Archiv der Kategorie: ÜBER MENSCHEN ERZÄHLEN

Über Menschen erzählen – über ihren Alltag, ihre Geschichten, Träume, darüber, was sie beflügelt.

SENIORENHILFE GOTHA BEWÄHRT SICH GERADE IN SCHWIERIGEN ZEITEN

Die aktuellen Herausforderungen sind geprägt durch die Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen in der Gesellschaft.
Pflege- und Hilfsbedürftige gehören zu der Risikogruppe, die in dieser Zeit einem ganz besonderen Schutz bedürfen.
Dabei schnellt die Nachfrage nach Pflege- und Betreuungsleistungen ohnehin schon in die Höhe, selbst ohne diese besonderen Ansprüche in einer besonders schwierigen Zeit.
Pflegedienste und vor allem Pflegekräfte sind dabei längst an die Grenze ihrer Belastbarkeit gestoßen.

„Wir arbeiten rund um die Uhr und versuchen, das Unmögliche trotzdem möglich zu machen, nämlich nicht nur die gestiegenen Anfragen von Klienten zu bewältigen, sondern auch noch auf die Qualität, die individuelle Herangehensweise an unsere Aufgaben nicht aus dem Auge zu verlieren“, sagt Kathrin Dölle, Inhaberin des Pflegedienstes Seniorenhilfe in Gotha.

PFLEGE- UND HILFSBEDÜRFTIGE NIE AUS DEM FOKUS VERLIEREN – AUCH NICHT IN SCHWEREN ZEITEN – DAS PASSIERT NICHT IM SELBSTLAUF
Wenn es um die Sorgen und Nöte der Pflegedienste geht, dann wird vor allem über den Mangel an Pflegefachkräften gestritten.

Schließlich sind sie es, die den Betrieb am Laufen halten, sich vor Ort um die zu Pflegenden kümmern.

Das bestreitet natürlich niemand, aber mit der bloßen Anzahl von mehr Fachkräften ist es auch nicht getan.

Die Einstellung, ja der Wille, wirklich alles zu geben für das Wohl derer, um die es geht, nämlich die Pflege- und Hilfsbedürftigen, sie ist und bleibt neben der fachlichen Komponente eine der wichtigsten Hebel, um die Qualität im Pflege- und Betreuungsprozess voranzubringen.

Einer der Slogan, der in diesem Kontext häufig benutzt wird, ist der, dass der Mensch im Mittelpunkt des Geschehens stehen solle.
Nun könnte man fragen, wo sonst sollte der Mensch denn stehen, wenn nicht im Brennpunkt der Aufmerksamkeit der Pflegenden?
Etwa am Rande?

Das würde niemand schreiben oder behaupten, wenn er in der Pflege- und Betreuungsbranche ernst genommen werden will.
Und trotzdem ist mit dem einfachen Postulieren dieses marketingtechnischen bereits ausgehöhlten Begriffes nichts gesagt.

Vielmehr muss man einen Blick auf diejenigen werfen, deren Handeln auf das Wohl der zu pflegenden Menschen ausgerichtet ist – die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Pflegediensten.

Hier kommen Kathrin Dölle, Pflegedienstinhaberin, und ihr Team ins Spiel, die sich auch im 22. Jahr ihres Bestehens der individuellen Pflege und Betreuung verschrieben haben und sich den damit verbundenen Rahmenbedingungen immer wieder stellen.

„Natürlich ist es nicht einfach, das alles im Blick zu behalten, wenn die Pandemie uns an den Rand des menschlich Machbaren drückt. Wir glauben aber, dass wir selbst in diesen Zeiten nicht nachlassen sollten, die Standards zu überprüfen und an deren Weiterentwicklung zu feilen“, sagt sie.

Vernetzt denken und handeln, Netzwerke für eine gute Zusammenarbeit nutzen, das sind Erfahrungen, über die sie bereits vor drei Jahren in ihrem Interview für diesen Blog gesprochen hat.
Sie machte dort deutlich, was für sie individuelle Pflege und Betreuung wirklich heißt, nämlich unter anderen kurzfristig besondere Wünsche von Pflege- und Hilfsbedürftigen und deren Angehörigen zu realisieren.

Mehr: https://uwemuellererzaehlt.de/2017/06/23/kathrin-doelle-im-interview/

RECHTZEITIG UM DEN NACHWUCHS KÜMMERN
Kathrin Dölle geht regelmäßig in Schulen, und hier vor allem in die 7. und 8. Klassen, um diejenigen für den Beruf der Altenpflegerin oder des Altenpflegers zu begeistern, die dabei sind, die Weichen in Richtung Ausbildung zu stellen.

„Selbst wenn wir einen riesigen Bedarf in den nächsten Jahren und Jahrzehnten im Bereich der Pflege und Betreuung haben, so dürfen wir in unseren Gesprächen mit den Jugendlichen nicht verschweigen, wie anstrengend dieser Beruf ist, körperlich und mental“, sagt sie in diesem Zusammenhang.

„Wir brauchen auch nicht irgendjemanden, der vielleicht woanders keine Lehrstelle bekommen würde. Nein, wir brauchen möglichst die Besten, die sich dem Beruf verschreiben, sich das Fachwissen mit Begeisterung aneignen, und die auch nicht vor den schwierigen, eher nicht so schönen Seiten in der Pflegepraxis fürchten“, ergänzt sie.

Sie weiß, wovon sie spricht. Sie hat nach der Wende faktisch von Null wieder angefangen, nachdem sie vorher ihr Abitur gemacht hat, den Beruf der Gärtnerin erlernte und später noch Gartenbau studierte.

„Alles ist machbar und erlernbar, wenn man den Willen und das Interesse dafür aufbringt“, sagt sie heute.

Und Kathrin Dölle interessierte sich dafür, wie sie älteren Menschen helfen konnte.

Sie sieht darin eine ihrer tiefergehenden Motivation, wenn sie darüber nachdenkt, warum sie den Beruf noch heute gern ausübt.

Kontakt
Kathrin Dölle – Seniorenhilfe Ambulanter Pflegedienst
Lutherstraße 8, 99867 Gotha
Telefon: 03621 / 21 96 40
Telefax: 03621 / 21 96 39
E-Mail: info@seniorenhilfe-gotha.de
http://www.seniorenhilfe-gotha.de

AUF HOMO FICTUS ODER HOMO SAPIENS BEIM ERZÄHLEN ZURÜCKGREIFEN?

In Geschichten, die erzählt werden, sind die darin vorkommenden Figuren in der Regel fiktional angelegt.
Das heißt, sie sind nicht im Verhältnis 1:1 mit den real existierenden Menschen im tatsächlich stattfindenden Leben gleichzusetzen.

Na klar, es ist immer so, dass die Hauptfigur oft Züge von aus im realen Leben vorkommenden Menschen in sich vereint.

Wenn ich in „Anna ist dement“ über die Figur des Peter schreibe, dann finden sich dort zum Teil autobiographische Ereignisse wieder oder es sind Charakterzüge wiederzuerkennen, die auch mich auszeichnen.

Nur so kann ich authentisch und lebensnah schreiben.
Aber bin ich deshalb zu 100 Prozent der Peter? Nein, auf gar keinen Fall.

Der Reiz, künstliche Figuren zu erschaffen, homo fictus eben, besteht für mich darin, dass ich meine Phantasie und meine lebensechten Erfahrungen mit einfließen lassen kann.

Es gibt noch ein weiteres Motiv, warum ich nicht nur ‚Storytelling‘ betreibe, sondern auch fiktionale Geschichten erzähle.

Indem ich über einen Protagonisten erzähle, den ich fiktiv erschaffen habe, befasse ich mich sehr tiefgründig mit dem Wesen von Menschen, damit, warum sie sich in bestimmten Situationen so verhalten und nicht anders.

Das wiederum hilft mir bei meiner Arbeit, über reale Menschen im Alltag zu erzählen.

 

MENSCHEN AUS DEM ALLTAG – OHNE SIE FUNKTIONERT STORYTELLING NICHT

Menschen aus dem Alltag, Alltagshelden, sie sind die entscheidende Zutat, damit eine lebendige Geschichte erzählt werden kann.

Dabei spielt es für mich zunächst überhaupt keine Rolle, über wen ich schreiben will – ob über den selbstständigen Handwerker einer Bauschlosserei, die Inhaberin eines Küchenstudios oder den Protagonisten in einer fiktionalen Geschichte.

James N. Frey hat das in Hinsicht auf die Helden in einem Roman so zusammengefasst:
„Figuren sind für den Romancier was Holz für den Schreiner ist und was Ziegelsteine für den Maurer sind. Figuren sind der Stoff, aus dem der Roman gemacht wird.“
(James N. Frey: „Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“ © 1993 Emons Verlag GmbH / © 1987 bei James N. Frey
ISBN 978-3-89705-32-1, Seite 17)

Sie sind für mich aber vor allem die Alltagshelden, für die ich mich interessiere, und wie ich weiß, meine Leser ebenfalls, und sie sind es, über die ich schreiben will.

Das ist das Hauptmotiv, warum ich mir immer wieder Anregungen, Tipps, Hinweise von den Großen im Metier des Schreibens hole – Tag für Tag, im Schreib-Alltag eben.

STORYTELLING LEBT AUCH VON BESCHREIBUNGEN UND STIMMUNGSBILDERN

Wenn ich einen runden -Text über ein Unternehmen schreiben will, so komme ich gar nicht umhin, Elemente zu verwenden, die auch in belletristischen Erzählungen angewendet werden.

Ich will ja im Storytelling nicht nur ein paar Fakten schildern, die dem Firmenporträt einfach nur angeheftet werden.

Nein, mir geht es auch schon darum, die Stimmung einzufangen, in der ich Gespräche führe, oder, in der ich die zu Interviewenden antreffe.

Das ist nicht immer ganz so einfach, wie ich es hier aufschreibe – zum Beispiel die Atmosphäre mit Worten zu skizzieren, die ich wahrnehme, bevor mein eigentliches Interview überhaupt beginnt.

Kürzlich hatte ich einen Termin in einem kleinen Ort im Barnimer Landkreis.

Mir blieb noch ein wenig Zeit und so hielt ich auf einem Parkplatz an, mitten in der Schorfheide.

Es roch nach den Kiefernzweigen, die sich leicht im Wind bewegten.
Die Ruhe, die sie ausstrahlten, die ging auf mich über.

Und obwohl ab und an ein paar Meter entfernt von mir Autos auf der Straße vorbeirauschten, hatte ich das Gefühl, ich könnte den Stress des Tages hinter mir lassen.

Als ich wieder ins Auto stieg und auf den kleinen vor mir liegenden Ort zusteuerte, da kam Freude in mir hoch, dass ich in dieser schönen und etwas abgelegenen Gegend gleich auf einen interessanten Menschen treffen würde.

Am Ortseingang sah ich kleinere Einfamilienhäuser mit gepflegten Vorgärten.

Alles schien in Ruhe und Ausgeglichenheit gegossen. Ein paar Meter weiter standen Spaziergänger an einem Gartenzaun.

Sie unterhielten sich mit einem älteren Mann, der sich auf seine Harke gestützt hatte und trotzdem noch aus den Augenwinkeln die herannahenden Autos beobachten konnte.

„Wir sind hier ein ruhiger Ort, mit sehr ruhigen Menschen. Bei uns zählt, dass man einander vertrauen kann. Und das ist enorm wichtig für mein Geschäft. Ich selbst bin hier geboren, groß geworden und habe hier meine Familie gegründet“, begann die Unternehmerin zu erzählen.

Das Bild, das ich mir von dem Menschen machen wollte, bekam mehr und mehr Konturen.
Angefangen hatte das alles schon vorher – nämlich als ich in den Ort hineinfuhr.

IHR KÜCHENPARTNER – DIETLINDE HOKE

 

Das Küchenstudio wurde am 01.10.2003 in Wriezen unter dem Namen „Ihr Küchenpartner" eröffnet. Inhaberin ist Dietlinde Hoke.
Das Studio befindet sich direkt am Kreisverkehr von Wriezen.

WAS FINDEN SIE IN DEM KLEINEN UND DENNOCH FEINEN STUDIO AUF 50 qm?
– Verschiedene Küchenmodelle,
– Vorschläge zur Einrichtung sowie Ausstattung Ihrer Küche,
– viele Ideen für schönes Wohnen und gutes Kochen.

WAS IST DIETLINDE HOKE WICHTIG?
Kundenservice, der das Wort verdient:
Dietlinde Hoke plant Ihre Küche, und zwar nach Ihren persönlichen Wünschen, Ihren individuellen Vorstellungen, mit viel persönlichem Engagement.

Ein Tischler, mit dem die Inhaberin sehr eng zusammenarbeitet, nimmt die Anpassungen vor – maßgeschneidert.
Dietlinde Hoke vereinbart die Termine mit Ihnen so, dass sie mit Ihrem persönlichen Kalender kompatibel sind.

In den über anderthalb Jahrzehnten hat sie vor allem Kunden im Oderbruch geholfen, deren eigene Küchenträume Wirklichkeit werden zu lassen, in einem fairen Preis-Leistungsverhältnis, mit hochwertigen Materialien, die auch noch umweltverträglich sind.

Dietlinde Hoke kümmert sich um Sie – so lange, bis Sie als Kunde und Kundin zufrieden sind.

WAS SIND IHRE SCHWERPUNKTE IM KUNDENSERVICE?
– Küchen und Einbauküchen, die zu Ihnen passen;
– Küchen umbauen, Küchenumzug;
– Einbaugeräte und Arbeitsplatten austauschen,
– vor Ort das Aufmaß vornehmen, individuell planen, auch zu bei Ihnen zu Hause;
– Lieferung und Montage;
– das Küchenprogramm umfasst verschiedene Markenhersteller und

Modelle – Landhausküchen ebenso wie Fronten in Hochglanz und in Matt.
– die wesentlichen Lieferanten für das Küchenstudio sind Nobilia und Sachsenküchen; im Programm sind zudem auch weitere hochwertige Marken, zum Beispiel AEG, Siemens, Bosch, Oranier, Küppersbusch;
– die Inhaberin stellt Ihnen gern die Details vor – Produkt, Qualität, Materialien und deren Verarbeitung sowie Funktionsweise;
– zuverlässiger Kundendienst;
– Pflege- und Reinigungsmittel und weiteres Zubehör anbieten und liefern;
– Garantieleistungen,

Das Küchenstudio „Ihr Küchenpartner“ gehört zur Gemeinschaft ‚Gute Küchen‘.
WAS IST IHR VORTEIL DABEI?
• hohe Qualität, Preise, die sich am Markt nicht verstecken müssen.
Mehr lesen: www.kuechen-wriezen.de

Die Inhaberin besser kennenlernen: https://uwemuellererzaehlt.de/2020/11/12/menschen-im-alltag-13/

Kontakt:
Ihr Küchenpartner
Wilhelmstraße 57
16269 Wriezen
Telefon: 033 456- 70 902
Telefax: 033 456 – 72 11 45
E-Mail: ihrkuechenpartner@mail.de
Web-Site: www.kuechen-wriezen.de

Öffnungszeiten:
Di-Fr 10.00-18.00
Montag und Samstag sowie weitere Termine gerne nach Vereinbarung
0333456 – 70 90 2 oder 0160 – 91111 552

DIETLINDE HOKE – ENGAGIERTE UNTERNEHMERIN MIT VIEL HERZ

Dietlinde Hoke hat einen entbehrungsreichen Weg hinter sich – von der angestellten Küchenverkäuferin hin zur selbstständigen Unternehmerin.
Es ist faszinierend ihre Geschichte zu hören und zu erfahren, was ein Mensch zu bewältigen in der Lage ist, wenn er auf sich allein gestellt ist und sich trotzdem eine sichere Zukunft aufbauen will. Ich habe Dietlinde Hoke in ihrem Küchenstudio getroffen.
Wir saßen uns gegenüber, getrennt durch eine durchsichtige Scheibe, um uns vor Corona zu schützen. Wir tranken Kaffee und Dietlinde Hoke begann zu erzählen.
Als ich mich nach knapp drei Stunden von ihr verabschiedete fühlte ich, dass ich einen wertvollen Menschen kennengelernt hatte. Jemand, der vor allem sehr bescheiden ist, zu wenig an sich denkt und sich umso mehr um seine Kunden kümmert.
„Ich habe in den letzten Jahren so viel lernen müssen, mehr als in den vergangenen Jahrzehnten zusammengenommen“, beginnt sie zu erzählen.

DER WEG VON DIETLINDE HOKE
Dietlinde Hoke kommt aus einfachen Verhältnissen. Ihr Vater hat im Tiefbau gearbeitet, später in der LPG und ihre Mutter war in der Gärtnerei beschäftigt.

Nach dem Abschluss der Schule hat sie 1977 eine Ausbildung zur Milch-Industrielaborantin begonnen. Die Molkerei war in Wriezen, aber gelernt hat sie in Flemsdorf, einem Ort zwischen Angermünde und Schwedt. Ihre theoretische Ausbildung war allerdings in Güstrow.

„An diese Zeit erinnere ich mich ganz besonders gern zurück. Das Internat war sehr schön, wir waren jung und unternehmenslustig. Ein bis zweimal im Jahr trafen wir uns mit Lehrlingen aus anderen Ausbildungseinrichtungen und feierten gemeinsam. Das wurde von den Verantwortlichen der jeweiligen Einrichtungen organisiert und fand großen Anklang bei uns.
Wir waren ja eine reine Mädchengruppe und so war es natürlich schön, wenn wir bei diesen Gelegenheiten Jungen aus anderen Ausbildungsstätten kennenlernten.
Die Feiern fanden in Krakow am See statt. Und dort habe ich auch meinen späteren Mann kennengelernt, der in dieser Zeit zum Funkmechaniker ausgebildet wurde.“

Im Anschluss an die Ausbildung war sie bis 1989 als Facharbeiterin in einem Labor in Wriezen tätig.
Dietlinde Hoke hat geheiratet und bekam zwei Kinder. Ihr Sohn ist heute in Nordhausen Ingenieur für regenerative Energietechnik, Ihre Tochter hat Tourismusmanagement studiert und arbeitet jetzt in Berlin. Dietlinde Hoke hat insgesamt vier Enkel, die sie innig liebt und auf die sie sehr stolz ist.
Sie ist 1989 zur damaligen Gebäudewirtschaft in Wriezen gewechselt und war als Sachbearbeiterin tätig.

„Woran ich mich sehr gut erinnere ist, dass ich dort Schreibmaschine schreiben gelernt und im Februar 1989 noch den Führerschein für LKW gemacht habe. Das war sehr anstrengend, denn es musste alles nach der Arbeit am Abend passieren. Aber ich war froh, dass ich durchgehalten habe.“

1993 wechselte Dietlinde Hoke von der Wohnungsbaugesellschaft zu einer Sanitärfirma, für sechs Stunden. Sie wollte einfach mehr Zeit für ihre Kinder haben.  Sie arbeitete dort von 1993 bis 1995 als Sachbearbeiterin.

„Die Arbeit hat mir gut gefallen, aber als ich eines Morgens nach einer vierwöchigen Kur in die Firma zurückkam und wie gewohnt mit Energie und guter Laune an mein Tagewerk gehen wollte, stand plötzlich mein Chef hinter mir. Er schaltete wortlos den vor mir stehenden Computer aus und legte vor mir einen Briefumschlag hin, ebenfalls ohne Worte.
Das war mein Kündigungsschreiben. Ich war schockiert, denn ich stand faktisch von einem Tag auf den anderen ohne Arbeit da. Das hat mich sehr getroffen, und ich habe eine Weile gebraucht, um damit fertig zu werden. Meine Kollegen waren ebenfalls sehr geknickt, als sie davon erfuhren. Sie verstanden einfach nicht, warum ihr und mein ehemaliger Chef so gehandelt hatte.“

VOM BEGINN MEINES ABENTEUERS ALS ANGESTELLTE KÜCHENVERKÄUFERIN

„Ich war bereits über neun Monate arbeitslos, als ich durch Zufall davon erfuhr, dass eine Firma von außerhalb jemanden für ein gerade neu eröffnetes Küchenstudio in Wriezen suchte. Die Inhaber hatten zu dem Zeitpunkt Probleme mit der Verkäuferin. Ich ergriff diese Chance und fing im Januar 1996 in diesem Studio als neue Küchenverkäuferin an.“

Dietlinde Hoke hatte keinerlei Vorkenntnisse, wusste nicht, wie sie eine Küche zeichnen sollte, wie das Aufmaß zu nehmen war, also alles, was eine versierte Küchenverkäuferin im Grunde genommen hätten wissen müssen.

„Ich habe damit begonnen, Küchen auf dem Papier zu zeichnen, denn einen Computer hatte ich noch nicht. Aus der Hauptfiliale kam zur Unterstützung eine Kollegin, die mich einweisen sollte.
Sie war sehr nett, sehr sympathisch und wir verstanden uns gut. Sie hat mir dabei sehr geholfen, mich einzuarbeiten. Doch sie war ja nur acht Wochen bei mir und danach musste ich allein klarkommen. Also bin ich irgendwie doch ins kalte Wasser geschmissen worden. Ich habe nachts davon geträumt, wie ich eine Küche aufbaue.“

Die Leute kauften bei ihr Küchen, und zwar von Anfang an. Später bekam sie einen Computer und konnte daran arbeiten. Sie zeichnet bis heute auf Papier, wenn sie mit Kunden im Erstgespräch ist.

„Das ist einfach anschaulicher, wenn ich mit Bleistift, Lineal und Radiergummi vor den Augen der Kunden agiere, sie auf diese Weise hautnah miterleben können, wie der Grundriss ihrer zukünftigen Küche entsteht.“

VON DEN ANFÄNGLICHEN ÄNGSTEN UND ZWEIFELN
Dietlinde Hoke musste erst einmal ihre Ängste überwinden, die sie ganz zu Anfang hatte, wenn ein Kunde oder eine Kundin das Küchenstudio betrat.

„Ich erinnere mich, wie ich einen Samstag allein im Küchenstudio war. Ich bekam Angst, wusste nicht, was ich tun sollte, wenn jemand tatsächlich zur Tür hereinkommen würde. Ich habe also innerlich gebetet, dass die Leute am Küchenstudio vorbeigehen. Aber sie kamen herein. Für diesen Fall hatte mein Chef mir gesagt, dass er telefonisch in der Hauptfiliale erreichbar sei. Und genau diese Unterstützung hätte ich auch dringend gebraucht.
Da waren zum Beispiel Kunden, die genau wissen wollten, wie das mit der Dunstabzugshaube funktionierte, wo für die Abluft die Öffnung in der Wand hinkam.
Ich rief also in der Filiale an. Doch niemand meldete sich.“

Insgesamt war Dietlinde Hoke fünf Jahre fest angestellt, von 1996 bis 2001.

„Gearbeitet habe ich damals schon wie eine Selbstständige. Ich habe alles allein gemacht – von der Planung bis zum Schreiben der Rechnung.“

Im Jahr 2001 wurde Dietlinde Hoke krank und fiel für eine längere Zeit aus.

AUF EIGENEN FÜSSEN STEHEN – LEICHT GESAGT UND NUR MIT VIEL ANSTRENGUNG GETAN
Manchmal denkt Dietlinde Hoke an die Zeit zurück, als sie den Schritt in die Selbstständigkeit wagte. Nachdem sie zur Kur in Davos war, ging es ihr gesundheitlich wieder besser und sie begann zu überlegen, wie es weitergehen sollte.

Ihr Mann riet ihr damals: „Mach‘ dich doch selbstständig. Du hast doch alle Erfahrungen, warst ohnehin auf dich allein gestellt, selbst als angestellte Küchenverkäuferin.“

Damals waren sie noch zusammen, Dietlinde Hoke und ihr Mann, und so wagte sie den Schritt, obwohl sie stark an sich zweifelte, nicht den Glauben an sich hatte, das alles zu schaffen.

Sie nahm all ihren Mut zusammen und handelte mit dem neuen Eigentümer des Hauses einen Mietvertrag aus. Am 01. Oktober 2003 eröffnete sie ihr eigenes Küchenstudio.

„Anfangs war es natürlich für mich eine Katastrophe, ich wusste nicht, wie ich es anpacken sollte, obwohl ich ja bereits fünf Jahre zuvor als Küchenverkäuferin gearbeitet hatte.“

Heute kann sie sich nicht mehr vorstellen, in einer anderen Form zu arbeiten, obwohl sie alles allein machen muss, angefangen vom Saubermachen, Planen über Rechnungen schreiben bis hin zur Reklamationsbearbeitung.

DIETLINDE HOKE LIEBT IHRE ARBEIT, AUCH WENN ES NIE LEICHT IST
Dietlinde Hoke ist eine Kümmerin. In der Beratung geht es ihr zunächst darum zu erfahren, welche Vorstellungen ihre Kunden von der Küche haben, die zu ihnen passen soll.
Sie hört sich das an, stellt schon im Kopf die Küche zusammen.

„Die Leute sollten am besten ins Studio kommen, ein paar Fronten ansehen, grobe Maße mitbringen, wo das Wasser, Abwasser, die Steckdosen oder das Fensterbrett sind. Dann zeichne ich es in Gegenwart der Kunden auf das Papier, berücksichtige dabei ihre Vorstellungen. Und nur darum frage ich so viel. Manchmal sagen Kunden dann: ‚Was Sie nicht alles wissen wollen.‘
Ich antworte in solchen Fällen darauf, dass ich ihnen nur ein gutes Angebot machen kann, wenn ich ihre Vorstellungen und Wünsche genau kenne, zum Beispiel, ob es eine einfache Spüle sein soll oder eine aus Granit. Oder wieviel Personen im Haushalt leben, denn das ist wichtig, um den richtigen Geschirrspüler auszusuchen.“

Am liebsten hat sie die Kunden danach noch einmal am Tisch, damit alles endgültig besprochen werden kann.

„Das ist dann auch alles ein bisschen persönlicher und wirkt sich positiv auf die Qualität der finalen Erstellung des Angebotes und schließlich des Vertrages aus, wenn Einzelheiten noch einmal individuell abgestimmt werden können, bis hin zum Preis.“

Der Aufbau der Küche bei den Kunden vor Ort ist im Preis miteinbegriffen.

„Das finde ich wichtig und sage oft, dass die Kunden nicht am falschen Ende sparen, sondern gerade beim Aufstellen der neuen Küche auf professionelle Unterstützung und Erfahrungen zurückgreifen sollten.“

An einer Wand im Küchenstudio stehen die Worte des französischen Meisterkochs Georges Auguste Escoffier: „Das Fundament allen Glücks ist eine gute Küche.“

„Diesen Spruch fand ich so treffend für meines kleines und irgendwie doch sehr feines Studio.
Ich habe ihn im Internet recherchiert. Meine Tochter hat mir dann die entsprechende Folie dazu besorgt und den Spruch an der Wand angebracht.“

Dietlinde Hoke ist im Moment zufrieden, wenn sie daran denkt, wie sie in den Jahren immer besser mit ihrem Studio von den Kunden in und um Wriezen angenommen wurde.

„Es ist interessant, dass ich Generationen von Kunden habe, von Opa und Oma, den Eltern, bis hin zu den Kindern oder alle gemeinsam. Es ist schön, wenn ich zum Beispiel von den Enkeln erfahren, dass Oma und Opa zur Küche was dazugegeben haben und wie glücklich jetzt alle mit dieser Anschaffung sind. Neue Küchen können natürlich nicht den Lauf der Welt verändern, aber sie können ein kleines bisschen Glück in die Herzen der Leute bringen und das freut mich dann sehr. Das Vertrauen, das in dieser Zeit entsteht, das ist mir wichtig.
Es drückt die gegenseitige Wertschätzung aus, die wir brauchen, um die Arbeit, das Leben als alltäglichen Reichtum zu begreifen, und daraus wiederum Kraft zu schöpfen.“

ICH BIN GLÜCKLICH GESCHIEDEN
Dietlinde Hoke hat viel mit ihrem Mann gemeinsam aufgebaut. Später hat er sie in den Anfängen ihrer selbstständigen Arbeit im Küchenstudio unterstützt.
Doch mit den Jahren wurde ihr Verhältnis zueinander schwieriger, und ihre Ehe belastete sie von Tag zu Tag mehr.

„2007 habe ich mich von meinem Mann getrennt und von da an allein gearbeitet.
Der Scheidungsprozess lief über viele Jahre, bis 2017. Aber nun bin ich froh, dass ich alles hinter mir lassen konnte. Jetzt fühle ich mich wohl. Ich bewohne eine kleine Wohnung in der Nähe des Küchenstudios.“

DEN WILLEN AUFBRINGEN, LOSZULASSEN
Dietlinde Hoke kann sich nur schwer von ihrer Arbeit lösen.
Und trotzdem versucht sie inzwischen mehr Zeit mit ihren Kindern, Enkeln und ihrem Partner zu verbringen.

„Das alles miteinander in Einklang zu bringen, das Leben in all seinen Facetten zu genießen – das sehe ich heute als meinen eigentlichen Reichtum an.“

GLÜCKLICH SEIN, DAS KOSTET KRAFT
Glück ist für Dietlinde Hoke, am Kreisverkehr von Wriezen ihr Küchenstudio zu haben, mit einem verlässlichen Handwerker zusammenzuarbeiten, den Kunden ihren Traum zu erfüllen, zu erleben, wie sie sich über ihre Wunschküche freuen.

„Wenn ich mich noch einmal entscheiden müsste, ob ich den Weg wieder gehen würde, dann würde ich es mit großer Sicherheit wieder tun“, beschließt sie ihre Geschichte.

FIRMENPORTRÄT:

https://uwemuellererzaehlt.de/2020/11/12/firmenportraet-ihr-kuechenpartner/

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

WARUM DETAILS IM STORYTELLING WICHTIG SIND



Im letzten Beitrag ging es darum, dass das Storytelling, das Schreiben generell ein System braucht.
Mehr dazu: https://uwemuellererzaehlt.de/2020/11/08/schreib-alltag-21/.
In diesem Beitrag will ich der Frage nachgehen, warum Details in einer Geschichte so wichtig sind. Das können natürlich nur Anregungen sein, vor allem Erfahrungen, die ich selbst beim Schreiben gemacht habe. 

Kürzlich fragte mich die Inhaberin eines kleinen Unternehmens, warum ich sie soviel fragen würde, zum Beispiel, wo genau sie aufgewachsen ist, wie alt ihre Schwester sei und was sie alles in der Freizeit treibt, womit sie sich in der wenigen für Sie verbleibenden Zeit beschäftigt, wenn sie nicht mit ihrem Business befasst ist.

„Wozu soll das gut sein, wenn ich das alles beantworte“, entgegnete sie mir.
Ja, warum? Kann ich nicht einfach ein paar Fakten aufschreiben, ein kurzes Leistungsportfolio der Dienstleistungen und Produkte zusammentragen und anschließend Ruhe geben?

Natürlich kann ich das tun, doch was hätte das mit Storytelling zu tun, damit, dass ich einen Menschen, sei es nun beruflich oder privat vorstellen wollte?

Wer würde das lesen wollen? Vermutlich keiner.
Wenn ich beispielsweise schreibe, dass einer Unternehmerin kaum Zeit für die eigenen Enkel bleibt, dann ist das sicher erst einmal ein Fakt, den der Leser hinnimmt.

Aber wie wäre es damit?
„Anne rieb sich die Augen. Im Büro war es dunkel, ihre Mitarbeiter waren längst gegangen.
Sollte sie sich noch einen Espresso machen? Oder doch lieber die Sachen packen, das Büro abschließen, nach Hause fahren und direkt ins Bett fallen.
Sie könnte ja am nächsten Tag weitermachen. Aber sie hatte ihrer kleinen Enkelin versprochen, dass sie morgen zu ihrem Geburtstag ganz bestimmt anwesend sein würde.
‚Oma, ich freu‘ mich. Bringst du mir was Schönes mit‘, hatte sie heute noch auf der Mail-Box ihres iPhones gehört. Sie konnte ihre Enkelin nicht enttäuschen. Sie musste einfach mit am Geburtstagstisch sitzen.
Und was war mit dem Angebot? Es musste bis fertigwerden, neben den vielen Besprechungen, die am nächsten Tag anstanden.
Anne seufzte, erhob sich aus dem Sessel, schlurfte auf Strümpfen zum Kaffeeautomaten.
Ihre Schuhe hatte sie längst unter den Schreibtisch geschoben.
Irgendwie musste das alles anders werden. Nur wie, das wusste sie nicht, als sie mit dem Espresso am Schreibtisch zurück war und sich erneut in das Angebot vertiefte.“

Ganz sicher kann man das noch besser ausfeilen, prägnanter, ausführlicher beschreiben.

Aber es zeigt schon in der Fassung folgendes: Menschen und das, was sie umtreibt müssen in den Einzelheiten beschrieben, vorgestellt werden. Wie auch sonst soll der Leser an der Situation teilhaben, sich in die Nöte und Freuden von Anne, der Unternehmerin hineinversetzen können?

Es geht gar nicht darum, alles bis in die letzte ‚Fuge‘ hinein breitzuwalzen. Aber nur, indem ich echte authentische Details verwende, kann ich Anteilnahme hervorrufen, letztlich Vertrauen beim möglicherweise späteren potenziellen Kunden schaffen.
Details zu beschreiben, das will geübt sein. Mir gelingt es mal gut und manchmal gar nicht.

In jedem Fall nutze ich nahezu jede Möglichkeit, mich darin zu üben.
Fahre ich mit meiner Frau zum Einkaufen, so beobachte ich die Menschen um mich herum.
Zuhause am Schreibtisch zurück, notiere ich meine Beobachtungen.

Oft genug tippe ich sie auch gleich in mein Handy.
Keiner von uns, lebt in ‚großen Bögen‘, hält tagsüber überschwängliche Reden oder artikuliert lediglich gestanzte Worthülsen.

Nein, jeder arbeitet am Tag hunderte Einzelheiten ab, nimmt unzählige Details von Menschen und Sachen auf, wird Zeuge von Emotionen, unterliegt selbst Gefühlsregungen, kurzum lebt einfach. Dieses Leben zu beschreiben, darum geht es. Und das funktioniert, indem man die Details, die Einzelheiten berücksichtigt.

FREIBURGER PFLEGESERVICE – KREATIV UND ENGAGIERT

Patrick Bolanz ist der Inhaber des Freiburger Pflegeservice und ein kreativer Kopf, wenn es darum geht, die Qualität der individuellen Pflege in seinem Wirkungsbereich zu halten und weiterauszubauen.
Er sieht sich dabei als Teamplayer und Dienstleister für seine Mitarbeitenden, denn sie sind es, die den ausschlaggebenden Beitrag dafür leisten, dass der Freiburger Pflegeservice so gut angesehen ist – bei den Hilfs- und Pflegebedürftigen und deren Angehörigen. 
Deshalb fällt es mir leicht, diesen Pflegedienst immer wieder mal in den Fokus der verdienten Aufmerksamkeit zu rücken.
DAS TEAM DES FREIBURGER PFLEGESERVICE

Patrick Bolanz hatte eine Vision, als er sein eigenes Unternehmen gründete. Er wollte für seine Klienten eine persönliche Pflege und Betreuung, die nicht auf kurzfristige Zeitabstände angelegt ist, sondern die sich kontinuierlich fortsetzt.

An diesem Gedanken hat er bis heute festgehalten, ihn weiterentwickelt und damit eine Qualität in einen Prozess gebracht, die sich sehen lassen kann – bei seinen Klienten, den Angehörigen und auch seinen Mitarbeitenden.

„Wir wollen Menschen vor allem darin unterstützen, sich selbst besser zu helfen, die eigene Selbstständigkeit zuhause möglichst lange zu bewahren“, sagt Patrick Bolanz auf den Kern der individuellen Pflege und Betreuung angesprochen.

Diese konsequente Ausrichtung hat dem Team großen Zuspruch gebracht, der sich auch in der gestiegenen Nachfrage nach Pflege und Betreuung manifestiert.

„Das ist aktuell unsere größte Herausforderung, die wir zu bewältigen haben“, sagt Patrick Bolanz.

„Wir brauchen hier die Ideen und das Engagement des gesamten Teams. Aber genau das ist es auch, was uns alle fordert, zusammenschweißt, motiviert, kurz um – uns einen riesigen Spaß bereitet.“

GEHALT – WERTMÄSSIGES ÄQUIVALENT FÜR SELBSTBEWUSSTES UND VERANTWORTUNGSVOLLES HANDELN

Bei den Gehaltszahlungen orientiert sich der Pflegedienst an den Arbeitsrichtlinien (AVR) der beiden großen privaten Arbeitgeber – Diakonie und Caritas-Verband.

„Wir sind mit unseren Gehaltszahlungen vergleichsweise im oberen Drittel dieser AVR angesiedelt. Mit einem angemessenen Gehalt drücken wir unsere Wertschätzung für die geleistete Arbeit unserer Mitarbeitenden aus“, sagt Patrick Bolanz.

„Wir haben vor kurzem gerade einen zusätzlichen Bonus, steuerfrei, in Höhe von 1500, 00 Euro an jedes Teammitglied ausgezahlt, um die besonderen Leistungen und Anstrengungen in der Zeit der Corona-Pandemie zu würdigen“, ergänzt er an der Stelle.

SPASS AN DER ARBEIT – FÜR PATRICK BOLANZ KEIN LIPPENBEKENNTNIS

Das Klima im Unternehmen ist gut. Wichtige Arbeitsabläufe und Prozesse sind digitalisiert.
An dieser Strategie wird weitergearbeitet. Ein wichtiger Punkt, um Abläufe nicht nur effizienter zu gestalten, sondern auch, um Wege und Anstrengungen für die Mitarbeitenden zu reduzieren.

„Mir kommt es besonders darauf an, dass wir mit echtem Spaß unsere Arbeit verrichten. Immerhin ist es ein Großteil unserer Lebenszeit, die wir mit dieser Tätigkeit verbringen“, so P. Bolanz.

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https://uwemuellererzaehlt.de/2017/12/19/kurzportraet-patrick-bolanz/

DER INHABER DES FREIBURGER PFLEGESERVICE

Pflege war für Patrick Bolanz nicht von Anbeginn seiner Entwicklung der Traumberuf, den er anstrebte.
Er absolvierte zunächst eine kaufmännische Ausbildung und hat später in einem großen Konzern im Einkauf gearbeitet.

Seine Vorstellung von Selbstverwirklichung im Leben brachte ihn jedoch darauf, noch einmal eine Ausbildung zum examinierten Altenpfleger zu beginnen.

„Ich wollte mehr mit Menschen zu tun haben, mit denen ich nicht nur kommunizieren, sondern ihnen auch in lebenswichtigen Bereichen nachhaltig helfen konnte“, erinnert er sich zurück.

Der Entschluss, sein eigenes Pflegeunternehmen zu gründen, reifte in ihm, nachdem er im Anschluss an seine Ausbildung viele Erfahrungen in der Pflege und Betreuung gesammelt hatte.

„Rückblickend erkenne ich wie in einem Brennglas: Alle meine bisherigen beruflichen Stationen hatten ihren Sinn – gelernter und examinierter Altenpfleger, gepaart mit Ausflügen in das Eventmanagement, Handelsvertreter in einem internationalen Unternehmen für die Bereiche Organisation, Marketing und Verkaufsstrategien.

Das alles gibt mir die Kraft und ein gerütteltes Maß an Erfahrungen, um den Anforderungen an einen Pflegedienstinhaber in der heutigen Zeit gerecht zu werden“, so P. Bolanz heute.

Mehr lesen:

https://uwemuellererzaehlt.de/2017/12/19/interview-mit-patrick-bolanz/

DIE LEISTUNGSSPANNE DES FREIBURGER PFLEGESERVICE

Der Freiburger Pflegeservice ist in der Gartenstadt Haslach, einem Stadtteil von Freiburg, zuhause.

Von dort aus betreut das Team um Patrick Bolanz seine Klienten im gesamten Stadtgebiet, viele darunter, die in Haslach leben.
Das Team versorgt ca. 120 Klienten.
Von den über 25 Mitarbeitende sind 13 examinierte Fachkräfte in der Pflege tätig.

12 Mitarbeitende arbeiten in der Betreuung, in der Hauswirtschaft und helfen mit, die Pflege nach Kräften zu verbessern.
Zwei Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind für die Verwaltung, für Personal und Managementaufgaben zuständig.

Die Leistungen reichen von der Grund- und medizinischen Behandlungspflege, der Verhinderungspflege, Betreuungsleistungen bis hin zur Rund-um-Betreuung (‚Pflegeservice 24 h- zu Hause bleiben‘) und der ausserklinischen Intensivpflege.

Der Inhaber, Patrick Bolanz, ist examinierter Altenpfleger und besitzt die Qualifikation zur Pflegedienstleitung. Er fühlt sich auch privat mit seiner Familie in der Gartenstadt wohl.

Mehr im Firmenporträt:
https://uwemuellererzaehlt.de/2017/12/17/freiburger-pflegeservice-stellt-sich-vor/

Kontakt:
Freiburger Pflegeservice
Inhaber: Patrick Bolanz
(examinierter Altenpfleger – staatlich geprüfte Pflegefachkraft)
Fichtestraße 31
79 115 Freiburg – Haslach
Telefon: 0761-4799633
Telefax: 0761-4799634
E-Mail: info@freiburger-pflegeservice.de
www.freiburger-pflegeservice.de

MEISTERBETRIEB THOMAS RENNÉ SEIT 1872

Die Schlosserei Renné ist ein alteingesessener und traditionsreicher Meisterbetrieb.
Die Gründung der Firma geht bis in das Jahr 1872 zurück und wird heute - in 5. Generation – von Thomas Renné geführt.

Das Team von vier Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen fühlt sich der langen Tradition sehr verbunden und setzt sie fort, indem es die Wünsche seiner Kunden zu seinen eigenen macht, solide Arbeit leistet, den Servicegedanken in den Vordergrund seines Handelns rückt.

Die Kernkompetenzen liegen im Bereich der Schlosser – und Schmiedearbeiten, des Schlüsseldienstes und des Materialverkaufes.

Thomas Renné berät seine Kunden sehr individuell, um so ihren Vorstellungen detailgetreu gerecht zu werden.

Mehr über Thomas Renné im Interview:

https://uwemuellererzaehlt.de/2020/11/04/interview-mit-thomas-renne/

Kontakt:

Bauschlosserei & Schlüsseldienst Thomas Renné
Meisterbetrieb seit 1872
Wriezener Str. 17
16259 Bad Freienwalde
Telefon: 0344-310 19
Mobil: 0171-80 77 041
Telefax: 0344-33 04 21
E-Mail: bauschlosserei.thomas.renne@web.de
www.bauschlosserei-renne.de

Öffnungszeiten
Montag – Donnerstag: 07.00 Uhr -12.30 Uhr und 13.00 – 16.00 Uhr.
Freitag: 07.00 Uhr -12.30 Uhr

INTERVIEW MIT THOMAS RENNÉ

Thomas Renné ist der Inhaber des MEISTERBETRIEBES THOMAS RENNÉ in Bad Freienwalde. 

Es macht Spaß, sich mit Thomas Renné zu unterhalten – er ist humorvoll, offen und ehrlich. 

Diesen Eindruck habe ich während meines Interviews mit ihm gewonnen. 

Thomas Renné will, dass seine Kunden zufrieden sind, mehr noch, er möchte ihren Wünschen bis ins Detail entsprechen. 

Dazu gehört für ihn auch zu sagen, wenn er mal etwas nicht 1:1 umsetzen kann. 

Würde ich dort freien Herzens in die Werkstatt gehen und mich beraten lassen? 
Ja, das würde ich auf jeden Fall tun. 

Das Interview mit Thomas Renné habe ich am 23.09.2020 am Telefon geführt.

Mein besonderer Dank gilt Frau Dalmus, die mich sehr engagiert in der Umsetzung dieses kleinen Projektes unterstützt hat, die kleinsten Fehler entdeckte, und: die bei allem nie den Humor verlor.

 

Herr Renné, Sie sind in fünfter Generation Firmeninhaber. Ist das mehr Last oder mehr Lust für Sie?
Ich glaube, das ist beides. Zum einen bin ich natürlich stolz darauf, die Firma in 5. Generation weiterzuführen und von unseren Kunden als zuverlässiger Ansprechpartner wahrgenommen zu werden.

Zum anderen trage ich natürlich auch die Verantwortung dafür, dass alles gut läuft, die Kunden zufrieden sind und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ebenfalls.

Woher kommt der Name Renné?
Unsere Familie stammt von den Hugenotten ab. 1792 gab es ein Schuhmachergeschäft in Bad Freienwalde, das von Michael Renné gegründet worden war.

Dessen Sohn, Ferdinand, war ebenfalls Schuhmachermeister. Und der Sohn von Ferdinand, August Renné, gründete wiederum 1872 die Bauschlosserei Renné.

Das ist ja wirklich eine stattliche Ahnengalerie, oder?
Ja schon. Der Bruder meines Vaters, Bruno Renné, war Lehrer in Frankfurt/Oder und hat sich damit schon intensiver beschäftigt und auch einiges darüber geschrieben.
Einen Teil davon finden Sie auch auf unserer Web-Site.

Können Sie ein paar Stationen aus Ihrer beruflichen Entwicklung nennen?
Ich war der erste in der Familie, der gleich Schlosser werden wollte. Mein Vater wollte zunächst Zimmermann werden.

Das war Anfang der 50er Jahre, und da war es gar nicht so leicht für ihn, in dieser Branche Fuß zu fassen.
Er machte dort jedenfalls nicht so gute Erfahrungen, als er seine Lehre begann.

Meine Oma riet ihm deshalb: „Vielleicht wirst du ja doch lieber Schlosser.“

Und so kam es dann auch.
Ich selbst aber habe zunächst den Beruf des Instandhaltungsmechanikers gelernt, von 1981 bis 1983.

Wo haben Sie gelernt?
In Eisenhüttenstadt. In der Zeit habe ich dort im Internat gewohnt.
Danach habe ich im Wohnungs- und Gesellschaftsbaukombinat in Eberswalde gearbeitet.

Wie lange?
Ein halbes Jahr, dann bin ich mit in die Firma eingestiegen.

Wann war das?
Das war am 01.01.1984. Ich habe übrigens mit meiner Mutter, Margrit Renné zusammen in der Firma angefangen. Sie hat im Büro gearbeitet.

Sie macht das heute noch und hilft ab und zu aus.
Meine Mutter wird nächstes Jahr 80.
1985/1986 war ich dann noch zum Wehrdienst.

Wie war das, mit Ihrem Vater als Chef zu arbeiten?
Mein Vater war ziemlich streng, also gab es auch mal Stress. Außerdem wohnte ich zu Beginn noch zu Hause, und das war nicht sehr förderlich für eine durchgehend gute Atmosphäre.

Es war wie in jeder Familie, wo mal Probleme und Konflikte auftreten. Und hier kam eben hinzu, dass ich den ganzen Tag in der Werkstatt war und mitgearbeitet habe.
Mein Vater war ein Workaholic. Er kannte hauptsächlich nur eines, nämlich nahezu ohne Unterbrechung zu arbeiten.

Können Sie darauf näher eingehen?
Nun, er fing morgens viertel vor sieben an und arbeitete bis kurz vor fünf Uhr nachmittags.

Da wir viel zu tun hatten, war es normal, dass wir uns zum Teil im Laufschritt bewegt haben, um die Arbeit zu schaffen.

Wir mussten als Kinder manchmal nach der Schule ebenfalls mithelfen, wenn Not am Mann war und irgendetwas fertig werden musste.

Meine Mutter packte zusätzlich mit an, als wir noch klein waren und darum noch nicht so schwer tragen konnten.
Kam mein Vater abends nach Hause, dann schliefen wir meistens schon.

Mein Vater war von der Arbeit so erschöpft, dass er in der Regel nicht mehr lange aufblieb, sondern sich gleich schlafen legte.

Am nächsten Tag ging es ja früh wieder von vorn los. Das war praktisch wie ein sich fortwährend ‚drehendes Hamsterrad‘, aus dem man nur ganz schlecht herauskam.

Wann haben Sie Ihre Meisterprüfung gemacht?
1986 bis 1989 habe ich am Meisterlehrgang teilgenommen.
Der Meistertitel wurde auch nach der Wende anerkannt.

Was war das für ein Meisterstück?
Ich habe ein Tor gebaut. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als der Obermeister aus der Prüfungskommission kam, um das Tor zu bewerten und abzunehmen.

Er war total niedergeschlagen, weil seine Kinder einen Tag zuvor in den Westen gegangen sind.
Haben Sie trotzdem bestanden?
Ja, na klar.

Haben Sie noch Geschwister?
Ja, zwei Brüder. Ich war der Mittlere. Matthias, der jüngere, hat studiert und sich mit Keramik befasst. Später ist er in den öffentlichen Dienst gewechselt.
Mein Bruder Lutz hat Maschinenbau studiert. Er arbeitet heute als Verkäufer in einer Firma für Beschläge, Eisen.

Was ist Ihnen im Umgang mit Kunden wichtig?
Der Kunde muss zufrieden sein – das ist mein oberstes Prinzip. Dazu gehört, dass man ihn gut berät, ehrlich zu ihm ist, wenn beispielsweise bestimmte Vorstellungen nicht umgesetzt werden können.

Die Herausforderung besteht des Weiteren darin, die genauen Wünsche des Kunden zu erfassen, ihn wirklich umfassend zu beraten.

Denn: nie ist ein Auftrag haargenau identisch mit dem, was man vorher gemacht hat. Es gibt stets Besonderheiten, neue Überlegungen, die angestellt werden müssen.

Können Sie mal ein Beispiel nennen?
Wir haben schon für die Kirchturmspitze eine Befestigung hergestellt, damit das Kreuz aufgestellt werden konnte.

Bei den Schlosserarbeiten – Tore, Zäune, ist jede Fertigung anders.
Und wenn wir ein Tor mit einem elektrischen Antrieb herstellen sollen, dann arbeiten wir mit Partnern zusammen, die dann den Antrieb ans Tor anbringen und entsprechend vor Ort die Arbeiten erledigen.

Warum machen Sie das mit den elektrischen Torantrieben nicht selbst?
Weil ich zum einen der Meinung bin, dass man nicht unbedingt einen elektrischen Torantrieb braucht. Wir können das Tor immer noch selber öffnen.

Hinzu kommt, dass die Wartungsarbeiten für den Kunden jährlich hinzugerechnet werden müssen.
Zum anderen baue ich lieber ein solides Schloss ein, das manchmal auch schon bei den Toren mit elektrischem Antrieb fehlt. Ein Schloss hält hundert Jahre.

Aber natürlich steht für uns der Kundenwunsch absolut im Vordergrund, und wenn er einen elektrischen Torantrieb haben will, dann bekommt er ihn geliefert, und zwar von unseren Partnern, die darin die Experten sind.

Wer gehört zu Ihrer Familie?
Meine Frau arbeitet im öffentlichen Dienst. Wir haben drei Kinder zusammen.
Der jüngste ist jetzt 23 und hat auch Schlosser gelernt. Seit März 2019 arbeitet er hier in der Firma mit. Er wohnt noch zuhause.

Na, Sie kennen ja aus eigenem Erleben, wie es ist, mit dem Vater zusammenzuarbeiten, oder?
Ja, aber das klappt schon ganz gut. Reibereien, Missverständnisse gibt es immer mal. Das liegt in der Natur des Zusammenlebens von Menschen. Das kann man aber alles lösen.

Was für ein Ton herrscht in Ihrem Unternehmen?
Freundlich, humorvoll. Ich bin eher der kumpelhafte Typ.
Wir können uns aufeinander verlassen.

Und es ist so, dass die meisten Mitarbeiter immer sehr lange bei uns gearbeitet haben und hoffentlich in Zukunft auch arbeiten werden.
Wir sind ein gutes Team – jeder weiß, was er zu tun hat, wir helfen einander und wir hören auch zu, wenn jemand von uns mal Sorgen hat.

Wie halten Sie sich fit?
Ich gehe ins Fitness – Studio, schon allein, um etwas für meinen Rücken zu tun.

Sind Sie ein glücklicher Mensch?
Glücklich sein, das ist ein weites Feld. Ich bin zufrieden. Mir ist die Familie wichtig, dass ich Freunde treffen kann und dass wir alle gesund bleiben.

Natürlich kann einen im Büro die Schreibarbeit schon einmal nerven, denn die Bürokratie wächst ja weiter.
Aber generell bin ich ein glücklicher und zufriedener Mensch.

Herr Renné, vielen Dank für das Gespräch.

Mehr über den Meisterbetrieb:

https://uwemuellererzaehlt.de/2020/11/04/firmenportraet-thomas-renne/

SUSANNE ROSENBERGER – FÜR DAS LEBEN

‚FÜR DAS LEBEN‘ – das ist der Leitgedanke des Pflegedienstes Susanne Rosenberger, der in Castrop Rauxel Zuhause ist. „Wir setzen auch in diesen schweren und besonderen Zeiten der Corona-Pandemie auf eine ganzheitliche Pflege und Betreuung“, sagt Susanne Rosenberger.
DER WERDEGANG VON SUSANNE ROSENBERGER

Susanne Rosenberger ist in Castrop Rauxel aufgewachsen. Sie hat Abitur gemacht und danach eine Ausbildung zur Krankenschwester durchlaufen.

Sie war anschließend im Augusta Krankenhaus in Bochum tätig – auf einer Intensivstation in der Chirurgie, sechs Jahre lang. Der Anstoß, in die Pflege zu gehen, der kam durch ihre Oma.

Die war Altenpflegerin in einem Altenheim. Nebenbei führte sie dort eine Schneiderstube. Später wurde ihre Oma schwerkrank. Susanne Rosenberger hat sie gemeinsam mit ihrem Vater bis zum Schluss begleitet.

Das war gleichzeitig der zündende Gedanke für sie, gemeinsam mit ihrem Vater einen Pflegedienst zu gründen. Ihr Vater hat dafür extra noch einmal umgeschult und eine Ausbildung zum Altenpfleger absolviert. 2000 war es soweit und sie haben den Pflegedienst gegründet, so wie er heute ist.

Susanne Rosenberger hat seitdem viel erlebt – Bedrückendes und zugleich Beglückendes. Als ein einprägsames Beispiel nennt sie hier die Palliativversorgung.

Erst so ist ihr deutlich geworden, wie klein manche Sorgen sind, die man selber hat. Aber sie kennt dadurch ebenso den Reichtum, der entsteht, wenn sie einen Menschen auf dessen letzten Weg begleitet. Susanne Rosenberger geht in der Pflege und Betreuung auf. Das ist heute ihr Leben.

MEHR IM INTERVIEW MIT SUSANNE ROSENBERGER:

https://uwemuellererzaehlt.de/2017/02/28/interview-mit-susanne-rosenberger/

DAS TEAM UM SUSANNE ROSENBERGER
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verstehen ihren Beruf nicht nur darin zu pflegen, zu betreuen und zu versorgen. Vielmehr wollen sie die Lebensqualität der zu Pflegenden zu erhalten und nach Möglichkeit sogar noch verbessern.

Das Team besteht aus Pflegefachkräften für die Bereiche Alten- und Krankenpflege, Tagespflege, Palliativpflege, Hauswirtschaft und Betreuung. Außerdem gibt es eine Naturheilpraxis.

Im Pflegedienst arbeiten Spezialisten für die Wundversorgung, die Palliativbetreuung und die Betreuung von an Demenz erkrankten Menschen in der Tagespflege.

Der Pflegedienst ist Mitglied in verschiedenen Netzwerken – Palliativ-Netzwerk Herne, Wanne-Eickel, Castrop-Rauxel, bpa-Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste und im Landesverband freier ambulanter Krankenpflege (LfK).

STELLENANZEIGE
https://uwemuellererzaehlt.de/2017/11/10/stellenanzeigen-pflegedienst-rosenberger/

 

GANZHEITLICHES KONZEPT

Der Pflegedienst S. Rosenberger setzt auf Ganzheitlichkeit im Denken und im Handeln.

Die ambulante Alten- und Krankenpflege sind wichtige Voraussetzungen dafür, dass die Pflege- und Hilfsbedürftigen möglichst lange in ihrem Zuhause verbleiben können.

Hinzukommt, dass nicht nur die Versorgung und Betreuung aufrechterhalten werden soll.

Vielmehr geht es darum, alle Aspekte einzubeziehen.
Das betrifft die Lebensqualität, bis hinein in die letzten Stunden des Lebens durch eine umfassende Palliativversorgung, unbeschwerte Stunden für Demenzkranke in der Tagespflege oder zum Beispiel die Spielenachmittage für Senioren ab 60 Jahre.

Einzelne Leistungspakete sind unter anderen:
– Grund- und medizinische Behandlungspflege,
– Familien – und Verhinderungspflege, Betreuungsleistungen,
– Palliativbetreuung (zum Beispiel Symptomkontrolle, Portversorgung, Schmerz- und Infusionstherapie auf der Grundlage der ärztlichen Vorgaben),
– Dienstleistungen in der hauswirtschaftlichen Versorgung,
– Naturheilpraxis.

TAGESPFLEGE NORDBAD – SÜNDERLINGSTRASSE
Die Tagespflege Nordbad wurde im Dezember 2015 eröffnet. Hierher kommen ältere und pflegebedürftige Menschen, die zu Hause nicht allein sein wollen.

Viele von ihnen sind an Demenz erkrankt und in der Tagespflege willkommen. Pflegende Angehörige werden dadurch entlastet und können am Tag ihren eigenen beruflichen und privaten Verpflichtungen nachgehen.

Susanne Rosenberger hat für diesen Zweck einen ehemaligen Nettomarkt umbauen lassen und so 18 Tagesplätze geschaffen. Die Einrichtung verfügt über 8 Räume auf 400 qm.

Darunter sind: ein großer Gesellschaftsraum mit offener Küche, ein Ruheraum, ein Therapieraum und ein Snoozleraum zur Entspannung und Ruhe.

Ein Fahrdienst bringt auf Wunsch die Gäste morgens zur Tagespflege und abends wieder nach Hause zurück.
Sieben Fachkräfte arbeiten gegenwärtig in der Tagespflege am Nordbad.

Sie kümmern sich um das Wohl ihrer Gäste, betreuen sie fürsorglich, mobilisieren und aktivieren sie.

Besonders wichtig für an Demenz erkrankte Gäste: Sie erhalten eine Tagesstruktur, werden respektiert und angenommen wie sie sind und durch vielfältige Aktivitäten in das Gemeinschaftsleben der Tagespflege einbezogen.

Im Snoezelraum können sie zudem angenehme und entspannende Momente bei Lichtreflexion und Musik erleben.

Des Weiteren sind Therapien mit Klangschalen möglich. Oder ein Aromabad im behindertgerechten Pflegebad. Zur Mittagszeit können sich die Gäste, wenn sie mögen, in einen Ruheraum zurückziehen

Das Mittagessen und seine Zubereitung ist einer der Höhepunkte für die Gäste. Die Lebensmittel haben Bioqualität und werden frisch vom Bauern geliefert, aus der unmittelbaren Umgebung.

Und schließlich: Es gibt Erzählrunden, es werden Fotoalben angesehen und in der wärmeren Jahreszeit können die Gäste im Garten sitzen oder sich am Hochbeet beschäftigen.
Naturheilpraxis und Homöopathie

Susanne Rosenberger setzt in der ganzheitlichen Beratung, Betreuung, Versorgung und Pflege auf die Lehren der klassischen Homöopathie.

Die alternativen Heilmethoden ergänzen das Leistungsspektrum und erweitern die Möglichkeiten für Pflege- und Hilfsbedürftige sowie deren Angehörige, die eigene Gesundheit zu erhalten und da wo es möglich ist, diese zu stärken.

Die homöopathischen Arzneimittel bestehen aus pflanzlichen, mineralischen oder tierischen Stoffen. Sie werden individuell für den einzelnen Patienten aufbereitet und verabreicht.

Susanne Rosenberger bietet in diesem Zusammenhang zum Beispiel Therapien bei Schlafstörungen, Allergien, bei Ruhelosigkeit oder begleitend bei Krebserkrankungen und in der Palliativpflege an.

PALLIATIVVERSORGUNG
Schwerkranke und sterbende Menschen bedürfen der besonderen Aufmerksamkeit.

Im Team von Susanne Rosenberger sind dafür fachlich geschulte Mitarbeiter. Zudem arbeitet S. Rosenberger mit Ärzten und Psychotherapeuten zusammen, wenn es darum geht, die Lebensqualität der Patienten bis zum Schluss zu erhalten, ihnen die nötige menschliche Zuwendung zu geben und die Schmerzen zu lindern.

Zur speziellen Behandlungspflege gehören unter anderen
die Symptomkontrolle, die vom Arzt verordneten Schmerz- und Infusionstherapien überwachen (Schmerzmittelpumpen),
eine fachgerechte Portversorgung vorzunehmen.

Der Pflegedienst ist rund um die Uhr erreichbar, und das 7 Tage in der Woche.
Susanne Rosenberger ist Mitglied im Palliativnetzwerk Herne/Wanne/Castrop.

Kontakt:
Pflegedienst S. Rosenberger
Tagespflege am Nordbad
Sünderlingstr. 53
44581 Castrop – Rauxel
Tel. 02305/5310030
Fax: 02305/5310031
E-Mail: info@pflegedienst-rosenberger.de
www.pflegedienst-rosenberger.de
Bürozeiten:
Mo-Fr 08.30 bis 16 Uhr
Telefon: 02305 – 53 100 30
24 Rufbereitschaft: 0172 – 749 55 25

GERHARD NEUMANN – VERSIERTER KENNER VON NATUR UND LANDWIRTSCHAFT, UNTERNEHMER, SCHRIFTSTELLER

GERHARD NEUMANN

„Ich bin von Natur aus ein Optimist, …Ich habe versucht, diese Lebensphilosophie an meinen Sohn weiterzugeben…glaube zuerst AN DICH SELBST. Dann kannst Du auch an andere Menschen glauben.“ 

Das hat der Mann geschrieben, dem ich an einem sonnigen Samstag im September 2020 begegnete. Fast am Ende des Buches „MEIN WEG ZUM PARADIES“ findet man dieses Zitat. (Vgl. Gerhard Neumann, MEIN WEG ZUM PARADIES, ISBN 978-3-86557-457-2, © NORA Verlagsgemeinschaft (2019), S. 304/305)

Der Satz ist so markant, wie der Autor, Gerhard Neumann, selbst.
Ich treffe oft auf interessante Menschen, ja ich suche sie geradezu.

In ‚Neumann‘s Erntegarten‘ traf ich auf so jemanden: Gerhard Neumann, versierter und begeisterter Obstbauer, Unternehmer und Schriftsteller.

Das ich ihn kennenlernte, war eher zufällig und nicht geplant.

Wir wollten mit unserer Tochter und Krümel etwas unternehmen, wenn die beiden schon bei uns zu Besuch waren.

„Lass uns doch mal zum Selbstpflücken auf einen Bauernhof fahren, sagte meine Frau zu mir.

„Hm, keine schlechte Idee“, antwortete ich.

„Wir waren doch schon mal auf so einem Hof vor Jahren, erinnerst du dich noch?“, fragte meine Frau.

„Ja, ich weiß, das war in der Nähe von Potsdam“, antwortete ich.

„Ich schau‘ mal im Internet nach“, meinte ich noch.

Abends recherchierte ich und suchte etwas Passendes für uns.
‚Neumann’s Erntegarten und Hofladen‘, stand da plötzlich.

Ich scrollte ein wenig auf der Web-Site hin – und her und erblickte den Unternehmer auf einem Foto.

Er kam sympathisch rüber, ja er hatte charismatische Gesichtszüge. Ich klickte mich durch die Unterseiten und blieb da hängen, wo zwei Bücher von Gerhard Neumann aufgeführt waren.

„Schriftsteller ist der also auch noch“, dachte ich.
‚Donnerwetter, das musste ein Mensch sein, der über viel Energie und Visionen verfügte.

Mir gefiel die Idee zunehmend besser, dort auf den Hof zu fahren. Vielleicht ergab sich ja sogar die Gelegenheit zu einem Gespräch.
Wir fuhren am Samstag dorthin und wir waren voller Vorfreude auf den Tag.

Als wir auf dem Parkplatz ausgestiegen waren, und wir uns in Richtung des Hofladens begaben, da sah ich den Obstbauern stehen.

Er war mitten im Geschehen, beobachtete die Leute und sprach ab und an mit einem Besucher, der sich an ihn wandte.

Wir nahmen unsere Körbe und gingen zu den Feldern, wo die Erdbeeren standen, und auch eine riesige Plantage mit Himbeeren war.

Es war herrlich für uns. Krümel pflückte begeistert mit und plapperte ununterbrochen vor sich hin. Ich blickte auf und sah in der Ferne eine kleine Kirche. Vor uns waren die Sträucher gerade gewässert worden und so dufteten sie noch intensiver nach dem Grün und dem Obst.

In dem Buch stand was von Paradies – der Autor musste das hier vor Augen gehabt haben.

Wir gingen weiter und kamen an eine Apfelplantage.
Ich pflückte einen Apfel vom Ast, um zu sehen, ob er schmeckte.

Ich biss hinein. Ich aß im Grunde wenig Äpfel, aber der hier schmeckte so gut, dass nur der Stiel zum Schluss übrigblieb.

„Die müssen wir mitnehmen“, sagte ich zu Klara und wir machten uns daran, die Äpfel in die mitgebrachten Eimer zu füllen.

„Wollen wir zurück zum Hofladen?“, fragte ich Klara und Laura.
„Ja, Opa“, antwortete stattdessen Krümel. Voller Stolz hielt sie das kleine Körbchen, angefüllt mit herrlichen Himbeeren, in ihren kleinen Händen.

Also machten wir uns auf den Rückweg.
Plötzlich hörte ich Stimmen und sah einen SUV in einem Seitenarm stehen, direkt neben einem alten Traktor.
Das musste der Chef sein.

„Soll ich ihn einfach mal ansprechen?“, überlegte ich.
Wie würde er reagieren. Plötzlich tauchte er in der Tür des Schuppens auf.

Ich gab mir einen Ruck und spazierte schnurstracks auf ihn zu.
„Darf ich Sie mal kurz stören und etwas fragen?“
Der Bauer stutzte, schaute mich an und sagte: „Ja, bitte“

„Ich führe einen Blog, online, und ich schreibe über interessante Menschen, so wie Sie einer sind.

Der schaute mich prüfend an und sagte nach einigem Zögern: „Hm, und was haben Sie davon?“

Ja, was hatte ich eigentlich davon, außer dass ich meine Frau, meine Tochter und meine Enkelin mal wieder hatte stehenlassen, um einer interessanten Spur zu folgen.

Dabei wollte ich ihn gar nicht ansprechen, weil ich wusste, was da für Arbeit auf mich zukam.

„Ich interviewe Leute, die ich interessant finde und den Blog refinanziere ich über kleinere Werbungen“, sagte ich.
Er schaute mich noch einmal prüfend an und sagte: „Ich bezahle gar nichts.“

„Da bin ich aber froh, dass Sie mir das so sagen, denn fast hätte ich Ihr Buch bei Amazon gekauft“, konterte ich.

Aber davon mal abgesehen: Dieser Unternehmer und Schriftsteller hatte etwas, was mich faszinierte, und deshalb war es beschlossene Sache, dass ich wenigstens einen Artikel für den Blog über ihn verfasste.

„Sie schreiben über mich und mein Buch“, sagte er plötzlich.
„Träum‘ weiter“, dachte ich. Andererseits: Das klang schon interessant, obwohl ich noch zögerte.

„Also gut, ich schenke Ihnen ein Buch und Sie schauen mal, ob es für Sie interessant genug ist, dass Sie etwas darüber schreiben wollen.“

„Ok“, antwortete ich sofort. Ich bekam ein Buch geschenkt, lernte bei der Gelegenheit einen interessanten Menschen kennen – das passte doch alles.

„Darf ich fragen, wie alt Sie sind?“
„Ich bin am 24.12.1938 geboren, also 1938 Jahre nach der Geburt Christi.“

Der Satz gefiel mir.
„Ich beschäftige mich gerade sehr intensiv mit der Bibel, obwohl ich früher mal Marxist war“, sagte ich.

„Und ich bin heute noch Marxist“, antwortete er.
Das imponierte mir. Das war ehrlich, einfach authentisch.

Hatte er so das Buch geschrieben? Wenn ja, dann war es auf jeden Fall spannend für mich.

Ich beschloss, gleich zu Hause in sein Buch hineinzuschauen.
Im Hofladen signierte er den Band noch.

„MEIN WEG ZUM PARADIES“, steht auf dem Buchdeckel.
„Es ist nie zu spät so zu werden, wie man eigentlich ist“, schrieb er in die Innenseite.

Nicht schlecht, fand ich. Und sofort überlegte ich, ob er mich damit meinte.
Naja, irgendwie traf das schon auf jeden von uns zu, nämlich das zu sein, was man wirklich von innen auch ist.

„Werde einfach der, der du wirklich bist“, habe ich mal von einem Jesuitenpfarrer gehört.

Wir aßen noch eine Kleinigkeit, Krümel begann, sich auf den Boden zu werfen, weil sie nicht das durfte, was sie wollte: auf den Sitzen mit Schuhen herumtollen.

Es wurde Zeit, dass wir uns nach Hause begaben.
Ich nahm mir eigentlich vor, mir noch ein paar Tage zu geben, um in Ruhe das Buch durchzublättern, ja auch durchzulesen.

Aber ich war zu neugierig, um zu warten.
Ich schaute gleich ins Buch, als ich in meiner Liege im Garten lag.
„…und im Frühjahr 1942, als die Gartenarbeit begann, half ich kräftig mit….Mit diesen Gartenarbeiten wurde die Grundlage für mein späteres Leben gelegt.“ (Vgl. ebenda, S. 16)

Das war also der Anfang des Weges, den Gerhard Neumann in Sachen Erntegarten ging.

Ein harter Weg. Das wird dir klar, wenn du dich in das Buch hineinbegibst, und damit in das Leben von Gerhard Neumann.

Es gäbe viel zu berichten – über spannende Erlebnisse, über seine Art, Privates und Berufliches zu schildern.

Wer wissen will, was ein Mensch schaffen kann, wenn er sich mit seinem Weg identifiziert, wenn er kämpft bis fast zum Umfallen, wenn er immer wieder aufsteht nach einer erlittenen Niederlage, für den ist das Buch ein wahrer Fundus.

Mir gefällt, wie authentisch er schreibt, dass ihn zum Beispiel manche Liebe im Leben fast zerrissen hat, und wie er doch noch seine Frau gefunden hat, die alles mit ihm teilt.

Gut, dass ich Gerhard Neumann auf der Obstplantage angesprochen habe.

ALDELHEID ALDINGER – EIN AUSSERGEWÖHNLICHER MENSCH

ADELHEID ALDINGER FEIERT HEUTE IHREN 60. GEBURTSTAG - EIN BESONDERER TAG FÜR EINEN BESONDEREN MENSCHEN

Ich bin Adeldheid Aldinger vor sechs Jahren begegnet. Da war ich auf der Suche nach einer guten Geschichte für ein Stadtmagazin in Altlandsberg. Und die fand, als ich mich nämlich mit Lutz Wagner und Adelheid Aldinger traf, beide sehr engagiert für den Verein „Helfen hilft e.V.“ in Altlandsberg.

Der Verein kümmert sich um Bedürftige, die auf Lebensmittel, Obst, Gemüse oder Kleidung angewiesen sind. Ich habe damals schon gestaunt, mit wie viel Herzblut sich die beiden für Menschen engagieren, die nicht gerade auf der Sonnenseite des Lebens stehen.

Später habe ich Adelheid noch einmal getroffen, als sie eine Frauentagsfeier ausrichtete und ich ein paar kleinere Geschichten vorgelesen habe. Adelheid hatte keine leichte Kindheit, und sie hat es trotzdem geschafft, ihre schlechten Erfahrungen zu verarbeiten und positiv in die Welt zu schauen.

Adelheid ist ein kluger Mensch, und sie tut vor allem eines: Sie denkt mit dem Herzen. Im April 2018 erhielt sie die Medaille des Brandenburger Landtages „…zur Anerkennung von Verdiensten für das Gemeinwesen.“

Die hat sie sich hart erarbeitet und verdient, im Team mit denen, die sie täglich unterstützen. Ich schreibe schon eine Weile über Menschen im Alltag, über diejenigen, die nicht viel Aufhebens machen, um ihre Person, die einfach helfen.

Das fasziniert mich an ihr. Sie hat eine große Familie, verschenkt Liebe, erteilt Ratschläge, wenn sie gefragt wird und kann herzlich lachen über die Dinge des Alltags.

Sie liest meine Beiträge fast täglich, und ehrlich: Das erfüllt mich mit Stolz. Herzlichen Glückwunsch, liebe Adelheid zu deinem 60. Geburtstag, auch wenn du zwanzig Jahre jünger wirkst.

Mach‘ einfach so weiter, und hoffentlich noch lange, bleib‘ stark. Deine Freunde mögen dich, deine Familie liebt dich und ich ziehe meinen Hut vor dir.

Herzlichen Glückwunsch, liebe Adelheid zu deinem 60. Geburtstag!
Uwe

FREIE ALTEN – UND KRANKENPFLEGE – ANSPRUCHSVOLLE PROJEKTE UND EIN TEAM, IN DEM ES SPASS MACHT, ZU ARBEITEN

Pflege und Betreuung von kranken und hilfsbedürftigen Menschen haben in der aktuellen Zeit einen Stellenwert erlangt, wie sonst wohl kaum etwas an Relevantem in unserer Gesellschaft.

Dabei überschlagen sich manche in der Politik darin, die Anstrengungen der Pflegekräfte zu würdigen, andere wiederum finden nach wie vor, dass viel zu wenig passiert. Beides hat sicherlich seine Berechtigung, wenn man in die Tiefe der Argumentationen einsteigt.

„Euer Klatschen könnt ihr euch sonst wohin stecken“, so äußerte sich kürzlich eine Berliner Krankenschwester frustriert und verzweifelt über den andauernden Personalmangel an Pflegekräften und die nicht ausreichende Wertschätzung für diejenigen, die im medizinischen oder Pflegebereich arbeiten.

(Vgl. „Wut-Rede in Krisen-Zeiten. Die Berliner Krankenschwester beklagt ein System, das auf Profit setzt, Personalmangel – und Klatschen als Geste der Anerkennung. Berliner Zeitung, Nummer 169, Donnerstag, 23. Juli 2020, Seite 11).

Ich begleite mit meinen Gesprächen, Interviews und Berichten seit einigen Jahren die Freie Alten- und Krankenpflege e.V. in Essen, und ich weiß, dass sie genauso viel Grund hätten, Defizite und Mängel anzukreiden, die jeder kennt, der in der Pflege zuhause ist.

Doch die FAK e.V. zeichnet gerade in dieser Zeit eines aus: Sie klagen nicht, nein, sie handeln. So öffnet Anfang September 2020 das neue Wohngemeinschaftshaus „Op dem Berge“ in Essen-Bochold, in der es auch eine Tagespflegeeinrichtung geben wird. Im November folgt dann die neue Demenz-Wohngemeinschaft „Mittendrin“ in Essen-Frohnhausen.

Und schließlich bezieht die FAK das Wohngemeinschaftshaus „Emscherblick“ in Essen- Altenessen, in der es ebenfalls eine Tagespflegeeinrichtung, im FAK- Jargon „Emscherglück“ genannt, geben wird.

Das sind anspruchsvolle Projekte in dieser Zeit, zumal ja wiederum neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die einzelnen Einrichtungen gewonnen werden müssen.

Michael Jakubiak, einer der Geschäftsführer der Freien Alten – und Krankenpflege, zeigt sich gewohnt optimistisch: „Wir sind positiv überrascht von den zahlreichen Bewerbungen für unsere Vorhaben“, sagt er im Gespräch.

Mehr erfahren unter: http://www.fak.de

 

DAS TEAM – OPTIMISTISCH BLEIBEN, DINGE NACH VORN LÖSEN UND AUCH NOCH SPASS HABEN

Wer das Team und die Geschäftsführung kennt, der weiß, dass nichts im Selbstlauf passiert. Es gibt handfeste Gründe, warum die FAK e.V. solch einen Sog auf Bewerberinnen und Bewerber ausübt.

Da ist zum einen die Tatsache, dass die Gründer der Freien Alten- und Krankenpflege e.V., wie zum Beispiel Michael Jakubiak, seit nunmehr fast vier Jahrzehnten immer an einer Idee drangeblieben sind: Nämlich, dass alte und kranke Menschen selbstbestimmt und autonom in ihrem häuslichen Umfeld verbleiben können, obwohl sie auf Pflege und Betreuung angewiesen sind.

Und wenn das nicht mehr geht, in einer der Einrichtungen und Häuser der FAK e.V. leben und wohnen zu können, in der die Bewohner ihre Einsamkeit überwinden lernen, um neben der fachlichen Pflege und Betreuung eines zu finden: eine familienähnliche Atmosphäre.

Dieses ethische Verständnis ist nicht aus äußeren Worthülsen gebaut. Nein, es ist tief in der DNA des gesamten Teams der FAK e.V. verankert.

Das ‚schreit‘ sich natürlich nicht heraus, es schweigt sich eher in Essen und Umgebung herum. In der aktuellen Stellenanzeige der FAK e.V. steht: Wir brauchen keine Roboter. Wir brauchen Menschen. Wir brauchen Sie! Wer das Team kennt, der weiß, dass jedes Wort so gemeint ist. Die Wertschätzung beginnt dort, wo Menschen mit ihren Fähigkeiten und Stärken gebraucht werden und sie setzt sich darin fort, dass sich alle in der FAK e.V. wohlfühlen sollen – die Bewohner in den Wohngemeinschaften und die Pflegekräfte.

Nur so kann ein fundierter Rahmen geschaffen werden, wo das Wohnen, das Leben und das Pflegen und Betreuen Spaß machen, ja, sich das alles gegenseitig bedingt. Könnte ich noch einmal von vorn beginnen, so würde ich in der Pflege anfangen, und würde ich in Essen und Umgebung wohnen, ich wüsste, mit wem ich zusammenarbeiten wollte.

FRIEDA LÄDT ZUM GEBURTSTAGSKAFFEE

Anna mag nicht mehr aus dem Haus gehen, nicht einmal zum Geburtstag ihrer Schwester. Doch Lukas will unbedingt, dass sie sich aufrafft, mitkommt, sich bewegt, an den Gesprächen teilnimmt.
Mittlerweile ist er jedoch unsicher, ob es seine Mutter mehr aktiviert oder noch mehr ihre eingefahrene Alltagsstruktur durcheinanderbringt.

Lukas hat es sich auf der Terrasse in seinem Garten bequem gemacht.

Gerade hat er den letzten angereisten Gast in die Ferienwohnung eingewiesen und ist danach zu seinem Haus zurückgefahren.

Er war den ganzen Tag unterwegs gewesen, hatte viel geklärt, mit Eigentümern diskutiert und die laufenden Hausmeisterarbeiten in den ihm anvertrauten Objekten erledigt.

Er war kaputt, freute sich auf sein Feierabendbier, alkoholfrei und wollte eigentlich mit niemandem mehr sprechen.

Die Katze lag neben ihm, während er das Bier in das Glas goss und zum ersten Schluck anhob, als sein Handy klingelte.

„Sturm“, sagte er.
„Ja, hallo, hier ist Frieda.“
„Ja, hallo Tante Frieda, na, alles klar?“, fragte Lukas.
„Ja, es ist alles in Ordnung. Ich wollte nur fragen, ob es morgen mit Mutti klargeht, dass sie pünktlich zum Kaffee da ist.“

„Das weißt du doch, dass ich sie bringe, Tante Frieda“, antwortete Lukas.

Er war ein wenig genervt, dass ihn Frieda noch einmal an den morgigen Tag erinnerte.

Sie hatte Geburtstag und ihn und Anna eingeladen, wie jedes Jahr.
„Wir sind morgen 15.30 Uhr bei dir. Ich bring‘ Mutti mit.“
„Oh, dann ist ja alles gut. Na, dann bis morgen“, verabschiedete sich Frieda.

Frieda Krüger wohnte ebenfalls in Stralsund. Sie hatte ein Haus, in dem sie gemeinsam mit Fritz, ihrem Mann wohnte. Das Haus lag unmittelbar vor dem Stralsunder Hafen, man konnte von der Terrasse aus auf den Strelasund schauen, das Meerwasser riechen, die Möwen schreien hören und die Touristen bei ihren Spaziergängen beobachten.

Frieda legte viel Wert darauf, dass alle kamen, die ihr wichtig waren, die Gäste ihr vorher rechtzeitig gratulierten und mit ihr gemeinsam ein paar schöne Stunden verbrachten.

Lukas überlegte, ob er Anna noch einmal anrufen sollte.
Eigentlich hatte er ihr am Vormittag alles erklärt.

„Mutti, ich hole dich Morgen gegen drei Uhr ab und dann fahren wir gemeinsam zu Frieda“, sagte Lukas zu ihr, während er dabei war, ihren Kühlschrank sauber zu machen.

Anna passte das gar nicht und sie stand direkt hinter Lukas, um ja nichts zu verpassen. Plötzlich machte sie die Kühlschranktür zu. Sie versuchte es jedenfalls. Es gelang nicht, weil Lukas Kopf noch dazwischen war.

Lukas schrie vor Schmerzen auf.
„Mutti, du kannst doch nicht mit Schwung die Tür zum Kühlschrank zuschlagen, während ich das abgetaute Eis entferne“, sagte Lukas mit ärgerlicher Stimme.

„Was machst du eigentlich an meinem Kühlschrank“, sagte Anna trotzig. Sie verstand es nicht, dass Lukas ihr helfen wollte, alles wieder in Ordnung zu bringen und sauber zu halten.

Während Lukas daran zurückdachte, fasste er mit einer Hand in seinen Nacken, der immer noch wehtat.

Er setzte nun doch an und nahm den ersten Schluck aus dem Bierglas.

Dann griff er wie von selbst zum Telefon, wählte die Nummer von Anna und wartete, bis sie ranging.

„Sturm“, ertönte eine verschlafene Stimme.
„Mutti, hast du etwa geschlafen?“, fragte Lukas.
„Es ist doch erst halb sieben abends“, sagte er noch.
„Ach, ich habe mich einfach auf die Couch geschmissen“, sagte Anna lustlos.

„Mutti, denkst du an Morgen?“
„Was ist Morgen?“, fragte Anna.
„Der Geburtstag von Frieda, sie wird 82 Jahre alt.“
„Was so alt?“ Annas Stimme klang, als würde sie das erste Mal vom Alter ihrer Schwester Frieda erfahren.

„Ich habe einen Blumenstrauß gekauft und einen Gutschein für Kosmetik. Das bringe ich morgen alles mit.“
„Wozu hast du das gekauft?“, fragte jetzt Anna.

„Mutti!“, presste Lukas hervor. Seine Freude auf ein paar ruhige Momente am Feierabend war gänzlich verflogen.

Doch dann schoss ihm durch den Kopf, dass er ruhig bleiben wollte. Anna konnte ja nichts dafür. Es war ihre Krankheit, die sie alles vergessen ließ.

Und es ging damit schleichend eine Wesensänderung einher.
Das alles tat Lukas innerlich furchtbar weh und er litt darunter sehr, seelisch und körperlich.

Gerade hatte er sich mit Peter darüber unterhalten.
„Denk‘ in solchen Momenten daran, wie viel Gutes du durch deine Mutter erfahren hast“, sagte Peter.

Der hatte gut Reden, saß in Berlin und gab reihenweise schlaue Sätze von sich, die Lukas in der konkreten Situation wenig halfen.
„Ich versteh‘ dich“, sagte Peter dann.

Er wusste, dass er in ähnlichen Situationen manchmal noch schneller die Geduld verlor.

Lukas setzte erneut an, versuchte in Ruhe Anna noch einmal alles zu erklären.

„Ich versteh‘ nicht, warum ich dahin soll. Ich will nicht!“, sagte Anna und legte den einfach den Hörer auf.

Lukas war verzweifelt. Trotzdem wollte er nicht erneut anrufen, es würde wenig bringen.

Er nahm sich vor, am nächsten Tag einfach eine Stunde früher bei Anna zu sein, um ihr genügend Zeit zu geben, sich anzuziehen und mit ihm zum Geburtstag aufzubrechen.

Lukas nahm einen Schluck Bier. Das schmeckt irgendwie nicht, dachte er, stand auf und ging in die Garage, um sich eine neue Flasche zu holen.

Er musste sich erst einmal bewegen. Die Katze sprang auf und lief hinter ihm her.

 

 

GLASEREI JÜRGEN HINTZE

FIRMENPORTRÄT
GLASEREI JÜRGEN HINTZE

Glasermeister Jürgen Hintze ist seit über drei Jahrzehnten für seine Kunden da – zuverlässig und dabei auf qualitativ solide Arbeit bedacht.
Jürgen Hintze sucht nicht das schnelle Geschäft, sondern er will seine Kunden nachhaltig zufriedenstellen.

Er ist jedoch schnell, wenn Glasschäden auftreten, denn dann hilft er dem Kunden unmittelbar, sofort.

Dafür gibt es einen Notdienst der Glaserei – unter der Handynummer 0176- 25 16 45 70 –  immer erreichbar, Tag und Nacht.
Glasermeister Hintze kann bei auftretenden Schäden direkt mit der Versicherung abrechnen.

Zum Leistungsportfolio gehören außerdem:
– Glas zuschneiden (sofort möglich);
– Fenster, Türen, Wintergärten, Duschen verglasen (bei Duschen einschließlich der nötigen Silikonfugen);
– Schaufensterscheiben einsetzen, Verglasungen an Booten durchführen.

Kontakt: 
Glaserei Jürgen Hintze
Thälmannstraße 102
16348 Wandlitz
Telefon & Telefax: 033397-21740
Tag und Nacht erreichbar: 0176-25 16 45 70 
Dienstag geöffnet von 06.30 bis 17.00 Uhr und
Freitag von 15 - 18 Uhr sowie nach Vereinbarung.

Zum Interview mit Glasermeister Jürgen Hintze:

https://uwemuellererzaehlt.de/2020/07/15/menschen-im-alltag-9/

 

 

INTERVIEW MIT JÜRGEN HINTZE VOM 07.07.2020

 Jürgen Hintze gehört zu den Menschen, die man getrost als alteingesessenen Wandlitzer bezeichnen kann.
Als Inhaber der Glaserei Jürgen Hintze genießt er einen exzellenten Ruf, vor allem was sein bürger- und kundenorientiertes Handeln, aber auch die Qualität seiner Arbeit anbetrifft.
Er ist darüber hinaus jemand, der sich mit viel Herz und Sachverstand für die Interessen der Bürger im Landkreis Barnim einsetzt. Jürgen Hintze sitzt im Gemeindeparlament Wandlitz für die ‚BVB/Freie Wähler‘, und er ist Kreistagsabgeordneter des Landkreises Barnim mit Sitz in Eberswalde.
Ich habe Jürgen Hintze nach seinem Lebensweg befragt, danach, was ihn antreibt und warum er sich so sehr für Bürgerinteressen in seiner Heimat engagiert.

Herr Hintze, können Sie ein paar Stationen aus Ihrem Leben schildern?
Ich wohne seit 1968 in Wandlitz. Ich habe noch einen Bruder, der als Oberforstrat im Landkreis Oberhavel tätig ist. Seit dem 24.09.1987 bin ich selbstständig.
Von 1982 bis 1987 habe ich in Berlin als Glaser gearbeitet.
Ich wollte mich immer selbstständig machen, auch schon zu Ost-Zeiten.
Das war gar nicht so einfach.

Warum nicht?
Nun, ich brauchte dazu einen Meisterbrief. Ich versuchte es trotzdem, wurde aber vom damals zuständigen Rat des Kreises abgelehnt.
Später hat es dann noch geklappt. Ich durfte mich selbstständig machen und bekam die Auflage, den Meisterlehrgang nebenher zu absolvieren. 1989 bekam ich dann den Meisterbrief.

Wie kam es, dass sich der Rat des Kreises doch darauf einließ?
Auf dem Land gab es einen riesigen Nachholbedarf, was kleinere Handwerksbetriebe anbetraf. Und weil ich nicht lockergelassen habe, mein Vater mich außerdem in meinem Bestreben sehr stark unterstützte, bekam ich dann doch die Erlaubnis für die Eröffnung einer Glaserei.

Wo haben Sie gelernt?
Ich bin in der Erich-Weinert-Oberschule in Wandlitz zur Schule gegangen und habe danach in der PGH Glas Berlin meine Ausbildung absolviert. Das war eine große PGH, in der 50 Mitarbeiter arbeiteten.
Das rührte daher, dass in den 60er Jahre viele kleine private Handwerksbetriebe zwangskollektiviert wurden und dann unter dem Dach der Produktionsgenossenschaft zusammengeschlossen worden waren.
Für mich war das aber ein Vorteil, weil ich die meisten Tätigkeiten eines Glasers verrichten konnte, zum Beispiel die der Glasschleiferei.

Wenn Sie heute noch einmal zurückdenken an die Zeit im Osten, was hat die Arbeit eines selbstständigen Gewerbetreibenden so erschwert?
Ich denke, ausschlaggebend für die vielen Schwierigkeiten war, dass die Materialverteilung nicht funktioniert hat. Der Rat des Kreises bilanzierte, was zur Verfügung gestellt werden sollte, und darüber hinaus gab es keine weiteren Kapazitäten, kein weiteres Material. Es wurde zwar genügend produziert, aber bei der Bevölkerung kam das in nur sehr beschränktem Maße an.

Das Glas konnte ich nicht selbst abholen. Dazu brauchte ich einen LKW, an dem ein Kran sein musste und den hatte ich nicht. Also musste ich mich hier entsprechend absprechen und das war ebenfalls nicht einfach, weil ja viele Handwerker an ihr Material kommen wollten.

Außerdem: Wir hatten Preislisten, an die wir uns strikt zu halten hatten. Der Staat stützte die Preise mit bis zu 21 %. Ich musste deshalb jede Quittung beim Rat des Kreises abrechnen und natürlich auch auf mein Geld warten.
Laut der damals geltenden Preisliste mussten Betriebe 18 % mehr als die Bevölkerung bezahlen.

Die Mehreinnahmen musste ich jedoch dann an den Staat abführen.
Das war das sogenannte Preisausgleichverfahren.
Heute wird das durch die Berechnung der Mehrwertsteuer geregelt.

Es ist faktisch ein gegenseitiges ‚Geben und Nehmen‘, das meine kaufmännische Bilanzierung in der Waage hält.
Der Vorteil besteht vor allem darin, dass ich nun Glas einkaufen kann, wieviel ich will, was ich will und wo ich will.

Was ist Ihr Kerngeschäft heute?
In erster Linie sind wir eine Bauglaserei. Mein Bestreben ist es, den Kunden schnellstmöglich zu helfen, zum Beispiel wenn ein Einbruch stattgefunden hat oder es zu Schäden durch Witterungseinflüsse gekommen ist.
Das Hauptbetätigungsfeld sind das Verglasen von Fenstern und Türen.

Wie arbeiten Sie – allein oder haben Sie Mitarbeiter?
Ich habe schon immer allein gearbeitet. Wenn ich Unterstützung brauche, beispielsweise bei Arbeiten an einem Schaufenster, dann hole ich mir Leiharbeiter oder ich arbeite mit anderen Firmen zusammen.

Was ist Ihnen wichtig, wenn Sie an Ihre Kundenbeziehungen denken?
Ich verstehe mich als Dienstleister für den Bürger. Ich will ein verlässlicher Ansprechpartner sein, wenn Schäden auftreten – schnell und unbürokratisch. Ich rechne unter anderem bei Versicherungsfällen direkt mit der jeweiligen Versicherung ab.

Sie sind politisch sehr aktiv, können Sie mal schildern, was Sie genau tun?
Ich saß von 2008 bis 2019 im Gemeindeparlament, allein, für unsere Wählergruppe „Die Unabhängigen im Gemeindeparlament von Wandlitz“.

Allerdings haben wir uns im Jahr 2018 umbenannt in die „Brandenburger Vereinigte Bürgerbewegungen/Freie Wähler“.
Wichtig ist zu wissen, dass wir keine Partei sind, sondern eine Wählergruppe.

Ich bin in Wandlitz Gemeindevertreter, Ortsbeiratsmitglied, stellvertretender Ortsvorsteher des Ortsteils Wandlitz und zudem bin ich Kreistagsabgeordneter des Landkreises Barnim mit Sitz in Eberswalde.

Welches Ziel verfolgen Sie?
Wir wollen eine transparente bürgernahe Politik erreichen. Ich bin zum Beispiel der Einzige im Parlament, der bei jedem Votum namentlich abstimmt.
Die Kommunalverfassung lässt das zu.

Erfordert diese namentliche Abstimmung nicht auch Mut von Ihnen?
Ja, natürlich. Man hat ja dadurch eine Vielzahl von politischen Akteuren gegen sich.
Aber das gehört dazu, sonst kann man nichts bewirken.
Für mich bleibt das oberste Gebot, für die Bürger vor Ort eine transparente bürgernahe Politik zu gestalten.

Woher nehmen Sie die Motivation dafür?
Ich bin davon überzeugt, dass Veränderungen wesentlich von unten her mitbestimmt werden.
Deshalb sollten wir alles dafür tun, damit sich mehr Bürger an der Wahl beteiligen, aktiv für ihre eigenen Interessen eintreten.

Was machen Sie, wenn Sie entspannen wollen?
Durch meinen Beruf und mein politisches Engagement bleibt mir nicht sehr viel Zeit, um Hobbies nachzugehen.

Ich bin gern mit meiner Familie zusammen und verbringe mit ihnen ein paar schöne Stunden.

Ich bin seit 1992 verheiratet, habe eine erwachsene Tochter, die in Berlin wohnt, und ich bin seit zwei Jahren Opa.
Ansonsten gehe ich gern angeln, liebe es, auf meinem Grundstück zu arbeiten und bin überhaupt sehr naturverbunden.

Herr Hintze, vielen Dank für das Interview

MARTINA LIPPERT – EIN LEBEN FÜR DIE PFLEGE

MENSCHEN IM  ALLTAG (8)
Martina Lippert ist im 63. Lebensjahr, hat vor über 25 Jahren ihr Unternehmen allein aufgebaut und ist heute stolz auf ihr Team, und auf das, was sie erreicht hat.
Wenn man sich mit ihr unterhält, so wirkt sie jung und energiegeladen.
Sie ist heute bereit, Verantwortung auf breitere Schultern zu verteilen, talentierten Pflegekräften eine Chance in deren eigenen Entwicklung zu geben.
Sie will abgeben, loslassen, aber nicht, um sich auf das „Altenteil“ zurückzuziehen.
Sie möchte in eine andere Rolle schlüpfen, in die des Coaches, der Ratgeberin.
Das sieht sie als einen Prozess an, der langsam, allerdings stetig angestoßen werden muss.

„Die Corona-Krise hat uns alle vor unendlich hoch erscheinende Herausforderungen gestellt, die es zu meistern galt, und die wir immer noch meistern müssen.

Das erfordert einen starken Zusammenhalt aller im Pflegeteam, Aufbruchsgeist und Beständigkeit im Ablauf der einzelnen Pflege- und Betreuungsvorgänge“, sagt Martina Lippert.

Ich habe in den vergangenen Jahren mehrfach mit ihr über ihr Leben, ihren Berufsweg, ihre Ideale und Konflikte gesprochen.

Es lohnt sich, den Menschen Martina Lippert näher kennenzulernen, zu erfahren, was sie in welchen Lebenssituationen gedacht und unternommen hat.

Die mit ihr geführten und hier auf dem Blog veröffentlichten Interviews sind eine gute Möglichkeit, das nachzuvollziehen.

Liest man nach, wie schwer sie es hatte, in eine Festanstellung als Krankenschwester zu kommen, dann kann man das angesichts der heutigen Nachfrage nach qualifizierten Pflegekräften gar nicht mehr nachvollziehen.

Für Martina Lippert ist ihre Biographie zugleich eine Erinnerung daran, demütig zu bleiben, wenn man etwas im Leben erreichen will, zu Veränderungen beitragen möchte.

Nicht zuletzt deshalb ist sie heute gesellschaftlich sehr aktiv und sitzt als gewählte Vertreterin im Rat der Stadt Lingen.

BERUF, FAMILIE, KINDER UND DAS STREBEN NACH SELBSTVERWIRKLICHUNG – VOR VIER JAHRZEHNTEN ALLES ANDERE ALS EINE SELBSTVERSTÄNDLICHKEIT
Martina Lippert durchlief in den Jahren von 1976 bis 1979 eine Ausbildung zur Krankenschwester.

Sie hat nicht einen Tag gefehlt, obwohl sie in dieser Zeit schwanger war und ihr erstes Kind bekam.

Nachdem sie 1979 mit ihrem späteren Ehemann nach Lübeck gezogen war, arbeitete sie dort ein halbes Jahr lang in einem Diakonissenkrankenhaus.

Im Gespräch hat Martina Lippert mir gesagt, dass sie sich besonders gern daran erinnert, wie sie in einer Facharztpraxis für Psychiatrie und Psychologie tätig war.

„Ich habe dort viel darüber gelernt, Menschen zu verstehen, die nicht in das allgemein anerkannte gesellschaftliche Bild passten, sondern davon abwichen, anders funktionierten“, sagt sie rückblickend.

Wenn Martina Lippert heute darüber spricht, mit wieviel Unwägbarkeiten sie klar kommen musste, wie oft sie den Ort gewechselt hat, um einfach den Ansprüchen an die Familie gerecht zu werden, insbesondere an die Kinder, an die beruflichen Herausforderungen ihres damaligen Ehemannes und nicht zuletzt ihre eigenen Vorstellungen von einer sinnvollen und finanziell auskömmlichen Arbeit unter einen Hut zu bringen, dann staunt sie selbst manchmal, wie sie das letztlich alles geschafft hat.

Sie zog 1983 mit ihrem Mann nach Kiel und war dort viel auf sich alleingestellt – in einer Zeit, in der sie erneut hochschwanger war. Kurz nach der Geburt ihrer Tochter ging ihr Mann dienstlich nach München.

Im Oktober 1983 zog Martina Lippert nach Lingen, ins Emsland, und1986 begann sie als Aushilfe in einer Ambulanten Krankenpflege.

Das war in einer Diakonie in Lingen, eine Tätigkeit, die auf Stundenbasis beruhte. Die Teilzeitarbeit war auch der Grund, weshalb sie kein Dienstauto zugeteilt bekam. Das hätte sie aber dringend gebraucht, um zu ihren Patienten zu gelangen.

„Ich hätte das alles nicht getan, wenn ich damals nicht 16 Patienten zu versorgen hatte, die an unterschiedlichen Orten untergebracht waren und die auch zu unterschiedlichen Zeiten aufgesucht werden mussten“, so Martina Lippert.

Martina Lippert bekam zwar später ein Auto, aber erst nach einem langen unendlich scheinenden Ringen.
Vor allem jedoch wollte sich Martina Lippert nicht damit abfinden, dass sie keine Festanstellung erhielt.

„Zu Beginn war das für mich sogar in Ordnung, aber später habe ich sehr darum gekämpft, in ein festangestelltes Arbeitsverhältnis übernommen zu werden“, sagt sie.

Was Martina Lippert auch unternahm, sie erhielt kein festangestelltes Arbeitsverhältnis.
Die Begründungen ähnelten sich in ihren Aussagen und liefen darauf hinaus, dass Martina Lippert ja verheiratet sei und auch drei Kinder hätte.

DER GEDANKE VON DER SELBSTSTÄNDIGKEIT ALS EINZIGE ALTERNATIVE, DEN EIGENEN UNTERHALT ZU SICHERN
Nach vielen Versuchen und ausdauernden Bemühungen reifte in Martina Lippert der Gedanke heran, sich selbstständig zu machen.
Doch auch hier stieß sie zunächst auf Unverständnis.

Die Krankenkasse lehnte zum Beispiel ihren Antrag auf einen Pflegedienst ab, weil sie in den zwei Jahren zuvor nicht in einem Krankenhaus in Vollzeit gearbeitet hätte.

Mit Unterstützung der damaligen Frauenbeauftragten der Stadt Lingen gelang es Martina Lippert die Hürden, aufgestellt durch die Ungleichbehandlung von Mann und Frau, erfolgreich zu überwinden.

Nachdem Martina Lippert ihren eigenen Pflegedienst eröffnet hatte, rang sie beharrlich um Kunden.

Sie stellte sich bei Ärzten in Lingen vor, erklärte sich bereit, auch abends und am Wochenende Patienten zu betreuen.

Sie baute ihr betriebswirtschaftliches Fundament auf, lernte weiter, bildete sich fort und übernahm selbst alle Pflege- und Betreuungsaufgaben.
„Ich betrieb faktisch eine Art Selbstausbeutung“, sagt sie heute.

MARTINA LIPPERT HAT IHRE ARBEIT NIE ALS EINEN BLOSSEN BROTERWERB GESEHEN – FÜR SIE WAR ES VON ANFANG AN BERUFUNG
Bei allem Stress war es für Martina Lippert wichtig, von Anfang an den Pflege- und Hilfsbedürftigen genügend Zeit zu widmen.
„Man musste auch mal zuhören können, wenn die Patienten etwas erzählen wollten, selbst schon wieder weitere Herausforderungen auf mich warteten“, sagt sie heute.

Mittlerweile ist ihr Team für sie eine gute Stütze in allen Fragen geworden, die die Pflege und Betreuung ihrer Pflege- und Hilfsbedürftigen anbetrifft.

„Wir achten sehr auf die Verständigung der Generationen untereinander. Wir wollen, dass die Jüngeren von den Älteren lernen, deren Erfahrungen in der praktischen Pflege- und Betreuungsarbeit berücksichtigen.

Genauso wichtig ist es aber, dass unsere jungen Pflegekräfte Verantwortung übernehmen, spüren, dass sie mit ihren Talenten, ihrem Wissen und Können gebraucht werden.

Nur wenn wir es schaffen, dass sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen selbst entwickeln können, haben wir eine Chance, den Pflegedienst zukunftsfähig zu machen“, sagt Martina Lippert.

Ihre Tochter, Anne-Christine Lippert, ist für Martina Lippert zu einer wichtigen Partnerin im Unternehmen geworden.

„Sie ist als ausgebildete Krankenschwester und Mitgesellschafterin ein Organisationstalent, einfach ein Mensch, auf den ich mich zu 100 Prozent verlassen kann“, sagt Martina Lippert.

„Die Herausforderungen bleiben, und sie werden nicht kleiner, im Gegenteil. Gerade in der aktuellen Zeit von Corona gilt es immer wachsende Qualitätsansprüche, die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln in der Pflege und Betreuung zu beachten und flexibel auf ungewohnte Situationen zu reagieren.

Auch wenn die Organisationsaufwände riesig sind, werden wir das auch in den nächsten Wochen und Monaten bewältigen müssen, und wir werden es bewältigen“, sagt Martina Lippert abschließend.

GEDANKEN ÜBER DEN TOD

MENSCHEN IM ALLTAG (7)

Wir hatten am Samstag eine befreundete Familie eingeladen und ein paar schöne Stunden miteinander verbracht. Wir kennen uns sehr lange und wir nehmen Anteil an den Sorgen und an den Erfolgen des jeweils anderen.

Unsere Freunde sind noch jung, überaus erfolgreiche Künstler, und sie genießen es, ihre Kinder aufwachsen zu sehen.
Der jüngste ist gerade mal ein Jahr alt. Ich erinnere mich noch gut daran, wie unsere Freundin schwanger mit ihm war.

Jetzt steht er schon bei uns auf der Terrasse, hat einen Gartenschlauch in der Hand und bespritzt seinen großen Bruder mit Wasser, und er lacht dabei aus vollem Herzen.

Es ist pures Lebensglück für den Kleinen. Oft haben uns das unsere Kinder und Enkel voraus, sie genießen nämlich den Augenblick, finden das schön, was sie unmittelbar vor ihrer Nase und vor ihren Augen haben.

„Was wird eigentlich, wenn du hier auf der Terrasse eines Tages tot umfällst?“, fragte mich mein Freund plötzlich.
„Was soll sein, dann hat meine Frau ein riesiges Problem, im wahrsten Sinne des Wortes. Sie muss nämlich die Feuerwehr rufen, damit die mich hier heraushieven können“, antwortete ich.

Meine Frau und die Frau meines Freundes schauten sich entsetzt an.
„Was haben die für Themen?“, schienen ihre Blicke zu sagen.
Zugegeben, es mag für einen Außenstehenden makaber klingen, aber im Prinzip hatte mein Freund ein Thema angesprochen, über das ich mir natürlich ebenfalls Gedanken machte – den Tod.

Wie kommt es eigentlich, dass wir im Verdrängen dieses Themas so große Meister sind?
Ich erinnere mich noch an das vergangene Jahr, als ich meinen Vater besuchte, kurz bevor er starb.

„Ich versuche jetzt an das andere Ufer zu kommen. Bin ich schon drüben, oder lebe ich noch?“, fragte er mich.

„Du lebst noch!“, versuchte ich ihn zu beruhigen. Aber er wollte nicht beruhigt werden, er wollte sterben, weil er wusste, dass seine Zeit gekommen war.

„Für mich schließt sich ein Kreis“, sagte er noch.
Wenige Stunden später war er tot.

Ich hatte mit meinem Vater nicht nur gute Zeiten erlebt. Aber ich merkte in den letzten Tagen bei ihm eine gewisse innere Einkehr, und er schien etwas zu sehen, was ich nicht sah. Er war glücklich, dass er seine Familie noch einmal an seinem Bett hatte und er in Ruhe gehen konnte.

„Natürlich macht der Tod mir Angst“, sagte ich zu meinem Freund, nachdem ich aus meinen Gedanken zurück war, am Kaffeetisch auf unserer Terrasse.

„Aber keiner weiß genau, wann er stirbt, wie lange er zu leben hat“, sagte ich noch.

Mein Freund schaute mich mit schreckgeweiteten Augen an. Er war dermaßen in dem Gedanken verfangen, dass ich ja 30 Jahre älter war, als er selbst, und natürlich ich der erste sein müsste, der auf der Terrasse umfällt. Oder vielleicht doch im Bett liegt und nicht mehr aufwacht.

Erst durch meine Bemerkung wurde ihm wahrscheinlich klar, dass es keine festgelegte Reihenfolge im Leben gab, nach der die Menschen wieder vom Erdball verschwinden.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ich vor meinen Freunden gehen würde, die war natürlich sehr hoch. Zumal sie als Tänzer vielmehr auf ihre Gesundheit achteten, noch mehr Sport trieben, als ich es schon in den letzten Jahren getan hatte, und sie einfach viel jünger waren.

„Wir sollten es schaffen, den Tag hier heute zu genießen“, sagte ich.
„Wie meinst du das?“, fragten meine Freunde mich.

„Naja, der Tod hat nicht nur eine schlimme Seite, die wir vor allem sehen. Er bringt uns auch dazu zu erkennen, wie unwiederbringlich jeder Moment des Lebens ist“, antwortete ich.

„Du hast recht, wir sollten viel mehr darüber nachdenken, was wir heute schön finden und nicht so viel jammern, warum alles so schlecht läuft“, sagte nun mein Freund.

„Lass uns darauf anstoßen“, sagte ich und hob mein Sektglas an.
„Auf das Leben“, prostete ich meinen Freunden und meiner Frau zu.

DAS GROSSE HERZ EINER SCHAMANIN MIT RUSSISCHEN WURZELN

MENSCHEN IM ALLTAG (6)

Margarita Stasiuleviciene ist jemand, die zuhören kann, die dich anblickt und du spürst, dass sie dich ernst nimmt, ja sie in dem Moment deines Gespräches mit ihr – ganz dir gehört.
Ich habe unlängst mit ihr ein Interview geführt, viel über ihr Leben erfahren.

Wir fanden es beide spannend – ich, der die Fragen stellte und sie, die erst gründlich nachdachte, bevor sie antwortete.
Wir spürten ein Interesse füreinander, für das Leben, das Schicksal des jeweils anderen.

Einige Tage später habe ich ihr noch ein paar Hinweise gegeben, wie sie manches an ihren Texten auf ihrer Web-Site optimieren könnte.
Sie hat nicht nur das getan, nein, sie hat mir auch noch spontan etwas Großartiges geschenkt – einen Füllfederhalter, einen Tintenschreiber und ein kleines Buch dazu.

Einfach nur so, aus Dankbarkeit. Ich war gerührt und ich bin schlecht darin, so etwas gleich zu zeigen. Die Freude kam einige Zeit später.
Wie konnte sie wissen, dass ich es liebte, mit dem Füller zu schreiben, obwohl ich blindlings auf der Tastatur mit zehn Fingern agiere?

Hatte sie es auf meinem Cover von Schreiballtag erkannt?
Vielleicht hatte ich ihr auch gesagt, dass das Schreiben mit dem Bleistift oder noch besser einem schönen Füller dich dazu bringt, dass du tiefer in einen Gedanken einsteigst, oder wie man heute formuliert, dass du dadurch entschleunigst.

Ich rede seit vielen Jahren mit Menschen, die mich interessieren, deren Leben mich fasziniert und die aus den Erfahrungen des Alltags heraus etwas zu sagen haben.

Liebe Margarita, ich verstehe nicht viel davon, was eine Heilpraktikerin tut, welche Methoden sie anwendet, aber ich weiß eines ganz sicher: Wenn solche Menschen wie du, mit Herz, klugem Verstand und Feingefühl in diesem Metier agieren, dann ist es ein Glück für diejenigen, die mit dir zu tun haben.

Danke für die Geschenke, danke, dass ich dir – der Seelentrainerin mit russischen schamanischen Wurzeln begegnen durfte.
Uwe

ICH HAB‘ HIER SO EINE SCHÖNE DOSE!

ANNA IST DEMENT (66)

Anna war gut drauf, als Klara sie anrief.
„Wie geht’s dir Mutti?“, fragte Klara sie. Es war eine ihrer Standardfragen, die sie ihrer Mutter oft zu Beginn des Telefonats stellte.

„Mir? Wie soll es mir gehen?“, fragte Anna zurück.
„Das weiß ich nicht Mutti, wie es dir gehen soll. Deshalb frage ich ja nach“, sagte Klara.

„Ach, mir geht es mal eben so hin“, antwortete Anna.
„Ist irgendetwas?“, hakte Klara nach.
„Nein, es ist alles so wie immer.“

Klara hörte auf, sie weiter zu fragen.
„Weißt du eigentlich, was ich hier für eine schöne Dose habe“, fing Anna nun an.

„Was denn für eine Dose, Mutti?“
„Eine Keksdose, groß, viereckig. Und sie ist blau, bunt und mit Mosaikmustern, wunderschön.“

„Was sind denn da für Kekse drin, Mutti?“
„Ja, es sind zwei Lagen mit Keksen. Und die schmecken vielleicht“, sagte Anna zu Klara.

„Na Mutti, nicht dass du zu viel davon isst, denk‘ an deinen Zucker.“

„Nein, ich esse jeden Nachmittag vier Kekse. Und dazu trinke ich einen schönen Kaffee und sitze auf dem Balkon.“

„Das freut mich aber, dass du es dir so gut gehen lässt“, sagte Klara.

„Weißt du denn, von wem du die Keksdose hast?“, fragte Klara.
„Nein, das weiß ich nicht mehr.“

„Ich hab‘ sie dir mitgebracht, als ich das letzte Mal bei dir in Stralsund war und dich besucht habe.“

„Ach wirklich?“, fragte Anna ganz erstaunt.
Dann war sie eine ganze Weile ruhig.

Schließlich sagte sie: „So eine schöne Keksdose. Die kannst auch nur du mitbringen!“

„Mutti, das freut mich ja, dass sie dir so gut gefällt“.
„Oh ja, ich freu‘ mich jeden Tag wieder aufs Neue dazu.“

Klara und Anna verabschiedeten sich.

Klara war zwar traurig, dass ihre Mutter nicht behalten hatte, wer ihr die Keksdose mitgebracht hatte, aber sie freute sich umso mehr, dass Anna sie derart gut gefiel und ihr jeden Tag Freude bereitete, für den Moment jedenfalls.

INTERVIEW MIT MARGARITA STASIULEVICIENE

MENSCHEN IM ALLTAG

Margarita Stasiuleviciene ist als Seelentrainerin und Yogalehrerin tätig.
Sie lebt und arbeitet im nördlichen Berliner Umland. 

Margarita, du bist 1967 in Nowgorod (Russland) geboren, und dort liegen auch deine schamanischen Wurzeln. Kannst du das etwas näher erläutern?
Naja, eigentlich komme ich aus Litauen, habe aber russische Wurzeln.

Meine Mutter ist mit 20 Jahren aus dem Haus gegangen und ist zu ihrer Oma und ihrer Großtante nach Staraja Russia, in der Nähe von Nowgorod gezogen.

Dort hat sie dann auch meinen Vater kennengelernt.
Der war gerade von der Armee zurückgekommen. Meine Uroma war sehr streng, und so durften meine Eltern nur bei ihr wohnen, wenn sie sich beide bereiterklärten zu heirateten.

Ist das nicht ein glücklicher Zufall, dass sich deine Mutter und dein Vater in Russland gefunden haben?

Ja, stimmt, das war eine Vorherbestimmung.
Sie stammten beide aus Litauen und sind in Russland ein glückliches Paar geworden.

Zuerst ist meine Mutter zu ihrer Oma nach Staraja Russia gereist. Ein paar Wochen später ergab es sich, dass mein Vater sein Elternhaus verlassen wollte, und so ist er dann ebenfalls nach Russland gegangen, nach Nowgorod.

Wie kam es, dass dein Vater ebenfalls von seiner Familie wegzog?
Mein Vater war zuhause sehr aufsässig gewesen und so schmiss ihn mein Opa raus.

Also beide, sowohl meine Mutter als auch mein Vater mussten ja irgendwo wohnen, und sie wollten auch zusammenbleiben.

Das ist ja wirklich einer der großen Zufälle im Leben, oder?
Ich nenne es Schicksal. Mein Vater hatte sich bereits in Litauen in meine Mutter verliebt.

Sie haben sich dort einige Male getroffen. Und als meine Mutter nach Russland ging, da begann mein Vater, meine Mutter fieberhaft zu suchen. Sie war ja plötzlich verschwunden, ohne ihm etwas zu sagen.

Aber für meinen Vater war klar: Er wollte meine Mutter finden, und er wollte sie unbedingt wiedersehen. Da kamen ihm die Auseinandersetzungen mit seinem Vater, meinem Opa, eigentlich zur rechten Zeit, denn nun hielt ihn im Elternhaus gar nichts mehr.

Warum sind dir diese Begebenheiten so wichtig?
Ich denke als Seelentrainerin mit schamanischen Wurzeln sehr oft darüber nach, warum manche Menschen etwas tun, und was dann die Folge daraus ist.

Nachdem sich meine Eltern in Russland wiedergefunden hatten, kam ich ja einige Zeit später zur Welt.
Ich denke, es war meine Bestimmung, dass ich in Russland geboren wurde, meine Uroma so geliebt habe.

Woher rührte deine innige Beziehung zu deiner Uroma?
Als ich 1967 geboren wurde, da konnte meine Mutter mich nicht auf dem Arm halten, weil ich ununterbrochen schrie.

Meine Uroma hat mich in solchen Momenten in ihren Arm genommen und ein paar magische Worte gesprochen. Sie war eine russische Zauberfrau.

Ich denke, da liegen meine schamanischen Wurzeln. Meine Uroma war eine sehr starke Frau, sie ging nicht in die Kirche, sondern sie lebte nach ihren eigenen Vorstellungen

Sie sprach Weisheiten aus, die keiner kannte und wo keiner wusste, woher meine Uroma sie hatte. Ich war in dieser Zeit von meiner Wurzel abgeschnitten.

Wie meinst du das?
Meine Beziehungen zu meiner Uroma waren stärker als die zu meinen Eltern. Und so fühlte ich mich von meinen eigenen Wurzeln irgendwie isoliert. Das geschah vor allem auf der Ebene des Unterbewusstseins.

Meine Uroma war eher die Mutter für mich, und das galt auch für deren Schwester, meine Großtante. Ich habe beide sehr geliebt.
Dreieinhalb Jahre nach meiner Geburt gingen wir zurück nach Litauen, nach Kaunas.

Das ist ein kleines Städtchen, das in der damaligen Zeit aus militärischen Gründen geschlossen war. Aber ich habe mich dort sehr wohl gefühlt.

Was waren deine Eltern von Beruf?
Sie haben beide als Schweißer in der Fabrik gearbeitet.
Mein Vater hat sich später noch einen Traum erfüllt.

Welchen?
Er wollte unbedingt zur See fahren.

Und, hat er seinen Traum verwirklicht?
Ja, er ist Politoffizier auf einem großen Fischtrawler geworden.

Wie sah deine berufliche Entwicklung aus?
Würde ich auf alles eingehen, so sprächen wir wahrscheinlich noch Morgen darüber.

In Kürze: Ich bin zehn Jahre zur Schule gegangen und habe danach in einer Fabrik für Radioelektronik gearbeitet.
Parallel habe ich ein Technikum im gleichen Fach besucht. Das war eine harte Zeit für mich.

Warum wolltest du in dieser Spezialisierung nicht weitermachen?
Der Funke ist irgendwie nicht übergesprungen.

Warum nicht?
Ich wollte mit Menschen arbeiten.

Wie bist du dahingekommen?
Das war ein langer Weg, aber ein Weg, der gleichzeitig zu mir selbst führte.

Ich habe vieles, was ich heute als russischen Schamanismus bezeichne, von meiner Uroma mitbekommen.
Und viele Jahre später traf ich dann einen Schamanen in Deutschland.
Das war eine faszinierende Begegnung für mich.

Was hat dich begeistert?
Der Schamane trommelte und sang und in mir kamen Bilder hoch, die ich längst als verlorengegangen glaubte.
Ich konnte wieder intensiver fühlen, mehr erfahren über mich.

Das klingt interessant.
Ja, darüber kann ich heute schon ein Buch schreiben. Im Kern geht es darum, dass du zu dir selbst findest, hin zu deiner eigentlichen Bestimmung im Leben.

Margarita, hast du Familie?
Ja, ich habe zwei Töchter, 31 und 27 Jahre alt. Eine lebt in Berlin und die andere in Litauen, als schwedische Staatsbürgerin.

Bist du heute glücklich?
Ja, sehr. Ich habe wieder einen ganz anderen Zugang zu meinen Gefühlen, kann heute Menschen helfen, ihre eigenen Ziele, ihre Bestimmung im Leben zu finden.

Und ich begleite sie dabei auf diesem Weg.

Margarita, vielen Dank für das Gespräch.

KONTAKT:
MARGARITA STASIULEVICIENE
Seelentrainerin mit Wurzeln aus dem russischen Schamanismus
Telefon: 033397-209729
Mobil:    0177-742 66 53
E-Mail: info@seelen-schamanismus.de
Web-Site: https://seelen-schamanismus.de

 

 

 

EIN KLEINER FRISEURLADEN IN SASSNITZ GANZ GROSS (2)

MENSCHEN IM ALLTAG (4)

Willst du wissen, was Menschen wirklich ausmacht, dann solltest du nicht nur auf die großen Dinge schauen, auf die, die vielleicht in der Zeitung stehen, über die in Talkshows gesprochen wird.
Im Alltag, im scheinbar gleichförmigen Leben nimmst du oftmals Geschichten mit, die von Begegnungen und Erlebnissen erzählen, die dich berühren, ja in dir ein Gefühl der Dankbarkeit dafür hervorrufen, dass es diese Menschen gibt.

Diese Protagonisten, diese stillen Helden wollen oft gar nicht, dass du über sie sprichst oder sie erwähnst.

„Das ist doch selbstverständlich“, sagen sie oft entschuldigend.

Ist es eben nicht. Nichts ist einfach und selbstverständlich. Für all das Normale, das Selbstverständliche bist du sehr häufig auf Menschen angewiesen, die sich engagieren. Das ist eine weitere Geschichte über einen Friseurladen auf Rügen, in Sassnitz, in der Hauptstrasse.

Ein Laden, der nicht auffällt im Alltagsgewühl, es sei denn, du schaust näher hin.
MUTTI MUSS WIEDER ZUM FRISEUR

„Mutti geht heute zum Friseur“, sagte meine Frau am Montag zu mir.
Sie war gerade für ein paar Tage in Sassnitz gewesen, aber mit dem Friseurtermin, das wollte ihr Bruder regeln.

Klara hatte noch einen Tag freigenommen, nachdem sie wieder hier in Basdorf war. Und so konnten wir endlich das erledigen, worüber ich schon seit Jahren sprach, nämlich für mich eine neue Brille anfertigen lassen.

Also waren wir auf dem Weg in den Wedding, in Klaras Lieblings-Einkaufscenter. Klara traute mir nicht zu, dass ich mir allein die richtige Brille aussuchte, vor allem nicht vom Design her.

„Ich will eine Brille mit runden Gläsern, wo ich gut durchschielen kann“, meinte ich zu ihr. Doch sie war in diesen Angelegenheiten nicht zu Scherzen aufgelegt, sondern behielt lieber die Kontrolle über alles.

Trotzdem kreisten ihre Gedanken auf unserem Weg ins Einkaufscenter erst einmal um ihre Mutter und den Friseurtermin.
„Hoffentlich geht das alles gut“, hakte Klara noch einmal nach und seufzte dabei.

„Wenn nicht, dann können wir trotzdem nicht nach Sassnitz, wir sind hier im dicksten Verkehr in Berlin“, sagte ich.
Klara schwieg.

„Ilka macht das schon, die kann gut mit deiner Mutter“, versuchte ich weiter beruhigend auf sie einzureden.

Seit ihre Mutter an Demenz erkrankt war, da konnten sich die kleinsten Hürden im Alltag zu riesigen Bergen auftürmen.

„Wieso muss ich zum Friseur? Ich will da nicht hin, ich weiß gar nicht, was ich da soll, und wieso muss das gerade heute sein?“

Das waren nur einige der wiederkehrenden Fragen, die ihre Mutter immer wieder stellte, und die abliefen, als hätte man eine alte Schallplatte aufgelegt, die inzwischen einen Sprung hatte und sich dadurch in der Endlosschleife bewegte. Das zerrte an den Nerven, vor allem an Klaras und an denen ihres Bruders.

„Wir können deiner Mutter keine Vorwürfe machen, wir können nur professionell damit umgehen – mit ihr und den wiederkehrenden Sätzen deiner Mutter“, sagte ich im Auto zu Klara.

„Ja, du hast gut reden, du erlebst das ja meist nicht hautnah mit, wie sie reagiert“, antwortete Klara. Sie wusste, dass ich Recht hatte, aber ich nervte sie zusätzlich mit den Sätzen aus der ‚liegengebliebenen Schatulle eines Oberlehrers‘.

Klara liebte ihre Mutter und sie wollte, dass es ihr gutging, sie noch gepflegt aussah, selbst wenn sie kaum noch auf die Straße ging.
„Ich weiß ja, dass sie gut im Friseursalon in der Hauptstrasse aufgehoben ist“, sagte Klara nun.

„Mein‘ ich doch“, antwortete ich knapp. Ich steuerte auf das riesige Parkdeck im Wedding zu.

Wir mussten uns nun auf unseren Termin, den beim Optiker, konzentrieren.

Abends, als ich erschöpft auf der Couch saß, besser hing, schaute ich auf das Handy, ob es noch irgendwelche Nachrichten für uns gab.

„Du, Ilka hat Bilder von Mutti geschickt. Sie sieht toll aus mit ihrer neuen Frisur. Was das ausmacht!“, sagte ich.

„Zeig‘ mal!“, sagte Klara in einem Ton, der keinen Widerspruch duldete.

„Nö“, antwortete ich.
„Ach bitte, ich möchte doch auch sehen, wie Mutti mit der Frisur ausschaut“, sagte sie nun.
„Geht doch“, antwortete ich und leitete die Fotos an ihr Handy weiter.

„Mutti sieht ja wie ausgewechselt aus“, strahlte Klara.
„Eben, sag‘ ich doch, die sind Profis, und machen es noch mit Freude“, antwortete ich.

„Naja, hoffentlich ist alles drumherum gutgegangen.“
„Wie meinst du das?“, fragte ich Klara.
„Du weißt schon… was Mutti eben so alles von sich gibt.“

„Ach, wenn ich Ilka richtig verstanden habe, ging alles gut. Im Gegenteil, deine Mutter hat sich noch darum gesorgt, dass Ilka den ganzen Tag den Mundschutz tragen müsse. Das sei nicht gesund.“
Klara musste schmunzeln.

„Aber denk‘ mal dran, wie der Optiker heute hinter seinem Mundschutz geschwitzt hat, als er meine Augen ausgemessen hat“, sagte ich zu Klara.

„Und immer wenn der Optiker mich fragte, ob ich was sehen würde, hab‘ ich ihm geantwortet: ‚Ich seh‘ nichts, weil durch meinen Mundschutz laufend die Brille beschlägt‘“, ergänzte ich noch.

„Aber wir sind gesund, Ilka und dem Team im Friseurladen geht es offensichtlich ebenfalls gut und deine Mutter kann mit der Frisur zum Wiener Opernball gehen“, sagte ich.

„Du nun wieder“, meinte Klara und schaute sich noch einmal die Fotos von ihrer Mutter mit der neuen Frisur auf dem Handy an.
Ein kleines Lächeln huschte über ihr Gesicht.

„Hast du dich auch ordentlich bei Ilka bedankt?“, fragte Klara.
„Wofür?“, fragte ich.
„Dafür, dass sie sich immer so gut um Mutti kümmert und nicht nur eine schöne Frisur zaubert.“

„Nö“, meinte ich.
Ich konnte nicht anders, ich musste Klara erst einmal ein bisschen ärgern.
„Na klar, habe ich das gemacht. Was denkst du von mir?“, sagte ich zu Klara.

Die schaute mich von der Seite an, und dachte wohl darüber nach, ob sie mir trauen konnte. Doch sie wusste schon, dass mir die Sache ebenso wichtig war.

Hätten wir früher so viel über einen normalen Friseur-Termin geredet?
Wohl kaum.

Aber in diesem kleinen Laden in der Hauptstrasse arbeiten nicht nur Menschen, die ihr Handwerk verstanden. Das konnte man zweifellos den Fotos mit Klara’s Mutter drauf entnehmen.

Nein, es war mehr. Sie muntern mit jeder kleinen Geste, jedem freundlich gesprochenen Wort Menschen auf, die das gerade in sich hineinsaugen, Menschen, weil sie sich aufgrund ihrer Demenzerkrankung nicht mehr so verständlich machen können und trotzdem am gesellschaftlichen Leben teilhaben wollen.

Und deshalb sind diese kleinen Alltagsbegebenheiten keine Nebensächlichkeiten, im Gegenteil. Man muss sie herausnehmen aus dem scheinbar Nebensächlichen, muss sie bewusst würdigen, stets aufs Neue.

Sie machen unser Zusammenleben aus, das nämlich, was manchmal in einer Millionenmetropole unterzugehen scheint.

Danke Ilka, danke liebes Team aus dem kleinen Friseurladen in Sassnitz.

 

SO HABE ICH NEB-MITARBEITER*INNEN ERLEBT – HILFSBEREIT, HERZLICH

Ich schreibe seit geraumer Zeit auf diesem Blog über den Alltag, die Menschen im Alltag, ihre Träume, Sehnsüchte, Konflikte und Erlebnisse, und ich werde oft gefragt, warum ich mich ausgerechnet solchen banalen Erzählungen widme.

Der Reiz einer Geschichte liegt für mich im Alltag, weil wir hier die überwiegende Zeit unseres Lebens verbringen, hier die auf den ersten Blick unscheinbaren, und deshalb scheinbar nicht erwähnenswerten Dinge stattfinden.

Beschäftigst du dich aber mit diesem Banalen, dann siehst du, mit welcher stillen Herzlichkeit Menschen handeln, sie oft nicht darüber reden, gar nicht auf diesen Gedanken kämen, sondern einfach ihrer Arbeit nachgehen.

Was wären wir ohne unsere Hilfsbereitschaft, ohne unsere Ehrlichkeit und ohne unser Mitgefühl für andere?
Ich berichte seit Jahren darüber, wie aufopferungsvoll sich Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen um pflege- und hilfsbedürftige Menschen kümmern.

Die meisten von ihnen machen darum keine großen Worte.
Ein weiterer Grund für mich, es an ihrer Stelle, für sie zu tun.
Dieses Mal erzähle ich von einer Begebenheit, die ich kürzlich selbst erlebt habe.
Der Kern der Geschichte ist schnell erzählt:
Ein Mitarbeiter der Niederbarnimer Eisenbahn findet die Tasche meiner Frau. Sie hat sie auf dem Weg zur Arbeit im Zug liegengelassen, mit einem wichtigen Notizbuch und Geschäftspost von mir.
Der Mitarbeiter meldete sich bei uns und gab später die Tasche in der NEB-Stelle in Basdorf ab.
Normal? Ja, sagen die meisten.
Banal? Auf den ersten Blick, oberflächlich betrachtet.
Aber wenn du näher hinschaust, dann erkennst du hier einen Menschen, der hilfsbereit und ehrlich gehandelt hat.
Das ist Service, den man voraussetzen kann, würde manch einer an dieser Stelle sagen.
So einfach sind die Dinge aber nicht. Nichts ist einfach im Leben, in der Arbeit. Nur, wenn du Menschen hast, die gewillt sind, anderen zu helfen, die ihnen im Alltag etwas Gutes tun wollen, für sie da sein möchten, einfach so, ohne große Worte, fast unbemerkt – ja dann kriegt der oftmals zur Worthülse verkommene Begriff ‚Service‘ einen tieferen Sinn, eine ethische Komponente.
Das ist meine Geschichte.

Mittwochfrüh, 5.00 Uhr.
Ich brachte meine Frau K. zum Bahnhof, wie jeden Tag eben.
K. hatte meist zwei Taschen bei sich, von denen sie eine stets umgehängt trug.

Und dorthinein steckte sie ihr Frühstück, ihre persönlichen Utensilien, wie zum Beispiel den roten kleinen Kalender mit persönlichen Notizen und wichtigen Telefonnummern.

K. hatte auch noch einen geschäftlichen Brief von mir in diese Tasche gepackt. Ich hatte sie gebeten, ihn mit Rückschein nachmittags bei der Post aufgeben.

Wir unterhielten uns noch einen Augenblick und dann stieg K. aus, um ihren Zug zu erreichen.

„Vergiss deine Tasche nicht“, sagte ich zu ihr, als sie die Autotür auf ihrer Seite schließen wollte.

„Ja“, sagte sie. Ihre Stimme klang genervt und gequält.
Sie beugte sich nach vorn und nahm den Beutel an sich.
„Ich mein‘ ja nur“, sagte ich zu ihr, um nicht den ‚Oberlehrer‘ herauszukehren.

Schließlich vergaß ich ja selbst oft genug etwas. Kleine Dinge, die ich danach schmerzlich vermisste.

Ich fuhr zurück und setzte mich wenig später an meinen Schreibtisch, um meinen Tagesaufgaben nachzugehen.

Gegen 06.00 Uhr klingelte das Telefon. Eine Handynummer. Ich stutzte und überlegte, ob ich rangehen sollte.

Zu oft wurde ich in der Arbeit unterbrochen und hatte es mit Werbeanrufen zu tun. Aber gegen sechs Uhr ein Werbeanruf? Wohl kaum. Also nahm ich den Hörer ab.

„Hier ist die Niederbarnimer Eisenbahn, mein Name ist P.“, erklang eine ruhige und freundliche Stimme am Telefon.
„Ihre Frau hat ihre Tasche bei uns im Zug liegenlassen“, sagte er weiter.

„Oh, das ist aber sehr nett, dass Sie die Tasche mitgenommen haben und sich gleich melden“, antwortete ich und freute mich, dass der Mitarbeiter gleich bei mir angerufen hatte.

„Ich kann Ihre Frau nicht erreichen“, setzte Herr P. nach.
„Das kriegen wir hin. Ich werde sie anrufen und sie bitten, dass sie sich bei Ihnen meldet“, antwortete ich.

Herr P. gab mir noch die Telefonnummer vom Kundendienst durch, ich bedankte mich und legte auf.

Erst jetzt bekam ich einen richtigen Schreck.
Ich wollte natürlich nicht, dass persönliche Notizen und Briefe von uns verloren gingen.

„Du hast die Tasche vergessen“, sagte ich K., als ich sie anrief.
„Was hab‘ ich?“, fragte K. mich.
„Du ‚haaast‘ deine Tasche vergessen!“

Die Verbindung war schlecht, K. saß gerade in der S-Bahn.
‚Das kann nicht wahr sein, sie vermisst noch nicht mal ihre Tasche‘, dachte ich.

„Ruf‘ mich bitte vom Festnetz an, wenn du auf Arbeit bist“, versuchte ich ihr mit deutlicher Stimme zu sagen.

„Ja, mach‘ ich“, sagte sie und beendete das Gespräch.
Eine halbe Stunde später rief K. wieder an, diesmal von ihrer Arbeit.

„Hast du gar nicht mitbekommen, dass du nicht mehr zwei Taschen bei dir hast“, fragte ich sie vorwurfsvoll und ärgerte mich gleich über meinen belehrenden Ton.

„Ach Gott, das fehlt mir noch“, rief sie.
„Na mir auch“, konnte ich mir nicht verkneifen.

„Und was nun, wo ist die Tasche jetzt?“
„Gute Frage“, erwiderte ich trocken. Ich wollte sie wenigstens für einen Augenblick zappeln lassen.

„Sag‘ schon“, meinte K.
„Keine Sorge, ich hatte einen Anruf von Herrn P. von der NEB, der hat deine Tasche gesichert und du kannst sie abholen, wenn du heute Abend ankommst“, sagte ich.
K. atmete hörbar auf.

Wir legten die Hörer auf und K. rief danach sofort Herrn P. zurück.
Nachmittags erhielt ich einmal einen Anruf aus der Zweigstelle der NEB in Basdorf.

„Ich wollte Sie nur informieren, dass die Tasche Ihrer Frau hier bei uns angekommen ist“, sagte eine freundliche Mitarbeiterin.
„Wenn Sie einverstanden sind, dann kann ich auch die Tasche abholen“, bot ich ihr an.

Sie war einverstanden. Ich setzte mich ins Auto und fuhr zum Bahnhof in Basdorf.
‚Wie schön doch jetzt das Gebäude aussieht, in dem früher eine Gaststätte war‘, dachte ich bei mir.

Ich klingelte zunächst an dem neuen Gebäude.
Dort meldete sich aber keiner, ich musste eine Tür weitergehen, so wie die Mitarbeiterin es mir gesagt hatte. Aber sie konnte nicht wissen, dass ich mich grundsätzlich im Eingang vertat.

An der richtigen Tür angekommen, öffnete die Mitarbeiterin die Tür und schaute mich an.
„Wir hatten gerade telefoniert und sie sagten, ich könnte die Tasche abholen“, meinte ich zu ihr.
„Ja gern, bitte hier ist sie“, sagte die Mitarbeiterin und übergab mir den Beutel.
„Herzlichen Dank“, antwortete ich.

Wieder zuhause angekommen, sah ich nach, ob alles noch in der Tasche war. Es war alles da. Ich fischte noch ein Brötchen heraus und ließ es mir schmecken.
Abends, als K. von der Arbeit zurück war, sagte ich zu ihr: „Du, Strafe muss sein. Ich habe dein Frühstücksbrötchen aufgegessen.“

„Ich denke, du machst Intervallfasten?“, antwortete sie.
„Ja, aber jetzt ist das Intervall, wo ich was essen kann“, legte ich einfach fest.

„Na dann hättest du auch das zweite Brötchen essen können, was in der Tasche außerdem ist“, sagte K. zu mir.

„Mist, und ich hatte gerade zu der Zeit so einen Hunger.“
K. lachte und wir waren beide froh, dass die Sache für uns so gut ausgegangen war.

Hatten die Mitarbeiter ‚nur‘ ihren Job gemacht?
Dann wäre es wirklich zu einfach.

Aber es gibt nichts, was einfach ist, im Vorbeigehen geschieht.
Hätte Herr P. nicht auch an der Tasche vorbeigehen können?

Na klar. Später hätte er vielleicht gesagt, dass er nichts gesehen hat, dann wenn sich meine Frau gemeldet hätte.
Aber Herr P. dachte anders, handelte anders. Er wollte helfen.

Danke.

GUTE WORTE UND GUTE GEDANKEN HELFEN – FÜR DEN MOMENT

ANNA IST DEMENT (65)

Anna fröstelte, obwohl es ein warmer Maiabend war. Sie stand auf dem Balkon und konnte so das Treiben im Stralsunder Hafen und auf dem Wasser beobachten.

Es war einer jener Momente, in denen sie alles klar sah, sogar Zusammenhänge gedanklich herstellen konnte.

Sie grübelte. Warum musste Wilhelm nur so früh sterben und sie allein zurücklassen?

Anna fühlte sich einsam, wurde depressiv und fand nichts Schönes mehr an dieser Welt.

An jenem Abend dachte sie an ihre Kinder und es wurde ihr warm ums Herz, so wohlig, dass sie schon weniger fror.

„Ach, es ist schön, dass Lukas mich so oft besucht und fragt, wie es mir geht“, dachte sie.

„Wie gut hatte sich der Junge nur entwickelt, so fleißig und zuverlässig, wie er jetzt war, einfach schön.

Und dann hat er ja noch diese ‚Scheißarbeit‘ mit den vielen Ferienwohnungen in Stralsund und auf Rügen.“

Anna seufzte, als sie im Stillen an ihn dachte.

Ja, Anna hatte Glück gehabt mit ihren Kindern und die auch mit ihrer Mutter.

Das machte es für Klara und Lukas so schwer, die richtigen Worte ihr gegenüber zu finden, und manchmal auch etwas energischer aufzutreten.

Anna fühlte es, dass Klara und Lukas ihr halfen. Nur was sie taten, das vergaß sie regelmäßig.

„Lukas kommt ja so gern zu mir und er mag es, für mich einzukaufen“, erzählte sie Klara kürzlich am Telefon.

Anfangs hatte Klara noch etwas darauf entgegnet, wie schwierig es war, von ihr einen Einkaufszettel zu bekommen.

Es klingelte und Anna ging vom Balkon ins Wohnzimmer.

Klara war am Telefon: „Hallo Mutti, wie geht es dir?“

„Naja, wie soll’s mir schon gehen“, sagte Anna mit einem traurigen Unterton in der Stimme.

„Warst du nicht auf dem Balkon? Es ist doch so schön heute gewesen“, versuchte Klara sie aufzumuntern.

„Ach, es ist war ja so herrlich, ich komme doch gerade vom Balkon. Du glaubst ja nicht, wie schön es hier bei mir ist.“

Klara glaubte es ihr aufs Wort, denn Lukas hatte vor ein paar Tagen Blumen für ihren Balkon besorgt, alles aufgeräumt und die Stühle hingestellt.

„Mutti, was siehst du denn heute von deinem Balkon?“

Anna begann mit Eifer zu erzählen, Klara hatte sie dazu gebracht, dass sie aufstand, während sie erläuterte, wie toll doch alles aussah. Und die Aussicht erst.

Morgen würde wieder Lukas kommen, nach ihr schauen, etwas zu trinken hochholen, den Einkaufszettel durchgehen und abends, da war Klara wieder am Telefon.

 

 

 

 

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ANNA WEISS NICHTS VON CORONA UND SCHON GAR NICHTS VOM EINKAUFSZETTEL

ANNA IST DEMENT (58)

Lukas sitzt in seiner Garage, ganz hinten, an der Rückseite. Vor ihm auf dem Tisch steht eine Flasche Bier, alkoholfrei versteht sich.
Aus dem Fernsehapparat tönt Schlagermusik.

„Anita…“, intoniert der Sänger und hampelt dabei hemmungslos auf der Bühne herum, während seine Fans verzückt die Melodie im Rhythmus mitklatschen.

Aber das sieht Lukas nicht. Er schaut nicht hin.
In der Ecke liegt die Katze im Körbchen. Sie hat sich zusammengerollt, die Augen zusammengekniffen und schnurrt leise vor sich hin. Ein gutes Zeichen. Für sie ist alles so, wie es sein soll.

Lukas bewegt sich kaum auf seinem Stuhl. Die Katze hat ihr Fressen bekommen, die Musik plätschert harmlos aus dem Fernseher und warm ist es auch.

Es ist die Art von Gemütlichkeit, die manch einer nicht in sein Wohnzimmer bekommt.
Klara und Peter sitzen dort auch gern und reden für einen Moment, wenn sie mal in Stralsund sind, lachen oder kraulen einfach die Katze.

„Krümel hätte längst fröhlich nach ihrer ‚Datze‘ gerufen, vorausgesetzt, sie wäre ebenfalls hier“, sagt Peter dann mit einem gewissen Seufzen.

Lukas hat einen ruhigen Tag hinter sich. Zu ruhig.
„Was soll das noch alles werden?“, denkt er im Stillen und schüttet Bier ins Glas nach.“

Corona hat Stralsund und Rügen erreicht, die Urlauber sind von hier weg und ebenfalls runter von der Insel. Die Eigentümer der Ferienwohnungen machen sich so ihre Gedanken, wie das alles weitergehen soll und die macht sich Lukas auch.

Noch vor ein paar Wochen wollte er sich von einigen Objekten
trennen. „Das wird mir langsam alles ein wenig zu viel“, hatte er gesagt. Und weiter: „Ich gehe ja auch allmählich auf die Rente zu, brauch‘ einfach mehr Ruhe.“

Die Ruhe hat er jetzt. Mehr als ihm lieb ist, weil die Einnahmen durch die fehlenden Buchungen in den von ihm betreuten Ferienanlagen in Stralsund und Rügen faktisch ganz weggebrochen sind. Keiner will groß drüber reden, aber die Angst, was sein wird, die geht doch um.

Nur Anna, die hat keine Angst. Die kennt nicht die Gefahren von Corona.

„Mutti, was sagst du zu den ganzen Bildern im Fernsehen, zu den vielen Kranken in Italien. Macht dir das nicht Angst?“, fragte Klara sie vor einigen Tagen.

„Mir? Warum? Was meinst du?“, fragte Anna daraufhin.
„Was machst du gerade, Mutti?“, lenkte Klara das Gespräch in eine andere Richtung.

„Ach, ich hab‘ ein bisschen den Fernseher an und kaue gerade einen Apfel. Weisst, du ich esse so gerne mal einen Apfel. Und der hier, der schmeckt mir besonders. Den habe ich mir gerade vom Netto geholt.“

„Vom Netto? Mutti! Wann warst du das letzte Mal im Netto?“
„Da kauf‘ ich doch immer ein“, sagte nun Anna wieder.
Klara gab es auf, verabschiedete sich und rief Lukas an.

„Mutti war wieder mal einkaufen, sie hat sich die Äpfel geholt, die so gern isst“, sagte Klara zu Lukas.

„Na gut, dass du mir das sagst“, meinte Lukas. „Ich hätte doch glatt gedacht, dass ich die Äpfel für Mutti aus dem Netto mitgebracht hätte.“

Anna kennt nur noch ihren Balkon, weil sie nicht mehr rausgeht. Auf dem stand sie aber, als Lukas heute Nachmittag mit seinem Auto vorfuhr. Anna erkannte ihren Sohn und winkte ihm freudig zu.
Lukas musste lächeln.

Es war ein ehrliches leises Lachen, denn er wollte natürlich, dass es seiner Mutter gut ging und sie sich noch freuen konnte, wenn er kam. Aber es mischte sich ein Gefühl ins Unterbewusstsein, dass sich dieses freundliche Lachen wohl nicht lange halten würde, wenn er erst einmal die Treppen zu ihr hinaufgestiegen war.

„Ach Lukas kommt einfach gern zu mir“, sagt Anna manchmal abends zu Klara.
„Mutti, ja, er kommt gern zu dir. Das stimmt. Aber er kommt, weil er dir helfen will“, antwortet Klara dann.

„Wieso helfen?“, fragt Anna dann verwundert.
„Na Mutti, was glaubst du, wer dir deinen Kühlschrank wieder mit den Lebensmitteln aufgefüllt hat und wer deine Post aus dem überfüllten Briefkasten heute Vormittag genommen hat?“, fragt Klara dann.

Früher hätte sie nicht so energisch dagegengehalten, aber inzwischen stieg schon eine leise Empörung in ihr hoch, wie Anna alles gedanklich von sich schob.

Doch das war nun mal Annas Krankheit, die ihr Wesen so veränderte hatte, und die lichten Momente nutzte sie zunehmend dafür, die Ungereimtheiten, die ihr selbst auffielen, mit blumigen Worten zu überdecken.

Schon mittags hatte Lukas gemerkt, dass Anna gar nicht so gut drauf war.
„Mutti, denkst du bitte daran, dass du den Einkaufszettel schreibst? Ich komme später bei dir vorbei und gehe danach einkaufen“, erinnert Lukas Anna am Telefon.

„Wieso Einkaufszettel? Ich hab‘ das schließlich im Kopf, was ich brauche“, sagt sie schnippisch zu Lukas.

„Muuttii, du gehst doch gar nicht einkaufen, ich mach‘ das seit Monaten für dich. Früher bist du noch mitgekommen, aber selbst das willst du nicht mehr. Du gehst ja nicht mal mehr zum Briefkasten“, entgegnete Lukas nun.

Er merkte, wie innerlich sein Blutdruck langsam nach oben ging.
„Also, dass du mir das sagst, das finde ich ja unerhört. Das muss ich mir nicht sagen lassen.“

Anna hatte nun auf Konfrontation umgeschaltet.
Lukas setzte das Glas Bier an, während er an den telefonischen Disput mit Anna zurückdachte.

Er bereute es hinterher stets, dass er sich nicht mehr im Zaun hatte.
„Du musst immer daran denken, dass es Annas Demenz ist, die sie so reagieren lässt“, sagt Peter in solchen Momenten zu ihm.

„Ja, ne klar“, antwortet Lukas dann.
„Ich weiß, ich würde wahrscheinlich viel eher ausflippen, wenn ich sehen würde, wie deine Mutter die Lippen nach unten zieht, eine Mimik aufsetzt, so als hätte sich alles schlecht Gelaunte auf dieser Welt in ihren Gesichtszügen festgesetzt“, gab Peter zu.

NÄCHSTE FOLGE: 
ANNA VERTEIDIGT HELDENHAFT IHREN KÜHLSCHRANK
….vor allem die darin gehorteten Lebensmittel, mit weit überschrittenem Verfallsdatum…
ANNA IST DEMENT (59)
MITTWOCH, 01.APRIL 2020