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Gespräche mit Menschen in der Pflege

Sandra Naber im Interview

Sandra Naber ist die Inhaberin des Pflegedienstes „Schwester Andrea Berkner“ in Templin.

Schwester Sandra, wir führen heute das zweite Interview miteinander. Deshalb möchte ich sofort einsteigen, darf ich?
Ja, natürlich.

Würden Sie den Pflegedienst „Schwester Andrea Berkner“ noch einmal kaufen, vorausgesetzt, Sie bringen die Erfahrungen von heute mit?
Nein, ich würde den Schritt nicht noch einmal so gehen.

Was sind die Gründe?
Ich bin examinierte Krankenschwester und ich liebe meinen Beruf, vor allem den Umgang mit Menschen. Also will ich möglichst viel bei meinen Patienten sein und auf diese Weise ebenfalls meine Mitarbeiter unterstützen. Aber das kann ich immer weniger, weil ich im Büro so viel zu tun habe.  Die Bürokratie frisst mich auf. Und genau in solchen Momenten kommt der Gedanke, ob dieser Schritt vor über zehn Jahren richtig war.

Was sind das für Arbeiten im Büro?
Nun, die Pflegedokumentation führen, die kaufmännischen und steuerlichen Angelegenheiten im Blick haben. Hinzukommen die Personalverantwortung und die Tätigkeiten, die sich aus der Pflegedienstleitung heraus ergeben – zum Beispiel den Tourenplan erarbeiten, mit Angehörigen sprechen, auf die Einhaltung der Qualitätsstandards achten. Insgesamt ist das manchmal solch ein Berg an Arbeit, dass es Kraft kostet, dabei positiv zu bleiben.

Wo liegt aktuell der Schwerpunkt in der Pflege bei Ihnen?
Ganz eindeutig darauf, die Anforderungen aus der Grund – und Behandlungspflege zu bewältigen.

Welche Rolle spielt bei Ihnen der Umgang mit an Demenz erkrankten Patienten?
Das spielt eine sehr große Rolle. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass der Anteil derjenigen Pflegebedürftigen, die unter Demenz leiden, zugenommen hat. Für uns ist das natürlich eine zusätzliche Herausforderung – zeitlich und im täglichen Umgang.

Wie meinen Sie das?
Wenn wir jemanden haben, der bei uns zum Beispiel in der Grundpflege ist, dann müssen wir ihn sensibel ansprechen, mit ihm so kommunizieren, dass er versteht, was wir machen. Letztlich stellen wir uns darauf ein, indem wir für ihn bekannte Strukturen im Tagesablauf nutzen, also zur gleichen Zeit die nötigen Aktivitäten durchführen, möglichst die gleichen Mitarbeiterinnen vor Ort sind. Das klappt nicht immer, weil ja mal jemand ausfällt, weil er zum Beispiel krank ist. Auf jeden Fall haben wir auch einen sehr engen Draht zu den Angehörigen, die uns sagen, was wir beachten sollen.

Schaffen Sie es noch, so individuell zu pflegen, wie Sie es sich vorstellen?
Die Messlatte legen wir hier selbst schon sehr hoch an. Wir ringen um eine kontinuierliche Verbesserung, weil wir das als einen Prozess sehen, bei dem die Qualität jeden Tag aufs Neue errungen werden muss. Im Klartext: Individuell pflegen ist anstrengend, und: Wir strengen uns an, Tag für Tag.

Können Sie mal ein Beispiel nennen, damit wir das besser verstehen?
Wir haben es ja überwiegend mit Menschen zu tun, die aus einer Generation kommen, in der die Vorstellungen von Hygiene mitunter noch ganz andere waren und mitunter auch noch sind. Wenn wir also heute mit jemandem sprechen, der vielleicht 85 Jahre alt ist, so kennt dieser Pflegebedürftige es schlicht nicht, dass man die Unterwäsche täglich wechselt; zumindest war das vor über 60 Jahren noch anders. Das hat er also über Jahrzehnte einmal in der Woche getan. Deshalb versuchen wir hier einzuwirken, einfühlsam natürlich, und erklären, warum es durchaus sinnvoll sein kann, die heutigen Anforderungen in der Hygiene zu beachten – im eigenen Interesse des Patienten natürlich.

Und, gelingt das?
Ja, sicher. Aber man muss dranbleiben, die Besonderheiten, die sich aus der Persönlichkeitsstruktur ergeben, beachten.
Der übergroße Teil der Pflegebedürftigen und der Angehörigen nimmt unsere Ratschläge dankbar an. Das ist einfach den gewachsenen Vertrauensverhältnis geschuldet und macht vieles leichter.

Wenn Sie mit wenigen Worten sagen sollten, warum Ihnen Ihr Team ans Herz gewachsen ist, was würde Ihnen spontan einfallen?
Die Mädels sind für mich die Besten. Wir haben ein sehr gutes Verhältnis untereinander. Das ist nicht vordergründig geprägt durch ein Angestellten- und Chefverhältnis. Vielmehr gehen wir sehr familiär miteinander um, verbringen die Freizeit auch mal miteinander.

Also ist das eine Art natürlicher Autorität, die Sie genießen?
Ja, so kann man das sagen.

Was würden Ihre Mitarbeiter über Sie sagen, wenn es darum geht zu erklären, was Ihre positiven Seiten sind?
Also, das fällt mir schwer.

Was fällt Ihnen schwer?
Über mich zu sprechen.
Darauf kann mal eine Kollegin antworten, wenn sie mag.

Oh, das ist eine gute Idee!

Darf ich Ihren Namen wissen?
Ich bin Heike Adolph.

Frau Adolph, was schätzen Sie an Schwester Sandra?
Sie hat ein Herz für uns. Sie ist sehr verständnisvoll, wenn es um die Termine im privaten Bereich geht.
Da kommt sie uns stets entgegen, wenn wir auf sie zugehen und darum bitten, dass sie unsere Interessen berücksichtigt.

Gibt es bei ihr etwas, wo Sie sich wünschen, dass es anders würde?
Na ja, es gibt immer Dinge, die verbessert werden können.
Manchmal ist es schon eine Herausforderung, alle Zeiten einzuhalten, dass jeder Patient zu seinem Recht kommt und wir ihn auch so pflegen können, wie es die Patienten von uns gewöhnt sind.
Da diskutieren wir dann im Team drüber wie wir alle Anforderungen unter einen Hut bekommen. Und da hat Schwester Sandra stets ein offenes Ohr.

Frau Adolph, danke, dass sie hier mit eingesprungen sind.
Bitte, gern.
Frau Naber, an Sie vielen Dank für das Interview.

Kontakt:
Häuslicher Pflegedienst „Schwester Andrea Berkner“
Inhaberin: Schwester Sandra Naber
Otto – Lilienthal- Strasse 9
17268 Templin
Telefonnummer: (03987) 54830
Telefaxnummer: (03987) 54830
E-Mail: pflegedienst.templin@gmx.de

© Uwe Müller

 

 

Mechthild Bruchhäuser-Ebeling im Interview

Mechthild Bruchhäuser-Ebeling ist Inhaberin und Geschäftsführerin des ambulanten Pflegedienstes Pro Cura Pflegedienst Rietberg GmbH.

Frau Bruchhäuser – Ebeling, was haben Sie beruflich gemacht, bevor Sie in die Pflege eingestiegen sind?
Nach dem Abitur habe ich Industriekauffrau gelernt und vier Jahre in dem Beruf gearbeitet. Danach studierte ich Wirtschaftswissenschaften.
In dieser Zeit bekam ich auch meine Kinder.
Nach dem Studium stand ich vor der Herausforderung, Beruf und Kindererziehung unter einen Hut zu bekommen.
Es gab in der Zeit noch nicht genügend Kita- Plätze. So konnte ich also nicht arbeiten, wie ich es eigentlich vorhatte.
Ich entschloss mich, aus der Not eine Tugend zu machen. Gemeinsam mit einer Mutter haben wir eine Spielgruppe gegründet. Dort waren meine Kinder gut aufgehoben und andere Mütter konnten ihre Kinder dort auch hinbringen.
Überhaupt war ich damals sozial und gesellschaftlich sehr aktiv. Immer wenn meine Kinder nicht die Möglichkeiten vorfanden, die sie brauchten, ließ ich mir etwas einfallen.
So habe ich zum Beispiel eine Schwimmgruppe initiiert  oder auch eine Ferienzeit geleitet. Nachdem die Kinder in den Kindergarten gingen, begann ich wieder zu arbeiten.
In dieser Zeit erfuhr ich über eine Freundin, dass es die Möglichkeit gab, in eine Pflegefirma einzusteigen.
Ich sah die Chance, die Firma so zu führen, wie es meinen Ideen und beruflichen Erfahrungen entsprach sowie ethischen und moralischen Grundsätzen genügte.
Also habe ich 2008 diese Firma gemeinsam mit meiner Freundin gekauft. Seit 2015 leite ich die Firma allein.

Welche Berufserfahrungen bringen Sie aus anderen Branchen mit, die in der Pflege nützlich sind?
Oh, das ist schwer, über sich selbst zu sprechen. Ich denke da an folgende Dinge: die kaufmännische Gründlichkeit, strukturiert zu denken und zu handeln, Prioritäten zu setzen, Dinge einfach anzupacken und einsatzbereit zu sein, aber auch zuhören zu können.

Was haben Sie anderes gemacht, nachdem Sie die Firma übernommen haben?
Ich wollte von Anfang an, dass es den Mitarbeitern besser geht. Sie sollten zum Beispiel weniger Doppelschichten leisten.
Also haben wir zusätzliche Pflegekräfte eingestellt.
Des Weiteren: Ich habe die kaufmännischen Belange geprüft, neue Vergütungsvereinbarungen geschlossen – alles mit dem Ziel, die Firma auf gesunde Beine zu stellen.  Außerdem: Mir ging es darum, schnell ein stabiles Leitungsteam zu schaffen.
Deshalb habe ich die Pflegedienstleitungen gewechselt.
Am 01.11.2010 begann Frau Degener neu als Pflegedienstleitung. Sie war zu dem Zeitpunkt schon über 8 Jahre im Unternehmen und hat sich dann qualifiziert. Frau Morgenstern kam am 15.10.2012 als eine weitere Pflegedienstleitung hinzu.

Stand Ihr Team von Anfang an hinter Ihnen?
Als ich anfing, bestimmten zwei Faktoren die Situation:
Zum einen kannten die Mitarbeiter mich nicht. Sie wussten nicht, was auf sie zukommt.
Zum anderen waren natürlich auch Hoffnungen damit verknüpft, dass es besser wird – vor allem im kaufmännischen Bereich.
Also habe ich erst einmal im wahrsten Sinne des Wortes die Ärmel hochgekrempelt und mich von unten in die Materie hineingearbeitet. So sind wir ja dann eben zusammengewachsen. Ich habe viel gefragt, mir die Dinge erklären lassen. Und so ging es vorwärts. Vor allem: Wir wurden ein Team, indem sich der eine auf den anderen verlassen konnte.

Was glauben Sie, sagen Ihre Mitarbeiter heute über Sie?
Das ist natürlich nicht leicht zu beantworten.
Ich glaube, die Mitarbeiter schätzen, dass ich sie die Prozesse in der Firma mitgestalten lasse. Wichtig ist mir in diesem Zusammenhang folgendes: Als ich in der Firma anfing, habe ich überlegt, wie ich von meinem Arbeitgeber behandelt werden wollte. Und genau das versuche ich bis heute zu beherzigen – mich einfach in die Mitarbeiter hineinzuversetzen und sie  entsprechend zu führen und zu motivieren.  Nach all den Jahren großer Anstrengungen –  der strukturellen Anpassung, des ständigen Wachstums, der Erweiterung der Tagespflege und der Schaffung neuer Veranstaltungsräume möchte ich dieses Jahr mehr für die Mitarbeiter tun.

Was meinen Sie konkret?
Zu den Verbesserungen für die Mitarbeiter zählen: eine transparente Gehaltsstruktur, die Erweiterung der betrieblichen Altersversorgung und der Gesundheitsvorsorge.
Und: Ich kümmere mich um weitere soziale Belange der Mitarbeiter.
Ich stelle gerade Räumlichkeiten zur Verfügung, dass Mütter ihre Kinder dort bei Tagesmüttern lassen können.

Stammt die Idee aus der Zeit, als Sie selbst keinen Kita- Platz für Ihre Kinder hatten?
Ja, genauso ist es.

Was macht für Sie individuelle Pflege aus?
Die Leistungen müssen abgestimmt sein auf die Bedürfnisse und Wünsche der Patienten. Ein Beispiel: Ein ehemaliger Bäcker ist es gewohnt, früh aufzustehen. Also findet auch der Besuch bei ihm früh statt.  Haben wir jemanden, der länger schlafen möchte, dann kommen wir später. Der Ablauf der Pflege verläuft nach den Wünschen der Kunden. Wir befinden uns ja auch in seinen privaten Räumen.
Die Empathie ist in der Pflege ganz wichtig. Sich hineinfühlen in den anderen Menschen. Unser Motto lautet: Pflege ist Vertrauenssache.

Frau Bruchhäuser- Ebeling, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Kontakt:
Am Bahnhof 19 33397 Rietberg
Telefon / Fax
Ambulanter Pflegedienst , Verwaltung: 05244 – 1463
Tagespflege: 05244 – 904431
Fax: 05244 – 928790
E-Mail: info@pro-cura.com

 

 

 

Antje Gehrmann im Interview

Antje Gehrmann hat im Pflegedienst Gehrmann GbR die Geschäftsleitung inne.
Der Pflegedienst ist im Raum Oranienburg/ Brandenburg tätig.

Frau Gehrmann, wie verlief Ihr beruflicher Werdegang vor der Gründung des Pflegedienstes?
Ich bin in der Pflege eine Quereinsteigerin. Ursprünglich war ich mal Imkerin. Das war mir in die Wiege gelegt worden. Mein Großvater hat mir 30 Völker vererbt, also ein ganzes Bienenhaus. Doch dann war 1992 eine schwere Bombendetonation – keine 100 Meter von unserem Haus entfernt. Die Druckwelle zerstörte die Traube. Die Bienen haben dadurch in der Mehrzahl nicht überlebt.

Wie ging es bei Ihnen weiter?
Ich habe in Bernburg begonnen, Agraringenieurwesen für Bienenwirtschaft zu studieren. Doch die Schule wurde nach der Wende aufgelöst. Ich bin dann zurück nach Oranienburg gegangen und habe an der Oberschule meinen Abschluss als Betriebswirt mit Abitur gemacht. Das war 1993. Danach gab es einen kleinen Abstecher in die Museologie. Parallel zum Studium habe ich Ausstellungen mitorganisiert.

Wie sind Sie dann zur Pflege gekommen?
Meine Mutter, Christine Gehrmann, hat sich 1994 selbstständig gemacht. Ich habe von Anfang an in der Pflege mitgeholfen – in der Verwaltung, beim Vorbereiten von Verträgen oder in der Abrechnung.  Der ambulante Pflegedienst hieß damals noch „Schwester Christine“.

Und wann sind Sie richtig eingestiegen?
Im Jahr 1999. Gemeinsam mit meiner Mutter bilde ich seitdem die Geschäftsleitung. Gleichzeitig wurde die Firma in „Pflegedienst Gehrmann GbR“ umbenannt.

Worauf sind Sie heute besonders stolz?
Auf das Wachstum und unser Mitarbeiterteam.

Was macht Ihre Stärken aus?
Das ist für mich schwierig, darauf zu antworten.

Was glauben Sie denn?
Ich denke Vielseitigkeit spielt eine Rolle. Und: Ich kann mich gut auf neue Situationen einstellen. Ich trage auch eine gewisse Ruhe in mir, verliere nicht gleich den Kopf, wenn es mal stressig oder unübersichtlich wird.

Was macht Ihrer Meinung nach ein starkes Team aus?
Nun, ich kann nur von dem sprechen, was ich sehe und erlebe.
Bei uns ist es so, dass der eine für den anderen einspringt. Wir teilen die Aufgaben fair unter uns auf. Einer hilft wirklich dem anderen. Ich denke, das ist es, was uns stark macht.

Wie ist das bei Ihnen im Haus?
Wir setzen auf Langfristigkeit. Der Idealfall für uns wäre: Jemand beginnt seine Ausbildung oder sein Praktikum hier und bleibt möglichst lange bei uns. Zum Beispiel kommen bei uns die Mitarbeiter auch nach der Elternzeit wieder. Natürlich manchmal nur eingeschränkt, aber sie kommen wieder.

Was hat sich geändert, wenn Sie heute die Pflege und Betreuung ansehen und das mit den Bedingungen vor etwa zwanzig Jahren vergleichen?
Die Bürokratie hat zugenommen. Wir dokumentieren immer mehr. Was geblieben ist: Die Arbeit ist schon schwer – körperlich und psychisch.

Was macht für Sie individuelle Pflege und Betreuung aus?
Der Klient entscheidet, was gemacht wird, wie und wann es gemacht wird. Für uns ist ganz wichtig: Die Pflegeperson darf nicht ständig wechseln. Wir haben da eine gute Kontinuität.

Wie sieht bei Ihnen die Pflegeberatung aus?
In den meisten Fällen machen wir einen Termin in der   Häuslichkeit. Die Pflegedienstleitung schaut direkt vor Ort, was nötig ist, was die Familie sagt. Natürlich kann der Klient uns auch erst einmal in unserem Haus zu einem allgemeinen Gespräch besuchen. Die Information und Beratung, unabhängig von der Entscheidung danach – das macht unseren Service aus.

Was ist für Sie persönlich Glück?
Ich bin glücklich. Vor allem unser super Team hat viel mit meinem persönlichen Glück zu tun. Der Beruf stimmt. Für mich ist er zur wirklichen Berufung geworden.

Frau Gehrmann, vielen Dank für das Gespräch.

Kontakt:
Pflegedienst Gehrmann GbR
Weimarer Str. 3 – 5
16 515 Oranienburg
Telefon: 03301 – 677 47 0
E-Mail: hkp.gehrmann@t-online.de
„Tagespflege Süd“
Berliner Straße 177 – 179
16 515 Oranienburg

http://www.oranienburger-pflegedienst.de

© Dr. Uwe Müller

 

Sabine Rohloff im Interview

Sabine Rohloff hilft Menschen, heilt sie, ist für deren Wohlbefinden da

Frau Rohloff, wie würden Sie sich selbst nennen, wenn wir darüber reden, was Sie für Menschen tun?
Ich bin ein Samariter. Das trifft es wohl im Kern, wenn ich darüber spreche, wie ich heile, wie ich Menschen von ihren Leiden befreie.

Wie muss ich mir das vorstellen, wenn Sie über das Heilen sprechen?
Ich kann keine Wunder vollbringen. Das sage ich auch ganz klar.

Sondern?
Ich heile umfassend, bin offen für das, was mir die Menschen sagen und darauf richte ich dann meine Energie aus.
Es geht also um das Wohlbefinden des Menschen, der sich an mich wendet, um seine Gesundheit.

Können Sie mal ein Beispiel nennen?
Nun, ich hatte bereits Patienten hier, die von Ärzten zu mir geschickt wurden, die an Hautkrankheiten litten, unter anderem an Neurodermitis.
Ich habe es geschafft, sie davon zu befreien.
Aber ich verspreche vorher nie, dass ich es schaffe.
In einem anderen Fall bat mich ein Pflegedienst darum, mich um einen Menschen zu kümmern, dem es nicht gut ging.

Und konnten Sie helfen?
Ich habe ihn mir angesehen und mir wurde schnell klar, dass er nicht mehr lange zu leben hatte.

Was haben Sie stattdessen getan?
Ich habe ihm die Schmerzen genommen. Er ist in Frieden eingeschlafen – im Kreise seiner Familie.

Dann haben Sie ihm ja doch geholfen, ihm unter den gegebenen Bedingungen ein Stück der Lebensqualität zurückgegeben, oder?
Ja, da haben Sie recht. Das ist wohl auch der Grund, warum Frau Funke vom Palliativnetzwerk bei mir angefragt hat, ob ich mich um diesen Fall kümmern könnte.

Wie sind Sie überhaupt dazu gekommen, Menschen in dieser Form zu helfen?
Das geht bis in meine Kindheit zurück.
Mich hat schon immer die Kräuterhexe fasziniert.
Und so habe ich bereits als Kind viele Kräuter gesammelt.  Und wenn ich bei jemandem die Hand aufgelegt habe, dann tat das demjenigen gut. Ich war schon immer „hellsichtig“.

Was verstehen Sie darunter?
Ich sehe Bilder. Ich sehe auch Gefahren.

Worauf führen Sie diese Fähigkeiten zurück?
Im Grunde genommen rufe ich Energie ab.

Können Sie das noch etwas genauer erklären?
Zunächst konzentriere ich mich auf mich selbst. Nach ein paar Sekunden geht die Energie in meinen Körper, fließt durch meine Hände.  Ich lege danach meine Hände auf den Körper des Menschen.
Mir fällt da ein aktuelles Beispiel ein.

Das ist gut. Welches?
Ich komme gleich darauf zu sprechen. Aber vorher wollte ich Ihnen sagen: Sie reden mir zu viel rein, dann vergesse ich, was ich sagen wollte.

Oh, das tut mir leid und ist auch nicht sehr professionell von mir. Ich komme ja aus der Position des Fragenden und gehe einfach in die des Wertenden. Aber wissen Sie woher das kommt?
Nein.

Weil ich Sie und das Thema so spannend finde. Da vergesse ich mitunter, dass ich der Journalist bin, der fragt und notiert.
Das kann ich verstehen.

Zurück zu Ihrem Beispiel?
Ja. Ich wurde mal zu einem Mann in Kaulsdorf gerufen, der im Koma lag. Ich habe bei ihm die Hand aufgelegt.

Und?
Er ist aus dem Koma aufgewacht. Nicht gleich. Aber nach zwei Tagen. Der Mann bleibt ein Pflegefall.
Er ist zurzeit in einer Reha-Maßnahme.
Er musste sich wieder vieles neu erarbeiten, sehr viel neu erlernen.
Doch das Interessante daran war, dass er sich sogar noch an die PIN-Nummern seiner Karten erinnern konnte.

Das ist schon faszinierend. Frau Rohloff, Sie werden mir unheimlich, im positiven Sinne natürlich.
Ja, ich bedanke mich übrigens jeden Tag an einem Baum dafür, dass ich diese Fähigkeiten besitze.
Man kann ja diese Dinge in einer anderen Weise nutzen und jemandem etwas Schlechtes wünschen.

Und, tun Sie das?
Nein, definitiv nicht. Natürlich sind wir alle nur Menschen mit unseren Schwächen, unterliegen der Versuchung, einem Impuls nachzugeben.
Doch ich bin für das Wohl der Menschen da, und zwar ausschließlich.

Glauben Sie, dass es wichtig ist, dass ein Mensch mit solchen Fähigkeiten, über die Sie verfügen, einen guten Charakter haben muss?
Ja, absolut.
Übrigens: Ich bedanke mich jeden Tag dafür, dass ich diese spezielle Gabe besitze und damit Menschen helfen kann.
Jeder Mensch hat eine bestimmte Lebensaufgabe. Und das ist eben meine Bestimmung.

Nehmen Sie eigentlich Geld dafür?
Nein, ich will helfen, und nicht reich werden. Ich gebe zu, ich habe manchmal schon überlegt, ob ich es nicht nur aus Berufung tue, sondern daraus einen Beruf mache.
Meinen Sie nicht auch, dass die Leute dafür dankbar wären?
Das kann schon sein. Aber ich bin da noch im gedanklichen Prozess der Auseinandersetzung mit mir selbst, wohin das Ganze mal führen soll.

Tauschen Sie sich unter Gleichgesinnten aus, reden über das, was Sie tun?
Ja. Wir haben zum Beispiel einen Zirkel, indem wir über die Ideen von Bruno Gröning diskutieren, einem Vordenker und Heiler in dieser Sache.
Übrigens:
Ich hatte schon Menschen, die auf mich zukamen, meine Energie spürten und meinten, ich sei ein Engel.

Das hört sich gut an. Doch gibt es tatsächlich Ärzte, die Ihnen vertrauen?
Ja, absolut. Zum Beispiel hat mir Dr. Specht aus Neuenhagen einen Patienten geschickt, der stark unter Gicht litt.
Er konnte kaum noch laufen, war extrem gehbehindert. Nach den Sitzungen bei mir kann er nun wieder richtig gut laufen.

Woher kommen diese Fähigkeiten?
Mein Ururgroßvater war Heiler. Ich habe aber auch eine ganz klassische medizinische Ausbildung absolviert.
Von 1971 bis 1973 habe ich in Lichtenberg im Kinderkrankenhaus „Lindenhof“ gelernt und bin examinierte Kinderkrankenschwester geworden.

Wie läuft so eine Heilung zeitlich ab?
In der Regel finden drei Sitzungen im Abstand von einer Woche statt.

Wie lange?
Ca. 1 Stunde.

Was sagen Sie den Menschen am Anfang?
Ich sage immer, dass ich nicht weiß, ob ich helfen kann.
Derjenige, der zu mir kommt, entscheidet allein darüber, ob er noch einmal wiederkommen möchte und ob ich ihn dann weiterbehandeln soll.

Wie verhalten sich die Menschen in der Behandlung?
Die meisten lassen sich fallen. Viele sagen mir, sie fühlten sich, als würden sie schweben. Oder aber sie fühlen Blei auf ihrem Körper.
Die ersten zwanzig Minuten entgifte ich faktisch. Anschließend lege ich meine Hand auf die Stellen, die belastet sind.

Frau Rohloff, nehmen Ihnen die Menschen immer ab, dass es hilft?
Vielleicht ein weiteres Beispiel: Zu mir kam eine ältere Dame, die nur noch am Stock gehen konnte. Sie hatte ein Hüftleiden.
Sie bekam vom Arzt Spritzen in die Hüfte. Doch die halfen nicht, linderten nicht ihre Schmerzen.
Schließlich kam sie zu mir. Nach ein paar Tagen bekam ich einen Anruf von ihr, in dem sie ihrer Enttäuschung Luft machte.
Ich habe ihr gesagt, dass ich keine Wunder vollbringen kann und sie Geduld braucht. Schließlich rief sie mich wieder an, nachdem einige Zeit vergangen war.

Und?
Sie konnte wieder gut laufen, schmerzfrei, und: ohne Stock.

Muss man eigentlich an das glauben, was Sie tun?
Nein, Sie müssen daran nicht glauben. Es hilft auch so und ich helfe unabhängig davon, ob derjenige daran glaubt oder eben nicht.
Er muss es nur zulassen.

Frau Rohloff, ich danke Ihnen für dieses Gespräch.

Kontakt:
Sabine Rohloff
Neuenhagener Chaussee 41
15 345 Altlandsberg
Tel. 033438 – 51 60
Mobil: 0172-3092551
Fax: 033438 – 5 16 44

© Dr. Uwe Müller

Interview mit Dirk Gaszikowski

Dirk Gaszikowski hat die Pflegedienstleitung im Unternehmen ITS – Home inne.

Herr Gaszikowski, wie war Ihr beruflicher Werdegang, bevor Sie im Unternehmen ITS-Home angefangen haben?
Ich bin 1970 in Berlin-Buch geboren worden.
Dort bin ich auch in die Schule gegangen – in die 26. Oberschule.

Wann haben Sie die beendet?
1987.

Was haben Sie danach gemacht?
Zunächst habe ich einen klassischen Handwerkerberuf erlernt – den des Heizungsmonteurs. Aber eigentlich wollte ich schon immer etwas machen, was mit Pflege zu tun hatte.

Woher rührt dieser Wunsch?
Nun, meine Mutter war 35 Jahre lang Krankenschwester im Krankenhaus in Buch. Die medizinische Einrichtung bestand damals ja schon aus mehreren Häusern. Auf jeden Fall habe ich auf dem Klinikgelände gewohnt.  Meine Kindheit habe ich zum Teil unter anderem im Schwesternzimmer verbracht, oder ich habe neben dem Pförtner gesessen und gespielt. Daher kam meine enge Verbindung zu allem, was mit der Pflege zu tun hatte. Aber damals war es noch so, dass der Beruf des Pflegers ohnehin nur in stationären Einrichtungen vorkam und zudem vorwiegend von Frauen ausgeübt wurde.

Und wie ging es weiter?
Ich habe immer wieder probiert, die Seiten zu wechseln, in den medizinischen Bereich zu gelangen. Dann gab es die Möglichkeit, im internen Krankentransport der Klinik anzufangen.

Das heißt, Sie waren auf dem Krankenhausgelände tätig und haben zwischen den einzelnen Häusern die Patienten transportiert?
Ja, so kann man das sagen. Später, im Jahr 2000, habe ich dann noch eine Ausbildung zum Rettungssanitäter gemacht.

Warum?
Das war nötig, um auf dem freien Markt ebenfalls im Krankentransport arbeiten zu können.

Wie lange haben Sie in diesem Bereich gearbeitet?
Von 2000 bis 2004.

Und danach?
2004 habe ich eine Ausbildung zum Altenpfleger begonnen und diese 2007 abgeschlossen. Das war insofern eine gute Zeit, als nach dem Jahr 2003 die Ausbildung bundeseinheitlich geregelt wurde.
Bereits bei der Ausbildung merkte ich aber, dass ich stärker in den stationären Bereich wollte.

Haben Sie das erreicht?
Zunächst war ich in kleineren ambulanten Hauskrankenpflegen tätig. Ich habe mich in die Themen der Wundbehandlung eingearbeitet und bekam auch Einsicht in die onkologische Ausrichtung der Pflege.  Ich hatte eigene Touren und gewann viel Erfahrungen durch die praktische Arbeit. Ich bin in der Zeit sehr viel gefahren – Hunderte von Kilometern.  Das war natürlich auch sehr anstrengend. Also habe ich überlegt, wie ich wieder stärker in den stationären Bereich der Pflege gelange.

Und, ist Ihnen das gelungen?
Ja. Ich lernte eine große Gesellschaft kennen, in der es um außerklinische Intensiv- und Beatmungspflege ging.
Davon fühlte ich mich angesprochen. Dabei ging es am Anfang gar nicht mal um die Beatmungspflege.

Sondern?
Ich betreute eine junge Frau. Das war natürlich für mich sehr anstrengend, hat aber auch viel Spaß gemacht.
Ich habe sogar selbst gekocht, wenn es die Zeit zuließ. In dieser Zeit habe ich mich sehr intensiv mit der Beatmungspflege beschäftigt.
Ich habe die Anleitungen für die Geräte studiert, mich um die technischen Details gekümmert, wollte alles sehr genau wissen, was zu einer guten Versorgung dazugehört.

Warum sind Sie nicht bei diesem Unternehmen geblieben?
Zum einen fielen sehr viele Überstunden an. Und zum anderen war die Bezahlung nicht so gut, gemessen an dem, was in der Zeit zu leisten war.

Wo sind Sie also hingegangen?
Ich habe mich in Strausberg in einem Beatmungscenter beworben. Das wurde gerade aufgebaut.

Wie lange waren Sie dort?
Zwei Jahre. Ich habe dort sehr viel lernen können. Schließlich wurde mir auch die Fachbereichsleitung übertragen.
Doch die Arbeit hat mich faktisch „ausgelaugt“; ich war verbrannt.

Warum?
Wir fuhren ein Drei-Schichtsystem. Das war hart – physisch und psychisch. Nur mal zur Illustrierung: Nach zwei Jahren war ich der einzige, der noch da war von jenen Mitarbeitern, mit denen ich dort angefangen hatte.

Wie ging es weiter?
Ich habe schließlich noch einmal die Arbeitsstelle gewechselt, war dann in einem Unternehmen, in dem es einen 12-Stunden-Dienst gab. Dadurch hatte ich natürlich auch mehr freie Zeit, gefühlt 15 bis 16 Tage im Monat. Ich konnte mir dort weiteres Know-how aneignen.

Wie haben Sie eigentlich Herrn Böhlendorf kennengelernt?
Ich war neben meiner Tätigkeit im Unternehmen zusätzlich als Pfleger tätig. Herr Böhlendorf war in der Zeit mein Patient. Er war mit mir sehr zufrieden, und das hieß etwas bei seinem Anspruch an Pflege- und Betreuungsqualität. Wir verstanden uns außerdem menschlich sehr gut und so machte er mir schließlich ein Angebot, das ich nicht ablehnen konnte.

Nämlich?
Ich sollte für ihn ganz arbeiten – also nicht nur für ihn, sondern als Angestellter in seinem Unternehmen ITS-Home.
Das Gehalt entsprach zusammengenommen dem, was ich im vorhergehenden Unternehmen und für meine nebenberufliche Tätigkeit erhalten hatte.

Wann haben Sie bei ITS-Home angefangen?
Am 16. Juni 2013. Und drei Jahre später, auf den Tag genau wieder am 16. Juni 2016, übernahm ich die Pflegedienstleitung bei ITS-Home.

Wie haben Sie die drei Jahre erlebt – von 2013 bis dahin, dass Sie Pflegedienstleitung wurden?
Es war eine sehr lehrreiche Zeit. Ich konnte alle Grenzen ausloten, mich ausprobieren und ich erfuhr, welche Anforderungen an die Mitarbeiter gestellt wurden, wenn es um die Maximierung der Versorgungs- und Betreuungsleistungen ging.
In der Zeit habe ich auch die Weiterbildung zur leitenden Führungskraft im Gesundheits- und Sozialwesen (PDL) absolviert.

Wie halten Sie es mit der Teamleitung, wie führen Sie?
Für mich ist es wichtig, dass die Teams und einzelnen Mitarbeiter vor Ort eigenverantwortlich agieren,
eigene Freiräume nutzen können in der individuellen Betreuung der Patienten. Natürlich gibt es eine Reihe von strukturellen und organisatorischen Vorgaben – Teambesprechungen, Auswertungen, Arbeitsplanungen, Maßnahmen im Qualitätsmanagement.
Ohne sie kann eine Firma gerade in solch einem sensiblen Bereich, wie dem der außerklinischen Intensiv- und Beatmungspflege ja gar nicht ihre Aufgaben erfüllen.
Ich möchte nur die Eigeninitiative der Mitarbeiter fördern, sie mehr unterstützen und letztlich auch dadurch motivieren.

Sehen das Ihre Mitarbeiter ebenso?
Schauen Sie sich doch nur einmal an, wie lange unsere Mitarbeiter bei uns sind. 90% derer, die bei Gründung der Firma hier arbeiteten, sind noch da, faktisch also der Grundstamm.
Und wenn Sie dann die Bewegungen auf dem Pflegemarkt sehen, die Fluktuationsraten bei den Mitarbeitern, dann spricht das für sich.

Absolut.
Herr Gaszikowski, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Zur Homepage: http://www.its-home.net

Kontakt:
Dirk Gaszikowski
ITS-Home
Hauptstraße 48
15366 Neuenhagen
Telefon: 03342-6992994
Fax: 03342-699299-9
dirk.gaszikowski@ITS-Home.net

© Dr. Uwe Müller

Interview mit Dirk Böhlendorf

Dirk Böhlendorf ist der Geschäftsführer und Inhaber des Fachpflegedienstes ITS Home. 

Herr Böhlendorf, können Sie ein paar Abschnitte Ihrer beruflichen Entwicklung schildern, bevor Sie Ihren eigenen Pflegedienst gegründet haben?
Ich habe 1988 mein Abitur in Birkenwerder gemacht. Danach habe ich Betriebswirtschaft studiert.

Wie lange?
Von 1988 bis 1992. Das war übrigens ein Fernstudium an der Fachschule für Betriebswirtschaft Rodewig, in der Außenstelle Berlin.

Wo haben Sie in dieser Zeit gearbeitet?
In einer kommunalen Wohnungsverwaltung im EDV-Bereich.
Später war ich dann für 6 Jahre Softwareentwwickler in einer Unternehmensberatung.

Warum haben Sie dort aufgehört?
Die Projekte wurden immer größer und ich musste viel unterwegs sein. Das wollte ich nicht mehr.

Herr Böhlendorf, Sie sitzen vor mir in einem Rollstuhl, sind in Ihrer Bewegung mit den Händen eingeschränkt. Darf ich Sie fragen, wie es dazu gekommen ist?
Ich leide seit meiner Kindheit an einer Muskelerkrankung und war deshalb schon früh an den Rollstuhl gefesselt. Das war übrigens die entscheidende Inspiration dafür, einen eigenen Pflegedienst zu gründen.

Können Sie das näher erläutern?
Nun, ich war gezwungen, mir über meine eigene Vorsorge in den kommenden Jahren Gedanken zu machen.
Außerdem: Es kamen Leute auf mich zu, die fragten, ob ich nicht auch für sie die Vorsorge organisieren könnte.
Ich dachte darüber nach und kam zu dem Schluss, dass der Aufwand, also die Quantität, in so einem Fall natürlich zunehmen,
jedoch die Ansprüche an die Qualität gleichbleiben würden.
Und deswegen hatten mich die Menschen ja eigentlich auch angesprochen – nämlich auf höchstem Niveau versorgt zu werden.

Herr Böhlendorf, kann man das als Initialgedanken dafür verstehen, dass Sie Ihren eigenen Pflegedienst gründeten?
Ja, definitiv. Die Besonderheit gegenüber anderen Pflegediensten bestand darin, dass ich selbst versorgt und betreut werden musste.
Ich hatte sozusagen die Innenansicht davon, wie Pflege und Betreuung ankommt.

Wann haben Sie den Pflegedienst ITS-Home gegründet?
Das war vor 5 Jahren, 2012.

Wenn Sie zurückdenken, was ist Ihnen besonders schwer gefallen, als Sie ITS-Home gründeten?
Eigentlich alles.
Wie gesagt, ich hatte ja die andere Perspektive.
Ich wollte ein Maximum an Lebensqualität.
Die Angebote dazu haben nicht meinen Vorstellungen entsprochen.
Es war nicht das Standardgeschäftsmodell, was mir vorschwebte.

Sondern?
Wir wollten möglichst viele Leistungen für unsere Kunden erbringen. Das sind aber eben auch hohe Kosten, die dadurch entstehen. Diesen Mehraufwand bezahlen natürlich die Leistungsträger nicht. Und: Die Anforderungen an die Mitarbeiter sind deutlich höher.

Welche meinen Sie?
Die Anforderungen an die Integrität, die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und natürlich die fachlichen Anforderungen, die sind sehr hoch.

Können Sie das an einem Beispiel erläutern?
Ich will das noch deutlicher sagen: Wir stellen fachlich hohe Anforderungen. Zugleich muss der Mitarbeiter aber auch Verantwortung übernehmen wollen.
Im Krankenhaus haben Sie bei schwierigen Situationen immer jemanden, den Sie fragen können.
Bei uns hingegen treten Situationen ein, in denen schnell gehandelt werden muss und der Mitarbeiter ist zudem auf sich allein gestellt.
Dann brauchen wir Menschen mit Sachverstand, Herz und einem ausgeprägten Willen zum Handeln – immer zum Wohle des Patienten.
Oder: Nehmen Sie die Tatsache, dass der Patient mal in den Urlaub fahren will, vielleicht für 2-3 Tage.
Dafür ist ein enormer Aufwand nötig – logistisch, personell. Die Mitarbeiter, die den Patienten ansonsten im Alltag versorgen – die müssen ja auch mit. Das ist für sie nicht nur ein physischer Aufwand, psychisch ist das ebenfalls nicht einfach.
In der Familie des Mitarbeiters ist vielleicht ein kleines Kind. Sie können in dieser Zeit zum Beispiel abends nicht nach Hause,
sich um ihre eigene Familie kümmern, sich mit dem Kind beschäftigen. Grundsätzlich muss man für alles gerüstet sein.
Das schüttelt man nicht „aus dem Ärmel“.

Ist das denn nötig, eine solche Reise zu unternehmen?
Sehen Sie, das ist es, was wir meinen, wenn wir von maximaler Lebensqualität sprechen. Da gehört das eben mit dazu.
Ein weiteres Beispiel dafür, wie wir uns um hohe Lebensqualität für unsere Patienten bemühen:
Im Ludwigspark betreuen wir in einer Wohngemeinschaft sechs Bewohner.
Wir kaufen dort persönlich ein, kochen täglich frisch.
Wir wollten nicht auf das Essen auf Rädern zurückgreifen – wir wollten es geschmacklich noch individueller, frischer, einfach hochwertiger. Das bedeutete aber zusätzlich mehr Betreuungskräfte zu beschäftigen.

Was haben Sie in dem Fall konkret unternommen?
Wir haben zusätzlich eine Wirtschaftskraft eingestellt – für 6 Stunden am Tag.  Das sind aber Kosten, die wir oft nicht gegenfinanziert bekommen, zumindest nicht zu 100 Prozent.
Also bezahlen wir das sozusagen aus der „eigenen Tasche“.

Wie würden Sie die Zusammenarbeit im Team beschreiben?
Wir ergänzen uns gut. In der Wohngemeinschaft finden wir zum Beispiel unterschiedliche Mentalitäten und Charaktere unter den Bewohnern vor.  Und für jeden dieser Bewohner haben wir den richtigen Ansprechpartner von unserer Seite aus. Wir nehmen uns viel Zeit, um über die Bedürfnisse, Fragen, auftretenden Problem der Bewohner zu sprechen, tauschen uns untereinander intensiv darüber aus.

Was passiert eigentlich mit den Bewohnern, deren Gesundheitszustand sich verbessert hat?
Grundsätzlich ist das ein Ausdruck dafür, dass wir im Team aller an der Betreuung und Versorgung Beteiligten eine gute Arbeit für den Patienten geleistet haben. Es gibt dennoch dabei eine Kehrseite.

Was meinen Sie damit?
In dem Moment, indem sich der Gesundheitszustand des Patienten verbessert hat, enden bestimmte Leistungen.
Sie werden dann nicht mehr von der Pflegekasse bezahlt.
Das sind die Grenzen für unsere Philosophie, nämlich für die Maximierung der Lebensqualität zu sorgen.
In der Wohngemeinschaft haben wir ein ungeheuer hohes Maß an Versorgung und Betreuung. Im Schnitt kümmert sich ein Mitarbeiter um drei Patienten. In der häuslichen Betreuung ist das Verhältnis sogar 1:1.
Verbessert sich nun der Zustand, dann geht die 24-Stunden Versorgung auf die dann vom Standard infrage kommenden Leistungen der Pflegeversicherung über.
Hier arbeiten wir an einer Modellvariante, die so etwas auffängt und entsprechend weiterführt. Das steckt jedoch noch in den Anfängen der Konzeption und wir müssen ja auch die entsprechenden Leistungsträger dafür gewinnen und überzeugen.

Wo sehen Sie außerdem Entwicklungspotenzial für die Zukunft?
Wir wollen die Wege zu unseren Patienten optimieren. Das heißt, wir konzentrieren uns auf Berlin, da wo unsere Kunden sind – in der Mehrzahl in Berlin – Buch.
Des Weiteren: Ich glaube, wir können künftig mehr im Bereich der Assistenzpflege tun – also für noch mehr Entlastung bei den Angehörigen sorgen. Das bedeutet, mehr Pflegefachkräfte und Pflegehelfer einzusetzen, stets abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden.

Herr Böhlendorf, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Zur Homepage: http://www.its-home.net

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Geschäftsführer & Inhaber
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15366 Neuenhagen
Telefon: 03342-699299-0
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Interview mit Viola Lehmann

Viola Lehmann ist die Inhaberin der Seniorenbetreuung in Potsdam.

Frau Lehmann, wie verlief Ihr beruflicher Werdegang vor der Gründung der Seniorenwohngemeinschaft?
Ich war chemisch- technische Assistentin im Ernährungsinstitut in Potsdam – Rehbrücke. Nach der Wende musste ich mich – wie viele in Ostdeutschland- umorientieren. Ich bin in ein Seniorenheim nach Lietzensee als Pflegehelferin gegangen. Das war 1991. Dort habe ich bis 1999 gearbeitet.  In dieser Zeit habe ich auch eine Altenpflegeausbildung absolviert – in Hermanns – Werder in der Hofbauerstiftung. Das gehört zu Potsdam.
Als ich examinierte Altenpflegerin war, fiel mir auf, dass die Ausbildung wenig mit dem zu tun hatte, was in der Praxis ablief.

Wie meinen Sie das?
Damals war es noch so, dass es vor allem darum ging, die Leute zu waschen, zu pflegen, ihnen Essen zu geben. Von individueller Betreuung konnte da keine Rede sein. In der Zeit lief im Verlaufe einer Weiterbildung ein Film. Es ging um eine Seniorenwohngemeinschaft. Ich vergesse das nicht: Da saßen zwei ältere Damen am Tisch. Sie waren beide dement. Die Dame bot der anderen an, ihr Kaffee einzugießen. Sie vergaß aber,  den Deckel der Kaffeekanne aufzuschrauben. Und so konnte sie auch keinen Kaffee eingießen. Also stellte sie die Kanne auf den Tisch zurück.
Normalerweise hätte jetzt die Betreuerin eingegriffen und den Deckel der Kaffeekanne aufgeschraubt. Hier war es anders.
Die ältere Dame überlegte und plötzlich griff sie erneut zur Kanne und schraubte den Deckel auf. Sie hatte also die Zeit gehabt, zu überlegen. Eine einfache Geschichte. Aber wirkungsvoll aus Sicht der Aktivierung und der Möglichkeit, den Bewohnern die Zeit zu lassen, die sie brauchen. Das hat mich sehr beeindruckt.

War das die Initialzündung dafür, als selbstständige Unternehmerin in die Pflege zu gehen?
Ich denke schon. Im Heim war es ja unmöglich, so etwas umzusetzen. Ich habe danach ziemlich schnell mein eigenes Konzept geschrieben, wie ich eine Seniorenwohngemeinschaft gründen kann.
Den meisten Banken war mein Konzept aber nicht interessant genug.  Hätte ich eine Million gewollt, ich glaube, ich hätte sie eher bekommen als die Finanzierungsbewilligung für ein kleines Projekt der Seniorenwohngemeinschaft. Ich war sogar in der Zeit zu einer Fernsehsendung eingeladen, in der der Politiker Elmar Pieroth mitdiskutierte. Es ging um Unternehmertum. Die Berliner Volksbank war ebenfalls in der Sendung mit anwesend. Der Vertreter der Bank sprach davon, wie sie selbstständige Unternehmer bei ihren Vorhaben unterstützen.  Die gleiche Bank also, die mich abgelehnt hatte, sprach hier von großzügiger Unterstützung. Das habe ich dem Vertreter auch nach der Sendung direkt gesagt.

Und hat es geholfen?
Ja. Ich bekam die Gelegenheit, mein Konzept noch einmal einzureichen und erhielt eine Zusage.

Wie ging es weiter?
Dann habe ich sofort losgelegt. Ich habe eine entsprechende Wohnung gesucht, in der vier Bewohner untergebracht werden konnten. Das war im November 2001. Es ging ja um eine24 – Stunden – Betreuung.  Ich habe mit einer Mitarbeiterin angefangen. Und zwar montags bis freitags hat meine Mitarbeiterin von 08.00 – 16.00 gearbeitet und die restliche Zeit ich. Später kam die nächste Wohngemeinschaft. Zurzeit haben wir zwei Demenzgruppen mit insgesamt 14 Bewohnern und 14 Mitarbeiter.

Was ist Ihnen am Anfang leicht gefallen und wo hatten Sie Schwierigkeiten?
Es war anfangs schwer, Kunden zu finden. In meinem Haus wohnte eine Dame, die alleine nicht mehr klar kam.  Ihre Betreuerin hatte sich entschieden, mich mit der Versorgung und Pflege zu beauftragen. Das positive Feedback aus dieser Betreuung hat sich herumgesprochen. Leicht gefallen ist mir die Pflege, die Freude daran, mit alten Menschen umzugehen. Und die Tatsache, dass ich keinen Zeitdruck mehr hatte, wirkte sich positiv auf die Qualität der Arbeit aus.

Was macht Ihrer Meinung nach ein starkes Team aus?
Die Mitarbeiter müssen sich nicht lieben und sie sollen  untereinander auch nicht heiraten. Sie müssen aber miteinander klarkommen und die Probleme möglichst gemeinsam und nicht gegeneinander klären.  Das ist ein wichtiger Punkt, der ein starkes Team ausmacht.

Wo sehen Sie Gründe für den mitunter schlechten Ruf von Pflegediensten in der Öffentlichkeit?
Es  wird meines Erachtens noch zu wenig Positives berichtet und eher das Negative hervorgehoben – medial.

Was hat sich für Sie seit der Gründung Ihrer Seniorenwohngemeinschaft geändert?
Ich war vor 15 Jahren noch blauäugiger. Im Moment drückt die bürokratischen Auflagen, die sehr aufwändige Dokumentation.

Was macht für Sie individuelle Betreuung aus?
Sich um die Menschen kümmern heißt, sich individuell für sie zu interessieren, für sie persönlich zu sorgen.
Es darf keine Uhr dahinter sein, wenn wir unsere Bewohner betreuen. Zu mir kommen heute Interessenten, denen wir empfohlen wurden.  Das passiert nur bei einer sehr persönlichen Betreuung und Pflege – da sind Bewohner und die Angehörigen sehr zufrieden.

Was sagen Sie zur Generalistik in der Pflegeausbildung?
Ich glaube, das ist der falsche Weg. Wir sollten die Ausbildung getrennt lassen.

Warum?
Weil wir sonst gar keine Mitarbeiter mehr für die Altenpflege finden.

Was ist für Sie persönlich Glück?
Wenn es meinen Mitarbeitern gut geht.

Frau Lehmann, vielen Dank für das Gespräch.

Kontakt:
Seniorenbetreuung Lehmann, Viola Lehmann
Inhaberin: Viola Lehmann
Berliner Straße 32
14467 Potsdam
Telefon: 0331 – 2702019
Mobil:    0175 – 1530138
Telefax: 0331 – 2005883
Internet: www.seniorenbetreuung-lehmann.de
E-Mail: info@seniorenbetreuung-lehmann.de

Ludmila Keil im Interview

Ludmila Keil ist im Pflegedienst „Kaiserpflege“ in Wedel tätig. Sie ist eine ausgebildete Krankenschwester und Palliativpflegefachkraft.

Frau Keil, wie verlief Ihr beruflicher Werdegang?
Ich komme aus Sibirien und lebe seit 2000 in Deutschland.

Was haben Sie in Sibirien beruflich gemacht?
Ich war als Feldscher in Sibirien tätig, brachte also schon eine gewisse Berufspraxis nach Deutschland mit.

Können Sie den Begriff des Feldschers näher erläutern – wodurch unterscheidet er sich von dem einer Krankenschwester?
Ein Feldscher übernimmt eine größere Verantwortung in der medizinischen Praxis.
Sibirien ist groß. Es konnte also nicht überall ein Arzt eingesetzt werden. Zum Beispiel war es sehr schwer, in manchen Gegenden in Sibirien im Herbst oder im Frühling zu den Patienten zu gelangen. Also hatte ich die Aufgabe vor Ort, im Dorf, die Bewohner zu versorgen, ihnen Medikamente zu verabreichen, zu spritzen, Entscheidungen zu treffen, was in einer bestimmten Situation mit dem Patienten zu tun war.

Wie lange haben Sie dort als Feldscher gearbeitet?
13 Jahre insgesamt.

War das nicht ein Kulturschock für Sie, als Sie nach Deutschland kamen?
Na ja, Kulturschock in gewisser Weise. Ich war 36 Jahre alt und sprach kein Wort Deutsch. Ich habe also zunächst einmal einen Deutschkurs für ein halbes Jahr besucht.
Schließlich mussten alle Papiere beschafft werden, um in Deutschland arbeiten zu können.

Womit ging es los in der Arbeit?
Es ging mit einem Praktikum los im Krankenhaus Wedel – 9 Monate lang. Zum Abschluss erhielt ich eine Urkunde und war damit anerkannte Pflegehelferin. Danach bin ich in einen ambulanten Pflegedienst gegangen. Später war ich in einer Diakonie wiederum in der ambulanten Pflege tätig.
Schließlich habe ich bis zum Eintritt in die Kaiserpflege im Deutschen Roten Kreuz gearbeitet.

Haben Sie denn noch mal einen Abschluss zur examinierten Altenpflegerin gemacht?
Wie gesagt, ich habe ja bereits in Sibirien 13 Jahre lang als Feldscher gearbeitet. Erfahrungen hatte ich also schon reichlich sammeln können – medizinisch und pflegerisch. Und so wurde mir nach einer zusätzlichen zweimonatigen theoretischen Ausbildung und weiteren zwei Monaten Praktikum der Abschluss als examinierte Krankenschwester in Deutschland zuerkannt.
Und: 2013 habe ich noch die Weiterbildung zur Palliativfachkraft absolviert.

Wann sind Sie zur Kaiserpflege gekommen?
Im Januar 2016.

Was gefällt Ihnen besonders an der Arbeit in der „Kaiserpflege“?
Hier sind alle tüchtig und hilfsbereit. Ich bekomme immer eine Antwort, wenn ich eine Frage habe. Und das Wichtigste: Es macht Spaß, den Leuten zu helfen.

Was ist Ihnen wichtig im Umgang mit Ihren Patienten?
Die Patienten sollen sich sicher fühlen – keine Schmerzen haben, sich einfach umsorgt wissen.
Nach einer Woche in der Betreuung sagen die Patienten das, nämlich, dass sie sich geborgen fühlen. Das ist eben meine Berufung. Mein Herz hängt an dieser Art der Arbeit.

Gibt es etwas, was Sie nicht so gern tun?
Der Umgang mit dem Tod gehört mit zum Leben – das ist mir sehr bewusst. Und in unserer Arbeit sind wir natürlich noch intensiver damit befasst – allein durch unsere palliative Fürsorge für schwerstkranke Patienten.
Trotzdem, wenn es einen Sterbefall gibt, dann gehe ich nicht so gern zu den Beerdigungen. Ich habe meine Familie verloren, meine Mutter, meinen Vater, meinen Bruder. Das steckt tief in mir.

Frau Keil, sind Sie persönlich ein glücklicher Mensch?
Ja, das bin ich. Ich bin glücklich mit meinem Mann, meiner Familie. Ich habe zwei Söhne. Beide sind gut erzogen, einer wohnt noch bei uns Zuhause. Ich komme auch sehr gut mit der Verwandtschaft meines Mannes aus – das macht mich glücklich. Ansonsten habe ich im Herbst Sehnsucht nach meiner Heimat, nach Sibirien.

Warum gerade im Herbst?
Wissen Sie, da ist es dort wunderschön – die Farben in der Natur, der Bäume, Felder und Wiesen, das ist schon faszinierend. Das trage ich bei mir im Herzen. Ansonsten ist Wedel jetzt meine Heimat – meine Familie, das Team in der Kaiserpflege – beides macht mich glücklich.

Frau Keil, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Kontakt:
Ludmila Keil
Goethestr. 66a
22880 Wedel
Telefon: 04103 1877090
Telefax: 04103 1877085
E-Mail: ppd@kaiserpflege.de
www.kaiserpflege.de

Melani Parakenings im Interview

Melani Parakenings arbeitet im Team des Palliativpflegedienstes „Kaiserpflege“.  Das Interview fand im Juli 2016 statt.

Frau Parakenings, darf ich Melani zu Ihnen sagen?
Ja, gern.

Melani, können Sie etwas zu Ihrem bisherigen beruflichen Weg sagen, bevor Sie als Auszubildende im Palliativpflegedienst begonnen haben?
Ich bin froh, dass ich jetzt in der Pflege arbeiten kann. Das hätte ich gar nicht so gedacht.
Wie kam es dazu?
Meine Schwägerin erkrankte an Krebs. Mich hat in dieser Zeit beeindruckt, wie die Mitarbeiterinnen eines Pflegedienstes mit meiner Schwägerin umgingen – nicht nur fachlich kompetent, sondern eben sehr einfühlsam in jenen für uns alle nicht leichten Tagen. Zu diesen Mitarbeiterinnen gehörte  Carmen Luplow. Sie arbeitet heute ebenfalls im Palliativpflegedienst „Kaiserpflege“. Der Kontakt mit den Menschen, die sich so liebevoll um meine Schwägerin kümmerten – das war so ein Impuls zu sagen: Das will ich auch zu meinem Beruf machen.
Zu Ihrer eigentlichen Frage: Ich habe 1999 die Hauptschule abgeschlossen. Danach war ich in einer Konditoreilehre. Leider habe ich die praktische Prüfung nicht bestanden und bin also ohne Abschluss geblieben.

Warum?
Ich hatte in der Zeit einen Unfall, der mich aus dem Prüfungsprozess rausgebracht hat.
Danach wollte mich mein Chef nicht mehr weiter anstellen.
Die Fronten hatten sich da auch verhärtet, sodass ich dann selbst auch nicht bei ihm weiterarbeiten wollte.

Wie ging es weiter?
Ich wurde Verkäuferin in einem Sonderpostenmarkt in Wedel. Das war hervorragend. Die Arbeit hat mir persönlich sehr gut gefallen.

Warum?
Der Kundenkontakt, die Gespräche mit den Menschen und die Arbeitsatmosphäre – all das beflügelte mich, nachdem ich in der Konditorei anfangs ganz andere Erfahrungen, eben nicht so gute, gemacht habe.

Wie lange waren Sie in dem Sonderpostenmarkt?
Insgesamt fünf Jahre. Dann wurde ich schwanger. Meine Tochter wurde 2006 geboren. Später habe ich wieder im Verkauf begonnen – im gleichen Markt.

Und, haben Sie dort bis zu Ihrem Eintritt in den Pflegedienst gearbeitet?
Nein, ich habe noch bei einer Immobilienverwaltung angefangen zu arbeiten.  Dort, wo mein Mann noch heute tätig ist. Das war im April 2010.

Was haben Sie genau gemacht?
Ich war zunächst im Büro tätig, später habe ich auch Wohnungsübergaben gemacht oder auch solche Tätigkeiten, wie zum Beispiel die Treppenausreinigung.
Am 1. Oktober 2015 bin ich dann in den Palliativpflegedienst Kaiserpflege gewechselt.

Was macht die Ausbildung im Palliativpflegedienst besonders?
Das Besondere in der Ausbildung liegt natürlich im Tätigkeitsfeld.
Wir kümmern uns ja um Menschen, die schwer erkrankt sind und oft nur noch wenige Zeit zu leben haben. Was mich wirklich immer wieder beeindruckt, ist die Dankbarkeit, mit der uns die Patienten begegnen. Ich fahre ja bereits mit raus zu Patienten und da erlebe das ja hautnah mit. Das macht das ganz Spezifische, das Besondere an dieser Ausbildung aus.

Dürfen Sie denn schon mitarbeiten, wenn Sie mit in die häusliche Umgebung der Patienten fahren?
Auf jeden Fall. Sonst würde ich das ganze Procedere ja nicht lernen. Aber: natürlich unter Anleitung. Das sind zum Beispiel Tätigkeiten in der Grundpflege, die ich selbstständig ausführe.
Wann haben Sie denn Ihre Prüfung?
Im Oktober. Ich befinde mich faktisch in den Prüfungsvorbereitungen.

Und, schaffen Sie die Prüfung?
Aber selbstverständlich. Ich habe hier so viel Unterstützung. Da kann ich gar nicht anders, als zu bestehen.

Weil Sie von Unterstützung sprechen: Wie wichtig ist sie Ihnen in Ihrem Team?
Sehr wichtig! Ich brauche nur zu rufen. Und schon ist jemand da, der mir hilft. Ich schreibe nicht so gern. Da hilft mir zum Beispiel Carmen Luplow. Sie zeigt mir, wie ich besser und richtig formulieren kann.
Aber auch jede andere Kollegin bringt sich ein, beantwortet meine Fragen, zeigt mir, wenn ich etwas wissen möchte.

Melani, was ist Ihnen beruflich und privat besonders wichtig?
Anders gefragt, was ist für Sie Glück?
Ich bin glücklich, dass ich in so ein Team gekommen bin. Das ist ja auch etwas, was nicht jedem passiert.

Können Sie das noch besser wertschätzen, weil Sie schon in verschiedenen anderen Branchen und Unternehmen gearbeitet haben?
Ich denke ja. Das ist schon so. Die Tatsache, dass ich mit Freude zur Arbeit gehe, auf Menschen treffe, die mag und die mich so nehmen, wie ich bin – ja, das ist für mich ein großes Glück. Und natürlich: Die Familie, sie zählt ebenfalls zu meinem Glück. Ich bin verheiratet, habe eine Tochter, zwei Stiefsöhne und ein Pflegekind – und alles läuft harmonisch ab. Das ist schon ein sehr wichtiger Bestandteil meines Glücks.

Melani, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Kontakt:
Melani Parakenings
Goethestr. 66a
22880 Wedel
Telefon: 04103 1877090
Telefax: 04103 1877085
E-Mail: ppd@kaiserpflege.de
www.kaiserpflege.de

Bärbel Nickels im Interview

Bärbel Nickels ist eine der drei Inhaberinnen im Palliativpflegedienst „Kaiserpflege“.

Frau Nickels, wie verlief Ihr beruflicher Werdegang vor der Gründung des Pflegedienstes?
Ich bin in Wedel geboren und in Holm aufgewachsen. Das ist hier meine Heimat. Ich habe zunächst Floristin gelernt und später in der Montage gearbeitet. Mir liegt das Handwerkliche.
1996 war ich in einem Unternehmen, das Schriften herstellte.
Doch dann kam immer mehr das Grafik-Design am Computer auf und ich wurde arbeitslos. In dieser Zeit bekam ich zum ersten Mal mit der Pflege in Berührung.
Mein Großvater war dement. Und meine Großmutter erlitt einen Oberschenkel-Halsbruch. Ich habe beide gepflegt.
Ich lernte zu dieser Zeit eine Krankenschwester kennen, die sah, wie ich mich um meine Großeltern kümmerte. Sie fragte mich, warum ich nicht in die Pflege ginge.
Und so begann ich wenig später als Pflegehelferin in Pinneberg.
Parallel habe ich die Ausbildung absolviert; immer abends von 19.00 bis 21.00 Uhr. Daran schloss sich ein Praktikum von vier Wochen an.
In dem Pflegedienst, indem das Praktikum stattfand, habe ich dann auch gearbeitet.

Wie lange?    
15 Jahre.

Und was passierte dann?
Die Chefin des Pflegedienstes ging in Rente. Ich fühlte mich nicht mehr wohl in dem Pflegedienst.
Danach bin ich zum DRK gegangen. Das war 2010. Dort lernte ich auch Frau Kaiser kennen. Sie war die stellvertretende Pflegedienstleiterin. Es war kurios, wie es losging.

Was meinen Sie?
Ich war am ersten Tag allein unterwegs. Und schon hatte ich einen platten Reifen am Auto. Ich erinnere mich genau. Das passierte an der Post. Die Männer standen herum und schauten zu.
Keiner bequemte sich, mir zu helfen. Ich rief meine Chefin an – Frau Kross  – und bat darum, den Hausmeister zu schicken, damit das Rad gewechselt wurde. Mir dauerte das aber alles viel zu lange.
Ich legte selbst Hand an. Einen der umstehenden Männer bat ich, das Rad anzuheben, wenn ich die Schrauben gelockert hatte. Nach einigem Zögern tat er das auch und ich konnte den Ersatzreifen aufziehen. Ich rief Frau Kross wieder an und teilte ihr mit, dass der Hausmeister nicht mehr zu kommen brauchte.
Frau Kross war so begeistert über meine Einsatzbereitschaft, dass sie mir die Probezeit erließ.
2012 habe ich die Ausbildung zur Altenpflegerin begonnen. Erst  kam das sogenannte kleine Examen – zum Ende des Jahres. Im Februar 2014 bestand ich die weiteren zwei großen Staatsexamen.
Ich habe gleich weitergemacht: Von Februar bis Mai 2014 absolvierte ich die Palliativausbildung.

Wie ging es weiter?
Im Juli 2014 hatte ich großes Pech: ein schwerer Unfall.
Ich wollte eine Patientin, die bettlägerig war, hochheben.
Sie litt unter Parkinson. Plötzlich sagte sie, sie schaffe es nicht und hängte sich mit ihrem ganzen Gewicht an mich – ein Deckenplattenbruch war die Folge.
Ich mußte zwei Monate ein Gestell tragen, konnte nicht aufstehen. Ich war völlig verzweifelt. Die Berufsgenossenschaft meinte, ich könne nicht mehr in meinem Beruf arbeiten.
Doch ich habe nicht aufgegeben – ich habe alles mitgemacht: Reha-Maßnahmen, Gymnastik und vor allem war da der eiserne Wille, es zu schaffen.
Dabei hatte ich noch großes Glück. Der Arzt, bei dem ich zunächst in Behandlung war meinte, das sei eine völlig normale Geschichte bei Pflegekräften. Erst als der Rücken immer mehr schmerzte, wurde die wahre Ursache diagnostiziert. Ich hatte wohl Glück im Unglück: ein Stückchen weiter und ich wäre im Rollstuhl gelandet.
Als ich allmählich wieder auf die Beine kam, entwickelte sich die Idee, ein eigenständiges Pflegeunternehmen zu gründen.
Ich sprach darüber sehr oft zum Beispiel mit Simone Kaiser, meiner heutigen Geschäftspartnerin.

Was war denn die eigentliche Initialzündung dafür, in die Selbstständigkeit zu gehen?    
Wie gesagt, der Unfall brachte mich dazu, darüber nachzudenken, was mir wichtig ist im Leben. Und mir war die Pflege wichtig. Aber ich wollte sie so gestalten können, wie ich es mir vorstellte.
Wir hatten  zum Beispiel einen Chef, der uns sehr viel bevormundete, obwohl er selbst gar nicht eine Pflegeausbildung hatte.

Worin bevormundete er Sie denn?
Er beanstandete zum Beispiel, wenn wir uns zu lange bei einem Patienten aufhielten, vielleicht mal ein Wort mehr mit ihm sprachen.
Dabei ist das so wichtig, sich Zeit zu nehmen für den Einzelnen.
Wir fingen also an, uns zu unterhalten, wie ein eigener Pflegedienst aussehen sollte.

Wer ist wir?
Simone Kaiser, Carmen Luplow und ich. Auf jeden Fall: Wir wollten den Pflegedienst kleinhalten. Ein kleines Team – eng miteinander verbunden, fachlich, sozial, emotional.

Was meinen Sie mit emotional?
Ich glaube, man muss sich mögen, wenn die Zusammenarbeit funktionieren soll. Und es muss auch so zugehen, dass jeder seine Meinung sagen kann, ohne dass es ihm gleich verübelt wird.
Wirklich der sein, der man ist – das ist für mich sehr wichtig.
Mir ist auch daran gelegen, dass wir nicht zu groß werden.
Im kleinen Team kann man miteinander besser umgehen, intensiver die Probleme besprechen, die Stärken aufeinander abstimmen.
Noch einmal zurück zur Initialzündung, zur zeitlichen Komponente:
Ich war bis zum 31. März 2015 in der Reha – Klinik in Bergedorf.
Am 02. April war die Eröffnung. Ich kam auf den letzten Drücker sozusagen zur Eröffnungsfeier. Aber es hat alles geklappt. Und heute bin ich froh, dass ich diesen Weg gegangen bin.

Was ist Ihnen am Anfang leicht gefallen und wo hatten Sie Schwierigkeiten, hineinzuwachsen?
Das was neu ist, braucht natürlich seine Zeit. Es gab vieles zu lernen – den Büroablauf zu organisieren, die Dokumentation richtig führen.
Da hat auch jeder seine Stärken.

Wo sind Ihre Stärken?
Ich bin ruhig und ausgeglichen. Ich habe von Haus ein Talent zu spüren, wenn im Büro etwas nicht stimmt, die Atmosphäre zu kippen droht. Da kann ich vermitteln und die Dinge im Lot halten, wie man so schön bei uns sagt.
Jeder geht ja auch anderes mit Stress um. Wichtig ist, jedem den Raum für die Entfaltung seiner Individualität zu geben – ich denke, das ist auch eine Stärke.
Meine Stärken liegen auf jeden Fall darin, zu erspüren, was Menschen wollen, sie wirklich dort abzuholen, wo sie sich aufhalten – emotional und rational. Das liegt sicher mit daran, dass ich hier aufgewachsen bin,  ich die Leute kenne und die Menschen mich kennen. Das erleichtert so manches Gespräch, besonders in den Anfangszeiten. Ich schaue auch im Haus, was den konkreten Patienten ausmacht – zum Beispiel, wenn er Eulen sammelt. Dann gehe ich natürlich darauf ein. So wächst allmählich das Vertrauen, die Leute fühlen sich verstanden und sie können sich auf uns einlassen, wissen, dass sie nicht allein sind, selbst in den schwersten Stunden ihres Lebens.

Wie gehen Sie damit um, dass Mensch vielleicht nur noch ein paar Wochen zu leben hat?
Das Wichtigste ist: Jeder, wirklich jeder Patient ist verschieden – in der Art, wie er damit umgeht, was ihn noch umtreibt, worüber er sprechen möchte.
Das ist schon eine Kunst, sich mit der nötigen Empathie dort hineinzubegeben. Das macht aber auf der anderen Seite den Reichtum unseres Tuns aus. Wir erfahren viel, können viel geben und werden quasi selbst beschenkt von diesen Menschen.

Gibt es ein Erlebnis, woran Sie sich in letzter Zeit gern erinnern?
Ja. Wir haben einen Patienten, der seinen 59. Hochzeitstag feierte.
Ich habe 59 Rosen besorgt und sie dem Ehepaar geschenkt.
Und was ganz besonders ankam: Ich habe die Blumen in Pastellfarben ausgesucht –  das ist mir intuitiv eingefallen. Die Wohnungseinrichtung war in diesem Farbton gehalten und ich hatte mir das gemerkt. „Das sind genau meine Farben“, reagierte die Ehefrau darauf und war sehr gerührt. Beiden hätte ich kein schöneres Geschenk machen können. Das ist eben das Besondere an unserer Arbeit: Du spürst sofort die Dankbarkeit, die dir entgegengebracht wird.

Ist das eine Stärke von Ihnen, aufmerksam zu sein?    
Ich glaube ja. Das ist mir sehr wichtig, und: meinen Patienten natürlich auch.

Was zeichnet Ihr Team aus?
Wir können uns aufeinander verlassen – zu 200%!
Und: Mein Team nimmt mich so – wie ich bin. Ich muss mich nicht verbiegen. Mir ist wichtig, dass wir alles besprechen können; dass wir es direkt ansprechen und nicht hinter dem Rücken. Ich denke, darauf kommt es an. Wir halten untereinander Kritik aus, diskutieren die Dinge und arbeiten weiter.
Ansonsten gibt jeder von uns alles – da, wo seine Stärken liegen.

Übrigens: Wir sitzen auch gern mal privat zusammen. Unsere Ehemänner sind dann oft ebenfalls dabei.

Was unternehmen Sie gemeinsam?
Wir feiern gern, trinken ein Glas Wein oder auch zwei, sprechen über andere Themen, als die der Arbeit. Wir waren schon im Theater und zu anderen Events. Der Zusammenhalt wird dadurch sehr gestärkt. Und: unsere Männer kennen sich dadurch untereinander sehr gut, erleben hautnah mit, wie gut wir uns verstehen.

Was verstehen Sie unter individueller Kommunikation mit Patienten?
Zunächst: Wir im Team tauschen uns sehr eng aus. Bei einer Neuaufnahme werden alle Informationen an die einzelnen Mitarbeiter weitergegeben.
Wir sind dadurch alle gleichermaßen auf der Höhe des Wissensstandes; jeder kennt den Patienten. Wir tauschen uns täglich aus – damit hier keine Informationen verloren gehen.
Das merken die Patienten auch.

Wie?
Wenn mir ein Patient etwas sagt, was ihm wichtig ist und ich habe zum Beispiel am nächsten Tag frei, dann wird das, was vereinbart wurde trotzdem für ihn umgesetzt. Und zwar von der Teamkollegin, die an dem Tag beim Patienten ist.
Wir tauschen uns wirklich immer zeitnah aus, damit nichts von dem, was wir mit dem Patienten vereinbart haben, auf der Strecke bleibt, womöglich einfach vergessen wird.
Wir finden stets Wege, miteinander zu kommunizieren; selbst wenn es mal eine kurze SMS ist, weil sich jemand im Urlaub befindet.
Mir ist wichtig, dass die Patienten in uns einen echten Ansprechpartner haben – nicht nur einen, der irgendwelche Worthülsen von sich gibt.
Das bedeutet: sich mit der Biographie des Menschen beschäftigen, herausfinden, was ihm wichtig im Gespräch ist.
Manchmal ist das Gespräch doch noch die einzige Freude, die mitunter schwerkranke Patienten haben.
Ich verstehe mich da als „Seelenklempner“ in der positiven Bedeutung dieses Wortes. Und wenn sie gar nicht mehr sprechen können, dann finden wir andere Wege, um uns zu verständigen.
Es kann ja sein, jemand verträgt keine kratzende Wolle am Körper – das müssen wir herausbekommen;
oder es gibt eine Unverträglichkeit für Milch.
Wir nutzen also alle Möglichkeiten – Informationen vom Arzt, Gespräche mit den Angehörigen oder engen Freunden.
Das Entscheidende ist: Man muss sich kümmern wollen, mit demjenigen kommunizieren wollen, dann geht das auch. Selbst ein Blick, eine Geste können wichtige Hinweise für uns sein, ob wir alles richtig machen oder ob etwas verändert werden muss.

Was ist für Sie persönliches Glück?
Ich habe 2006 meinen Mann gefunden – das ist mein größtes Glück. Er ist sehr verständnisvoll, fragt nicht, wenn ich nachts los muss – keine Eifersucht, keine Vorhaltungen.
Bin ich mal traurig, dann gibt es jemanden an meiner Seite, an den ich mich anlehnen kann. Das ist schon toll.
Wir wohnen in Heist – einem Vorort von Wedel. Ich bin sehr gern in meinem Garten – da kann ich alles vergessen und bin glücklich.
Mein Glück ist meine Tochter Julia. Sie ist verlobt, arbeitet im Einzelhandel, und sie liebt Tiere sehr. All das macht mich stolz und glücklich.
Mein Mann und ich fahren regelmäßig in die Sauna, samstagnachmittags. Ich lass mir Massagen geben – auch das ist ein Bestandteil meines kleinen Glücks.
Aber wir gehen auch gern tanzen. Wir sind sogar in einem Fan – Club  der Gruppe „Just for fun“ – reisen mit ihnen zum Teil mit.
Am Sonntag, den 05.06.2016 beginnt 03.00 Uhr in der Hamburger Auktionshalle ein Konzert – das geht dann in den Tag hinein. Darauf freuen wir uns schon.
Es sind eigentlich stets die kleinen Dinge, die einem die nachhaltigste Freude bereiten.

Zum Beispiel?
Wenn wir morgens auf der Veranda sitzen, die Sonne geht auf und wir sehen kleine Lämmchen oder Kühe auf der Wiese vor unserem Haus.
Meine Tätigkeit hat mich zur Einsicht gebracht, so zu leben, als wäre der aktuelle Tag der letzte in meinem Leben.
Das heißt, wenn es irgendwie geht, genieße ich zum Beispiel mit meinem Mann noch ein paar schöne Stunden.
Ich glaube, das ist eine Einsicht, die einen letztlich wiederum glücklich macht und mich stärkt für das, was ich meinen Patienten an positiver Energie weitergeben kann.

Frau Nickels, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Kontakt:
Bärbel Nickels
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