Archiv der Kategorie: 50 KILO ABNEHMEN

50 KILO ABNEHMEN – (24)

JEDEN TAG SICH NEU ÜBERWINDEN

Es erzählt sich so wunderbar, was du für ein Held bist, weil du ja jeden Tag früh ins Fitness-Studio reinfährst. Den Wecker morgens aber interessiert das nicht - er klingelt 3.40 Uhr, und zwar erbarmungslos.

Es sind nun schon vier Tage, an denen ich nicht im Fitness-Studio war. Am Freitag hatte ich einen Termin und gestern auch.

Samstag und Sonntag fahre ich grundsätzlich nicht nach Berlin rein.
Ich bin ehrlich, ich hätte trotzdem vorher ins Studio fahren können, aber ich habe mir die Ausreden so zurecht- gelegt, als könnte ich angeblich nicht die Zeit für das Training aufbringen.

4.15 Uhr heute Morgen. Ich sitze seit einer halben Stunde in der Küche, der Kaffee läuft durch, die Zeitung ist mal wieder nicht im Briefkasten, ich habe schlechte Laune, aber ich sitze und schreibe auf dem Handy.

Um 5.00 Uhr geht es nach Berlin Mitte, erst Klara absetzen, dann ins Fitness-Studio.

Ich habe das täglich gleichablaufende Procedere gestern am Tresen im Autohaus einer Mitarbeiterin erzählt, als ich das Auto von der Durchsicht abholte.

Sie hat es mir nicht geglaubt. Und ehrlich, ich glaube es ja selbst kaum, dass ich hier in der Küche herumhänge und schon wieder schwadroniere.

Aber es ist wahr und es liegt ein gewisser Zauber darin.
Gestern Abend habe ich noch zu Klara gesagt: „Ich glaub‘, ich komme morgen früh nicht mit.“

„Wehe!“, hat sie nur gesagt.

Naja, und deshalb bin ich jetzt hier. Nun ist es so, als würdest du in einem Flugzeug sitzen, angeschnallt. Das Flugzeug rollt bereits und du kommst nicht auf die Idee, aussteigen zu wollen. Also packen wir’s an.

ABSTINENZ VOM SPORT

50 KILO (23)

Eine Woche kein Laufband, keine Trizepsmaschine, kein Rückenstrecker... – das kann nicht gut sein.

Ich war über eine Woche nicht im Fitness-Studio. Klara war bei ihrer Mutter, schaute dort nach dem Rechten, und so brauchte ich sie nicht nach Mitte zur Arbeit zu bringen.

Ich merke jetzt, dass ich faul geworden bin, mehr gegessen habe, abends lange den Fernseher anhatte.

In dieser Woche habe ich zum ‚Pfad der Aufrechten‘ zurückgefunden.

Ich gehe wieder ins Fitness-Studio, esse abends weniger und fühle mich gleich besser.

Am Montag, also gestern, war ich wieder kurz vor 6 Uhr auf dem Laufband.

„Wie willst du das bloß heute durchhalten?“, habe ich bei mir gedacht, als ich anfangs so langsam  vor mir dahinschlurfte.

Doch dann wurde ich immer schneller und alles begann sich besser anzufühlen. Allerdings machte sich der Muskelkater ebenfalls nach anderthalb Wochen Nichtstun bemerkbar.

Aber heute, am Dienstag, ja da bin ich wieder drin, und meine gute Laune steigt.

50 KILO ABNEHMEN (22)

FITNESS-STUDIO – WIE JEDEN TAG EBEN

 

Mit dem Training anfangen, dafür musst du einiges an Willensstärke und Selbstmotivation aufbringen. 
Zwei Stunden weiter aber bist du zufrieden damit, dass du dich wirklich aufgerafft hast. Es macht dich auch stolz, ein bisschen jedenfalls.

Heute Morgen war ich kurz vor sechs Uhr im Fitness-Studio.
Eine Viertelstunde später habe ich mit dem Training begonnen – erst eine halbe Stunde Laufband, danach waren die einzelnen Geräte dran.

Zweieinhalb Stunden, so gegen halb neun war ich fertig – mit den einzelnen Trainingsstationen und physisch.

Als ich wieder aus der Tür des Studios rausging, da stiegen in mir Glücksgefühle hoch.

Das war mein Lohn für die Anstrengungen.

Morgen dreht sich das Rad von vorn – erst sich überwinden, sich umziehen, einfach beginnen, dann den Ablauf einhalten, sich auch quälen und schließlich mit einem zufriedenen und glücklichen Lächeln aus der Tür gehen.

50 KIL0 ABNEHMEN (21)

WIEDER MAL DIE EIGENEN REGELN GEBROCHEN

Die neue Woche läuft bereits, Montag ist schon vorbei und der Alltag hat mich wieder voll im Griff.

Und trotzdem: Ich hadere noch mit mir, dass ich mich am Wochenende nicht an das gehalten habe, was ich mir selbst an Regeln auferlegt habe.

Samstagabend gab es Wein, Sonntagnachmittag Kuchen – alles Dickmacher. Bereue ich, es getan zu haben?

Ja, weil ich dadurch wieder ein bisschen zugenommen habe.

Und nein, weil ich in dieser Woche wieder alles richtig machen kann und machen werde.

50 KILO ABNEHMEN (20)

ES LÄUFT – NUR DER BAUCH, DER MUSS NOCH WEG

Ich habe gestern mein Trainingsprogramm straff durchgezogen. Dabei hat es mich zu Beginn enorm viel Überwindung gekostet.

Besonders wenn ich aus der Umkleidekabine zum Laufband gehe, dann muss ich an einem Spiegel vorbei. Und da sehe ich das Grauen in voller Breite. Der Bauch, den ich im Spiegel erblicke, der ärgert mich.

Wieder habe ich nicht konsequent am Wochenende auf die Diät geachtet.

Also was bleibt? Weitermachen!

Ich stellte mich auf das Laufband und begann meine Füße zu bewegen, einen Fuß vor den anderen. Und ganz allmählich kam ich in Fahrt.

Ich staune immer wieder aufs Neue, wie schnell die Zeit vergeht. Eine halbe Stunde ist schnell rum. Ich glaube, es liegt daran, dass ich viel auf den Fernseher schaue, der direkt vor mir an der Wand aufgehängt ist. Da siehst du Videos von sportlichen Leuten, meine Güte.

Ein paar Jungs springen über Mauern, überwinden Häuserschluchten, rollen federleicht ab, wenn sie unten ankommen und laufen weiter.

„Junge, Junge, bin ich froh, dass ich hier nur laufen muss“, sage ich mir dann in Gedanken und so vergeht die Zeit eben. Plötzlich taucht die Zahl dreißig auf, ich kann auf die Stopptaste drücken, einen Schluck Wasser nehmen und weitergehen – zum Rudern. Naja, da hatte ich gestern auch keine Lust zu.

Was habe ich gemacht?
Ich habe mich auf den Sitz gesetzt, die Schnallen um die Schuhe gelegt, sie festgezurrt, und angefangen zu rudern.

Und so ging es gestern von Station zu Station.
Wird es heute anders sein? Nein, es geht wieder von vorn los.

Ich merke, dass ich allmählich Muskeln bekomme. Nur der Bauch, der muss noch verschwinden.

50 KILO ABNEHMEN (19)

VON NOVEMBER BIS DEZEMBER 2,4 kg WENIGER – DA GEHT NOCH MEHR

Der Monat November ist nun auch schon wieder Geschichte.

Am Montag, den 04.11.2019 habe ich 124,1 kg gewogen.

Am Mittwoch, den 04.12.2019 war als Zielmarke 119,7 angegeben. Das habe ich nicht geschafft, nicht ganz jedenfalls.

Aber ich war bei 121,7 kg, immerhin.
Das sind gegenüber dem Monatsanfang 2,4 kg weniger.

Von Anfang Januar bis Anfang Dezember habe ich insgesamt 7,5 Kilo abgespeckt (am 09.01.2019 wog ich 129,2 kg).

Gewiss, das selbst gesteckte Ziel habe ich verpasst.

Doch ich habe endlich den Weg ‚nach unten‘ einschlagen können und diesen Pfad werde ich auch nicht mehr verlassen oder gar umkehren.

Seit dem Sommer fahre ich jeden Tag ins Fitness-Center, jeden Wochentag.

Das Glas ist halbleer, weil ich das Ziel verfehlt habe, und es ist halbvoll, weil ich weitermachen werde.

50 KILO ABNEHMEN  (18)

DIE SACHE MIT DEM POSITIVEN DENKEN

MIT DEM KOPF GEGEN DIE GLASSCHEIBE RAMMEN UND DANN SOLLST DU AUCH NOCH POSITIV DENKEN

Es läuft gerade nicht so im Training, wie ich es mir vorstelle. Irgendetwas ist in meinem Kopf, das mich daran hindert, mich voll auszupowern.

Zum Beispiel in der vergangenen Woche, da war ich für ein paar Tage nicht im Studio.

Klara war krank und so bin ich auch nicht reingefahren.
Aber dann, den ersten Tag nach der Pause, da begannen die Schwierigkeiten so richtig.

Ich kam nicht in Gang und es fiel mir schwer, alle Übungen hintereinander zu absolvieren.

Meine inneren Stimmen mischten dabei wieder mächtig mit.
„Komm‘, lass doch mal eine Trainingseinheit ausfallen“, flüsterte mir ‚Loser‘ ins Ohr.

„Soll ich wirklich?“, fragte ich ‚Loser‘.
„Ja doch, kriegt keiner mit, sei nicht so pedantisch, werd‘ mal locker“, erwiderte ‚Loser‘.

Keine schlechte Idee, die ‚Looser‘ da hatte.
Aber sollte ich wirklich von meinem Programm abweichen?
„Von wegen, das kriegt keiner mit“, brüllte mir plötzlich ‚Folterknecht‘ ins Ohr.

„Der taucht aber auch überall auf, wo man ihn nicht haben will. Der kommt mir manchmal vor, wie die böse Tante in der Familie, die du auch nicht loswirst“, dachte ich bei mir im Stillen.
So war es eben mit ‚Folterknecht‘.

Aber hatte er nicht auch ein bisschen Recht?
„Denk‘ mal an den neuen Fitness-Trainer bei Hertha BSC. Den hat Klinsmann mitgebracht. Der sorgt jetzt dafür, dass die Jungs aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen.

Sie nennen ihn ‚Quälix‘. Und dieser ‚Quälix‘ für dich bin nun mal ich, der ‚Folterknecht‘“, setzte der noch nach.

‚Folterknecht‘ lag ja nicht so falsch, denn ich konnte mir nun mal keinen teuren Personalcoach leisten.

Nein, ich musste schon auf meine inneren Stimmen hören und den Kompromiss zwischen den beiden wählen.
Also machte ich weiter.

Als ich aus dem Studio rausging, da war ich glücklich, aber fertig.
Ich schleppte mich mehr raus, als ich ging.

Der Kopf war nach unten gesenkt, und so sah ich die Glastür nicht, knallte mit dem Kopf gegen die Scheibe und stieß gleichzeitig mit dem Knie gegen die Holzfüllung in der Tür.

„Ach du Armer“, jammerte ‚Loser‘.
„Denk‘ positiv, du hast alle Geräte absolviert“, sagte daraufhin ‚Folterknecht‘.

Ich konnte gar nicht denken, denn mir brummte der Schädel und die Kniescheibe tat mir weh.

‚LOSER‘ UND ‚FOLTERKNECHT‘

50 KILO ABNEHMEN – (17)

Die beiden inneren Stimmen kehren zurück. 

Wieder Fitness-Studio, wieder zuerst das Laufband. Ich habe gestern 2,06 km in 30 Minuten absolviert. Das ist gar nicht so schlecht für mich, denn ich bevorzuge das schnelle Gehen, das Walken sozusagen.

Aber der Anlauf am gestrigen Tag insgesamt war schwierig. Wir waren zwei Tage zuvor in Dresden und ich habe ein Stück Schokoladentorte im Café an der Semperoper gegessen. Und abends noch dazu drei Gläser Wermut getrunken, eine Katastrophe für mein Abnahmeprogramm.

Außerdem war ich am Freitag davor nicht im Fitness-Studio. Also drei Tage kein Training, dafür schön ungesund gegessen und getrunken.

Das alles zusammengenommen traf mich wie ein Keulenschlag, als ich den ersten Tag in der neuen Woche versuchte, am alten Schwung anzuknüpfen.

Nach dem Laufband war ich am Rudergerät. Es schien, als würde ich mit jedem Zug versuchen, einen Güterwaggon in Bewegung zu setzen.

In dem Moment musste ich mich wieder an meine beiden inneren Stimmen erinnern – ‚Folterknecht‘ und ‚Loser‘.

„Los, mach‘ weiter und erhöhe die Schlagzahl“, schnarrte mir Folterknecht ins Ohr.

„Gönn‘ dir doch ruhig eine Auszeit. Schau mal‘, dein rechter Schnürsenkel ist außerdem geöffnet, so kannst du gar nicht weitermachen.

Du hörst einfach auf zu rudern, steigst aus den Pedalen des Rudergeräts und bindest erst einmal die Schnürsenkel am rechten Schuh wieder zu.

Danach setzt du dich auf das gemütliche Sofa dort am Rand und schaust den anderen zu, wie sie sich abquälen“, sagte Loser mit einschmeichelnder Stimme an meinem anderen Ohr.

Ich habe weitergemacht, trotz des locker gewordenen Schnürsenkels am rechten Turnschuh. Die Schlagzahl habe ich aber auch nicht erhöht.

LAUFBAND – DIE ERSTE TRAININGSEINHEIT

50 KILO ABNEHMEN – (16)
Es geht immer mit dem Laufband los. Eine halbe Stunde ist schnell rum, nur nicht, wenn du dich die ganze Zeit anstrengen musst.

Fitness-Studio in Berlin-Mitte.

Ich bin schon seit kurz vor sechs Uhr hier und habe gerade die halbe Stunde auf dem Laufband beendet.

„Oh Gott, wie soll ich das bloß durchhalten?“, dachte ich noch, bevor ich auf das Laufband stieg. Doch ich habe die Geschwindigkeit auf 2,0 gestellt, die ersten fünf Minuten jedenfalls. Das war mehr ein vor sich hinschleppen.

„Was wohl die Putzfrau von mir dachte, als sie mich sah, während sie selber um mich herum wischte? Auf jeden Fall ist sie unglaublich fleißig und flink noch dazu.

In der sechsten Minute habe ich damit begonnen, die Geschwindigkeit zu erhöhen, und zwar ab da jede neu angebrochene Minute ein bisschen mehr. Zum Schluss war ich bei der Geschwindigkeit 5,0 angelangt.

Das kann man mit sehr schnellem Walken vergleichen. 1,94 km zeigte das Display an, als ich fertig war. Wenn die magische Zahl 30‘ auftaucht, und ich auf ‚Stopp‘ drücke, kann ich es immer gar nicht glauben, dass die Zeit doch so schnell vergangen ist.

Und so war es an diesem Tag auch. Das liegt ganz sicher an der Musik, der ich mich anzupassen versuche, um mich rhythmischer zu bewegen, beschwingter eben.

Manchmal stellt sich ein junger Mann neben mich auf das Laufband, was an sich nichts Ungewöhnlich ist in einem Fitness-Studio. Doch dieser steigt auf das Laufband und fängt an zu laufen, als gäbe es kein Morgen mehr.

Wie im Vollrausch hämmert er seine Füße auf das Band und übertönt sogar die Musik, aber der Spuk ist nach 10 Minuten vorbei, Gott sei Dank.

Auf jeden Fall kann ich nicht so schnell laufen und da bewundere ich ihn auch, aber dafür halte ich die dreifache Zeit aus. Und ich weiß, dass es für mich darauf ankommt, meine Knie mit meinem Übergewicht nicht übermäßig zu belasten.

Nachdem ich vom Band gestiegen bin, hole ich mir ein Tuch, um die Stellen abzuwischen, die ich mit den Händen angefasst habe.

Der innere Motivationsschub signalisierte danach: „Die erste Trainingseinheit ist geschafft.“

Ich habe mich trotzdem damit nicht lange aufgehalten, sondern mich an die nächste Station begeben – zum Rudern.

50 KILO ABNEHMEN (15)

DER KAMPF HAT NOCH GAR RICHTIG ANGEFANGEN


Ich habe mich ganz gut reingefunden, in das Fitness-Leben. Das ist ein wichtiger Meilenstein in dem Gezerre darum, soviel Gewicht zu verlieren.

Ich denke, ich muss noch mehr tun, was die Umstellung der Ernährung angeht.
Ich verstehe mich manchmal selbst nicht mehr.

Für jedes noch so kleines Projekt plane ich bis ins Detail, lege die Zwischenschritte fest und gleiche regelmäßig das Erreichte ab.
Aber in dem ‚Großprojekt‘ 50 Kilo abnehmen gehe ich ziemlich laienhaft vor.

Dabei könnte es so einfach sein. Aber einfach ist es eigentlich stets nur für den, der darüber nur redet oder nur schreibt. Das trifft auf mich natürlich zu.

Doch es kommt etwas Wichtiges hinzu: Ich muss das, was ich sage, auch noch selbst umsetzen. Und da hört die Freundschaft schon auf, denn das hat viel mit Schweiß, Verzicht und Disziplin zu tun.

Aber ich will nicht jammern. Nein, ich habe es ja selbst so gewollt. Ab heute werde ich aufschreiben, was ich zu mir nehme, um quasi eine Bestandsaufnahme zu erreichen.

Anschließend werde ich das alles analysieren, am besten am Wochenende, um danach Schlussfolgerungen zu ziehen. Hoffentlich die richtigen.

Jetzt noch mal ohne Analyse: Ich habe 800 Gramm in der vergangenen Woche abgenommen.

Sicher, das ist nicht viel, aber es geht vorwärts, und in dem Fall abwärts.

Es grüßt der Dicke, der die Hoffnung und den Kampf nicht aufgibt, kräftig Pfunde zu verlieren.

50 KILO ABNEHMEN (14)

MEIN ZIEL ZWISCHENDURCH ZU VERFEHLEN PASSIERT- MEIN ZIEL NICHT ZU KENNEN HINGEGEN DARF NICHT SEIN

Ich muss zurückdenken an den Tag, an dem ich den Entschluss fasste, mich auf das Abenteuer einzulassen, öffentlich darüber zu schreiben, dass ich insgesamt 50 Kilo abnehmen will. Das war der 03. Juli in diesem Jahr.

Manchmal kommen mir echte Zweifel, ob das überhaupt auf einen Blog gehört.

Doch dann sage ich mir wieder, dass ich nicht authentisch wäre, würde ich lediglich theoretisch über Lebensqualität im Alter schreiben.

Und im Kern generiert sich ja bekanntermaßen die Qualität im Leben vor allem durch die Gesundheit. Also: Was liegt näher, alles zu tun, damit die in der Vergangenheit gemachten Fehler nicht fortgeführt werden und das Übergewicht möglicherweise noch anwächst?

Ich wollte unbedingt einen Schlussstrich unter diese Art von Leben ziehen und sofort damit beginnen, meine auf dem Papier festgehaltenen Ziele in die Tat umzusetzen.

Wenn ich davon ausgehe, dass ich im Januar 2019 noch 131 kg wog und jetzt auf 122,8 kg herunter gekommen bin, dann finde ich das schon nicht schlecht.

Das sind rund 8 Kilo, die ich in zehn Monaten verloren habe.
So ganz zufrieden bin ich trotzdem nicht. Ich wollte schon unterhalb der 120 KILO Grenze sein.

Das Gute wiederum daran ist: Ich habe Ziele und ich kenne sie.
Ich ‚schwimme‘ also nicht mehr in einem Ozean und lasse mich treiben, ohne wirklich den Kurs zu kennen.

Das Ziel zu kennen, die Zahlen festzulegen – sie sind in diesem Zusammenhang ausschlaggebend für mich, damit ich dranbleibe, am Abnehmen und am Gesundbleiben.

50 KILO ABNEHMEN (13)

EIN SCHRITT NACH VORN – ABER MANCHMAL AUCH WIEDER ZWEI ZURÜCK

Sonntagmorgen. Ich fertige die Liste für den neuen Monat an – November 2019.

Vorher schaue ich auf das Ergebnis im Oktober. Ich bin ganz zufrieden, denn immerhin sind es 3,5 kg weniger, die ich seit Monatsbeginn auf die Waage bringe.

Am 07.10.2019 waren es 126,3 kg und nun am Monatsende sind es nur noch 122,8 kg.

Es fällt mir nicht leicht, davon zu berichten. Es ist, als würdest du irgendwie nackt dastehen. Doch es geht nicht anders.

Ich will zeigen, dass es sich lohnt zu kämpfen. Aber nicht nur das. Ich möchte darüber schreiben, wie mühselig es ist, wie oft auf einen kleinen Schritt nach vorn zwei Schritte folgen, die in die andere Richtung gehen, nämlich rückwärts.

Aber wer glaubt auch schon, dass jemand mit 50 kg Übergewicht in wenigen Wochen wieder auf sein Normalgewicht zurückgelangt? Ich denke niemand.

Der Weg ist deshalb stets ein wenig das Ziel. Ich gehe jeden Wochentag ins Fitness-Studio im Prenzlauer Berg, ackere inzwischen zwei Stunden an den Geräten. Ich merke es, denn so langsam wachsen die Muskeln wieder.

Jetzt kommt es darauf an, noch mehr in Sachen Ernährung zu tun. Das ist bei mir der ‚Pferdefuß‘. Ich will es hier aus eigener Kraft schaffen und mich nicht in die Hand von Ernährungsberatern begeben.

Das heißt auf der anderen Seite, sich selbst schlau zu machen, zu lesen, zu analysieren. Seit heute notiere ich mir, was ich jeweils gegessen habe.

Ich tippe das sofort ins iPhone, denn das schleppe ich ja ohnehin überall mit mir rum. Am Wochenende werde ich das Ganze dann auswerten.

Es ist nicht nur physisch anstrengend, nein, es braucht genauso die mentale Kraft, die Geduld und den Biss, alles aufzuschreiben, die richtigen Schlüsse aus dem Protokollierten zu ziehen. Ich bleibe dran.

Am 04.12.2019 will ich bei 119,7 kg sein. Das wäre ein phantastisches Ergebnis. Doch das wird kein Spaziergang, es wird hart, durchzuhalten.

50 KILO ABNEHMEN (12)

DER SCHRITTZÄHLER

Am Wochenende kamen wir von einem Ausflug aus der Schorfheide.
„Papa, halt mal bitte am Drogeriemarkt an“, sagte Laura zu mir.

Ich habe angehalten, ohne groß nachzufragen.
Als wir wieder zuhause waren und Laura ihren Einkauf auspackte, da kam ein Schrittzähler zum Vorschein.

„Der ist für dich“, sagte Laura zu mir und zeigte mir ein kleines schwarzes Ding.

„Was ist das?“, fragte ich zurück.
„Ein Schrittzähler.“

„Ich stelle ihn dir noch nach deinem Schrittmaß ein und dann kannst du deine 10.000 Schritte am Tag gehen“, sagte sie zu mir.
„Kein Problem!“, meinte ich.

Ich wusste ja, dass ich bereits auf dem Laufband eine Menge an Schritten ‚abreißen‘ konnte.

Also steckte ich ihn mir nach dem Umziehen im Fitness-Studio an die Hose und stieg auf das Laufband. Als 30 Minuten vorbei waren, da hatte ich genau 2461 Schritte geschafft.

Ein wenig war ich ja enttäuscht, denn im Stillen hatte ich mit wesentlich mehr gerechnet.
Ich schrieb es trotzdem per WhatsApp stolz an Laura.

„Klingt doch gut … fehlen noch 7500“, schrieb sie zurück.
Das konnte einen niederschlagen. Immerhin müsste ich noch dreimal auf das Laufband, um die restlichen Schritte zu schaffen.

Ich drehte meine Runde an den Geräten und dann überlegte ich, was ich noch tun könnte.

Das Gerät für das Treppensteigen, das gefiel mir. Kurz entschlossen stieg ich rauf und drückte auf Start. Ich kam mir vor, wie ein Wasserträger, der von seinem Gefährten auch ein paar Krüge übergeholfen bekommen hatte.

Das war nichts für mich. Ich ging doch noch einmal auf das Laufband. Wieder 30 Minuten.

Inzwischen war es kurz nach 08.00 Uhr. Ich war bereits knapp zweieinhalb Stunden im Studio.

6302 zeigte der Zähler nun an. Das las sich schon gut.
Ich musste zurück, weil die Arbeit am Schreibtisch auf mich wartete.
Schließlich war ich an der Haustür, schloss auf und war froh, dass ich es geschafft hatte.

Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich hatte Klara versprochen, dass ich sauge.
Am Wochenende waren wir nicht dazugekommen, da Krümel uns in Atem gehalten hatte.

Ich schleppte also die Teppiche runter, schüttelte sie aus, schmiss den Staubsauger an und saugte durch die gesamte Wohnung. Ich ging die Treppen rauf und wieder runter. Ich schüttete noch die Papierkörbe aus und war endlich fertig. Jetzt war ich gespannt.

Ich schaute auf den Schrittzähler. 6388 Schritte zeigte er an.
Das reichte ja immer noch nicht. 13.30 Uhr. Ich hatte ein wenig an den Pressetexten gearbeitet und konnte eine Pause gebrauchen.

Also zog ich die Strümpfe aus, machte die Haustür auf, damit noch mehr Sauerstoff hereinkam und stapfte die Treppen fünfmal rauf und runter.

Ich war danach bei 6980 und fix und fertig. Und das wollte ich jetzt wirklich jeden Tag machen?
Ich legte mir erst einmal eine Liste an und schrieb die bisher erreichte Schrittzahl auf.

Noch 3020 Schritte notierte ich in die letzte Spalte, die ich mit ‚bis 10.000‘ überschrieben hatte.

Wenn ich davon ausging, dass ich mit einmal die Treppen hoch – und runter 66 Schritte brauchte, dann musste ich ja nur noch knapp 46 Mal die Übung wiederholen.

Ich bekam schlechte Laune und konzentrierte mich erst einmal auf meine Arbeit.
7599 Schritte habe ich am Montag geschafft.

Immerhin, ich hatte angefangen.

50 KILO ABNEHMEN (11)

ICH WILL ABNEHMEN – UND TROTZDEM KEIN VORBILD SEIN

Letzter Freitag, vergangener Woche: Das war wieder ein guter Tag.
Ich kriege die ‚volle Dröhnung‘ an positiver Energie im Fitness-Studio.

Ein guter Freund sagte mir, dass ich für andere kein Vorbild bin, weil es beim Abnehmen mal vor und zurückgeht.
Aber will ich überhaupt ein Vorbild sein?

Ich denke nicht, denn mir geht es um etwas anderes.
Ich will zeigen, dass es kein Spaziergang ist, auf dem du nur einfach deine Übungen machen musst, die richtigen Ernährungstipps befolgen sollst, und schon klappt es.

Das ist wichtig, aber entscheidend ist, ob ich meine Einstellung zum Leben verändern kann.

Warum? Nun, weil ich über Jahrzehnte nachlässig mit meinem Körper, meiner Gesundheit umgegangen bin. Karriere, die Wende mit ihren gewaltigen Veränderungen im beruflichen Bereich bewältigen – es gibt viele Gründe, warum ich überhaupt so viel Übergewicht angesammelt habe.

Und wer würde mir schon abnehmen, dass es von nun an nur noch mit dem Gewicht abwärts geht?

Kein Mensch. Die Härte besteht darin, die Einsicht zu gewinnen, das ich etwas tun muss, damit beginne und schließlich nicht aufhöre. Meine inneren Motivationskräfte hochzuhalten, damit ich nicht ins alte Muster zurückfalle, das ist das Erfolgspotenzial.

Das wird mir klar, wenn ich an den Geräten bin und deshalb schreibe ich in den Pausen zwischen den einzelnen Trainingseinheiten darüber.

Indem ich aufschreibe, was ich gerade für eine Trainingseinheit absolviert habe, bekomme ich wieder gute Laune.

Montag geht es weiter, denn Punkt 06.00 Uhr steige ich auf das Laufband und danach absolviere ich weitere 10 Stationen. Und so klappt es auch mit dem Abnehmen.

Ich freu‘ mich drauf, auch wenn es kein Spaziergang wird. Aber nur so entsteht ja die nötige positive Energie.

SCHREIB-ALLTAG (8)

WARUM AUSGERECHNET DER ALLTAG?

Ich habe in den vergangenen Tagen noch einmal darüber nachgedacht, warum ich gerade den Alltag zur Vorlage für meine Texte nehme.

Und wie passt dazu zum Beispiel die Pflege?

Um mir selbst noch einmal zu verdeutlichen, warum gerade der Alltag im Fokus meines Schreibens steht, habe ich die Rubrik ‚WARUM ICH ÜBER DEN ALLTAG ERZÄHLE‘ überarbeitet und zum großen Teil neu gefasst:

Unser ganzes Leben besteht aus Alltäglichem – aus kleinen Sorgen und großen, aus Kummer, Liebe, Leidenschaft, fantastischen Erfolgen und schlimmen Niederlagen.

Der Sonntag oder der Feiertag, sie sind wichtig, dienen meistens dem Innehalten, aber unsere Energie, unsere Motivation stecken wir in den Alltag.

Diese ‚alltägliche Wirklichkeit‘ erlebt jeder anders, nimmt sie ganz individuell wahr.

Deshalb will ich keine allgemeingültigen Gesetzmäßigkeiten herausarbeiten, die man vielleicht im Alltag beachten sollte.

Nein, ich kann nur von meinem Erfahrungshorizont aus schreiben.
Darum wähle ich auch in den meisten Texten die ‚Ich-Erzählperspektive‘.

MEINE KERNTHEMEN SIND:
WEITERLESEN:
https://uwemuellererzaehlt.de/uwe-mueller-erzaehlt/mein-antrieb/

 

50 KILO ABNEHMEN (10)

ZIEL NICHT ERREICHT – IM GEGENTEIL

Heute ist der Tag, an dem ich für den Monat September Bilanz ziehe.

Eine negative Bilanz: Mein Ziel war es, von 124,4 kg auf 117,8 kg zu kommen, also 6,6 kg weniger.

Das Gegenteil ist eingetreten, ich habe nämlich zugelegt: von 124,4 auf 125,3 kg.

Damit wiege ich am 30.09.2019 insgesamt 900 Gramm mehr, als ich am 01.09.2019 wog.

Das Gute daran: Ich weiß es, weil ich inzwischen jeden Tag auf die Waage steige.

Im Januar wog ich noch 131 kg. Jetzt also rund 6 Kilo weniger.

Trotzdem: Ich muss hier noch konsequenter vorgehen, weil ich es sonst nicht schaffe, selbst bei regelmäßigem Sport nicht.

Am Samstag hatten wir eine Feier zum 70. Geburtstag eines guten Freundes.

Da habe ich Sekt und Wein getrunken. Allein das war schon falsch.

Na gut, ich schaue nach vorn. Jetzt habe ich für ein paar Tage Urlaub.

Da denke ich auch nicht so sehr ans Abnehmen.

Wie auch immer: Ich mache weiter und werde mein Ziel, 50 Kilo abzunehmen, nicht aus den Augen verlieren.

50 KILO ABNEHMEN (9)

DEIN WEG MUSS DEIN ZIEL BLEIBEN – SONST HÖRST DU IRGENDWANN AUF

Es ist fast wie ein Wunder für mich: Ich fahre nun bereits über zehn Wochen ins Fitness-Studio, und das nicht 2 oder 3 mal in der Woche.
Nein, jeden Tag, jeden Wochentag – Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag.

Wenn du jetzt denkst: „Will der uns hier veräppeln? Die Wochentage kennen wir selber“ – dann hast du natürlich recht.

Ich meine etwas anderes. Vor Jahren hätte ich mir nicht im Traum vorstellen können, dass ich jeden Tag in der Woche ins Fitness-Studio gehe.

Das ist so surreal, so unwirklich für mich. Es ist aber so.
Und das macht mich schon stolz. Doch ich weiß natürlich, dass nichts langweiliger ist als der Erfolg, die erledigte Zielstellung von gestern.

Darum versuche ich professionell vorzugehen. Ich sage bewusst, dass ich es versuche und längst nicht immer durchhalte.
Was meine ich?

Nun, ich habe unzählige Vorträge darüber gehalten, was es heißt, sich Ziele zu setzen und diese dann auch zu erreichen.

Dazu gehört, sich das aufzuschreiben, was man sich vornimmt.
Tue ich das? Ja, da bin ich ziemlich eisern. Aber es reicht ja nicht nur, das Ziel aufzuschreiben.

Du musst ja auch auf dem Papier festhalten, wie du es erreichen willst, welche Geräte du abarbeiten willst, wie viel Kilo die Gewichte ausmachen sollen, während du die Übung absolvierst.

Und das alles aufzuschreiben, was du an dem Tag jeweils erreicht hast, das ist schon nervig. Ich schreibe inzwischen alles Nötige ins iPhone, in den Pausen, bevor ich zu einer anderen Station gehe.

Mittlerweile kenne ich die Namen der einzelnen Geräte, weiß zum Beispiel, wie viel Kilo ich an der Bizepsmaschine einstellen kann, ohne mir einen Muskelriß zu holen. Ich halte mich außerdem an eine genaue Vorgabe, in welcher Reihenfolge ich die einzelnen Geräte absolvieren will.

Ich glaube, das ist bei mir noch heute so drin, weil ich es mal bei der Marine gelernt habe. Ich erinnere mich an einen Film, in dem auf einem amerikanischen Flugzeugträger die Piloten ihre Maschinen in die Luft brachten, präzise vorab geplant und in der Kommandozentrale mit farbigen Bauklötzern nachgestellt – einfach damit es für jeden sofort plastisch sichtbar wird, welcher Pilot startet, wer sich in der Luft befindet und wer zum Flugzeugträger zurückkehrt.

Das imponiert mir und so versuche ich auch in meiner Planung vorzugehen.
Gut, ich lasse die Bauklötzer weg und nehme stattdessen die Excelliste.

Trotzdem: Klara kann dem nichts abgewinnen. Sie meint dann: „Klein Uwi spielt mal wieder.“ Aber ich brauche das. Ich habe außerdem im iPhone für unterwegs eine Datei und notiere sofort nach der Übung, ob ich alles geschafft habe und ob ich eventuell die Anzahl der Trainingseinheiten erhöhen kann.

Woran es hapert ist dies: Komme ich wieder in mein Homeoffice, dann müsste ich alles auf meinem Computer speichern, damit ich es später ausdrucken kann.

Und ich müsste eine Gesamtauswertung vornehmen. Mach‘ ich aber meistens nicht, weil mich dann die geschäftlichen Aufgaben drücken. Es wird nie aufhören, dass du irgendwas nicht machst oder es lückenhaft tust.

Dafür sind wir alle Menschen mit unseren Schwächen, und gewappnet mit hervorragenden Ausreden, warum wir irgendwas in dem Moment nicht leisten können.

Darum sage ich: Ziele setzen und erreichen sind gut. Damit ich aber dabei die Lust nicht verliere, muss der Weg ins Fitness-Center ein Hauptziel bleiben, verknüpft mit der Freude, auch durch den Eingang zu gehen und einfach anzufangen.

Als ich heute Morgen wieder rauskam, da sah ich einen glutroten Streifen am Himmel, ein untrügliches Zeichen dafür, dass es hell wurde.

Wenn du dann schon knapp zwei Stunden trainiert hast, dann glaubst, die Sonne hätte auf dich gewartet, um dir einen schönen Tag anzukündigen.

Manchmal glaube ich, dass du das alles viel intensiver wahrnimmst und genießt, weil du dich vorher gequält hast. Ich werde morgen wieder dort sein und dann geht es von vorn los.
Der Weg ist eben das Ziel.

 

50 KILO ABNEHMEN(6)

ZIEL FÜR JULI VERFEHLT -URLAUBSLAUNE EINGETRÜBT

Morgen ist für Juli die Abrechnung fällig. Ich bin mit 127, 0 kg in den Monat gestartet.

Das Ziel: um 3,2 das Gewicht reduzieren, auf 123,8 kg.
Ich bin heute aber bei 126,0 kg. Also habe ich mein Ziel verfehlt, und zwar krachend.

Ich könnte ja jetzt sagen: Gut, immerhin habe ich mein Anfangsgewicht von 131 kg im Januar auf 126 kg im Juli vermindert.

Doch ich wollte weiter sein. Jeden Tag 100 Gramm, das ist doch nicht schwer, habe ich mir gesagt.

Ist es auch nicht. Aber was ist noch leichter?
100 Gramm wieder draufzukriegen.

Am Wochenende zum Beispiel, da war Laura bei uns.
Sie hat geholfen, meinen Computer wieder auf Vordermann zu bringen.

Vor lauter Freude habe ich abends dann eine ganze Flasche Sekt ausgetrunken, mit Erdbeeren. Allein. Die Frauen wollten nicht, umso besser.

Ach, es war herrlich. Am nächsten Tag bin ich gar nicht auf die Waage gegangen.

Und Montag? Da hatte ich den ‚Salat‘ – 127,3 kg.
Am vergangenen Donnerstag waren es noch 124,8 kg.

Was mache ich nun? Damit leben, weitermachen.
Gestern und heute habe ich im Fitness-Studio geackert. Doch abends, was war da?

Ja, da waren noch Reste vom Sonntagsessen.
Herrliche Knödel mit Gulasch.
Und vorher? Eis vom Sonntag, mit Früchten, nur zum Nachmittagskaffee.  Lecker.

Heute Morgen? Schnauze voll. Ich kann es nicht anders sagen.
Was wird heute, am vorletzten Tag? Fasten.

Ich habe heute kurz vor 5 Uhr gefrühstückt. Sonst streikt meine Galle.

Aber weiter gibt es nichts. Wirklich nicht? Wirklich nicht! Nur Wasser und Zitrone und ein konzentriertes Vitamingetränk, das ich mir leiste.

Wir wollen mal sehen, wie es morgen früh aussieht.
Wahrscheinlich werde ich es am Mittwoch, den 31.08. wiederholen, das mit dem Fasten.

Vielleicht kann ich ja noch ein paar Gramm loswerden, trotz Urlaubsfeeling.

50 KILO ABNEHMEN (5)

DIE NEUE WAAGE IST SCHULD

Gestern habe ich morgens die neue Waage benutzt, um mich zu wiegen. Ich habe mich schon ein paar Tage nicht mehr gewogen.

Es war zu viel Trubel und so habe ich das alles beiseitegeschoben. Und dann ging noch die alte Waage kaputt. Ich fühlte mich wie im Blindflug.

Als wir die neue hatten, da wussten wir erst einmal nicht, wie wir sie bedienen sollten. Du kannst den Fettanteil messen und den Muskelanteil auch.

Aber wie? Die Bedienungsanleitung war klein gedruckt, in viele Sprachen übersetzt und unübersichtlich angeordnet. Was nützt der ganze technische Schnick- Schnack, wenn die Anleitung für Softwareingenieure geschrieben ist?

Ich machte mich an den praktischen Teil und drückte solange auf die einzelnen Button, bis das Zeichen für kg erschien. Das war das Signal, um alles so zu lassen. Ich stieg mit beiden Beinen drauf und schaute nach unten.

Die Zahlen sausten, ich schwankte auf der Waage hin – und her. Schließlich blieb die Anzeige bei 126,0 stehen. Ich müsste eigentlich bei 124,8 sein.

„Die Waage ist ja anders geeicht“, beschwichtigte Klara gleich.
Gott sei Dank war also nicht der Sekt mit Erdbeeren am Samstagabend schuld, oder die Spaghetti Bolognese, nein, die Waage muss sich erst an uns gewöhnen und wir uns an sie.

Aber morgen, ja morgen, da geht‘s wieder ins Fitness-Studio, und dann bin ich bald wieder bei 124,8 – trotz neuer Eichung.

Doch wahrscheinlich müsste ich dann schon bei 123,8 sein. Aber darüber mach ich mir Gedanken, wenn es soweit ist.
Wir finden schon einen Schuldigen.

 

50 KILO ABNEHMEN (4)

AUF DEM LAUFBAND

Die Euphorie ist verflogen. Jetzt schleppe ich mich morgens mehr oder weniger die Treppen von der Tiefgarage hoch, um zum Eingang des Fitness-Studios zu gelangen.

Ich gehe danach langsam den Gang entlang, hin zur Umkleidekabine, so als könnte ich noch Zeit rausschinden vor der ‚Hinrichtung‘.
Schließlich habe ich mich umgezogen, halte eine Flasche Wasser in der Hand und habe um den Hals ein Handtuch geschlungen.

Ich beginne zunächst mit dem Laufband.
Anfangs bin ich Fahrradergometer gefahren. Aber mir scheuerte das Hinterteil und ich habe mich nicht wohl gefühlt.
Beim Laufband ist es anders. Das erinnert mich an das Nordic Walking, was ich sonst immer mache.

Aber nun, da steige ich auf das Laufband, lege das Handtuch auf die Seite, stelle die Flasche Wasser ab und drücke die Starttaste.
Das Laufband beginnt sich in Bewegung zu setzen. Zunächst ganz langsam. Und ich habe es nicht eilig, die Geschwindigkeit hochzudrehen.

Eine junge Frau besteigt das Laufband neben mir. Sie macht es an, und fängt sofort an zu laufen.
Ein Stück weiter von mir entfernt hat ein junger Mann das Laufband schräg gestellt, sodass er nach oben laufen muss.

Da soll sich bloß keiner einbilden, dass ich so einen Quatsch auch anfange. Dafür ist mein Gewicht zu groß und die Belastung auf den Kniegelenken wäre zu hoch.

Meine eine innere Stimme, der ‚Loser‘ bestärkt mich sofort: „Um Gottes Willen, fang langsam an, mach es dir erst einmal bequem auf dem Band. Steigern kannst du dich immer noch.“

Also laufe ich und schaue dabei auf die Straße. Ich beobachte die Leute. Gerade geht eine Frau vorbei. Sie hat ein enormes Übergewicht.

Sofort meldet sich meine zweite innere Stimme, ‚Schweinehund‘: „Na, da siehst du wie es ist, wenn du dich nicht anstrengst. Du siehst genauso aus wie die Frau und wirst auch so bleiben, wenn du nicht anfängst, die Geschwindigkeit hochzustellen.“

„Jetzt bleib‘ mal ganz ruhig. Immerhin stehe ich wenigstens auf dem Laufband und zeige Einsatz, um weiter mein Gewicht zu reduzieren“, sage ich zu ‚Schweinehund‘.

Aber ich fange trotzdem an, die Geschwindigkeit systematisch hochzudrehen. Das Band wird schneller und ich beginne darauf zu hin- und her zu schwanken.

Das Band quietscht laut. Wahrscheinlich denken die anderen, dass der ‚Dicke‘ zu schwer ist für das Gerät.
Schließlich schaue ich auf den Fernsehapparat, der an der Wand angebracht ist.

Dort trainieren Hochleistungssportler ihre Muskeln. Das motiviert mich. Ich drehe die Geschwindigkeit weiter hoch. Außerdem höre ich auf den Takt der Musik und passe mich in meinen Laufbewegungen daran an.

Ich bin drin, fühle mich als Teil des Trainingsteams im Studio, laufe leichter, beginne zu schwitzen.
Ich krieg‘ gute Laune.

 

ALLTÄGLICHES (2)

REDAKTIONSPLAN WIEDER EINMAL UMGESTOSSEN

Je mehr ich schreibe, desto intensiver denke ich zugleich darüber nach, in welcher Reihenfolge ich die einzelnen Themenfelder am besten bearbeite und die entsprechenden Artikel danach veröffentliche.

Ich möchte, dass diejenigen, die regelmäßig bei mir auf den Blog schauen auch wissen, was sie täglich erwartet.
Und vielleicht interessiert den einen Leser mehr das Alltägliche, einen anderen wiederum, wie ich mich beim Abnehmen quäle.

Die wenigsten werden alles lesen wollen, manch einer möchte vielleicht gar nichts mehr lesen, wenn er meine Texte studiert hat. Das ist das Leben.

Und so soll es ab jetzt sein:
montags ist Alltägliches dran; kleine Erzählungen aus dem Alltag, was mir durch den Kopf geht, was ich sehe und erlebe;

dienstags schreibe ich über meine Quälerei, um 50 Kilo abzunehmen;
Halleluja, das bleibt spannend, zumindest für mich;

mittwochs ist eine Familiengeschichte am Start; ich erzähle in kleinen Häppchen darüber, was passiert, wenn Familienangehörige von Demenz betroffen sind, wie das Leben trotzdem nicht nur von Kummer und Leid geprägt ist, sondern auch von Humor.


donnerstags lasse ich mich im Schreib-Alltag über meine Erfahrungen aus, wenn ich den Stift in die Hand nehme, auf die Tastatur der Schreibmaschine haue oder eben gleich meine Ideen und Phantasien über die Computertastatur eingebe, welches Handwerkzeug ich für meine Erzählungen benötige;

freitags gibt Jeepy in Form von kleinen Geschichten sein Bestes,

und samstags und sonntags halte ich die Füße hoch.
Und danach geht alles wieder von vorn los mit meinem Freund, dem Alltag.

50 KILO ABNEHMEN (3)

ZWEI SCHRITT VORWÄRTS, EINER ZURÜCK

Manchmal stehst du morgens auf und du möchtest am liebsten gleich wieder nach hinten umfallen.

Das habe ich auch getan. Also war Klara eine Stunde später auf Arbeit und ich auch, nur ich nicht auf Arbeit, sondern im Fitness-Center.

Ich bin im Studio den Gang hinuntergelaufen. Und ich habe mich gefragt, ob ich gleich wieder umdrehe und gehe. Ich hab‘ genau das getan. Ich glaub‘ es selber nicht, was ich für eine Flasche heute war.

Ich denke ununterbrochen an meinen Vater, der nun nicht mehr ist und ich habe gleich keinen Antrieb mehr. Also bin ich zurückgefahren, nach Hause und habe erst einmal die Zeitung gelesen.

Ich dachte, ich würde den Tod meines Vaters besser verkraften, denn ich wusste es ja bereits seit längerem, dass es mit ihm zu Ende geht.

Aber dann tritt es ein und du fragst dich, was eigentlich noch wichtig ist im Leben. Gestern Abend habe ich ein Glas Rotwein getrunken und an meine Kindheit gedacht.

Heute Morgen wog ich 200 Gramm mehr als es gestern der Fall war. Da waren es noch 124, 2 und heute sind es schon wieder 124,4 Kilo.

So schnell geht das, wenn du dich hängen lässt. Ich werde die ‚Kurve‘ wieder kriegen, werde weitertrainieren, mich an Krümel freuen, wieder abnehmen, damit ich noch möglichst lange mit Krümel auf dieser Erde Quatsch machen kann.

50 KILO ABNEHMEN (2)

DIE MÜHEN DER EBENE HABEN BEGONNEN

Am vergangenen Mittwoch wog ich 123,0 Kilo.
Das war für mich ein toller Erfolg, waren es doch am 29.06.2019 noch 127 Kilogramm.

Aber ich habe das Gewicht nicht halten können.
Heute am Montag, den 08.07.2019, sind es bereits wieder 125,2 kg.

Was ist schief gelaufen?
Ich bin leichtsinnig geworden, habe mal Abendbrot gegessen, obwohl ich das nicht mehr wollte und auch Kekse zum Kaffee gegessen.

Am Wochenende dann war ich in Dresden, bei meinem Vater. Es geht ihm sehr schlecht. Die Ärzte sagen, dass es zu Ende geht. Das alles hat mich so mitgenommen, dass ich abends zwei Gläser Rotwein getrunken habe.

Und schon waren die 123,00 Kilo wieder hin.
Es gibt in diesem Zusammenhang trotzdem etwas Positives:

Ich habe mein Ziel erreicht, denn ich will jeden Tag 100 Gramm abnehmen.

Heute sind als Soll 126,1 kg notiert.
Tatsächlich bin ich aber bei 125,2 kg, also bereits 1,8 kg unterhalb dessen, was ich laut meiner Liste wiegen darf.

Allerdings sehe ich mal wieder, wie schnell es auch wieder in die andere Richtung gehen kann.

Diese Woche will ich das Gewicht halten, nicht über 125,5 Kilo kommen – denn das ist mein Listenziel, wenn ich weiter davon ausgehe, täglich 100 Gramm abzunehmen.
Optimal wäre es, wenn ich bis nächsten Montag unter 125,0 kg komme.

Hier meine Liste, auf der ich täglich den Verlauf notiere. Ich will sie einfach einhalten, kein Schnickschnack, damit ich morgens schon mit Bleistift die Daten notieren kann.