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Gespräche mit Menschen in der Pflege

Sandra Naber im Interview in 2016

Sandra Naber ist die Inhaberin des Häuslichen Pflegedienstes „Schwester Andrea Berkner“
Das Interview wurde am 22. März 2016 geführt.

Frau Naber, wie verlief Ihr beruflicher Werdegang vor der Gründung des Pflegedienstes?
Ich bin von 1991 bis 1994 in der Ausbildung zur Krankenschwester gewesen. Anschließend habe ich im Krankenhaus gearbeitet – allerdings befristet. 1996 bin ich dann in einen ambulanten Pflegedienst gewechselt und habe dort zweieinhalb Jahre gearbeitet. Danach schied ich dort aus.
Am 01. Januar 1999 wurde das Unternehmen „Schwester Andrea Berkner“ gegründet. Im Jahr 2000 verstarb leider Frau Berkner. Ihr Ehemann hat zunächst das Unternehmen weitergeführt.
Nachdem ich 2001 eine Ausbildung zur Pflegedienstleiterin absolviert hatte, war ich dort als PDL tätig. 2007 wollte der Ehemann von Frau Berkner den Pflegedienst nicht mehr weiterführen. Das hätte aber bedeutet, dass es für die Kunden keine Versorgung mehr gegeben hätte und die Mitarbeiter wären arbeitslos geworden. Also entschloss ich mich, den Pflegedienst zu kaufen.
Den Namen „Schwester Andrea Berkner“ habe ich so belassen – er war ja inzwischen sehr bekannt in und um Templin.

Was war für Sie die Initialzündung, in die Pflege zu gehen?
Das ausschlaggebende Motiv war: Ich wollte den Kunden und den Mitarbeitern eine Perspektive geben.

Was ist Ihnen am Anfang leicht gefallen und wo hatten Sie Schwierigkeiten?
Leicht ist mir der weitere Umgang mit den Kunden gefallen. Daran war ich ja gewöhnt. Schwer war es für mich, die kaufmännischen, steuerlichen Fragen in den Griff zu bekommen und überhaupt den gesamten Dokumentationsaufwand zu bewältigen.

Was macht Ihrer Meinung nach Ihr Team stark?
Wir haben eine familiäre Atmosphäre bei uns. Wir treffen uns auch privat – reden miteinander, feiern zusammen. Dann lässt es sich besser miteinander umgehen. Und wir diskutieren auch offen unsere Probleme. Ich glaube, das ist es, was uns stark macht.

Wo sehen Sie Gründe für den mitunter noch schlechten Ruf von Pflegediensten?
Pflege ist nichts anderes als eine Dienstleistung. Und da muss man sich anstrengen. Da kann man kaum reich werden. Ich denke, das unterschätzen manche, die sich in diesen Bereich begeben und damit Geld verdienen wollen.

Des Weiteren: Die Preise werden manchen Angehörigen oder Pflegebedürftigen anfangs für bestimmte Handlungen als zu hoch angesehen. Hier hilft das Gespräch mit den Kunden und eine wirklich gute Pflege und Betreuung. Nur so kann man die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen für sich gewinnen.

Was hat sich für Sie geändert seit der Gründung Ihres Pflegedienstes?
Ich denke, die Herausforderungen sind größer geworden – quantitativ und qualitativ. Es ist schon schwierig, stets unter Zeitdruck zu arbeiten und trotzdem den persönlichen Bezug zum Kunden nicht zu verlieren.
Früher war das aus meiner Sicht ein wenig entspannter. Und trotzdem setzen wir alles daran, individuell zu pflegen und zu betreuen.

Was macht für Sie individuelle Pflege aus?
Wir sind ein kleines Team und haben ein relativ stetiges Personal. Die Fluktuation ist bei uns gering. Wir erreichen die Qualität durch kontinuierliches und beharrliches Arbeiten. Der Patient hat es dadurch auch leichter, sich fallenzulassen. Denn: Er weiß, wer kommt und hat zur Pflegekraft Vertrauen aufgebaut.

Was sagen Sie zum Vorhaben der generalistischen Pflegeausbildung in der Zukunft?
Grundsätzlich finde ich es gut, wenn die Ausbildung auf breitere Füße gestellt wird. Wir haben ja selbst Auszubildende bei uns in der Firma. Es fehlt manchmal das medizinische Grundwissen bei den Pflegekräften.
Es gibt ja zum Beispiel auch jüngere Leute mit Akutkrankheitsbildern – da ist es gut, wenn hier mehr Inhalte in die Ausbildung einfließen. Ich fahre nicht zuletzt auch deshalb heute immer noch mit raus zu den Patienten, um selbst genau zu wissen, wie es den einzelnen Menschen geht.

Was ist für Sie persönlich Glück?
Ich bin dann glücklich, wenn alle gesund sind – in der Familie und im Unternehmen. Fühlen sich die Mitarbeiter wohl, dann fühle auch ich mich wohl und bin glücklich.

Frau Naber, vielen Dank für das Gespräch.

Kontakt:

Häuslicher Pflegedienst „Schwester Andrea Berkner“
Inhaberin: Schwester Sandra Naber
Otto – Lilienthal- Strasse 9
17268 Templin
Telefonnummer: (03987) 54830
Telefaxnummer: (03987) 54830
E-Mail: pflegedienst.templin@gmx.de

Interview mit Patrick Bolanz

Patrick Bolanz ist der Inhaber des Freiburger Pflegeservice.

Herr Bolanz, wie verlief Ihr beruflicher Werdegang vor der Gründung des Pflegedienstes?
Ursprünglich wollte ich gar nicht in die Pflege. Nach meinem Schulabschluss habe ich an einer weiterführenden Wirtschaftsschule eine kaufmännische Ausbildung absolviert – unter anderen in Rechnungswesen und Buchführung. Das war 1989.
Danach war ich im Konzern Beiersdorf AG und habe im Einkauf gearbeitet. Das entsprach aber nicht so ganz meinen Vorstellungen. Es war einfach nicht mein Ding.

Was war denn Ihr Ding?
Das musste sich erst noch herausstellen. Über Empfehlungen von Freunden begann ich dann, in einem Pflegeheim zu arbeiten.
Das war schon eher mein Ding, um mal bei der Wortwahl zu bleiben.

Warum?
Hier ging es um Menschen, denen ich helfen konnte. Das machte mir Spaß. Also fing ich dort noch einmal eine Ausbildung zum examinierten Altenpfleger an, die ich Mitte der 90 – er Jahre abschloss.

Sind Sie danach im Pflegeheim geblieben?
Nein. Ich bin ziemlich direkt nach meiner Ausbildung in einen ambulanten Pflegedienst gewechselt. Das lag mir noch mehr.
Ich blieb in dem Pflegedienst ca. zwei Jahre und habe mir sehr viel praktisches Wissen aneignen können.
Übrigens: Vor allem in der Zeit der Ausbildung habe ich mich stark kulturell betätigt.

Was genau haben Sie gemacht?
Ich habe Techno – Veranstaltungen organisiert. Das war die Zeit, als die Love-Parade in Berlin sehr angesagt war.
Gemeinsam mit einem Partner konnten wir richtig große Live-Veranstaltungen auf die Beine stellen.
Organisation und Management dieser Konzertveranstaltungen waren schon eine Herausforderung. Das hat mir wiederum genutzt, wenn ich daran denke, wie wichtig zum Beispiel das Marketing ist, unabhängig davon, in welcher Branche man arbeitet.
Wenn ich heute zurückdenke, so sind es besonders drei Kernkompetenzen, in denen ich starke Fähigkeiten entwickeln konnte.

Welche sind das?
Im Marketing, Verkauf und in der Pflege.
Wo haben Sie das Verkaufen gelernt?
Ich habe für ein großes Unternehmen international gearbeitet und Kunden im Bereich der Werbung und des Marketings beraten. Das war sehr hart. Und es war sehr lehrreich.
Allerdings es eben auch sehr anstrengend. Ich war auf der ganzen Welt unterwegs, immer vor Ort – also dort, wo auch der Kunde war.
Es kam die Zeit, da wollte ich einfach wieder Zuhause sein, mich dort beruflich etablieren.

Wie kamen Sie darauf, Ihren eigenen Pflegedienst zu gründen?
Nun, ich hatte in der Zwischenzeit viele Erfahrungen sammeln können. Unternehmerisch denken und handeln, das Marketing im Blick haben und das Wichtigste – den Menschen wirklich in den Mittelpunkt des Geschehens stellen. Das wollte ich – mit meiner Konzeption von Pflege und Betreuung und meinem Team, das mit mir mitzieht.
Das war 2005 soweit. In dem Jahr habe ich meinen eigenen Pflegedienst gegründet.

Was ist Ihnen am Anfang leicht gefallen und wo hatten Sie Schwierigkeiten?
Ich formuliere es mal so: Die anstehenden Herausforderungen insgesamt bewältigen, die wirklich eigene Philosophie erarbeiten und umsetzen. Das hat schon gedauert.

Was macht Ihr Team aus?
Wir sind ein kleines Team. Uns treibt die persönliche kontinuierliche Betreuung um. Der Pflegebedürftige soll wirklich zu dem einzelnen Mitarbeiter einen persönlichen Bezug, bei dem Vertrautheit entsteht und schließlich daraus Vertrauen erwächst.

Wo sehen Sie Gründe für den mitunter noch schlechten Ruf von Pflegediensten?
Ich glaube, der Hauptgrund ist, dass die Betreuungskräfte zu oft wechseln. Besonders in den großen Einrichtungen. So kann nur schwer individuelle Pflege realisiert werden. Das macht die Pflegebedürftigen, deren Angehörigen und auch die Mitarbeiter unzufrieden.

Was macht für Sie individuelle Pflege aus?
Den Menschen dorthin stellen, wo er tatsächlich hingehört – in den Fokus unseres Denkens und Handelns.
Die persönlichen Ansprüche des zu Pflegenden können so bestmöglich mit den Notwendigkeiten in der Pflege verknüpft werden. Wir haben eine Patientin, die wir bereits das elfte Jahr betreuen. Wir machen dort alles – Pflege, den Einkauf, Behördengänge und vieles mehr. Kurzum: Wir kümmern uns individuell und persönlich.

Was hat sich für Sie geändert seit der Gründung Ihres Pflegedienstes?
Die größte Veränderung besteht wohl darin, dass wir mehr Anfragen haben, als wir tatsächlich zu leisten in der Lage sind.
Hier geht es darum, den Blick für die Qualität ganz besonders zu schärfen.

Was sagen Sie zum Vorhaben der generalistischen Pflegeausbildung in der Zukunft?
Ich habe mich mit dem Modell noch nicht tiefgründig beschäftigen können. Es steht jedoch eines fest: Wir brauchen sehr flexible Arbeitskräfte. Insofern ist eine breite Ausbildung gut.
Andererseits stellen wir in der Praxis fest, dass manchmal eine Pflegefachkraft mit dem fachlichen Background einer ausgebildeten Krankenschwester überfordert ist von den Anforderungen in der täglichen Altenpflege. Hier gilt es also, den Fokus auf der Altenpflege zu belassen.

Was macht für Sie persönlich Glück aus?
Glück ist für mich, wenn ich morgens ins Büro gehe und sehe, was sich entwickelt hat.  Glück ist für mich auch zu sehen, wie eigenständig und eigenverantwortlich mein Team agiert – aufgrund der flachen Hierarchien und einer offenen und herzlichen Atmosphäre untereinander.
Das macht mich nicht nur glücklich, sondern auch stolz.

Herr Bolanz, vielen Dank für das Gespräch.

INTERVIEW MIT EVI HABEREDER

Evi Habereder ist die Inhaberin der "Fledermäuse – Chiemsee". Die Firma bietet für Akut-Krankenhäuser, Reha-Kliniken und Pflegeheime qualifizierte Pflegefachkräfte an. In der Firma arbeiten gegenwärtig 30 Mitarbeiter.

Frau Habereder, wie verlief Ihr beruflicher Werdegang vor der Gründung Ihrer Firma?

Nach meinem Examen im Jahr 1979 habe ich auf unterschiedlichen Intensivstationen und im OP gearbeitet.
1987 bin ich in einen anderen Fachbereich gewechselt – den der Reha – Klinik. Von 1994 an bis 1998 habe ich eine Reha- Abteilung organisatorisch aufgebaut und geleitet. Das war in Vogtareuth.

Bis wann haben Sie das gemacht?

Bis 2007 war ich in Leitungsfunktionen in diesem Bereich tätig. Die letzten fünf Jahre war ich als Pflegedienstleitung für zwei Kliniken verantwortlich – das waren zwei Reha-Abteilungen im Verbund.

Was waren das für Reha-Patienten?

Aus der Orthopädie und Kardiologie.
2007 habe ich mich dann selbstständig gemacht.

Was war für Sie die Initialzündung, Ihr eigenes Unternehmen zu gründen?

Während meiner Tätigkeit in den Krankenhäusern habe ich den permanenten Mangel an Pflegefachkräften erlebt. Einer meiner Geschäftsführer hatte damals die Idee, Pflegefachkräfte über das Modell der „Ich-AG“ anzumelden. Wir hatten dazu viele Bewerbungen.

Und war das erfolgreich?

Nein. Das Thema der Scheinselbstständigkeit kam auf und wir haben das dann nicht verwirklichen können. Trotzdem blieb ja folgende Situation: Auf der einen Seite fehlten immer noch die Fachkräfte und andererseits gab es so viele potenzielle Bewerber, die aushelfen wollten.

Konnten Sie denn daraus was machen?

Ja. Ich traf damals auf Frau Falkenhain. Sie betrieb bereits eine Firma, die Fachkräfte an Krankenhäuser und Altenpflegeheime vermittelte. Wir haben deshalb zusammen eine GbR gegründet und wurden Partnerinnen. Später haben wir uns entschieden, dass jeder ein bestimmtes Gebiet betreut und haben uns getrennt.

Was ist Ihnen am Anfang leicht gefallen und wo hatten Sie Schwierigkeiten?

Nun, zunächst hatte ich ja ein Konzept im Kopf. Es ging darum, mit der eigenen Persönlichkeit, dem fachlichen Hintergrund und einem Netzwerk aus meiner früheren Tätigkeit eine gute Kooperation für beide Seiten zu entwickeln – für die medizinischen und pflegerischen Einrichtungen und für mein Unternehmen. Natürlich musste das auch erst einmal richtig laufen und die Entscheidungsträger überzeugt werden. Wichtig war, auf den Punkt zu wissen, welche Krankenschwester zum Beispiel für welchen Dienst in Frage kommt. Kaufmännisch kam ich gut klar. Während meiner früheren Tätigkeit habe ich ja noch meinen Betriebswirt für Gesundheit absolviert. Von der dortigen Fachhochschule bekam ich von den Professoren auch Unterstützung darin, einen Geschäftsplan richtig aufzustellen, darauf zu achten, was auf jeden Fall hineingehörte. Im Prinzip habe ich es genossen, mich selbstständig zu machen. Ich hatte vorher auch viel Freiheit, konnte viele Ideen einbringen. Doch je größer die Einrichtungen waren, desto komplizierter wurden die Entscheidungsprozesse und am Schluss stand oft ein „Nein“.

Was macht Ihrer Meinung nach ein starkes Team aus?

Die Fähigkeit, sich schnell zurechtzufinden, selbstständig zu arbeiten, einfach flexibel zu sein. Ich brauche ebenso ein ehrliches Feedback. Wenn ich merke, dass ich es nicht bekomme, dann hole ich es mir ohnehin aus der jeweiligen Einsatzstelle. Aber ich finde es besser, wenn es aus dem Team herauskommt. Gerade, wenn es mal nicht so gelaufen ist. Ansonsten verfahre ich nach dem Prinzip: Es läuft gut, wenn nichts zu hören ist – denn ansonsten würden sich die Mitarbeiter melden. Und das ist schon eine Stärke,  aus dem Team heraus zu agieren.

Wo sehen Sie die Gründe für den mitunter schlechten Ruf von medizinischen und pflegerischen Einrichtungen?

Da ist vieles auf die zu hohe Arbeitsbelastung zurückzuführen. Dann bleibt die Qualität auf der Strecke. Darin sehe ich nach wie vor einen wichtigen Grund.

Was hat sich für Sie persönlich seit der Gründung des Unternehmens geändert?

Die Bedingungen in der Arbeit verändern sich und darauf muss man sich einstellen. Grundsätzlich sage ich: Ich würde den Weg immer wieder gehen. Das ist wirklich mein Masterplan bis zur Rente. Vor allem: Ich kann selbst meine Prioritäten festlegen und auch meine Freizeit ganz anders planen. Ich könnte es  mir also nicht vorstellen, noch einmal in eine Festanstellung in ein Krankenhaus zu gehen.

Was macht für Sie eine individuelle Betreuung Ihrer Kunden aus?

Der wichtigste Punkt ist: die Vorgespräche sehr gründlich führen. Die PDL sagen mir, was sie für Dienste benötigen. Und ich schlage dann vor, mich gleich mit den Stationsleitungen in Verbindung zu setzen, möglichst individuell und genau abzusprechen, was für Fachkräfte für einen bestimmten Dienst gebraucht werden. Der persönliche Kontakt ist hierbei ganz  wichtig. Ich gehe oft selbst mit auf die Stationen – ich kenne die Leute manchmal noch aus meiner früheren Tätigkeit und so kann ich einen ganz engen persönlichen Kontakt pflegen.

Was ist für Sie persönliches Glück?

Glück ist für mich: Ich arbeite heute so, wie ich es schon immer wollte.

Frau Habereder, vielen Dank für das Gespräch.

INTERVIEW MIT SABRINA OCHS

Sabrina Ochs ist in der Familien - und Seniorenbetreuung für die Geschäftsleitung zuständig. Die Familien- und Seniorenbetreuung Ochs GmbH ist ein Franchise- Partner von Home Instead Seniorenbetreuung und sehr erfolgreich. Sie zählt mit 70 Mitarbeitern zum Kreis der mittelständischen Arbeitgeber im Hochtaunuskreis.

INTERVIEW MIT SABERINA OCHS

© Dr. Uwe Müller

Wie verlief Ihr beruflicher Werdegang vor der Gründung des Pflegedienstes?

1998 habe ich mein Fachabitur in Wirtschaft gemacht. Daran schloss sich eine zweijährige Ausbildung als Groß- und Außenhandelskauffrau an.

Anschließend habe ich für vier Jahre Betriebswirtschaft studiert.

Mein erster verantwortungsvoller Job war der einer Vorstandsassistentin bei einem großen Maschinenbauhersteller.

2012 wurde ich Mama. Im Jahr 2011 spielten mein Mann und ich mit dem Gedanken, in die Pflege zu gehen. Das haben wir dann 2012 in die Tat umgesetzt.

Was war die Initialzündung dafür als selbstständige Unternehmerin in die Pflege zu gehen?

Ein wichtiges Motiv für die Entscheidung war, dass ich erlebt habe, wie meine Oma zuhause alt wurde. Wir haben sie bis zum Schluss gepflegt und betreut. Das war ein prägendes Erlebnis zu sehen, wie wohl sie sich im Kreise der Familie gefühlt hat.

Wie alt ist sie geworden?

91 Jahre

Spielten weitere Faktoren eine Rolle?

Ja. Wir wollten in einen Wachstumsmarkt einsteigen. Wichtig war uns auch, verlässliche Preisabsprachen zu treffen, die nicht beliebig verändert werden können.

Was meinen Sie genau?

Nun mein Mann und ich wurden in unserer früheren Vertriebstätigkeit oft mit der Tatsache des sogenannten Preisverfalls konfrontiert. Das wollten wir nicht mehr. In der Branche, in der ich nun arbeite, gibt es keine Preisverhandlungen, sondern fest vereinbarte Stundensätze.

Und es kam noch ein Umstand hinzu: der Wegfall der Zivildienstleistenden.

Sie haben ja sehr viel in der Betreuung von Pflege- und Hilfsbedürftigen getan- von jungen und alten Menschen. Diese Lücke in der Nachfrage musste ja ebenfalls geschlossen werden.

Wir haben heute 70 Mitarbeiter – darauf sind wir stolz. Immerhin zählen wir damit zu einem mittelständischen Unternehmen im Hochtaunuskreis und sind ein angesehener Arbeitgeber.

Aus heutiger Sicht muss ich selber sagen: Eine Entscheidung für die Gründung, die ich nicht bereut habe, die aber auch viel Mut erforderte.

 

Können Sie das näher erläutern, mit dem Mut?

Nun ja, wir haben komplett bei „null“ angefangen und das mit einem neugeborenen Baby. Das war schon eine Herausforderung.

 Respekt. Das ist eine beachtliche Leistung. Darauf können Sie wirklich stolz sein.

Ja, das sind wir auch. Es gab natürlich auch schwere Momente.

So verstarb kurz nach Vertragsunterzeichnung für eine 24 Stundenbetreuung eine Kundin. Und da war die Auftragslage gerade nicht so gut.

Das hat schon viel Optimismus und Energie gekostet, gerade in solchen schweren Momenten weiterzumachen.

Was macht für Sie ein starkes Team aus?

Da gehört für mich dazu: Vertrauen, Loyalität und Flexibilität.

Und ein offenes und herzliches Miteinander.

Natürlich ist es uns wichtig, dass alle an einem Strang ziehen, sich mit dem Unternehmen identifizieren und eigenständig an der Weiterentwicklung unserer Vorhaben kreativ mitwirken.

Wir wollen motivierte Mitarbeiter. Betreuungskräfte, die Spaß an der Arbeit haben, mit dem Herzen dabei sind. Das ist gut für das Team und es wirkt sich enorm auf die Qualität in der Betreuung aus.
Wie wichtig ist Ihnen die Zusammenarbeit mit Frau Vallerien, Ihrer Pflegedienstleitung?

Sehr wichtig. Unsere PDL ist ein sehr positiver Mensch. Sie ist motiviert und reißt mit Ihrer positiven Art andere Mitarbeiter mit. Sie agiert sehr professionell – zum Wohle der Kunden aber auch zum Vorteil des Unternehmens.

Wir arbeiten sehr harmonisch miteinander in einer Atmosphäre, die ehrlich ist, offen und von gegenseitigem Respekt getragen wird.

Es macht mich übrigens auch stolz, wenn Frau Vallerien sagt: Ich möchte nie wieder zurück ins Krankenhaus. Das zeigt mir, dass sie sich bei uns wohl fühlt. Wir unternehmen auch das Ein oder Andere zusammen – zum Beispiel Mittagessen, Gespräche führen, einfach in offener und freier Atmosphäre über Probleme, Herausforderungen, Erfolge und weniger erfolgreiche Dinge reden.

Was ist Ihnen am Anfang leicht gefallen und wo hatten Sie Schwierigkeiten, hineinzuwachsen?

Der Anfang musste natürlich erst einmal bewältigt werden. Ich hatte damals gerade meinen Sohn bekommen, der ja auch versorgt und betreut werden musste.

Und trotzdem ging es darum, den beruflichen Neuanfang zu bewältigen.

Insgesamt hat keiner in der Familie darunter gelitten. Und das freut mich natürlich aus heutiger Sicht.

Was macht für Sie individuelle Pflege und Betreuung aus?

Individuelle Betreuung heißt für uns zum Beispiel: Wir können innerhalb von einer halben Stunde reagieren, wenn uns jemand anruft, weil er einen Notfall zuhause hat – schnell Betreuung oder Hilfe benötigt.

Wir haben ja sehr flexible Betreuungszeiten – von zwei bis 24 Stunden.

Wir können uns also tatsächlich sehr individuell auf den jeweiligen Bedarf einstellen.

Und: Wir sind in der Beratung sehr darauf bedacht, den Ratsuchenden so zu informieren, dass er für sich eine Lösung erkennt und mit den notwendigen Informationen versorgt ist.

Unsere Erstberatung ist grundsätzlich kostenlos – unabhängig davon, ob der Kunde sich für uns eine andere Einrichtung entscheidet.

Was ist für Sie persönlich Glück?

Wenn Familie und berufliche Anforderungen miteinander harmonieren, dann bin ich glücklich.

Außerdem macht es mich  glücklich, wenn unsere Kunden es sind und diese mir es durch ein einfaches Lächeln oder ein liebes Wort zeigen.

Und noch besser: Unsere Kunden und deren Angehörigen sind glücklich mit uns und unserer Leistung– dann sind wir es auch.

Frau Ochs, vielen Dank für das Gespräch.

 

 

 

INTERVIEW MIT CLAUDIA LECHNER

Claudia Lechner ist die Inhaberin der Tagespflege Haus Matthäus

Wie verlief Ihr beruflicher Werdegang vor der Gründung des Pflegedienstes?
Nach der mittleren Reife habe ich Schriftsetzer gelernt – in Bamberg.  Mit vier Kindern war es allerdings sehr schwierig, noch arbeiten zu gehen.
Hinzukam: Wir haben zwei Pflegekinder aufgenommen. Und so bin ich auf den Gedanken gekommen, Tagesmutter zu sein.
Lea, eines der Pflegekinder, hat heute selbst zwei Kinder. Für sie bin ich immer noch der Mama- Ersatz.
Ich hatte stets im Blick, Familie und Beruf miteinander zu verbinden.
Bereits vor der Gründung der Tagespflege habe ich mit dem Jugendamt zusammengearbeitet und einen Verein für Kindertagespflege gegründet. Im Verein waren Frauen, die in die Familien gingen und sich dort um Jugendliche kümmerten. Hier keimte das erste Mal die Idee auf, mich beruflich stärker der Pflege und Betreuung zuzuwenden.

War das die Initialzündung dafür als selbstständige Unternehmerin in die Pflege zu gehen?
Im Prinzip schon. Nur wurde der Verein für Kindertagespflege später aufgelöst. Die Frage blieb, wie man die Arbeit fortsetzen kann – also den Familien hilft sowie Pflege und Betreuung für die Menschen in unserem Landkreis organisiert.
Und so gründeten wir zunächst einen ambulanten Pflegedienst.
Im Zusammenhang damit konfrontierten uns Senioren und Angehörige immer stärker mit der Frage nach einer Tagespflege.

Dann kam mir ein glücklicher Zufall entgegen. Eine Nachbarin verkaufte ein Haus – es war die Enkelin von Matthäus, dem Namensgeber der heutigen Tagespflege. Ich erwarb es im Dezember 1996. Das war der Beginn davon, die Idee von einer Tagespflegeeinrichtung in die Tat umzusetzen. Im April 1997 dann war es soweit: Wir haben die Tagespflege gegründet.
2000 folgte eine Ausbildung zum Heimleiter und ein Jahr später zur Qualitätsmanagementbeauftragten.

Was ist Ihnen am Anfang am leichtesten gefallen und wo hatten Sie Schwierigkeiten, hineinzuwachsen?
Der Anfang war sehr schwer. Manche Pfarrer in unserem Landkreis predigten von der Kanzel, dass die Leute nicht zu uns in die Tagespflege gehen sollten.

Warum?
Weil wir ein privater Träger waren. Das war vor fast zwanzig Jahren noch nicht geläufig. Man ging zu den öffentlichen Sozialträgern.
Die Pflegekassen haben uns anfänglich nicht weiterempfohlen.
So haben wir zu Beginn noch von den Einnahmen aus dem ambulanten Pflegedienst gelebt. 1998, als es begann zu laufen, habe ich ihn dann abgegeben.

Und was ist Ihnen leicht gefallen?
Leicht ist mir gefallen, mit den Leuten zu reden, einfach für sie da zu sein.

Was macht Ihrer Meinung nach ein starkes Team aus?
Dass es keine Konkurrenz untereinander gibt. Wir sind alle für eine Sache da. Ich arbeite als Chefin ebenfalls mit. Und da können mir die Mitarbeiter sagen, was ich falsch gemacht oder vergessen habe.
Wichtig ist, keine Vorwürfe gegenüber dem Mitarbeiter zu erheben.
Ich sage stets, dass wir gemeinsam arbeiten, gemeinsam Fehler machen und diese Fehler auch gemeinsam beheben.
Das gilt ebenfalls für die Angehörigen: Sie können mir genauso frei heraus sagen, was falsch ist und was wir verändern müssen.
Das Wichtigste ist, dass wir zusammen die gleichen Werte vertreten – deren Leitlinie die christliche Nächstenliebe ist.

Wo sehen Sie die Gründe für den mitunter schlechten Ruf von Pflegediensten in der Öffentlichkeit?
Ich glaube: in der mangelnden Kommunikation mit den Angehörigen. Deren Ansichten sollte man auf jeden Fall respektieren. Wenn es medizinisch und pflegerisch vertretbar ist, dann machen wir es so, wie es die Pflegebedürftigen wollen.

Können Sie das näher erläutern?
Wir identifizieren uns mit den Bedürfnissen der Gäste. Wenn zum Beispiel ein Herr ein Leben lang gelbe Limonade zum Mittagessen getrunken hat, ja dann bekommt er sie eben.
Der Kontakt zu den Angehörigen sollte nie abreißen. Ich fahre zum Beispiel früh immer mit, wenn die Pflegebedürftigen abgeholt werden und abends in der Regel auch. Da reißt der Kommunikationsfaden nicht ab. Ich weiß sofort, wenn es etwas nicht stimmt und ich helfen kann.
Wir haben auch Verständnis, wenn zum Beispiel ein Gast morgens die Zähne nicht geputzt hat. Dann machen wir das eben und hängen das nicht an die „große Glocke“.
Die Leute wollen keine Perfektion. Die Angehörigen möchten, dass wir uns im Sinne der Menschlichkeit wirklich um die täglichen Dinge kümmern und nicht große Worthülsen verbreiten. Ich glaube das ist es, was einen guten Ruf ausmacht – sich einfach kümmern, nahe bei den Angehörigen und den Pflegebedürftigen sein. Und wenn wir mal Fehler machen, dann geben wir das auch gegenüber den Angehörigen zu. Gemeinsam schaffen wir alles.

Was würden Sie heute anders machen als vor zwanzig Jahren?
Den Betrieb würde ich genauso wieder aufbauen.
Aus heutiger Sicht hätte ich die Ausbildung zur Pflegedienstleitung absolvieren sollen, damit ich unabhängiger bin.

Und worauf sind Sie besonders stolz?
Die Einrichtung ist eine zutiefst menschliche Einrichtung – wir leben hier so die Werte, wie wir sie auch kommunizieren.

Was heißt das?
Das heißt, sich dem Menschen zuwenden, ihm zuhören, seine Wünsche und Bedürfnisse kennen und sie berücksichtigen.

Was macht für Sie individuelle Pflege aus?
Die Gewohnheiten respektieren – das ist ein wichtiger Punkt im Kontext der individuellen Pflege.
Ich versuche das mal an einem Beispiel zu verdeutlichen: Wenn jemand morgens sein Hörnchen haben will, dann bekommt er es. Da fahre ich extra zum Bäcker.
Oder: Es gibt Männer, die sind es nicht gewohnt, mittags zu warm zu essen. Dann akzeptieren wir das und versuchen nicht mit Druck etwas umzusetzen. Alles was den Gruppenablauf nicht hindert, das machen wir möglich.

Was sagen Sie zur Generalistik in der Pflegeausbildung?
Ich bin mir nicht sicher, was ich davon halten soll.
Ich sehe jedenfalls die Gefahr, dass die Besonderheiten in der Altenpflege nicht genügende Beachtung bekommen. Die psychologischen Besonderheiten in der Situation des Pflegebedürftigen zu erkennen – das ist zum Beispiel so ein Punkt. Die Ausbildung für eine Tätigkeit im Krankenhaus setzt notgedrungen stärker auf die Krankheiten des Patienten. Wir müssen die kognitiven, die psychischen und die physischen Aspekte in der Pflege und Betreuung beachten. Da ist meines Erachtens noch nicht alles ausgewogen zu Ende gedacht.
Außerdem: Wenn die Bezahlung schlechter ist in der Altenpflege und im medizinischen Bereich besser, wo werden wohl die jungen Kräfte hingehen?

Was ist für Sie persönlich Glück?
Ich bin glücklich, dass ich meine Ideale umsetzen darf. Ich habe einen starken Rückhalt in der Familie. Meine Kinder gehen von den gleichen Werten aus wie ich: sich in den anderen Menschen hineinzuversetzen. Sich die Mühe zu machen und ergründen wie sich der andere fühlt – und dann die Dankbarkeit desjenigen Gastes zu spüren, das ist Glück für mich. In der Pflege kann man keinen Gewinn machen. Man kann aber reich sein, wenn man an die richtigen Werte glaubt.

Frau Lechner, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Kontakt:
Tagespflege Haus Matthäus
Frankenstr. 17
96135 Stegaurach
Claudia Lechner
Einrichtungsleiter und Ansprechpartner
Telefon: 0951 9921004
Telefax: 0951 9921008
E-Mail: Haus-Matthaeus@web.de
Internet: http://www.haus-matthaeus.de

Rosemarie Forstmeier
Pflegedienstleitung
Telefon: 0951 9921004
E-Mail: Haus-Matthaeus@web.de
Telefax: 0951 9921008

 

 

 

 

 

INTERVIEW MIT VERA DAHLMANN

Vera Dahlmann ist die Inhaberin der Häuslichen Alten- und Krankenpflege in Homberg Efze 
Das Intverview führte: Dr. Uwe Müller

Frau Dahlmann, wie verlief Ihr beruflicher Werdegang?
Ich habe gleich nach dem Abschluss der Realschule im Jahr 1984 ein dreizehnmonatiges Praktikum in einem Altenheim begonnen, in Schwalm-Eder- Kreis. Das war wichtig, damit ich überhaupt eine Ausbildung zur Altenpflegerin beginnen konnte. Nachdem ich die Zusage erhielt, war ich für zwei Jahre in Frankfurt/Main und habe dort die Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin absolviert – von 1985 bis 1987. 1988 habe ich dann in dem Beruf auf einer Sozialstation beim Deutschen Roten Kreuz begonnen zu arbeiten. 1990 kam mein Sohn zur Welt. Danach war ich gezwungen, mehr zu Hause zu bleiben und konnte nur aushilfsweise arbeiten. Das habe ich in der mobilen Pflege getan. Im September 1991 habe ich mich selbstständig gemacht.

Schon mit dem Pflegedienst, deren Inhaberin Sie heute sind?
Nein. Ich habe damals mit einem anderen Pflegedienst zusammengearbeitet. Da, wo ich gebraucht wurde. Zwei Jahre später, 1993, habe ich die Zulassung für den heutigen Pflegedienst beantragt.

Was war die Initialzündung dafür, in die Selbstständigkeit zu gehen?
Nun, die Arbeit in der Pflege, mit den Menschen, das war es schon, was mir Spaß machte. Ich hatte ja auch den Vergleich zur Sozialstation und fand, dass man sich in der ambulanten Pflege besser um die Pflegebedürftigen kümmern konnte. Das war individueller möglich und noch dazu in der eigenen häuslichen Umgebung, was sich natürlich die Mehrzahl der zu Pflegenden wünschte.

Würden Sie sich heute noch einmal entschließen, einen ambulanten Pflegedienst zu gründen, sich selbstständig zu machen?
Na ja, die Arbeit an sich bereitet mir nach wie vor viel Freude. Das ist schon der Beruf, den ich ausüben wollte. Allerdings würde ich heute nicht mehr in die Selbstständigkeit gehen.

Warum nicht?
Weil wir rund um die Uhr am Rudern sind. Nicht weil wir 24 Stunden für die Pflegebedürftigen und deren Angehörige da sind. Nein, das ist unsere Aufgabe, ja unsere Berufung. Was uns kaputt macht, das ist die übergroße Bürokratie, der Mangel an Pflegekräften.

Worauf führen Sie das zurück?
Ich glaube, die Politik muss sich hier noch stärker kümmern, schauen, wie sie die kleinen ambulanten Pflegedienste besser entlastet, was zum Beispiel die Dokumentation der Pflegeprozesse anbetrifft und die nötigen Rahmenbedingungen schafft – finanziell, organisatorisch, und: dass damit Pflegefachkräfte wieder gern zu uns kommen. Die Wertschätzung, in der Pflege und Betreuung zu arbeiten, für andere Menschen da zu sein, muss in der Gesellschaft wachsen. Und das können wir natürlich nur gemeinsam schaffen. Ich mache das, indem ich mich auch noch nach zwei Jahrzehnten intensiv um eine gute Qualität in der Pflege und Betreuung bemühe.

Was ist Ihnen am Anfang schwergefallen und was weniger?
Alles, was mit der Büroarbeit in Verbindung stand, das war nicht so mein Fall – die Abrechnung, die gesamte kaufmännische Seite oder die steuerliche Komponente. Pflegetechnisch, da war ich von Anfang mit Freude und Motivation dabei. Das hat sich bis heute nicht geändert.

Was verstehen Sie persönlich unter individueller Pflege?
Das ist für mich das, was es ermöglicht, die Wünsche der Pflegebedürftigen zu erfüllen.

Können Sie mal ein Beispiel nennen?
Ja, zum Beispiel, wenn jemand mal eine Tasse Kaffee mit mir trinken will und eine Frage hat. Dann kann es sein, dass ich es nicht gleich in dem Moment hinbekomme. Aber ich finde die Zeit dafür und das finden die Menschen gut, ja, das ist es, was das Vertrauen zu ihnen ausmacht. Oder jemand möchte mal eine Runde „Mensch ärgere dich nicht“ spielen. Dann sehen wir zu, wie und wann wir das organisiert bekommen. Das sind oft kleine Dinge. Doch genau die sind, die den Unterschied ausmachen.

Was ist für Sie persönlich Glück?
Ich bin glücklich, dass ich diesen Weg gegangen bin. Damals gab es noch keine Vergütung in der Ausbildung. Deswegen haben mich meine Eltern unterstützt.
Aber dennoch: Es macht mich schon glücklich, dass ich diesen Weg gewählt habe. Übrigens: Vom 13.01.2006 bis zum 07.07.2007 habe ich noch eine Weiterbildung zur leitenden Pflegefachkraft absolviert. Das war ja wichtig, damit ich die Anforderungen an die Führung eines Pflegedienstes erfüllte.

Wieviel Mitarbeiter haben Sie heute eigentlich?
Wir sind ein kleines Team. Wir wollen den Anspruch jederzeit verwirklichen können, den wir an uns haben und den die Pflegebedürftigen ebenfalls uns gegenüber äußern – nämlich der unmittelbare Ansprechpartner zu sein, die Qualität und Individualität in der Pflege und Betreuung zu wahren. Wir haben zurzeit drei examinierte Pflegefachkräfte, eine Krankenpflegehelferin, eine Altenpflegehelferin, je nach Situation mehrere Aushilfen und einen kaufmännischen Angestellten.

Suchen Sie denn Pflegekräfte?
Ja, wir suchen examinierte Pflegefachkräfte für den ambulanten Bereich und Hauswirtschaftskräfte, zum Beispiel auch für Betreuungsaufgaben. Wichtig ist, dass derjenige, der mit uns zusammen arbeiten möchte, gern pflegt und betreut, nicht nur fachliche Kompetenz aufweist, sondern auch mit dem Herzen dabei ist. Das ist wichtig für die Atmosphäre, die wir untereinander pflegen und natürlich für die zu Pflegenden.

Frau Dahlmann, ich danke Ihnen für dieses Gespräch.

Kontakt:
Häusliche Alten- und Krankenpflege Vera Dahlmann
Inhaberin: Vera Dahlmann – Weißing
Ziegenhainer Str. 19
34576 Homberg Efze
Telefon: 05681 – 93 92 35
Telefax: 05681 – 93 92 37
E-Mail: info@pflegedienst-dahlmann.de
Homepage: http://www.pflegedienst-dahlmann.de

Interview mit Daniel De Paola

Daniel De Paola ist Inhaber der Firma PROMEDICA PLUS Erkrath
Das Interview mit ihm wurde am 26. Juli 2016 geführt.

Herr De Paola, wie verlief Ihr beruflicher Werdegang vor der Gründung Ihres Pflegeunternehmens?
Ich habe nach meiner Schulzeit eine Ausbildung im Einzelhandel absolviert. Anschließend war ich in verschiedenen Positionen tätig – als Marktleiter eines Discounters oder stellvertretender Abteilungsleiter in einem großen Warenhaus.

Wie lange waren Sie in diesen Bereichen tätig?
Insgesamt ca.15 Jahre. Für mich war das eine tolle Phase. Ich habe an den Entwicklungsprozessen teilhaben können. Vor allem habe ich erlebt, wie präzise Ablaufprozesse in einem Discounter organisiert werden.

Warum hat es Sie dann rausgetrieben?
Ich wollte tatsächlich raus. Einfach mehr mit Menschen direkt zu tun haben, das war mein Wunsch. Über einige Umwege bin ich dann auf die Pflege gestoßen.

Welche Umwege waren das?
Nun, ich habe mich von einem Franchise- Berater in der Suche unterstützen lassen.

Warum Franchise?
Da waren zwei Aspekte. Zum einen hatte ich ja die Erfahrung aus dem Einzelhandel, dass vorkonfigurierte Prozesse und Abläufe ihre Vorteile haben – du kannst all die Erfahrungen mitnehmen, die dort enthalten sind.
Des Weiteren: Ich musste zwar investieren, aber ich wusste genau, worauf ich mich einlasse. Das war für mich finanziell ja auch nicht ganz unwichtig. Schließlich wollte ich davon leben und meine Familie ernähren.

Und wie sind Sie auf die Pflege gekommen?
Auch das hatte wieder mehrere Gründe. Mein Großvater hat zu mir gesagt:“ Junge arbeite in einem Bereich, in dem du immer gebraucht wirst.“ Der Pflegemarkt wird sich weiter entwickeln. Die Nachfrage nach guter Pflege und Betreuung ist in den letzten Jahren weiter gestiegen. Und damit das Problem der Nachfrage nach guten Pflegekräften. Aber den Ausschlag hat etwas Anderes gegeben.

Nämlich?
Ich komme aus einer Familie, in der der christliche Glaube eine große Rolle spielt. Der Gedanke, anderen Menschen zu helfen, geboren aus der Überzeugung der christlichen Nächstenliebe, das war es, was mich letztlich dazu gebracht hat, etwas in diesem Bereich zu tun. Bei Promedica Plus kam begünstigend hinzu, dass alle Prozesse zertifiziert sind – zum Beispiel die vertraglichen Inhalte geklärt sind und ich nicht bei null in diesem Zusammenhang beginnen musste.
Außerdem: Ich wollte etwas mitentwickeln. Und das konnte ich in der Pflege sehr gut.

Haben Sie Ihren Weg bereut?
Nein. Ich mache heute das, was ich mir immer gewünscht habe. Ich kann wirklich Gutes tun für Menschen, die es allein nicht schaffen in der Versorgung und Betreuung von Pflege- und Hilfsbedürftigen, und das zu einem fairen Preis -Leistungsverhältnis.
Ich wohne heute in Nord-Rhein-Westfalen, einem Bundesland, in dem ich mich sehr wohl fühle, mit den Menschen gut klar komme.
Meine Frau selbst stammt ebenfalls aus dieser Gegend – aus Düsseldorf.

Was macht denn das Besondere aus bei diesem Menschenschlag?
Ich will Ihnen ein Beispiel nennen. Sollten Sie mal nach Köln kommen und gehen abends in die Kneipe um die Ecke, könnten Sie erleben, dass diese brechend voll ist. Und dann kommt das, was den Unterschied macht: Woanders machen sich die Menschen breiter, damit sich bloß keiner an ihren Tisch setzen kann.
In Köln rücken die Gäste zusammen, winken Sie an den Tisch und Sie dürfen sicher sein: Sie erleben einen fröhlichen Abend.

Was ist Ihnen am Anfang leicht gefallen und wo mussten Sie sich richtig reinknien, als es um Ihr Unternehmen ging?
Leicht fiel mir der Kontakt mit Menschen, ihnen das Leistungsportfolio zu erklären und die Vorteile der 24 Stunden Betreuung aufzuzeigen.

Und was ging nicht so von der Hand?
Ich musste mich daran gewöhnen, Personalverantwortung zu tragen, und zwar bis zur letzten Konsequenz. Das ist ja doch noch etwas Anderes, als das bei einer Führungskraft in Anstellung der Fall ist.

Würden Sie sich heute wieder für Ihren Weg entscheiden?
Ich denke schon. Natürlich: Manches würde ich im Detail vielleicht anders angehen. Aber grundsätzlich kann ich auf Ihre Frage nur mit einem klaren „Ja“ antworten. Es wird stets neue Herausforderungen geben, Weggabelungen sozusagen, an denen sich die Frage stellt:
„Ist es richtig, weiterzugehen?“

Und, ist es richtig?
Ja. Ich habe investiert, ich glaube an das Konzept, mein Herzblut steckt in dem Projekt. Zum Schluss zählt für mich, dass der Kunde sagt: „Danke für Ihre Hilfe, Ihre Fürsorge, einfach Ihre Zeit.“
Dann habe ich alles richtig gemacht und ich bin selbst auch zufrieden.

Worauf richten Sie heute besonders Ihre Aufmerksamkeit?
Ich bin viel ruhiger geworden. Dafür konzentrierter und fokussierter, einfach zielführender. Meine Erfahrung ist, dass ich heute mit der nötigen Ruhe und manchmal auch Gelassenheit viel mehr erreiche. Und darauf kommt es an.
Also auf den Punkt gebracht: Mit möglichst überschaubarem Einsatz, viel erreichen; einfach alles für die Kunden zu tun, da zu sein, wenn sie Hilfe brauchen.
Und ich richte meine Aufmerksamkeit auch auf meine Familie. Sie ist mir wichtig. Für sie arbeite ich und strenge mich täglich an.
Im September dieses Jahres feiern wir unser fünfjähriges Bestehen. Und: Wir wachsen weiter. Ich bin ja für die Bereiche Erkrath Hilden, Haan und Umgebung tätig. Neben einem Büro in Erkrath, dem zweiten Büro in Haan – übrigens auch gleichzeitig mein Wohnsitz – kommt im September das dritte Büro in Hilden hinzu.

Also genau passend zu Ihrem ersten runden Jubiläum?
Ja, genau. Das ist etwas, was mich sehr stolz macht.

Herr De Paola, was ist für Sie persönlich Glück?
Mein Alltag ist so, dass ich keinen Urlaub brauche.

Also müssen Sie gar nicht in den Urlaub fahren?
Doch, natürlich schon. Irgendwann muss ich mich auch zurückziehen, erholen und frische Kräfte sammeln. Keinen Urlaub zu brauchen – das habe ich gesagt, weil es mein inneres Lebensziel wiedergibt, weil ich einfach meinen Job unheimlich gern tue.
Aber ich bin schon glücklich – im Beruf und privat.
Ich werde noch einmal Vater – ein wunderbares Gefühl.

Herr De Paola, ein sehr schöner Abschluss.
Vielen Dank für das Gespräch.

Kontakt:
PROMEDICA PLUS Erkrath
Kirchstraße 26
40699 Erkrath
Tel. +49 (0) 211 – 43 63 63 06
Fax +49 (0) 211 – 43 63 63 07
E-Mail: erkrath@promedicaplus.de
Web-Site: http://www.promedicaplus.de/erkrath
Inhaber: Daniel De Paola

 

SVEN PECKMANN IM INTERVIEW

Sven Peckmann ist Kaufmann im Gesundheitswesen und im Pflegedienst Mitra für die Verwaltung und Logistik zuständig

 

Herr Peckmann, wie verlief Ihr beruflicher Werdegang, bevor Sie im Pflegedienst Mitra begonnen haben?
Nach der Realschule habe ich mit einer Ausbildung zum Altenpfleger begonnen.

Wann war das?
Von August 1988 bis Juli 1990, und zwar in Hannover. Genauer gesagt in der Altenpflegeschule vom Birkenhof in Hannover.

Und danach?
Anschließend habe ich im Altenpflegeheim – vom Birkenhof gearbeitet.

Wie ging es nach Ihrer Ausbildung weiter?
Zunächst war ich im Anna- Meyberg-Haus tätig. Aber im Januar 1991 wechselte ich dann nach Sarstedt, wieder in ein Altenpflegeheim. Dort war ich bis 2010 – als examinierter Altenpfleger. Die letzten 5 Jahre hatte ich dort als stellvertretender Wohnbereichsleiter gearbeitet.
Aus gesundheitlichen Gründen konnte ich diese Tätigkeit aber nicht mehr ausüben.

Was haben Sie danach gemacht?
Ich war anfangs krankgeschrieben. Ich musste also erst einmal wieder gesund werden.
2012 fing ich dann eine Umschulung zum Kaufmann im Gesundheitswesen an. Das war eine duale Ausbildung – betrieblich und schulisch. Die theoretische Ausbildung habe ich in der Salomon-Schule, genauer: Alice – Salomon-Schule – berufsbildende Schulen für Gesundheit und Soziales in Hannover –
absolviert. Den betrieblichen Teil absolvierte ich beim Mitra – Pflegedienst.

Wie lange ging die Ausbildung genau?
Sie lief vom 01. 08.2012 bis zum 12.06.2014. Und am 13. Juni 2014 habe ich dann beim Pflegedienst Mitra fest angefangen.

Wofür sind Sie heute zuständig?
Ich kümmere mich in der Firma um die Patientendaten, die Karteiführung und den Fuhrpark.
die Pflegehilfsmittel für die Pflegebedürftigen.
Des Weiteren: Ich führe Beratungsgespräche nach § 37.3 durch und mache auch Hausbesuche, wenn Frau Parvari verhindert ist.

Worum geht es bei den Hausbesuchen?
Um die Erstaufnahmegespräche. Sowie: Beratungsgespräche für pflegende Angehörige.

Herr Peckmann, was war denn die Initialzündung für Sie, im Pflegedienst Mitra anzufangen?
Das war weniger eine einzige zündende Idee. Vielmehr war es das Ergebnis eines bestimmten Weges.

Wie meinen Sie das?
Nun, im Zuge der Umschulung musste ich mir ja Gedanken darüber machen, wie meine berufliche Zukunft aussehen soll. Ich hätte eigentlich in vielen Bereichen anfangen können und auch einen Beruf wählen können, der für mich komplettes Neuland gewesen wäre.
Aber ich hatte ja nun mal schon eine Ausbildung zum examinierten Altenpfleger durchlaufen und vor allem jahrelange Erfahrung darin.
Und da kam ein Berufsfindungsprogramm der Rentenkasse gerade richtig.

Nämlich?
Mit dem fachlichen Hintergrund des Altenpflegers war eine Umschulung zum Kaufmann im Gesundheitswesen eine gute Gelegenheit, altes und neues Wissen miteinander zu vereinen.
Innerhalb des Berufsfindungsprogrammes wurde ich auf ein Inserat des Pflegedienstes Mitra in Hannover aufmerksam. Frau Parvari suchte zu dem Zeitpunkt einen Mitarbeiter für das beschriebene Tätigkeitsfeld innerhalb ihres Büros – einen Kaufmann im Gesundheitswesen.
Also beschloss ich, mich dort zu bewerben, die Ausbildung zu beginnen und eben den entsprechenden betrieblichen Teil der Umschulung bei Frau Parvari im Pflegedienst zu leisten.

Herr Peckmann, wie wichtig ist aus Ihrer Sicht die Kommunikation für die Arbeit in der Pflege?
Sehr wichtig. Jeder, der in der Pflege arbeitet, sollte sich darüber im Klaren sein.
Jede noch so kleine Information ist wichtig. Sie muss deshalb weitergegeben werden und sich in der Pflegedokumentation niederschlagen. Auch Fallbesprechungen sind wichtig, um die Probleme zu erläutern und zu lösen.
Je besser wir uns darüber austauschen, in welchem sozialen Umfeld sich ein Pflegebedürftiger befindet, was ihn umtreibt, wie sein Beziehungsgefüge aussieht, was er für Bedürfnisse hat, umso besser können wir seinen Ansprüchen gerecht werden.
Und desto zufriedener wird er mit der Pflege und Betreuung sein.
Er wird sich besser aufgehoben fühlen. Und Sie wissen ja: Manchmal ist ein Wort, eine Geste wichtiger als die Medikamentengabe.

Wie sieht es mit dem Stellenwert der Kommunikation im Team aus?
Wir tauschen uns im Team aus, wir machen alle Erfahrungen untereinander transparent. Das geht nur, wenn wir auch untereinander gut miteinander kommunizieren.
Voraussetzung dafür ist, dass wir alle miteinander sprechen, auch über Dinge, die eben mal nicht so angenehm sind. Für mich bedeutet das: Jeder sollte mit Kritik sachlich umgehen – unabhängig, ob er sie zunächst positiv oder negativ wahrnimmt.

Was meinen Sie?
Es kommt doch in jedem Team vor, dass sich der eine mit dem anderen gut versteht und wieder mit einem anderen nicht so gut.
Aber nur, weil mir die Nase der Kollegin möglicherweise nicht passt, kann ich nicht einfach nichts sagen. Es ist wichtig, dass jeder mit jedem kommuniziert.
Das ist eine sehr wichtige Voraussetzung für ein gutes Klima, für den fundierten Informationsaustausch. Das spüren die Pflegebedürftigen sowie deren Angehörige gleichermaßen und profitieren davon.

Haben Sie ein gutes Klima in der Firma?
Ich denke schon. Natürlich: Überall gibt es mal Missverständnisse und Konflikte. Wichtiger aber ist, wie man damit umgeht, wie kompromissfähig und konfliktfähig jede der beteiligten Seiten ist. Das macht ein konstruktives Klima in der Firma aus.

Was bedeutet für Sie Glück?
Glück beginnt im häuslichen Umfeld. Der persönliche Lebensstil, die Familie – all das sind für mich wichtige Teile meines Glücks.

Haben Sie Familie?
Ja. Ich bin verheiratet und habe zwei Söhne.
Außerdem: Für mich ist wichtig, mit Freude zur Arbeit zu gehen. Die positive Einstellung zu dem, was ich täglich tue – das ist wichtig für das, was man unter Glück begreift.
Allein ein Lächeln bewirkt schon viel auf Arbeit, stiftet mit ein Stück der Zufriedenheit.

Herr Peckmann, vielen Dank für das Gespräch.

Kontakt:
Mitra Pflegedienst
Inhaberin: Maryam Parvari
PDL: Sevda Naghiyeva
Stellv. PDL Sven Peckmann
Lister Kirchweg 1
30163 Hannover
Telefon: 05 11-39491345
Telefax: 0511 – 39 49 13 46
E-Mail: info@mitra-pflegedienst.de
http://www.mitra-pflegedienst.de

INTERVIEW MIT SEVDA NAGHIEYEVA

Sevda Naghiyeva hat im Pflegedienst Mitra die Pflegedienstleitung inne

Frau Naghiyeva, wie verlief Ihr beruflicher Werdegang bis zum Einstieg in den Pflegedienst Mitra bei Frau Parvari?

In der Zeit von 1987 bis 1990 habe ich in Baku, der Hauptstadt von Aserbaidshan, eine Ausbildung zur examinierten Krankenschwester absolviert. Danach habe ich acht Jahre in einem Krankenhaus in Baku in der Chirurgischen Abteilung gearbeitet.
1998, im Oktober, sind wir nach Deutschland gekommen – mein Mann, meine Mutter und unsere Kinder.

Was passierte dann?
Ich habe einige Jahre gebraucht, um mich zurechtzufinden –
die Sprache lernen, mich mit der Familie in die Gesellschaft einfügen, und: meine Kinder erziehen.
Schließlich erhielt ich im Jahr 2008 ein Angebot vom Arbeitsamt, einen Lehrgang mitzumachen.

Worum ging es dabei?
Die Schulung hatte zum Inhalt, meinen Abschluß als examinierte Krankenschwester hier in Deutschland anerkennen zu lassen.
Dazu musste ich mich weiterbilden.

Und, hat es geklappt?
Ja. Nach 9 Monaten hatte ich die Ausbildung erfolgreich absolviert und bekam ein Zertifikat für die Anerkennung als examinierte Krankenschwester in Deutschland.
Anschließend habe ich in einem ambulanten Pflegedienst meine Arbeit begonnen.

Wo war das?
Das war in Hannover – beim KSD. Dort lernte ich auch Frau Parvari kennen. Sie arbeitete in der Zeit als Geschäftsführerin dieses Pflegedienstes. Der Inhaber des KSD war der Bruder von Frau Parvari.

War das eine wichtige Begegnung für Sie?
Auf jeden Fall. Ich denke, eine der wohl wichtigsten Entscheidungen in meinem Leben, die ich traf, nachdem ich Frau Parvari kannte.

Warum?
Nun, ich verstand mich mit Frau Parvari so gut, dass ich mit in ihren Pflegedienst wechselte, als sie ihr eigenes Büro, ihren eigenen Pflegedienst gründete.

Wann war das?
Das war am 01. September 2011.

Und als was haben Sie begonnen?
Als Krankenschwester und stellvertretende Pflegedienstleitung.

Dann mussten Sie ja wieder eine Ausbildung absolvieren, nämlich zur PDL, oder?
Ja, ganz genau. Ich habe mit der Qualifizierung zur Pflegedienstleiterin im vergangenen Jahr begonnen und habe sie gerade in diesem Monat abgeschlossen.

Mit Erfolg?
Ja, die Facharbeit mit der Note „Sehr gut“.

Glückwunsch!
Danke sehr.
Aber ohne die Unterstützung von Frau Parvari hätte ich das nicht geschafft. Sie hat geholfen, wo sie nur konnte.

Frau Naghiyeva, höre ich raus, dass Sie sich offensichtlich sehr gut mit Frau Parvari, also Ihrer Chefin verstehen, und zwar über das normale Maß hinaus?
Das ist so. Wie soll ich es erklären?
Vielleicht so: Frau Parvari ist für mich wie eine Schwester, eine Freundin und natürlich auch eine Chefin.
Sie strahlt so viel positive Energie aus, motiviert das Team und eben auch mich.
Sie können sich dem nicht entziehen – das ist einfach Glück, dass ich sie kennengelernt habe.
Gibt es denn auch mal Kritik oder Streit?
Wo gibt es das nicht. Das wäre ja nicht normal. Der Unterschied ist nur: Wir sind auf Lösungen aus und wollen das Beste erreichen. Das eint uns. Und deshalb müssen wir auch um die optimale Lösung miteinander ringen, Wege diskutieren.
Aber das macht eben Spaß. Und zum Schluss weiß jeder: Es geht um das Team, jeden einzelnen Mitarbeiter und letztlich um die Pflegebedürftigen. Sie bleiben im Fokus unseres Denkens und Handelns.

Was sagen Sie aus heutiger Sicht zu Ihrem Weg? Sind Sie ein wenig stolz?
Ja, auf jeden Fall. Das war nicht immer leicht. Ich habe fünf Jahre lang eine Wochenendehe geführt, meinen Mann, meine Kinder, meine Mutter in der Woche allein gelassen, allein lassen müssen.

Wo hat Ihre Familie gewohnt?
In Wittingen im Landkreis Niedersachsen.
Also habe ich eine kleine 1-Raum-Wohnung in Hannover gemietet und bin fünf Jahre lang zwischen Arbeit und Familie am Wochenende hin – und hergependelt.
Meine Kinder brauchten ja auch ihre Mutter.
Und meine Mama musste ebenfalls betreut werden.
Zwischendurch hatte ich schon den Gedanken, nach Wittingen zurückzugehen.
Aber meine Mama, meine Familie – sie haben letztlich immer zu mir gehalten, selbst wenn es manchmal nicht leicht war.
Und Frau Parvari hat viel getan in dieser Zeit für mich.

Was meinen Sie genau?
Nun, ich kämpfte in der Zeit noch mit dem Aufenthaltsstatus. Ich musste viel mit den Behörden sprechen, schreiben, einen Anwalt nehmen. Bei all diesen schwierigen Gesprächen und dem nötigen Schriftverkehr hat Frau Parvari mir geholfen.
Und da habe ich gesehen, wie sehr sie sich für jemanden einsetzt – nicht nur mit Worten, vor allem mit Taten.
Schließlich sind wir im Jahr 2013 mit der ganzen Familie nach Hannover gezogen.

Würden Sie sich heute noch einmal für diesen Weg entscheiden?
Das würde ich! Ich bin glücklich und froh, dass ich es geschafft habe und jetzt in einem tollen Team arbeite.
Ich hatte ja auch am Anfang andere Angebote. Letztlich habe ich mich für diesen Pflegedienst entschieden, und ich bereue das nicht.

Welche Stärken kennzeichnen aus Ihrer ganz persönlichen Sicht Ihr Team?
Wir wollen, dass die Mitarbeiter motiviert und zufrieden sind. Nur dann kann man auch die Pflege- und Hilfsbedürftigen gut pflegen und betreuen. Deshalb ist eine der wesentlichen Stärken in unserem Team, dass wir Probleme schnell lösen und möglichst offen miteinander kommunizieren. Ich sage immer: Wir können nur dann ein Problem lösen, wenn darüber sprechen.
Und deshalb gehe ich auf Mitarbeiter zu, ermuntere sie, mit mir über das zu reden, was sie bedrückt, oder was sie verändert haben wollen.  Ich glaube, das ist eine wichtige Stärke in unserem Team. Dadurch ist der Zusammenhalt auch so groß.

Was ist für Sie persönlich Glück?
Ich bin glücklich, wenn die Patienten zufrieden sind. Dann kann ich glücklich nach Hause gehen. Das erfordert mitunter viel Fingerspitzengefühl. Es hilft aber, Herz zu zeigen, den Patienten mal über den Arm zu streichen. Natürlich ist es wichtig, Medikamente zu verteilen. Genauso wichtig aber ist, die psychologische Seite unserer Arbeit – sich einzufühlen in die Situation des Patienten.

Und was macht sie in der Familie glücklich?
Wissen Sie, meine Kinder sehen an meiner Entwicklung, was man erreichen kann, wenn man lernt und sich anstrengt. Das macht mich glücklich, dass sie mit mir hier leben und eine gute Zukunft haben.

Wie alt sind Ihre Kinder und was machen Sie?
Aydan ist 25 Jahre alt und arbeitet in einem Kinderwunschzentrum als medizinische Fachangestellte.
Fatima, meine zweite Tochter, ist 21 Jahre alt und studiert an der Göttinger Universität BWL.
Und schließlich Rauf, mein jüngstes Kind, ist 15 Jahre alt und besucht das Gymnasium.
Mein Mann arbeitet in einer VW- Tochtergesellschaft als Produktionshelfer.

Betreuen Sie auch Ihre Mutter?
Ja, meine Mutter heißt Sabira. Ich bin als ihre Betreuerin eingesetzt.
Also auch in der Familie in der Pflege und Betreuung unterwegs?
Ich mach` das sehr gern.  Und wir können ja nicht von der Wichtigkeit der Pflege reden und darüber unsere eigenen Familienmitglieder vergessen.
Ich hoffe, meine Kinder werden mal ebenso handeln.

So, wie Sie das schildern, wird das wohl genauso sein.
Frau Naghiyeva, herzlichen Dank für das Gespräch.

Kontakt:
Mitra Pflegedienst
Inhaberin: Maryam Parvari
PDL: Sevda Naghiyeva
Stellv. PDL Sven Peckmann
Lister Kirchweg 1
30163 Hannover
Telefon: 05 11-39491345
Telefax: 0511 – 39 49 13 46
E-Mail: info@mitra-pflegedienst.de
http://www.mitra-pflegedienst.de

Interview mit Maryam Parvari

Maryam Parvari ist die Geschäftsführerin des Mitra – Pflegedienstes in Hannover

Frau Parvari, wie verlief Ihr beruflicher Werdegang, bevor Sie Ihren Pflegedienst gegründet haben?
Ich habe 10 Jahre als angestellte Geschäftsführerin im Pflegedienst meines Bruders gearbeitet – beim KSD in Hannover.

Wann war das genau?
Von September 2002 bis 2011.
Zuvor habe ich eine Ausbildung zur Steuerfachangestellten durchlaufen. Nebenberuflich habe ich mich außerdem noch in einer Privatakademie zur Qualitätsmanagerin weitergebildet.

Wann sind Sie eigentlich nach Deutschland gekommen?
Das war am 28.11.1993. Zu der Zeit war meine Tochter noch klein – ein Jahr alt. Mit ihr bin ich zur Sprachausbildung gegangen – das war mir sehr wichtig.

Das heißt, Sie sind mit Ihrer einjährigen Tochter zur Schule gegangen?
Ja. Es ging nicht anders. Ich wollte unbedingt die Sprache lernen.
Und es hat auch viel Spaß gemacht – ich habe die Zeit schon sehr genossen.

Würden Sie Ihre Erfahrungen an Menschen weitergeben, die heute zu uns ins Land kommen?
Auf jeden Fall. Vor zwei Jahren war ich übrigens Gast in einer Veranstaltung des Sozialministeriums des Landes Niedersachsen.
Ich habe dort berichtet, wie ich allein als Frau und Mutter in Deutschland meinen Weg begann. Das war sehr schwer. Ich sprach kein Wort Deutsch. Die kulturellen Unterschiede waren groß.
Da habe ich beschlossen: Du kämpfst um dein neues Leben – du lernst die Sprache, kämpfst um Bildung und du willst deiner Tochter mal einen guten Weg ermöglichen.
Ich habe die Chance in Deutschland bekommen, wofür ich noch heute sehr dankbar bin. Ich bin meinen Weg gegangen. Manchmal war ich verzweifelt.
Aber dann waren auch wieder Familie und Freunde an meiner Seite, die mir Mut gemacht haben.
Meine Tochter sagt heute zu mir: Mama, du bist mein Vorbild. Du hast nie aufgegeben.

Also würden Sie sagen, Flüchtlinge sollten hier Ihre Chance ebenso nutzen?
Ja, sie müssen die Chance bekommen. Und sie sollten sie nutzen. Wenn der Wille da ist, sich zu integrieren, Deutsch zu lernen, dann wird es Menschen geben, die ihnen dabei helfen. Davon bin ich überzeugt, gerade wenn ich selbst auf die letzten zwanzig Jahre zurückblicke.
Meine Tochter studiert heute an der Freien Universität in Berlin Psychologie.
Sie hat ihren Bachelor mit der Note 1,2 bestanden. Ab August geht sie nach San Diego und studiert weiter. Ich bin froh, dass ich ihr das ermöglichen kann und: dass es diese Chancen in Deutschland gibt.

Was war die Initialzündung für Sie, als selbstständige Unternehmerin in die Pflege zu gehen?
Ich brauchte nach rund zehn Jahren einfach neue Herausforderungen.
Die Firma meines Bruders war wie mein eigener Pflegedienst. Ich habe mich damit stark identifiziert. Manchmal glaubten die Patienten aufgrund meines Engagements, dass ich nicht nur die Geschäftsführerin, sondern gleichzeitig die Inhaberin bin.
Und trotzdem: Ich wollte mich weiter ausprobieren, mein eigenes Unternehmen haben, meine Philosophie dort hineinbringen, meine eigenen Mitarbeiter begeistern. Natürlich: Ich hatte Angst, dass es nicht klappt. Mir fehlte ein finanzielles Polster. Und so musste ich mir in der Familie Geld für den Anfang borgen. Das alles machte mir schon Sorgen. Sie können sich vorstellen: Ich habe mehr als nur eine Nacht wachgelegen.
Aber der Mut war größer, der Wunsch, es zu schaffen auch.
Wir haben mit vier Mitarbeitern im September 2011 angefangen. Heute sind wir 35.

Eine großartige Entwicklung. Was sagt Ihr Bruder zu dieser Entwicklung?
Damals war er enttäuscht und traurig, dass ich aus seinem Unternehmen ausscheiden wollte. Heute ist er stolz auf das, was ich geschafft habe. Wir unterstützen uns gegenseitig in unserer Arbeit.
Aber mir ist das nur gelungen, weil ich von Anbeginn wirklich tolle Mitarbeiter hatte. Ich denke nur an Sevda Nagiyeva. Sie war damals stellvertretende Pflegedienstleiterin. Heute hat sie die Pflegedienstleitung inne.
Sie hätte längst woanders arbeiten können. Doch sie sagt, sie fühlt sich hier am wohlsten und will mich nicht verlassen.

Was ist Ihnen am Anfang leicht gefallen und wo hatten Sie Schwierigkeiten, hineinzuwachsen?
Der Kontakt mit Menschen fällt mir leicht – mit Patienten, mit Mitarbeitern, Geschäftspartnern. Sicherlich fordert alles seinen Tribut – und am Abend bin ich ziemlich fertig. Doch am Ende jedes Tages steht ebenso fest: Es macht sehr viel Spaß. Und das ist es, was für mich zählt.
Ich denke nicht an Geld, ich denke daran, wie viel Freude mir die Arbeit bereitet.

Aber das Kaufmännische muss ebenfalls stimmen, oder?
Ja, selbstverständlich. Die Mitarbeiter wollen bezahlt werden, die Kosten müssen gedeckt sein.
Mein Gefühl sagt mir nur: Selbst wenn ich nicht mehr arbeiten müsste, weil ich es finanziell geschafft hätte – ich würde trotzdem weitermachen.
Meine Mitarbeiter sagen zu mir: Du kommst so oder so jeden Morgen durch die Tür.

Was zeichnet Ihr Team aus?
Das Ziel, das uns alle eint ist die bestmögliche Versorgung der Pflege- und Hilfsbedürftigen. Das gelingt dann am besten, wenn wir viel Spaß an der Arbeit haben. Und ich glaube: diese Freude im Umgang untereinander und mit den Patienten – das ist der größte Antriebsmotor für uns; dadurch sind wir so stark; das ist faktisch unser Alleinstellungsmerkmal.

Können Sie das mal anhand von Beispielen untersetzen?
Wissen Sie, ich gehe morgens gern ins Büro. Ich freue mich auf die Menschen, die ich dort treffe. Das geht den meisten Mitarbeitern so.
Sie wollen miteinander Zeit verbringen, sich austauschen, miteinander reden, die freudigen und die traurigen Momente zusammen teilen.
Die Mitarbeiter telefonieren oft mit den Patienten, fragen, wie es ihnen geht und ob sie etwas brauchen. Oder: Eine Mitarbeiterin bereitet ein schönes Frühstück für eine Patientin und verbringt zusätzliche Zeit mit ihr, und zwar ohne, dass sie es bezahlt bekommt und ohne, dass ich etwas gesagt hätte. Manche gehen mit den Pflegebedürftigen außerhalb der Arbeitszeit spazieren. Sie wollen das selbst so und haben Freude daran.
Das ist mein größtes Glück, wenn ich davon erfahre.
Ich habe auch schon erlebt, dass Mitarbeiter und Patienten über mich sprechen.

Ich hoffe, nur Gutes, oder?
Ja, zumindest berichten sie es so. Es entsteht dadurch eine gute Verbindung zwischen dem einzelnen Patienten und dem jeweiligen Mitarbeiter.
Manchmal fragen die Patienten direkt, wann ich mal wieder vorbeikomme.

Und gehen Sie hin?
Ja, sowie ich es einrichten kann. Ich nehme Kuchen mit und mache mich auf den Weg. Das ist das eigentliche Wertvolle an diesem Beruf – mit Kleinigkeiten den Menschen Mut zu machen, gemeinsam zu lachen oder zu trösten. Ich gehe aber auch hin, wenn es Probleme zu besprechen gibt. Dann ist es ja erst recht wichtig, direkt vor Ort zu sein.
Aber ich möchte zu meinem Team noch etwas sagen.

Bitte, gern!
Wissen Sie, die Zeit reicht hier nicht, um alle Mitarbeiter vorzustellen.
Ich will hier stellvertretend Sharon Ahlvers und Sven Peckmann anführen.
Sharon Ahlvers arbeitet seit März 2014 hier im Büro. Sie leistet als medizinische Fachangestellte in der Verwaltung eine großartige Arbeit.
Ich bin froh, dass sie sich gut eingearbeitet hat. Noch viel wichtiger aber ist, was sie sagt, nämlich, dass sie sich bei uns sehr wohl fühlt und hier gern arbeitet.
Ich denke, das macht die Stärke unseres Teams von innen heraus aus: Sich wohlfühlen in der Firma, mit Spaß arbeiten, gutes für die Pflegebedürftigen tun- jeder an seinem Platz. Sven Peckmann: In unserem Haus ist er für die Verwaltung und Logistik zuständig. Er hat hier vor vier Jahren angefangen – im August 2012.
Er ist ausgebildeter Altenpfleger. Jetzt ist er Kaufmann im Gesundheitswesen. Diese Umschulung hat er in der Zeit absolviert, als er schon in unserer Firma gearbeitet hat. Immerhin ist er inzwischen schon 20 Jahre in der Altenpflege tätig.
Es ist also toll zu sehen, wie sich Menschen entwickeln, ihre Stärken immer mehr zum Vorschein kommen. Sven Peckmann kommt gut mit Menschen klar – er mag sie und sie mögen ihn – Mitarbeiter und Pflegebedürftige gleichermaßen.
Ich könnte die Reihe solcher motivierten Mitstreiter fortsetzen. Vielleicht ergibt sich ja noch die Gelegenheit.

Das ist immer gut, wenn Mitarbeiter selbst zu Wort kommen und: Wenn die Chefin sie in ihrem eigenen Interview nicht vergisst!
Ich schließe daran meine nächste Frage an:
Was verstehen Sie unter individueller Pflege?
Das ist für uns sehr wichtig: Wir sind Gast im Haus des Patienten und seiner Angehörigen. Also achten wir die individuellen Besonderheiten und Gewohnheiten des Pflegebedürftigen. Wenn er zum Beispiel Angst vor dem Duschen hat, dann werden wir es ihm nicht aufzwingen, sondern andere Wege der Körperpflege finden. Oder: Mitunter wollen weibliche Patienten keine männliche Pflegekraft; das berücksichtigen wir ebenfalls.
Ich versuche so viel wie nur möglich zu ergründen – neben der Anamnese, die individuellen Wünsche und Bedürfnisse, die Biographie des Patienten – all das fließt mit in die Pflegeplanung mit ein.

Was ist für Sie persönlich Glück?
Ich bin sehr glücklich. Die Arbeit ist mein Glück.
Wenn ich morgens aufstehe und ins Büro gehe, ja dann freue ich mich auf den Tag, auf mein Team, die Patienten.
Ein Leben ohne meine Mitarbeiter, meine Familie, meine Patienten – das kann ich mir gar nicht vorstellen.
Jeder von uns muss Geld verdienen – für den Lebensunterhalt. Aber ich sage ganz ehrlich: Mein Glück besteht in dem, was ich tue. Manche nennen es Berufung. Ich sage, es ist mein persönliches Glück, dass ich das alles tun kann. Mir ist deshalb auch wichtig, dass wir uns für unsere Patienten schick machen – natürlich nicht wie für die Oper; aber schon, dass sie sehen: Ihr liebe Patienten bedeutet uns was.
Und wir achten darauf, dass sich die Patienten auch schick machen, das Leben genießen, sich gut anziehen, wenn sie es noch können.
Wir machen bald wieder einen internationalen Abend:
da bringen alle Mitarbeiter kulinarische Köstlichkeiten mit – gemacht aus Rezepten verschiedener Länder.
Wir haben Mitarbeiter aus dem Iran, aus Aserbaidshan, aus der Türkei, Russland, Griechenland, Philippinen, Spanien und: natürlich aus Deutschland.
Da ist die Freude immer groß, wenn wir diesen Abend veranstalten. Das ist Glück – mit diesen Menschen zu arbeiten und zu feiern.
Wir wollen dann nicht über die Arbeit reden; doch das gelingt nicht. Wir sind schnell wieder bei diesem Thema – weil es eben unser Leben, unsere Freude ist.
Was mir noch wichtig ist, wenn ich über persönliches Glück spreche:
Es ist meine Familie.
Ich habe Ihnen gesagt, dass ich vor 22 Jahren nach Deutschland kam, mit meiner Tochter im Arm. Sie ist hier aufgewachsen, Deutsch ist ihre Muttersprache, sie studiert – Psychologie. Das wollte ich auch mal studieren. Das war mein Traum. Heute kann ich es meiner Tochter ermöglichen. Das macht mich glücklich. Es ist, als würde ich es tun.
Verstehen Sie das? Ich jedenfalls weiß heute besser als vor zwanzig Jahren, was es heißt, glücklich zu sein, und: was es für andere Menschen, mit denen man es zu tun hat, bewirkt.

Das verstehe ich gut, sehr gut sogar. Und ich kann es außerordentlich gut nachvollziehen. Frau Parvari, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Kontakt:
Mitra Pflegedienst
Inhaberin: Maryam Parvari
PDL: Sevda Naghiyeva
Stellv. PDL Sven Peckmann
Lister Kirchweg 1
30163 Hannover
Telefon: 05 11-39491345
Telefax: 0511 – 39 49 13 46
E-Mail: info@mitra-pflegedienst.de
http://www.mitra-pflegedienst.de