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Gespräche mit Menschen in der Pflege

INTERVIEW MIT VOLKER KOENN

© Dr. Uwe Müller
Volker Koenn ist Inhaber der PROMEDICA PLUS Düsseldorf-Nord sowie Neuss. Sein Unternehmen vermittelt Pflege- und Betreuungskräfte, mehrheitlich aus Polen, für die 24-Stunden-Betreuung im eigenen Zuhause.
 

Herr Koenn, wie verlief Ihr beruflicher Werdegang?

Ich habe das Ernst-Kalkuhl-Gymnasium in Bonn besucht und danach eine Ausbildung zum Kaufmann abgeschlossen. Anschließend studierte ich in Nagold Betriebswirtschaft BTE.

Wie ging es weiter?

Nach dem Studium ging ich für zwei Jahre nach Bangkok – im Auftrag einer deutschen Textilfirma, die dort auch produziert. Und danach war ich neun Jahre in Österreich und habe dort als  Vertriebsleiter gearbeitet, unter anderem für Hugo Boss.

Schließlich war ich für ‚Dolce & Gabbana‘ als Verkaufsleiter Österreich tätig. Und danach habe ich von Düsseldorf aus als Vertriebsleiter von Girbaud gearbeitet.

Im Anschluss daran war ich bei Michalsky, M12 Style GmbH, Geschäftsführer und bin zwischen Düsseldorf und Berlin gependelt.

Das hört sich nach einer tollen Karriere an, oder?

Ja, sicher. Das waren aber vor allem harte Jahre. Doch ich habe auch enorm viel gelernt, viele Menschen kennengelernt und meinen Gesichtskreis erweitern können.

Was war denn die Initialzündung für Ihren Entschluss, in die Pflege zu gehen?

Der Funke ist übergesprungen, als ich darüber nachdenken musste, wie ich am besten meinen Eltern helfen kann. Meine Mutter ist mittlerweile 85 Jahre alt, mein Vater 91. Und meine Mutter fragte mich eines Tages, was denn sei, wenn sie das Haus nicht mehr allein bewirtschaften könnten.

Daraufhin verbrachte ich eine Reihe von schlaflosen Nächten und habe mich danach aufgemacht, Alternativen für meine Eltern zu suchen. Dabei bin ich auf die 24-Stunden-Betreuung von PROMEDICA PLUS gestoßen.

Ich fuhr nach Essen, wo sich die Franchisezentrale befindet, und habe dort an einer Informationsveranstaltung der Firma teilgenommen. Das Konzept gefiel mir. Ich signalisierte dem Unternehmen mein Interesse für eine künftige Zusammenarbeit und nahm an entsprechenden Schulungen teil.

Und dann?

Dann habe ich ‚ja‘ gesagt.

Das war doch aber für Sie ein Wechsel mit erheblichen Risiken?

Naja, die Risiken waren für mich überschaubar. Ich hatte das Konzept ja gründlich geprüft. Aber natürlich: Ich musste investieren, ein Netzwerk aufbauen, Kunden finden und die Dienstleistung von PROMEDICA PLUS verkaufen, wenn Sie so wollen.

Was unterscheidet die Modebranche von der Branche, in der Sie nun als Unternehmer tätig sind?

Vergleiche hinken immer, wie Sie selbst wissen.

Natürlich geht es bei der Mode um Äußeres, darum, wie jemand aussieht, angezogen ist und wie man ihm noch schönere Hemden, Anzüge oder meinetwegen Kleider verkaufen kann. Das ist ein hartes Metier, denn es geht letztlich vorrangig um gewinnorientiertes Denken und Handeln.

 Das ist doch aber in der Pflegebranche auch nicht anders, oder?

Nein, natürlich muss ich Gewinne erwirtschaften. Sonst kann ich ja gar nicht überleben, die entstehenden Kosten tragen. Es gibt allerdings Dinge, die sich markant von der Modebranche abheben.

Nämlich?

Bei der Pflege und Betreuung, und zwar rund um die Uhr, sprechen wir von existenziellen Fragen – zum einen für die Hilfebedürftigen, zum anderen jedoch auch für deren Angehörige.

Da geht es darum, ob jemand weiter selbstbestimmt in seinem geliebten Zuhause leben kann, oder ob die hilfebedürftige Person doch in ein Heim gehen muss, da die Versorgung durch pflegende Angehörige eben nicht mehr gewährleistet werden kann.

Ich habe nichts gegen Heime, jedoch bin ich davon überzeugt, dass der Mensch sich zu Hause am wohlsten fühlt- deswegen habe ich mich für eine Tätigkeit in der häuslichen Pflege- und Betreuung entschieden; eben als gute Alternative zum Heim und zur Entlastung der Angehörigen.

Und: Sie werden involviert in die intimsten Dinge, zum Beispiel, wie man der Demenz oder Inkontinenz des zu Pflegenden begegnet, mit welchen charakterlichen Besonderheiten es eine Pflegekraft zu tun bekommt, wenn sie im Haushalt des Kunden anfängt.

 Was ist Ihnen wichtig, wenn Sie über individuelle Pflege und Betreuung sprechen?

Empathie!

Wow, das kam ja wie aus der Pistole geschossen.

Ja, das sage ich aber nicht nur, sondern das lebe ich tagtäglich.

Können Sie das noch ein bisschen erläutern?

Gern. Ich kann mich gut in die Menschen hineinversetzen, um die ich mich kümmere, weil ich es aus dem eigenen Umfeld gut kenne. Diese Einstellung kommt wirklich aus der Tiefe meines Herzens.

Auf welche Schwierigkeiten sind Sie im Verlaufe Ihrer nunmehr fast vierjährigen Tätigkeit gestoßen?

Ich habe den Beruf unterschätzt, und hier das Schwierigste an der Sache, nämlich Menschen an Menschen zu vermitteln, die sich vorher nie gesehen haben.

Würden Sie sich wieder für diesen Weg entscheiden?

Ja!

 Wie werden die polnischen Pflegekräfte bei den zu Pflegenden und bei den Angehörigen aufgenommen?

Das ist unterschiedlich, in der Regel aber gut und sehr gut. Ich versuche natürlich im Vorfeld so gut wie nur möglich und so individuell wie es geht, die passende Betreuungskraft für den konkreten Haushalt zu finden.

Vieles hängt sicherlich zum einen von der Erfahrung und den Deutschkenntnissen der Betreuungskraft ab. Zum anderen ist es jedoch auch sehr wichtig, dass die zu betreuende Person und die Betreuungskraft gut zueinander passen, gut miteinander harmonieren. Das sind ganz entscheidende Kriterien bei der 1:1 Betreuung.

Immerhin sind die Pflegekräfte ja in der Regel  sechs Wochen im Haushalt der Pflege- und Hilfsbedürftigen.

Und wir machen, vor Ort und als persönlicher Ansprechpartner alles dafür, damit es so gut wie möglich klappt.

Was ist Ihnen wichtig, wenn Sie an die Betreuungskräfte denken?

Nun, das sind ebenfalls Menschen, die Familien haben, ihre eigenen Sorgen und die trotzdem fernab von zu Hause tätig sind. Sie müssen also Spaß haben an der Arbeit haben, vernünftig untergebracht sein, sich wohlfühlen im Haushalt. Denn dann können sie das durch eine gute Arbeit auch an die zu Pflegenden zurückgeben.

Es bleibt eine sensible Tätigkeit mit vielen Befindlichkeiten, Ängsten und Hoffnungen- und zwar seitens der zu betreuenden Personen, deren Angehörigen, aber natürlich auch der Betreuungskräfte.

Herr Koenn, was verbinden Sie mit dem Wort Glück?

Gesundheit, Familie, finanzielle Absicherung, berufliche Pläne verwirklichen, um es auf den Punkt zu bringen.

Sind Sie ein glücklicher Mensch?

Ja,  das bin ich. Ich habe viel Freude in der Familie,  habe gute Freunde und: Ich gehe einer Arbeit nach, die viel verlangt, die aber ebenso viel zurückgibt.

Herr Koenn, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Kontakt:
Volker Koenn 
Prinzenallee 7
40549 Düsseldorf- Seestern
0211 - 97170299

 

 

 

 

 

Sandra Naber im Interview in 2016

Sandra Naber ist die Inhaberin des Häuslichen Pflegedienstes „Schwester Andrea Berkner“
Das Interview wurde am 22. März 2016 geführt.

Frau Naber, wie verlief Ihr beruflicher Werdegang vor der Gründung des Pflegedienstes?
Ich bin von 1991 bis 1994 in der Ausbildung zur Krankenschwester gewesen. Anschließend habe ich im Krankenhaus gearbeitet – allerdings befristet. 1996 bin ich dann in einen ambulanten Pflegedienst gewechselt und habe dort zweieinhalb Jahre gearbeitet. Danach schied ich dort aus.
Am 01. Januar 1999 wurde das Unternehmen „Schwester Andrea Berkner“ gegründet. Im Jahr 2000 verstarb leider Frau Berkner. Ihr Ehemann hat zunächst das Unternehmen weitergeführt.
Nachdem ich 2001 eine Ausbildung zur Pflegedienstleiterin absolviert hatte, war ich dort als PDL tätig. 2007 wollte der Ehemann von Frau Berkner den Pflegedienst nicht mehr weiterführen. Das hätte aber bedeutet, dass es für die Kunden keine Versorgung mehr gegeben hätte und die Mitarbeiter wären arbeitslos geworden. Also entschloss ich mich, den Pflegedienst zu kaufen.
Den Namen „Schwester Andrea Berkner“ habe ich so belassen – er war ja inzwischen sehr bekannt in und um Templin.

Was war für Sie die Initialzündung, in die Pflege zu gehen?
Das ausschlaggebende Motiv war: Ich wollte den Kunden und den Mitarbeitern eine Perspektive geben.

Was ist Ihnen am Anfang leicht gefallen und wo hatten Sie Schwierigkeiten?
Leicht ist mir der weitere Umgang mit den Kunden gefallen. Daran war ich ja gewöhnt. Schwer war es für mich, die kaufmännischen, steuerlichen Fragen in den Griff zu bekommen und überhaupt den gesamten Dokumentationsaufwand zu bewältigen.

Was macht Ihrer Meinung nach Ihr Team stark?
Wir haben eine familiäre Atmosphäre bei uns. Wir treffen uns auch privat – reden miteinander, feiern zusammen. Dann lässt es sich besser miteinander umgehen. Und wir diskutieren auch offen unsere Probleme. Ich glaube, das ist es, was uns stark macht.

Wo sehen Sie Gründe für den mitunter noch schlechten Ruf von Pflegediensten?
Pflege ist nichts anderes als eine Dienstleistung. Und da muss man sich anstrengen. Da kann man kaum reich werden. Ich denke, das unterschätzen manche, die sich in diesen Bereich begeben und damit Geld verdienen wollen.

Des Weiteren: Die Preise werden manchen Angehörigen oder Pflegebedürftigen anfangs für bestimmte Handlungen als zu hoch angesehen. Hier hilft das Gespräch mit den Kunden und eine wirklich gute Pflege und Betreuung. Nur so kann man die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen für sich gewinnen.

Was hat sich für Sie geändert seit der Gründung Ihres Pflegedienstes?
Ich denke, die Herausforderungen sind größer geworden – quantitativ und qualitativ. Es ist schon schwierig, stets unter Zeitdruck zu arbeiten und trotzdem den persönlichen Bezug zum Kunden nicht zu verlieren.
Früher war das aus meiner Sicht ein wenig entspannter. Und trotzdem setzen wir alles daran, individuell zu pflegen und zu betreuen.

Was macht für Sie individuelle Pflege aus?
Wir sind ein kleines Team und haben ein relativ stetiges Personal. Die Fluktuation ist bei uns gering. Wir erreichen die Qualität durch kontinuierliches und beharrliches Arbeiten. Der Patient hat es dadurch auch leichter, sich fallenzulassen. Denn: Er weiß, wer kommt und hat zur Pflegekraft Vertrauen aufgebaut.

Was sagen Sie zum Vorhaben der generalistischen Pflegeausbildung in der Zukunft?
Grundsätzlich finde ich es gut, wenn die Ausbildung auf breitere Füße gestellt wird. Wir haben ja selbst Auszubildende bei uns in der Firma. Es fehlt manchmal das medizinische Grundwissen bei den Pflegekräften.
Es gibt ja zum Beispiel auch jüngere Leute mit Akutkrankheitsbildern – da ist es gut, wenn hier mehr Inhalte in die Ausbildung einfließen. Ich fahre nicht zuletzt auch deshalb heute immer noch mit raus zu den Patienten, um selbst genau zu wissen, wie es den einzelnen Menschen geht.

Was ist für Sie persönlich Glück?
Ich bin dann glücklich, wenn alle gesund sind – in der Familie und im Unternehmen. Fühlen sich die Mitarbeiter wohl, dann fühle auch ich mich wohl und bin glücklich.

Frau Naber, vielen Dank für das Gespräch.

Kontakt:

Häuslicher Pflegedienst „Schwester Andrea Berkner“
Inhaberin: Schwester Sandra Naber
Otto – Lilienthal- Strasse 9
17268 Templin
Telefonnummer: (03987) 54830
Telefaxnummer: (03987) 54830
E-Mail: pflegedienst.templin@gmx.de

Interview mit Patrick Bolanz

Patrick Bolanz ist der Inhaber des Freiburger Pflegeservice.

Herr Bolanz, wie verlief Ihr beruflicher Werdegang vor der Gründung des Pflegedienstes?
Ursprünglich wollte ich gar nicht in die Pflege. Nach meinem Schulabschluss habe ich an einer weiterführenden Wirtschaftsschule eine kaufmännische Ausbildung absolviert – unter anderen in Rechnungswesen und Buchführung. Das war 1989.
Danach war ich im Konzern Beiersdorf AG und habe im Einkauf gearbeitet. Das entsprach aber nicht so ganz meinen Vorstellungen. Es war einfach nicht mein Ding.

Was war denn Ihr Ding?
Das musste sich erst noch herausstellen. Über Empfehlungen von Freunden begann ich dann, in einem Pflegeheim zu arbeiten.
Das war schon eher mein Ding, um mal bei der Wortwahl zu bleiben.

Warum?
Hier ging es um Menschen, denen ich helfen konnte. Das machte mir Spaß. Also fing ich dort noch einmal eine Ausbildung zum examinierten Altenpfleger an, die ich Mitte der 90 – er Jahre abschloss.

Sind Sie danach im Pflegeheim geblieben?
Nein. Ich bin ziemlich direkt nach meiner Ausbildung in einen ambulanten Pflegedienst gewechselt. Das lag mir noch mehr.
Ich blieb in dem Pflegedienst ca. zwei Jahre und habe mir sehr viel praktisches Wissen aneignen können.
Übrigens: Vor allem in der Zeit der Ausbildung habe ich mich stark kulturell betätigt.

Was genau haben Sie gemacht?
Ich habe Techno – Veranstaltungen organisiert. Das war die Zeit, als die Love-Parade in Berlin sehr angesagt war.
Gemeinsam mit einem Partner konnten wir richtig große Live-Veranstaltungen auf die Beine stellen.
Organisation und Management dieser Konzertveranstaltungen waren schon eine Herausforderung. Das hat mir wiederum genutzt, wenn ich daran denke, wie wichtig zum Beispiel das Marketing ist, unabhängig davon, in welcher Branche man arbeitet.
Wenn ich heute zurückdenke, so sind es besonders drei Kernkompetenzen, in denen ich starke Fähigkeiten entwickeln konnte.

Welche sind das?
Im Marketing, Verkauf und in der Pflege.
Wo haben Sie das Verkaufen gelernt?
Ich habe für ein großes Unternehmen international gearbeitet und Kunden im Bereich der Werbung und des Marketings beraten. Das war sehr hart. Und es war sehr lehrreich.
Allerdings es eben auch sehr anstrengend. Ich war auf der ganzen Welt unterwegs, immer vor Ort – also dort, wo auch der Kunde war.
Es kam die Zeit, da wollte ich einfach wieder Zuhause sein, mich dort beruflich etablieren.

Wie kamen Sie darauf, Ihren eigenen Pflegedienst zu gründen?
Nun, ich hatte in der Zwischenzeit viele Erfahrungen sammeln können. Unternehmerisch denken und handeln, das Marketing im Blick haben und das Wichtigste – den Menschen wirklich in den Mittelpunkt des Geschehens stellen. Das wollte ich – mit meiner Konzeption von Pflege und Betreuung und meinem Team, das mit mir mitzieht.
Das war 2005 soweit. In dem Jahr habe ich meinen eigenen Pflegedienst gegründet.

Was ist Ihnen am Anfang leicht gefallen und wo hatten Sie Schwierigkeiten?
Ich formuliere es mal so: Die anstehenden Herausforderungen insgesamt bewältigen, die wirklich eigene Philosophie erarbeiten und umsetzen. Das hat schon gedauert.

Was macht Ihr Team aus?
Wir sind ein kleines Team. Uns treibt die persönliche kontinuierliche Betreuung um. Der Pflegebedürftige soll wirklich zu dem einzelnen Mitarbeiter einen persönlichen Bezug, bei dem Vertrautheit entsteht und schließlich daraus Vertrauen erwächst.

Wo sehen Sie Gründe für den mitunter noch schlechten Ruf von Pflegediensten?
Ich glaube, der Hauptgrund ist, dass die Betreuungskräfte zu oft wechseln. Besonders in den großen Einrichtungen. So kann nur schwer individuelle Pflege realisiert werden. Das macht die Pflegebedürftigen, deren Angehörigen und auch die Mitarbeiter unzufrieden.

Was macht für Sie individuelle Pflege aus?
Den Menschen dorthin stellen, wo er tatsächlich hingehört – in den Fokus unseres Denkens und Handelns.
Die persönlichen Ansprüche des zu Pflegenden können so bestmöglich mit den Notwendigkeiten in der Pflege verknüpft werden. Wir haben eine Patientin, die wir bereits das elfte Jahr betreuen. Wir machen dort alles – Pflege, den Einkauf, Behördengänge und vieles mehr. Kurzum: Wir kümmern uns individuell und persönlich.

Was hat sich für Sie geändert seit der Gründung Ihres Pflegedienstes?
Die größte Veränderung besteht wohl darin, dass wir mehr Anfragen haben, als wir tatsächlich zu leisten in der Lage sind.
Hier geht es darum, den Blick für die Qualität ganz besonders zu schärfen.

Was sagen Sie zum Vorhaben der generalistischen Pflegeausbildung in der Zukunft?
Ich habe mich mit dem Modell noch nicht tiefgründig beschäftigen können. Es steht jedoch eines fest: Wir brauchen sehr flexible Arbeitskräfte. Insofern ist eine breite Ausbildung gut.
Andererseits stellen wir in der Praxis fest, dass manchmal eine Pflegefachkraft mit dem fachlichen Background einer ausgebildeten Krankenschwester überfordert ist von den Anforderungen in der täglichen Altenpflege. Hier gilt es also, den Fokus auf der Altenpflege zu belassen.

Was macht für Sie persönlich Glück aus?
Glück ist für mich, wenn ich morgens ins Büro gehe und sehe, was sich entwickelt hat.  Glück ist für mich auch zu sehen, wie eigenständig und eigenverantwortlich mein Team agiert – aufgrund der flachen Hierarchien und einer offenen und herzlichen Atmosphäre untereinander.
Das macht mich nicht nur glücklich, sondern auch stolz.

Herr Bolanz, vielen Dank für das Gespräch.

INTERVIEW MIT SABRINA OCHS

Sabrina Ochs ist in der Familien - und Seniorenbetreuung für die Geschäftsleitung zuständig. Die Familien- und Seniorenbetreuung Ochs GmbH ist ein Franchise- Partner von Home Instead Seniorenbetreuung und sehr erfolgreich. Sie zählt mit 70 Mitarbeitern zum Kreis der mittelständischen Arbeitgeber im Hochtaunuskreis.

INTERVIEW MIT SABERINA OCHS

© Dr. Uwe Müller

Wie verlief Ihr beruflicher Werdegang vor der Gründung des Pflegedienstes?

1998 habe ich mein Fachabitur in Wirtschaft gemacht. Daran schloss sich eine zweijährige Ausbildung als Groß- und Außenhandelskauffrau an.

Anschließend habe ich für vier Jahre Betriebswirtschaft studiert.

Mein erster verantwortungsvoller Job war der einer Vorstandsassistentin bei einem großen Maschinenbauhersteller.

2012 wurde ich Mama. Im Jahr 2011 spielten mein Mann und ich mit dem Gedanken, in die Pflege zu gehen. Das haben wir dann 2012 in die Tat umgesetzt.

Was war die Initialzündung dafür als selbstständige Unternehmerin in die Pflege zu gehen?

Ein wichtiges Motiv für die Entscheidung war, dass ich erlebt habe, wie meine Oma zuhause alt wurde. Wir haben sie bis zum Schluss gepflegt und betreut. Das war ein prägendes Erlebnis zu sehen, wie wohl sie sich im Kreise der Familie gefühlt hat.

Wie alt ist sie geworden?

91 Jahre

Spielten weitere Faktoren eine Rolle?

Ja. Wir wollten in einen Wachstumsmarkt einsteigen. Wichtig war uns auch, verlässliche Preisabsprachen zu treffen, die nicht beliebig verändert werden können.

Was meinen Sie genau?

Nun mein Mann und ich wurden in unserer früheren Vertriebstätigkeit oft mit der Tatsache des sogenannten Preisverfalls konfrontiert. Das wollten wir nicht mehr. In der Branche, in der ich nun arbeite, gibt es keine Preisverhandlungen, sondern fest vereinbarte Stundensätze.

Und es kam noch ein Umstand hinzu: der Wegfall der Zivildienstleistenden.

Sie haben ja sehr viel in der Betreuung von Pflege- und Hilfsbedürftigen getan- von jungen und alten Menschen. Diese Lücke in der Nachfrage musste ja ebenfalls geschlossen werden.

Wir haben heute 70 Mitarbeiter – darauf sind wir stolz. Immerhin zählen wir damit zu einem mittelständischen Unternehmen im Hochtaunuskreis und sind ein angesehener Arbeitgeber.

Aus heutiger Sicht muss ich selber sagen: Eine Entscheidung für die Gründung, die ich nicht bereut habe, die aber auch viel Mut erforderte.

 

Können Sie das näher erläutern, mit dem Mut?

Nun ja, wir haben komplett bei „null“ angefangen und das mit einem neugeborenen Baby. Das war schon eine Herausforderung.

 Respekt. Das ist eine beachtliche Leistung. Darauf können Sie wirklich stolz sein.

Ja, das sind wir auch. Es gab natürlich auch schwere Momente.

So verstarb kurz nach Vertragsunterzeichnung für eine 24 Stundenbetreuung eine Kundin. Und da war die Auftragslage gerade nicht so gut.

Das hat schon viel Optimismus und Energie gekostet, gerade in solchen schweren Momenten weiterzumachen.

Was macht für Sie ein starkes Team aus?

Da gehört für mich dazu: Vertrauen, Loyalität und Flexibilität.

Und ein offenes und herzliches Miteinander.

Natürlich ist es uns wichtig, dass alle an einem Strang ziehen, sich mit dem Unternehmen identifizieren und eigenständig an der Weiterentwicklung unserer Vorhaben kreativ mitwirken.

Wir wollen motivierte Mitarbeiter. Betreuungskräfte, die Spaß an der Arbeit haben, mit dem Herzen dabei sind. Das ist gut für das Team und es wirkt sich enorm auf die Qualität in der Betreuung aus.
Wie wichtig ist Ihnen die Zusammenarbeit mit Frau Vallerien, Ihrer Pflegedienstleitung?

Sehr wichtig. Unsere PDL ist ein sehr positiver Mensch. Sie ist motiviert und reißt mit Ihrer positiven Art andere Mitarbeiter mit. Sie agiert sehr professionell – zum Wohle der Kunden aber auch zum Vorteil des Unternehmens.

Wir arbeiten sehr harmonisch miteinander in einer Atmosphäre, die ehrlich ist, offen und von gegenseitigem Respekt getragen wird.

Es macht mich übrigens auch stolz, wenn Frau Vallerien sagt: Ich möchte nie wieder zurück ins Krankenhaus. Das zeigt mir, dass sie sich bei uns wohl fühlt. Wir unternehmen auch das Ein oder Andere zusammen – zum Beispiel Mittagessen, Gespräche führen, einfach in offener und freier Atmosphäre über Probleme, Herausforderungen, Erfolge und weniger erfolgreiche Dinge reden.

Was ist Ihnen am Anfang leicht gefallen und wo hatten Sie Schwierigkeiten, hineinzuwachsen?

Der Anfang musste natürlich erst einmal bewältigt werden. Ich hatte damals gerade meinen Sohn bekommen, der ja auch versorgt und betreut werden musste.

Und trotzdem ging es darum, den beruflichen Neuanfang zu bewältigen.

Insgesamt hat keiner in der Familie darunter gelitten. Und das freut mich natürlich aus heutiger Sicht.

Was macht für Sie individuelle Pflege und Betreuung aus?

Individuelle Betreuung heißt für uns zum Beispiel: Wir können innerhalb von einer halben Stunde reagieren, wenn uns jemand anruft, weil er einen Notfall zuhause hat – schnell Betreuung oder Hilfe benötigt.

Wir haben ja sehr flexible Betreuungszeiten – von zwei bis 24 Stunden.

Wir können uns also tatsächlich sehr individuell auf den jeweiligen Bedarf einstellen.

Und: Wir sind in der Beratung sehr darauf bedacht, den Ratsuchenden so zu informieren, dass er für sich eine Lösung erkennt und mit den notwendigen Informationen versorgt ist.

Unsere Erstberatung ist grundsätzlich kostenlos – unabhängig davon, ob der Kunde sich für uns eine andere Einrichtung entscheidet.

Was ist für Sie persönlich Glück?

Wenn Familie und berufliche Anforderungen miteinander harmonieren, dann bin ich glücklich.

Außerdem macht es mich  glücklich, wenn unsere Kunden es sind und diese mir es durch ein einfaches Lächeln oder ein liebes Wort zeigen.

Und noch besser: Unsere Kunden und deren Angehörigen sind glücklich mit uns und unserer Leistung– dann sind wir es auch.

Frau Ochs, vielen Dank für das Gespräch.

 

 

 

INTERVIEW MIT VERA DAHLMANN

Vera Dahlmann ist die Inhaberin der Häuslichen Alten- und Krankenpflege in Homberg Efze 
Das Intverview führte: Dr. Uwe Müller

Frau Dahlmann, wie verlief Ihr beruflicher Werdegang?
Ich habe gleich nach dem Abschluss der Realschule im Jahr 1984 ein dreizehnmonatiges Praktikum in einem Altenheim begonnen, in Schwalm-Eder- Kreis. Das war wichtig, damit ich überhaupt eine Ausbildung zur Altenpflegerin beginnen konnte. Nachdem ich die Zusage erhielt, war ich für zwei Jahre in Frankfurt/Main und habe dort die Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin absolviert – von 1985 bis 1987. 1988 habe ich dann in dem Beruf auf einer Sozialstation beim Deutschen Roten Kreuz begonnen zu arbeiten. 1990 kam mein Sohn zur Welt. Danach war ich gezwungen, mehr zu Hause zu bleiben und konnte nur aushilfsweise arbeiten. Das habe ich in der mobilen Pflege getan. Im September 1991 habe ich mich selbstständig gemacht.

Schon mit dem Pflegedienst, deren Inhaberin Sie heute sind?
Nein. Ich habe damals mit einem anderen Pflegedienst zusammengearbeitet. Da, wo ich gebraucht wurde. Zwei Jahre später, 1993, habe ich die Zulassung für den heutigen Pflegedienst beantragt.

Was war die Initialzündung dafür, in die Selbstständigkeit zu gehen?
Nun, die Arbeit in der Pflege, mit den Menschen, das war es schon, was mir Spaß machte. Ich hatte ja auch den Vergleich zur Sozialstation und fand, dass man sich in der ambulanten Pflege besser um die Pflegebedürftigen kümmern konnte. Das war individueller möglich und noch dazu in der eigenen häuslichen Umgebung, was sich natürlich die Mehrzahl der zu Pflegenden wünschte.

Würden Sie sich heute noch einmal entschließen, einen ambulanten Pflegedienst zu gründen, sich selbstständig zu machen?
Na ja, die Arbeit an sich bereitet mir nach wie vor viel Freude. Das ist schon der Beruf, den ich ausüben wollte. Allerdings würde ich heute nicht mehr in die Selbstständigkeit gehen.

Warum nicht?
Weil wir rund um die Uhr am Rudern sind. Nicht weil wir 24 Stunden für die Pflegebedürftigen und deren Angehörige da sind. Nein, das ist unsere Aufgabe, ja unsere Berufung. Was uns kaputt macht, das ist die übergroße Bürokratie, der Mangel an Pflegekräften.

Worauf führen Sie das zurück?
Ich glaube, die Politik muss sich hier noch stärker kümmern, schauen, wie sie die kleinen ambulanten Pflegedienste besser entlastet, was zum Beispiel die Dokumentation der Pflegeprozesse anbetrifft und die nötigen Rahmenbedingungen schafft – finanziell, organisatorisch, und: dass damit Pflegefachkräfte wieder gern zu uns kommen. Die Wertschätzung, in der Pflege und Betreuung zu arbeiten, für andere Menschen da zu sein, muss in der Gesellschaft wachsen. Und das können wir natürlich nur gemeinsam schaffen. Ich mache das, indem ich mich auch noch nach zwei Jahrzehnten intensiv um eine gute Qualität in der Pflege und Betreuung bemühe.

Was ist Ihnen am Anfang schwergefallen und was weniger?
Alles, was mit der Büroarbeit in Verbindung stand, das war nicht so mein Fall – die Abrechnung, die gesamte kaufmännische Seite oder die steuerliche Komponente. Pflegetechnisch, da war ich von Anfang mit Freude und Motivation dabei. Das hat sich bis heute nicht geändert.

Was verstehen Sie persönlich unter individueller Pflege?
Das ist für mich das, was es ermöglicht, die Wünsche der Pflegebedürftigen zu erfüllen.

Können Sie mal ein Beispiel nennen?
Ja, zum Beispiel, wenn jemand mal eine Tasse Kaffee mit mir trinken will und eine Frage hat. Dann kann es sein, dass ich es nicht gleich in dem Moment hinbekomme. Aber ich finde die Zeit dafür und das finden die Menschen gut, ja, das ist es, was das Vertrauen zu ihnen ausmacht. Oder jemand möchte mal eine Runde „Mensch ärgere dich nicht“ spielen. Dann sehen wir zu, wie und wann wir das organisiert bekommen. Das sind oft kleine Dinge. Doch genau die sind, die den Unterschied ausmachen.

Was ist für Sie persönlich Glück?
Ich bin glücklich, dass ich diesen Weg gegangen bin. Damals gab es noch keine Vergütung in der Ausbildung. Deswegen haben mich meine Eltern unterstützt.
Aber dennoch: Es macht mich schon glücklich, dass ich diesen Weg gewählt habe. Übrigens: Vom 13.01.2006 bis zum 07.07.2007 habe ich noch eine Weiterbildung zur leitenden Pflegefachkraft absolviert. Das war ja wichtig, damit ich die Anforderungen an die Führung eines Pflegedienstes erfüllte.

Wieviel Mitarbeiter haben Sie heute eigentlich?
Wir sind ein kleines Team. Wir wollen den Anspruch jederzeit verwirklichen können, den wir an uns haben und den die Pflegebedürftigen ebenfalls uns gegenüber äußern – nämlich der unmittelbare Ansprechpartner zu sein, die Qualität und Individualität in der Pflege und Betreuung zu wahren. Wir haben zurzeit drei examinierte Pflegefachkräfte, eine Krankenpflegehelferin, eine Altenpflegehelferin, je nach Situation mehrere Aushilfen und einen kaufmännischen Angestellten.

Suchen Sie denn Pflegekräfte?
Ja, wir suchen examinierte Pflegefachkräfte für den ambulanten Bereich und Hauswirtschaftskräfte, zum Beispiel auch für Betreuungsaufgaben. Wichtig ist, dass derjenige, der mit uns zusammen arbeiten möchte, gern pflegt und betreut, nicht nur fachliche Kompetenz aufweist, sondern auch mit dem Herzen dabei ist. Das ist wichtig für die Atmosphäre, die wir untereinander pflegen und natürlich für die zu Pflegenden.

Frau Dahlmann, ich danke Ihnen für dieses Gespräch.

Kontakt:
Häusliche Alten- und Krankenpflege Vera Dahlmann
Inhaberin: Vera Dahlmann – Weißing
Ziegenhainer Str. 19
34576 Homberg Efze
Telefon: 05681 – 93 92 35
Telefax: 05681 – 93 92 37
E-Mail: info@pflegedienst-dahlmann.de
Homepage: http://www.pflegedienst-dahlmann.de

Interview mit Daniel De Paola

Daniel De Paola ist Inhaber der Firma PROMEDICA PLUS Erkrath
Das Interview mit ihm wurde am 26. Juli 2016 geführt.

Herr De Paola, wie verlief Ihr beruflicher Werdegang vor der Gründung Ihres Pflegeunternehmens?
Ich habe nach meiner Schulzeit eine Ausbildung im Einzelhandel absolviert. Anschließend war ich in verschiedenen Positionen tätig – als Marktleiter eines Discounters oder stellvertretender Abteilungsleiter in einem großen Warenhaus.

Wie lange waren Sie in diesen Bereichen tätig?
Insgesamt ca.15 Jahre. Für mich war das eine tolle Phase. Ich habe an den Entwicklungsprozessen teilhaben können. Vor allem habe ich erlebt, wie präzise Ablaufprozesse in einem Discounter organisiert werden.

Warum hat es Sie dann rausgetrieben?
Ich wollte tatsächlich raus. Einfach mehr mit Menschen direkt zu tun haben, das war mein Wunsch. Über einige Umwege bin ich dann auf die Pflege gestoßen.

Welche Umwege waren das?
Nun, ich habe mich von einem Franchise- Berater in der Suche unterstützen lassen.

Warum Franchise?
Da waren zwei Aspekte. Zum einen hatte ich ja die Erfahrung aus dem Einzelhandel, dass vorkonfigurierte Prozesse und Abläufe ihre Vorteile haben – du kannst all die Erfahrungen mitnehmen, die dort enthalten sind.
Des Weiteren: Ich musste zwar investieren, aber ich wusste genau, worauf ich mich einlasse. Das war für mich finanziell ja auch nicht ganz unwichtig. Schließlich wollte ich davon leben und meine Familie ernähren.

Und wie sind Sie auf die Pflege gekommen?
Auch das hatte wieder mehrere Gründe. Mein Großvater hat zu mir gesagt:“ Junge arbeite in einem Bereich, in dem du immer gebraucht wirst.“ Der Pflegemarkt wird sich weiter entwickeln. Die Nachfrage nach guter Pflege und Betreuung ist in den letzten Jahren weiter gestiegen. Und damit das Problem der Nachfrage nach guten Pflegekräften. Aber den Ausschlag hat etwas Anderes gegeben.

Nämlich?
Ich komme aus einer Familie, in der der christliche Glaube eine große Rolle spielt. Der Gedanke, anderen Menschen zu helfen, geboren aus der Überzeugung der christlichen Nächstenliebe, das war es, was mich letztlich dazu gebracht hat, etwas in diesem Bereich zu tun. Bei Promedica Plus kam begünstigend hinzu, dass alle Prozesse zertifiziert sind – zum Beispiel die vertraglichen Inhalte geklärt sind und ich nicht bei null in diesem Zusammenhang beginnen musste.
Außerdem: Ich wollte etwas mitentwickeln. Und das konnte ich in der Pflege sehr gut.

Haben Sie Ihren Weg bereut?
Nein. Ich mache heute das, was ich mir immer gewünscht habe. Ich kann wirklich Gutes tun für Menschen, die es allein nicht schaffen in der Versorgung und Betreuung von Pflege- und Hilfsbedürftigen, und das zu einem fairen Preis -Leistungsverhältnis.
Ich wohne heute in Nord-Rhein-Westfalen, einem Bundesland, in dem ich mich sehr wohl fühle, mit den Menschen gut klar komme.
Meine Frau selbst stammt ebenfalls aus dieser Gegend – aus Düsseldorf.

Was macht denn das Besondere aus bei diesem Menschenschlag?
Ich will Ihnen ein Beispiel nennen. Sollten Sie mal nach Köln kommen und gehen abends in die Kneipe um die Ecke, könnten Sie erleben, dass diese brechend voll ist. Und dann kommt das, was den Unterschied macht: Woanders machen sich die Menschen breiter, damit sich bloß keiner an ihren Tisch setzen kann.
In Köln rücken die Gäste zusammen, winken Sie an den Tisch und Sie dürfen sicher sein: Sie erleben einen fröhlichen Abend.

Was ist Ihnen am Anfang leicht gefallen und wo mussten Sie sich richtig reinknien, als es um Ihr Unternehmen ging?
Leicht fiel mir der Kontakt mit Menschen, ihnen das Leistungsportfolio zu erklären und die Vorteile der 24 Stunden Betreuung aufzuzeigen.

Und was ging nicht so von der Hand?
Ich musste mich daran gewöhnen, Personalverantwortung zu tragen, und zwar bis zur letzten Konsequenz. Das ist ja doch noch etwas Anderes, als das bei einer Führungskraft in Anstellung der Fall ist.

Würden Sie sich heute wieder für Ihren Weg entscheiden?
Ich denke schon. Natürlich: Manches würde ich im Detail vielleicht anders angehen. Aber grundsätzlich kann ich auf Ihre Frage nur mit einem klaren „Ja“ antworten. Es wird stets neue Herausforderungen geben, Weggabelungen sozusagen, an denen sich die Frage stellt:
„Ist es richtig, weiterzugehen?“

Und, ist es richtig?
Ja. Ich habe investiert, ich glaube an das Konzept, mein Herzblut steckt in dem Projekt. Zum Schluss zählt für mich, dass der Kunde sagt: „Danke für Ihre Hilfe, Ihre Fürsorge, einfach Ihre Zeit.“
Dann habe ich alles richtig gemacht und ich bin selbst auch zufrieden.

Worauf richten Sie heute besonders Ihre Aufmerksamkeit?
Ich bin viel ruhiger geworden. Dafür konzentrierter und fokussierter, einfach zielführender. Meine Erfahrung ist, dass ich heute mit der nötigen Ruhe und manchmal auch Gelassenheit viel mehr erreiche. Und darauf kommt es an.
Also auf den Punkt gebracht: Mit möglichst überschaubarem Einsatz, viel erreichen; einfach alles für die Kunden zu tun, da zu sein, wenn sie Hilfe brauchen.
Und ich richte meine Aufmerksamkeit auch auf meine Familie. Sie ist mir wichtig. Für sie arbeite ich und strenge mich täglich an.
Im September dieses Jahres feiern wir unser fünfjähriges Bestehen. Und: Wir wachsen weiter. Ich bin ja für die Bereiche Erkrath Hilden, Haan und Umgebung tätig. Neben einem Büro in Erkrath, dem zweiten Büro in Haan – übrigens auch gleichzeitig mein Wohnsitz – kommt im September das dritte Büro in Hilden hinzu.

Also genau passend zu Ihrem ersten runden Jubiläum?
Ja, genau. Das ist etwas, was mich sehr stolz macht.

Herr De Paola, was ist für Sie persönlich Glück?
Mein Alltag ist so, dass ich keinen Urlaub brauche.

Also müssen Sie gar nicht in den Urlaub fahren?
Doch, natürlich schon. Irgendwann muss ich mich auch zurückziehen, erholen und frische Kräfte sammeln. Keinen Urlaub zu brauchen – das habe ich gesagt, weil es mein inneres Lebensziel wiedergibt, weil ich einfach meinen Job unheimlich gern tue.
Aber ich bin schon glücklich – im Beruf und privat.
Ich werde noch einmal Vater – ein wunderbares Gefühl.

Herr De Paola, ein sehr schöner Abschluss.
Vielen Dank für das Gespräch.

Kontakt:
PROMEDICA PLUS Erkrath
Kirchstraße 26
40699 Erkrath
Tel. +49 (0) 211 – 43 63 63 06
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Sven Eichler-Jähnige im Interview

Sven Eichler-Jähnige ist der Inhaber von PROMEDICA PLUS Limbach-Oberfrohna Betreuung und Pflege Daheim.

Herr Jähnige, wie verlief Ihr beruflicher Werdegang vor der Gründung des Pflegedienstes?
Ich habe die Polytechnische Oberschule besucht und nach 10 Jahren mit der Reifeprüfung beendet. Daran schloss sich eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann an.
Das ist in der Zeit von 1991 bis 1994 gewesen. Danach war ich in dem Betrieb, in dem ich ausgebildet wurde, tätig.

Was haben Sie dort gemacht?
Ich war für den Verkauf von Baustoffen, zum Beispiel Dachbaustoffen, Baustoffen, Maschinen und Werkzeugen zuständig. Dort habe ich ca. 5 Jahre gearbeitet. Dazwischen lag noch die Zeit bei der Bundeswehr. Anschließend habe ich noch eine Ausbildung zum Verkaufsleiter eines Einzelhandelsunternehmens absolviert. Und danach war ich dort auch tätig, bin bis zum Regionalleiter aufgestiegen. 2013 kam dann ein Neustart: Ich durchlief noch einmal eine Ausbildung – die zum examinierten Altenpfleger.

Warum dieser Bruch?
Nun, das ist kein Bruch. Vielmehr: Ich wollte etwas komplett Neues anfangen, da wo ich mehr Einfluss auf die eigene Entwicklung hatte. Und: Ich wollte unbedingt Menschen helfen, für sie da sein. Das war mein stärkstes Motiv.

Was war die Initialzündung dafür als selbstständiger Unternehmer zu agieren?
Ich bin da ja schon ein wenig drauf eingegangen. Mir ging es darum, etwas Gutes zu tun. Und ich wollte selbst gestalten können, meinen eigenen Weg dabei gehen, wenn ich schon sehr viel arbeiten muss.
Da kam mir der Zufall ein wenig zu Hilfe, denn ich bekam Kontakt mit Promedica Plus. Nachdem ich mich sehr intensiv mit dem Unternehmen und seiner Philosophie beschäftigt hatte, stand mein Entschluss fest: Ich wollte mit diesem Unternehmen partnerschaftlich zusammenarbeiten – in der 24 – Stunden – Betreuung von Pflege – und Hilfsbedürftigen.
Ich gründete also am 01.04.2014 mein eigenes Unternehmen: Promedica Plus Limbach- Oberfrohna Betreuung und Pflege Daheim“.

Was ist Ihnen am Anfang leicht gefallen und wo hatten Sie Schwierigkeiten?
Das war für mich eher ein kontinuierlicher Prozess des Hineinwachsens. Ich konnte aus dem Erfahrungsschatz von Kollegen schöpfen und erhielt viel Unterstützung. Natürlich ging es anfänglich darum, Buchhaltung, Verwaltung zu installieren.
Das Geschäftsmodell musste bekannt gemacht werden – das dauert ja auch seine Zeit. Mein Wille, die Ziele zu erreichen, Hindernisse zu überwinden waren ausschlaggebend dafür, dass ich das alles ganz gut gemeistert habe, so glaube ich. Ich wollte das unbedingt und dafür habe ich auch gekämpft. Allmählich bekomme ich einen gewissen „runden Lauf“ hinein.

Was macht für Sie individuelle Pflege und Beratung aus?
Die richtige Betreuungskraft zu finden, die für den Pflegebedürftigen passt – vom Krankheitsbild, der Kommunikation und den sich vor Ort konkret ergebenden Aufgaben.
Des Weiteren: die nötigen Hilfsmittel zu organisieren, bei weiteren Fragen in der Betreuung zu unterstützen. Im Ergebnis der Beratung muss ein konkreter Mehrwert für den Kunden feststehen. Er weiß dann genau, wo er steht, was er braucht, welche Hilfe und Unterstützung wir geben können.

Was würden Sie verändern in der Pflegepolitik?
Ich glaube, wir sind auf einem ganz guten Weg. Schauen Sie sich nur mal die Pflegestärkungsgesetze I und II an. Da hat sich extrem viel getan. Die Grundlagen sind gelegt. Jetzt geht es darum, mitzuhelfen, dass alles umgesetzt wird – zum Wohle unserer Kunden – der Pflege – und Hilfsbedürftigen.

Sind Sie glücklich mit dem, was Sie tun?
Die Arbeit macht mich glücklich. Sicher, es gibt auch mal schlechte Tage. Doch das, was ich tue, macht mich glücklich. Ein Lächeln, ein Dankeschön – das sind meine kleinen Glücksbringer.

Herr Jähnige, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Kontakt:
Promedica Plus Limbach-Oberfrohna Betreuung und Pflege daheim
Inhaber: Sven Eichler-Jähnige
Zum Lindenhof 6
09212 Limbach-Oberfrohna
Telefon: 03722 – 60 06 06
Mobil: 0151-644 27 98 3
E-Mail: limbach-oberfrohna@promedicaplus.de
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Interview mit Martina Lippert im August 2017

Martina Lippert ist die Gründerin des Pflegedienstes Martina Lippert GmbH.  Sie ist heute die geschäftsführende Gesellschafterin und hat die Pflegedienstleitung inne.

Frau Lippert, Sie haben im Interview  – des vergangenen Jahres folgenden Satz gesagt, als es darum über die Hürden Ihrer beruflichen und privaten Entwicklung zu sprechen: Ich war wie ein Segelboot – immer mit den Wellen und gegen den Wind. Sehen Sie das heute noch genauso?

Ja, natürlich. Der Umkehrschluss dieses Gedanken ist doch folgender: Wer nicht den Wind spürt, die Anstrengungen des Ringens mit ihm, der fühlt auch nicht, wie schön es ist, wenn die Wellen gegen die Bordwand schlagen, wie toll Wasser riecht, wie schön es überhaupt ist, sich für einen Kurs zu entscheiden, die nötigen Anstrengungen dafür unternehmen, dass wir nicht von ihm abkommen und dann eben die Früchte zu ernten.
Das ist ein wenig literarisch angehaucht, doch gibt vielleicht ganz gut meine Sicht auf die Dinge wieder, die ich erlebt habe.

Worauf sind Sie besonders stolz, wenn Sie heute zurückdenken an Ihren Weg, den Sie zurückgelegt haben?

Ich habe mich viel mit meinen Ängsten auseinandersetzen müssen, weil ich ja einen sicheren Arbeitsplatz für meine Selbstständigkeit aufgeben musste. Damals haben mich die Gemeindeschwestern in der evangelischen Sozialstation für verrückt erklärt, als ich sagte, ich wolle mich selbstständig machen. Heute gibt es die Sozialstation nicht mehr – die damals sicher geglaubten Arbeitsplätze sind nicht mehr da. Ich bin vor allem stolz darauf, dass ich durchgehalten habe.

Ist das eine Stärke von Ihnen?

Ich glaube schon. Ich beiße mich quasi in Sachen rein, beiße mich fest, und zwar solange, bis ich es so habe, wie ich es mir vorstelle. Natürlich kommen auch mal die Phasen der Depression, Zeiten, in den Zweifel an mir nagen und ich nicht weiß, wie es weitergehen soll.

Was machen Sie dann?

Wissen Sie, dazu kann man unendlich viel sagen. Die Situationen sind ja verschieden. Und manchmal kommt eben alles zusammen – es gibt Schwierigkeiten im Beruf und im Privaten läuft es mitunter eben nicht glatt. Deshalb ist es in solchen Momenten für mich wichtig, dass ich meine Selbstzweifel überwinde, wieder zur alten Stärke zurückfinde.

Und in der Anfangszeit, als ich den Pflegedienst gerade gegründet hatte, da stürzte wirklich viel auf mich ein. Ich musste Kunden finden, Ärzte überzeugen, dass ich die richtige Ansprechpartnerin für sie in Sachen Pflege bin und vieles mehr.

Kurz um: Ich habe mir gesagt – du bist ins kalte Wasser gesprungen, unter Wasser gewesen, aufgetaucht, und also muss du Luft holen und schwimmen.

Wie wichtig ist es heute für Sie, einem Mitarbeiter die Balance zwischen eigenverantwortlichen Handeln und teamorientierten Denken vorzuleben?

Sehr wichtig! Ich denke, jeder sollte die Chance bekommen, seinen Weg zu erkennen und diesen dann zu gehen. Dabei gebe ich Hilfestellung, bin ich der Coach. Natürlich geschieht das ebenfalls im Teamwork.

Was glauben Sie ist der Kern dessen, was eine gute Pflegekraft ausmacht?

Darüber sind ja schon ganze Abhandlungen verfasst worden. Im Kern geht es mir darum, dass derjenige, der bei uns arbeitet, die Menschen wirklich mag, die er pflegt und betreut. Das soll keine erzwungene, von außen bestimmte Liebe sein. Vielmehr sollte es der Mitarbeiterin oder dem Mitarbeiter Spaß machen, wenn sie sich den ganzen Tag mit Pflege und Betreuung befassen. Immerhin ist das ja gleichzeitig Lebenszeit. Übrigens für beide – die Pflegenden und die zu Pflegenden. Schon deshalb hilft die innere Einstellung, aus Lebenszeit parallel Lebensqualität zu generieren. Das ist mir wichtig. Ich gehe zum Beispiel heute noch ins Pflegeheim zu ehemaligen Kunden, spreche mit ihnen, schaue, dass es ihnen gut geht. Nur so bekommst du selbst ein gutes Gefühl, spürst den echten Reichtum, den dir diese vielleicht kleine Situation, das Gespräch mit dem Pflegebedürftigen, verschafft. Man kann darüber viel reden. Es ist besser, man tut was, fragt sich, warum gerade die Situation jetzt so gut ist, also in dem Moment, in dem ich mit dem Patienten spreche. Übrigens: Genauso ist es, wenn man über den Umgang mit den Flüchtlingen nachdenkt. Es sind stets die kleinen Gesten, die Hilfe ausmachen. Ich bin eine Zeit lang in einen Unterstützerkreis für Flüchtlinge gegangen und habe Deutschkurse für Flüchtlinge gegeben. Aber Deutsch im Alltag – das, was so schwer zu lernen ist. Das lernt man vor allem durch sprechen, immer und immer wieder.

Was haben Sie daraus gelernt?

Durch Kommunikation werden Distanzen durchbrochen, imaginäre Ängste abgebaut. Und: Du lernst die Menschen kennen, erfährst, was sie hierhergeführt hat, wovon sie träumen, wie sie gelebt haben, was sie aufgeben mussten, mit ihrer Flucht. Ich habe zum Beispiel zusätzlich mit Flüchtlingen darüber gesprochen, wie diese ihren Haushalt organisieren, also faktisch mitgeholfen, den Flüchtlingsalltag in Deutschland zu meistern.

Was hat Ihnen das für die Pflege gebracht?

Es geht stets um Menschen. Menschen, denen du hilfst und sie kennen lernst, durch sie genauso etwas lernst. Wir brauchen für die nächsten Jahrzehnte gut ausgebildete Fachkräfte. Warum sollte darunter nicht jemand sein, der heute noch dabei ist, sich in unsere Gesellschaft zu integrieren?

 Da gebe ich Ihnen Recht. Was glauben Sie, warum sind Sie eine gute Unternehmerin?

Das werde ich so nicht sagen. Das können nur andere entscheiden. Ich denke, dass ich sehr genau die Fäden ziehe und gleichzeitig da bin für die Mitarbeiter, wenn es Fragen gibt. Wir führen ein offenes Büro. Meine Tür steht immer auf. Ich bin stets ansprechbar. Dieses Gefühl brauchen meines Erachtens nach die Mitarbeiter, nämlich das Vertrauen, dass in schwierigen Situationen jemand da ist, der hilft, einen Rat gibt, unterstützt.

Wenn Sie in einem Satz zusammenfassten müssten, was den Kern individueller Pflege ausmacht, was würden Sie sagen?

Menschen zugestehen, in ihrer Wohnung so zu leben, wie sie es selbst wollen.

Frau Lippert, Sie engagieren sich im gesellschaftlichen Leben, sind gewählte Vertreterin der Stadt Lingen. Was treibt Sie an?

Wenn ich ehrlich bin: Es gibt Tage, da treibt mich gar nichts an. Da will ich mich am liebsten nur um meine Firma kümmern. Doch es ist ja so: Wir können nicht nur den Tag rauf und runter sprechen, wie wichtig Pflege ist. Da stimmt jeder zu. Aber sich für bestimmte Probleme einsetzen, darum kämpfen, dass sich etwas verändert, das ist mir wichtig.

Was soll sich denn ändern?

Zuerst die Einstellung zur Frage der Pflege und Betreuung. Wir alle sind davon betroffen. Zudem hat in der Regel jeder in der Familie jemanden, um den man sich kümmern muss. Wenn wir es schaffen, hier das Denken zu verändern, dann bewirken wir  mehr Handeln, mehr Engagement.  

Sie sind aktives SPD-Mitglied. So kurz vor den Wahlen: Hat die SPD schon alles getan in Sachen Pflege und Betreuung?

Nein. Sicher nicht. Das ist aber nicht der Punkt.  

Sondern?

Dass wir die richtigen Probleme herausfiltern, analysieren, Konzepte entwerfen und abgleichen mit der Wirklichkeit, also auch den finanziellen Möglichkeiten. Dafür bin ich aktiv. Ich will genauso meiner Enkeltochter zeigen, dass es nicht reicht zu reden, sondern dass man was tun muss für die Verwirklichung seiner Ziele und der gesellschaftlichen Vorhaben.

 

Frau Lippert, das ist ein gutes Schlusswort.

Ich danke Ihnen für das Gespräch.

 

Kontakt:
Pflegedienst Lippert GmbH
Martina Lippert
Geschäftsführende Gesellschafterin
Lindenstraße 1a
49808 Lingen
Tel.: 0591 / 80740990
Fax: 0591 / 67674
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http://www.pflegedienst-lingen.de

 

 

 

 

 

INTERVIEW MIT MARTINA LIPPERT

Martina Lippert ist die geschäftsführende Gesellschafterin des Pflegedienstes Lippert GmbH.
Interview geführt am: 06.09.2016

Frau Lippert, können Sie mal wesentliche Stationen in Ihrem beruflichen Werdegang schildern, bevor Sie Ihr eigenes Unternehmen gegründet haben?

Ich habe 1986 als Aushilfe in der Ambulanten Krankenpflege in einer Diakonie in Lingen angefangen.
Und das war auch schon ein sogenannter Knackpunkt für mich.

Was meinen Sie?

Nun, ich wurde nur stundenweise beschäftigt, hatte kein Auto und wurde gerufen, wenn es Arbeit gab.
Das war anfangs für mich in Ordnung, jedoch später hätte ich gern eine Festanstellung gehabt.
In Lingen gab es 5 Gemeindekrankenschwestern der evangelischen Kirchengemeinden.
Die Stimmung untereinander war sehr gut; was fehlte, das war die Kundenorientierung. So erinnere ich mich, dass mal eine Mitarbeiterin fragte, ob sie auch am Wochenende  Patienten besuchen müsse. Damit waren ja die Patienten und die Angehörigen sich faktisch am Wochenende überwiegend selbst überlassen – mussten sich also selbst versorgen. Für mich aber war es selbstverständlich, die Patienten abends und am Wochenende weiter zu versorgen. Diese Einstellung haben heute ebenso meine Mitarbeiter in unserem Unternehmen. Anders ist ja individuelle Pflege gar nicht machbar. Oder ein anderes Beispiel: Wenn ich gerufen wurde, musste ich ja zu den Patienten kommen. Also brauchte ich einen Dienstwagen. Der wurde mir aber als Aushilfekraft nicht bewilligt.

Dabei waren es ja ca. 16 Patienten, die ich zu versorgen hatte – zu unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlichen Orten.
Schließlich bekam ich doch noch ein Dienstauto. Da hatte ich etwas Glück, denn der Zuschuss dafür war wohl schon bewilligt und so musste in ein Fahrzeug investiert werden, wenn die Gelder nicht verfallen sollten.
Übrigens, als ich das Auto hatte, führte mich meine erste Dienstreise nach Hannover. Dort fand ein Kongress der DMSG – Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft. Ich erinnere mich, dass Rita Süssmuth die Präsidentin des Verbandes war. Aber was ich auch tat: Es gelang mir nicht, in eine Festanstellung zu kommen. Damals hörte ich stets den Satz: Sie sind verheiratet, haben drei Kinder und sind damit versorgt. Ich wollte eigentlich nur eine 20- Stunden- Stelle, aber es führte kein Weg dorthin.

Wann haben Sie eigentlich die Ausbildung zur Krankenschwester absolviert?


Von 1976 bis1979.
Ich war in der Zeit das erste Mal schwanger und habe trotzdem keinen Tag gefehlt.

Wie ging es weiter?

1979 bin ich mit meinem Lebensgefährten und späteren Ehemann nach Lübeck gezogen.
Ich habe dort für ein halbes Jahr auf einer Intensivstation in einem Diakonissenkrankenhaus gearbeitet – ich war für diese Arbeit aber noch zu jung. 1980 bin ich dann in eine Facharztpraxis für Psychiatrie und Psychologie gegangen.
Das waren tolle und vor allem wertvolle Jahre.

Warum?

Ich habe viel darüber gelernt, Menschen zu verstehen, die nicht so funktionieren, wie es unsere Gesellschaft verlangt.

Das war ja eine sehr lehrreiche Zeit für Sie, oder?


Ja, auf jeden Fall. Dort habe ich vieles an Wissen und Erfahrung mitgenommen, was ich heute noch gut im Umgang mit Demenzkranken nutzen kann.
Und ich habe zum Beispiel in der Zeit der Infusionstherapie viele Lebensgeschichten von Menschen gehört.
1983 bin ich nach Kiel mit meinem Mann gezogen.
Dort war ich hochschwanger und viel allein auf mich gestellt.
14 Tage vor der Geburt unserer Tochter musste mein Mann dienstlich nach München, um dort zu arbeiten.

Also keine leichte Zeit für Sie?


Nein, das nicht. Aber ich war wie ein Segelboot- immer quer gegen die Wellen und habe mich durchgebissen.
Im Oktober 1983 ging es dann ins Emsland, nach Lingen.
Lingen, das ist eine tolle Stadt, ruhig und familienfreundlich. Mitte 1986 habe ich dann begonnen, als Aushilfe in Lingen in zu arbeiten.
Wie gesagt, ich habe mich viel beworben, wollte festangestellt in meinem Beruf arbeiten. Im Sommer 1986 bewarb ich mich zum Beispiel auf eine vom Arbeitsamt ausgeschriebene Stelle für eine katholische Sozialstation. Ich war allerdings evangelisch,  und so bekam ich die Stelle nicht.  Aber: Ich war ein Jahr lang in einem katholischen Krankenhaus in Meppen als Aushilfe in der Nachtwache tätig. Anfang 1992  bin ich in einen ambulanten Pflegedienst gegangen und habe dort als Pflegedienstleitung gearbeitet – bei der Bürgerhilfe e.V in Lingen.

Wann kam bei Ihnen der Gedanke auf, sich selbstständig zu machen?


Der kam schon ziemlich früh, nachdem mir klar wurde, dass ich keine Festanstellung bekam. Da erfuhr ich, dass ein ehemaliger Kollege aus dem Krankenhaus Lingen die Zulassung zu einem privaten Pflegedienst erhielt. Und das, obwohl er keine  Erfahrung in der ambulanten Pflege besaß. Also ging ich ebenfalls zur Krankenkasse, um einen Antrag auf einen Pflegedienst zu stellen. Die Krankenkasse hat das zunächst abgelehnt.

Was gab die Kasse als Grund an?


Ich hätte für zwei Jahre Vollzeit  innerhalb der letzten zwei Jahre in einem Krankenhaus arbeiten müssen.
Dann habe ich mir aber die Unterstützung von der damaligen Frauenbeauftragten der Stadt Lingen geholt.
Wir gingen noch einmal zur Krankenkasse, legten unseren Standpunkt da, und siehe da, wenig später hatte ich die Genehmigung, einen eigenen Pflegedienst zu eröffnen.

Wann war das?


Ich bekam am 01.10.1994 die Zulassung und am 01.11. 1994 habe ich den Pflegedienst eröffnet.

Was war die Initialzündung dafür, dass Sie sich selbstständig machen wollten?

Die Ungleichbehandlung in der damaligen Zeit von Mann und Frau hat mich darauf gebracht. Ich wollte immer eine festangestellte Tätigkeit als Krankenschwester ausüben. Tatsächlich bekam ich aber immer wieder das Argument zu hören, dass ich ja eine Familie hätte, einen Mann und Kinder und so versorgt war.

Was fiel Ihnen leicht am Anfang Ihrer Selbstständigkeit und was war schwer für Sie?

Ich musste mir natürlich erst einmal einen Namen machen. Ich habe also Ärzte in  Lingen aufgesucht, mich vorgestellt und ihnen erklärt, dass ich auch abends und am Wochenende Patienten unterstützen will. Kurzum: Ich habe meine Hilfe und Unterstützung angeboten – da, wo sie gebraucht wurde. Wichtig war für mich,  betriebswirtschaftlich das Fundament für meine Firma zu schaffen. Ich habe mich also auch auf diesem Gebiet fortgebildet. Mehrere Jahre lang betrieb ich faktisch Selbstausbeutung, habe alle Pflege- und Betreuungsaufgaben selbst wahrgenommen, und ich habe neben meiner Pflegetätigkeit verschiedene Fortbildungen absolviert.

Was verstehen Sie unter individueller Pflege?

Individuell pflegen bedeutet, fachlich gut ausgebildet zu sein. Ich muss zum Beispiel rechtzeitig Gefahrenpotenzial erkennen, Maßnahmen dagegen beim Patienten einleiten und entsprechende Hilfe und Unterstützung anbieten. Wichtig ist auch, nicht allein zu agieren, sondern sich rechtzeitig Hilfe zu holen. Und: Man muss sich fachlich abgrenzen. Es gibt keine Alleskönner. Vielmehr geht es darum, die fachlichen Stärken und Kompetenzen anderer Kollegen mit in die Pflege und Betreuung einzubinden. Ein weiteres Merkmal individueller Pflege ist: den Pflegebedürftigen die Zeit widmen, die für Sie vorgesehen ist, und: ihnen mal ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken, ihnen einfach zuhören, mit ihnen über ihre Sorgen und auch Freuden  sprechen.

Frau Lippert, was ist für Sie Glück?

Wenn ich zufriedene Mitarbeiter habe. Inzwischen bin ich froh, dass ich meine Tochter an meiner Seite in der Geschäftsführung habe. Sie ist ein echtes Organisationstalent. Das entlastet mich natürlich sehr. Außerdem: Für mich gehört zum persönlich Glück die Gesundheit und frei entscheiden zu können.  

Es läuft also gut in der Geschäftsführung?

Auf jeden Fall. Natürlich hat alles seine Zeit. Meine Tochter, Anne-Christine Lippert,  musste sich ja auch in den vergangenen Jahren einarbeiten, sich zur PDL qualifizieren, sich betriebswirtschaftlich weiterbilden. Sie ist heute die Mitgesellschafterin und stellvertretende Pflegedienstleitung und leistet eine verlässliche Arbeit.

Würden Sie den Weg so noch einmal gehen?

Die Frage ist so schwer mit ja oder nein zu beantworten. Auf jeden Fall habe ich die Bürokratie unterschätzt, die mit dem Beruf der Pflege verbunden ist. Mir wäre daran gelegen, dass die eigentliche fachliche Seite der Pflege wieder mehr in den Vordergrund rückt. Aber grundsätzlich gesagt, ist die Pflege schon mein Leben. Ich besuche zum Beispiel heute noch Leute, die wir gepflegt haben, und die jetzt im Pflegeheim leben. Mich interessieren die Menschen, für die ich die Arbeit mache, deren Wohlergehen. Insofern ist das schon eine sehr schöne Arbeit.

Frau Lippert, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Kontakt:
Pflegedienst Lippert GmbH
Martina Lippert
Geschäftsführende Gesellschafterin
Lindenstraße 1a
49808 Lingen
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Fax: 0591 / 67674
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Interview mit Roselinde Hartmann

Roselinde Hartmann ist die Inhaberin des Pflegedienstes AMISTAD  im Raum Stutensee und Bruchsal

Frau Hartmann, wie verlief Ihr beruflicher Werdegang?

Nach dem Schulabschluss in der mittleren Reife habe ich mich 1978 um eine Ausbildung zur Krankenschwester beworben.
Ich wollte schon immer Krankenschwester werden. Damals war das gar nicht so einfach. 1978/1979 herrschte ein großer Andrang in diesem Berufszweig. Auf ca.300  Bewerbungen kamen ca. 25 Ausbildungsplätze. Schließlich hatte ich Erfolg. Ich bewarb mich im Städtischen Klinikum  Karlsruhe und bekam eine Zusage. Im Oktober 1979 habe ich die Ausbildung begonnen und sie 1983 beendet. Das war ein halbes Jahr später, als sonst üblich.

Warum?
Weil ich zwischendurch mein erstes Kind bekommen hatte und im Mutterschutz war.  Nach dem Abschluss habe ich weiter im Städtischen Krankenhaus gearbeitet, auf der Dialysestation. Aber für mich war schon immer klar, dass ich in die ambulante Pflege will.

Was waren das für Gründe?

Nun, ich wollte ganzheitlich pflegen. Das ist im privaten Umfeld am besten mit der ambulanten Pflege umzusetzen, also dort, wo sich der Pflege- und Hilfsbedürftige am wohlsten fühlt.

 Dann müssten Sie ja für den generalistischen Ansatz in der Pflegeausbildung sein, oder?

Ja, ganz genau. Ich bin dafür, erst einmal in der Ausbildung einen generalisierenden Ansatz zu haben. Danach kann man sich dann immer noch spezialisieren, zum Beispiel in Richtung Krankenpflege, Kinderkrankenpflege oder Altenpflege.

 Warum?

Sie bleiben so stets auf dem neuesten Stand, und zwar in vielen Bereichen. Das ist zum großen Teil im Krankenhaus anders. Dort arbeiten Sie mitunter jahrelang oder jahrzehntelang auf einer Station, in einer speziellen fachlichen Richtung. Das haben Sie in der ambulanten Pflege nicht so.

Da müssen Sie sich in allen Bereichen der Medizin ständig auf dem Laufenden halten. Und wenn es nötig ist, dann eignen Sie sich spezielles Wissen an oder frischen es wieder auf. Und das ist es, was die ambulante Pflege so spannend macht.  Eine solide und breit gefächerte generalistische Ausbildung zunächst, und später eine Spezialisierung, je nachdem, in welche Richtung es gehen soll – in die Altenpflege oder eben in ein Krankenhaus, auf eine spezielle Station. Ich glaube, da kommt die Reform der Pflegeausbildung gerade richtig.

 Wie lange haben Sie im Städtischen Krankenhaus gearbeitet?

Zwei Jahre.

Und dann?

Danach war ich auf zwei Sozialstation der Evangelischen Kirche, insgesamt 10 Jahre. Ich habe auch lange in Teilzeit gearbeitet, weil ich ja für meine Kinder da sein wollte.

Bis 1995?

Richtig. Dann kam die Zeit, wo der Gesetzgeber wollte, dass mehr Angebote für die zu Pflegenden auf den Markt kamen. Der Markt wurde also geöffnet für private Anbieter. Da habe ich die Chance genutzt und mich selbstständig gemacht. In die Zeit fiel ebenfalls meine Ausbildung zur Pflegedienstleitung. Das war ja eine Auflage vom Gesetzgeber zur Selbstständigkeit, nämlich in einem bestimmten Zeitraum diese Weiterbildung und Qualifikation zu durchlaufen.

Also war die Einführung der Pflegeversicherung 1995 quasi das Initialzeichen für Sie, Ihren eigenen Weg zu gehen?

Ja, so kann man das sagen. Ich wollte einfach raus aus der Fließbandarbeit, sowohl im Krankenhaus als auch in der Pflege. Ich liebte meinen Beruf und ich wollte mehr herausholen – für die Menschen, denen meine Fürsorge galt. Also den Patienten eben nicht unter Zeitdruck abfertigen, sondern ihn wirklich als ganzen Menschen zu sehen, in seinen physischen, psychischen, sozialen Aspekten – ihn wahrnehmen nicht nur als jemanden, der Hilfe braucht, sondern als einen Menschen, den ich verstehe und dem ich so viel besser helfen kann. Man sieht eben auch das private Umfeld, weiß, was dem Pflegebedürftigen wichtig ist.

Und wie ließ sich das vereinbaren mit den Vorgaben der Kranken- und Pflegekassen hinsichtlich der Minutenpflege?

Ich war von Anfang gegen die Minutenpflege.  Der Mensch ist ja schließlich keine Ware. Keiner von meinen Mitarbeitern sollte gegen die Stoppuhr arbeiten.

 Aber wie haben Sie das in der Praxis durchhalten können?

Das lief bei mir auf eine Mischkalkulation hinaus. Für manche Tätigkeiten brauchten wir eben weniger Zeit und für andere Dinge haben wir uns dann mehr Zeit genommen, zum Teil in der Pflege oder auch für ein Gespräch mit dem Patienten.  Das macht das Menschliche in der Pflege aus. Das habe ich einfach auf meine Kappe genommen und bin gut damit gefahren.

Dann muss es ja eine innere Bestätigung für Sie gewesen sein, als mit dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz die individuelle Pflegebedürftigkeit noch stärker in den Fokus gerückt worden ist, oder?

Ja, natürlich. Aber wissen Sie, man braucht auch die Mitarbeiter dazu, die sich vorstellen können, so zu pflegen. Ich gebe noch heute jedem die Chance, so zu arbeiten, dass er sich die nötige Zeit für gute Pflege nehmen kann. Daraus ergibt sich auch, dass trotz guter Bezahlung keine zusätzlichen Vergütungen wie Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld gezahlt werden können. Dafür hat der Mitarbeiter einfach mehr Zeit zur Verfügung.

Schätzen Ihre Mitarbeiter das?

Ja, sie sehen, dass es nicht mit dem monetären Aspekt allein getan ist.

Sondern?

Die Möglichkeit, sich zu entfalten, nicht in Stress zu verfallen, eigene Vorstellungen im Pflegealltag umzusetzen, kreativ zu sein – all das wird inzwischen als ein hohes Gut geschätzt, als eine geldwerte Leistung angesehen. Das war nicht gleich der Fall. Gerade in den letzten zwei, drei Jahren hat sich das Team so gut entwickelt, dass es die Bezeichnung „Top-Team“ zurecht verdient. Ich bin auf meine Mitarbeiter sehr stolz. Ohne sie hätte ich meine Vorstellungen nicht verwirklichen können und könnte das auch heute nicht.

Wenn Sie ein oder zwei Beispiele herausgreifen müssten, die die Kernkompetenzen Ihres Pflegedienstes aufzeigen, welche wären das?

Zum einen haben wir uns auf das Wundmanagement spezialisiert. Unsere Wundexpertin ist Carmen Hammer, die auch die stellvertretende Leitung inne hat. Das ist schon einmalig, was wir hier in unserem Team leisten können. Frau Hammer ist vor Ort beim Patient in der Wundversorgung tätig und zuständig für alle Fragen bezüglich Wunden, die in der Pflege auftreten. Das finden Sie nicht so oft, dass in einem kleinen Pflegedienst wie unserer einer ist, gleichzeitig eine Wundexpertin mit dem fachlichen Hintergrundwissen zu finden ist. Und ein zweiter Bereich, in dem wir sehr gut sind, ist der Umgang mit an Demenz erkrankten Patienten. Wir haben hier einen Mitarbeiter, der sich darauf ganz besonders spezialisiert hat und der auch viele Erfahrungen aus diesem Bereich mitbringt.

 Wer ist das?

Das ist Dieter Gericke. Er ist Altenpfleger, fachlich sehr qualifiziert. Herr Gericke hat 15 Jahre lang Pionierarbeit geleistet, beim Aufbau von Demenz-und Betreuungsgruppen.

Was macht Ihr Team besonders?

Das ist die gegenseitige Wertschätzung, die wir füreinander haben. Diese Einstellung, dieses Gefühl tragen wir ebenso nach draußen. Die Pflegebedürftigen merken, dass wir gut miteinander umgehen, die Arbeit des anderen schätzen.  Wir haben hier sehr flache Hierarchien. Natürlich trage ich als Inhaberin die Gesamtverantwortung. Doch für mich ist Leitung eine Sache des Teamworks. Dafür tragen neben mir Carmen Hammer und Sandra Wutschka mit die Verantwortung. Sie beide sind examinierte Krankenschwestern. Ich lasse jedem Mitarbeiter gerne Freiräume, gebe ihm das Gefühl, dass er wichtig für mich ist, wichtig ist für uns alle. Nur so können wir überhaupt unsere Philosophie umsetzen. Wir leben einfach davon, dass sich jeder einbringt, sich jeder wohlfühlt.

Suchen Sie neue Mitarbeiter?

Inzwischen suchen uns bereits Mitarbeiter. Das ist schon eine komfortable Situation, die wir uns aber hart erarbeitet haben.

Und wenn jemand kommt, der in ihr Team passt?

Dann ist er willkommen.

Was gibt den Ausschlag dafür?

Die fachliche Eignung vorausgesetzt, ist der Wille des Bewerbers maßgebend dafür, wirklich menschenwürdig und mit Hingabe pflegen zu wollen. Das sollte einfach passen. Denn Sie müssen ja bedenken: Die Leute gehen raus, die Pflegebedürftigen spüren sofort, wenn sich jemand wohlfühlt in einem Team oder eben nicht. Und jetzt gibt es schon einen gewissen Stolz, dass ein Mitarbeiter sagt: „Ich arbeite bei AMISTAD.“

Kurzum: Ohne meine Mitarbeiter wäre ich nichts. Mir ist einfach wichtig, dass sie sich wohlfühlen und meine Wertschätzung für ihre Arbeit spüren. Dann bringt sich auch jeder ein. Das ist einfach ein „Geben und Nehmen“.

Frau Hartmann, sind Sie ein glücklicher Mensch?

Ja, das bin ich. Ich bin sogar sehr glücklich, weil ich das gefunden habe, was mich glücklich macht: meine Familie und meine Arbeit, die ebenso zu meinem persönlichen Glück beigetragen hat. Ich bin das geworden, was ich immer sein wollte.

Wie viel Kinder haben Sie?

Vier Kinder und bereits vier Enkelkinder.  Ich bin schon sehr dankbar für alles.

Übrigens: Ich bin sehr christlich eingestellt. Der Segen Gottes ist mir wichtig. Ein Leitspruch ist für mich: So wie du willst, das dir die Leute tun, so tue ihnen auch. Und so hat AMISTAD eben feste christliche Wurzeln, trägt diesen Glauben in sich.

Frau Hartmann, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Kontakt:
„AMISTAD“ Pflegedienst
Roselinde Hartmann
Inhaberin
Kronenstraße 8
76297 Stutensee-Spöck
Telefon/Fax: 07249 – 95 21 00
E- Mail: amistad-stutensee@gmx.de
Homepage: www.pflegedienst-amistad.de

© Dr. Uwe Müller