schwiegersohn vorliebnehmen.
„Hattet ihr denn auch Musik?“, fragte Peter.
„Ja, Berta hat aufgelegt.“ „Oh, Donnerwetter!“, staunte Peter und musste schmunzeln.
Aufgelegt – war das nicht ein Begriff, der längst vergangen war? Oder ist er gerade hip, wenn man an die heutigen Veranstaltungen denkt, wo der DJ auflegt?
Jedenfalls: Anna sprach und dachte modern.
Trotzdem: Wahrscheinlich war das ein ganz normaler Recorder, auf dem die Musik spielte und zwischendurch die CD’ s gewechselt wurden.
Und das tat eben Berta. Sie war die beste Freundin von Anna, schon von Kindesbeinen an, und so wusste Berta auch, welche Musik Anna mochte.
„Waren denn Gäste da, die wir kennen?“, fragte Peter weiter. Anna überlegte kurz und sagte: „Nein, keine.“
Da war er wieder, der Gedächtnisverlust. Peter und Klara kannten bestimmt über die Hälfte derjenigen, die dort Gäste waren.
„Wie heißt noch gleich die Tochter von Berta, ich komme einfach nicht drauf“, fragte Peter jetzt.
„Na, Cornelia, das musst du doch wissen?“, sagte Anna vorwurfsvoll.
Ja, Anna hatte Recht. Peter musste und konnte es wissen.
Anna konnte es im ersten Anlauf nicht wissen, dass es jemand war, den Peter und Klara kannten, und sie musste es vielleicht auch nicht mehr.
Wie sollte man das alles werten?
War es ein schlechtes Zeichen, dass Anna erst nach dem zweiten Anlauf auf die Namen kam?
Oder sollte man es so nehmen, wie es eben war.
Anna fiel es schwerer, auf die Namen von Freunden zu kommen, selbst auf die der engsten Freundin.
WEITERE BEITRÄGE: AUF COVER KLICKEN
WEITERE BEITRÄGE: AUF COVER KLICKEN
Anna lebt nicht mehr.
Es ist schwer, sich mit dieser Tatsache abzufinden.
Klara kann es noch nicht fassen, Laura nicht und ich auch nicht.
Aber es ist eine Wahrheit, die bitter und zugleich unumkehrbar ist.
Wir können also nur eine Brücke bauen, über die wir weiterhin zu ihr gelangen, sie bei uns bleibt– in unseren Herzen und in der Erinnerung.
Immer wieder habe ich über Anna geschrieben, kleine Geschichten, humorvolle Begebenheiten und auch bittere Erfahrungen.
All das gehörte zu Annas Leben und zum Leben unserer gesamten Familie.
Einige dieser Begebenheiten habe ich noch einmal durchgesehen, ein bisschen bearbeitet.
Aber im Grunde genommen sind die Erzählungen so geblieben, wie ich sie auch vor sieben Jahren begonnen habe aufzuschreiben.
Hier sind einige davon.
Sonntagabend.
Laura ist zu Besuch.
Peter versucht Laura zu erklären, warum Anna nicht mehr alles versteht.
Klara hatte noch einmal bei Anna angerufen. Sie wollte nicht, dass ihre Mutter nun vielleicht durcheinander war, weil Laura ihr am Telefon nicht richtig erklärt hatte, dass sie unverhofft aus Berlin zu Besuch gekommen war.
Es war für keinen leicht, mit der Demenz von Anna umzugehen. Nicht für Klara, für Peter nicht und auch nicht für Laura.
„Du musst mit Oma gehirngerecht kommunizieren.“
„Papa, was ist das für ein Quatsch?“, protestierte Laura.
„Ja, wahrscheinlich hast du Recht. Was ich damit sagen will: Oma kann nicht mehrere Informationen gleichzeitig verarbeiten. Das verwirrt sie.“
„Was meinst du?“, fragte Laura.
„Nun, du gehst an unser Telefon. Für Oma müsste jetzt Mama am Hörer sein. Stattdessen hört sie deine Stimme. Für sie wohnst du in Berlin.
Wir wiederum sind für sie gerade dort, wo sie jetzt auch anruft – im Dorf in der Nähe von Berlin. Also solltest du erst einmal sagen, dass du bei uns spontan zu Besuch bist, in Brandenburg.“
„Spontan zu Besuch?“, fragte Laura dazwischen.
„Das versteht sie doch erst recht nicht.“
„Aber stell dir vor, du würdest die Informationen per Rohrpost versenden – ein Satz folgt auf den anderen, und sie gehen alle in die gleiche Richtung.
Da kannst du ja auch nicht mit dem letzten Satz anfangen, sondern du schiebst den ersten Satz zuerst durch.“
„Na gut Papa, das ist mir zu blöd.“
Peter schwieg. Laura lag vermutlich richtig.
Er war eben auch nicht trainiert auf die Kommunikation mit demenzkranken Menschen.
WEITERE BEITRÄGE: AUF COVER KLICKEN
Mehr lesen: Auf das Cover klicken
Freitagvormittag, ich sitze bei REWE in Basdorf.
Klara hat mir einen Cappuccino besorgt, so dass ich in der Ecke der Bäckerei an einem der Tische sitzen kann.
Das ist nicht ganz unwichtig, denn ansonsten wirst du von der Verkäuferin schräg angesehen, so unter dem Motto ‚wieso nimmst du anderen den Platz weg?‘
Diese Zeilen werden erst am Montag zu lesen sein, wenn die neue Woche bereits begonnen hat.
Da werde ich eine ganz andere Gemütsverfassung haben, eine, die eben zu Montag passt.
Jetzt, am Freitag, da bin ich anders drauf – es scheint alles ein wenig leichter, beschwingter, weil du das beginnende Wochenende spürst, bis ins Unterbewusstsein hinein.
Am Wochenbeginn habe ich mich entschlossen, wieder ins Fitness-Center zu gehen.
Ich habe damit lange gezögert, weil ich nicht geglaubt habe, dass ich so etwas wiederfinden werde, wie ‚MacFit‘ in Mitte.
Aber das war damals eine andere Situation.
Ich bin dort morgens ganz früh hingefahren.
Klara arbeitete noch und ich habe sie in ihr Büro gefahren und war dann anschließend zum Training unterwegs.
Nun habe ich wieder etwas gefunden, was mir viel Spass macht.
Die Atmosphäre im Trainingsraum ist gut und ich habe die Geräte, die mir gefallen für das, was ich will.
In der Regel gehe ich am Anfang zunächst auf das Laufband.
Ich laufe dort eine halbe Stunde.
Du kannst dann gut überlegen, was dir im Leben wichtig ist.
Du kannst auch Leute beobachten und versuchen zu ergründen, was sie so umtreibt.
Es ist nicht ganz unwichtig, das alles zu sehen, dir Gedanken zu machen und manches von deinen Beobachtungen auch hinterher aufzuschreiben.
Meine Gedanken schweifen ab und ich bleibe bei dem Gedanken hängen, warum ich mich so in das Schreiben hineinhänge?
Manchmal überlege ich, warum ich so viel schreibe, mir zusätzliche Arbeit aufbürde.
Ich kann darüber am besten an solchen Tagen darüber nachdenken, wo es leichter scheint, sich zurückzulehnen, zu grübeln, über das Leben, über das, was dir Spass macht.
Schreiben, das bleibt für mich eine Leidenschaft.
Klar, sie ist damit verbunden, dass du dich stets überwinden musst, den Stift in die Hand zu nehmen oder in die Tastatur zu hauen.
Schreiben bedeutet, sich ununterbrochen mit sich selbst auseinanderzusetzen.
Es ist ein Prozess der kontinuierlichen Selbsterfahrung.
Das Schreiben kann dich aus deiner eigenen empfundenen Isolation zu befreien.
Schreiben heißt: Das Gedachte und Gesprochene festzuhalten, es zu ordnen.
Und es bringt dich weiter auf deinem Weg, dich selbst zu finden, zu erkennen.
Klara kommt mit dem Einkaufswagen, und ich muss aufhören, auf der Tastatur des iPads herumzuhacken.
Ich staune immer wieder, wie wenig ich daran noch ändere – oft nur kleinere Schreibfehler.
Jetzt hat mich der Alltag wieder – die beste Möglichkeit, das Leben anzunehmen und zu genießen.
Mehr lesen: Auf das Cover klicken
Mehr lesen: Auf das Cover klicken
Der große Zeiger bewegt sich auf fünf Uhr morgens zu, und ich sitze bereits seit einer guten Stunde am Schreibtisch.
Ich bewege den Bleistift auf dem Papier, fast unmerklich, ohne groß nachzudenken.
Ich merke, wie meine Gehirnzellen langsam ‚anspringen‘.
Und dennoch: Ich weiß nicht, was mich aus dem Bett getrieben hat.
Ist das etwa schon senile Bettflucht?
Warum habe ich mich nicht wieder umgedreht und habe einfach weitergeschlafen?
Ich weiß es nicht.
Auf jeden Fall treibt mich der innere Gedanke hoch, etwas Wichtiges zu verpassen, ja der Gedanke, dass ich die Aufgaben besser erledigen kann, wenn ich damit einfach früher beginne.
Ich stehe auf, gehe zur Balkontür, öffne sie.
Kalte Luft strömt herein.
Aus der Ferne höre ich, wie die S-Bahn vorbeirattert.
Das gibt mir das Gefühl, dass der Tag so langsam erwacht.
Was werde ich heute tun?
Gegen Mittag will ich ins Fitness-Studio gehen und mich weiter mit den einzelnen Geräten beschäftigen.
Ich bin noch unsicher, was sich dort alles befindet und wie ich die Übungen entsprechend aufbaue.
Auf jeden Fall habe ich schon mal die App mit der To-do-Liste freigeräumt und dort die ersten sechs Übungen eingetragen, die ich ausführen will.
Dazu habe ich ein Foto gepackt, zum Beispiel vom Rückenstrecker, damit ich das Gerät auch wiederfinde, wenn ich mit dem Training anfange.
Ich brauche immer eine Struktur, damit ich vorwärtskomme und effektiv die Zeit ausnutzen kann.
Nach dem Fitness-Training werde ich weiter an der Rede für nächste Woche arbeiten.
Ich lege den Bleistift aus der Hand und schaue auf das Blatt Papier vor mir.
Der Tag hält nichts Besonderes bereit, aber ich freue mich trotzdem auf ihn.
Mehr lesen: Auf das Cover klicken
Mehr lesen: Auf das Cover klicken
Du kennst es: Du wachst morgens auf, und du willst dich am liebsten wieder gleich umdrehen, um weiterzuschlafen.
Dir kommt der vergangene Tag in den Sinn, mit dem vielen Stress, mit dem, was nicht gelaufen ist und du willst gar nicht, dass dieser neue Tag beginnt.
Doch dann ist da noch die andere Seite.
Ist es nicht ein neuer Tag, einer, der dir viel Schönes bringen kann?
Wie willst du dich entscheiden?
Liegenbleiben und vielleicht noch schlechtere Laune bekommen oder aufstehen und den Tag beginnen – mit Fröhlichkeit, mit Optimismus?
Ja klar, ich weiß.
Woher soll diese Art des Frohsinns kommen, morgens, kurz nach fünf Uhr.
Ich versuche mir vorzustellen, was ich alles schaffen kann, wenn ich so früh aufstehe.
Die Planung kann fertiggemacht werden.
Die Rede würde im Rohentwurf ein bis zwei Stunden weiter auf dem Schreibtisch liegen.
Ich könnte Sport machen, ins Fitness-Center gehen, ohne dass ich ein schlechtes Gewissen bekomme, dafür eigentlich keine Zeit zu haben.
Ich spüle mir als erstes ein wenig kaltes Wasser ins Gesicht, benetzte den Nacken damit und schon werde ich munterer.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich am besten vorwärtskomme, wenn ich einfach eine Sache nach der anderen angehe – mich duschen, Tee kochen, Sprechtraining durchführen.
Jeder beginnt seinen Tag anders, aber in einem haben wir immer die Wahl.
Wir können schlechtgelaunt bleiben, weil die Probleme offensichtlich wieder ins Bewusstsein rücken.
Oder wir ignorieren diese Tatsachen nicht, aber wir freuen uns dennoch darüber, dass der Tag beginnt.
Wir sehen die Sonne aufgehen, es heller werden.
Wir freuen uns darüber, dass wir zu denen gehören, die sich sagen können: ‚Der frühe Vogel fängt den Wurm‘.
Und wir motivieren uns, indem wir gleich am Morgen an etwas sehr Schönes denken.
Mir fällt dann Krümel ein – wie ich mit ihr spiele, wenn sie mich mal wieder besucht und zu mir sagt: „Komm‘ Opa, gehen wir in unser Zimmer, spielen wir!“
Der Tag wird schön, weil ich es mir vornehme.
Mehr lesen: Auf das Cover klicken
Mehr lesen: Auf das Cover klicken
Mehr lesen: Auf das Cover klicken
Mehr lesen: Auf das Cover klicken
Wenn du erleben willst, was Freunde erreichen, wenn sie einer gemeinsamen Leidenschaft nachgehen, nämlich der Musik, und wenn du dann noch sehen willst, wie sie das alles auf der Bühne umsetzen, ja, dann bleibt dir nicht viel – du musst einfach zu ihren Konzerten gehen.
Aber der Reihe nach:
„Willst du am Samstagnachmittag mit ins Konzert gehen?“
„Wieso?“, fragte ich knapp.
Ich wollte nicht.
Karsta wusste das. Und ich wusste, dass sie es wusste.
Wenn sie also trotzdem fragte, dann war es ihr wichtig.
„Du, da spielt die Band von Christines Mann, in einer kleinen Kirche.“
Klara wusste, dass ich diese Worte nicht so einfach ignorieren würde.
Immerhin war es Karstas Freundin Christine, die diese Einladung ausgesprochen hatte.
Christine, Simone und Karsta – das waren ehemalige Arbeitskolleginnen, die sich regelmäßig zum Kaffee trafen.
Sie haben Jahrzehnte zusammengearbeitet, kannten sich und waren Freundinnen.
Klara ist fasziniert von der Tatkraft, die Christine immer noch ausstrahlt, davon, wie sie Menschen zusammenbringt und Freundschaften und Familie zusammenhält.
Ich bewunderte sie ebenfalls für ihre Energie, ihre Herzlichkeit, mit der sie Menschen begegnete.
Also kam ich gar nicht drumherum wenigstens zu brummen:
„Ich überleg‘ mir das mal.“
Schließlich hatte ich einen Tag davor zwei Reden zu halten – eine ganz früh und die andere am späten Nachmittag.
Und ich wusste: Danach war ich ‚platt‘ und wollte am liebsten nur noch auf der Couch liegen, meine Zettel am Schreibtisch von links nach rechts schieben, Krümel anrufen und am Telefon abwarten, bis sie mich fragt: ‚Opa, kannst du mir was von der Scheune erzählen?‘
Aber nun sollte ich mich am Samstagnachmittag aufmachen, nach Mahlsdorf fahren, mich auf einen Stuhl setzen und der Dinge harren, die ich gar nicht kommen sehen wollte.
„Ich hab‘ keine Lust“, sagte ich noch zu Karsta, während ich ächzte und meine Schuhe anzog.
‚Sport wäre jetzt besser‘, dachte ich im Stillen.
Aber hätte ich den jetzt gemacht? Auf keinen Fall!
„Ich wusste, dass du das sagst“, hörte ich, während ich noch damit beschäftigt war, die Schnürsenkel zweimal zuzumachen.
Karsta verteidigte jetzt ihre Freundin, denn sie wusste, dass Christine sie niemals einladen würde, wenn es nicht etwas ganz Besonderes wäre.
Das wusste ich auch.
Also opferte ich mich und ließ das auf mich zukommen, was ohnehin unabwendbar schien.
Wir kamen in Mahlsdorf an, in der Schrobsdorffstraße, nicht ohne uns einmal verfahren zu haben.
Aber wir konnten direkt vor der kleinen Kirche halten.
Kein Wunder – wir waren ja auch schon kurz vor halb drei Uhr vor Ort.
Auf dem Nachbargrundstück war am Toreingang ein kleiner weißer Hund, ich glaube ein Westi.
Er schaute uns so neugierig und zugleich freundlich an, dass ich mir dachte:
„Naja, einer freut sich schon mal, dass er uns sieht.“
„Hör mal, drinnen probt die Band schon“, sagte ich zu Karsta.
„Ich hör‘ nichts antwortete sie“.
Eigentlich war ich aus der Marinezeit der Hörgeschädigte, aber was ich wollte, dass hörte ich immer noch.
Die Zeit verging schnell, es kamen Leute, die gleich durch das Tor zur Tür gingen.
Jetzt entstand eine Atmosphäre, die leicht spannungsgeladen war und damit einherging, dass du anfängst, dir die richtigen Fragen zu stellen: ‚Wo wollen wir sitzen? Wo hörst du gut, kannst gut sehen, fällst aber nicht gleich auf?‘
Es ging los, die Eingangstür öffnete sich und die Schlange rückte dichter zusammen.
Wir standen ziemlich weit vorn.
Als wir reingingen, da rief Christine gleich nach Karsta, zog sie zu sich und umarmte sie.
Sie umarmte mich ebenfalls und ich fühlte mich sofort herzlich willkommen geheißen, schämte mich im Stillen dafür, dass ich so lustlos dahingegangen war.
Wir begaben uns auf die Plätze, so ziemlich in der Mitte des Raumes, direkt an das Ende, da wo die Heizung stand und ich meinen Arm drauflegen konnte.
„Hast du schon das Geld gespendet?‘, fragte ich Karsta.
‚Nein, ich geh‘ gleich hin‘, sagte sie.
Da wussten wir noch nicht, dass die Spenden erst am Ende des Konzerts erfolgen sollten, quasi beim Rausgehen.
‚Heimspiel für Blau-Weiß‘, das stand auf der Einladung.
Also würde es wohl darum gehen, diesen Verein zu unterstützen.
‚Jungpioniere‘, wie wir nun mal waren, da stürmte Karsta noch vor Beginn an die Kasse und gab ihre 30 Euro ab.
Später, als das Konzert zu Ende war, da habe ich noch einmal 20,00 Euro hineingelegt.
Es war mir zu peinlich, einfach so aus der Tür zu gehen, und nichts mehr hinzuwerfen.
So, als hätten wir gar nicht gespendet.
Außerdem war es ja für einen guten Zweck und dafür war uns das Geld nicht zu schade.
Der Saal füllte sich, und ich glaube, es waren alle Plätze besetzt.
Irgendwie war es gemütlich.
Die Decke aus Holz strahlte Wärme aus, vorn war mit kleinen Holztäfelchen der Tag und die Uhrzeit der Veranstaltung angebracht.
Draußen, wenn du reinkamst, da war im Vorraum eine Plane aufgehängt, auf der das Logo der Band zu sehen war.
Das waren die kleinen Details, die das Ganze ‚rund machten.‘
Die Technik war aufgebaut, alles sah perfekt organisiert und vorbereitet aus.
Ich wusste aus Erzählungen von Karsta, dass Christines Mann für die Technik zuständig war und wieviel Arbeit dahintersteckte.
Am Schluss hat sich die Band bei Peter und Sebastian für die Arbeit im Hintergrund bedankt – das fand ich klasse.
Allein die Lichtausstattung war schon eine Qualität für sich.
Es ging los und im Saal gab es verhaltenen, eher höflichen Beifall.
Aber dann legte die Sängerin los, Nicole.
Wir kannten sie schon aus den vergangenen Jahren von den Auftritten in einem Chor, indem sie uns schon mit einzelnen Soloauftritten zwischendurch begeistertet hatte.
Uns war klar, die Sängerin war sicherlich eine Bereicherung für die Band.
Als sie mit dem ersten Titel zu Ende war, da brandete Beifall auf und die Atmosphäre lockerte sich, so mein Eindruck.
Die Band wurde auch lockerer.
Wolfgang, der von mir aus ganz links in die Tasten haute, der überzeugte mit seinem virtuosen Handling.
Aber was verstehe ich als Laie schon davon. Es war mein persönlicher Eindruck.
Ich glaube, die anderen Zuschauer sahen es aber auch so.
Und als er dann sagte: „Ich komm‘ ja nur einmal ans Mikrofon und dann will ich das auch nutzen‘, da hatte er die Lacher auf seiner Seite.
Thomas sang später ein Herbstlied – wunderbar.
Die Namen der einzelnen Bandmitglieder kannte ich erst, nachdem sie am Schluss von der Sängerin vorgestellt wurden.
Ulli mit dem kleinen schwarzen Hut, er sang und spielte klasse.
Sein Lied über Mahlsdorf-Süd kam zum Schluss gut an, besser, die Zuschauer tobten.
Andrè, dem Schlagzeuger, dem merkte man die Leidenschaft ebenfalls an, mit der er spielte.
„Der Schlagzeuger ist gut“, flüsterte ich Karsta zu.
„Drummer“ heißt das, gab sie zurück.
Naja, dann eben so.
Aber er konnte auch gut Mundharmonika spielen.
Überhaupt: Du hast allen angemerkt, wie viel Freude sie am Musizieren haben, mit welcher Leidenschaft sie das tun und dieser Funke springt einfach über.
Ich habe zum Schluss sogar mitgeklatscht und geschunkelt.
Karsta wollte nicht recht mitmachen.
Sie ist da eher zurückhaltend, eben norddeutsch geprägt.
Ich merkte ihr trotzdem an, dass sie begeistert war.
Als der Mann vom Verein seine Rede hielt und Spenden für einen Kunstrasen bat, da habe ich für ihn mitgeschwitzt.
Er sprach zu schnell, zu leise, verhaspelte sich.
Aber das war egal, denn er wollte einen Kunstrasen für seinen Verein, für die über 700 Mitglieder, darunter viele Kinder, und deshalb wollten wir auch, dass sie den Rasen bekamen.
Das alles rausgerissen hat seine Partnerin, die allen Bandmitgliedern eine blau-weiße Pudelmütze – mit den Vereinsfarben also – schenkte, die diese dann auch beim letzten Lied aufsetzten.
Als Sängerin Nicole zum Schluss den Titel ‚Stand by me‘ sang, auf ihre ganz persönliche Weise, da hat das mein Herz berührt und das der anderen wohl auch, denn der Saal tobte.
Ja, was kann ich sagen?
Mit ‚gebremstem Schaum vor dem Mund‘ hin gegangen, ohne große Erwartungen.
Herausgekommen voller toller, beschwingter Gefühle, begeistert.
Ich habe mir auf diesem Blog vorgenommen, über das Alltägliche zu schreiben, das Banale, einfach das, was uns ausmacht in unserem Leben und was der Tag aus uns macht.
Dieser Samstagnachmittag hat uns glücklich gemacht.
Danke Christine für die Einladung!
Danke an die Band – von links nach rechts von meinem Platz aus gesehen- Wolfgang, Thomas, Ulli, André, Nicole.
Und danke an Peter und Sebastian, die Könner im Hintergrund.
Vielleicht nicht gleich, aber irgendwann werden wir noch einmal hingehen und uns dann schon vorab freuen, wenn wir Karten bekommen
Mehr lesen: Auf das Cover klicken
Mehr lesen: Auf das Cover klicken
Mehr lesen: Auf das Cover klicken
Mehr lesen: Auf das Cover klicken
samstags... Wir sind wieder zu Hause angekommen. Es waren drei turbulente Tage und hochemotional dazu. Die Rede für meine Schwiegermutter ist gelungen, und dennoch: Am Anfang hatte ich Mühe, meine Tränen zu unterdrücken und die Stimme in den Griff zu bekommen. Aber ich habe es geschafft. Das war mir wichtig, sehr wichtig...
freitags.... Heute Mittag habe ich die große Rede, um Klaras Mutter ein letztes Mal zu würdigen und zu verabschieden. Ich bin darauf gut vorbereitet, Ich habe tagelang an den Sätzen gefeilt, überlegt, was ich aus dem Leben von Anna erzähle. Heute kommt es darauf an, die innere emotionale Spannung auszuhalten und gut zu sprechen. Das werde ich schaffen, weil es meine Art sein wird, Anna danke zu sagen.
BEITRÄGE AUS DEM ALLTAG UND FÜR DEN ALLTAG – EINFACH AUF DAS ENTSPRECHENDE COVER KLICKEN
Mehr lesen: Auf das Cover klicken
mittwochs…. Mein innerer Schweinehund leistet mal wieder erbitterten Widerstand Ich bin gegen fünf Uhr aufgewacht. ‚Wolltest du nicht aufstehen?‘, fragte meine innere Stimme. ‚Nein!‘, antwortete ich und drehte mich im Bett auf die andere Seite. Ich versuchte wieder einzuschlafen, drückte die Augen ganz fest zu, so als ob das helfen würde. ‚Ich denk‘, du wolltest dir jetzt die Männer und Frauen vom Ironman zum Vorbild nehmen und möglichst viel und regelmäßig Nordic Walking betreiben?‘ Ich konnte die innere Stimme nicht abschütteln. ‚Jetzt stell‘ dir vor, du bist unten im Park am Teich angelangt und Glücksgefühle kommen in dir hoch‘, schmeichelte die Stimme weiter. Ich sah mich nun tatsächlich am Teich. Regentropfen klatschten in mein Gesicht, ich trat in Pfützen und war nicht gut gelaunt, von Glücksgefühlen konnte ja nun schon gar keine Rede sein. Ich rollte mich noch fester in die Decke ein und versuchte an etwas Schönes zu denken. Es gelang nicht. ‚Wenn du jetzt wirklich aufstehst, dein Sportzeug anziehst und losläufst, ja dann bist du ganz weiter vorn in deiner mentalen Motivation für den Tag. Du kannst danach weiter an der Rede arbeiten, Klara zum Einkaufen fahren.‘ Ich schob meine Bettdecke beiseite, drehte die Beine heraus und stand urplötzlich. ‚Na bitte, geht doch!‘, lobte die Stimme. ‚Schnauze‘, murrte ich und lief schlechtgelaunt ins Bad. Dann ging alles von allein, fast von allein. Ich zog mich an, setzte die Kopfhörer auf, steckte das Handy an der Seite in die Tasche und begab mich nach unten, in den Keller. Dort standen meine Laufschuhe. Ich stellte zunächst den blauen Klappstuhl raus, setzte mich darauf und zog die Hausschuhe aus. Nun musste ich mich erheben, umdrehen, einen Fuß auf die Kante des Stuhls stellen, um die Schnürsenkel des Laufschuhs festzuzurren. Ich ächzte und verfluchte mich innerlich. Dann nahm ich die Stöcke in die Hand und marschierte zur Haustür hinaus. Es regnete stark, und so stülpte ich die Kapuze des Überziehers über den Kopf. Jetzt lief ich los und war nicht mehr aufzuhalten. Als ich unten am Teich angekommen war, da überkamen mich keine Glücksgefühle, nein. Aber ich musste innerlich schmunzeln – ich hatte meinen größten persönlichen Feind, den inneren Schweinehund mal wieder besiegt.
Mehr lesen: Auf das Cover klicken
BEITRÄGE AUS DEM ALLTAG UND FÜR DEN ALLTAG - EINFACH AUF DAS ENTSPRECHENDE COVER KLICKEN
Mehr lesen: Auf das Cover klicken
Ich will wieder mehr für meine Gesundheit tun – das jedenfalls habe ich mir vorgenommen.
Das ist, es zu sagen oder aufzuschreiben.
Etwas ganz Anderes entscheidet aber dann darüber, dass ich mich dem auch stelle, nämlich: Ich muss wieder mehr Sport machen, gesünder essen.
Gestern habe ich mit dem Nordic Walking wieder nach dem Urlaub angefangen.
„Du hast jetzt keine Zeit dafür, du musst dich auf die Rede am Donnerstag vorbereiten“, so meine innere Stimme.
„Hör‘ auf, Ausreden zu suchen, fang einfach an“, die andere Stimme.
Also habe ich angefangen.
Ich bin anderthalb Stunden im Stadtpark gelaufen.
Es war um die Mittagszeit, Leute saßen auf den Bänken, ich schleppte mich daran vorbei, ohne auf ihre mitleidsvollen Blicke zu achten.
„Los, lauf‘ zwei Runden“, sagte die eine Stimme nach der ersten absolvierten Runde.“
„Eine reicht vollkommen“, flüsterte die andere Stimme.
Ich fand auch, dass es reichte.
Aber ich drehte erneut auf den Weg zu und lief wie von unbewussten Geistern getrieben ein zweites Mal im Stadtpark herum.
„Setz‘ dich hier auf die Bank, ruh‘ dich aus“, schmeichelte wieder die eine Stimme.
Doch ich hörte nicht auf sie. Ich lief einfach weiter, wie von einer unbewussten mentalen Kraft getrieben.
Als ich bei mir vor dem Haus ankam, da ließ ich mich auf die Bank fallen und war unendlich froh, dass ich durchgehalten hatte.
Ich hielt die Flasche an den Mund und saugte gierig das Wasser auf.
Ich schaute auf meine Uhr und sah, dass ich knapp 8000 Schritte geschafft hatte.
Es war einfach ein wunderbares Gefühl.
Das will ich nun jeden Tag wiederholen.
Werde ich es schaffen?
Ganz sicher bin ich mir nicht, ob mein Wille stark genug ist und vielleicht die Ausreden wieder die Oberhand gewinnen.
Aber ich bleibe von nun ab dran, selbst bei Rückschlägen.
BEITRÄGE AUS DEM ALLTAG UND FÜR DEN ALLTAG - EINFACH AUF DAS ENTSPRECHENDE COVER KLICKEN
Mehr lesen: Auf das Cover klicken
Ich bin sehr diszipliniert, was das Schreiben angeht, die Vorbereitung von Reden, und ich lese viel.
Aber was ist mit der Gesundheit?
Was ist damit, mein Körpergewicht zu reduzieren, abzuspecken?
Da ist nicht viel los, bis jetzt jedenfalls.
Ich rede zu viel darüber und ich setze zu wenig von meinen Vorhaben in die Praxis um.
Gut, ich laufe in der Woche an vier Tagen, betreibe Nordic-Walking.
Aber dann hört es schon auf.
Was soll also heute vom Tag im Gedächtnis bleiben?
Die Tatsache, dass ich damit begonnen habe, einen Plan aufzustellen, wie ich Schritt für Schritt mein Gewicht reduzieren kann.
Ich denke, ich fange damit an, mir eine Kalorientabelle zu erarbeiten.
Das wird nicht leicht für mich, aber es führt kein Weg daran vorbei.
Indem ich nun darüber schreibe, heute früh, gegen 04.30 Uhr, da geht es mir schon besser, ich bekomme ein gutes Gefühl.
Der Tag wird gut, und es wird etwas Konkretes in Sachen Gesundheit hängenbleiben – das nehme ich mir für heute vor.
BEITRÄGE AUS DEM ALLTAG UND FÜR DEN ALLTAG - EINFACH AUF DAS ENTSPRECHENDE COVER KLICKEN
Mehr lesen: Auf das Cover klicken
Montag, kurz vor 15.00 Uhr.
Wir erhielten die Nachricht, dass Anna gestorben war.
Es war abzusehen, dass Klaras Mutter nicht mehr lange leben würde.
Und doch: Wenn dir klar wird, was du gerade am Telefon gehört hast, dann willst du es nicht glauben.
Wir waren vormittags noch im Krankenhaus auf der Insel gewesen.
Die Ärztin versuchte uns einfühlsam darauf einzustimmen, dass es mit Anna zu Ende gehen würde.
Wir kämpften danach mit der unabänderlichen Gewissheit, dass Anna dabei war, zu sterben.
Wir wollten bei ihr sein und besprachen, wie es in den nächsten Tagen oder Wochen weitergehen würde. Aber nun hatte uns die Realität ‚überholt‘.
Da hielt ich Trauerreden, schrieb darüber, dass du die Dinge vom Ende herdenken solltest.
Aber du bist trotzdem nicht darauf eingestellt.
Du willst es nicht wahrhaben, wenn es so weit ist.
Du suchst nach einem Strohhalm, an den du dich klammerst, aber du weißt, dass es so kommen wird, wie es die Ärztin beschrieben hat.
Als wir nachmittags die Nachricht bekamen, waren wir sofort wieder im Krankenhaus.
Wir haben Krümel mitgenommen.
Laura und Klara gingen in das Zimmer von Anna, während ich mit Krümel draußen wartete.
Ich wollte nicht noch einmal in Annas Zimmer gehen, denn ich hatte mich bereits vormittags von ihr innerlich verabschiedet.
Krümel lockerte die Situation etwas auf.
„Ich bin traurig“, sagte sie zu mir, denn sie hatte die Nachricht vom Tod Annas mitgehört.
Ich nickte nur stumm.
Während Krümel am Tisch mit der Zeitschrift hantierte, die ich ihr gekauft hatte, schaute ich mich in der Cafeteria um.
Hier war alles so friedlich, so als sei nichts geschehen.
Aber ein paar Meter weiter, da lag Anna, die ich am Morgen noch lebend gesehen hatte.
„Spielen wir Opa?“, fragte Krümel, während sie ein paar kleinere Spielsachen aus der Plastiktüte kramte, die an der Zeitschrift befestigt war.
Wir kamen nicht mehr zum Spielen. Laura und Klara kamen aus dem Zimmer zurück.
Ihre Gesichter waren versteinert.
Krümel fing an zu weinen, weil sie spürte, wie ihre Mutter litt.
Nun war es angekommen – in den Gehirnzellen und im Herzen: Anna lebte nicht mehr.
BEITRÄGE AUS DEM ALLTAG UND FÜR DEN ALLTAG - EINFACH AUF DAS ENTSPRECHENDE COVER KLICKEN
Mehr lesen: Auf das Cover klicken
BEITRÄGE AUS DEM ALLTAG UND FÜR DEN ALLTAG - EINFACH AUF DAS ENTSPRECHENDE COVER KLICKEN