Archiv der Kategorie: MEIN FREUND, DER ALLTAG

Die Schönheit des Lebens in den kleinen Dingen des Alltags entdecken; Kraft finden, sich aus sich selbst heraus zu motivieren; danach streben gesund und fit zu sein,
Energie aus den Worten der Bibel zu schöpfen.

GESCHICHTEN ERZÄHLEN – AM BESEN AUS DEM EIGENEN ALLTAG

In einer Geschichte sind menschliche Erfahrungen niedergeschrieben. Dabei geht es mir nicht darum, nur eine Reihe von Ereignissen hintereinander zu dokumentieren, sie nacheinander wie auf einer Wäscheleine aufzuhängen.

Der Unterschied zwischen dem, was passiert ist und dem, was in einer Geschichte erzählt wird zeigt ein kleines Beispiel:
„Er steht jeden Morgen 04.30 Uhr auf und begibt sich schnurstracks an seinen Schreibtisch“, stellte sie fest.

Hier wird lediglich deutlich, was passiert, warum sie aber die Feststellung trifft, das bleibt im Dunkeln.

„Er steht jeden Morgen 04.30 Uhr auf und begibt sich schnurstracks an seinen Schreibtisch, weil er nichts mit der Vorbereitung des Frühstücks zu tun haben wollte“, stellte sie fest.
Im zweiten Satz wird klarer, warum er sofort an den Schreibtisch will. Er liefert sozusagen die Erklärung mit.

Ich scheue mich manchmal, über das eine Geschichte zu spinnen, was ich tagtäglich selbst erlebe.

Aber es ist natürlich auch eine große Chance, eigene Sichtweisen zu entwickeln, sich klarzumachen, warum Menschen in bestimmten Situationen so und nicht anders handeln.

Deshalb ist es schon wichtig, das eigene Leben nicht zu geringzuschätzen, wenn es um das ‚Stricken‘ von Geschichten geht.

 

ÜBER MENSCHEN IM ALLTAG ERZÄHLEN – DER WIRKLICHE REICHTUM DES LEBENS

MENSCHEN AUS DEM ALLTAG – OHNE SIE FUNKTIONERT STORYTELLING NICHT

Menschen aus dem Alltag, Alltagshelden, sie sind die entscheidende Zutat, damit eine lebendige Geschichte erzählt werden kann.

Dabei spielt es für mich zunächst überhaupt keine Rolle, über wen ich schreiben will – ob über den selbstständigen Handwerker einer Bauschlosserei, die Inhaberin eines Küchenstudios oder den Protagonisten in einer fiktionalen Geschichte.

James N. Frey hat das in Hinsicht auf die Helden in einem Roman so zusammengefasst:
„Figuren sind für den Romancier was Holz für den Schreiner ist und was Ziegelsteine für den Maurer sind. Figuren sind der Stoff, aus dem der Roman gemacht wird.“
(James N. Frey: „Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“ © 1993 Emons Verlag GmbH / © 1987 bei James N. Frey
ISBN 978-3-89705-32-1, Seite 17)

Für mich aber sind es vor allem die Alltagshelden, für die ich mich interessiere, und wie ich weiß, meine Leser ebenfalls, und sie sind es deshalb, über die ich schreiben will.

Das ist das Hauptmotiv, warum ich mir immer wieder Anregungen, Tipps, Hinweise von den Großen im Metier des Schreibens hole – Tag für Tag, im Schreib-Alltag eben.

Was macht die Sogwirkung für Leser aus, wenn Menschen Geschichten über sich erzählen?

Menschen nehmen natürlich Fakten zur Kenntnis. Geschichten aber über Menschen, die überzeugen sie, sprechen sie zudem auf der Gefühlsebene an.

Interviews, Geschichten fallen einfach auf im Dickicht der Informationsflut, sie wecken Emotionen.

Ein Leser erinnert sich besser an das Erzählte,  er spinnt sozusagen den Faden mit.

Die Personen,  die im Interview darüber berichten, wie sie zum Beispiel zur Pflege kamen,  was sie für Motive umtreibt und warum sie sich heute noch engagieren – das interessiert die Angehörigen.

Sie wollen, dass der Pflegedienst nicht nur auf der Homepage schreibt: „Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt.“

Vielmehr: Sie wollen, dass sich genau der Mensch ihrer Pflegebedürftigen annimmt, dem sie vertrauen können und der sie mit seiner Biografie, seinem Wissen und Handeln überzeugt.

Interviews, Geschichten bleiben auf dem Portal, können immer wieder aufgerufen werden.

Und sie erhöhen damit gleichzeitig die Sichtbarkeit des jeweiligen Unternehmens bei Google.

Die Suchmaschine von Google verknüpft die Informationen miteinander und der Leser wird auf der Suche nach einem geeigneten Pflegedienst zielgerichteter zu ihm geführt.

Außerdem: Pflegedienste werden in ihrem Ort gefunden, da wo sie tätig sind.

Es spielt also keine Rolle, ob dieser in einem Dorf in Bayern sein Zuhause hat oder in Berlin-Mitte.

Interviews, Geschichten geben eine erste Auskunft darüber, wie der gesuchte Pflegedienst „tickt“, ob er interessant für denjenigen ist, der  Unterstützung für seinen Angehörigen sucht.

WARUM ´UWE MUELLER ERZAEHLT?‘

Ich habe bewusst die Domain „uwemuellererzaehlt“ gewählt: Ich will aus eigener Anschauung und unter eigenem Namen schreiben und dies sofort in der persönlichen Überschrift ausdrücken.

Ich finde, das Bedürfnis von Menschen, über andere Menschen etwas aus der persönlichen Sicht zu erfahren, hat stark genommen.

Das gilt auch für die Menschen, die in der Pflege tätig sind.

Ich möchte deshalb diejenigen zu Wort kommen lassen, die sich täglich um ihre Pflegebedürftigen und deren Angehörige bemühen.

Das ist im Pflegebereich nicht anders. Bekanntheit, Anerkennung, die Mund-zu-Mund-Propaganda entsteht nicht zuerst dadurch,
dass man von sich behauptet, „man sei der Beste“.
Das entscheiden die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen ohnehin selbst.

Vielmehr: Leser wollen lieber etwas darüber erfahren, was die Inhaberin oder der Inhaber eines Pflegedienstes denkt,
was ihnen am Herzen liegt, wenn sie über Qualität in der Pflege und Betreuung sprechen, wie sie mit Stress und Überlastung umgehen,
was sie künftig verbessern wollen.

Nur dadurch entsteht Vertrauen, gewinnen Angehörige die Überzeugung, dass es der richtige Pflegedienst für sie ist.

Individuelle Betreuung von an Demenz erkrankten Menschen im Fokus
Die Anzahl der Pflegebedürftigen wächst, und unter ihnen die Zahl derer, die an Demenz erkrankt sind – im Anfangsstadium oder fortgeschritten.

Das soll unter anderem ein Schwerpunkt werden für dieses Portal – der Umgang mit der Krankheit Demenz – durch die Betroffenen selbst und diejenigen, die sich kümmern.

Das sind zum einen die vielen Pflegekräfte, die es beruflich tun und die Angehörigen.

Aus Gesprächen weiß ich und erfahre es immer wieder aufs Neue, dass der starke Wunsch besteht, sich auszutauschen, über die Probleme zu reden.

Und auch: Anerkennung zu finden, für das, was tagtäglich geleistet wird.

Erreichte Erfolge stärken die Kraft, um neue Herausforderungen zu bewältigen
Es wird viel darüber geschrieben, wie dramatisch es im Pflegebereich zugeht. Dabei ist viel getan worden in den letzten Jahren. Auf der Ebene der Politik und durch die Akteure in der Pflege selbst.

Mein Eindruck ist: Manchmal wird vergessen, das Positive zu erwähnen, ohne in Schönfärberei zu verfallen.

Die Zahlen derjenigen, die der Pflege bedürfen,  steigen so rasant an, dass man die greifbare Überforderung ohnehin gar nicht ignorieren kann.

Doch Herausforderungen in der Zukunft bewältigt man auch und vor allem dann, wenn man sich dessen bewusst wird, was schon geleistet wurde.

Erst dadurch wird ja auch die Dimension klarer, wie es zukünftig weitergehen kann.

 

SCHREIBEN WIE EIN PROFI – OHNE HANDWERKLICHE KENNTNISSE UNMÖGLICH

Ob in der belletristischen Erzählweise oder im Storytelling für einen PR-Text – beide Formen haben eines gemeinsam: man sollte sein Handwerk beherrschen.

Aber auch da, oder ich sage, erst recht hier, sollte man sich Grundkenntnisse im Erzählen von Geschichten aneignen.
Ich bleibe da auf jeden Fall dran, mal mit mehr Energie, mal mit etwas weniger.

Es beruhigt mich, wenn ich erfahre, dass selbst die ganz Großen eine recht ausführliche Recherche betrieben, wie es ‚handwerklich‘ hinter einem Drama aussah, bevor sie selber an ihr Werk gingen.

Das ist gut zu wissen, denn man hat manchmal den Eindruck, dass diese Menschen nur aus ihrem Genie heraus ihre Feder führten.

Im Vorwort zum Buch von James N. Frey „Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“, heißt es dazu so treffend:
„In Deutschland herrscht noch immer ein Vorurteil, das in den großen Aufbruchjahren unserer Literatur in der früheren Goethezeit wurzelt: Dichtung entsteht ohne weitere Voraussetzungen, sobald die Muse das Genie küsst. Goethes Götz und sein Werther, Schillers Räuber, alle im Schaffensrausch hingeworfen, scheinen da unwiderlegbare Beweise zu sein. Dabei wird leicht übersehen, dass Goethe, als er den Götz in wirklich erstaunlich kurzer Zeit hinschrieb, voll mit der Dramentradition vertraut war, dank der französischen Besetzung Frankfurts während des Siebenjährigen Krieges sogar mit der Klassischen Französischen Bühnenpraxis, dass er beim Schreiben des Werthers über die Technik der Brieferzählung bestens informiert war…“ (Vgl.: James N. Frey: „Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“, © 1993 Emons Verlag GmbH / © 1987 bei James N. Frey, ISBN 978-3-89705-32-1, Vorwort von Volker Neuhaus, S. 11).

Die gute Nachricht dabei: Wenn es die Großen nie verlernt haben, zu lernen, dann sollten wir es recht nicht tun.
Die weniger gute lautet: Du musst dranbleiben, ununterbrochen.

BESCHREIBUNG VON MENSCHEN IM REALEN UND IM FIKTIVEN ALLTAG – GEMEINSAMKEITEN UND UNTERSCHIEDE
Über Menschen, die im Arbeitsalltag stehen, eine Geschichte zu erzählen oder in einem Roman eine Figur mit Worten auszukleiden – das ist nicht so einfach gleichzusetzen.

Die Hauptfigur in einer Erzählung unterliegt einem gewissen Rollenspiel, spiegelt nur das in seinem Wesen wider, was für den Autor von Interesse ist, um seinem Konzept zu folgen.

Was man von einer belletristischen Erzählweise lernen kann ist die Kunst, die für die Charakteristik einer Person wichtigsten Züge herauszuarbeiten, diejenigen Handlungen eines Protagonisten zu beschreiben, die für sein Wesen typisch sind.

Der Autor James in Frey fasst das in seinem Buch „Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“, so zusammen:

„Wenn ein Schriftsteller das Leben einer Romanfigur beschreiben will, muss er darauf achten, nur die Eindrücke, Gedanken, Reflexionen, Wahrnehmungen, Gefühle, Wünsche usw. aufzunehmen, die für die Motive, die Entwicklung der Figur und für Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, von Bedeutung sind – Eigenschaften, die charakteristisch dafür sind, wie die Figur mit den Schwierigkeiten fertig wird, die die Geschichte für sie bereithält… Homo fictus ist eine Abstraktion, die das Wesen, aber nicht die Gesamtheit des homo sapiens wiedergeben soll.“
(Vgl. James N. Frey: „Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“ © 1993 Emons Verlag GmbH / © 1987 bei James N. Frey
ISBN 978-3-89705-32-1, S. 18)

Was kannst du daraus mitnehmen für dein Storytelling?
Dass du genau auf die Eindrücke, Gedanken, Emotionen achtest, die das Wesen des Menschen im wirklichen Leben ausmachen und die du auch mit einem entsprechenden Text wiedergeben willst.

Natürlich, es gibt gravierende Unterschiede zwischen der belletristischen Erzählweise und dem Storytelling.

Was sie eint ist die Tatsache, dass man sein Handwerk in beiden Fällen erlernen und beherrschen sollte.

 

DEN EIGENEN ALLTAG WERTSCHÄTZEN IST NICHT DIE SCHLECHTESTE IDEE

Mitunter spreche ich mit Freunden, die die Nase rümpfen, wenn ich Ihnen erzähle, dass ich über den Alltag schreibe, über Menschen und deren Alltag.

„Und das genügt dir als Anspruch an dich selbst?“, fragen sie mich dann.

Was soll ich darauf antworten?

 

Dass sie vielleicht selbst einmal darüber nachdenken sollten, wo sie ihre meisten Entdeckungen machen, wo sie sich bewähren müssen, Herausforderungen annehmen und Ziele verwirklichen können?

Ich glaube nicht, dass dies viel bringen würde.

Vielmehr ist doch interessant, wie wir das Einmalige im Alltag entdecken, wie wir es Fontane gleichtun können, nämlich dem Menschen im Alltag die Geheimnisse seines Herzens zu entlocken

Das klingt ein wenig der Realität entrückt. Aber wir können uns eines immer wieder klarmachen: Wir haben nichts anderes, als den Alltag, in dem wir auf Banales stoßen und gleichzeitig auf Großartiges, jeder in seiner kleinen Welt.

Herauszufinden, wie der eigene Alltag spannend wird, wie er trotz aller Belastungen zu unserem Reichtum zählt – ja, das ist nicht im Vorbeigehen gemacht, denn auch dafür muss man sich anstrengen.

Aber es macht Spaß, darauf seine Energie zu verwenden, denn die kommt zurück in Form von Lebensfreude, mehr Motivation.

Guy de Maupassant soll in der Lage gewesen sein, schon über einen Bindfaden, der auf dem Boden lag, eine Novelle zu schreiben.

Vielleicht ist das übertrieben, die kleinen Dinge des Alltags zu wertschätzen – das sicher nicht.

Des schreibe ich weiterhin über den Alltag.

EIN JEGLICHES HAT SEINE ZEIT

Zeit ist viel mehr als nur die Maßeinheit für Minuten und Stunden.

Für wen es nicht normal, sein Leben nach der Zeit auszurichten?
Oder anders gefragt, kann man sich überhaupt vorstellen, ohne Uhr zu leben?

Dabei ist die Zeit darauf zurückzuführen, dass der Mensch sich nach der Sonne richtet, danach, wie der Planet sich bewegt.

Die Zeit ist hier abgeleitet und dient uns vor allem dafür, Kontrolle über Dinge, Prozesse, Abläufe oder über andere Menschen zu haben.

Die Zeit ist ein Eckpfeiler, wenn es um Kommunikation geht. Man verabredet sich nicht irgendwie, sondern zu einem bestimmten Zeitpunkt, an einem bestimmten Ort.

Nicht von ungefähr ist die Weltzeituhr am Alex so ein beliebter Treffpunkt.

Zeit erzeugt aber auch Druck. Wir wollen in einer bestimmten Zeit etwas erreicht haben, Probleme sollen gelöst sein, Ziele realisiert werden. Das ist erst einmal nichts Schlechtes.

Es belastet uns nur, wenn wir uns zu sehr unter Druck setzen.
Manchmal ist es besser, abzuwarten, die Dinge auf sich zukommen zulassen.

Wenn das nicht als permanente Ausrede dafür genutzt wird, um wieder einmal nichts zu unternehmen, dann ist das eine gute Möglichkeit, Fragen reifen zu lassen, bevor die Antwort ebenso reif ist.

Die Zeit als etwas zu begreifen, die nicht nur die Minuten und Stunden misst, das ist entscheidend für die Qualität, die man im Leben erreicht, vorausgesetzt es gelingt einem, den Blick auf die eigene Zeit zu verändern, manches einfach gelassener anzunehmen.

In der Bibel heißt es im Buch ‚Der Prediger Salomo (Kohelet), einem der bedeutendsten biblischen Weisheitsbücher dazu:
„Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit, pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist hat seine Zeit; Der Prediger Salomo (Kohelet) 3, 1-2)
„… suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit, behalten hat seine Zeit;“ Prediger, 3, 6

Zeit nicht nur als Messinstrument zu begreifen, sondern als zentrales Element der eigenen Lebensphilosophie, das bringt einen dazu, geduldiger zu werden, Dinge abzuwarten, das Leben fließen zu lassen, zu warten, bis die Dinge auf einen selbst zukommen.

DIE SPRÜCHE SALOMOS – GUT, SIE ZU KENNEN

Manches von dem, was in der Bibel steht ist, das würde man heute sicher anders formulieren, anders sagen.

Und dennoch: Mich fasziniert immer wieder aufs Neue, mit welcher sprachlichen Präzision dort menschliche Handlungsweisen charakterisiert werden.

An Aktualität haben sie nichts eingebüßt, im Gegenteil, es ist gut, sich dieser Sätze zu erinnern, besonders im alltäglichen Handeln.

Spr 25, 18-20

Vers 18
„Wer wider seinen Nächsten falsch Zeugnis redet, der ist wie ein Streithammer, Schwert und scharfer Pfeil.“
Vers 19
„Auf einen Treulosen hoffen zur Zeit der Not, das ist wie ein fauler Zahn und gleitender Fuß.“
Vers 20:
„Wer einem missmutigen Herzen Lieder singt, das ist, wie wenn einer das Kleid ablegt an einem kalten Tag, und wie Essig auf Lauge.“

 

NIETZSCHE – MENSCHLICHES, ALLZUMENSCHLICHES

Der Mensch mit sich allein

„Feinde der Wahrheit.-Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen.“ (483)
„Verkehrte Welt.- Man kritisiert einen Denker schärfer, wenn er einen uns unangenehmen Satz hinstellt; und doch wäre es vernünftiger, dies zu tun, wenn sein Satz uns angenehm ist.“ (484)

Friedrich Nietzsche, 1844-1900, Gesammelte Werke Anaconda Verlag GmbH, Köln, 2012, ISBN 978-3-86 647-755-1, S. 327

FRAGEN SIND MANCHMAL WICHTIGER ALS ANTWORTEN

Kennst du das auch? Du bist im Gespräch und jemand plaudert dabei fortwährend auf dich ein. Du erhältst von ihm Antworten auf Fragen, die du ihm selbst nie gestellt hast.
Was passiert mit dir in dem Moment? Du wirst aus Höflichkeit eine Weile zuhören, aber irgendwann schaltest du ab, hörst nicht mehr hin.

Dabei sind die Fragen sicher nicht das, was du und ich zu beanstanden hättest.

Vielmehr sind es die schnell vorweggenommenen und oftmals auch ‚vorgestanzten‘ Antworten deines Gegenübers, die die Kreativität des Denkens zum Erlahmen, zum Stillstand bringen.

Wenn es bei den Fragen bliebe und bei der Gelegenheit, darüber nachzudenken, dann würde es durchaus wieder schöpferisch werden.

Jeder von uns denkt über Fragen nach, die das Leben uns nun mal stellt.

Und jeder möchte eine Antwort für sich darauf haben, was für ihn der Sinn des Lebens ist, warum er gerade diesen Beruf ergriffen hat und eben nicht einen anderen, was für ihn Glück bedeutet.

ALLTAGSFRAGEN, AUF DEN ERSTEN BLICK ERSCHEINEN SIE SO BANAL – UND DOCH SIND SIE ES, DIE NICHT MERKLICH ZWAR, ABER UNMERKLICH UNSEREN TAG BESTIMMEN

Deshalb greife ich im Blog Fragen des Alltags auf. Die Antworten, die ich darauf gebe, entspringen meinem persönlichen Erfahrungshintergrund. Wie sollte es auch anders sein?

Es gibt ohnehin nicht die reine, ganzheitliche, objektive Wahrheit. Vielmehr wird sie gebrochen durch unsere subjektiven Erkenntnisse, die wir aus unserem Leben gewinnen.

Mir geht nicht in erster Linie darum, Antworten zu geben, die für jede Lebenslage des Alltags passt.

Vielmehr will ich unterhalten, zu neuen Fragen anregen, dazu aufrufen, sich selbst intensiv mit seinem Leben, seinem Alltag auseinanderzusetzen.

Ich tue das, indem ich Alltagsbegebenheiten, Alltagsgeschichten erzähle, meine Sicht der Dinge darlege. Dabei will ich unterhalten und so ist der Erzählstil oft mit einem Augenzwinkern untersetzt.

ES KOMMT NICHT DARAUF AN, WORÜBER DU SCHREIBST, SONDERN WIE DU ES SCHREIBST

Ich schreibe Texte über das ‚Alltägliche‘, weil ich mich für den Alltag interessiere, für die Menschen, die ich im Alltag treffe und die mir ihre Welt beschreiben.

Eine Welt, in der wir uns alle zuerst einmal aufhalten und von da aus in die große Welt hinausschauen.

Ob im ‚Storytelling‘ oder in der ‚Familiengeschichte‘ verpackt – es sind Themen aus der ‚kleinen Welt‘, die auch immer für die ganz großen Schreiber der Ausgangspunkt für ihre philosophischen oder belletristischen Einlassungen waren.

Schreibe ich authentisch, glaubwürdig, mit genügender Sachkenntnis ausgestattet und einer ‚leichten Feder‘, so glaube ich, dass ich am ehesten den Verstand und das Herz meiner Leser erreiche.

Ich quäle mich oft damit, was ich für den Leser an aktuellen Themen aussuche und worüber ich dann auch schreiben will.

Das mag auf den ersten Blick nicht gleich nachvollziehbar sein, weil ja eigentlich aktuelle Nachrichten, Ereignisse in der Welt einen Überfluss an dem bieten, was man zu Papier bringen kann und was dann auch noch interessant genug ist, vorausgesetzt, man verdichtet es ausreichend und versieht es mit eigenen Schlussfolgerungen.

Das stimmt schon alles. Ich blättere zum Beispiel oft in der Bibel umher oder lese beim Philosophen Friedrich Nietzsche nach. Manchmal reicht es auch schon, nur einen Blick in die Berliner Zeitung zu werfen.

Und trotzdem: Es fehlt irgendetwas, so als hätte ich ein selbstzubereitetes Essen, nicht genügend gewürzt.
‚Ich koche lieber meine Gerichte ganz selbst.‘

Was heißt das?

Ich nehme mir die älteste Binsenweisheit des Schreibens zu Herzen: Ich schreibe über das, was ich kenne, meine Familie, meine Umgebung, mein unmittelbares Zuhause.

Schaut man hinter die Kulissen selbst der ganz großen Schreiber, so sind deren Texte ebenfalls von ihrer ‚kleinen Welt‘ geprägt, die sie unmittelbar wahrgenommen haben.

Und so will ich es ebenfalls in Zukunft halten – hier von den Großen zu lernen, das ist glaube ich, keine Schande.

Ob es nun Texte aus dem ‚Alltäglichen‘ sind – über den Lockdown und die kleinen und großen politischen Geschehnisse, oder ob es die in der Familiengeschichte verarbeiteten Themen des Alltags sind – es sind Texte, die ich zutiefst verinnerlicht habe, und die nur so an den Verstand und vielleicht das Herz des Lesers gelangen können.

HARTNÄCKIG BLEIBEN UND DABEI NOCH FREUNDLICH

DIE SPRÜCHE SALOMOS
‚Ein Wort, geredet zu rechter Zeit, ist wie goldene Äpfel auf silbernen Schalen.
Ein Weiser, der mahnt, und ein Ohr, das auf ihn hört, das ist wie ein goldener Ring und ein goldenes Halsband.‘ (Spr 25, 11-12)

In der Stuttgarter Erklärungsbibel heißt es dazu:
„Freundliche Worte brechen den härtesten Widerstand oder ‚Steter Tropfen höhlt den Stein‘.“ (1)

 

(1)
Stuttgarter Erklärungsbibel mit Apokryphen,
DIE HEILIGE SCHRIFT NACH DER ÜBERSETZUNG MARTIN LUTHERS,
MIT EINFÜHRUNGEN UND ERKLÄRUNGEN; DEUTSCHE BIBELGESELLSCHAFT.
ISBN 978-3-438-01123-7
Neuausgabe mit Apokryphen
© 2005 Deutsche Bibelgesellschaft
Zweite, verbesserte Auflage 2007
10.2016, S. 795

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‚Wenn Eigenliebe in Selbstsucht umschlägt…‘ – Interview in #BerlinerZeitung-man hat manche Ursachen für Trumps Verhalten geahnt, in #KeineGötternebenmir werden wesentliche Züge eines Narzissten noch einmal auf den Punkt gebracht.

‚Charité‘-gestern in der #ARD gesehen-danach alle Staffeln in der Mediathek angeschaut; hätte nicht gedacht, dass der Film doch so differenziert gedreht würde;
mir haben die Folgen gefallen, und auch die Schauspieler.

Ich werde im #Lockdown immer fauler, aber auch kreativer, was Schreibideen anbetrifft.

Ich lese gern – oft #DieZeit, manchmal den #Spiegel. Aber wirklich aufgehoben fühle ich mich nur bei der #BerlinerZeitung.

DIE KLEINEN ZWISCHENMENSCHLICHEN GESTEN IN ZEITEN DES LOCKDOWNS MACHEN DEN WERT DES ALLTAGS AUS

Ertappen wir uns nicht manchmal dabei, einen Menschen daran zu messen, wieviel Erfolg er im Leben hat, wie er wohnt und was er im Leben bereits in andere Länder gereist ist?

Der Zeit des Lockdowns kann man wenig an Positivem abgewinnen. Wir können nicht reisen, Freunde sehen, nicht in cooler Garderobe auf einem Event erscheinen.

Das aber führt mich gerade dazu, mehr darüber nachzudenken, was mir an anderen Menschen wichtig ist.

Kurz vor Weihnachten fanden wir vor unserer Tür ein kleines Päckchen Pralinen, an dem eine Karte angeheftet war.

Darin standen Wünsche für ein schönes Weihnachtsfest und ein hoffentlich gesundes Jahr 2021.

Unsere Nachbarn hatten diese Zeilen geschrieben und auch noch den Wunsch auf eine weitere gute Nachbarschaft vermerkt.

Ich habe mich darüber so gefreut, dass ich eine der Pralinen gleich probiert habe, obwohl ich ja den Süßigkeiten abschwören wollte.

Erschwerend kam für mich hinzu, dass es sich auch noch um meine Lieblingssorte handelte.

Auf jeden Fall: Mir wurde warm ums Herz, das muss ich schon zugeben.

Und mir wurde schlagartig klar, dass es nicht die Tatsache war, was meine Nachbarn für ein Auto fuhren oder was sie beruflich taten, nein – ausschlaggebend für meine Wertschätzung ihnen gegenüber war ihre kleine menschliche Geste, die sie uns in dieser Zeit entgegenbrachten.

 

MIT BIBELSPRUCH SICH SELBST MOTIVIEREN

Ich bin an den meisten Tagen nicht faul, stehe kurz vor vier Uhr auf und bin kurz nach fünf Uhr am Schreibtisch.

Dann schaffe ich natürlich viel. Dann aber gibt es wieder Tage, wo ich oft genug vom Sessel aufstehe, nicht um Sport zu treiben, nein, sondern um mich sofort wieder auf die Couch vor den Fernseher fallen zu lassen.

Oftmals schaue ich mir irgendeine Sendung an, schlafe ein, um kurz danach wieder aufzuschrecken und schlaftrunken nach oben zu wanken, an den Schreibtisch zurückzugehen.

Ich habe einen Spruch Salomos entdeckt, der mich künftig vielleicht dazu anhält, wieder mehr zu tun.

Geh hin zur Ameise, du Fauler, sieh an ihr Tun und lerne von ihr!
Wenn sie auch keinen Fürsten noch Hauptmann noch Herrn hat, so bereitet sie doch ihr Brot im Sommer und sammelt ihre Speise in der Ernte.
Wie lange liegst du, Fauler!
Wann willst du aufstehen von deinem Schlaf?
Ja, schlafe noch ein wenig, schlummere ein wenig, schlage die Hände ineinander ein wenig, dass du schläfst, so wird dich die Armut übereilen wie ein Räuber und der Mangel wie ein gewappneter Mann.
(Die Sprüche Salomos, Spr 6, 6-11)

DIE SPRÜCHE SALOMOS

Es ist doch immer wieder spannend in der Bibel zu blättern und zu staunen, wieviel Alltagsweisheiten dort verborgen sind. Zum Beispiel in den Versen 16 und 17 im Kapitel 25 der Sprüche Salomos.

(Spr 25, 16-17)

Vers 16:
Findest du Honig, so iss davon nur, soviel du bedarfst, dass du nicht zu satt wirst und speist ihn aus.

Vers 17:
Halte deinen Fuß zurück vom Hause deines Nächsten; er könnte dich satt bekommen und dir kram werden.

In der Stuttgarter Erklärungsbibel heißt es dazu: „Die Verse 16 und 17 gehören zusammen.

„Zu häufigen Besuch wird man leid wie zu viel Honig daraus, darum: Mach dich rar!“ (1)

‚Die Dosis macht das Gift‘ – das würde man wohl heute umgangssprachlich sagen.

(1)
Stuttgarter Erklärungsbibel mit Apokryphen, Die Heilige Schrift nach der Übersetzung Martin Luthers, mit Einführungen und Erklärungen; Deutsche Bibelgesellschaft. ISBN 978-3-438-01123-7, Neuausgabe mit Apokryphen © 2005 Deutsche Bibelgesellschaft zweite, verbesserte Auflage 2007, 10.2016, S. 795.

#ALLTÄGLICHES#TOMMY KRAPPWEIS

@TommyKrappweis zeigt in seinem Tweet aus dem vergangenen Jahr anhand der Babylonischen Schrifttafel, dass die Vorurteile über die Jugend schon über 1000 Jahre vor Christi Geburt zurückliegen und dieselben Klischees auch heute noch bedient werden – besser kann man Vorurteile nicht entlarven.

Manchmal habe ich allerdings umgekehrt den Eindruck, dass in der Gegenwart die Alten an allem schuld sind, was schiefgelaufen ist. Aber das ist von mir nun wahrscheinlich auch wiederum so ein Vorurteil.

Was mir mit dem Zitat wieder klargeworden ist: Wir brauchen nicht  Vorurteile, sondern einen intensiven Dialog zwischen allen Generationen – das klingt langweilig, ist aber trotzdem ein guter Weg.

https://twitter.com/TommyKrappweis/status/1221189165867524099?s=20

TÄGLICH SCHREIBEN HEISST, SICH TÄGLICH ÜBERWINDEN, ABER ES LOHNT SICH

Schreiben hilft beim Analysieren der Aktivitäten im Alltag und auch beim Vordenken kommender Ereignisse.

Schreiben ist zu etwas geworden, was mir hilft, tägliche Ereignisse besser einzuordnen. Es beginnt mit dem Tagebuch.

Dort stehen die Erlebnisse und Aktivitäten einfach nebeneinander, aufgereiht, oftmals ohne irgendeinen Bezug zueinander.

Und so lese ich zum Beispiel: „In der Bibel geblättert, anschließend einige der Sprichwörter Salomos konspektiert.“

Das reicht natürlich nicht für das, was ich täglich tue. Wenn es nämlich für den Leser interessant werden soll, dann muss ich noch einen Schritt weitergehen.

Es wäre also wichtig, vom Auflisten einzelner Geschehnisse hin zur Geschichte zu kommen, darzustellen, dass es nicht darum geht, Ereignisse hintereinander aufzureihen, sondern Haltungen und Denkweisen, Motive herauszustellen, die uns im Innern antreiben und die letztlich ganz entscheidend unser Tun prägen.

Beim Konspekt der Sprüche aus der Bibel habe ich beispielsweise viele Gleichnisse gefunden, die mir helfen, besser im täglichen Umgang mit Menschen zu kommunizieren.

Das alles kostet Zeit, Energie, ja und auch viel Disziplin. Der Lohn ist ein gutes Gefühl für den Tag zu bekommen – für den, den ich gerade erlebe und für den, den ich Morgen erleben werde.

Es hilft vor allem ganz entscheidend mit, die eigenen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren, und wenn doch, dann wieder mit aller Kraft darauf zuzusteuern.

DAS BUCH DER SPRICHWÖRTER – FUNDGRUBE FÜR LEBENSWEISHEITEN

Die Bibel lesen ist anstrengend, aber es ist auch ein ganz besonderer Luxus, den man sich gerade im Alltag leisten sollte. Und wer sich in das ‚Buch der Sprichwörter‘ vertieft und sich dafür nur ein wenig interessiert, der wird nicht enttäuscht.

Ich hätte es vor einigen Jahren noch nicht für möglich gehalten, dass ich beim Lesen der Bibel laut auflachen müsste.
Der Grund: Weil die Bibelsprüche exzellent formuliert sind – kurz, bildhaft, locker.

Ein Beispiel:
„Wer eine Sache durch einen törichten Boten ausrichtet, der ist wie einer, der sich selbst die Füße abhackt und Schaden leidet.“ (Spr 26, 6)

Sicher, es ist eine Metapher, geschrieben in althergebrachten Worten.

Aber der Spruch hat schon noch seine Gültigkeit. Wem ist es nicht schon so gegangen, dass er jemanden beauftragt hat, eine Mitteilung zu überbringen, die dieser dann völlig verdreht hat?

Die Stuttgarter Erklärungsbibel bringt es auf den Punkt, wenn sie darüber schreibt, warum es sich lohnt, ‚Das Buch der Sprichwörter‘ ab und an zur Hand zu nehmen, darin zu lesen und Schlüsse für seinen eigenen Alltag daraus zu ziehen.

„Das Buch der Sprüche ist Zeugnis einer Lebensweisheit, deren Kenntnis und Überlieferung Israel mit seinen Nachbarvölkern verbindet und die uns auch aus ägyptischen Weisheitsschriften bekannt ist. Man bezeichnet diese ‚internationale‘ altorientalische Lebenskunde mit dem Begriff Weisheit und nennt die entsprechenden Schriften Weisheitsliteratur.“ (1)

An anderer Stelle heißt es: „Als ein weiser Mensch galt der gemeinsamen altorientalischen Weisheit, wer die Ordnungen des Lebens und der Welt kennt und sein Leben danach einrichtet. Erworben und gepflegt wurde dieses Wissen dadurch, dass man die Vielfalt der Lebenserfahrungen genau beobachtete und sammelte, sie auf gleichartige oder ähnliche hin untersuchte, sie in kurzen, einprägsamen Sätzen gültig aussprach und weitergab.“ (2)

Ich jedenfalls bin davon fasziniert.

(1)
DIE SPRÜCHE SALOMOS (DAS BUCH DER SPRICHWÖRTER)
EINFÜHRUNG, S.769; In: Stuttgarter Erklärungsbibel mit Apokryphen, DIE HEILIGE SCHRIFT NACH DER ÜBERSETZUNG MARTIN LUTHERS, MIT EINFÜHRUNGEN UND ERKLÄRUNGEN; DEUTSCHE BIBELGESELLSCHAFT.
ISBN 978-3-438-01123-7/Neuausgabe mit Apokryphen
© 2005 Deutsche Bibelgesellschaft, Zweite, verbesserte Auflage 2007, 10.2016
(2)
ebenda

DIE SPIRITUALITÄT DER BIBEL FÜR EIN GESÜNDERES LEBEN NUTZEN

Das Grauen bekam wieder ein Gesicht, nachdem ich am Sonntagvormittag auf die Waage stieg. Ich habe über die Feiertage ein paar Kilo zugenommen.

Die bittere Ironie: Ich habe es nicht geschafft, mein Gewicht auf dem Niveau zu halten, das ich aufgrund eines harten Trainings im Herbst erreicht hatte. Ich habe schon gar nicht weiter an Gewicht verloren. Nein. Das Gegenteil ist also der Fall.

Ich kann mich jetzt in Ausflüchten ergehen – der Lockdown ist schuld, die Feiertage haben mich runtergezogen und dafür ist das Gewicht nach oben gegangen.

Aber was bringt mir das?
Im Zweifelsfall nur weitere schlechte Laune.

Ich habe überlegt: Ich muss zurück zu meiner Ursprungsmotivation, zu den geistigen Wurzeln, die bewirkt haben, dass ich mich von selbst morgens um 05.00 Uhr ins Fitness-Studio aufgemacht habe.

Ich will mit der Bibel versuchen, einen geistigen Neustart hinzubekommen, der nicht nur für ein paar Wochen im neuen Jahr hält, sondern mich durch das gesamte Jahr 2021 trägt.

Es ist nicht so einfach, im ‚Buch der Bücher‘ die richtigen Stellen für sich zu finden.

Die Worte herauszunehmen, die mich auch überzeugen, und die ich auch verstehe.

Aber ich bin in diesen Dingen sehr zäh. Selbst wenn alle um mich herum lachen, dass ich mir die Bibel vornehme, hält mich das nicht ab, sondern spornt mich an.

Du brauchst eben die Ausdauer, die Inhalte zu finden, sie richtig zu deuten, sie auch richtig wiederzugeben.

Ich halte nichts davon, nur das Zitat selbst zu nehmen und es einfach vor mir herzutragen, so wie eine Trophäe: ‚Seht her, wie durchgeistigt und klug ich bin‘. Das würde mir nicht helfen.

Ich will mir ein gutes Fundament an Argumenten aufbauen – für alle Lebensbereiche. Und die Gesundheit ist nun mal ein wichtiger Eckpfeiler davon.

Also kann ich nicht nur den ‚Ozean vom Ufer aus betrachten‘. Nein, ich muss mir ein ‚Schiff bauen‘, ein Gerüst, dass mich über ‚das Wasser bringt‘.

Kurzum, ich muss mir zu jedem Satz eine eigene Meinung bilden, darüber nachdenken, was die Worte mir sagen. Nur dann werde ich sie als Motivation im Alltag verwenden können.

Im Buch Josua habe ich etwas gefunden, was mir Mut machen kann:
‚Und lass das Buch dieses Gesetzes nicht von deinem Munde kommen, sondern betrachte es Tag und Nacht, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem, was darin geschrieben steht. Dann wird es dir auf deinen Wegen gelingen und du wirst es recht ausrichten.‘
(Jos 1, 8-9).

Was entnehme ich dieser Botschaft?
Dranbleiben an dem, was man sich vorgenommen hat, nicht vom Weg abweichen, sich einen Plan machen, an den man sich halten kann.

Und: Die Bibel für sich als Richtschnur des eigenen Handelns im Blick behalten.

WÜNSCHE FÜR 2021 – IN DER BIBEL BIN ICH FÜNDIG GEWORDEN

Im Brief an die Hebräer heißt es:
„…und lasst uns aufeinander Acht haben und uns anreizen zur Liebe und zu guten Werken und nicht verlassen unsere Versammlungen, wie einige zu tun pflegen, sondern einander ermahnen, und das umso mehr, als ihr seht, dass sich der Tag naht.“
(Brief an die Hebräer, Bekenntnis der Hoffnung, Hebr 10.24-25)

Man könnte hier viel zu schreiben, zum Beispiel, nicht einfach den Tag an sich vorbeiziehen lassen, sondern bewusst den Moment wahrnehmen und genießen, auf den Menschen neben dir achten, sich für ihn interessieren, ehrlich und einfühlsam.

Aber es ist besser, wenn man sich dem Original widmet, es auf sich wirken lässt.
In diesem Sinne: Ein gutes Jahr 2021!

 

DANKE AN ALLE, DIE AUF MEINEM BLOG VORBEIGESCHAUT HABEN

Ich sage danke für das Interesse an meinen Texten, meinen Beiträgen und ich freue mich, wenn Ihr mir auch in 2021 die Treue haltet.

Gesundheit zuerst, Glück in der Familie, ein gutes Händchen im beruflichen Leben und die Kraft, das Schöne in den kleinen Dingen des Alltags zu sehen – das wünsche ich allen für das Jahr 2021.

Einen guten Rutsch, selbst wenn es etwas leiser zugehen sollte.
Uwe Müller

 

 

FASZINATION BIBEL – VOM BEGINN DES LESENS

FASZINATION BIBEL
DIE BIBEL NUTZEN FÜR SICH UND FÜR ANDERE
Die Bibel als Kraftquelle für den eigenen Alltag entdecken. 
Die Bibelworte auf sich wirken lassen, sie als Kompass und Motivation für sich selbst nutzen, andere inspirieren, es ebenso zu tun. 

Der Anlass:

Ich stieß auf das Buch von Anselm Grün: „Die Bibel verstehen: Hinführung zum Buch der Bücher“ (1)

Dann merkte ich:

Beim Bibellesen muss man sich anstrengen, aber wenn man dranbleibt, wird es spannend.

„Wir brauchen die richtige Brille, um die Worte der Bibel so zu lesen, dass sie heilsam ist und wegweisend für uns sind, dass es Worte des Lebens und Worte zum Leben werden.“ (2)

(1) (E-Book, ISBN – 978-3-451-33627-0; Verlag Herder GmbH, Freiburg im Breisgau 2010)
(2) Vgl.ebenda

Und das überzeugte mich, weiterzumachen, weiterzulesen, mich auf Entdeckungsreise zu begeben.

Der ganze Text:

WARUM DIE BIBEL LESEN?

 

WEIHNACHTEN WAR ALLES NOCH VIEL SCHÖNER

ANNA IST DEMENT (91)

 

DER DICKE UND DER TÄNZER – ZWEI FREUNDE IM AUSTAUSCH ÜBER DEN ALLTAG

Der Dicke, das bin ich, der über den Alltag schreibt, und der mit seinem Übergewicht kämpft. Der Tänzer, das ist Marian Walter, Solotänzer am Staatsballett Berlin.
Wir sind schon lange befreundet, unsere Familien auch. Wir sehen uns aber selten, sehr selten, denn jeder hat mit der Familie und seinem Alltag zu tun.
Aber wir tauschen uns regelmäßig über WhatsApp aus.
Heute Morgen zum Beispiel habe ich Marian nach seiner Meinung über meinen Beitrag gefragt, den ich gerade veröffentlicht hatte – Beitrag siehe unten.

Hier der Dialog danach:
Der Dicke:
Was hältst du von meinem Beitrag, den ich heute unter der Überschrift ‚WENN SCHON NICHT ABNEHMEN – DANN BLOSS NICHT NOCH WEITER ZUNEHMEN‘ veröffentlicht habe?

Der Tänzer:
Schick‘ mal, obwohl ich noch schlafe. ‚Der Frühaufsteher und der Langschläfer‘ würde besser passen, wenn ich den Zeitpunkt deiner Veröffentlichung sehe.

Der Dicke
‚Fauler Sack‘ würde ich sagen, aber um es lesekonform zu formulieren – ‚Der Künstler, der noch nicht auf Betriebstemperatur ist‘.

Der Tänzer:
Genau, aber lesen kann ich schon so früh.

Der Dicke:
Also, was sagst du?

Der Tänzer:
Was die Vorhaben anbetrifft, da bin ich auch super. Vielleicht solltest du dich mit ein bisschen weniger zufriedengeben und das konsequenter durchziehen.

Der Dicke:
Nett gesagt, und doch ‚direkt auf die Fresse‘.

Der Tänzer:
Das würde ich nie schreiben.

Der Dicke:
Nein, aber denken.

Der Tänzer:
Ich glaube, du kommst wieder in die Spur beim Abnehmen.
Du hast doch schon ein wenig erreicht.
Genieß doch jetzt einfach das Leben, dein altes Leben, das Essen, wenig bewegen.
Jetzt kannst du es doch auf Corona schieben.

Der Dicke:
Danke für die aufmunternden Worte. Sie schmecken süß und auch bitter.
Schlaf weiter.

Der Tänzer:
Nein, ich bin schon aufgestanden. Und mein Glück wuselt beim Frühstückmachen um mich herum – der kleine William.

Der Dicke:
Na dann, einen schönen Tag.
(Veröffentlichung erfolgte nach Absprache mit Marian Walter und nach dessen Zustimmung).

WENN SCHON NICHT ABNEHMEN – DANN BLOSS NICHT NOCH WEITER ZUNEHMEN

WENN SCHON NICHT ABNEHMEN – DANN BLOSS NICHT NOCH WEITER ZUNEHMEN

WAS BISHER WAR:
Das Ziel bestand in diesem Jahr darin, nach und nach abzunehmen, mehr Sport zu treiben, weniger am Schreibtisch zu sitzen, sich einfach mehr zu bewegen.

Corona hat mich zurückgeworfen: Das Fitness-Studio im Prenzlauer Berg hat geschlossen, ich mache kaum noch Sport und dafür habe ich wieder damit angefangen, am Nachmittag Kaffee zu trinken, Weihnachtsstollen zu essen und mich möglichst wenig draußen zu bewegen.

Dabei bin ich in diesem Jahr gut vorangekommen. Ich bin in der Woche von sechs bis halb acht im Fitness-Studio gewesen. Samstags kam noch Nordic Walking hinzu.

Ich habe es geschafft, 11 Kilo abzunehmen, und ich habe zwischendurch Haferkleie gegessen und Vitamin Shakes getrunken.

Und jetzt?
Ich habe nur noch ein schlechtes Gewissen. Irgendwie zieht mich die ganze Situation runter, das rede ich mir jedenfalls ein.

Es gibt ein paar Hoffnungsschimmer, denn ich habe mir ein Pilates-Band besorgt und neue Nordic Walking Stöcke. Die alten hatte ich verloren, nachdem ich sie an die rechte Seite des Autos nach dem Laufen gelehnt hatte und dann einfach losgefahren bin.

Ich will heute wieder mit dem Walken anfangen und mit dem Stollenessen aufhören.

Das jedenfalls habe ich mir heute Morgen vorgenommen. Naja, der Tag ist noch lang und es kann vieles nicht passieren.

BESCHREIBUNG VON MENSCHEN IM REALEN UND IM FIKTIVEN ALLTAG – GEMEINSAMKEITEN UND UNTERSCHIEDE

Über Menschen, die im Arbeitsalltag stehen, eine Geschichte zu erzählen oder in einem Roman eine Figur mit Worten auszukleiden – das ist nicht so einfach gleichzusetzen.

Die Hauptfigur in einer Erzählung unterliegt einem gewissen Rollenspiel, spiegelt nur das in seinem Wesen wider, was für den Autor von Interesse ist, um seinem Konzept zu folgen.

Was man von einer belletristischen Erzählweise lernen kann ist die Kunst, die für die Charakteristik einer Person wichtigsten Züge herauszuarbeiten, diejenigen Handlungen eines Protagonisten zu beschreiben, die für sein Wesen typisch sind.

Der Autor James in Frey fasst das in seinem Buch „Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“, so zusammen:

„Wenn ein Schriftsteller das Leben einer Romanfigur beschreiben will, muss er darauf achten, nur die Eindrücke, Gedanken, Reflexionen, Wahrnehmungen, Gefühle, Wünsche usw. aufzunehmen, die für die Motive, die Entwicklung der Figur und für Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, von Bedeutung sind – Eigenschaften, die charakteristisch dafür sind, wie die Figur mit den Schwierigkeiten fertig wird, die die Geschichte für sie bereithält… Homo fictus ist eine Abstraktion, die das Wesen, aber nicht die Gesamtheit des homo sapiens wiedergeben soll.“
(Vgl. James N. Frey: „Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“ © 1993 Emons Verlag GmbH / © 1987 bei James N. Frey
ISBN 978-3-89705-32-1, S. 18)

Was kann ich daraus mitnehmen für mein Storytelling:
Dass ich genau auf die Eindrücke, Gedanken, Emotionen achte, die das Wesen des Menschen im wirklichen Leben ausmachen und die ich auch mit einem entsprechenden Text wiedergeben will.

Natürlich, es gibt gravierende Unterschiede zwischen der belletristischen Erzählweise und dem Storytelling. Was sie eint ist die Tatsache, dass man sein Handwerk in beiden Fällen erlernen und beherrschen sollte.